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Eine Verhaftung und ein Todestag.

Dr. Alexander von Paleske – — 12.9. 2007 — Am letzten Sonntag wurde die Bürgermeisterin von Kapstadt, Helen Zille, Großnichte des berühmten Berliner Karikaturisten und Milieumalers Heinrich Zille, bei einer Demonstration von der Polizei für kurze Zeit verhaftet.

Helen Zille hatte es gewagt, mit anderen von ihrem, durch die Verfassung verbürgten, Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit Gebrauch zu machen. Die Demonstration richtete sich gegen die Druglords, und bei einem stadtbekannten Drugdealer wurde an die Tür geklopft.


Helen Zille – den Mut bei Drogendealern an die Tür zu klopfen

Heute jährt sich zum 30. Mal der Tag, an dem Steve Biko von Schergen des Apartheidregimes Südafrikas ermordet wurde.

Diese beiden Ereignisse haben scheinbar nichts miteinander zu tun, oder doch?

Helen Zille, Chefin der Oppositionspartei Democratic Alliance und eben Bürgermeisterin der schönsten Stadt Afrikas, in der auch Spiele der Fußballweltmeisterschaft in drei Jahren ausgetragen werden sollen, war vor 30 Jahren Journalistin bei der einzigen regimekritischen Zeitung Südafrikas, der Rand Daily Mail. Chefredakteur zum damaligen Zeitpunkt war Allister Sparks, bis heute einer der besten Journalisten Südafrikas, mit Nelson Mandela befreundet, dessen drei Bücher zur Geschichte Südafrikas, „The Mind of South Africa“, „Tomorrow is another Country“ und „Beyond the Miracle“ Standardwerke und Bestseller geworden sind.

Ein Anruf nach dem Tod
Nach dem Tode Steve Bikos erhielt Allister Sparks einen Anruf von dem Pathologen, der die Sektion der Leiche Bikos durchgeführt hatte. In einem mündlichen Gespräch teile er Sparks mit, entgegen den Behauptungen der Regierung Biko sei an den Folgen eines Hungerstreiks verstorben, er sei in Wahrheit an einer Hirnblutung aufgrund der ihm zugefügten Verletzungen verstorben. Eine Berufung auf diese Information war jedoch ausgeschlossen.

Sparks beauftragte daraufhin Helen Zille mit der Aufklärung dieses Verbrechens und, nachdem sie alle Details zusammenhatte, veröffentlichte dann die Rand Daily Mail ihren Bericht, der die Behauptungen der Regierung Lügen strafte. Helen Zille war und blieb Gegnerin des Apartheidregimes, versteckte auch ANC Aktivisten, trat aber nicht dem ANC bei.

Steve Biko- Ein Blick zurück
Steve Biko, einer der prominentesten Kämpfer gegen das Apartheidregime, geboren im Jahre 1946 in King Williamstown studierte er nach dem Schulbesuch Medizin und gründete an der Universität die South African Students Organisation SASO, deren Vorsitzender er wurde.

Seine größte politische Aktivität entfaltete er jedoch in der Black Consciousness Bewegung, deren Befreiungstheologie sowohl die psychologische Befreiung, das Abwerfen des Minderwertigkeitskomplexes, Stichwort: „Black is beautiful“, als auch die physische Befreiung beinhaltete. Biko war bereits zu Lebzeiten eine Legende.


Steve Biko

Vom ANC wurde diese Bewegung erbittert bekämpft, aber es waren gerade deren Ideen, die zum Aufstand in Soweto am 16. Juni 1976 führten und auch danach die Auseinandersetzungen bis zum Ende der Apartheid ideologisch stark beeinflussten.

Steve Biko wurde von der Apartheidregierung zum Staatsfeind erklärt, am 18.August 1977 verhaftet und im Polizeigewahrsam schwer misshandelt. Als Folge der schweren Misshandlungen erlitt er eine Hirnblutung und glitt ins Koma.

Die Polizei warf den Bewusstlosen, nachdem Ärzte seine Transportfähigkeit attestiert hatten, auf die Pritsche eines Landrovers und fuhr ihn ins 940 Kilometer entfernte Pretoria. Dort starb er, kurz nach dem Eintreffen am 12. September 1977.


Steve Biko: in Polizeigewahrsam schwer misshandelt und mit der Polizei trotz Hirnblutung 940 Kilometer in den Tod gereist.

Sehr spät hat auch der ANC die Rolle Bikos im Kampf gegen die Apartheid gewürdigt. Biko war zu keinem Zeitpunkt ein schwarzer Rassist,und seine Freundschaft mit dem Journalisten Donald Woods machte diesen zu einem Gegener der Apartheid.

Donald Woods schrieb eine Biografie über Steve Biko, welche später von Richard Attenborough verfilmt wurde, „Cry Freedom“.

Als ich heute meine schwarze Assistenzärztin fragte, was ihr der Name Steve Biko sagt, da antwortete sie „Das war doch dieser ANC Befreiungskämpfer“. Eigentlich schade, dass unter der jüngeren Generation diese herausragenden Persönlichkeiten etwas in Vergessenheit geraten sind.

Was würde wohl heute Steve Biko zu der Verhaftung von Helen Zille sagen?

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Simbabwes Erzbischof Ncube erklärt Rücktritt

Dr. Alexander von Paleske – Der Erzbischof Pius Ncube, auch “Löwe von Matabeleland“ genannt, einer der schärfsten Kritiker von Simbabwes Präsident Robert Mugabe, ist von seinem Amt zurückgetreten.

Der Geheimdienst Mugabes hatte in dessen Schlafzimmer eine versteckte Kamera installiert und die Aufnahmen dann im staatlichen Fernsehen gezeigt, wir berichteten darüber.


Pius Ncube – Bittere Grüsse vom Geheimdienst © Foto: Societas Verbi Divini, Botswana – http://www.svdbotswana.com

Damit hat sich Mugabe den schärfsten Kritiker vom Leibe geschafft, denn die Oppositionspartei MDC ist tief gespalten und deren Vorsitzender Morgan Tsvangirai unfähig, den Protest gegen das Regime Mugabe zu bündeln.

Fertig mit Lebensmittel
In Simbabwe selbst sind Nahrungsmittel kaum noch zu erhalten. Die Geschäfte sind, nachdem die Regierung eine drastische Reduzierung aller Preise für Waren und Dienstleistungen verfügt hatte leer und Tausende von Ladenbesitzern sind wegen angeblichen Verstoßes gegen diese Preisvorschriften vorübergehend ins Gefängnis gewandert.

