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Machtkampf in Südafrika und Gipfel in Ghana

Dr. Alexander von Paleske – Anfang Juli ging das Gipfeltreffen der Staatschefs der African Union, AU, in Accra/Ghana ohne irgendwelche konkreten Ergebnisse zu Ende. In der größten Tageszeitung Südafrikas fanden sich Berichte auf Seite 4 wie ”Continental Unity in Spotlight at AU Talks”. Das gleiche Schicksal erlitt auch der G8 Gipfel in Heiligendamm und der wurde ebenso größtenteils auf Seite 4 abgehandelt.

Weder von Heiligendamm noch vom AU Gipfel wurden bzw. werden irgendwelche positiven Impulse für Afrika erwartet.

Bühne frei für Gadaffi
Libyens Staatschef Gadaffi reiste auf dem Landweg mit einer Karawane von mehreren Hundert Fahrzeugen an. Er machte auf dem Weg nach Accra/Ghana, wo einst Kwame Nkrumah vor 50 Jahren zum Befreiungskampf für das ganze Afrika aufgerufen hatte, in mehreren westafrikanischen Staaten Station, um sich sozusagen warmzulaufen, bzw., warmzufahren. Auf seiner Reiseroute lagen Mali, Guinea, Sierra Leone, Liberia und Elfenbeinküste.

Überall verkündete er seine Botschaft: Afrika braucht eine Zentralregierung, eine eigene Armee, eine eigene Zentralbank. Vor allem, aber das sagte er natürlich nicht, Afrika braucht Gadaffi als deren Präsidenten.

Die afrikanischen Staatschefs hörten es, applaudierten und dachten sich ihren Teil.

Ein Traum, mehr nicht
Natürlich ist die afrikanische Einheit ein Traum, ein höchst unrealistischer. Wenn es noch nicht einmal gelingt wenigstens regional etwas auf die Beine zu stellen – Thabo Mbeki kreierte im Jahre 2002 NEPAD, die Neue Partnerschaft fuer Afrikas Entwicklung. Und er läutete die “Afrikanische Renaissance” ein.

Außer dem Geläute ist nichts gewesen, denn er versagte jämmerlich das Problem Zimbabwe zu lösen und für die Ablösung Mugabes zu sorgen, so, wie es einst Nelson Mandela in Lesotho im Jahre 1998 vorexerziert hatte, als dieser Staat drohte, im Chaos zu versinken.

Nun hat Mugabe nicht nur Zimbabwe in ein wirtschaftliches Chaos gestürzt, sondern auch Südafrika selbst enorme zusätzliche Probleme beschert: Illegale Immigration, drastische Zunahme der Kriminalität und Verlust der Glaubwürdigkeit Mbekis.

Kurzum, ohne die Lösung des Zimbabwe Problems ist an eine bescheidene regionale Zusammenarbeit überhaupt nicht zu denken.

In den letzten zwei Wochen hat sich die Lage in Zimbabwe noch einmal dramatisch zugespitzt. Die Regierung ordnete eine Halbierung der Preise für alle Dienstleistungen und Güter an, während gleichzeitig die Notenpresse lief. Die Folge war, dass es zu einem Ansturm auf die Geschäfte kam und jetzt die Regale leer sind. Waren werden seitens der Geschäfte nicht mehr eingekauft. Die Welle der wirtschaftlichen Flüchtlinge vorwiegend nach Südafrika ist noch einmal erheblich angeschwollen. Bis zu Tausend pro Tag sollen es nach Schatzungen sein.

Dann Darfur, auch hierfür keine Lösung, der schwelende Konflikt in der Elfenbeinküste, Somalia, und natürlich der Osten der demokratischen Republik Kongo… Damit sind noch nicht einmal alle Probleme benannt.

Erst Klarheit, dann Einheit
Die Einheit Afrikas, so sie je kommen sollte, könnte nur aus der Stärke von existierenden regionalen Gemeinschaften kommen, aber nicht aus der Schwäche heraus. Das wussten auch die in Ghana versammelten Staatsmänner und deswegen nahmen sie natürlich Gadaffi nicht ernst, denn der ist schon an der so oft von ihm proklamierten Staatengemeinschaft in Nordafrika kläglich gescheitert.

