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CIA-Flüge und Gefangenentransporte: Zahlen und Fakten (1)

World Content News — -12.1. 2006 —– Soeben hat der Untersuchungsausschuss des Europa-Parlaments seinen vorläufigen Abschlussbericht fertiggestellt. WCN dokumentiert die Ergebnisse. Teil 1 gibt einen Überblick über die statistischen Daten von insgesamt 32 untersuchten Flugzeugen mit 1245 Landungen in Europa, Teil 2 geht der Frage nach, welche Gefangenentransporte nachweislich oder mit hinreichend gesicherten Verdachtsmomenten über Deutschland abgewickelt wurden.

Landungen in Europa, aufgeschlüsselt nach Ländern:

Es ist schon bezeichnend: Deutschland ist mit großem Abstand der Spitzenreiter, sowohl was Landungen von CIA-Flugzeugen als auch deren Flüge zu vermuteten geheimen Gefängnissen oder bekannten Folterstandorten angeht. Von 1120 Landungen zwischen 2001 und 2005 in den 25 EU-Mitgliedsstaaten entfallen 336 davon (ziemlich genau 30 Prozent) auf das Land, in dem die Behörden nichts gewusst, gehört und gesehen haben wollen, wenn man ihnen denn Glauben schenken möchte. Legt man alle 1245 Landungen aus 34 Ländern zugrunde, rechnet es sich auch nicht schoner, mehr als jede vierte Take-off ging von bundesdeutschem Boden aus.

Schlimm sieht es auch aus, wenn man betrachtet wohin die Reise ging. 299 Flüge (89%) davon waren äußerst suspekter Natur, d.h. Herkunft oder Ziel waren Standorte, die mit möglichen Black Sites oder Folterzentren in Verbindung gebracht werden. Europaweit wurden insgesamt 534 Flüge so eingestuft, so dass deutsche Flughäfen mit einem Löwenanteil von satten 56% involviert waren. Die meisten Flüge wurden über das CIA-Paradies Frankfurt am Main abgewickelt (267 total, davon 257 suspekt). Allein 28 von insgesamt 32 untersuchten Flugzeugen mit Europa-Destinationen waren auch in Deutschland zu Gast. Auch dies ist Spitze – fürwahr, wir leben in einem agentenfreundlichen Land.

Erst mit weitem Abstand folgen Großbritannien (170 / 39 Flüge), Irland (147 / 28) und Portugal (91 / 22). Spanien landete mit 68 Flügen total, davon immerhin 46 suspekt, auf Rang 5. Glücklich schätzen können sich die Länder Österreich, Dänemark, Litauen und die Slowakei, denen nur jeweils eine Landung angerechnet wurde.

Tabelle 1: Europa-Ranking Landungen von CIA-Flugzeugen

A: Landungen gesamt / Total number of stopovers of CIA aircraft
B: davon Flüge von oder zu verdächtigen Orten
    / Stopovers to or from suspicious locations
C: Anzahl benutzter Flughäfen / Total number of country airports involved
D: Anzahl benutzter Flugzeuge / Total number of CIA aircraft

Land A B C D
Deutschland 336 299 15 28
Großbritannien 170 39 26 24
Irland 147 28 4 14
Portugal 91 22 7 17
Spanien 68 46 10 16
Griechenland 64 23 8 19
Zypern 57 21 2 15
Italien 46 14 15 13
Frankreich 28 0 7 10
Rumänien 21 15 5 14
Tschechien 21 10 2 7
Niederlande 15 0 3 3
Ungarn 13 4 1 10
Polen 11 5 3 4
Malta 7 6 1 6
Schweden 6 1 3 5
Belgien 4 0 2 2
Estland 3 0 1 2
Luxemburg 3 0 1 2
Slowenien 3 0 1 1
Finnland 2 1 1 2
Österreich 1 0 1 1
Dänemark 1 0 1 1
Litauen 1 0 1 1
Slowakei 1 0 1 1

Die Länder Schweiz, Norwegen, Island, Türkei, Kroatien. Rumänien, Albanien, Bosnien und Mazedonien mit weiteren insgesamt 125 Landungen werden in dieser Liste nicht aufgeführt, da sie derzeit nicht zu den EU-Mitgliedsstaaten zählen. Aber allein die Schweiz hat nach einer Untersuchung mindestens 58 mal Besuch von CIA-Flugzeugen gehabt, so dass die 1245 Flüge sicher nicht das Ende der Fahnenstange sind, da das EP sich bei seiner Untersuchung nur auf einige der wichtigsten Kernflugzeuge des US-Geheimdienstes konzentriert hat.

Tabelle 2: Anzahl Flüge nach Südostasien, in den Nahen Osten und nach Guantanamo, die über Europa verliefen (Summe aller Mitgliedsländer)

Aserbeidschan 76
Jordanien 72
Ägypten 61
Turkmenistan 52
Usbekistan 46
Irak 40
Marokko 40
Afghanistan 38
Libyen 14
Guantanamo 11

Aber auch diese Zahlen sind sicher nur die Spitze eines Eisberges. Nicht enthalten in dieser Liste ist z.B. der Flug einer Gulfstream mit der Registriernummer N982RK (Richmor Aviation), der von portugiesischen Abgeordneten untersucht wurde: Am 17.07. 2004 startete diese Maschine in Guantanamo nach Duschanbe, Tadschikistan mit Zwischenstopps auf den Azoren und in Nürnberg (Deutschland). Die damaligen Bordpassagiere sind leider unbekannt geblieben. Herr Stoiber, was meinen Sie, war es vielleicht ein Transport von Bratwürsten ???

Tabelle 3: Suspekte Orte – Landungen oder Starts von deutschen Flughäfen aus

Turkmenistan, Ashkhabad 99
N368CE
alle Frankfurt/Main  (06/2005 – 11/2005)
  
Aserbeidschan, Baku 61
N313P, N2189M, N8183J, N187D
54x Frankfurt, 6x Ramstein, 1x München  (2001-2005)
  
Irak, Bagdad 46
N313, N379P, N368CE, N2189M, N312ME
45x Frankfurt, 1x München  (2003-2005)
  
Usbekistan, Taschkent: 28
N379P, N2189M, N8183J
27x Frankfurt, 1x Ramstein  (2002-2003)
  
Jordanien, Amman 25
N313P, N379P, N85VM, N2189M, N8183J, N187D
alle Frankfurt/Main  (2002-2004)
  
Ägypten, Kairo/Luxor/Hurghada 21
N379P, N85VM, N2189M, N8183J, N8213G
20x Frankfurt, 1x Ramstein  (2002-2003)
  
Afghanistan, Kabul 12
N313P, N379P, N85VM
alle Frankfurt/Main  (2002-2004)
  
Marokko, Rabat 5
N313P, N379P, N85VM, N8213G
alle Frankfurt/Main  (2002-2004)
  
