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Mit dem Flugzeugbomber, Oli North & Felix Rodriguez auf der Pista Coca

Stephan Fuchs – Ramon Medina, eben erst aus dem Gefängnis in Venezuela entflohen, bekam in El Salvador gleich einen neuen Job. Sein Chef war nicht irgendwer, sondern Oberst Oliver North vom Stab des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus. Eine nette Geste, sich aufopfernd um Waffenbrüder zu kümmern. Ein wenig Glück hatte Ramon Medina, sein richtiger Name war Luis Posada Carriles, ein in Kuba geborener Venezolaner und… das ist das Glück; er war Geheimdienstler für die CIA.

Nicht einer der in Langley Analysen auswertet, sondern ein Bluthund, der die Dreckjobs erledigt: Luis Posada Carriles A.K.A. Ramon Medina sprengte 1976 ein kubanisches Passagierflugzeug mit 73 Passagieren in die Luft, zu den Passagieren gehörten die 24 Mitglieder der kubanischen Jugend-Fechtnationalmannschaft, die gerade in Caracas die Goldmedaille bei den Spielen Mittelamerikas und der Karibik gewonnen hatte. Ein Terrorakt, auf den in den Staaten die Todesstrafe steht, und dem ganzen Rest der Welt brüskierte Entrüstung herrscht.

Schnee wie in den Schweizer Bergen
Der Terrorist, Flugzeugbomber, Geheimdienstmann und Patriot wurde im September 1985 in Venezuela verhaftet, doch seine Freunde von der Firma retteten ihn mit Unterstützung der Kubanisch-Amerikanischen Nationalstiftung aus dem angeblichen Hochsicherheitsgefängnis. Vom Knast ging es auf direktem Weg in Oliver Norths schoss, respektive in sein Waffendepot in El Salvador. Im Oktober 1984 wurde North von Bush und dem damaligen CIA-Direktor William Casey dazu abgestellt, die Nachschuboperation für die Contras zu koordinieren.


Bluthund im Schnee

Für die Contra-Logistik kamen die am schnellsten verfügbaren Netzwerke zum Einsatz: Drogenschmuggler, die über Flugzeuge und Piloten verfügten, um geheime Flüge nach Mittelamerika zu unternehmen. „Waffen hin, Drogen zurück“ lautete das Motto. In dessen Operationen wurden ganze Flugzeugladungen Rauschgift in die Vereinigten Staaten gebracht, die Gelder wurden zum Teil über ein enormes Netzwerk in der Schweiz gewaschen, mit Auswüchsen und Verästelungen bis in die Schweizer Club-, Konzert- und Tour- Management Szene. Dies wird aber wohl mal eine andere Geschichte geben… El Salvador:

Zwischen Che Guevara & Koks
Einer von den Piloten war Felix Rodriguez A.K.A. Max Gomez. Er wurde 1960 Mitarbeiter der Central Intelligence Agency, unter Führung des CIA-Stationsleiters in Miami Theodore G. Shackley. 1970 folgte Rodriguez Shackley nach Südostasien. Während des Indochinakriegs arbeitete Rodriguez unter Shackley und dem CIA-Offizier Donald Gregg.


Terroristen fangen Terroristen: l. Rodriguez / m. Guevara

In den ersten Jahrzehnten seiner Karriere bei der CIA war seine grösste Ruhmestat die Leitung der Agentengruppe, die Che Guevara in Bolivien aufstöberte und ermordete. Ein Bluthund also… und dann Koks. In so grossen Mengen, dass man ganze Alpen unter dem Schnee begraben konnte. Es ging um Millionen von US Dollars, es ging um Kontakte in die ganz grosse Elite des Kokainhandels. Das Medellinkartell: Am 18. Januar 1985 traf Rodriguez mit Ramón Milian Rodriguez (nicht verwandt) zusammen, der für das Medellinkartell über 1,5 Mrd. Dollar gewaschen hatte. Vor einem Senatsausschuss der den Drogenschmuggel der Contras untersuchte, sagte Milian später aus, er habe Felix Rodriguez auf dessen Forderung hin 10 Mio. Dollar aus den Rauschgifterlösen ausgehändigt. Gegenüber der Journalistin Martha Honey erklärte Milian, als Gegenleistung für das Geld habe Rodriguez ihm zugesichert, seinen Einfluß an hoher Stelle zugunsten des Rauschgiftkartells zu nutzen. „Einer der überzeugenden Punkte war, offen gesagt, dass er direkt mit Bush reden konnte. Das „Entgegenkommen“ würde nicht über 27 bürokratische Stellen laufen. Es war eine Sache direkt zwischen ihm und Bush“, meinte Milian.

Schneekanonen
Da arbeiteten der CIA Flugzeugbomber Posada und der Koks Pilot Rodriguez im Gemischtwarenladen von Oberst Oliver North in Illopango, El Salvador, während der eine am terroristischen Mord von 73 Personen gesucht wurde und der andere von der Drogenfahndung, da sich Koks erst in dieser Zeit so richtig in den amerikanischen und europäischen Näschen etablierte.

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Entdecker des geheimen CIA Projekts MKULTRA gestorben

Stephan Fuchs – John K. Vance, der entdeckter des CIA Gedankenkontroll- Projekts MKULTRA verstarb 89 Jährig. MKULTRA, Inbegriff geheimdienstlicher Perversität, konnte dank seiner Initiative in den 70er Jahren gestoppt werden. Im Frühling 1963, entdeckte er als Mitglied einer CIA internen Inspektion, dass LSD und andere Bewusstseinsverändernde Drogen an unfreiwilligen Versuchspersonen im Test stehen. Einer von ihnen war der US Schriftsteller Ken Kesey, der Autor des Wunderwerkes „Einer flog übers Kukuksnest“. Der Versuch, Menschen mit Chemie und Gehirnwäsche zu manipulieren hat tiefe Wunden in das Vertrauen der Geheimdienste geschlagen.

Das Projekt MKULTRA
Mit dem verheerenden Projekt MKULTRA wurde auf Befehl des CIA-Direktors Allen Dulles im April 1953 begonnen. Dulles Rede vom 10. April 1953 war, wie Thomas Barth im TP treffend schreibt „ die berühmte Brain-Warfare-Rede“ des frischgebackenen CIA Direktors. „Kriegsführung mittels des Bewusstseins“ beschrieb Dulles diese neu aufkommende Phase im kalten Krieg. In diesem öffentlichen Bericht erklärte Dulles, dass die Russen „jetzt gehirnverändernde Techniken anwendeten, […] so subtil und bezüglich unseres Lebens so verabscheuungswürdig, dass wir davor zurückschrecken, dem ins Auge zu sehen. […] Der Verstand der ausgewählten Einzelpersonen, die solcher Behandlung unterworfen werden, […] wird der Fähigkeit zu eigenen Gedanken beraubt, […] neue Techniken waschen das Gehirn rein […] und neue Gedanken [werden gelegt], die das Opfer papageienartig wiederholt. […] Solcherart konditionierte Individuen können nur noch die Gedanken wiederholen, die in ihrem Verstand durch Vorgaben von aussen eingepflanzt worden sind. In Wirklichkeit wird das Gehirn […] ein Plattenspieler, der eine Platte spielt, die von einem Geist von ausserhalb aufgelegt wurde, über den es keine Kontrolle mehr hat.“ Dies die Worte von Allan Dulles.


