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Arctic Sea: Russland und die EU steuern neuen Verwirr-Kurs

World Content News – Anhand von angeblich neuen Fotos von der „Arctic Sea“ werden in mehreren europäischen Ländern Stimmen laut, dass das Schiff tiefer im Wasser liegt, als es das mit seiner angeblichen Holzfracht tun würde und folglich weiteres unbekanntes Material an Bord haben müsste. Aber von wem stammen die Fotos und sind sie auch wirklich aktuell? Russland versichert indessen, das Schiff hinsichtlich einer geheimen Ladung auf „Herz und Nieren“ zu prüfen.


Verwirrspiel bekommt Tiefgang: (Archiv!)-Foto von Reuters

Fest steht: Die Nachrichtenagenturen verfügen über kein Foto nach der Befreiung und auch nicht von den Tagen zuvor, sonst wäre das Internet längst damit gepflastert. Das obige Foto, das jetzt durch die aktuellen Berichte geistert, hat der „Stern“ bereits am 16.8. unter dem Titel „Suche läuft auf Hochtouren“ gezeigt. Von einer Holzladung keine Spur.

Also nochmal: Aus welchen Gründen wurde die Arctic Sea nach der Befreiung vor der Öffentlichkeit versteckt gehalten, wieso sind „Regierungsstellen in mehreren europäischen Staaten“ (lt. einem „Exklusiv“-Bericht der Financial Times) sich sicher, mit echtem Fotomaterial gefüttert worden zu sein und warum präsentiert man es nicht? Das Objekt schlechthin, um das sich diese Seeräuberstory dreht.

Eine zusätzliche geheime Fracht, die jetzt auch Russland auf einmal nicht mehr gänzlich dementiert (Zitat: Der Chefermittler der russischen Staatsanwaltschaft, Alexander Bastrykin, schloss nicht aus, dass der Frachter „nicht nur Holz“ geladen hatte…). und seit Tagen sucht und sucht und sucht, müsste dann wohl in einem „doppelten Boden“ des Schiffes verborgen sein oder so winzig klein und gleichzeitig so schwer … Scherz beiseite.

Das Seemannsgarn hat in den letzten Tagen reichlich weitere Nahrung bekommen: Unter Berufung auf russische Geheimdienstquellen berichtet die Zeitung „Moskowski Komsomolez„, das angeblich mit Holz beladene Schiff habe auch Waffen „mit unbekannter Herkunft und unklarem Ziel“ an Bord gehabt. Die gefassten acht mutmaßlichen „Ostsee-Piraten“ seien vorbestrafte Kriminelle, die vom Geheimdienst eines EU-Landes angeheuert worden seien.

So-so… der BND hat ja schon lange keine Schlagzeilen mehr gemacht. Und der Auftraggeber für die klandestine Operation hieße dann wohl: E.ON. Die finnische Zeitung „Helsingin Sanomat“ hat nämlich inzwischen die wohl bisher beste aller Verschwörungstheorien geliefert:

Demnach wurden die Piraten für einen Sicherheitstest von Russland und einem EU-Land angeheuert. Daher rühre auch die ungewohnte Eintracht zwischen der NATO und Russland in diesem scheinbaren Drama. Hintergrund sei das sich im Bau befindliche Nord Stream-Projekt, um dessen Sicherheit vor Terror-Anschlägen sich die Erbauer Sorgen machen. Die „Test-Entführer“ sollten nach einem Attentat auf die Erdgasleitung versuchen, durch das Sicherheitsnetz in Europa zu schlüpfen und die Schiffahrtsbehörden an der Nase herumzuführen.

Was ihnen dann ja auch vortrefflich gelungen wäre. Wenn diese Geschichte nicht genauso erstunken und erlogen ist, wie alles, was wir bisher gehört und gesehen haben.

Na – wenigstens die Dummies von der Presse haben es inzwischen kapiert, dass es sich bei der Ladung nach einer Bestätigung einer Holzhandelsfirma um Schnittholz handelte und nicht um Baumstämme, wie vorher durchgängig berichtet, wo eine X-55 nicht weiter auffallen würde. Soviel Tiefgang war nie.

Aber über ein aktuelles Foto der Arctic Sea, oder wenigstens dem Eingeständnis, dass es gar keins gibt, würden wir uns schon noch freuen. Bevor das Schiff im Ozean absäuft und die unendliche Geschichte damit endlich ihren Frieden fände.

Saga aktuell:
Laut Fotoanalysen mehr als nur Holz an Bord der „Arctic Sea“
(Vienna Online, 26.08.2009)
«Arctic Sea» unter nordkoreanischer Flagge?
(20min.ch, 26.08.2009)
„Arctic Sea“ unter Arrest gestellt
(RIA Novosti, 26.08.2009)
Arctic Sea: Wind und Nebel um eine Piratengeschichte
(Russland.ru, 26.08.2009)
Kriminelle aus Estland auf „Arctic Sea“
(Berliner Morgenpost, 26.08.2009)
Waren Besatzungsmitglieder an der Entführung der Artic Sea beteiligt? (Hannover Zeitung, 26.08.2009)
Kommt nur, ihr Süsswasser-Piraten!
(blick.ch, 26.08.2009)

siehe auch:
Arctic Sea: Angeblich ins Schwarze Meer unterwegs
(WCN, 24.08.2009)

Arctic Sea: Bisherige Artikel von World.Content.News

Arctic Sea: Bisherige Artikel vom Seefahrer-Blog

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Arctic Sea: Angeblich ins Schwarze Meer unterwegs

World Content News – Die Sage vom „Fliegenden Holländer“ geht in eine neue Runde: Der unsichtbare Frachter Arctic Sea, von dem es seit seinem Verschwinden weder Funkzeichen noch Bilder gibt, soll sich jetzt auf dem Weg in den Schwarzmeerhafen von Noworossijsk befinden.

Dies berichtet RIA Novosti. Demnach soll der örtliche Hafenmeister erklärt haben, man erwarte das Schiff bis Mitte oder Ende September. Mit von der Partie dürfte das russische Kriegsschiff „Ladnyy“ sein, das die Arctic Sea eskortiert.


„Bestes Schiff im Stall der Russen“: Krivak I class Fregatte Ladnyy

Derweilen gibt es noch immer keine Nachricht, ob die Angehörigen inzwischen Kontakt zu den Seeleuten haben, die sich an Bord des Schiffes befanden. Am Samstag jedenfalls gab es noch kein persönliches Lebenszeichen zu den Isolierten. Russland vermutet, ein oder mehrere Crewmitglieder könnten mit den mutmaßlichen Entführern zusammen gearbeitet haben. Und die Netzeitung meldet:

Angehörige der Seeleute baten den Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche in einem Brief um Hilfe bei der «Befreiung der Crew». «Wir bitten um Ihre Unterstützung, dass unsere Männer, Söhne, Brüder, Väter – die Seeleute des Frachters «Arctic Sea» zu uns zurückdürfen», hieß es in dem in Moskau veröffentlichten Schreiben an Kirill I. Alle seien ehrliche Bürger, die nicht länger zusammen mit Verbrechern im Gefängnis eingesperrt werden dürften. Dagegen sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörden, Wladimir Markin, dass die Vernehmungen andauerten und gerechtfertigt seien.