Guantanamo, Kuba 1
N313P
von Frankfurt via Kabul and Rabat  (21.11.03)
  
Lybien, Misurata 1
N313P
von Frankfurt/Main  (21.04.04)
  

Tabelle 4: Landungshäufigkeiten von CIA-Flugzeugen in Deutschland

Reg.No. Eigentümer / Betreiber Landungen
N368CE Premier Aircraft Mgmt / Vision Airlines 66
N313P Premier Executive Transport / Keeler & Tate Mgmt 47
N2189M Tepper Aviation./ Rapid Air Trans 44
N379P Premier Execut. Transp. / Bayard Foreign Marketing 37
N8183J Tepper Aviation./ Rapid Air Trans 27
N8213G Prescott Support / H S L Company 26
N1HC United States Aviation Co 14
N85VM Assembly Point Aviation 12
N58AS Aviation Specialties / Stevens Express Leasing 11
N157A Aviation Specialties 6
N4009L Stevens Express Leasing 6
N478GS Braxton Management / Centurion Aviation 6
N6161Q Aviation Specialties 5
N829MG Presidential Aviation / S & K Aviation LLC 5
N187D Devon Holding & Leasing 4
N168BF Wells Fargo Bank / Business Focus / Univ.Weather 3
N1016M Crowell Aviation Technologies 2
N173S Stevens Express Leasing 2
N312ME Aviation Specialties 2
N4456A Aviation Specialties 2
N505LL Path Corporation 2
N168D Devon Holding & Leasing 1
N196D Devon Holding & Leasing 1
N4466A Aviation Specialties / Stevens Express Leasing 1
N475LC Braxton Management / Centurion Aviation 1
N50BH Crystal Jet Aviation 1
N5139A Aviation Specialties 1
N5155A Aviation Specialties 1
Non-D:
N219D Devon Holding 0
N221SG Path Corporation 0
N4557C Rapid Air Transport / Jeppesen Dataplan 2 0
N965BW Presidential Aviation 0

Mit Sicherheit ist dies nur ein Ausschnitt aus dem Flugzeugrepertoire der CIA. Es gäbe noch viel zu untersuchen. Zum Schluss noch eine Liste von Flugzeugen, die nach Recherchen und nach Ansicht des Autors von World.Content News ebenfalls für die CIA geflogen sind:

Tabelle 5: Weitere CIA-verdächtige Flugzeuge mit Landungen in Europa, die vom EP nicht untersucht wurden
(hervorgehoben: Mit Flügen zu suspekten Orten)

Reg.No. Eigentümer / Betreiber Landungen D
N129QS Netjets Aviation 4
N162EM National Jets Inc 0
N205EL Richmor Aviation 0

N212AZ Kramer Investment 0
N226AL Presidential Aviation / Richmor Aviation 1
N226G L-3 Capital LLC / COMCO 2
N247CJ Richmor Aviation / Key Equipment Finance 1
N248AB Prime Jet LLC 7
N315CR Jefferson Financial Co 0

N331P Imperial Air 0
N34315 Vision Air / Wilmington Trust 10
N35NK Aircraft Guaranty 2
N368AG Blue Sky Group 1
N403VP Worldwide Aviation Service 0
N404AC Apache Aviation 0

N470JF Jefferson Financial Company 0
N47UF Richmor Aviation 0
N500GV Datel Direct Ltd / Hualalai 1 LLC 3
N502JB Billabong Air 0
N5117H Amerada Hess 0
N540EA Jetmark Aviation / Richmor Aviation 1

N541PA Phoenix Air Group Inc 8
N549PA CFF Air Inc. / Phoenix Air Group Inc 7
N54PA Phoenix Av. / VPC Planes 0
N589HM Gv-554 Holdings Llc 0
N58AJ Richmor Aviation 0
N600GC Gemini Leasing Inc 8

N61RS Richmor Aviation 0
N722HP Richmor Aviation 0
N797CM Richmor Aviation / opf. Universal Weather 1
N800BQ Presidential Aviation 0
N822US Alameda Corp Trustee 0
N828MG Presidential Aviation 1

N83AR Prescott Support/Twin Otter International 0
N850FB Richmor Aviation 1
N88ZL Lowa Ltd / opf Principal Air 13
N950FB Fleet Capital Corp 1
N962BW Presidential Aviation 0
N970SJ New World Aircraft GIV-1146 Llc 5

N982RK Gulfstream Acquisition LLC / Richmor Aviation 2
N987SA Richmor Aviation 0
„SPAR 92“ US Air Force, 76th 12

Das ist aber noch immer nicht alles, was für die CIA fliegt. Längst sind noch nicht alle entdeckt, man kann davon ausgehen, dass es deutlich mehr als 200 Flugzeuge gewesen sind. Natürlich gibt es auch klare Hinweise dass nicht nur zivile Maschinen in Gefangenentransporte verwickelt waren, sondern auch Flugzeuge der US-AirForce. Hier kann aber nur in seltenen Fällen aufgeklärt werden, um welche Maschinen es sich dabei handelte. Außerdem waren mit Sicherheit auch Flugzeuge unterwegs, die nicht in den USA (N-Nummer), sondern in anderen Ländern registriert sind.

Noch mehr CIA:
34 Camp Peary Landers
89 Guantanamo-Landers

Teil 2: Gefangenentransporte folgt in Kürze …

Verwendete Quellen:
European Parliament: Working document no 8
(16.11.06, pdf-Datei, 64 Seiten, 448KB)
European Parliament:: Working document no 7
(16.11.96, pdf-Datei, 26 Seiten, 220KB)
CIA-Flugdatenlisten: Untersuchung des Europaparlaments
(13.6.2006, Autor: Claudio Fava, PDF-Download, 874 KB)
WCN-Recherchen: Liste mit 464 CIA-Landungen in Deutschland
(eigenes Dokument, 30.7.2006)

Presseartikel zum Abschlussbericht:
Deutschland war Drehscheibe für CIA-Flüge
(Financial Times Deutschland, 29.11.06)
Geleugnet und gelogen (Junge Welt, 30.11.06)
Was wussten Schweizer Militärs wirklich? (Blick, 30.11.06)
Strammstehen vor der Leitzentrale für Folterjets
(oraclesyndicate.twoday.net, 30.11.06)
CIA-Flüge: Wollte Wien Deal mit USA? (diepresse.com, 30.11.06)
Geheimflüge schon vor Anschlägen 2001 übliche Praxis
(Der Standard, 29.11.06)

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Strammstehen vor der Leitzentrale für Folterjets

Stephan Fuchs – Was weiss die Schweiz? Was weiss vor allem der schweizer Armee Chef Christophe Keckeis über die CIA Gefangenenflüge in die Foltercamps? Die Schweizer Boulevardzeitung Blick, mit den Recherchen immer ganz vorne mit dabei, vermutet, dass auch Keckeis darüber Bescheid weiss.