Derweil verrottet der Mais bei den Bauern, weil die einzig zum Aufkauf autorisierte Agentur „Grain Marketing Board“ weder Fahrzeuge noch Treibstoff hat um den Mais zu transportieren. Der eigenständige Verkauf von Mais ist untersagt. Reihenweise schließen jetzt die Schulen, da die von der Regierung verfügten völlig unzulänglichen Schulgebühren die Kosten nicht mehr decken.

Viele der so genannten Boarding Schools, vergleichbar mit Internaten, haben wegen der völlig unzureichenden Versorgung mit Nahrungsmitteln die Schüler nach Hause schicken müssen.

Zur Nahrungsmittelkrise die Trinkwasserkrise
In Bulawayo, der zweitgrößten Stadt mit knapp 1 Million Einwohner ist die Trinkwasserversorgung in vielen Stadtteilen zusammengebrochen.

Die meisten Staudämme für die Trinkwasserversorgung sind leer, die Versorgung aus dem Grundwasser nördlich von Bulawayo klappt nicht mehr, nachdem der Staat die Stadt Bulawayo gezwungen hatte, über eine Agentur namens ZIMWA das Wasser von dort nun zu kaufen, aber keinerlei Erhaltungsmaßnahmen an den Pumpen stattfanden. Vorher hatte sich die Stadtverwaltung sich selbst darum gekümmert, musste aber alle Anlagen an ZIMWA abgeben.

In der Hauptstadt Harare sind zwar die Dämme für die Trinkwasserversorgung voll, aber die Pumpen funktionieren nicht mehr und für die Erhaltungsmaßnahmen fehlt das Geld. Mit dem Ausbruch von Seuchen, insbesondere Cholera, muss mit Beginn der Regenzeit im Oktober/November nun gerechnet werden.

Täglich versuchen nun bis zu 2000 Menschen über die Grenze nach Südafrika zu gelangen, mittlerweile auch Kinder.

Der Freie Fall eines Erzbischofs.
Simbabwe: Putschversuch – Polizisten quittieren Dienst, Hunger allenthalben
Südafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad
Südafrika: Tokyo Sexwale kandidiert
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Machtkampf am Kap
Bulelani Ngcuka and his Apartheid Soldiers
Simbabwes 27. Geburtstag: Kein Grund zum Feiern, außer für Mugabe und seine Lakaien
SIMBABWE – Polizei mordet, Minister buddeln nach Diamanten
Machtkampf am Kap
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Simbabwe – Katholische Bischöfe warnen vor Massenaufstand
Simbabwe – Streiks im Öffentlichen Dienst
Söldner für das letzte Gefecht – Angolanische Crack-Unit kommt nach Simbabwe“
Erzbischof greift Südafrikas Haltung im Simbabwe-Konflikt an
Simbabwe – Regierungsterror ohne Ende
Simbabwe vor Bürgerkrieg
Präsident der Afrikanischen Union distanziert sich von Mugabe
Simbabwe: Oppositionspolitiker schwer gefoltert
Mugabes Ende naht, Polizei schiesst mit scharfer Munition.
Zimbabwes Diktator Mugabe feiert seinen 83. Geburtstag – und sein Volk hungert
Ob die Israelis noch zuhören? Seht euch Zimbabwe an!
Zimbabwe: Mugabes Umzug ins Paradies
Südafrika: Thabo Mbekis Abschlussplan ohne AIDS

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Maulkorb und Rassismus – Folgt Südafrika Zimbabwe?

Dr. Alexander von Paleske —-8-9- 2007 —– Bedenkliche Nachrichten kommen aus Südafrika. Der Presse soll ein Maulkorb umgehängt werden und es zeigen sich erste Anzeichen von Rassissmus, diesmal schwarzer Rassismus. Als Lokomotivführer dieser Fahrt in den Irrsin fungiert Südafrikas Präsident Thabo Mbeki.

Es hatte alles so gut angefangen.
Nelson Mandela wurde der erste Präsident nach den ersten freien, gleichen und geheimen Wahlen in Südafrika im Jahre 1994. Zwar konnte er nicht durchsetzen, dass Cyril Ramaphosa Vizepräsident wurde, sondern Thabo Mbeki, aber er schaffte, was sonst keiner geschafft hätte, die Nation als „Rainbow Nation“ zu vereinen.

Akzeptiert und dann geliebt von allen, einschliesslich denen, die ihn für 27 Jahre eingesperrt hatten, versprach – und hielt – er, dass in Südafrika Platz für alle sei, ob Schwarz, Coloured oder Weiss.

Für die Versöhnung standen zwei herausragende Ereignisse, die scheinbar nichts miteinander zu tun hatten, der Rugby-World Cup im Jahre 1996, von Südafrika gewonnen, und die Wahrheitskommission (Truth and Reconciliation Commission) deren Aufgabe es war, Licht in das Dunkel der Verbrechen der Apartheid-Zeit zu bringen.

Es war die einzige Möglichkeit, den Opfern die Möglichkeit zu geben, über all die Misshandlungen zu berichten, und den Tätern, schonungslos alles offenzulegen, um damit Gnade zu erreichen. Nur so war es möglich, Licht in die ganze Palette der Verbrechen der Apartheidzeit zu bringen, gegen das gehaltene Versprechen von Begnadigung.

Es war ein Augiasstall der dort ausgemistet wurde, und es verlangte von derem Vorsitzenden, Erzbischof Desmond Tutu, das Äusserste ab, Tag für Tag den unfassbaren Verbrechen zuzuhören, die im Namen des südafrikanischen Apartheidsstaates über Jahrzehnte begangen wurden.


Thabo Mbeki spielt offenbar die Rassismus Karte aus

Man muss den Hass in Südafrika erlebt haben, Schwarz auf Weiss und Weiss auf Schwarz. Ich habe es erlebt als ich mit meiner Familie, schwarze Frau und deren schwarzen und meinen weissen Kindern im Jahre 1990 Südafrika und Namibia besuchte, um die Leistung Tutus zu würdigen.

Was interessieren mich meine Reden von gestern
Im Jahre 1996, damals noch Vizepräsident, hielt Thabo Mbeki eine bemerkenswerte Rede unter dem Thema „Ich bin ein Afrikaner“, in welcher er hervorhob, alle Südafrikaner, gleich welcher Hautfarbe, haben Platz unter dem Dach einer gemeinsamen Nation.

Vergessen, vorbei. Wie Robert Mugabe, der bei seinem Amtsantritt 1980 versprach , Schwerter würden nun zu Pflugscharen, in Zimbabwe sei Platz für alle und damit viele Weisse, die schon gepackt auf ihren Koffern sassen, zum Dableiben bewegte, später aber die Karte des Rassismus ausspielte, so spielt jetzt ebenfalls Thabo Mbeki offenbar diese Karte aus.