MKULTRA und ein ganzer Büschel andere Geheimprojekte zur Bewusstseinssteuerung wurde geboren.

Es war vor allem eine Reaktion auf Gedankenkontrolltechniken, die angeblich von Sowjets, Chinesen und Nordkoreanern gegen US-Kriegsgefangene im Koreakrieg eingesetzt wurden. Neben dem Willen, ähnliche Methoden auf die eigenen Gefangenen anzuwenden, hatte die CIA auch Interesse daran, fremde Herrscher mit derartigen Techniken manipulieren zu können. Später soll es auch mehrere Pläne gegeben haben, Fidel Castro zu beeinflussen. Ins Auge gefasst wurde das „verabscheuungswürdige“ trotzdem. MKULTRA und ein ganzer Büschel andere Geheimprojekte zur Bewusstseinssteuerung wurde geboren.

Der Stoff aus dem die Träume sind
Die ersten Hinweise waren die Entdeckungen über die Auswirkungen von Lithium und Chlorpromazin bei Geisteskrankheiten 1949 und 1951 und immer mehr Experimente mit LSD, die nach der Veröffentlichung seines chemischen Aufbaus im Jahre 1951 unternommen wurden. In den fünfziger Jahren kontrollierten der US-Geheimdienst und das Schweizer Pharmaunternehmen Sandoz, das LSD bei der Medizinforschung entdeckt hatte, den Zugang zu dem Stoff. Dr. Sidney Gottlieb, Frankensteinscher CIA Chemiker, war Chef des Projekts und insofern verantwortlich für das Drama. Der Stoff kam ins Land, bis die Bewegung der Blumenkinder auf ihrer Suche nach Bewusstseinserweiterung massenhaft LSD getränkte Löschpapierstreifen als Eintrittskarten ins Land magischer Versionen benutzte. Die Eintrittkarten wurden rege verteilt, und für Eintrittskarten in die psychiatrischen Kliniken umgetauscht. Die Flowerpower Generation wurde zum Tripp. Sicher, das war lustig! Welch fantastische Bücher wurden geschrieben, welch fantastischen Platten aufgenommen, welche wahnsinnigen Ideen und Phantastereien wurden geboren. Ohne LSD keine Subkultur. Die Schattenseite jedoch war und ist ein Drama sondergleichen, denn viele der Versuchsmenschen wussten nicht, dass sie und wofür sie auf den Tripp geschickt wurden. Psychisch Kranke, Gefangene, Soldaten, Zivilisten. Sie sprangen aus den Fenstern, haben sich umgebracht, endeten in immerwährenden Psychosen, als zerrüttete zweigeteilte Wesen im Schatten ihrer Angst. LSD hat genau so viel Kunst erschaffen wie es Leben zerstörte.

LSD MDMA GHB
Im Wilson Health Care Center in Gaithersburg im Staate Maryland verstarb am 27 Mai jener Mann, der den ganzen Schlamassel CIA intern aufgedeckt hat und dem es sehrwahrscheinlich zu verdanken ist, dass MKULTRA gestoppt wurde. Offensichtlich stolperte John K. Vance bei einer Generaluntersuchung der Technical Service Division im Frühling 1963 über unhaltbare Vorgänge im Geheimdienst. Sein Report schrieb: „The concepts involved in manipulating human behavior are found by many people both within and outside the agency to be distasteful and unethical.“ Vance doktorierte während des zweiten Weltkrieges an der Harvard University und arbeitete im Nachkriegsdeutschland für das Nürnberger Tribunal. 1947 trat er in den Dienst der CIA, von 1960 – 1963 war er in der Gruppe des Generalinspektors der CIA. Trotzdem gehen viele Nachforscher davon aus, dass das Programm in Kult Gruppen weiterlief und womöglich mit neueren Designerdrogen wie GHB und MDMA in Gang bleibt. Das Applied Research Laboratory Team verlangt zum Beispiel die Realisation Waffenfähiger psychiatrischer und betäubender Pharmazeutika, wie auch illegaler „Club Drogen“, so zum Beispiel MDMA ähnliche Substanzen oder die „date rape drug“ GHB.

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Militärgericht: 6 Monate Haft für Journalist

Sechs Monate Gefängnis bedingt: So lautet das Urteil gegen einen Journalisten des «SonntagsBlick», der einen Bericht über eine Kavernenanlage in Buochs NW veröffentlicht hatte. Das teilte das Oberauditorat am Dienstagabend mit. Damit geht das Militärappellationsgericht weit über das Urteil des Militärgerichts hinaus. In der ersten Verhandlung hatte das Militärgericht 6 am 3. Dezember 2004 den Journalisten wegen Verletzung militärischer Geheimnisse zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 10 Tagen verurteilt. Beide Parteien hatten das erstinstanzliche Urteil angefochten.

Auch in der zweiten Instanz hatte der Ankläger bloss 45 Tage Gefängnis bedingt gefordert, der Angeklagte hatte auf Freispruch plädiert. Der angeklagte Redaktor wird beschuldigt, militärische Geheimnisse veröffentlicht zu haben, weil er in der SoBli-Ausgabe vom 6. Juli 2003 Bilder und Informationen über eine unterirdische klassifizierte Anlage der Luftwaffe bei Buochs publiziert hatte. Die Militärkaverne in Buochs ist in der Schutzzone 2 eingeteilt und unterliegt demnach der militärischen Geheimhaltung. Dabei hat er nach Ansicht des Gerichts militärische Geheimnisse verletzt – im Wissen, aber ohne Ermächtigung. Die Verhandlung fand vom 2. bis zum 7. Juni vor dem Militärappellationsgericht 2 in Schwarzenburg BE unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Comedia kritisiert Militärappellationsgericht scharf

Die Schweizerische Mediengewerkschaft Comedia hält es laut einem Communiqué vom Montag für «höchst bedenklich, dass anscheinend in militärischen Belangen das öffentliche Interesse an transparenter Berichterstattung geringer eingestuft wird als das Interesse des Militärs an Geheimhaltung – obwohl doch gerade hier Öffentlichkeit und demokratische Kontrolle besonders notwendig wären». Die Tendenz zur versuchten Disziplinierung der Medienschaffenden sei aus Sicht von Comedia mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu stoppen.