Fakt ist, so Blick, dass mitunter die Folterjets auch von der europäischen CIA Zentrale organisiert werden. Die CIA Anlage befindet sich auf dem Areal des Hauptquartiers der US Streitkräfte in Europa (Eucom) in Stuttgart. Kekeis salutierte ausgerechnet da, wo die Folterjets organisiert werden. Von hier wurde mit „Eucom-Mitteln bewegt“ wie World Content News festhält:

Konkret ging es dabei um die Verschleppung der sog. „Algerian Six“. Mitte Januar 2002, sechs Männer, die zuvor vom Obersten Gerichtshof Bosnien-Herzegowinas aus Mangel an Beweisen von dem Vorwurf freigesprochen worden waren, Anschlagspläne auf westliche Botschaften vorbereitet zu haben. Die Entführung der Männer sei in der EUCOM-Zentrale offenbar von langer Hand geplant worden. Die Männer wurden damals in Sarajevo unmittelbar nach ihrer Freilassung in Autos gezerrt, zur US-Basis „Eagle Base“ in Tuzla gefahren, gefoltert (Gesichtslähmung, Fingerbrüche) und von dort auf den US-Luftwaffenstützpunkt Incirlik in der Türkei geflogen. Auf dem Flugplatz mussten weitere 28 Gefangene zusteigen, die aus Afghanistan verlegt wurden, die letzte Reise ging nach Guantanamo, wo sie heute noch festgehalten werden.

Keckeis Sprecher Kaj-Gunnar Sievert streitet ab, dass die Schweiz davon weiss: «Es gibt keine Schweizer Verbindungsoffiziere bei Eucom.» Die Armee unterhalte nur «sporadische Kontakte» wie Stabsgespräche. Beim Auslandgeheimdienst heisst es: «Der SND ist in keiner Form bei Stellen des US Eucom vertreten», sagt Geheimdienstsprecher Dominique Bugnon.

Die Schweiz als neutrales Land? Eine (Schein-) heilige Helvetia wie im zweiten Weltkrieg? Wohl kaum, denn auch in der Schweiz sind die Jets gelandet. In der Schweiz wurden zwischen Februar 2001 und Februar 2006 58 Landungen von bekannten CIA Flugzeugen registriert. Vielleicht sind die Folterknechte nur schnell auf ein Bierchen an die Genfer Promenade, oder für den Weihnachtseinkauf durch die Zürcher Bahnhofstrasse geschlendert – recherchen zeigen aber ein anderes Bild:

Der dokumentierte Entführungsfall
Eine gründliche Prüfung der Unterlagen über Mobilfunkgespräche in der Via Guerzoni am Tag der Entführung ergab, daß 66 Mobiltelefone mit der Entführung zu tun hatten. Am Tatort in der Via Guerzoni gab es 17 Mobiltelefone, elf bewegten sich von der Via Guerzoni zur Autobahn, sechs über die Autobahn bis zum US-Militärstützpunkt in Aviano. Über eine Telefonnummer, die mit den Ziffern 335 begann und mit den Ziffern 1143 endete, wurde sowohl mit der Gruppe in der Via Guerzoni wie der, die Abu Omar an der Autobahn übernahm und nach Aviano brachte, kommuniziert. Das war offensichtlich der Leiter des Kommandos. Über mehrere der benutzten Telefone wurde auch mit dem CIA-Chef in Mailand Robert Seldon Lady gesprochen. Das war der Beweis, daß die CIA Abu Omar entführt hatte.

Eine unglaubliche Nachlässigkeit kam den Ermittlern gegen das CIA-Kommando zu Hilfe, das offenbar darauf vertraute, daß es von den italienischen Behörden geschützt würde. Die aus den USA eingeflogenen Agenten zahlten Hotels, Mahlzeiten und Mietwagen mit ihren eigenen Kreditkarten. Und sie wurden sogar „geblitzt“, als sie zu schnell fuhren. Anhand der Kennzeichen konnte die Polizei die Mietfahrzeuge identifizieren und gelangte so an die Namen der Agenten. Die Ermittler fanden auch heraus, über welche Flüge Abu Omar verschleppt wurde. Der Lear-Jet LJ35 Flugnummer Spar 92 hob am 17. Februar 2003 um 18.20 Uhr in Aviano ab und flog nach Deutschland zur US-Luftwaffenbasis in Ramstein.

Bob Lady, Anführer des enttarnten CIA Teams die an der Entführung von Abu Omar teilnahmen und zwei seiner Kumpels durften, noch bevor die EU einen internationalen Haftbefehl gegen die 26 involvierten Agenten ausstellte erst mal in der Schweiz untertauchen. Toleriert die Schweiz wieder eine Rattenlinie, wie damals für die flüchtenden Nazis nach Amerika? Ist Schweizer Boden ein Rückzugsort für Agententeams? Wie interessant, das gleiche gilt auch für Terroristen.

Am Ende der Mobiltelefonnummer liegen Tote
Der gut dokumentierte Fall der Entführung von Abu Omar hat einen Namen. Der Spitzenermittler der italienischen Anti Mafia Behörde war Adamo Bove. Er ist tot. Adamo Bove hatte aufgrund seiner Tätigkeit als Datenfachmann bei der Telecom Italia Hinweise, dass Carabinieri, CIA und der italienische Geheimdienst Sismi im Falle der widerrechtlichen Entführung Abu Omars zusammenarbeiteten. Adamo Bove war derjenige Daten- und Kommunikationsspezialist, der mit seinen technischen Kenntnissen wesentlich dazu beigetragen hat, daß vier Personen, die an der Entführung Abu Omars mitwirkten, über ihre Handy-Gespräche identifiziert werden konnten. Von Bove war ein Sonderprogramm installiert worden, mit dem Gespräche abgehört werden konnten, ohne daß dies von den Betroffenen bemerkt wurde, ohne daß das Lauschen Spuren hinterließ. Bove fiel am 21. Juli in Neapel von einer Zufahrtsbrücke zu einer Autobahn auf eine darunter liegende Fahrbahn. Sein Auto liess er mit offenen Türen, laufendem Motor und eingeschalteter Warnblinkanlage stehen. Selbstmord wie immer.

Condi versus Europa
Die amerikanische Aussenministerin Condoleezza Rice beteuerte, dass die USA nie die Souveränität anderer Staaten verletze. Unsere Politiker sagten, dass europäische Staaten, nicht in die Hilfeleistung involviert seien. Mittlerweile brechen die Lügen in ganz Europa zusammen. Die Europäer haben geholfen, die Europäer haben gewusst, die Europäer sind mitschuldig. So auch die Schweiz. Laut Blick geht der Sonderermittler Dick Marty noch weiter: «Eigentlich müsste man den Bundesrat wegen Begünstigung einklagen.»