Ein Anti-Apartheid Journalist sieht rot
Max du Preez war Anti-Apartheid Journalist und seinerzeit Herausgeber der Zeitung „Vrye Weekblad“, einer Zeitung in Afrikaans, die viele der Apartheidverbrechen aufdeckte und als Antwort darauf im Juli 1990 mit einem Bombenanschlag seitens der Regierung bedacht wurde. Er erhielt, von Nelson Mandela im Jahre 1993 persönlich überreicht, den Preis für „Outstanding Journalism“.

Du Preez meldete sich in der vergangenen Woche in einer Kolumne der grössten südafrikanischen Tageszeitung „Star“ zu Wort. Unter dem Titel „I’m South African, irrespective of my colour“ geisselte er den nun aufkommenden Rassismus der Regierung Thabo Mbeki.

Er berichtete beispielhaft über die vergebliche Bewerbung eines Weissen, der an vorderster Front im Anti-Apartheidkampf gestanden hatte, für eine Top-Position. Die Stelle bekam ein gleich Qualifizierter, ein Schwarzer aus – Ghana.

Und nicht zu vergessen das Jubelbuch des Herrn Ronald Suresh Roberts für Thabo Mbeki „Fit to Govern“ ein Schinken, angereichert mit Rassismus – schwarzem Rassismus.

Letzte Woche durfte Herr Ronald Suresh Roberts in der Zeitung „Star“ eine weitere Attacke fahren, diesmal gegen den AIDS-Aktivisten Zackie Achmat, der Thabo Mbeki seit langer Zeit, zu Recht, wegen dessen Wahnfahrt in Sachen AIDS angegriffen hatte.

Gesundheitsministerin und Majestätsbeleidigung
In dieser Woche stand nun Manto Tshabalala-Msimang, Ärztin und Gesundheitsministerin Südafrikas, Mbeki-Vertraute und treü Begleiterin auf dessen AIDS-Wahnfahrt, in Botswana vorbetraft wegen Diebstahls und für 10 Jahre des Landes verwiesen, wir berichteten darüber, im Zentrum der Auseiandersetzungen..

Die Oppositionspartei im südafrikanischen Parlament „Democratic Alliance“ hatte wegen des Diebstahls der Ministerin „nachgefragt“. Nicht nur dass diese Nachfrage als unzulässig vom Parlamentspräsidenten zurückgewiesen wurde, sondern der Abgeordnete wurde für 5 Sitzungen ausgeschlossen.

Aber damit nicht genug, die Regierungspartei ANC will jetzt über ein Gesetz nachdenken, das der Presse einen Maulkorb umhängen soll, sodass Hintergrundinformationen, wie die über Mantos kriminelle Vergangenheit, in Zukunft unterbunden werden sollen.

Wie sagte doch Nelson Mandela: „Wenn ich mich am meisten über die Presse geärgert, habe, hatte sie meistens Recht…“ Er meinte dies allerdings als einen – wenn auch unbequemen- Anstoss des Nachdenkens für sich selbst, nicht aber um einen Maulkorb für die Presse auch nur in Erwägung zu ziehen.

Südafrikas Gesundheitsministerin wegen Säuferleber und Kleptomanie unter Beschuss
Südafrika: Thabo Mbekis erneutes Versagen in der AIDS Krise-Ministerin gefeuert
Machtkampf in Südafrika und Gipfel in Ghana
Südafrika: Thabo Mbekis Abschlussplan ohne AIDS
Kampf gegen AIDS: Gesundheitsministerin bevorzugt Gemüse statt Kondome
Das Ende einer Wahnfahrt – Südafrika wendet sich von den Virusleugnern ab
Südafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad
Südafrika: Tokyo Sexwale kandidiert
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Machtkampf am Kap
Bulelani Ngcuka and his Apartheid Soldiers

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US-Africom im südlichen Afrika unerwünscht

Dr. Alexander von Paleske – Die Staatengemeinschaft des südlichen Afrika, die vor knapp zwei Wochen zu einem Gipfeltreffen in der sambischen Hauptstadt Lusaka zusammenkam, hat beschlossen, den USA nicht zu erlauben, das neu gebildete Afrika-Kommando, Africom, wir berichteten darüber, von Stuttgart Möhringen in das südliche Afrika zu verlegen.


Afrikaner sollen für die Amerikaner Aufstände bekämpfen. Afrika will aber nicht

Als Basis war offenbar Botswana vorgesehen, dies meldete jedenfalls die lokale Wochenzeitung “Sunday Standard” vor zwei Wochen. Auch die Botschafterin der USA in Botswana ließ gesprächsweise durchblicken, Africom werde wohl nach Botswana kommen.

Kein Termin für Africom- Kommandeur
Eine Ahnung davon, wie unwillkommen Africom selbst in Südafrika ist, hatte der Africom-Kommandeur, US General Kip Ward, schon im vergangenen Monat in Südafrika zu spüren bekommen, als er an einem Seminar der Brenthurst Foundation teilnahm.

Obwohl US-Botschafter Eric Bost sich schon wochenlang vor dem Eintreffen des US Generals um einen Termin bei Südafrikas Verteidigungsminister Mosiuoa Lekota für Ward bemüht hatte, gab es kein Treffen zwischen den beiden. Lekota hatte keine Zeit für ihn.

Gestern erkläre Lekota dann vor Journalisten, alle Staaten des südlichen Afrika seien nicht bereit, als Basis für Africom zu dienen. Es sei nicht in ihrem Interesse, wenn die USA eine Militärpräsenz im südlichen Afrika schaffen und damit nur Unsicherheit hervorriefen.

Does Africa need AfriCom?
AFRICOM: Stuttgart wichtigste US-Basis im Wettlauf um Afrikas Öl
USA greifen nach Afrika

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Südafrikas Gesundheitsministerin wegen Säuferleber und Kleptomanie unter Beschuss

Dr. Alexander von Paleske – Eine Woche nach der Entlassung der stellvertretenden Gesundheitsministerin Madlala-Routledge, die sich durch die überfällige Änderung des Kurses in der Behandlung der katastrophalen AIDS-Seuche in Südafrika ausgezeichnet hatte, „Nachrichten Heute“ berichtete darüber, hat sich die südafrikanische Presse, allen voran die größte Wochenzeitung „Sunday Times“ auf die Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang eingeschossen.