Quelle

Warum das Schiff vor der Öffentlichkeit verborgen gehalten wird, bleibt weiterhin ein Rätsel. Alle von den Nachrichtenagenturen gezeigten Fotos sind bisher Archivmaterial. Nur die Besatzung eines portugiesischen Kampfflugzeuges hat die Arctic Sea noch vor dem Ende des Entführungsdramas zu Gesicht bekommen, doch dort schweigt man sich aus.

Der Logik nach müsste das Schiff im Rahmen seiner Verschleppung vor den Dardanellen aufkreuzen und durch die Meerenge des Bosporus. Dann könnten sich findige Reporter endlich selbst ein Bild machen (auf jeden Fall auch Geigerzähler mitnehmen!).

Dreizehn Mann auf des toten Manns Kiste, …

Ho ho ho und ’ne Buddel mit Rum!

Soapera von heute:
«Toter» Seemann als Pirat auf der «Arctic Sea»
(Nürnberger Nachrichten, 24.08.2009)
Sechs “Schiff-Napper“ wohnten in einem Viertel Tallinns
(Russland.ru, 24.08.2009)
Estonia joins probe into Arctic Sea vessel hijacking
(RIA Novosti, 24.08.2009)
Did Mossad hijack Russian ship to stop Iran arms shipment?
(Jerusalem Post, 23.08.2009)
Luftwaffe übernimmt Luftraumüberwachung im Baltikum
(Radio Charivari, 24.08.2009)
Estland will zentrale EU-Datenbank beherbergen
(ORF, 24.08.2009)

siehe auch:
„Where is my ship?“ Arctic Sea bleibt verschwunden
(WCN, 21.08.2009)

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Arctic Sea: Russisches Fernsehen zeigt die mutmaßlichen Entführer

World Content News – So sehen echte „Piraten“ aus: durchtrainierte Muskelpakete, fit bis zum geht nicht mehr. Kleiner Scherz: Gut dass es inzwischen nicht mehr die geringsten Zweifel an der russischen Version zur Entführung der „Arctic Sea“ gibt, sonst könnte man glatt auf die Idee kommen: Hier war die Schauspielertruppe einer Spezialeinheit bei der Arbeit.

http://www.vesti.ru/i/flvplayer.swf?vid=240811&autostart=false

Im zweiten Video, sieht man, wie ein Teil der Mannschaft der Arctic Sea und zwei Entführer in einen Kleinbus verfrachtet werden, in dem sie zusammen Platz nehmen dürfen.

http://www.vesti.ru/i/flvplayer.swf?vid=240798&autostart=false

(Quelle: Westi-24)

Sechs der acht Festgenommenen sollen aus Estland stammen, die Identität der beiden anderen ist noch unklar, möglicherweise kommen sie aus Litauen. Die estnische Polizei teilte mit, die Männer wären zwischen 29 und 45 Jahre alt und hätten Vorstrafen wegen Diebstahls und wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Ein Teil der russischen Besatzung der Arctic Sea soll sich inzwischen wieder in Russland befinden: Elf der 15 Crew-Mitglieder des Schiffs und die Gefangenen seien am Vormittag mit drei Militärtransportflugzeugen vom Typ Iljuschin Il-76, die sonst nur schwere Rüstungsgüter transportieren, auf einem Militärflughafen nahe der russischen Hauptstadt gelandet.

Der Kapitän sowie drei weitere russische Seeleute seien noch immer auf dem Schiff vor dem westafrikanischen Inselstaat Kap Verde, so das russische Außenministerium. Die Arctic Sea befinde sich inzwischen auf dem Weg in das russische Noworossijsk am Schwarzen Meer, um dort abschließende Untersuchungen vorzunehmen.

In Noworossijsk findet in den kommenden Tagen auch ein Manöver mit Kriegsschiffen der Black Sea Naval Cooperation Task Group (Blackseafor) statt. Die Untersuchungen bleiben also abgeschottet fest in russischer Hand, der Rest der Welt muss sich mit hochoffiziellen Erklärungen begnügen.

Um spätere Missverständnisse auszuschließen, hier die Namen der Seeleute von der Crew der Arctic Sea. Die Daten wurden Anfang August auf einer russischen Webseite veröffentlicht, sind aber angesichts der Gefahr, in der sich die Entführten befanden, zeitweilig wieder zurückgezogen worden:

Besatzung der Arctic Sea:
Sergei Zaretsky, Shipmaster, born 1959
Eugene Фалин , Chief, born 1981
Alexander Kuznetsov, Second Assistant , born 1965
Igor Shumik, Chief Engineer, born 1963

Dmitri Kuznetsov, Second Engineer, born 1971
Oleg Deschenya, Third Engineer, born 1985
Vladimir Kashin, Engineer, born 1966
Vladimir Volov, Boatswain, born 1956
Michael Potekhin, Able Crewman, born 1968
Nicholas Kuritsyn, Able Crewman, born 1962
Sergey Petruk, Senior Minder, born 1969
Eugene Dostovalov, Fitter, born 1974
minder Alexander Lyzhin, born 1968

Paul Kok Dulov, born 1968
Dmitri Young Fazylov, born 1986
plus:
apparently fitter electrician
Youngster – the caretaker or trainee

Quelle

Der Seefahrer-Blog weiß noch: „Der Reeder ließ nicht unerwähnt, dass die Instandsetzung des Frachters seeeehr schwierig werden würde. Woher weiß er das? Und weshalb betont er es so?“

Hmmm… und das Schwesterschiff Arctic Spirit? Die ließ er leider unerwähnt. Der mit Holz beladene Frachter wäre ja wenige Tage vor dem Überfall beinahe abgesoffen. Im schönen Hafen von Loviisa. Aber das wiederum ist ein gaaanz anderes Thema.

Noch was Lustiges zur Waffenschmuggeltheorie, wie sie vom EU-Experten Tarmo Kouts vertreten wird: Holztransporte eigneten sich am besten für den Schmuggel von Waffen, Flügelraketen könne man beispielsweise gut unter den Baumstämmen verstecken. Leider, leider: Die Arctic Sea transportierte Schnittholz, soweit bisher bekannt ist. Dies wird eng gestapelt, aber vielleicht gibts auch Raketen in Scheiben geschnitten? Hihi.