Algerian Six: Geheimbericht verschwunden
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Giftanschlag? Jegor Gaidar schwebte in Dublin in Lebensgefahr

St. Petersburg – Der Wirtschaftsexperte Jegor Gaidar kam am Freitag in Dublin mit Symptomen einer schweren Vergiftung ins Krankenhaus. Inzwischen befindet er sich wieder in Moskau und es geht ihm deutlich besser.

Was dem ehemaligen russischen Regierungs-Chef nicht bekommen ist, konnten die Ärzte aber bislang nicht feststellen. Gaidars Pressesprecher schloss eine Vergiftung nicht aus, warnte jedoch vor voreiligen politischen Spekulationen. Wie Gaidar inzwischen gegenüber der „Financial Times“ erklärte, habe er sich an dem betreffenden Tag bereits nach dem Hotelfrühstück äußerst schlecht gefühlt.

Gaidar war in Dublin bei einer Konferenz über die irisch-russischen Beziehungen. Während seines Vortrags erlitt er einen Ohnmachtsanfall, begleitet von blutigem Erbrechen. Nach Aussagen seiner Tochter Maria war er drei Stunden lang ohne Bewusstsein und die Dubliner Ärzte sprachen von einer lebensgefährlichen Situation. Am Montag wurde er in eine Moskauer Klinik verlegt. Inzwischen befindet er sich außer Lebensgefahr.

Tschubais: Giftanschlag nicht auszuschließen
Der Vorfall ereignete sich einen Tag nach dem durch radioaktive Verstrahlung hervorgerufenen Tod des russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko in London. Anatoli Tschubais, politischer Weggefährte von Gaidar und heute Chef des russischen Stromversorgers EES, sagte, er halte es für möglich, dass Gaidar vergiftet wurde. Eine Beteiligung russischer Geheimdienste schließe er dabei aber aus.

Tschubais sagte, wenn es die „tödliche Kette Politkowskaja – Litwinenko und Gaidar“ gegeben hätte, hätte dies nur den Kräften genutzt, die einen verfassungswidrigen, gewaltsamen Machtwechsel im Kreml wollen.

Der Ex-Oligarch und Tschubais-Intimfeind Boris Beresowski hatte von seinem Londoner Exil aus zum gewaltsamen Sturz Wladimir Putins aufgerufen. In der Wohnung Beresowskis waren von Scottland Yard Spuren der hochradioaktiven Substanz Pollonium 210 gefunden worden, an denen der Ex-FSB-Mann Litwinenko am Freitag verstorben war.

Gaidar war nach dem Zerfall der Sowjetunion russischer Wirtschaftsminister und dann 1992 amtierender Regierungs-Chef. Die verunglückte Privatisierungspolitik von damals macht ihm in weiten Kreisen der Bevölkerung nach wie vor zu einer Hassfigur. In Wirtschaftskreisen gilt er aber nach wie vor als einer der besten Ökonomen Russlands. Heute ist er Direktor des „Institutes für Wirtschaft in Übergangsperioden“.

Siehe alle Artikel zum Fall des russischen Agenten Litvinienko

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EU-Länder wussten von CIA-Flügen

DRS – In der EU haben viele Staaten von geheimen CIA-Gefängnissen gewusst. Sie haben aber auch die Ermittlungen wegen illegalen Gefangenen-Transporten durch Europa behindert. Zu diesem Schluss kommt Claudio Fava, der Präsident einer EU-Untersuchungskommission. Diese hat einen Bericht an das europäische Parlament ausgearbeitet und erhebt darin auch Vorwürfe gegen EU-Chefdiplomat Solana.

Der Tessiner Ständerat Dick Marty hat für den Europarat eine ähnliche Untersuchung geführt. Ihn erstaunt der EU-Bericht wenig. Und der schweizerischen Bundesanwaltschaft wirft Marty in dem Zusammenhang Tatenlosigkeit vor.

Hören Sie dazu den Beitrag von Radio DRS

Sämtliche Artikel und Landungsdaten der geheimen Gefangenentransoprte

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CIA-Affäre: „Politischer Wille fehlt“

SDA Europarats-Ermittler Dick Marty hat der Schweiz erneut mangelnden politischen Willen bei der Aufklärung der CIA- Affäre vorgeworfen. «Die Wahrheit ist: Man will keine Geschichte mit den Amerikanern», sagte Marty gegenüber Radio DRS.

Marty, der am Dienstagabend in Bern weilte, äusserte sich kurz nach der Veröffentlichung des Berichts von Claudio Fava, Berichterstatter des EU-Parlaments. Dieser kam zum Schluss, dass die meisten EU-Staaten «passiv oder aktiv» mit dem US- Auslandsgeheimdienst kooperiert haben.

Europarat und EU-Parlament hatten seit Januar die Vorwürfe untersucht, die CIA habe in Europa ein Netz an Gefängnissen und geheimen Gefangenentransporten unterhalten und damit gegen das Völkerrecht verstossen.

Dick Marty sagte gegenüber Radio DRS: «Ich kann Ihnen versichern, dass ich in 15 Jahren Tätigkeit als Staatsanwalt in vielen Mordfällen nicht so viele Beweise hatte wie in diesem Fall.» Trotzdem seien die Angeschuldigten in diesen Mordprozessen verurteilt worden.

Er könne nicht verstehen, warum in der CIA-Affäre die Bundesanwaltschaft ihre Ermittlungen nicht endlich abschliesse. Offenkundig fehle es dazu an politischem Willen.

Sämtliche Artikel und Landungsdaten der geheimen Gefangenentransoprte

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Entführungshelfer Deutschland

World Content News – Ein an die Öffentlichkeit gelangter geheimer Lagebericht des US-Militärs belegt, dass Deutschland eine wichtige Schaltzentrale für die Koordination von Verschleppungen gewesen ist und legt nahe, dass zumindest die vorherige Bundesregierung mit den CIA-Entführern gemeinsame Sache bei den menschen- und völkerrechtswidrigen Verbrechen gemacht haben könnte. Dies berichtet das ARD Magazin „Report Mainz“ in seiner Sendung vom 27.11.06. Demnach sind Gefangenentransporte in der EUCOM-Zentrale in Stuttgart-Vaihingen geplant und koordiniert worden. Dort sind auch zwei deutsche Verbindungsoffiziere im Einsatz.