Säuferleber oder Autoimmunhepatitis
Angefangen hatte es vor einer Woche mit der Veröffentlichung von Krankenhausunterlagen, woraus sich ergab, dass die Lebertransplantation bei der Gesundheitsministerin nicht gerechtfertigt war, weil bei ihr eine alkoholische Leberzirrhose – im Volksmund auch Säuferleber genannt – vorlag.

Das Gesundheitsministerium und die Ministerin hatten verlautbaren lassen, die Lebertransplantation sei wegen einer sogenannten Autoimmunhepatitis erfolgt, eine Erkrankung, bei der im Immunsystem eine Fehlregulation vorliegt, mit der Folge der Leberzerstörung. Dieser Unterschied ist wichtig, weil bei alkoholisch bedingter Leberzirrhose, wenn überhaupt, bei der Knappheit der Transplantate, erst bei nachgewiesener Alkoholabstinenz transplantiert wird. Auch in Deutschland wird in Einzelfällen von dieser Regelung abgewichen. Insofern besteht keinerlei Veranlassung mit dem Finger nach Afrika zu zeigen. Allerdings ist es journalistisch unethisch sich Krankenunterlagen zuspielen zu lassen und diese dann zu veröffentlichen.

Kleptomanie oder bloß Diebstahl?
Diese Woche legte die Sunday Times noch einmal nach. Neuer Vorwurf: Verurteilung wegen Diebstahls in Botswana.

Die Ministerin arbeitete von 1973 bis 1976 als Ärztin in Botswana und während dieser Zeit stahl sie von Patienten Wertgegenstände und Einrichtungsgegenstände aus dem Krankenhaus in Lobatse, etwa 50 km südlich der Hauptstadt Gaborone, wo sie ärztliche Direktorin war. Sie wurde verhaftet und eine Hausdurchsuchung erbrachte jede Menge Diebesguts. Manto Tshabalala Msimang wurde rechtskräftig verurteilt und für 10 Jahre des Landes verwiesen.

Mir selbst waren die Vorwürfe natürlich bekannt, gleichwohl habe ich in dem Artikel „Gemüse statt Kondome“ mich darauf beschränkt, den negativen Eindruck mitzuteilen, den sie hier hinterlassen hat. Denn es ist offensichtlich: die Ministerin leidet an Kleptomanie. Nach Aussagen von Ärztekollegen aus Südafrika lässt sie regelmäßig Badetücher mitgehen, wenn sie in einem Hotel übernachtet.

Nun ist Kleptomanie eine Krankheit und sicher ebenso wenig wie die Leberzirrhose geeignet, die Ministerin politisch anzugreifen.

Machtkampf und Fußball- WM
Diese Angriffe sind Teil des Machtkampf, der sich in Südafrika zurzeit abspielt, nämlich wer wird 2009 der nächste Präsident: Thabo Mbeki, Tokyo Sexwale, Jacob Zuma oder Cyril Ramaphosa.

Und während der Präsident seine Intrigenmaschine laufen lässt, wozu auch gefälschte E-Mails gehören, ist er plötzlich selbst schwer unter Beschuss. Denn die Angriffe auf die völlig inkompetente Gesundheitsministerin, die längst hätte entlassen werden müssen, gelten natürlich letztlich ihm.

Man kann kaum glauben, dass auch noch die Fußballweltmeisterschaft in drei Jahren ansteht, wenn man sieht, welch Zeitverzug bereits besteht und worauf die Politiker ihre Energien verschwenden.

Südafrika: Thabo Mbekis erneutes Versagen in der AIDS Krise-Ministerin gefeuert
Machtkampf in Südafrika und Gipfel in Ghana
Südafrika: Thabo Mbekis Abschlussplan ohne AIDS
Kampf gegen AIDS: Gesundheitsministerin bevorzugt Gemüse statt Kondome
Das Ende einer Wahnfahrt – Südafrika wendet sich von den Virusleugnern ab
Südafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad
Südafrika: Tokyo Sexwale kandidiert
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Machtkampf am Kap
Bulelani Ngcuka and his Apartheid Soldiers

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Gipfel in Lusaka – Applaus für Mugabe

Dr. Alexander von Paleske – Die Staatschefs der Staatengemeinschaft des südlichen Afrikas trafen sich vorgestern zu einem zweitägigen Gipfeltreffen. Dies war das 27. Gipfeltreffen einer regionalen Gemeinschaft. An deren Zustandekommen hatte der im Gründungsjahr 1980 verstorbene erste Präsident Botswanas, Sir Seretse Khama, einen großen Anteil.

Aus einer Gruppe von Frontlinienstaaten gegenüber Apartheid-Südafrika wurde nach dem Ende der Apartheid im Jahre 1994 aus der Southern Africa Development Coordination Conference SADCC die Southern African Development Community (SADC). Ihr Ziel: Eine regionale Wirtschaftsgemeinschaft zu schaffen, vergleichbar mit der EU, wobei neben der Harmonisierung der Steuern und der Wirtschaftpolitik als nächster Schritt die Abschaffung der Zölle innerhalb der Gemeinschaft und schließlich eine gemeinsame Währung stehen sollen.

Doch statt Fortschritte auf diesem Weg zu erzielen, ist der Weg durch die politische Führung eines Landes blockiert, das nach der Unabhängigkeit vor 27 Jahren die stärkste Wirtschaftsmacht Afrikas nach der Republik Südafrika war, das aber nun zu den armen Staaten Afrikas gehört: Simbabwe mit seinem 83-jährigen Präsidenten Robert Mugabe.

Wirtschaftlicher Niedergang ohne Bürgerkrieg
Simbabwe zählt zu den wenigen Ländern, die einstmals prosperierend, nun am Boden liegen, ohne dass ein Krieg stattgefunden hat:

Inflationsrate bei nunmehr 13.000 (dreizehntausend) Prozent
Arbeitslosigkeit mehr als 80 Prozent
Grundnahrungsmittel extrem knapp
Treibstoff kaum erhältlich
Gesundheitsdienst weitgehend zusammengebrochen,
Krankenhäuser weitgehend ohne Medikamente und Ärzte
Durchschnittliche Lebenserwartung 34 Jahre (1980: 58 Jahre)
Ständige Stromabschaltungen
1/3 der 12-Millionen Bevölkerung emigriert, vorwiegend nach Südafrika
aber auch Botswana, England und Australien
Täglich 1000 illegale Grenzübertritte nach Südafrika
Große Teile der Bevölkerung überleben nur Dank der Zuwendungen von im Ausland lebenden Familienmitgliedern.