Und so waren die südafrikanischen Zeitungen vor allem mit einem ANC-Kongress beschäftigt, der vor zwei Wochen stattfand und der auch eine Vorfrage für die Nachfolge von Thabo Mbeki regeln sollte: Darf Thabo Mbeki sich als ANC Präsident wiederwählen lassen, auch wenn er nicht Staatspräsident werden kann?

Mbeki will Staatspräsident bleiben, auch wenn er es nicht sagt
Der Kongress antwortete nach langen heftige Debatten mit einem Jein. Grundsätzlich sollten Staatschef und ANC Präsident dieselbe Person sein, aber keine absolut bindende Regel.

Worauf sich sofort Thabo Mbeki zur Verfügung stellte, als Kandidat. Mbeki sagte natürlich nicht, welches seine weitergehenden Ziele sind, nämlich mit der ANC-Präsidentschaft dann die Verfassung zu ändern will, um eine dritte Amtszeit für sich als Staatspräsident zu ermöglichen.

Mbeki wirft Propagandamaschine an

Mbeki hat ohne Zeitverzug die Propagandamaschinerie angeworfen. Als Erstes erschien das Jubelbuch „Fit to Govern“, von der südafrikanischen Bank ABSA mitfinanziert, verfasst von einem gewissen Ronald Suresh Roberts. Wobei pikanterweise die Finanzierung auf sanften Druck des Ministers im Präsidialamt und langjährigem Mbeki-Vertrauten Essop Pahad zustande kam. Das Buch zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es die schlimmsten Flecken auf Mbekis Weste weißzuwaschen versucht. Also vor allem die Tatsache des von den HIV-AIDS Leugnern wie Claus Koehnlein und Peter Duesberg übernommenen Unfugs seitens Mbeki nun auf einmal in Abrede stellt und Mbeki schon immer in vorderster Front im Kampf gegen HIV-AIDS beschreibt.

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing‘
Aber wer so gut bezahlt wird, der muss noch mehr tun. Und so findet sich kurz darauf in der größten südafrikanischen Tageszeitung “Star” gleich ein großer Kommentar von Herrn Ronald Suresh Roberts mit dem Titel “Would a third term be so bad”?

Hier ist nicht etwa die ANC-Präsidentschaft mit gemeint, sondern eine dritte Amtszeit als Präsident Südafrikas, was die Verfassung in ihrer gegenwärtigen Form nicht zulässt. Und Roberts gibt gleich die Antwort: Mbeki ist der Beste. Und selbstverständlich wird gleichzeitig der schärfste Konkurrent, Tokyo Sexwale, als korrupt hingestellt.

In der gleichen Zeitung, einen Tag später, setzt dann Essop Pahad, ebenfalls als Weißwäscher, noch einmal nach und behauptet wahrheitswidrig, Thabo Mbeki habe niemals bestritten, HIV habe AIDS zur Folge. Vergessen gemacht werden sollen die Äußerung von Mbeki, er habe noch niemanden gesehen, der an AIDS verstorben sei und seine sechsjährige Wahnfahrt in Sachen AIDS, die vielen Menschen in Südafrika das Leben gekostet hat und noch kosten wird.

Kriminalität schlimmer als je zuvor
Die vor einer Woche veröffentlichte Kriminalitätsstatistik des Jahres 2006 für Südafrika zeigt, wie die Regierung Mbeki auch auf diesem Feld versagt hat. Die schon erschreckend hohe Anzahl von Morden ist nochmals um 2,4 Prozent angestiegen, die Zahl der Raubüberfalle in Häusern um 25,4 Prozent, die Raubüberfalle auf Kraftfahrzeuge um 6 Prozent und schließlich die Raubüberfälle auf Geldtransporter um 21 Prozent. Und, als hätte es noch eines schlagenden Beweises bedurft, wurde vorgestern die Frau des Präsidentschaftskandidaten Tokyo Sexwale Opfer eines Raubüberfalls.

Noch vor wenigen Wochen bezeichnete Mbeki das Kriminalitätsproblem als “von Weißen aufgebauscht”.

Mbeki fit to govern?

Ende des Jahres wird der neue ANC-Präsident gewählt werden: Eine wichtige Vorentscheidung – nicht nur für Südafrika, sondern für das südliche Afrika und damit letztlich für den gesamten Kontinent.