War’s das? Niet. Für die nächsten Tage hat jemand Kundiges noch eine faustdicke Überraschung angekündigt. WCN hält die Luken dicht und bleibt auf der Brücke…

News:
Hier werden die Piraten abgeführt
(Express, 20.08.2009)
Mutmaßliche Piraten nach Moskau ausgeflogen
(Tagesschau, 20.08.2009)
Experten vermuten Waffenschmuggel auf „Arctic Sea“
(Salzburger Nachrichten, 19.08.2009)

siehe auch
Dokumentation: Arctic Sea meets Arctic Spirit
(WCN, 19.08.2009)

Arctic Sea: Bisherige Artikel von World.Content.News

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Blackwater hired by CIA for assassinations…

Larisa Alexandrovna – I am not remotely surprised:
„WASHINGTON — The Central Intelligence Agency in 2004 hired outside contractors from the private security contractor Blackwater USA as part of a secret program to locate and assassinate top operatives of Al Qaeda, according to current and former government officials.

Executives from Blackwater, which has generated controversy because of its aggressive tactics in Iraq, helped the spy agency with planning, training and surveillance. The C.I.A. spent several million dollars on the program, which did not successfully capture or kill any terrorist suspects.

The fact that the C.I.A. used an outside company for the program was a major reason that Leon E. Panetta, the C.I.A.’s director, became alarmed and called an emergency meeting in June to tell Congress that the agency had withheld details of the program for seven years, the officials said.

It is unclear whether the C.I.A. had planned to use the contractors to actually capture or kill Qaeda operatives, or just to help with training and surveillance in the program. American spy agencies have in recent years outsourced some highly controversial work, including the interrogation of prisoners. But government officials said that bringing outsiders into a program with lethal authority raised deep concerns about accountability in covert operations.“

This of course begs the question of who else these black-booters were hired to kill or who they chose to kill without approval?

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„Where is my ship?“ Arctic Sea bleibt verschwunden

World Content News – Danke Russland. Wir haben alles gesehen. Die heldenhaft gerettete Mannschaft der Arctic Sea. Die bösen Entführer der Arctic Sea. Sogar ein Interview mit einem der gefangenen Piraten hast Du uns gezeigt. Du bist ein medienoffenes Land geworden, das nichts zu verbergen hat. Nur ein klitzekleines Souvenir vermissen wir noch: Das Objekt der Begierde – die Arctic Sea itself.


Fliegender Holländer: „Johohoe! Traft ihr das Schiff im Meere an?“

Was passiert eigentlich normalerweise bei einem Medienereignis wie diesem? Ja, die Schuldigen werden vorgeführt, die erschöpfte Crew wird freudig empfangen und – im Hintergrund – ganz groß – das Objekt, von dem in den letzten Wochen ständig die Rede war und inzwischen bei der Suchmaschine Google 7.880.000 Treffer vorweisen kann. Das ist normalerweise der Stolz und der Mittelpunkt jeder Pressestelle – seht her, das Schiff ist wieder da – wir haben es den Bösewichtern wieder abgejagt…

Aber nichts, njet, nicht mal ein kleines unscharfes Foto wird der Öffentlichkeit gegönnt. Statt dessen wird das Schiff eiligst in einen russischen Schwarzmeerhafen verschleppt. Das wirft noch mehr Fragen auf, als die ohnehin schon suspekte Geschichte mit der Entführung und dem Verschwinden des Schiffes.

Freilich – für manche sind damit auch alle Fragen beantwortet. Für diejenigen nämlich, die von Anfang an an eine Inszenierung geglaubt haben. Deren Verdacht sieht sich nun bestätigt: Da ist ein extrem krummes Ding gelaufen.

Und die westliche Mainstream-Presse, die vorher ohne zu murren und ohne mal nachzudenken folgsam jede behördliche Verlautbarung mitgeschrieben hat, spielt plötzlich verrückt. Von Waffenschmuggel ist die Rede, gar von versteckten Missiles, die in den Iran gehen sollten. IRAN! Das war das Stichwort, wo jetzt wieder alle hinter dem Ofen hervorgekrochen kommen und jeden Blödsinn mitschreiben, den „Experten“ von sich geben, Hauptsache man hat wieder was über den Lieblingsfeind zu kamellen.

Konkret geht es um vier (sic!) Marschflugkörper vom Typ X-55 (auch Kh-55, Nato-Codename: AS 15 Kent), berichtet die ukrainische (!) Zeitung „Obozrevatel„, die heimlich in Kaliningrad an Bord der Arctic Sea verbracht worden sein sollen.


Zugebrettert: Missiles aus dem Museum für den Lieblingsfeind Iran

OK – dann sind sie also erst mal seelenruhig hoch ins finnische Pietarsaari damit getuckert um Holz zu holen. Womöglich ganz offen, vielleicht unter Planen verborgen, falls das Schiff zu diesem Zeitpunkt nichts geladen hatte. Und dann sind sie – jetzt unter Holz versteckt – wieder zurück und anschließend wurde dieses Entführungsdrama veranstaltet, damit es auch auffällt oder wozu auch immer.

Ein Schwindel erregende Vorstellung. Was natürlich die Theorie nicht hinfällig macht, dass da etwas auf dem Schiff war, was dort nicht hingehörte.

Aber ein alter Geheimdiensttrick geht so: Schlage bei einem Schiff heftig mit den (Schwimm-) Flügeln, mit den drei anderen ziehst Du mit der heißen Ware husch um die nächste Ecke. Oder ein weiterer: Fixiere ein Ereignis auf einen bestimmten Zeitpunkt, um vom vorherigen Verlauf abzulenken.

Es muss auf jeden Fall einen gewichtigen Grund geben, wieso das Schiff bisher unsichtbar bleibt. Folgendes kommt in Betracht:

  • Es werden derzeit unerwünschte Spuren beseitigt, von einer Ladung oder von der Befreiung
  • Eine Gefahrensituation, welche auch immer, besteht weiter
  • Das Schiff ist entweder gesunken oder so schwer beschädigt, dass man es der Öffentlichkeit nicht plausibel machen könnte
  • Die Arctic Sea ist nicht die Arctic Sea. Ein anderer Frachter hat den AIS-Sender, die entsprechenden Papiere und den Anstrich. (Das letzte Archiv-Foto stammt von Dez. 2008).

In den letzten beiden Fällen würde dies wahrscheinlich früher oder später auffliegen, zumal inzwischen den europäischen Behörden ein Mituntersuchungsrecht nicht ausdrücklich abgesprochen wurde. Es sei denn, das Schiff fällt auf dem Weg nach Noworossijsk einem bedauerlichen Unfall zum Opfer.

Der zweite große Honey-Pot ist das AIS Signal der Arctic Sea aus dem Golf von Biskaya am 15.08, dessen Existenz später dementiert wurde. Es ist aber existent und wurde aufgezeichnet. Wenn es nicht die letzte Position der Arctic Sea war, dann wurde es entweder durch Manipulation geklont oder es wurde durch die Bergung des Senders ausgelöst.