Konkret geht es um die Verschleppung der sog. „Algerian Six“. Mitte Januar 2002, sechs Männer, die zuvor vom Obersten Gerichtshof Bosnien-Herzegowinas aus Mangel an Beweisen von dem Vorwurf freigesprochen worden waren, Anschlagspläne auf westliche Botschaften vorbereitet zu haben. Die Entführung der Männer sei in der EUCOM-Zentrale offenbar von langer Hand geplant worden. Die Männer wurden damals in Sarajevo unmittelbar nach ihrer Freilassung in Autos gezerrt, zur US-Basis „Eagle Base“ in Tuzla gefahren, gefoltert (Gesichtslähmung, Fingerbrüche) und von dort auf den US-Luftwaffenstützpunkt Incirlik in der Türkei geflogen. Auf dem Flugplatz mussten weitere 28 Gefangene zusteigen, die aus Afghanistan verlegt wurden, die letzte Reise ging nach Guantanamo, wo sie heute noch festgehalten werden.

Weiterhin steht fest: Auch der Luftwaffenstützpunkt Ramstein war involviert. Von dort aus startete mindestens eine Transportmaschine, die für den Flug der Sechs vorgesehen war.

Und: Es gab wohl mehrere Aktionen dieser Art, bei der Incirlik eine wichtige Rolle beim Umsteigen von Gefangenen spielte, die nach Guantanamo verbracht wurden.

Nun geht es in nächster Zeit darum, aufzuklären, wie tief welche deutsche Stellen in die Entführungen mit eingebunden wurden. Das Europaparlament hat schon seit längerem entsprechende Verdachtsmomente geäußert, bisher aber keine eindeutigen Belege dafür gehabt.

Darüber hinaus gibt es auch Hinweise, dass Flugzeuge bei folgenden Gefangenentransporten in Deutschland zwischengelandet sind:
Es handelt sich hierbei um die Verschleppten Abu Omar, Waleed Bin Attash, Khaled Sheikh Mohammed (je 1 Flug, alle 2003) und Shaker Aamer mit weiteren 30 Gefangenen an Bord (12.02.02).

Quelle: Report: Evidence of the use of German Territorry …
(Autor: Menschenrechtsorganisation Reprieve, pdf-Datei, 248 KB, 06.10.06)

Und last but not least: Die Berichte über ein Geheimgefängnis in Mannheim, in dem diverse arabischsprechende Gefangene nach einem Augenzeugenbericht für mehrere Wochen festgehalten wurden

Ausgehend von der Annahme, dass die in der Sendung vorgestellten Dokumente sich als echt erweisen, könnte einer weiteren Untersuchung durch das Europaparlament nichts mehr im Wege stehen. Es bleibt zu hoffen, dass es dazu kommt und es eine Mandatsverlängerung geben wird, denn eigentlich sollte der Europa-Untersuchungsausschuss seine Arbeit bis Ende dieses Jahres einstellen.

Jetzt wird sich Außenminister Steinmeier kaum mehr herausreden können und das wochenlange Schweigen dürfte auch endlich ein Ende haben: Erstmals wird ein europäisches Land klar zugeben müssen, dass es sich an gesetzeswidrigen Entführungen direkt beteiligt hat.

An dieser Stelle sei auch nochmals an den „verschwundenen“ Geheim-Bericht im Verteidigungsministerium erinnert, den Soldaten des Militärischen Abschirmdienstes (MAD, Abteilung „Field Humint Team“) im Sommer 2003 anfertigten, indem sie sich fälschlicherweise als Reporter der „Süddeutschen Zeitung“ ausgaben, um sich bei Familienangehörigen der „Algerian Six“ Informationen zu erschleichen. Sie fanden nur Entlastendes, und es ist davon auszugehen, dass sie auch die deutsche Botschaft in Sarajevo über ihre Recherchen informierten.

Aber wie das so ist: Was nicht sein darf, darf nicht sein – niemand kann sich an diesen Bericht erinnern. Dies hätte nämlich bedeutet, dass die Bundesregierung verpflichtet gewesen wäre, in dieser Angelegenheit bei den Amerikanern vorzusprechen und auch den Europarat bei seinen Untersuchungen hätte unterstützen müssen. Aber nicht mal in dem umfassenden Bericht der Regierung an das Parlamentarische Kontrollgremium (PKG) vom Februar 2006 gibt es einen Hinweis auf die Vorkommnisse im bosnischen Tuzla.

Politiker verschiedener Fraktionen und Menschenrechtsorganisationen haben jetzt – bereits vor der Ausstrahlung der Sendung – eine genaue Prüfung und mögliche weitreichende Konsequenzen gefordert

Dieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News
Algerian Six: Geheimbericht verschwunden

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Radioaktive Spuren auch in Beresowski-Büro

Bei den Ermittlungen zum Tod des Kreml-Kritikers Alexander Litwinenko sind auch in einem Londoner Büro des russischen Milliardärs Boris Beresowski Spuren einer radioaktiven Substanz entdeckt worden.

Die Räume wurden von der Polizei versiegelt, wie Scotland Yard gestern Abend mitteilte. In den Büros wurden Spuren der Substanz Polonium 210 gefunden, mit der Litwinenko vergiftet worden war.


Boris Beresowski: auch er gehört zum Kreis der Putin Gegener

Nach Angaben von Scotland Yard wurden auch in einer Sicherheitsfirma, in der sich Litwinenko aufgehalten hatte, Spuren von Polonium 210 entdeckt. Auch diese Räume wurden versiegelt. Aus dem gleichen Grund sind bereits ein japanisches Sushi Restaurant und eine Hotelbar in London seit vergangener Woche geschlossen.

«Kein Anlass für Panik»
Zugleich wurden drei Menschen, die sich dort aufgehalten hatten, auf eine mögliche Verseuchung getestet. Die Regierung bezeichnete dies als «Vorsichtsmassnahme». Für Panik gebe es keinen Anlass, sagte Innenminister John Reid im Parlament.

Litwinenko war am Donnerstag – drei Wochen nach einem mutmasslichen Giftanschlag – an einer Polonium-Vergiftung gestorben. Der Ex-Geheimagent gehörte ebenso wie Beresowski zum Kreis der Gegner von Präsident Wladimir Putin, die in London leben.

Zu den anhaltenden Spekulationen über eine mögliche russische Verwicklung in den mutmasslichen Giftanschlag erklärte der Sprecher des britischen Regierungschefs Tony Blair: «Es wäre verfrüht, zum jetzigen Zeitpunkt irgendwelche Schlussfolgerungen zu ziehen.»

Die offizielle gerichtliche Untersuchung zur Todesursache Litwinenkos soll am Donnerstag beginnen. Bislang ermittelt Scotland Yard nur wegen eines «verdächtigen Todesfalls», nicht aber wegen Mordes.

Litwinenko selbst hatte in einer kurz vor seinem Tod abgefassten Erklärung den russischen Präsidenten Wladimir Putin beschuldigt, seine Ermordung befohlen zu haben. Der Kreml weist alle Vorwürfe zurück.

Innenminister Reid äusserte sich am gestern Nachmittag zuversichtlich, dass Russland an der Aufklärung des Todesfalles mitwirken werde. Die britische Polizei schliesse zum gegenwärtigen Zeitpunkt «nichts aus».