Keine Maßregelung Mugabes
Bei dieser menschlichen und wirtschaftlichen Katastrophe würde man eigentlich eine Maßregelung von seitens der anderen Mitglieder von SADC auf Mugabe erwarten, ebenso deren Druck, insbesondere seitens Südafrikas. Dort, wo es zu einem massiven Anstieg der Kriminalität gerade auch durch die illegalen Immigranten aus Simbabwe gekommen ist, die keine Arbeit finden können und stattdessen von kriminellen Syndikaten angeheuert werden. Aber das Gegenteil ist der Fall.

Bei den letzten drei Treffen der Staatschefs von SADC in den letzten 12 Monaten in Maseru/Lesotho, Dar-es-Salaam/Tansania und jetzt Lusaka/Sambia wurde Mugabe bei seinem Erscheinen stürmisch gefeiert.

Beifall für was?
Wenn die Bevölkerung Simbabwes nichts zu feiern hat und hungert, warum wird dann der Staatschef gefeiert? Die Antwort darauf lautet:

Weil er einmal ein afrikanischer Befreiungsheld war, für einige immer noch ist;

weil er und sein Land während seiner Regierungszeit, bis zur Abschaffung der Apartheid und den ersten freien Wahlen in Südafrika im Jahre 1994 die Last des Kampfes gegen das Apartheidregime getragen haben, insbesondere durch den Einsatz seiner Armee in Mozambique, wo seine Truppen den Tete-Korridor in Mozambique, die Lebensader Malawis, offenhielten und außerdem verhinderten, dass eine von Südafrika massiv unterstützte Terrorgruppe namens „Renam“ die Oberhand gewann;

weil er die weißen Farmer von ihren Farmen jagte und England die Stirn bot;

weil er vor den Vereinten Nationen bei der Generalversammlung in New York vor zwei Jahren erstmalig, und dann immer wieder, die USA öffentlich wegen des Einmarsches im Irak attackierte und Tony Blair als einen Propheten der verdammungswürdigen Politik der USA bezeichnete – was stehende Ovationen bei der UN-Vollversammlung, nicht nur von arabischen Delegierten auslöste;

weil der Staatschef der größten Wirtschaftsmacht Afrikas, der Republik Südafrika, Präsident Thabo Mbeki, in seiner Politik einen versteckten Rassismus erkennen lässt, der Schwarz grundsätzlich als Gut und Weiß grundsätzlich als schlecht ansieht, eine Folge des weißen Rassismus, unter dem er mit seiner afrikanischen Bevölkerung über Jahrzehnte zu leiden hatte (diese Einstellung kann man Woche für Woche Woche in der südafrikanischen Wochenzeitung „City-Press“ verfolgen, dirigiert von dem Chefredakteur und Freund Mbekis, Mathata Tsedu);

weil Thabo Mbeki, insofern genau wie Mugabe, an der Macht bleiben will und über eine dritte Periode als ANC-Parteichef dann über eine Verfassungsänderung eine weitere Amtszeit als Präsident anstrebt.

Thabo Mbeki als Vermittler
Thabo Mbeki hatte vor drei Monaten in Dar-es-Salaam von der SADC das offizielle Mandat bekommen, vermittelnd tätig zu werden zwischen der Regierung Mugabe und der Opposition MDC, die ihrerseits entlang der ethnischen Linien gepalten ist in eine Shona-Mehrheitsfraktion und eine Ndebele-Minderheitsfraktion.

In Lusaka sollte Mbeki nun Bericht erstatten über erzielte Fortschritte bei seinen Vermittlungsbemühungen. Es gibt aber keine Fortschritte, da Mugabe gar nicht daran denkt, seine Macht zu teilen und bei den für März nächsten Jahres anstehenden Wahlen wieder antritt, und das bedeutet Terror, Einschüchterung und Wahlbetrug.

Schon bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2002, die durch Terror und Wahlbetrug gekennzeichnet waren, hatte Thabo Mbeki eine neu Formel erfunden: Statt fair und frei bzw. das Gegenteil unfair und Wahlbetrug erfand er für den Wahlausgang den Begriff „Legitim“, nach dem Motto: Ausgang gut – alles gut. Weil Mugabe also ein Freiheitskämpfer war ist seine Wiederwahl, folglich, ganz gleich unter welchen Umständen sie stattgefunden hat, akzeptabel, weil angeblich legitim.

Und wie wenig Mbeki selbst durchblickt, seit er im Jahre 2002 die Vermittlungsbemühungen in Zimbabwe aufnahm, von ihm als „Quiet Diplomacy“ bezeichnet, das zeigt sich an folgendem.

Gegenüber einem Journalisten und im Beisein seines Finanzministers Trevor Manuel berichtete er, dass die Vermittlungsbemühungen in Simbabwe weit fortgeschritten seien. Nur noch zwei Punkte müssten geklärt werden. Trevor Manuel verdrehte die Augen angesichts dieses Statements. Das war vor vier Jahren im Dezember 2003! In Wirklichkeit waren die Verhandlungen längst kollabiert.

Thabo Mbeki als „Alice in Wonderland“?
Nelson Mandela, der bei seiner Wahl zum Staatspräsidenten im Jahr 1994 nicht Thabo Mbeki, sondern Cyril Ramaphosa als Vize haben wollte, wurde kürzlich gefragt, warum statt Cyril Ramaphosa nicht seinerzeit Thabo Mbeki die Verhandlungen zur Beendigung der Apartheid und den ersten freien Wahlen (CODESA) geführt habe. Die Antwort lautete: „Dann würden wir ja heute noch verhandeln“. Und so sind die Aussichten für Simbabwe und SADC schlecht, solange der Tyrann Mugabe an der Macht ist.

Im südlichen Afrika fehlen heute Regierungschefs vom Kaliber eines Seretse Khama und eines Nelson Mandela, überzeugte Demokraten frei von Machthungrigkeit und Gegner jeglichen Rassismus, die sich nicht scheuen würden, Diktatur als Diktatur, Wahlbetrug als Wahlbetrug und Terror als Terror zu bezeichnen, und zwar nicht nur den Terror außerhalb Afrikas.

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Südafrika: Thabo Mbekis Abschlussplan ohne AIDS

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Südafrika: Thabo Mbekis erneutes Versagen in der AIDS Krise-Ministerin gefeuert

Dr. Alexander von Paleske – Zum ersten Mal seit Jahren wurde in Südafrika vor einer Woche ein leichter Rückgang in der Zahl der HIV-Infizierten gemeldet, von 5,54 Millionen im Jahre 2005 auf 5,41 Millionen im Jahre 2006, nachdem es in all den Jahren zuvor zu einem teils dramatischen Anstieg der Zahl der HIV Infizierten und damit parallel der an HIV-AIDS Verstorbenen gekommen war.