Im ersten Fall konnten sich die Manipulateure sicher sein, dass das Signal nicht an Land ankommen würde, da die Empfangsstation Nantes seit Tagen abgeschaltet war und der Sender sich außerhalb des üblichen Empfangsbereiches befand. Das Pech war: An diesem Tag gab es wetterbedingte Überreichweiten.


Mysterium: Das doppelte Lottchen im Kielwasser der Arctic Sea

Und last aber auf keinen Fall least sind da noch die AIS-Spuren vor dem angeblichen Überfall am 22. Juli. Es entsteht der Eindruck, als wäre ein zweites Schiff mit der identischen Kennung der Arctic Sea in Abstand von etwa einer halben Stunde hinterhergefahren, und das etwa drei Stunden lang.

Diesen und anderen Fragen sollten die investigativen Sitzfleischreporter von der Presse auf den Grund gehen und sich nicht von ukrainischen Propagandapubsern raketenhaft in die Irre führen lassen.

Hier noch die Namen der Entführer, gegen die inzwischen Haftbefehl erlassen wurde: Alexei Andryushin, Yevgeny Mironov, Dmitri Bartenev, Igor Borisov, Vitaliy Lepin, Alex Boulet, Andrey Lunev und Dmitriys Savinf.

News:
Haftbefehl gegen Piraten
(n-tv.de, 21.08.2009)
Arctic Sea – Umweltschützer als Piraten?
(russland.ru, 21.08.2009)
Rogosin: „Arctic Sea“ war kein russisches „Irangate“
(Russland.ru, 20.08.2009)

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Die Kaperung der Arctic Sea: Fakten, Indizien, Spekulationen

Dr. Alexander von Paleske – 21.8. 2009 — Alle reden jetzt vom Waffentransport für den Iran – wir nicht, denn das haben wir längst getan.

Bevor wir auf Spekulationen kommen, halten wir uns an die Fakten:

Die Arctic Sea verliess am 21. Juli 2009 den finnischen Hafen Pietarsaari, an Bord 6700 Kubikmeter Holz.

Zielhafen Algiers. Zuvor befand sich das Schiff in Kaliningrad für zwei Wochen „zur Reparatur“

Drei Tage später enterte ein Kommando das Schiff. Das Kommando bestand aus 8 Männern, osteuropäischer Herkunft. Auf ihren Pullovern war „Polis“ zu lesen, das schwedische Wort für Polizei.

19 Tage war das Schiff dann angeblich nicht auffindbar, schon hier gibt es widersprüchliche Meldungen.

Das Schiff wurde am 18.8 dann 500 km vor der westafrikanischen Inselrepublik Kap Verde „entdeckt“. Die Entführer und die 15 köpfige Mannschaft wurden an Bord eines russischen Kriegsschiffs genommen.

Gestern trafen die angeblichen Entführer, 11 Männer der Schiffsbesatzung und eine Gruppe von russischen Armeeangehörigen, welche die erste Befragung durchführen sollte, In Moskau ein.

Zum Transport wurden drei Transportmaschinen des Typs Ilyushin IL 76 verwendet, Transportflugzeuge, die auch Panzer befördern können.

Die Crew der Arctic Sea wurde zusammen mit den angeblichen Entführern in das Geheimdienst-Gefängnis Lefortowo eingeliefert, zur Befragung wie es hiess.

Der israelische Staatspräsident Shimon Peres traf in Sotchi am 18.8. 2009 mit dem russischen Staatspräsidenten Medwedew zusammen.Am gleichen Tag kam die Besatzung der Arctic Sea frei. Hauptthema: Iran.

INDIZIEN
Normalerweise hätte man wohl erwarten dürfen, dass die Crew mit rotem Teppich empfangen würde, deren Familien am Flughafen.
Ebenfalls die internationale Presse und Fernsehteams aus aller Welt. Erste Erlebnisberichte.

Nichts davon. Stattdessen Einlieferung ins berüchtigte Lefortowo-Gefängnis.

Die Befragung der Crew dort sollte nach offiziellen Angaben dem Zweck dienen, herauszufinden, ob jemand aus der Crew mit den Entführern zusammengearbeitet hatte.

Eine derartige Vorgehensweise darf man wohl kaum annehmen, wenn es sich um eine „normale“ Entführung handelte, wohl aber dann, wenn sich noch eine geheime Ladung an Bord befand und möglicherweise ein Besatzungsmitglied die Info – an wen auch immer – weitergeleitet hat.
.
Kein Angehöriger der Crew konnte bisher mit seiner Familie sprechen, Familien, die vermutlich Tage der Angst und Panik hinter sich hatten.

Das Schiff steuert nun auch nicht Algiers an, um die Holzladung zu löschen, sondern offenbar mit der Ladung einen russischen Schwarzmeerhafen.

SPEKULATIONEN
Wir haben von Anfang an den nicht unbegründeten Verdacht geäussert, dass die Ladung wohl letztlich für den Iran oder aber Syrien bestimmt ist, und haben uns heftige, allerdings vorwiegend unqualifizierte, Kritik eingehandelt.
Nunmehr wird diese Vermutung national und international geäussert.

Raketen für den Iran?
Konkreter: Es soll sich um hochmoderne Luftabwehrraketen des Typs S 300 handeln.


Boden-Luftrakete S-300

Sollte sich diese Version bestätigen, dann gibt es praktisch nur ein Land, das extrem heftiges Interesse hat, diese Lieferung zu unterbinden: Israel. Auch das haben wir in unserem ersten Artikel bereits dargelegt.

Was ist mit der Lösegeldforderung?
Die Höhe und die Art und Weise der Forderung wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet.
Es könnte durchaus sein, dass diese Forderung als falsche Fährte ausgelegt wurde.

Und die Kapercrew?
Da könnte es sich durchaus um Leute handeln, die für entsprechendes Geld diesen Auftrag von einem ausländischen Geheimdienst übernommen haben.

Warum keine frühere Befreiung?
Die NATO wusste ja nach eigenen Angaben die ganze Zeit, wo sich das Schiff jeweils befand. Man hätte daher eine zügige Befreiungsaktion erwarten dürfen.

Erklärung aus Brüssel und von anderswo: „Wir hätten erheblichen Aerger mit den Russen bekommen“

Das Schiff ist in Malta registriert, die Reederei ist finnisch, lediglich die Besatzung ist russisch. Die Kaperung fand in schwedischen Hoheitsgewässern statt.

Damit hätte das Zugriffsrecht und die Zugriffsverpflichtung klar bei europäischen Ländern gelegen. Aber die Ladung, so sie denn mehr war, als nur finnische Holzlatten, wäre dann entdeckt worden. Und damit könnten dann keine Pseudoerklärungen und Ablenkmanöver mehr stattfinden. Der Skandal, so er denn einer ist, wäre aufgeflogen.

Da drängt sich der Verdacht auf, dass im Hintergrund längst hektische Verhandlungen liefen, z.B. ihr bekommt die Crew und das Schiff, im Gegenzug schafft die Ware zurück nach Russland, bei denen die NATO selbstverständlich nicht stören wollte..