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Der Freie Fall eines Erzbischofs.

Dr. Alexander von Paleske – Mugabe schafft sich mit versteckter Kamera den schaerfsten Kritiker vom Halse.

Der simbabwesche Erzbischof Pius Ncube war der schaerfste Kritiker des simbabweschen Diktators Robert Mugabe. Auch wir haben ueber diesen „Loewen von Matabeleland“ berichtet. Er soll einst auf einer Todesliste Mugabes gestanden haben.

Seit Anfang der Woche ist er nun verstummt, vermutlich auf Dauer. Mugabe setzt normalerweise brutale Gewalt gegen die Kritiker seines Regimes ein. Fuer den Erzbischof hatte er sich etwas anderes ausgedacht. Sein Geheimdienst installierte eine versteckte Kamera in dessen Schlafzimmer. Und was dort geschah war durchaus nicht im Einklang mit dem Zoelibat. Nicht nur eine Dame sondern offenbar mehrere haben den unkeuschen Weg dorthin gefunden.

Seit drei Tagen strahlt das das simbabwesche Fernsehen zur besten Sendezeit Videoclips mit Szenen aus, die an Deutlichkeit nichts zu wuenschen uebrig lassen. Vor jedem Clip wird darum gebeten, die Kinder diese Szenen nicht sehen zu lassen. Der unbekleidete Erzbischof und seinen unbekleideten Besucherinnen koennen dort im Bett bestaunt werden. Der Ehemann einer der Besucherinnen hat nun den Erzbischof wegen Ehebruchs vor Gericht gebracht, er will Schadensersatz.

Vorgestern, anlaesslich eines Begraebnisses, „tadelte“ Mugabe den Erzbischof und erklaerte, dass er dafuer beten wolle, dass der Erzbischof wieder auf den Tugendpfad zurueckfindet.

Fuer die Bervoelkerung Simbabwes eine herbe Enttaeuschung, denn der Erzbischof, anders als der Oppositionsfuehrer Tsvangirai war absolut kompromisslos und mutig aufgetreten.

Seit Montag dieser Woche ist er nur noch eine Lachnummer.

Simbabwe: Putschversuch – Polizisten quittieren Dienst, Hunger allenthalben
Südafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad
Südafrika: Tokyo Sexwale kandidiert
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Machtkampf am Kap
Bulelani Ngcuka and his Apartheid Soldiers
Simbabwes 27. Geburtstag: Kein Grund zum Feiern, außer für Mugabe und seine Lakaien
SIMBABWE – Polizei mordet, Minister buddeln nach Diamanten
Machtkampf am Kap
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Simbabwe – Katholische Bischöfe warnen vor Massenaufstand
Simbabwe – Streiks im Öffentlichen Dienst
Söldner für das letzte Gefecht – Angolanische Crack-Unit kommt nach Simbabwe“
Erzbischof greift Südafrikas Haltung im Simbabwe-Konflikt an
Simbabwe – Regierungsterror ohne Ende
Simbabwe vor Bürgerkrieg
Präsident der Afrikanischen Union distanziert sich von Mugabe
Simbabwe: Oppositionspolitiker schwer gefoltert
Mugabes Ende naht, Polizei schiesst mit scharfer Munition.
Zimbabwes Diktator Mugabe feiert seinen 83. Geburtstag – und sein Volk hungert
Ob die Israelis noch zuhören? Seht euch Zimbabwe an!
Zimbabwe: Mugabes Umzug ins Paradies
Südafrika: Thabo Mbekis Abschlussplan ohne AIDS

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Viktor Bout, Afrikas “Merchant of Death”

Dr. Alexander von Paleske – –3.7. 2007 — Wir haben bereits vor einem Jahr in dem Artikel “Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe” über Viktor Bout (Butt) und seine Waffenlieferungen an die Konfliktparteien in Angola, Sierra Leone, Liberia und Demokratische Republik Kongo geschrieben und festgestellt, dass Bout diese Konflikte durch Waffenlieferungen angeheizt beziehungsweise erst ermöglicht hat.