Im vergangenen August war ein «Weltwoche»-Journalist wegen der Enttarnung des Bunkers der Berner Kantonsregierung freigesprochen, aber mit einer Disziplinarbusse von 400 Franken belegt worden. Auch bei diesem Bunker hatte es sich um eine klassifizierte Anlage gehandelt. Das Gericht urteilte aber, es handle sich um einen leichten Fall, der Journalist habe mit der Enttarnung lediglich seine Sorgfaltspflicht verletzt. Im letzten Mai hatte Armeechef Christophe Keckeis eine Aargauer Kantonsparlamentarierin mit einem Verweis belegt, weil diese in einer Ratssitzung den Standort des Aargauer Regierungsbunkers genannt hatte.

Relikt aus dem Kalten Krieg

Wo die Bunker und militärischen Anlagen stehen, weiss jedes in der Schweiz lebende Kind. Nicht verwunderlich, denn deren Väter gehen jährlich oder zweijährlich in die so genannten Wiederholungskurse. Jene dauern zwei bis drei Wochen. Dabei erhalten viele Feriensoldaten auch Einblick in die Verteidigungs- und Bunkeranlagen der Schweizer Armee. Wer gerne wandert, der stolpert hier und da über Bunkereingänge und verwechselt Gemshörner mit Schiessscharten. Selbst ausländische Ferien Gäste, unter ihnen auch britische Soldaten die im Berner Oberland regelmässig Gebirgskurse abhalten, wissen über die Bunker Bescheid. Kein Wunder – nicht selten sind die Bunkereingänge mit besonders hübschen Geranien und mit besonders breiten Gebirgsstrassen über besonders auffällig stark befestigte Brücken erreichbar. Oder ein Sägewerk… ohne Holz. Bei so geschickten Tarnungen ist es fast schwierig nicht zum Landesverräter zu werden. Selbst für nicht Wanderer ist es relativ einfach über öffentlich zugängliche Medien und mit Hilfe von Satelliten Bilder einige Geheimnisse zu entlocken, zum teil mit Ergebnissen, die wirklich bedenklich sind. Wir alle wissen wo sie sind, wir dürfen aber nicht darüber schreiben.

Verurteilung eines Weltwoche Journalisten
Weil er den Standort eines «geheimen» Bunkers in Utzingen bei Bern bekannt gemacht hatte, ist der «Weltwoche»-Journalist Urs Paul Engeler vom Militärgericht 4 einerseits freigesprochen, trotzdem aber zu einer Busse verurteilt worden. Das eigentümliche Urteil hat den Autor eines kritischen Artikels über den Kanton Bern mit dem Standort des Berner Regierungsbunkers vom Vorwurf der kriminellen Verletzung militärischer Geheimnisse entlastet, ihn aber der Verletzung der Sorgfaltspflicht für schuldig erachtet. Das hat Engeler 400 Franken Busse gekostet. Das Urteil bedeutet aber auch, dass die überholten Vorschriften vorerst weiter gelten. Eine Absicht seines Einspruchs gegen sein erstes Urteil (500 Franken Busse) sei es gewesen, den Anstoss für eine politische Diskussion zu geben.

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Schweizer Geheimdienst soll straffer organisiert werden

Mehrere Nationalräte zeichneten von der Arbeit der Schweizer Geheimdienstler in der gestrigen Debatte ein düsteres Bild. «Die einzelnen Dienste wissen nicht immer, was die anderen tun, befassen sich oft mit denselben Dingen, wenn sie sich nicht konkurrenzieren oder sogar behindern», sagte Claude Janiak (sp, BL). Zudem fehle eine zentrale Führung. Einziges Aufsichtsorgan auf Stufe Verwaltung sei der bundesrätliche Sicherheitsausschuss, der aber nur eine beratende Funktion habe. Dies führe dazu, dass die Zusammenarbeit der einzelnen Dienste locker und ungenügend sei, sagte Janiak weiter. Weil eine klare Auftragslage fehle, würden sich die einzelnen Nachrichtendienste oft selber Aufträge zuschanzen, kritisierten im Namen der Sicherheitspolitischen Kommission (SIK) auch Barbara Haering (sp, ZH) und René Vaudroz (fdp, VD). Auch sie bemängelten die zu large Aufsicht des Bundesrates und der Departemente.

Parlamentarische Aufsicht soll verstärkt werden
Zur Behebung der vom Parlament diagnostizierten Mängel schlug die SIK in einer Motion drei konkrete Massnahmen vor. Der Bundesrat soll die Aufsicht und Kontrolle der Nachrichtendienste verstärken. Mit einer Aufstockung der Ressourcen soll zudem die parlamentarische Aufsicht durch die Geschäftsprüfungsdelegation verstärkt werden. Auf eine Nachrichtendienstkommission soll stattdessen verzichtet werden. Als dritte Grundlage schlug die SIK vor, die Arbeit der Nachrichtendienste in einem Rahmengesetz anstatt wie heute in Weisungen zu regeln.

Die Arbeit der Nachrichtendienste wecke offenbar enorme Phantasien, konterte Verteidigungsminister Samuel Schmid die verschiedenen Vorwürfe. Was bei der Debatte alles behauptet worden sei, stimme nur zum Teil. Seit einigen Jahren würden die Nachrichtendienste sehr straff geführt. Mit seiner Argumentation drang Schmid nicht durch. Selbst von einer Umwandlung in ein Postulat wollte der Nationalrat nicht wissen. Die SIK-Motion wurde mit 96 zu 49 Stimmen angenommen und dem Ständerat zugeleitet.

Zähne zeigen?
Es brauche nun endlich einen Koordinationsauftrag mit Zähnen, sagte Josef Leu (cvp., Luzern). Und Edi Engelberger (fdp., Nidwalden) wollte von weiteren Vertröstungen schlicht gar nichts mehr wissen. Die Motion, die nun auch noch vom Ständerat beraten werden muss und dort womöglich auf Antrag des Bundesrats noch einmal abgeändert und in einen unverbindlicheren Prüfungsauftrag umgewandelt werden soll, umfasst acht Forderungen.

Verweis auf Affären Bellasi und Regli
Sie reichen von einer als dringend erachteten Verbesserung bei Beschaffung und Analyse von Nachrichten bis hin zu klareren Definitionen der Kontrolle und der Kooperation mit Partnerdiensten. Das heutige System sei in der Sackgasse, sagte Kommissionssprecherin Haering. Andere Fraktionsvertreter verwiesen auf Affären wie jene um den früheren Geheimdienstbuchhalter Dino Bellasi oder Ex-Geheimdienstchef Peter Regli. Allein dies zeige, dass es eine klare politische Führungsverantwortung brauche und die Kompetenz bei der Kontrolle der Nachrichtendienste dringend erhöht werden müsse, hiess es praktisch über das ganze politische Spektrum hinweg.