Stoff für Hollywood
Dies sei ein Stoff für Hollywood hiess aus Kreisen der EU-Kommission. Eine einfache Geiselnahme ein Stoff für Hollywood? Wer soll das glauben?
Nun ja, Hollywood macht auch inhaltslose Filme.

FAZIT
Nur die Ladung schafft Klarheit

Nur wenn Klarheit über die wirkliche Ladung besteht, wird man endgültige Schlüsse ziehen können.

Eine derartige Aufklärung ist weder von der russischen Regierung zu erwarten, noch von einem „Dienst“ wie dem Mossad.

Man kann nur hoffen, dass ein Insider anfängt auszupacken – dann allerdings müsste er bei einem wirklichen Waffentransport wohl um sein Leben fürchten.

Bis dahin sind die genannten Indizien jedoch geeignet, an der offiziellen Version erhebliche Zweifel aufkommen zu lassen und unsere bereits vor 9 Tagen geäusserte Vermutung zu stützen, dass nämlich ein Geheimdienst, am ehesten der israelische Geheimdienst Mossad, hinter der Kaperung steckt. Dieser Verdacht wird mittlerweile selbst in der seriösen israelischen Zeitung Jerusalem Post geäussert.

E-Mail avpaleske(at)botsnet.bw

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Arctic Sea“- Kaperung: Indizien deuten auf Geheimdienstaktion – vermutlich Mossad – und nicht Piraten
Arctic Sea – Die Besatzung ist frei, die Fragen bleiben
Geheimdienste in das Verschwinden der „Arctic Sea“ verwickelt?
Israel bereitet sich auf einen Vergeltungsschlag des Iran vor
Mission impossible – Josef Joffes Iran-Kriegs-Artikel in der ZEIT
Greift Israel den Iran an ?
Sindbad, der Iranfahrer oder: wie man beim BND einen nutzlos gewordenen „Top-Spion“ los wird
Ein “investigativer“ israelischer Journalist und Geschichten, die der Mossad erzählte
Der Iran, das Atomprogramm und Ahmadinejad
linkIran: Der Krieg rückt näher
linkGasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug – auf den Spuren des Moshe Regev
Keine Freilassung des Waffenhändlers Nahum Manbar zu erwarten
linkMassenvernichtungswaffen in den Iran – Schmierige Geschäfte internationaler Kriegstreiber
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Prozess in Suedafrika und Banditen im Nuklearbereich
linkNahost-Neue Eskalationsstufe erreicht
Lügen vor dem Irakkrieg und Vorbereitungen für den Irankrieg
linkIsrael has a long history of supplying Iran with weapons
US aganist Iran (Gerhard Merz)
linkA Coup for a Mountain of Wonga

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Dokumentation: Arctic Sea meets Arctic Spirit

World Content News – Arctic Sea wieder da – Mannschaft wohlauf hieß es in den letzten Meldungen. Doch auch die Presse ist zunehmend skeptischer geworden. Wer sagt uns denn, dass das Drama – wenn es denn überhaupt eins gab – inzwischen vorbei ist? Nachrichten Heute bleibt auf Kurs und hat ein Schwesterchen der Arctic Sea entdeckt, das kurz zuvor einen Unfall hatte. Und jetzt geht es in die Vollen: War es ein Versicherungsbetrug? Oder vielleicht doch ein stilles atomares russisch-finnisches Partnerschaftsprojekt?

Fangen wir von vorne an: Bevor die Arctic Sea Kurs auf den finnischen Hafen Pietarsaari nahm, hielt sie sich zwei Wochen lang auf der Pregol-Werft im russischen Kaliningrad auf. Dort ist sie angeblich repariert worden.

Am 18.07., am frühen Abend, das Schiff befindet sich auf Nordkurs nach Finnland, kommt es zu einer familiären Begegnung: Die „Arctic Sea“ dürfte etwa auf der Höhe von Gotland in Sichtweite an ihrem Schwesterschiff, der „Arctic Spirit“ (AIS hier, Foto hier) vorbeigetuckert sein, das südwärts in den englischen Kanal unterwegs war. Die Arctic Spirit wird ebenfalls von der finnisch-russischen Reederei Solchart gemanagt und sollte ursprünglich nach dem Willen der Eigentümer für Erdgastransporte umgebaut werden. Sie fährt erst seit kurzem unter der Flagge von Malta (vorher Bahamas, Teekay Ltd).


Arctic Sea, Arctic Spirit: Auf dem Holzweg oder des Rätsels Lösung?

OK- eigentlich nichts Besonderes. Warum sich eine Beschäftigung mit diesem Schiff dennoch lohnen könnte: Zum einen sind alle Webseiten, die Solchart als Manager ausweisen, kürzlich gelöscht worden und befinden sich nur noch im Google-Cache. Der nächste Schock folgt auf dem Fuße: Am 16. Juli 2009 berichtet die finnische Zeitung „Kymen Sanomat“ folgende Begebenheit:

LOVIISA. The timber was loaded, the ship called the Arctic Spirit began to flood Valkonen port of Loviisa. Eastern Uusimaa rescue received a notification of a sinking ship on Wednesday evening. The water has been pumped up about. Water flooding of the ship began in the engine room, but the precise cause of water entry is not yet known. The ship would have been ready to go.

(finnisch-englische Übersetzung, Quelle im Original)

Loviisa ist eine Stadt an der Südostküste Finnlands. Dort brütet auch ein Atomkraftwerk sowjetischer Bauart namens Olkiluoto vor sich hin, und ein Endlager lässt ebenfalls grüßen. Klick? Soviel Pech aber auch für diesen Reeder – zwei große Vorkommnisse innerhalb einer Woche – oder waren es gar keine?

Rekonstruktion: Das Schwesterschiff hatte also in Finnland ebenfalls Holz geladen, Wasser war in die „Arctic Spirit“ eingedrungen. Möglicherweise Beschädigungen im Maschinenraum, vielleicht war auch die Holzladung betroffen. Dieses Schiff trifft sich zwei Tage später mit der Arctic Sea am 18.07. vor Gotland, die zu diesem Zeitpunkt ohne Ladung gewesen sein dürfte. Oder sie hatte eben doch etwas aus Kaliningrad an Bord (siehe unten), das beim Stelldichlein „über die Reling ging“.