Viktor Bout: Immer hilfsbereit im Krieg

Die Journalisten Douglas Farah und Stephen Braun haben zusammen ein Buch über Viktor Bout geschrieben, Titel: “Merchant of Death: Money. Guns, Planes and the Man who Makes War Possible”.

Das Magazin VOGUE ((Mensvogue) hat gerade eine kurze Zusammenfassung und ein Interview mit den beiden Autoren veröffentlicht.

Douglas Farah war Starjournalist der Washington Post und berichtete vor Ort über die Bürgerkriege in Westafrika, also in erster Linie aus Sierra Leone und Liberia, aber auch aus der Elfenbeinküste.

Er besitzt nach wie vor solide Kontakte dorthin und ich habe ihn vor 18 Monaten kontaktiert, um ihn für eine Berichterstattung über die Hintergründe des fehlgeschlagenen Coups in Äquatorialguinea zu interessieren.

Douglas Farah hatte schon in seinem Buch “Blood from Stones” aufgezeigt, wie das Netzwerk der Al-Qaida sich in Westafrika festgesetzt hatte und in den Handel mit Diamanten involviert war. Charles Taylor, der ehemalige Präsident von Liberia und jetzt wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit angeklagt, hatte beste Kontakte zu dem Terrornetzwerk. So was bringt das Buch nun an neuen Erkenntnissen?

Weniger spektakuläre Enthüllungen als mehr Details. Wir hatten berichtet, dass Bout für die Taliban bis 2001 Waffen nach Afghanistan flog und anschließend für die Amerikaner die Transporte übernahm. Nachdem Präsident Clinton’s Administration vergeblich versucht hatte, ihm das Handwerk zu legen, schloss die Bush Administration offenbar einen Deal mit ihm ab: “Bring unsere Leute nach Afghanistan und wir lassen Dich in Ruhe”.

Seine Piloten kannten, aufgrund vorangegangener Lieferungen an den Gegner, dort jede Flugpiste und die russischen Iljuschin Maschinen konnten landen und selbst nach einer Crashlandung wieder starten, wo es bei Boeings und Airbus Maschinen zu einer Bruchlandung mit Totalverlust gekommen wäre.

Und nicht nur in Afghanistan wurde Bout gebraucht, auch im Irak. Seine Flotte von 50 Flugzeugen operierten unter Liniennamen wie “Irbis Air”, “Air Bas” oder “Air Moldavia”. Bis zum Ende 2004 soll er mit seiner Armada etwa 1000 Flüge abgewickelt haben. Gegen Bares aus dem US Staatssäckel versteht sich.

Zum gleichen Zeitpunkt, nämlich im Juli 2004, ordnete die Bush Regierung die Beschlagnahme sämtlicher Konten Bouts in den USA an. Das kann man allerdings nur als schlechten Witz auffassen.

Waffen Lieferungen wie beim Versandhandel
Bout lieferte alles, das war sein Geschäftgeheimnis, vom Helikopter bis zum Maschinengewehr vor die Haustür, wie ein Versandhändler. Das, wofür andere Waffenhändler Monate brauchten, erledigte der ehemalige KGB Offizier dank seiner KGB Kontakte und seiner Luftflotte in höchstens 2 Wochen. Er war der “All inclusive man”. Und er nahm nicht nur Bares, sondern auch Diamanten, die er dann wieder über sein Netzwerk losschlagen konnte.


Brachiale Gewalt im Bauch: hier eine Szene des Filmes „Lord Of War. Die im Film verwendete Antanov AN 12 Cargo Maschine ist interessanterweise die 9L-LEC von Skylink – eben jene Maschine die zu Viktor Bouts Staffel gehörte und auch im Irak operierte. Dies sind die lustigen Zufälle im Leben…

Hilfreich waren ihm dabei nicht nur die alten KGB Kontakte, sondern auch die Waffenarsenale des ehemaligen Warschauer Paktes. Und natürlich, neben seiner Luftflotte von etwa 50 russischen Frachtmaschinen, seine russischen Piloten. Jene flogen viel lieber mit Bout und amerikanischen Dollars, als in irgendwelchen heruntergekommenen Kasernen mit geringem Geld den alten Tagen nachzutrauern oder sich gar in Tschetschenien als Kanonenfutter einsetzen zu lassen.