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Krieg mit allen Mitteln – Terror inbegriffen

Stephan Fuchs – Dokumente vom 31. Mai 1954 illustrieren, wie die CIA durch Terror, Propaganda und Provokationen eine Nation windelweich prügelte mit dem Ziel, den demokratisch gewählten Präsidenten von Guatemala, Jacobo Arbenz Guzmán zu stürzen. Parallelen zum Irak?


Wollen Sie die Banane links gekrümmt oder rechts gekrümmt haben?

Auf Intervention der United Fruit Company, die in Guatemala ihre größten Plantagen hatte und zudem noch Eignerin der International Railway of Centralamerica und des einzigen Seehafens des Landes war, initiiert das US-amerikanische Außenministerium eine Hetzkampagne gegen Guatemala. Der damalige Außenminister der USA, John Foster Dulles (welcher früher als Anwalt bei UFC arbeitete) sowie sein Bruder Walter Bedell Smith, Chef der CIA, leiteten dann am 16. Juni 1954 mittels einer Söldnertruppe von nur 400 Mann um den Exil-Guatemalteken Castillo Armas den Sturz der guatemaltekischen Regierung ein.


Bombenterror um die Banane weich zu klopfen

Die CIA interveniert in Zusammenarbeit mit oppositionellen guatemaltekischen Militärs und startete so die Operation PBSUCCESS. Am 27. Juni brach Arbenz unter dem Druck zusammen, tritt zurück und Castillo Armas wird Diktator. Innerhalb kürzester Zeit macht dieser sämtliche sozialen Reformen einschließlich der Agrarreform rückgängig. Der Coup kennzeichnete den Beginn von vier Jahrzehnten repressiver Gewaltherrschaft und Bürgerkrieg. In dieser Zeit „verschwanden“ etwa 140.000 Guatemalteken. 1984 wurde United Fruit Comppany nach mehreren Umstrukturierungen und Fusionen in Chiquita Brands International umbenannt.


Nerventerror um die Banane in die andere Richtung zu biegen

Ähnlicher Terror wurde unter John Dimitri Negroponte aufgrund seiner Beteiligung an der verdeckten Finanzierung der Contras (Iran-Contra-Affäre) und der Vertuschung von Menschenrechtsverletzungen der honduranischen Todesschwadronen, die von der CIA ausgebildet wurden, vorgeworfen. Er soll unter der Präsidentschaft von Ronald Reagan Berichte über Entführungen, Folter und Morde durch vom US-Nachrichtendienst CIA ausgebildete Todesschwadronen unterschlagen haben, um die US-Militärhilfe für die Machthaber nicht zu gefährden.

Ferner soll Negroponte als Botschafter in Tegucigalpa geheime Regierungsaufträge umgesetzt und die illegale Finanzierung der Contra-Milizen über Honduras mit eingefädelt haben. Zwischen 1979 und 1989 verschwanden im Zuge der CIA-Operationen zahlreiche Menschen in Honduras. Negroponte überwachte unter anderem die Errichtung der Luftwaffenbasis „El Aguacate“, auf der Contras ausgebildet wurden. Im August 2001 wurden auf dem Gelände des Stützpunkts 185 Leichen ausgegraben. Nach den Worten des Menschenrechtsbeauftragten der Regierung von Honduras, Ramon Custodio, wurden Gefangene mit Kapuzen, Elektroschocks und Schlägen traktiert. Die britische Zeitung „The Guardian“ berichtete, die im Irak angewandten Foltermethoden stammten aus einem alten Handbuch der CIA für Honduras. Zwischen Juni 2004 und Februar 2005 war er der US-Botschafter im Irak.


Kinder von Amerikanern entführen

Am 17. Februar 2005 wurde Negroponte von US-Präsident George W. Bush für das Amt des Director of National Intelligence (Direktor aller 15 US-amerikanischen Nachrichtendienste) nominiert. Die Welt dankt.

  • Die erwähnten PDF Dokumente finden sie im [AUDITORIUM]
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Kuba Flugzeugbomber war CIA Agent

Stephan Fuchs – Am 6. Oktober 1976 wurde ein kubanisches Passagierflugzeug mit 73 Passagieren in die Luft gesprengt. Deklassiffizierte US Dokumente zeigen nun, dass einer der hauptverdächtigen für die CIA arbeitete. Luis Posada Carriles, ein in Kuba geborener Venezolaner und Anti- Castro Aktivist war Informant und Agent für die Geheimdienstbehörde.

  • Mit sämtlichen PDF Files, weiterführenden Artikeln und MP3 File von Amy Goodman


Guter Terrorist weil amerikanisch

Das Massaker wurde in Caracas von Luis Posada Carriles und Orlando Bosch Avila organisiert, zwei venezolanische Söldner, Hernán Ricardo Losano und Freddy Lugo, brachten den Sprengstoff in dem Flugzeug an. Es handelte sich um das Flugzeug CUT-1201, das seine Reise in Georgetown, der Hauptstadt Guayanas, begonnen hatte und von Barbados aus nach Jamaica und dann nach Havanna weiterfliegen sollte. Der Anschlag kostete 73 Menschen das Leben. Zu den Passagieren gehörten die 24 Mitglieder der kubanischen Jugend-Fechtnationalmannschaft, die gerade in Caracas die Goldmedaille bei den Spielen Mittelamerikas und der Karibik gewonnen hatte. Unter den Passagieren befanden sich auch 15 Mitglieder einer anderen Flugzeugbesatzung von Cubana, die aus Barbados kamen.

Luis Posada, der jede Mittäterschaft bestreitet, beantragt nun Asyl in Amerika. Seine Anwälte sagen, ihm müsse die US Protektion zugestanden werden, da ihr Klient viele Jahre im Dienste des Landes gestanden habe. Pasoda versteckt sich möglicherweise in Miami. US Vertreter hingegen meinen, sie hätten keine Beweise dafür, dass sich Pasoda in Amerika aufhalte und sie würden ein Asylgesuch von ihm nicht anders behandeln als das eines anderen.

Die Dokumente, veröffentlicht vom George Washington University National Security Archive, beweisen indes, dass der 70 Jährige Posada über die Jahre 1960 – 1976 auf der Gehaltsliste der CIA stand. Jener Dienst, der in diesen Jahren alles daran setzte Fidel Castro zu eliminieren.

Eines der FBI Dokumente zitiert eine nicht genannte Quelle, die behauptet Pasada sei einer derjenigen gewesen, der sich mindestens zweimal in einem Hotel in Caracas traf, um den Bombenanschlag auf die Passagiermaschine zu besprechen. Die amerikanische Bundespolizei habe aber nichts unternommen, um ihre Quelle zu schützen.


CIA Verbindung

Der CIA Mann Posada wurde nach dem Bombenanschlag in Venezuela verhaftet, konnte aber noch vor der Gerichtverhandlung fliehen. Die CIA rettete ihn mit Unterstützung der Kubanisch-Amerikanischen Nationalstiftung aus dem angeblichen Hochsicherheitsgefängnis. Die Dokumente zeigen, dass er sich nach Südamerika absetzte, wo er sich den Verdeckten Operationen der Amerikaner anschloss. Die dortigen Operationen standen unter Oliver North, dem Oberst beim Nationalen Sicherheitsrat Ronald Reagans, dem die wieder Bewaffnung der Antikommunistischen Contra Guerilla unterstellt war.