Am signifikantesten war der Rückgang bei der Gruppe der Frauen unter 20, hier fiel die Inzidenz von 15,9% auf 13,7%. Erschreckend hoch aber weiterhin der Anteil HIV-positiver Schwangerer in der Altersgruppe der 25-29 jährigen, hier sind 38,7% mit dem Virus infiziert, aber auch hier ein kleiner Rückgang von 39,5% im Jahre 2005. Der Rückgang ist der Erfolg der Kampagnen von Gruppen wie der TAC um Zackie Achmat, aber auch der Aufklärungskampagnen in vielen Grossbetrieben wie BMW und Mercedes, die mit Verlusten an ausgebildeten Arbeitskräften und hohem Krankenstand konfrontiert waren.

Mbeki und die HIV-AIDS Wahnfahrt
Verantwortung an der Ausbreitung dieser Seuche trägt zu einem erheblichen Mass der Präsident Thabo Mbeki. Er begab sich auf eine sechsjährige Wahnfahrt in Sachen AIDS, gestützt auf den absurden Thesen der HIV-AIDS Leugner wie den deutschen Arzt Claus Köhnlein und den US Professor Duesberg. Volle Unterstützung erhielt er dabei von seiner Gesundheitsministerin, die es als ausgebildete Ärztin ja nun wirklich besser wissen sollte.

Endlich, im November letzten Jahres, wurde diese Wahnfahrt auch offiziell beendet.

Die Gesundheitsministerin Manto Tshabalala Msimang musste sich einer Lebertransplantation unterziehen und die stellvertretende Ministerin Nozizwe Madlala-Routledge nahm das Heft in die Hand. Sie beendete nicht nur offiziell die Wahnfahrt sondern suchte und fand den Kontakt mit allen Gruppen, die sich die Bekämpfung der HIV-Seuche und die umfassende Behandlung der Ininfizierten zum Ziel gesetzt hatten. Ein frischer Wind wehte nicht nur durch das Gesundheitsministerium sondern durch Südafrika.

Allgemein wurde erwartet, dass Manto Tshabalala Msimang, die vor einem Jahr bei der internationalen AIDS Konferenz in Toronto/Kanada durch die Propagierung von Roten Beeten und Knoblauch als AIDS Heilmittel sich der Lächerlichkeit preisgegeben hatte, nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus von Mbeki auf das Altenteil abgeschoben würde. Das geschah jedoch nicht, Manto kehrte in das Gesundheitsministerium zurück, stattdessen wurde Madlala-Routledge am 8.8. von Thabo Mbeki gefeuert.

Die Hintergründe der Entlassung einer kompetenten Ministerin
Mbeki nutzte eine angeblich nicht autorisierte Reise Madlala-Routledge zu einer AIDS-Vakzine- Konferenz in Spanien als Vorwand. Die Reise war ursprünglich als reine Routineangelegenheit gebilligt worden, dies strich der Präsident aber höchstpersönlich und vermerkte handschriftlich „not approved“ Zu diesem Zeitpunkt war die Ministerin bereits im Flugzeug auf dem Weg nach Spanien.

Als nach ihrer Ankunft in Spanien die Entscheidung des Präsidenten ihr mitgeteilt wurde, kehrte sie sofort nach Südafrika zurück.

Dort forderte Mbeki sie auf, zurückzutreten. Sie erbat sich Bedenkzeit und weigerte sich aber dann, der Aufforderung nachzukommen. Daraufhin feuerte sie der Präsident am Mittwochabend.

Mbeki und sein Kampf für das Vergessen
Mbeki versucht gerade, seine Wahnfahrt in Sachen AIDS vergessen zu machen. Dazu ist jüngst ein Buch des bezahlten Schreibers Ronald Suresh Roberts „Thabo Mbeki – Fit to Govern“ herausgekommen, der Mbeki schon immer in vorderster Front im Kampf gegen AIDS beschreibt, wir berichteten darüber.

Mbeki brauchte deshalb für sich Ruhe an der AIDS Front. Aber Madlala Routledge wollte aus guten Gründen angesichts der AIDS Katastrophe keine Ruhe geben, so forderte sie auch mehr öffentliches Engagement der Regierung z.B. das öffentliche Testen von Regierungsmitgliedern, sie ging mit gutem Beispiel voran, um der Krankheit das Stigma zu nehmen und die Botschaft „Know your Status“ zu verbreiten.

Und Madlala Routledge ging „vor Ort“, wenn inakzeptable Zustände in Krankenhäusern ihr bekannt wurden, wie zuletzt im Frere Krankenhaus in der Eastern Cape Provinz, wo Säuglinge mangels adäquater Behandlung in hoher Zahl sterben. Sie nannte das Krankenhaus eine nationale Katastrophe.

Manto Tshabalala die Gesundheitsministerin schickte sofort ein inkompetentes Jubelteam dorthin, das sogleich verkündete: „Alles gar nicht so schlimm“. Für Mbeki, der sich mit einem Küchenkabinett von Ja-Sagern umgibt, war jetzt das Mass voll.

Keine Änderung der AIDS-Politik
Das Feuern der stellvertretenden Ministerin stellt daher, anders als gemeldet, keine grundsätzliche Änderung in der AIDS Politik dar, sie ist eher ein Ausdruck von Mbekis Unfähigkeit. Er ist, wie wir ihn bereits in mehreren Artikel beschrieben haben: Stark in Intrigen, schwach im Regieren“.

Seine Entscheidung wurde in der südafrikanischen Presse scharf kritisiert. Frau Madlala-Routledge wurde am 9.8. hingegen bei ihrer Rückkehr nach Kapstadt am Flughafen von vielen Menschen begeistert begrüsst – Heroe’s Welcome.

Machtkampf in Südafrika und Gipfel in Ghana
Südafrika: Thabo Mbekis Abschlussplan ohne AIDS
Kampf gegen AIDS: Gesundheitsministerin bevorzugt Gemüse statt Kondome
Das Ende einer Wahnfahrt – Südafrika wendet sich von den Virusleugnern ab
Südafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad
Südafrika: Tokyo Sexwale kandidiert
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Machtkampf am Kap
Bulelani Ngcuka and his Apartheid Soldiers

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Eastern Congo: Above the ethnic conflict is the plunder of resources

Dr. Alexander von Paleske – Disturbing news are being reported from the Eastern Congo. 120.000 people have been fleeing clashes between government forces, Rwandan rebels under the command of a General Laurent Nkunda or Kunda, and local militias.