Je mehr Konflikte, desto besser
Die Konflikte in Angola, Sierra Leone, und Liberia sind zwar vorbei, aber glücklicherweise gehen für Bout andere Konflikte weiter. Z.B. die Plünderung des Ostens der Demokratischen Republik Kongo. Dort sichert im Auftrage von Ruanda, das mittlerweile zum größten Exporteur von Coltan aufgestiegen ist, der General Laurent Kunda den Rohstoffnachschub. Die UN und die kongolesischen Regierungstruppen haben dort nichts zu sagen. Die Zivilbevölkerung leidet jämmerlich. Viktor Bout “hilft” mit den Transporten von Rohstoffen und Waffen. Deutsche Firmen stecken in diesem Geschäft mit drinnen, wie ein UN-Report im Jahre 2002 enthüllte.
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Neuerdings lieferte Bout auch Waffen an die Islamic Courts in Somalia, als diese noch in der Hauptstadt Mogadischu das Sagen hatten. Aber auch im Libanon verdient er gerne Geld, jetzt ist er öfter bei der Hisbollah gesichtet worden. Die wollen ihre Waffenlager auffüllen nach dem Waffengang mit Israel.

Bekannt ist, dass die Al-Qaida gerne eine schmutzige Atombombe besitzen und zünden möchte. Auch hier kann Viktor Bout sicherlich weiterhelfen, bei seinen guten Kontakten zu den alten Kollegen im KGB sollte das eigentlich kein Problem sein. Für Bout alles nur eine Frage des Geldes.

Allerdings sollte Douglas Farah, der eine Website DouglasFarah.com betreibt, nicht falsch verstanden werden. Er vertritt amerikanische Interessen und unterstützt publizistisch z.B. AfriCom.

Geheimer Waffendeal mit MEK Terroristen?
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
Ugandas Ölfunde: Söldner fördern es, die Amerikaner kaufen es.
The agency that runs Pakistan
The criminal stories of the good soldier Bout

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Libyen und Algerien gegen schleichende US-Besetzung afrikanischer Staaten

Dr. Alexander von Paleske – Wir haben über Africom (Africa-Command) bereits berichtet – “USA greifen nach Afrika” und “Does Africa need AfriCom?” – ein Kommandozentrum der US-Armee in Stuttgart Moehringen, das einen Einsatz der US-Armee auf dem afrikanischen Kontinent koordinieren soll. Es soll im Herbst diesen Jahres errichtet und im Herbst nächsten Jahre voll einsatzfähig sein. Der dortige Befehlshaber ist direkt dem Pentagon unterstellt.

Zurzeit haben die USA in Afrika 1500 Soldaten stationiert, vornehmlich in Djibouti, am Horn von Afrika. Das soll sich bald ändern. Die US-Navy bereitet sich bereits darauf vor. US-Admiral Henry G. Ulrich III. freut sich schon auf den Einsatz im Golf von Guinea, wo in Sao Tome eine Marinebasis geplant ist und schon mal ein US-Kriegsschiff für 6 Monate stationiert wird, um an gemeinsamen Seemanövern mit Staaten wie Nigeria und Ghana teilzunehmen und sieht dies als guten Einstieg für AfriCom.

Pentagon auf Afrika-Reise
Zurzeit versucht eine Delegation des Pentagons unter Leitung des Unterstaatssekretärs Ryan Henry die Idee von AfriCom in Afrika zu “verkaufen“. Im April besuchte die Delegation Ghana, Senegal, Südafrika und Nigeria. Nun ist Ryan Henry wieder auf Tour, dieses Mal in Nordafrika. Auf seiner Besuchsliste stehen Marokko, Libyen, Algerien, Ägypten und Äthiopien und Djibouti. Und während er auf seiner ersten Reise bestenfalls lauwarme Zustimmung erhielt, sieht es auf seiner zweiten Reise erheblich schlechter aus.

Kein Interesse an AfriCom
Marokko, Algerien und Libyen haben dem Plan schon die kalte Schulter gezeigt. Nachdem zunächst gemeldet worden war, Marokko sei bereit, AfriCom zu beheimaten, folgte ein scharfes Dementi der marokkanischen Regierung auf dem Fuße. Letzte Woche war Ryan Henry in zunächst in Algerien, dann folgten Marokko und Libyen. In allen Ländern holte sich Ryan eine Abfuhr.