Posada, kaum zu glauben, brüstete sich gar, verantwortlich für eine Serie von Bombenanschlägen auf touristische Ziele in Castros Hauptstadt Havana in den 90er Jahren zu sein. Vor fünf Jahren wurde er in Panama unter dem Verdacht verhaftet sich an einem Mordkomplott gegen Fidel Castro beteiligt zu haben. Nach kurzer Zeit wurde er erstaunlicherweise vom abtretenden Präsidenten Panamas begnadigt. Die kubanische Regierung wirft nun der amerikanischen Regierung mit Recht vor, einem Terroristen Unterschlupf zu bieten. Dies könnte für die Bush Regierung zu einer heiklen Entscheidungsfrage werden.

Dokumente
Diese Dokumente sind im PDF Format

THE CIA CONNECTION

Luis Posada Carriles had a long relationship with the CIA. In February 1961, he joined the CIA’s Brigade 2506 to invade Cuba, although the ship to which he was assigned never landed at the Bay of Pigs. While in the U.S. military between 1963 and 1965 the CIA recruited him and trained him in demolitions; he subsequently became a trainer of other paramilitary exile forces in the mid 1960s. CIA documents posted below reveal that he was terminated as an asset in July 1967, but then reinstated four months later and apparently remained an asset until 1974. The documents also show that he remained in contact with the Agency until June 1976, only three months before the plane bombing.

Document 1: CIA, October 13, 1976, Report, „Traces on Persons Involved in 6 Oct 1976 Cubana Crash.“

In the aftermath of the bombing of Cubana flight 455, the CIA ran a file check on all names associated with the terror attack. In a report to the FBI the Agency stated that it had no association with the two Venezuelans who were arrested. A section on Luis Posada Carriles was heavily redacted when the document was declassified. But the FBI retransmitted the report three days later and that version was released uncensored revealing Posada’s relations with the CIA.

Document 2: FBI, October 16, 1976, Retransmission of CIA Trace Report

In this uncensored version of the CIA trace report, the Agency admits that it „had a relationship with one person whose name has been mentioned in connection with the reported bombing,“ Luis Posada Carriles. The CIA file check shows that Posada was „a former agent of CIA.“ Although it doesn’t say when his employment began, it indicates he was terminated briefly in the summer of 1967 but then reinstated in the fall and continued as an asset while a high level official in the Venezuelan intelligence service, DISIP, until 1974. Even then, „occasional contact with him“ continued until June 1976.

Document 3: CIA, June 1966, File search on Luis „Pozada“

In this file search the CIA states that Posada has „been of operational interest to this Agency since April 1965,“ the likely date when he first became a paid CIA agent.

Document 4: FBI, July 18, 1966, „Cuba“

An informant reports to the FBI that Posada is a CIA agent and is „receiving approximately $300.00 per month from CIA.“

Document 5: CIA, April 17, 1972, Personal Record Questionnaire on Posada

This „PRQ“ was compiled in 1972 at a time Posada was a high level official at the Venezuelan intelligence service, DISIP, in charge of demolitions. The CIA was beginning to have some concerns about him, based on reports that he had taken CIA explosives equipment to Venezuela, and that he had ties to a Miami mafia figure named Lefty Rosenthal. The PRQ spells out Posada’s personal background and includes his travel to various countries between 1956 and 1971. It also confirms that one of his many aliases was „Bambi Carriles.“

EARLY TERRORIST PLOTTING

During the time that Posada was on the CIA payroll in the mid-1960s, he participated in a number of plots that involved sabotage and explosives. FBI reporting recorded some of Posada’s earliest activities, including his financial ties to Jorge Mas Canosa, who would later become head of the powerful anti-Castro lobby, the Cuban American National Foundation.

Document 6: FBI, July 7, 1965, „Luis Posada Carriles“

The FBI transmits information obtained from the CIA’s Mexico station titled „Intention of Cuban Representation in Exile (RECE) to Blow up a Cuban or Soviet Vessel in Veracruz, Mexico.“ The document summarizes intelligence on a payment that Jorge Mas Canosa, then the head of RECE, has made to Luis Posada to finance a sabotage operation against ships in Mexico. Posada reportedly has „100 pounds of C-4 explosives and detonators“ and limpet mines to use in the operation.

Document 7: FBI, July 13, 1965, „Cuban Representation in Exile (RECE)“

A FBI cable reports on intelligence obtained from „MM T-1“ (a code reference to the CIA) on a number of RECE terrorist operations, including the bombing of the Soviet library in Mexico City. The document contains information on payments from Jorge Mas Canosa to Luis Posada for an operation to bomb ships in the port of Veracruz, as well as a description of Posada and a statement he gave to the FBI in June of 1964.

Document 8: FBI, May 17, 1965, „Roberto Alejos Arzu; Luis Sierra Lopez, Neutrality Matters, Internal Security-Guatemala“

The FBI links Posada to a major plot to overthrow the government of Guatemala. U.S. Customs agents force Posada and other co-conspirators to turn over a cache of weapons that are listed in this document. The weapons include napalm, 80 pounds of C-4 explosives, and 28 pounds of C-3 explosives.

BOMBING OF CUBANA FLIGHT 455

Document 9: FBI, October 7, 1976, Secret Intelligence Report, „Suspected Bombing of Cubana Airlines DC-8 Near Barbados“

In one of the very first reports on the October 6, 1976, downing of Cubana Flight 455, the FBI Venezuelan bureau cables that a confidential source has identified Luis Posada and Orlando Bosch as responsible for the bombing. „The source all but admitted that Posada and Bosch had engineered the bombing of the airline,“ according to the report. The report appears to indicate that the Venezuelan secret police, DISIP, were arranging for Bosch and Posada to leave Caracas, although this section of the document has been censored.

In the report, the FBI identifies two Venezuelan suspects arrested in Barbados: Freddy Lugo and Jose Vazquez Garcia. Vazquez Garcia is an alias for Hernan Ricardo Lozano. Both Ricardo and Lugo worked for Luis Posada’s private security firm in Caracas at the time of the bombing.