Eine andere Quelle aus Russland (Maritime Sovfracht) bestätigt sowohl den Unfall als auch den Operator:

Leaks in the engine department of the Russian dry cargo ship, Finland
July 16, discovered a leak in the engine department of the Russian dry cargo ship Arctic Spirit, when the Finnish port of Loviisa. That is all that is known. Bulk carrier Arctic Spirit (formerly Peacock Vinogradov) – 7850 deadweight tons, built in 1987, the flag of Malta, the operator Solchart Arkhangelsk Ltd Arkhangelsk.
(russisch-englische Übersetzung)

Aha. Da verwundert es nicht – das stand u.a. auch in der taz:

„…Auch Michail Wojtenko, Chefredakteur des Fachdienstes Sovfracht Maritime Bulletin (siehe oben) glaubt an die Theorie einer „geheimen Ladung“, möglicherweise in Kaliningrad an Bord genommen. Er vermutet eine wie immer geartete „staatliche Beteiligung“. …(Quelle)

Folgt man seiner Theorie, bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen: Hat die Arctic Sea etwas nach Pietarsaari mitgebracht oder die Arctic Spirit etwas von Loviisa herausgeschafft? Oder umgekehrt, oder war gar noch ein drittes Schiff von Solchart im Spiel? Oder, oder … die Hirnrinde dreht sich weiter.

Übrigens, Wojtenko hat inzwischen die Segel gestrichen: „Für mich ist die Sache vorbei“.

Wer den obigen Quellen nicht glaubt, sogar einen deutschen Bericht gibt es inzwischen:

Frachter hatte Wassereinbruch im Maschinenraum
( 17.7.09 ) Der unter Malta-Flagge laufende Frachter „Arctic Spirit“, 6.395 BRZ (IMO-Nr.: 8419128) erlitt am 16.7. im Hafen des finnischen Loviisa einen Wassereinbruch im Maschinenraum. Das Schiff war dort am 12.7. von Felixstowe kommend eingetroffen. Das Schiff gehört zur Klasse der Holzfrachter, die in der Vergangenheit mehrfach durch Untergang oder Ladungsverlust auffielen. Schwesterschiffe sind z.B. die im Ärmelkanal gesunkene „Ice Prince“, die „Kodima“ und die „Sinegorsk“.

(Quelle: Seenotfälle Juli 2009)

Wer ist Solchart Management? From lloydslist.com:

Solchart Arkhangelsk is one of three companies within a small group involved in chartering of dry cargo vessels for the transport of timber, predominantly from Finland, but also from Sweden and, to a lesser degree Russia. Mostly they serve on long-term contracts with major timber exporters, including Finnforest and Rauma-Enso, also known as Rets Timber.

The group controls five general cargo ships. In addition to Arctic Sea, these include 1996-built, 7,239 dwt Arctic Sky; 1987-built, 7,850 dwt Arctic Spirit; 1990-built, 7,850 dwt Arctic Star; and 1990-built, 7,075 dwt Solombala. All are ultimately owned by single shipowning companies registered in Liberia and Malta.

Quelle (Cache)

Fehlt noch die Meldung: Die Arctic Sea soll bei ihrer Befreiung aus Piratenhand beschädigt worden sein. Doch Versicherungsbetrug mit staatlicher Beihilfe? – oder siehe oben.

Punkt. Aus. Letzter Beitrag zu diesem Thema auf WCN. Spekulieren und untersuchen mögen ab jetzt andere, mehr als ein kleines Bullauge lässt sich mit Internetrecherchen alleine bei diesem Kaliber nicht aufmachen … Die jüngsten Märchenversionen wie immer bei Google News. Mit etwas Glück findet man ja vielleicht dort auch bald die Arctic Spirit.

Arctic Sea: Bisherige Artikel von World.Content.News

Arctic Sea: Bisherige Artikel vom Seefahrer-Blog

Dieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

spionage

Geheimdienste in das Verschwinden der „Arctic Sea“ verwickelt?

World Content News – Am Samstag morgen wurde im Golf von Biskaya zwischen Bordeaux und Nantes ein Signal des Automatische Identifizierungssystems des seit zwei Wochen verschwundenen Frachters „Arctic Sea“ aufgefangen, das auch im Internet festgehalten ist.

Dumm nur: Statt des vermissten Holz-Schiffchens hat die französische Marine drei russische Kriegsschiffe ausgemacht, die sich zum Zeitpunkt des Signals vor Ort und Stelle befanden. Auch der Focus spekuliert: Das AIS-Gerät befinde sich möglicherweise nicht mehr an Bord der „Arctic Sea“.


AIS-Signal (15.08.): Kriegsschiff auf dem Holzweg

Nur um es noch mal festzunageln:

Eine russische Marine-Website meldete, am Samstagvormittag sei ein Signal der «Arctic Sea» aus dem Golf von Biskaya empfangen worden. Möglicherweise befinde sich aber das Gerät des Automatischen Identifikationssystems (AIS) nicht mehr an Bord des Frachters, schrieb die Seite «Sowfracht». Das Signal sei nach etwa einer Stunde verschwunden. Der französische Marinesprecher Kapitänleutnant Jerome Baroe dementierte die russischen Angaben und erklärte, das Signal sei von russischen Kriegsschiffen auf dem Weg vom Mittelmeer in die Ostsee gekommen.
Quelle

Die vielen Widersprüche und Ablenkungsmanöver, die seltsamen Schiffskurven zwei Tage vor dem angeblichen Hijacking – langsam droht es zur Gewissheit zu werden, dass sich die lächerliche Piratenstory zu einer skandalösen Geheimdienst- oder Militärangelegenheit ausweitet.


Holzfrachter (22.07.): Vor „Schiffsdurchsuchung“ (24.07.)
ziellos hin und her gekurvt

Welches Material da von wem, ausgerüstet mit dem AIS-System des Frachters, heimlich durch die Nordsee geschippert wurde, bleibt vorerst ebenso unklar wie der Verbleib des vermissten Schiffes.

Im Internet kursieren inzwischen Vergleiche mit dem Untergang der Estonia im Jahr 1994 oder zur israelischen Operation Plumbat von 1968.

Und als das deutsche Frachtschiff MS Wehr Elbe Anfang 2009 in Europa dabei ertappt wurde, wie es für den Gaza-Krieg 14.000 Tonnen Waffen heimlich und ohne Beförderungsgenehmigung nach Israel brachte, darunter befand sich auch der durch die Genfer Konvention geächtete „Weiße Phosphor“, schaltete es kurzerhand das Positionssystem aus.

Es ist fast schon folgerichtig, dass das Seeräubergarn jetzt erst mal weiter gesponnen wird. Inzwischen sind erste Lösegeldforderungen aufgetaucht. Die Medien springen dankbar drauf an. Bald wird man uns auch stolz die Schurken präsentieren können. Und den über Bord geworfenen AIS-Sender hat man natürlich gefunden und aus dem Meer geborgen.

Aber wer die letzten Tage aufmerksam verfolgt hat, ahnt, die Verwirrung war taktischer Natur, die Reederei war von Anfang an verwickelt und bei der NATO weiß man auch mehr, als man zugeben möchte.