Der stellvertretende Außenminister Libyens, Ali Abdul Salam Triki machte vor Journalisten am 13. Juni klar, dass Libyen gegen jegliche Stationierung oder Anwesenheit fremder Truppen, sei es im eigenen Land oder sonstwo in Afrika, sei. Gleiches hörte er vom algerischen Außenminister Mourad Medelci am vergangenen Sonntag.

USA greifen nach Afrika
AFRICOM: Stuttgart wichtigste US-Basis im Wettlauf um Afrikas Öl

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Does Africa need AfriCom?

Dr. Alexander von Paleske – In February 2007 the US Government announced a presidential directive to establish by September this year a new unified combatant command with an area of responsibility (AOR) dedicated to the African continent. The name: AfriCom. The headquarter: Möhringen, near the southern German city of Stuttgart. The command is supposed to be fully operational by October 2008.


US goes to Africa

In April 2007 a US delegation led by Pentagon under-secretary Ryan Henry was on tour through Africa to promote AfriCom. They visited Senegal, Ghana, Ethiopia, Nigeria and South Africa. The delegation comprised officials from the Pentagon and USAID.
Meanwhile Ryan Henry is on tour again, this time he is visiting Algeria, Morocco, Libya and Egypt. Algeria and Libya have already snubbed the US plan for Africom on 11th and 14th June repectively.

Oil, Strategic Philanthropy and fight against Terror
Articles from US journalists like Greg Reeson, make the public believe, that the command’s main purpose is the fight against terror and AlQaeda. A bit on the agenda as well are partnerships and the implementation of humanitarian projects.

However the in -depth analysis of Sandra Barnes, Professor of Anthropology and founding director of the African Studies Center at the University of Pennsylvania, titled “Global Flows: Terror Oil and Strategic Philanthropy” arrives at completely different conclusions. Barnes, after analysing the US policy concludes, that the interests of the US in Africa are oil, minerals and markets, and, but not only, the fight against terror.

25% of worldwide production to the US.
Even though only 5% of the world’s population, the US consumes 25% of the world’s production of oil. The hunger for oil seems to be insatiable. 18% of US oil imports are already originating from Africa. The target for the near future is 25%.

The main exporters are Nigeria, Angola, Equatorial Guinea and Gabon in this order. However oil imports from countries like Nigeria are constantly under threat. The local population, not benefiting from the oil wealth, has, however, to carry the burden of the massive air and soil pollution in the Niger delta. Some groups have resorted to armed struggle to make their demands heard. Blowing up of oil pipelines and kidnapping of employees of oil companies has become rather a day-to-day event.

China enters the stage
The second largest importer of Oil is now the Peoples Republic of China, which was an oil exporter until 1992.Last year China’s oil imports increased by 31 % China is now a serious competitor for the US. China’s interests in Africa, however, go well beyond the importation of crude oil.

China has become over the last 20 years Africa’s third largest trading partner behind the US and France and well ahead of former colonial power Britain. Moreover China has no past as colonial power. To the contrary. Not forgotten in Africa is the construction of the Tazara Railway (Uhuru-Railway) from Dar-es-Salaam, Tanzania, to the Copper Belt in Zambia, 1850 kilometres long. China offered help, after the World Bank refused to fund the project.

Tens of thousands of Chinese workers and engineers constructed and finished the railway line ahead of schedule in the 60s and 70s, when China itself was a poor developing country at that time. According to a three year plan, unveiled on the China-Africa Forum in Beijing in November 2006, which was also attended by President Festus Mogae, China will double it’s aid to Africa to 1 billion by 2009, will provide 3 billion US Dollars in preferential loans, and train 15,000 African professionals as well as cancel all interest free loans, that matured in 2005 for the least developed African nations, amongst others.

Chinese companies have started to produce oil in Southern Sudan. Angola is meanwhile exporting more oil to China than Saudi Arabia does. The US government sees the best answer to all the problems in the built up of military bases in Africa. Or, as US General Wald said

“Id like to have some forward bases in Africa. The World has changed and we are going to make our own security. The halcyon days are over”

5 Billion of Investment
More than 5 billion US Dollars have been invested by Oil companies in the Golf of Guinea during the last 10years. The disagreement in the US administration, how to deal best with the securing the investment, fighting off the Chines competitor and dealing with international terrorists, between the Foreign Ministry, which proposed a combined effort including humanitarian, diplomatic and military components and the Pentagon, which focuses mainly on military aid has been decided by US President Bush for now. It’s the army and military aid that matters for them.