The news often leave the reader puzzled, what on earth is going on in that area after a peace accord had been signed a long time ago and elections took place. The answer is certainly not or not only Hutus versus Tutsis. The answer is Gold, Diamonds, Coltan, and also Okapis and Mountain Gorillas.

The sad story starts with the ethnic genocide in Rwanda in 1994, in which 800.000 Tutsis were killed by radical Hutus. The Hutus were subsequently overwhelmed and hundreds of thousands fled to the Eastern part of the then Zaire, now Democratic Republic of Congo.

In 1996 Laurent Kabila started with his march to Kinshasa, toppling Dictator Mobuto Sese Seko. He was massively supported by Rwanda and Uganda. The US backed him as well. When later on Kabila fell out with Rwanda and Uganda, these countries invaded the Eastern DRC Rwanada under the pretext, that the displaced Hutus were now armed by Kabila to invade Rwanda.

This conflict degenerated into a five year war, in which more than 3 million people were killed, mostly as a consequence of displacement, hunger and diseases.

The plunder of resources
Rwanda and Uganda quickly started to plunder the resources of the Eastern Congo, specifically Coltan (Columbo-Tantalite), which is used in every laptop and cellphone, also diamonds, gold and timber.

A UN report, published in October 2002 accuses specifically General Salim Saleh, alias Caleb Akwandanaho, half brother of Uganda’s president Museveni, and now Minister for Financing of Small and Medium Enterprises, as being responsible on the Ugandan side for the plunder. Still Uganda, after removing it’s troops, is exporting more gold, than it produces.

Rwanda has become the largest Coltan Exporter in that region, even though no significant amount of Coltan is being mined in Rwanda.

After the peace accord in 2002 in which Botswana’s former president Sir Ketumile Masire as mediator played a decisive role, Rwanda removed its troops from the Eastern DRC however immediately afterwards a new force emerged by the name of FLEC-Liberation Front for the Eastern Congo. The Commander: Laurent Nkunda or Kunda.

General Nkunda and his Militia
Nkunda’s Tutsi Soldiers control the Coltan producing areas and tried unsuccessfully to take Goma however continue to terrorize the local population in North and South Kivu.

The Government in Kinshasa tried to find a political solution and offered integration of Nkunda’s militia into the Congolese army, which was quickly accepted by Nkunda, whose better trained troops had effectively the say in the mixed brigades and the result was an upsurge of atrocities against the local population.

Last year Nkunda founded a new party, the National Congress for the Defense of the People (CNDP). It’s aim is the repatriation of tens of thousands of Tutsis, who fled the DRC in the 90s. For that purpose the dislodging and displacement of the resident population makes sense. The next logical step would be the break up of the DRC

Even if Rwanda cannot break up and thus balkanize the DRC, it will continue with the plunder under the pretext of protecting Tutsis. Added to the plunder- list are now Okapis and Mountain Gorillas for Rwandas National parks.

Last week the Sunday Independent of South Africa reported about the increased poaching in DRC’s Vurunga National Park, where the poorly paid Game Rangers are fighting an increasingly lost battle against the militias, who live off the park by selling the animals and have killed many of the Rangers. Will Rwanda soon be the only place for visitors to see the Mountain Gorillas?

Only a sizeable peacekeeping force with the willpower and a strong mandate can stop this carnage and plunder by disarming the militias and sending a strong warning signal to Rwanda.

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Conflicts in Africa – Millions suffered, a few became millionaires, one of them: Viktor Bout (Butt)

Dr. Alexander von Paleske – — 3.8. 2007 — The past conflicts in Africa during the last 15 years in Sierra Leone, Angola, Liberia, Ivory Coast, Democratic Republic of Congo, Central African Republic, and the present conflict in the Eastern DRC have brought death and suffering to millions and made a few people very rich, amongst them Victor Bout (Butt, also But) known as Africa’s “Merchant of Death”.


The Merchant of Death: Allways a helping hand…

He sold and delivered weapons ranging from submachine guns, tanks, helicopters to anti-aircraft missiles and thus made wars possible or fuelled them. He sold and sells to anybody, who can pay spot on, accepting only payment cash on the barrelhead or in natural resources, preferably diamonds.

His most prominent clients were Charles Taylor (Liberia), Jonas Savimbi (Unita/Angola), Eduardo dos Santos (Government Angola), Government of Belgium, US-Pentagon, US companies in Iraq, Foday Sankoh (Sierra Leone), Paul Kagame (Rwanda), Robert Mugabe (Zimbabwe), Mobuto Sese Seko (Zaire, now Democratic Republic of Congo), Jean-Pierre Bemba (Democratic Republic of Congo), Burhanuddin Rabbani (Afghanistan) Taleban and AlQaeda in Afghanistan before 2001 and lately the Islamic Courts in Mogadishu and Hezbollah in South Lebanon.

He delivers his deadly cargo usually within a fortnight to the doorsteps of his customers, thanks to his fleet of approximately 50 Russian airplanes with continuously changing registration numbers and companies. Names of his airline companies cropping up are: Air Moldavia, Transmoldavia, Regional International Air Services, Ducor World Airlines, Irbis Air, Air Bas, Air Pass, Cargo Airlifts, Air Cess, Centrafrican, British Gulf, San Air, Aerocom and many more.

Who is Viktor Bout?
Viktor Bout, according to one of his many passports, was born in 1967 in Dushanbe, Tajikistan, formerly part of the Soviet Union, however he claims to be born in Turkmenistan. Whichever his birthplace was, he joined the army of the former Soviet Union and graduated from Moscow’s Military Institute in 1991 being now fluent now in 6 languages.

After the crumbling of the Eastern Bloc, his skills were no longer in demand. So he started a weapons procurement and transport business in Ostend/Belgium with Russian planes, supplying the Belgian troops in Somalia in the early 90s.

That business soon came to an end, as the peacekeepers pulled out, however he quickly found a new customer: The Islamic government of Afghanistan under Burhanuddin Rabbani. After the Taleban ousted Rabbani, he supplied the Taleban with weapons including their comrades of Al-Qaeda.

Bout not only supplied weapons, but also offered fairly regular charter flights from his new base Sharjah in the United Arab Emirates to Afghanistan for Terror-tourists, eager to visit Osama bin Laden and learn from him how to fight the “Great Satan”, meaning the US.

Bout’s arms originate from the former Warsaw Pact states. He bought and buys them at give away prices via his contacts in Ukraine, Moldavia, Belarus and Russia.