Yukos-Ermittlungen
In britischen Medien wurde auch spekuliert, dass russische Oligarchen hinter dem mutmasslichen Anschlag stecken könnten. Die «Times» berichtete, dass Litwinenko auch ein Dossier über Machenschaften des Kremls gegen einstige Manager des Ölkonzerns Yukos zusammengestellt habe.

Angeblich war Litwinenko auch mit Recherchen zum Tod des russischen Journalistin Anna Politkowskaja im vergangenen Monat befasst.

Siehe alle Artikel zum Fall des russischen Agenten Litvinienko

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Heinrich Böll – sponsored by CIA

World Content News – Am kommenden Mittwoch, 29.11. strahlt der Kulturkanal „Arte“ eine Dokumentation der unheimlichen Art aus: „Benutzt und gesteuert – Künstler im Netz der CIA“ (Sendetermin: 20:40 Uhr). Erstmals wird nachgewiesen, dass der amerikanische Geheimdienst seine Finger auch tief in der linken Kunst- und Kulturszene stecken hatte, Autoren wie Heinrich Böll die Reisekosten bezahlte und nebenbei auch noch Informationen zu Reisen Bölls im ehemaligen Ostblock abschöpfte.


Nicht nur Böll, ach Sartre am Busen der CIA

Insgesamt sollen mehrere hundert Millionen Dollar geflossen sein, die die Kulturbanausen von der CIA in die europäische Künstleravantgarde der Nachkriegszeit investiert hatten, um die Welt vor dem bösen Marxismus zu bewahren. In der Programmvorschau heißt es:

„Die erste Riege deutscher Literaten, bildender Künstler, Musiker und Kunstkritiker stand im Fadenkreuz der CIA und stellte sich, meist unwissentlich, zur Verfügung“.

Besonders in der linken und sozialdemokratischen Kulturszene suchte die CIA mögliche Zuträger. „Böll war ein Diamant in der Sammlung der CIA“, so der Autor der Dokumentation. Mit einer Umwegfinanzierung über Dritte, wie z.B. über den PEN-Club oder dem Kölner Verlag „Kiepenheuer und Witsch“ flossen seit Anfang der 60er Jahre mindestens 10 Jahre lang Gelder, die den Einflussbereich der CIA in der medialen Öffentlichkeit sichern sollten. Ein großer Teil des linken Diskurses über Politik und Kultur war somit in Wahrheit fremdbestimmt und wurde staatlich gesteuert.

Aber nicht nur Böll und andere deutschsprachige Autoren hatte es erwischt. Auch Jean-Paul Sartre musste CIA-Spionageattacken durch vermeintliche Kollegen wie z.B. durch den französischen Philosophen Raymond Aron über sich ergehen lassen. Auch über den italienischen Schriftsteller Ignazio Silone, der ähnlich wie Böll in Italien als moralische Institution gilt, werden Belege für eine unfreiwillige geheimdienstliche Tätigkeit aus US-Archiven präsentiert.

Gesteuert wurden die Aktionen durch den CIA-dominierten „Kongress für kulturelle Freiheit“ mit Sitz in Paris und Zweigstellen in allen westeuropäischen Ländern. Ziel der Organisation war die Verbreitung der entsprechenden (konservativen) amerikanischen Werte in Bildender Kunst, Literatur und Musik und die Kontrolle der Künstlerszene durch Herausgabe und Mitfinanzierung entsprechender Zeitschriften, in Deutschland war dies z.B. „Der Monat“.

„Wir alle haben für die CIA gearbeitet“, bekennt im Film die ehemalige Geschäftsführerin des Kölner Kulturstützpunktes, die Böll für europaweite Aktionen der CIA heranzog. Man habe aber diese Hintergründe nicht gekannt, sondern an eine Finanzierung durch die amerikanische Ford-Stiftung geglaubt.

Dass die CIA bis auf den heutigen Tag ihre Geschäftchen in Nichtregierungs- und Hilfsorganisationen sowie in Stiftungen verrichtet, ist an sich nichts Neues. Das Ausmaß aber, das in dieser Dokumentation zutage gefördert wird, das stinkt zum Himmel.

Einer wusste offenbar schon früh, dass wir nicht nur unter der Fress- sondern auch unter der Gedankenkontrolle des amerikanischen Imperialismus stehen und hat es dementsprechend verklausuliert – Wolfgang Neuss:


Man muß sich dazu bekennen,
irgendwie,
weil:
die Industrie hat uns so gemacht,
und da gibt es auch kein Vishnu mehr
und kein Shivadas
und kein Zappa
oder auch kein Böll
oder auch kein Leary –
da gibts nur dich,
DU BIST ES.
Ja,
der das machen muß,
der das auflösen muß.

Die,
die wissen:
„Hallo! Es gibt keine Geheimnisse mehr!“ –
„Wo sind wir?“ –
„Alle beim CIA.
Aber:
ehrenamtlich!“

zitiert (und aus dem „All-einigen“ Zusammenhang gerissen) aus:
„Alle beim CIA – Aber ehrenamtlich“

Vom Kulturkomplex zum Politkomplex

Es wäre jetzt natürlich töricht zu glauben, die Aktionen der CIA hätten sich allein auf den Kulturkomplex beschränkt. Richten wir den Blick doch mal, zugegebenermaßen spekulativ, unter diesem Eindruck in die jüngere politische Vergangenheit der Parteienlandschaft: Wer hätte sich denn wohl diebisch gefreut, als Ende der achtziger bis Anfang der neunziger Jahre die Grünen im Richtungsstreit auseinanderbrachen? In dieser Zeit – und das ist Fakt – gab es wiederholt (oft vor Parteitagen) Abhörattacken auf die Telefonleitungen in der damals noch in der Bonner Colmantstraße residierenden Bundesgeschäftsstelle.

Praktisch über Nacht standen bei der Autogegner-Partei plötzlich dicke Limousinen der „Realo“-Fraktion auf den Parkplätzen vor den Tagungshallen. Es stiegen piekfeine Personen mit Aktenkoffern aus, die kaum jemand zuvor auf den Mitgliederversammlungen gesehen hatte. Und auch der mysteriöse Tod der politisch resoluten Petra Kelly und ihres Partners Gerd Bastian, dem noch immer hinter vorgehaltener Hand eine Zuträgerschaft zur ostdeutschen Stasi nachgesagt wird, erscheint möglicherweise jetzt in einem neuen Licht. Hatte auch hier die CIA ihre Hand mit im Spiel? Oder ist das alles schier unvorstellbar wie bis eben noch … – siehe oben.