Am Sonntag dann der nächste Versuch, die rumorenden Gerüchte abzuwürgen, was wiederum noch mehr Fragen aufwirft. Diesmal hat sich der Focus auf den finnischen Hafen von Pietarsaari verlagert, wo die „Arctic Sea“ 4.700 Tonnen Holz aufnahm und am Morgen des 22. Juli gegen 2:30 Uhr MESZ auslief.

Nach Gerüchten über eine mögliche atomare Fracht an Bord des Schiffes hat der Leiter der finnischen Strahlenschutzbehörde, Jukka Laaksonen, überraschend erklärt, die „Arctic Sea“ wäre vor ihrem Auslaufen auf Radioaktivität hin geprüft worden, die Messungen hätten jedoch nichts ergeben.

Grund für die Untersuchung seien „dumme“ Feuerwehrleute gewesen, die einen entsprechenden Verdacht auf radioaktive Verseuchung gehabt hätten. Man beachte: In seinem Statement kommt das Wort „stupid“ gleich vier Mal vor.

Blicken wir kurz zurück: Am Freitag nachmittag berichtete die finnische Zeitung „Österbottens Tidning„, die örtliche Feuerwehr habe einen „Tipp“ über Reste von Radioaktivität auf einem Lastenkai in Pietarsaari erhalten, Daraufhin seien Messungen veranlasst, aber gleich wieder abgebrochen worden, weil die finnische Strahlenschutzbehörde (STUK) eingeschritten sei und die Messungen für „nicht notwendig“ erachtet habe. Dies könnte nur in dem Fall geschehen, falls ein entsprechendes Ersuchen von der Polizei oder seitens der Regierung gestellt würde.

Die britische „Mail on Sunday“ wiederum, die mit Reportern vor Ort war, zeigt Bilder vom Wochenende, wo Offizielle den Kai mit Strahlenmessgeräten absuchen

Wer war denn da so hartnäckig – und warum?

Zum Schluss – wirklich nur am Rande – bemerkt 🙂

Der Golf von Biscaya, wo am Samstag das ominöse Signal aufgefangen wurde, ist derzeit von Schiffen wie leergefegt. Während sich bei Brest über 360 Schiffe tummeln, ist an der portugiesischen Atlantikküste bis hinunter ins südspanische Cádiz nur ein einziges auszumachen. Ist dort die Schweinegrippe ausgebrochen? Oder haben die Schiffe nur ihr AIS abgeschaltet, um Ortungen nicht zu behindern? (Stand: Sonntag 19:00 Uhr).

Quellen:
Experte: „Das Ganze ist sehr mysteriös“
(Badische Zeitung, 15.08.2009)
Die russische Spur
(Vlothoer Anzeiger, 15.08.2009)
Bericht über abgebrochene Radioaktivitätsprüfung
(Der Standard, 15.08.2009)
Reederei erhält Lösegeldforderung für „Arctic Sea“
(Spiegel Online, 15.08.2009)
“Arctic Sea”: Versteckspiel mit der Welt – grandiose Vertuschungsaktion
(Radio Utopie, 15.08.2009)
„Arctic Sea“- Kaperung: Indizien deuten auf Geheimdienstaktion…
(oraclesyndicate.twoday.net, 13.08.2009)

vorherige Artikel von World.Content.News:
„Arctic Sea“ wieder da? Gerüchte und Dementis schlagen immer höhere Wellen
(15.08.2009)
„Arctic Sea“: Angeblich vor Kapverdischen Inseln gesichtet – Zweites Schiff im Funkschatten?
(14.08.2009)
Frachter „Arctic Sea“ – Von der DEA gehijackt?
(13.08.2009)

Dieser Artikel erschien erstmailg bei World Content News

spionage

Secrets and the C.I.A.

Melvin A. Goodman – My 24 years as an analyst at the Central Intelligence Agency (1966-90) taught me that national security is only the ostensible reason for using the state secrets privilege in cases before the court. The real reason usually has more to do with national embarrassment and not national security.

National embarrassment is the reason we have not seen the additional photographic evidence of torture and abuse; the C.I.A. investigation from 2004 on detentions and interrogations; a C.I.A. investigation on the agency’s role in the downing of a missionary plane in Peru in 2001; and numerous documents that reveal the C.I.A.’s politicization of intelligence on the Soviet Union and Central America in the 1980s.

If Congress ever got around to giving genuine whistleblower protection to members of the intelligence community, this country might get some idea of the extent of the perfidy and duplicity of some government officials.

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Das Protokoll: Mordkomplott gegen Arafat

World Content NewsFaruk al Kadumi, ein Mitglied des PLO-Exekutivkomitees, hatte am Sonntag während einer Pressekonferenz in der jordanischen Hauptstadt Amman ein angebliches Transkript eines Treffens zwischen Abbas, dem Ex-Geheimdienstchef Muhammed Dahlan und Scharon (im März 2004) vorgestellt. Inhalt: Abbas und sein ehemaliger Sicherheitsberater Mohammed Dahlan hätten zusammen mit den Israeli die Vergiftung des historischen Palästinenserführers Arafat betrieben. Anbei die ins Englische übersetzte Version.

TRANSCRIPT translated by Toufic Haddad

Sharon: I insisted on this meeting before the [Aqaba] Summit so we can finalize all security matter and put the final touches so as not to encounter any confusion or discrepancies in the future.

Dahlan: If you didn’t ask for this meeting, I would have.

Sharon: To begin with, work must begin on killing all the military and political leaders of Hamas, the [Islamic] Jihad, the Popular Front [for the Liberation of Palestine – PFLP] so as to bring about chaos in their ranks, and to allow you to pounce on them easily.

Abu Mazen: In this way, we will inevitably fail. We won’t be able to get rid of them or confront them.

Sharon: So then, what’s your plan?

Dahlan: We told you our plan and informed you of it. And to the Americans [the plans were sent] in writing. We need firstly to have a period of quiet so we can wrest control over all the [Palestinian] security services and all the institutions [of the Palestinian Authority].

Sharon: As long as Arafat is around in the Moqata’ [the Palestinian Authority headquarters] in Ramallah, you will certainly fail. This fox [Arafat] will surprise you as he did in the past.  Because he knows what you intend to do. And he will work towards your failure and put inevitable obstacles. He’ll proclaim, as the [Palestinian] street does, that you are being used to do the dirty work of the era.

Dahlan: We’ll see who uses the other.

Sharon: The first step needs to be to kill Arafat by poisoning. I don’t want him exiled, except if there are guarantees from the concerned states that he will be under house arrest. Otherwise Arafat will return to living on a plane [a reference to Arafat’s frequent travels before his return to the OPT to drum up support for the Palestinian position internationally.]

Abu Mazen: If Arafat dies before we are able to have control on the ground and all the institutions, and over Fateh, and [Fateh’s armed wing] the Al Aqsa Martyr Brigades, then we will face great complications.

Sharon: On the contrary, you won’t control anything as long as Arafat is alive.