Bout in Africa
Bout’s s main business ventures, however, were the many conflicts in Africa, giving him the name “Africa’s Merchant of Death”. Misery, hunger, displacement and death for the local population translated into handsome income for Bout.

His main African customers in the beginning 90’s were Jonas Savimbi in Angola and Charles Taylor in Liberia. Both paid with diamonds. Bout’s weapons, sold to Charles Taylor, ended up in the hands of Foday Sankoh’s child soldiers in Sierra Leone, who became famous for mass murder, rape and the hacking of limbs of civilians. Their 1998 offensive was named “Operation no Living Thing” (as in, don’t leave any).

When the Congo-War started in 1998, he transported Robert Mugabe’s troops into Congo, transported weapons to Jean Pierre Bemba and flew soldiers from Rwanda and Uganda into Eastern Congo, thus supplying both sides in the conflict taking with him on his return trips coltan, gold and diamonds.

He also supplied the Government of Angola apart from supplying the Angolan rebel group UNITA. Working from both ends to the middle gives extra income.

Bout contracted by the US
The conflicts in Africa, except Eastern Congo, where he is still in business, have largely died down. No problem for Bout, he offered his services to the Pentagon after the Taleban were chased out of Kabul/Afghanistan in 2001.

The Clinton Administration in the 90s unsuccessfully tried to put him out of business, but the Bush administration, struck a deal with him: “bring our troops and supplies to Afghanistan and we leave you alone”.

And Bout kept his promise. His pilots knew each and every airstrip from their previous deliveries and his Russian Antonov and Iljuschin planes were taking off even after a crash landing. This is revealed in a new book by Douglas Farah and Stephen Braun “Merchant of Death Money Guns Planes and the Man, Who Makes War Possible”.

The Iraq war offered Bout another business opportunity, he was contracted by the Pentagon and American firms to fly supplies to Baghdad -a plane is a plane-.

By the end of 2004 he had done roughly 1000 flights for the Americans to and from Baghdad. At the same time, in 2004, the US government froze all of Bout’s bank accounts in the US and banned business with him – who cares.

Bout’s latest business
Of late he supplied the Islamic Courts, resident in Somalia’s capital Mogadishu until Ethiopian troops drove them out and he flew stockpiles of weapons from Bosnia to Iraq, after having been contracted by the US embassy in Bosnia.

He has also been seen with Hezbollah in South Lebanon after the war with Israel last year. Hezbollah needs to rearm, after the stockpiles of weapons, supplied over years by Iran, were largely destroyed by precision strikes of the Israeli airforce last year, as investigative journalist Yossi Melman reported. Bout certainly can help.

May be, he can fulfill one of Al Qaeda’s greatest wishes. They want to acquire a dirty atomic weapon, a conventional bomb filled with radioactive material, contaminating a large area after it’s detonation. With Bout’s excellent contacts in Russia and the large amount of radioactive material moonlighting there, this should pose no problem for him. For Bout only money matters, nothing else.

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Dr. Maria Eder – Nachruf auf eine außergewöhnliche Ärztin

Dr. Alexander von Paleske — 25.7. 2007 — Maria Eder kam 1960 als Missionsärztin nach Simbabwe. Sie hatte nach dem Medizinstudium in München und Würzburg ihre Weiterbildung in Gynäkologie und Geburtshilfe in Passau, Zwickau und Berlin absolviert und ihren Facharzt gemacht. Dort reifte auch ihr Entschluss, Missionsärztin zu werden.

Von 1961 an baute sie das katholische Missionskrankenhaus in Brunapeg im Süden Simbabwes auf. Als sie dort eintraf, gab es so gut wie nichts, die ersten Patienten wurden unter Bäumen versorgt. Mit großer Tatkraft ging sie daran, aus einem Provisorium ein ansehnliches Distriktkrankenhaus mit Schwesternschule zu errichten, größtenteils mit Spendengeldern über das Missions-ärztliche Institut in Würzburg.

Als einzige Ärztin war sie dort neben der Gynäkologie und Geburtshilfe für alle Fachbereiche der Medizin zuständig, einschließlich des Ziehens von Zähnen.

Während der Unabhängigkeitskrieges von 1972-1980 verließ sie das Krankenhaus nicht. Auch dann nicht, als eine andere Missionsärztin, Dr. Decker, im St. Pauls Krankenhaus einem Mordanschlag zum Opfer fiel. Sie weigerte sich aber auch, eine von der weißen Regierung installierte Funkverbindung mit der Armee zu benutzen, wenn Freiheitskämpfer im Krankenhaus um Behandlung nachsuchten.

Da die Missionsstation eingezäunt war und Befreiungskämpfer oftmals aus Furcht nicht in das Krankenhaus wollten behandelte sie, soweit das ging, durch den Zaun. Nach der Unabhängigkeit wurde ihre Arbeit auch gerade in der Zeit des Krieges in einem Schreiben des damaligen Gesundheitsministers Herbert Ushewokunze gewürdigt.

1990, im Alter von 71 Jahren, gab sie die Leitung des Krankenhauses ab und arbeitete in dem kleinen Krankenhaus Antelope weiter. Als sie aus Gesundheitsgründen als Ärztin nicht mehr arbeiten konnte, kümmerte sie sie sich um die Versorgung von mehr als 4000 AIDS-Waisen in Bulawayo, sammelte Spendengelder in Deutschland, vorwiegend in ihrer Heimatstadt Altötting.

Außerdem begann sie damit, Solarkocher herstellen zu lassen. Dieses Thema hatte sie schon seit Jahren beschäftigt, weil es in der Umgebung von Brunapeg es kein Feuerholz mehr gab. Eine Firma in Bayern lieferte die Reflektoren. Binnen 20 Minuten konnten, 10 Liter Wasser zum Kochen gebracht werden, Sonneneinstrahlung vorausgesetzt,

Ich traf Dr. Eder zum ersten Mal 1987, als ich meine Arbeit am Mpilo Zentralkrankenhaus in Bulawayo aufnahm. Sie kam dort regelmäßig zu Weiterbildungsveranstaltungen und um Behandlungsprobleme zu diskutieren. Immer mit dabei waren Patienten die sie zur Weiterbehandlung brachte.

Beeindruckt hatten mich neben ihren profunden medizinischen Kenntnissen ihre menschliche Wärme und Bescheidenheit. Mehrmals drängte ich sie, ihre Erlebnisse aufzuschreiben und als Buch herauszubringen, Dafür habe sie keine Zeit erklärte sie mir, und das sei auch nicht so wichtig.

Dr. Eder starb am 2. Juli nach kurzer Krankheit im Alter von 87 Jahren in Bulawayo.