Document 10: FBI, November 2, 1976, Secret Intelligence Report „Bombing of Cubana Airlines DC-8 Near Barbados, West Indies, October 6, 1976“

The FBI receives information from a source who has spoken with Ricardo Morales Navarrete, a Cuban exile informant working for DISIP in Caracas. Known as „Monkey“ Morales, he tells the FBI source of two meetings during which plotting for the plane bombing took place: one in the Hotel Anauco Hilton in Caracas, and another in Morales room at the Hilton. Both meetings were attended by Posada Carriles. A key passage of the report quotes Morales as stating that „some people in the Venezuelan government are involved in this airplane bombing, and that if Posada Carriles talks, then Morales Navarrete and others in the Venezuelan government will ‚go down the tube.‘ He said that if people start talking ‚we’ll have our own Watergate.'“ Morales also states that after the plane went down, one of the men who placed the bomb aboard the jet called Orlando Bosch and reported: „A bus with 73 dogs went off a cliff and all got killed.“

Document 11: FBI, November 3, 1976, Cable, „Bombing of Cubana Airlines DC-8 Near Barbados, West Indies, October 6, 1976“

The FBI reports on arrest warrants issued by a Venezuelan judge for Posada, Bosch, Freddy Lugo and Ricardo Lozano.

ORLANDO BOSCH AND ANTI-CASTRO TERRORIST ORGANIZATIONS

Document 12: FBI, January 24, 1977, Secret Report, „Coordination of United Revolutionary Organizations (CORU) Neutrality Matters – Cuba – (Anti-Castro)“

The FBI reports on a plot to carry out terrorist attacks that will divert attention from the prosecution of Orlando Bosch and Luis Posada in Caracas. Orders for the attacks are attributed to Orlando Garcia Vazquez, a Cuban exile who was then head of the Venezuelan intelligence service, DISIP. (Garcia Vazquez currently lives in Miami.) The report also provides some details on CORU.

Document 13: FBI, August 16, 1978, Secret Report, „Coordinacion de Organizaciones Revolucionarias Unidas (Coordination of United Revolutionary Organizations) (CORU), Neutrality Matters – Cuba – (Anti-Castro)“

This FBI report provides a comprehensive overview of CORU which the FBI describes as „an anti-Castro terrorist umbrella organization“ headed by Orlando Bosch. The report records how CORU was created at a secret meeting in Santo Domingo on June 11, 1976, during which a series of bombing attacks were planned, including the bombing of a Cubana airliner. On page 6, the report relates in great detail how Orlando Bosch was met in Caracas on September 8, 1976, by Luis Posada and other anti-Castro exiles and a deal was struck as to what kind of activities he could organize on Venezuelan soil. The document also contains substantive details on behind-the-scene efforts in Caracas to obtain the early release of Bosch and Posada from prison.

IRAN-CONTRA AND POSADA (A.K.A. RAMON MEDINA)

Document 14: September 2, 1986, Contra re-supply document, [Distribution of Warehoused Contra Weapons and Equipment – in Spanish with English translation]

After bribing his way out of prison in Venezuela in September 1985, Posada went directly to El Salvador to work on the illicit contra resupply operations being run by Lt. Col. Oliver North. Posada assumed the name „Ramon Medina,“ and worked as a deputy to another anti-Castro Cuban exile, Felix Rodriguez, who was in charge of a small airlift of arms and supplies to the contras in Southern Nicaragua. Rodriguez used the code name, Max Gomez. This document, released during the Congressional investigation into the Iran-Contra operations, records both Posada and Rodriguez obtaining supplies for contra troops from a warehouse at Illopango airbase in San Salvador.

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Awkward test of antiterrorism begins in Texas

Anti-Cuban Terrorists: the Iran-Contra Affair and other Crimes

What the CIA Could Learn from Venezuela: The Luis Posada Carriles Case

Posada has something on Bush, says expert on Kennedy case

Tango mortale Artikel in Telepolis

Fluchthelfer Washington Artikel in Telepolis

MP3 von Amy Goodman Democracy Now.

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FSB Chef vermutet Spionage Tätigkeit von NGO

RIA – Ausländische nicht staatliche Organisationen bereiten nach Ansicht von FSB-Experten neue „samtene Revolutionen“ vor. Der russische Sicherheitsdienst FSB (Federalnaia Slushba Bezopasnosti) hat Angaben, wonach einige ausländische nicht staatliche Organisationen neue „samtene Revolutionen“ im postsowjetischen Raum vorbereiteten.

„Ausländische Geheimdienste wenden in ihrer Arbeit immer aktiver nicht traditionelle Methoden an und propagieren mit Hilfe von Bildungsprogrammen diverser nicht staatlicher Einrichtungen ihre Interessen und sammeln Informationen, darunter auf dem Territorium von Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).“ Das sagte FSB-Chef Nikolai Patruschew am Donnerstag vor den Abgeordneten der Staatsduma – Unterhaus des russischen Parlaments.

Nach dem FSB vorliegenden Informationen habe eine nicht staatliche westliche Organisation fünf Millionen Dollar für die Vorbereitung einer „samtenen Revolution“ in Weißrussland zur Verfügung gestellt. „Einigen Angaben zufolge sollen auch ‚orange Oppositionelle‘, die an der Revolution in der Ukraine teilgenommen haben, zur Schulung weißrussischer Oppositioneller einbezogen werden“, fuhr Patruschew fort.

Zu den nicht staatlichen Organisationen, die möglicherweise von ausländischen Geheimdiensten missbraucht werden, zählte der FSB-Chef unter anderem das Friedenskorps der USA, den saudi-arabischen Roten Halbmond und einige Einrichtungen in Kuwait. Das Friedenskorps wurde 1961 gegründet. Es bildet Freiwillige für einen zweijährigen Dienst im Ausland aus und vermittelt sie an die einzelnen Länder. Freiwillige des Friedenskorps sind heute in 80 Ländern tätig und unterstützen die Einheimischen in der Landwirtschaft, im Handwerk, im Gesundheitswesen, in der Bewahrung der Natur sowie im Erziehungswesen.

„Die leitenden Repräsentanten der GUS-Geheimdienste sind sich über die Gefahr im Klaren. In diesem Zusammenhang war im April eine Beratung der Direktoren der Geheimdienste der GUS-Mitgliedsländer durchgeführt worden, in der die Gefahr weiterer Revolutionen in postsowjetischen Ländern erörtert wurde.“

„In nächster Zeit soll der Staatsduma ein Dokument vorgelegt werden, das die Tätigkeit der nicht staatlichen ausländischen Organisationen auf dem Territorium der Russischen Föderation reguliert.“ Solche Einrichtungen sollten laut Patruschew in Russland registriert werden.

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CIA behält Kontrolle über irakischen Geheimdienst

Laut irakischen Geheimdienst Offizieren, bezieht die irakische Geheimpolizei und Iraks wichtigster Geheimdienst noch immer massiv amerikanische Gelder. Der irakische Geheimdienst, der Mukhabarat untersteht somit auch weiter dem amerikanischen Geheimdienst CIA. Der Mukhabarat ist für eine große Anzahl von Massakern mitverantwortlich und war für seine brutalen Foltermethoden bei Verhören bei den Irakern gefürchtet. Die neue Regierung Iraks, wirft der CIA nun vor, die Grundrechte des Landes zu verletzten.