Marionetten der CIA
Jedenfalls kommt man angesichts der schweren Vorwürfe in letzter Zeit gewaltig ins Grübeln. Der seit kurzem tief verschwiegene Steinmeier, ein mutmaßlicher heimlicher Folterhelfer in der Zusammenarbeit mit der US-Regierung? Böll & Co. nichts ahnende CIA-Marionetten? – was also tun, um sich künftig den amerikanischen ‚Fänger im Roggen‘ vom Leib zu halten?

Entweder ist dies die letzte Tankstelle für den Anstoß zu einer neuen europaweiten Kulturrevolution von unten – oder der letzte Intellektuelle auf diesem Planeten macht halt irgendwann das Licht aus. Schlafen Sie gut und lassen Sie sich nicht kontaminieren. Egal ob durch Putin, Beresowski, Bin Laden oder durch westliche unter dem Banner von Freiheit und Demokratie agierende Schurken – es ist stets dieselbe Bude mit ihren ähnlich unfeinen Methoden. Aber schalten Sie unbedingt am nächsten Mittwoch vorher ausnahmsweise mal den Fernseher an 🙂

Dieser Artikel wurde erstmals bei World Content News publiziert
Kultur garantiert, aber garantiert ohne CIA: Das Berner Kult – und Kulturmagazin ensuite.

spionage

The Nuclear Assassins

David“>Polonium 210, which killed former Russian spy Alexander Litvinenko, could have come from China. MI6 agents in Moscow believe a minute quantity of Polonium 210 was given to Russia’s Federal Intelligence Service, FSB, by the Chinese Secret Intelligence Service. The FSB has a specialist unit, Department “S” (Special Operations), that is now thought to have carried out the murder of Litvinenko.“


Litvinenko had committed suicide to cause trouble for President Putin. What a nonsense.

Warsaw-Poland: The case of Alexander Litvinenko is probably not the first of its kind. A former KGB and FSB covert agent, specially sent to Britain to kill a Russian billionaire and Putin’s opponent, Boris Berezovsky, did not carry out his secret mission and defected six years ago. Just a month ago, he became a British subject. Protected by MI5 and the Police, he became known as a fervent opponent of President Vladimir Putin and of his KGB-derived establishment, presently ruling over Russia. A price for granting him political asylum in Britain must have been his voluntarily sharing of FSB secrets with the British counter-intelligence and intelligence services. Just enough to be rewarded by a death-sentence in Russia, according to a new bill passed in 2006 and allowing the Russian secret services to execute their “traitors” abroad. But also to scare some of his former colleagues, ex-KGB agents, now living in the West and afraid to be exposed.

Oleg Gordievski, a former KGB “station-chief” in Britain, who defected in 1985, and a well-known critic of the Soviet’s and Russia’s ruthless methods, told the Polish Radio in Warsaw that his good friend, “Sasha” Litvinenko, had some trouble with the KGB and the FSB before. He was even put into prison twice and, when released, fled to Britain via Turkey. Before falling ill, about three weeks ago in London, Litvinenko met with two former KGB agents and drank a cup of tea with them in a hotel bar (he was a rare brand of a Russian, abstaining from alcohol). This cup of tea – claimed Gordievski – was “treated” with Po-210, causing devastating effects in Sasha’s body and his ultimate death a few weeks later. One of these Russian ex-spies, Andrei Lugovoy, came forward in Moscow and “said they had met to discuss a business project at Mr. Litvinenko’s request and that he had nothing to do with the former spy’s death” (Peter Graff, Reuters). But Mr. Gordievski was sure not telling that these “businessmen” effectively planted the deadly radio-isotope into Litvinenko’s cup of tea.

No proof has been established so far, of who in fact caused the poisoning of the Russian defector, and in whose interest his assassination could have been. Soon emerged several “conspiracy theories”, like the one mentioned by many British and American newspapers on Sunday: Litvinenko had committed suicide to cause trouble for President Putin. What a nonsense. A relatively young (43), fit and full of life-energy man, actively working against the Putin’s regime certainly had no reason to sacrifice himself, and with the use of a deadly nuclear poison. If seems that some leftist British papers perpetuate this false story to appease President Putin. The fact that before his end Litvinenko dictated a farewell letter, claiming that Putin was guilty of his death is no proof at all. British investigators, who are already working on this case, did not put forward any accusations against the Russian President.

One thing is perfectly sure: the FSB had plenty of reasons to kill their “black sheep” in Britain, or anywhere in the world. I have heard stories from former Russian spies about dispatching Spetsnaz killers even to Australia and South Africa to carry out their mission. And Gordon Thomas, in his bestseller Gideon’s Spies, described similar actions of Mossad’s kidon squads, one being the assassination of Robert Maxwell, the late British billionaire and Israeli spy then a “traitor”, put to death by a shot of poison and dumped into the sea from his own luxury yacht Ghislaine near the Canary Islands.

Yet, as the use of poison by spy-services can be traced to ancient Egypt and China, more than 5,000 years ago, not much has surfaced so far about the application of nuclear materials for individual assassinations. The nuclear devices, from heavy warheads and bombs to small “suitcase” demolition charges, have been identified always with mass homicide and total destruction. This time, perhaps the first, Alex Litvinenko’s father, Walter, emotionally revealed: “My son died yesterday. He was killed by a little, tiny nuclear bomb.” Has the epoch of “nuclear assassins” begun?

A “Polish” trail to Po-210
In 1898, a Polish-born chemist Maria Sklodowska-Curie (then a Nobel Prize Laureate, together with her husband Pierre Curie) discovered a new chemical element and named it “Polonium” (a derivative of “Poland”). This natural isotope was discovered in uraninite (pitchblende) from Jakimov in Bohemia. Polonium was later proven to be a product of disintegration of Radium – so called Radium F.


Polonium 210 is highly dangerous to life, if it is taken into the body – by breathing it, drinking or eating, or if it gets into a wound.

The natural isotopes, Polonium 208 and 209, occur in trace quantities in some minerals – they are the “daughter products of the decay of uranium” (Dr. Andrea Sella). Polonium 210 is a synthetic and small amounts of it (no more than 100g/year) are made every year in specialist laboratories by bombarding bismuth with neutrons in a nuclear reactor.

Polonium 210 is highly dangerous to life, if it is taken into the body – by breathing it, drinking or eating, or if it gets into a wound. But it is not a radiological hazard as long as it remains outside the human or animal body. This isotope, however, is the only component of cigarette smoke that has produced cancers by itself. A really killing agent, indeed. See the description of handling of Po-210 on the Web page of Los Alamos National Laboratory:

Its practical applications are also just a few: as a single gram of Polonium-210 generates 140 watts of heat energy, it is used as a heat source for satellite power supplies, and as an alpha particle source. It can act as a portable source of neutrons, which normally only access to a nuclear reactor can provide.