Abu Mazen: The plan needs to be where we pass everything through Arafat.  This will be more successful for us and for you. During the period of clashing with Palestinian organizations and the assassination of its leadership and its member – these matters will bring with them consequences for Arafat himself. And he can’t say to the people that this is the work of Abu Mazen. But it is the work of the head of the PA. For I know Arafat well. He doesn’t accept to be on the margins. He needs to be the leader, even if he has lost all his options, and when he has no option but civil war. He prefers to be the leader.

Sharon: You used to say before Camp David that Arafat is the last to know and [then] Barak, Clinton and Tenet were surprised that he is the decider [i.e that Arafat feigned ignorance, but knew what was going on all along, engineering it as such.] Perhaps you do not learn from the past.

Dahlan: We have now gone about creating a [security] apparatus composed of the police and the Preventative Security [force (PS)- a wing of the PA security agencies created to prevent Palestinian attacks against Israel], numbering 1800 persons. This combination [is done] so that we are able to integrate those you nominated [to be included in the apparatus] on the basis that each party of the police and the PS, will believe that the members are from the other [security] apparatus. We can increase [personnel] where we want. We are now putting all the officers from all the agencies before difficult choices. We’ll squeeze them by all means so they follow us. And we will work to isolate all the officers who will be an obstacle for us. And we will not wait. We have started to work intensely. And we put the most dangerous figures from Hamas and the Jihad and the Al Aqsa Martyr Brigades beneath surveillance. So that if you were to now ask me the most dangerous five [of them], I would be able to tell you their location with precision. This facilitates your quick response for any activity that takes place against you. We are now working on penetrating the Palestinian organizations, forcefully, so in the coming period we will be able to dismember and liquidate them.

Sharon: You will find me supportive of you from the skies above for the targets that are difficult for you [a reference to Israel’s aerial-borne assassinations.] But I fear that Arafat has penetrated you, and has leaked your plans to Hamas, the [Islamic] Jihad [party] and others.

Dahlan: This apparatus has no relation to Arafat – not from near, nor from far. With the exception that the followers of each apparatus get their wages from the Ministry of Finance. We were able to deduct for the apparatus a specific budget to be able to cover all the expenses. And Arafat is loosing control. We won’t let him be in this period.

Sharon: We need to make it easier for you to liquidate the leaders of Hamas by way of creating a problem from the get go, so we can kill all the military and political leaders. In so doing we will open the way for you to take control on the ground.

Abu Mazen: In this way we will fail entirely, and we will not be able to accomplish anything from the plan. Rather the situation will explode without control over it.

The American Delegation: We see Dahlan’s plan is good. And we need to give them a period of quiet so as to achieve full control. And you need to withdraw for them from some of the areas to allow the Palestinian police to take over security. And if any [military] operation takes place, you return and you reoccupy the area harshly. So the people feel that those [who undertook the military operation] are a disaster upon them, and that they are the ones who force the Israeli army to return from the areas from which they have departed.

Sharon: Abu Mazen himself used to advise us that we shouldn’t withdraw before liquidating the infrastructure of terror. He needn’t be rewarded.

Abu Mazen: Yes I advised you of that but you did not succeed in that until now. I thought that you would succeed with this fast.

Dahlan: The levers of success are in our hands. Arafat has begun to loose control over matters bit by bit. And we have begun to take control over institutions more than in the past in addition to the joint security force from the PS and the police. It is under Colonel Hamdi Al Rifi. You know him well. And we sent you all the documents concerning these matters, in detail. What’s important here is that this force does not submit to Arafat, and takes no orders from him. And we will begin our work in the north of the Gaza strip as a beginning. As for the Al Aqsa Brigades, soon it will be like an open book before us. We have put in place a plan so that they will have a singular leader, and all those who impede us will be liquidated.

Sharon: I agree to this plan. And so that it quickly succeeds, and doesn’t take a long time, there is a need to kill the most important political leaders who are next to the military leaders. Like [Abdel Aziz al] Rantisi [Hamas political leader, assassinated in April 17, 2004], and Abdallah Shami [political leader of the Islamic Jihad, Gaza, still living], [Mahmoud] Zahhar [current top leader of Hamas in Gaza], and [Ismail] Abu Shanab [Hamas leader Gaza, assassinated August 21, 2003] and [Ismail] Haniyeh [current head of Hamas, elected Prime Minister in Jan. 2006, Gaza], Majdalawi [head of the PFLP, Gaza, still living] Mohammed Al Hindi [political leader of Islamic Jihad, Gaza – still living], Nafez Azzam [Islamic Jihad leader, Gaza, still living.]

Abu Mazen: This will detonate the situation, and will make us loose control over the whole situation. We need to start to work for a ceasefire, so we can control the situation on the ground. This will be more successful for you and for us.

Dahlan: Without a doubt, there is need for your support of us in the field. I support the killing of Rantisi and Abdalla al Shami because those, if killed, will create confusion and a large vacuum in the ranks of Hamas and the Islamic Jihad. Because they are the operational leadership.

Sharon: Now you have begun to get it Dahlan.

Dahlan: But not now. It’s necessary for you to withdraw for us from large parts of Gaza so we can have the large excuse, before the people.  And when Hamas and the Islamic Jihad violates the ceasefire, you can kill them.

Sharon: And if they don’t violate the ceasefire? Are you going to leave them to organize and prepare operations against us so that we will be surprised that this ceasefire worked against us…?

Dahlan: They can’t be patient during a ceasefire while their organizations are fragmenting. There upon, they will break the ceasefire. After that will be the chance to go after them. Then it’s your grace, Sharon.

The American Delegation: This is a reasonable and logical solution.

Sharon: I will not forget when you used to say to the [Israeli] Labor party and even to us that you are under control of everything, and the reality proved the opposite. Allow me to guide the way, my own special way.

Abu Mazen: The first condition in the Road Map stipulates that you undertake steps supportive of us in confronting terror. We see that the best support you can give us is to give us a part of the Gaza Strip so that we will be able exercise control over it. And we told you that we will not accept any authority other than the [Palestinian] Authority to be present on the land.

Sharon: We told you more than once that supportive steps means that we will support you in fighting terror…either by planes and tanks.

Abu Mazen: That will not be supportive of us.

Source

Kadumi will das Dokument damals von Arafat persönlich erhalten haben.

Hinweis: Zu diesem Zeitpunkt kann eine Authenzität nicht gewährleistet werden.

News:
Brisante Dokumente über ein Mordkomplott gegen Arafat
(Neue Zürcher Zeitung, 15.07.2009)
Palästinenser schließen Al-Dschasira-Büro
(Tagesspiegel, 15.07.2009)
PLO may expel Qaddumi over Arafat remarks
(australiansforpalestine.com, 15.07.2009)
Palestine Between US-Israel Dictate and Fatah Conflict
(kawther.info, 15.07.2009)

siehe auch:
Söhne von Mahmud Abbas erhielten „Entwicklungshilfe“ aus den USA (WCN, 16.05.2009)

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