Als die Souveränität im letzten Juni an die Irakische Interims Regierung übertragen wurde, dachte die CIA nicht im Geringsten daran auch den Mukhabarat der neuen Regierung zu übertragen. Die CIA reorganisierte den irakischen Dienst und die Geheimpolizei nach dem Fall Iraks 2003 komplett neu, obwohl auch Agenten des alten Regimes wieder eingegliedert wurden. Wie offizielle des irakischen Dienstes betonen, untersteht der Mukhabarat Direktor Mohammed Abdullah Shahwani, ein irakischer General und sunnitischer Muslim komplett den amerikanischen Diensten. Shahwani war in den 90er Jahren an einen misslungenen Putsch gegen Saddam Hussein beteiligt.

Die irakischen Geheimdienstler beschweren sich insbesondere deshalb, weil sie vermuten dass die amerikanischen Partner mit der Kontrolle über den Mukhabarat so sensitive Geheimdienstpapiere aus den letzten Jahren der neuen irakischen Regierung vorenthalten können. Sie vermuten, dass die Geheimpapiere brisante Details zu Spionage Operationen gegen schiitische Politiker beinhalten, die nun an der Führung des Landes beteiligt sind und als Druckmittel gegen sie verwendet werden könnten.

Die Amerikaner begründen ihr festhalten am Mukhabarat damit, da sie befürchten, dass einige irakische Führer eventuell explosive Informationen mit Teheran teilen könnten. Die „neue-alte“ Reorganisation des Mukhabarat erinnert an die Organisation Gehlen mit einigen parallelen zur politischen Landschaft im Nachkriegs-Deutschland.

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New Special Forces unit will spy on the terrorists

Thomas Harding – The Army’s first new regiment in more than three decades begins operations today to provide covert surveillance for Special Forces fighting the international terrorist threat.

The Special Reconnaissance Regiment will draw on the experience of undercover soldiers who have conducted successful operations in Northern Ireland. The new unit, the first to be formed since the Ulster Defence Regiment in 1970, will have an international and domestic role to provide intelligence to fight terrorism. Geoff Hoon, the Defence Secretary, said yesterday that the unit was been formed to meet a worldwide demand for „special reconnaissance capability“.

It will incorporate the surveillance skills learnt by the SAS and other units over decades of carrying out close target reconnaissance missions in enemy territory. The formation of the regiment will free up a large portion of elite fighting troopers in the SAS and Special Boat Service to carry out the „hard end“ of missions. The SAS is finding it difficult to recruit enough soldiers to pass its tough selection course. But an equally rigorous selection test is likely to be used by the new unit, whose troops will have to undertake the arduous task of acting behind enemy lines.

It will absorb the 14th Intelligence Company, nicknamed „14 Int“, which was formed to gather intelligence on Ulster terrorists. Recruits undergo a rigorous selection course, equivalent to the Paras‘ „P Company“ training, and are trained by the SAS in close quarter battle.

The detachment, which is still operating in Ulster and the Balkans, recruited men and women from all three Services. At its height, 14 Int numbered about 200 troops. The new regiment could have up to 300 troops and will be based alongside the SAS.

The new cap badge shows a Corinthian helmet with a sword inserted in the mouth and coming out of the back of the head. A scroll reads: „Reconnaissance“. The Ministry of Defence said the cap badge design was related to the SAS and SBS badges, „ensuring conformity within the Special Forces Group. „The Corinthian-style helmet, favoured by the ancient Greeks from the early 7th to 4th centuries BC. The helmet faces forward and suggests the viewer is being watched while the wearer behind the mask is anonymous.“

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Forschungen zeigen: Geheimarmeen in Europa wurden von der CIA bezahlt, von der Nato koordiniert

Katrin Holenstein – Es war Guilio Andreotti, der katholische Ministerpräsident Italiens, der die Existenz der italienischen Geheimarmee und Terrorzelle «Gladio» 1990 öffentlich machte. Das war der Anfang eines der größten Skandale in der europäischen Nachkriegsgeschichte. Es kam heraus, daß seit den 50er Jahren in allen Nato-Staaten solche Untergrundarmeen mit geheimen Waffenlagern existierten, und daß einige sogar blutige Terrorakte gegen die eigene Bevölkerung verübt hatten. Auch die Schweizer Geheimarmee P-26 war mit diesem geheimen Netz unter Nato-Führung verknüpft, sagt Daniele Ganser, Experte für Sicherheitspolitik an der ETH Zürich, im Gespräch mit der Basler Zeitung.

baz: Herr Ganser, die Nato bestreitet bis heute, in diesem europäischen Untergrund-Netz eine zentrale Rolle gespielt zu haben. Das stimmt offenbar nicht?

Daniele Ganser: Heute steht einwandfrei fest, daß die Nato das geheime Netz von Brüssel aus koordiniert hat. Das ACC (Allied Clandestine Comitee), das dem Nato-Zentrum Shape in Mons angegliedert ist, hat zusammen mit dem CPC (Clandestine Planning Committee) die Geheimarmeen koordiniert und hätte im Falle einer Invasion in Westeuropa auch als Schaltzentrale funktioniert.

Der US-Auslandgeheimdienst CIA und der britische Dienst MI6 waren die Triebfedern – mit welchen Interessen?

Die Nato wurde schon damals von den USA dominiert; die Briten ihrerseits sind die Meister der verdeckten Kriegsführung. Sowohl MI6 als auch CIA und Pentagon hatten großes Interesse, in Europa solche geheimen Strukturen aufzubauen, um im Falle einer sowjetischen Invasion für den Untergrundkampf gerüstet zu sein und die Machtergreifung der Kommunisten zu verhindern.

Dafür ist viel Geld geflossen…

Sehr viel Geld. Das CIA steckte viele Millionen in den Aufbau dieser Untergrundorganisationen. Sie wurden vom CIA und vom MI6 ausgerüstet und trainiert. Die einzelnen Geheimarmeen ihrerseits nahmen sich aus diesen beiden Quellen, was sie für ihre nationalen Strategien brauchten. Nach den Erfahrungen im 2. Weltkrieg wollten sie gegen fremde Besetzungen gewappnet sein. Guerilla-Truppen wurden bereitgestellt und geheime Waffen- und Sprengstofflager angelegt, um die Invasoren aus dem Untergrund zu bekämpfen.

Die italienische Geheimarmee Gladio war verbandelt mit den Faschisten, mit der Mafia und der katholischen Kirche. Gelten für andere Länder ähnliche Strukturen?

Man steigt überall in eine Art Unterwelt. Die Muster aber sind national verschieden. In Frankreich arbeitete die Geheimarmee mit Nationalkonservativen zusammen. In Deutschland saßen alte SS-Offiziere in der Untergrundorganisation.

Wie stark richteten sich diese Untergrundarmeen auch gegen «innere Feinde», also gegen die eigene Bevölkerung?