Being very rare, Polonium-210 is very expensive and hard to get. Dr. Andrea Sella, a lecturer of chemistry at University College London, told Peter Graff of Reuters: “This is not a random killing. This is not a tool chosen by a group of amateurs. These people had some serious resources behind them.” What people? We still don’t know. Po-210 is produced in nuclear reactors and particle accelerators in very few countries of the world: primarily in the United States, but also in Russia and China. The “Polish” trail leads only to the origins of this deadly isotope, a Chinese (or Russian) trail might lead to the producer of a dose, which killed Alexander Litvinenko. But the minute amount of Polonium-210 that killed the Russian ex-spy might also come from a nuclear waste and it had been used by criminal, who had a contract on Litvinenko’s life.

From Russia, via the KGB
The discovery of Polonium-210 used as a killing tool against the ex-FSB spy, Alexander Litvinenko, reminded me of some events I observed or took part in during the early 1990s. Following a meeting with my long-time friend, a nuclear physicist and a former head of the Atomic Energy Commission of Israel – Mr. Shalheveth Freier – I volunteered to monitor the illegal trade of nuclear materials, technology and weapons between the states of the former USSR and the outside world. This meeting, arranged at the historical King David Hotel in Jerusalem, in February 1992, had started my “private investigation”, which lasted several years and covered about 20 countries. Shalheveth Freier died in 1994. Earlier in the same year, I obtained from a London-based intelligence source a full commercial offer for the sale of Polonium-210 and a number of other rare isotopes. This offer had the original markings and stamps of a Russian military nuclear laboratory, affiliated to a commercial enterprise “Promekologia”, singled out by a decree of the then President of the Russian Federation, Boris Yeltsin, as a channel for exports of nuclear materials.

If I remember well, the price of one gram of Polonium-210 exceeded 2,000,000 US dollars, and the prices of other rare isotopes reached even $4,000, 0000. I was asked to try to sell these products. The copy of the Russian offer and contract was faxed to Rehovot in Israel for examination. The result was positive, showing that the documents and technical descriptions were authentic. Then, I offered these products to a president of a U.S. corporation, Aerospas, based in Atlanta, Georgia. The President of this corporation, mainly dealing in aircraft parts, Dr. Amin Ghanem, was well known to me through a number of previous phone and fax contacts on nuclear materials from Russia. He made frequent trips to Europe on his executive jet, looking for “special products”.

His answer to my offer was positive. He told me these isotopes were hard to sell but very valuable. The Russian offer and the technical specifications were sent to Los Alamos National Laboratory and to nuclear labs in California. But there was no deal, as – in the words of Dr. Ghanem – these labs could not obtain bank credit to purchase the wanted isotopes. Some readers wrote to me, asking about the Atlanta-based company, because they couldn’t locate it or find anything about Dr. Amin Ghanem on the Web. I have exact information about this one and about a number of other U.S. business companies, which engaged into the nuclear trade with Russia, both legally and illegally. Two companies owned by Dr. Amin Ghanem were listed in the Atlanta Business Directory still in the last year, and the Dr. Ghanem’s office was located on a map.

In that case, the Russian offer was at least legitimate, backed by the government and handled by a Russian secret service. The “end users” of the isotopes were also legal and government-sponsored American laboratories. But a lot of the trade in nuclear materials, weapon parts and even in people (nuclear specialists) were “black market deals”, often handled by Russian, Chechen or other mafias. And the End User Certificates, demanded for legal trade in nukes, were often made under a false flag.

In the 1990s, I was also in China, a number of times. I learned about the Chinese military intelligence handling Russian nuclear products and selling them to unknown customers via Hong Kong companies, often owned by the Chinese Intelligence. China was aggressively trading in nuclear materials, weapon parts and designs, for its own sake and also providing them to such foreign countries as North Korea, Pakistan, Libya, Indonesia, Iraq and Iran. In some cases, the original source of these materials was Russia, the Ukraine and Kazakhstan. In most of the cases, which I could examine, the handlers were intelligence services on the seller’s and buyer’s side.

The world of nuclear assassins
In spite of my long, over 40-year-long connection with the particular world of the nuclear weapons policy, I have never run into a proven case of using nuclear materials for deliberate assassination. But the intelligence underworld develops according to its own rules. From the early 1940s, when Polonium-210 was used in the Manhattan Project as an initiator of a chain reaction in the atomic bombs, this rare product of the nuclear reactor technology might have found new applications. One of them has been just proven by the recent killing of Alexander Litvinenko in London. A defector from the GRU told me some time ago: “David, mind you, they never forget”. They, the intelligence services of major world or regional power probably don’t mind spending two or three million dollars on a tiny sample of Polonium-210 to get sure that their “target” has been properly killed.

A few days ago, a liberal writer from Berkeley, California, reacted to the Litvinenko assassination with an outburst of an apocalyptic vision: “What the heck is Polonium? It is extremely dangerous, about 200 billion times as toxic as cyanide. A piece so small it can’t be seen with the naked eye could kill many people. Anyone who had contact with the unfortunate ex-spy may also have been exposed. Dozens, maybe hundreds of people may be doomed to die of cancer if the Polonium contaminated any location this man frequented before his death, though authorities are downplaying any possible danger. I hope they are right.” (Doug Stych, writer, Berkeley, California).

True or not, somebody, or rather an organization who can serve itself with a deadly nuclear isotope to kill a single victim, can also use it against more people. Is Po-210 one of the future terrorist weapons? Will it be used by al-Qaeda in Britain or in the United States to kill more men, women and children and create panic? The high price of this unique nuclear product is not a hindrance to such acts of terror. They can afford it.

International journalist David M. Dastych writes for Poland’s acclaimed weekly, WPROST, the CFP and The Polish Panorama (Canada), Ocnus Net (Britain), FrontPageMagazine and The New Media Journal (USA), AIA (Israel), Agentura.ru (Russia), and runs his own David’s Media Agency. He can be reached at: davids (at) aster.pl

What is polonium-210?
Profile: Russia’s secret police
Litvinenko statement

spionage

Sushi bar man is nuclear waste expert

Mysterious past of last man to meet dead Russian

The last person to meet Alexander Litvinenko before he succumbed to the agonising effects of radioactive poisoning is a self-professed expert in nuclear materials.

International ’security consultant‘ Mario Scaramella, who joined Litvinenko for the now infamous clandestine meeting in a London sushi bar, headed an organisation which tracked dumped nuclear waste, including Soviet nuclear missiles left over from the Cold War.

Litvinenko, an ex-KGB agent who became a trenchant critic of President Putin’s Russia, fell ill after the sushi lunch – as exclusively revealed by The Mail on Sunday last week – and died 22 days later from poisoning by Polonium, a radioactive substance derived from uranium.

Yesterday other customers of the sushi restaurant answered an appeal by health agencies for them to undergo medical checks. Some 200 worried members of the public came forward, also including customers of a Mayfair bar where Litvinenko held another meeting on the day he was poisoned. Read more @ Dailymail