Dieser Kampf gegen den inneren Feind war in einigen Ländern Teil des Konzeptes. Er basierte auf der sogenannten «Strategie der Spannung» und war auf Terror aufgebaut. In Italien und der Türkei wurde diese schon fast teuflische Strategie wohl am erfolgreichsten umgesetzt: mit Bombenanschlägen und Massakern gegen die eigene Bevölkerung, die man anschließend dem politischen Feind, also den Linken in die Schuhe schob. Man versetzte die Menschen mit blutigen Anschlägen in Furcht und Schrecken, um politische Ziele zu erreichen. In Griechenland ging das 1967 bis zum Militärputsch, an dem die «LOK»-Geheimarmee beteiligt war. In der Türkei, wo die Geheimarmee auch an Folterungen beteiligt war, richtete sich der Kampf gegen die Kurden.

Kam es auch in anderen Ländern zu verdeckten Terrorakten?

Für die Anschläge 1980 am Münchner Oktoberfest mit 13 Toten und über 200 Verletzten wurde Waffenmaterial aus den Lagern der Geheimarmee verwendet. In Belgien wurde die Geheimarmee Mitte der 80er Jahre verdächtigt, in die Brabant-Anschläge verwickelt zu sein, bei denen wahllos Menschen in Geschäften niedergeschossen und 28 getötet wurden. Die Untersuchungen liefen in beiden Fällen ins Leere, weil die Geheimdienste sich weigerten, zu kooperieren.

Und dahinter standen immer die USA?

Es waren natürlich auch handfeste nationale europäische Interessen im Spiel. Daß die USA aber ihren Einflußbereich derart manipulierte und sogar Terroranschläge mitfinanzierte, hat man bisher schlicht nicht gewußt. Entsprechend schockiert sind die Menschen in Europa.

Wurden die Geheimarmeen 1990 nach ihrer Entlarvung tatsächlich aufgelöst?

Die nationalen Vertreter der Geheimarmeen trafen sich im Oktober 1990 nochmals in Brüssel. Danach wurden die Armeen in ihrer damaligen Form vermutlich aufgelöst. Nach dem Fall der Sowjetunion war der strategische Sinn ja hinfällig geworden. Nicht abgeschafft wurde aber die Taktik der «geheimen Kriegsführung» mit verdeckten Operationen. Klar ist auch, daß die Strategie der Spannung weiter existiert, daß es Terroranschläge gibt, und daß man sie braucht, um Menschen zu manipulieren und politische Ziele zu erreichen. Das spielt noch heute eine zentrale Rolle, etwa bei den Vorbereitungen zum Irakkrieg, als man den 11. September Saddam Hussein angehängt hat – eine dreiste Lüge.

Sind Verstrickungen der US-Geheimdienste bei den Anschlägen vom 11. September oder beim Bombenattentat von Madrid denkbar?

Aufgrund der Erkenntnisse über verdeckte Kriegsführung und Terrorismus ist überall absolut alles denkbar. Schwieriger ist es, die Fakten zu finden und richtig zu kombinieren. Die Gladio-Untersuchungen zeigen, daß die ersten Spuren allesamt falsch waren und vom Staat selber gelegt wurden, um die Bevölkerung zu manipulieren. Gräbt man tiefer, gerät man in ein komplexes Labyrinth der Unterwelt. Auch beim 11. September.

War auch die Schweiz mit ihrer Geheimarmee P-26 Teil des Nato-Netzes?


Schweizerischer P26 Stützpunkt

Die Frage nach der Nato-Verbindung ist immer noch brisant. Eine direkte Verbindung zur Nato-Geheimorganisation hätte ja ganz klar das Neutralitätsprinzip verletzt. Von einer direkten Verbindung kann man nach heutigem Wissensstand aber nicht reden.

Die Schweiz hat nicht an den geheimen Sitzungen in Brüssel teilgenommen?

Nein. Es gibt dafür zumindest keine Hinweise. Die Schweiz hatte aber sehr enge Beziehungen zum britischen Geheimdienst MI6. Die Schweizer trainierten in England, richteten in London eine Funkübermittlungszentrale ein und verwendeten das «Harpoon»-Funksystem der Nato-Geheimarmeen. Mit dieser engen Verbindung nach London hatte die P-26 natürlich auch direkten Kontakt zur Geheimarmee-Leitstelle; sie war so also indirekt durchaus integriert.

War die P-26 nur eine Widerstandsgruppe, wie das ihre Vertreter bis heute sagen? Ihre Tätigkeiten waren ja auch gegen den «inneren Feind» gerichtet.

Die P-26 war eine Widerstandsgruppe. In der Schweiz gab es keinen einzigen Fall von Gewalt und Terror. Das ist im Blick auf andere Länder beruhigend: In der Türkei wurde gefoltert, in Griechenland kam es zum Staatsstreich, in Italien wurden Bomben gelegt und Menschen ermordet.

Es existiert ein Grundlagenpapier des US-Generalstabs von 1970 (unterzeichnet Westmoreland), in dem indirekt über Geheimarmeen und über die Verhinderung von «unfriendly governments in Europe» gesprochen wird. Kommen in diesem oder anderen Dokumenten des US-Generalstabs die Schweiz, Schweizer Akteure oder die P-26 vor?

Dieses Field Manual 30-31B ist ein sehr brisantes Dokument, das in Italien entdeckt wurde. Es bezieht sich nicht nur auf die Geheimarmeen, sondern grundsätzlich auf die Zusammenarbeit der US-Militärgeheimdienste mit Geheimdiensten in anderen Ländern und geheime antikommunistische Operationen. Darin werden sogenannte «false flag operations» beschrieben, manipulierende Terroranschläge, um die Bevölkerung von der kommunistischen Gefahr zu überzeugen. Aber es werden keine Länder spezifisch genannt, auch nicht die Schweiz.

Wie beurteilen Sie die Qualität und Glaubwürdigkeit des Berichts Pierre Cornu vom 19. September 1991 über die P-26?

Damals wurde nur eine vom Bundesrat gekürzte Fassung der Öffentlichkeit vorgestellt. Ich habe die parlamentarische Geschäftsprüfungsdelegation kürzlich um den noch immer als geheim eingestuften Bericht angefragt. Die Einsicht wurde aber verweigert, da die Beziehungen der Schweiz zu anderen Staaten beschädigt werden könnten. Ich kann den Originalbericht also nicht beurteilen.

BERN. Daniele Ganser (32) arbeitet seit 2003 an der Forschungsstelle für Sicherheitspolitik der ETH Zürich. Er hat in Basel studiert und 2001 bei Professor Georg Kreis promoviert. Von Ganser ist in London soeben ein Buch über die Nato-Geheimarmeen erschienen: «Nato’s Secret Armies. Operation Gladio and Terrorism in Western Europe», Frank Cass. London 2005.

Basler Zeitung; 16.12.2004; KATRIN HOLENSTEIN, Bern