The British newspaper GUARDIAN commented that the establishment of AfriCom reflects the Bush’s administration’s primary reliance on the use of force to pursue it’s strategic interests. As a result AfriCom will militarise American relations with Africa and militarise numerous African countries. It will also tilt these countries’ policies towards the use of force and create more militants opposed to US military bases in their country or region.

Does Africa need this? Certainly not

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Simbabwe: Putschversuch – Polizisten quittieren Dienst, Hunger allenthalben

Dr. Alexander von Paleske – In Simbabwe hat es offenbar einen Putschversuch seitens der Armee gegeben, berichtet die Wochenzeitung “The Zimbabwean”. In der letzten Maiwoche wurde eine Gruppe von Offizieren verhaftet und anschliessend gefoltert, bevor sie in einem Geheimprozess zu den Anklagepunkten vernommen wurden. Eine Woche später dann die Verhaftung einer weiteren Gruppe von Offizieren, offenbar nach Folter erzwungenen Geständnissen. Die Mugabe Regierung streitet alles ab.

Mittlerweile haben im vergangenen Monat etwa 5000 Polizisten den Dienst quittiert, die Gehälter decken nicht einmal die Fahrtkosten. Der Polizeichef Augustine Chihuri hat nunmehr alle Dienststellen angewiesen, keine Kündigungen mehr zu akzeptieren.

Die Regierung will nämlich in Vorbereitung zu den Wahlen im naechsten Jahr die Personalstaerke der Polizei von 29.000 auf 50.000 erhöhen, wobei zuallererst Absolventen der Border Gezi Camps, benannt nach einem verstorbenen Mugabe-Vertrauten zum Zuge kommen sollen, der diese Idee auskochte. Dort werden Jugendliche auf Mugabe und seine Partei eingeschworen werden und ihnen das Handwerk der Terrorisierung der Bevölkerung beigebracht wird. Vergewaltigungen und Prügeleien sind nach übereinstimmenden Berichten dort offenbar an der Tagesordnung.

Neue Wahlkreise
Mugabe verlässt sich aber nicht allein auf diese Schlägertruppe, sondern erhöht gleichzeitig die Anzahl der Wahlkreise von 150 auf 210, um damit Hochburgen der Oppositonspartei zu zerschlagen. Auch seinen Nachfolger will er ohne Wahlen in das Amt hieven.

Die Verfassung sieht vor, dass nach dem Tode oder Rücktritt des Präsidenten binnen 90 Tagen Neuwahlen stattfinden müssen. Das wird jetzt geändert. Das Parlament kann dann einen neuen Präsidenten mit einfacher Mehrheit wählen.

Ohrfeige für Mbeki

Thabo Mbeki, von der Staatengemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) mit Vermittlungsmandat ausgestattet, kommt nicht von der Stelle. In der vergangenen Woche lud Mbeki Vertreter der Regierung Mugabes und der Oppositionspartei MDC zu Vermittlungsgesprächen nach Pretoria ein. Seitens der Regierung Mugabe sollten daran der Justizminister Patrick Chinamasa und der Arbeitsminister Nicholas Goche teilnehmen. Während die Vertreter der Opposition, Welshman Ncube und Tendai Biti erschienen waren, sagten die Mugabe-Minister kurzfristig und ohne Angaben von Gründen ab.

Der enge Vertraute Mugabes und Minister für Staatssicherheit, Didymus Mutasa, liess verlauten, dass man sich ohne Ernsthaftigkeit aus purer Höflichkeit auf diese Gespräche eingelassen habe. In Simbabwe selbst liegt die inoffizielle Infaltionsrate bei mehr als 5000 Prozent und die Menschen, soweit sie keine Verwandten im Ausland haben die sie unterstützen, hungern.

Südafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad
Südafrika: Tokyo Sexwale kandidiert
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Machtkampf am Kap
Bulelani Ngcuka and his Apartheid Soldiers
Simbabwes 27. Geburtstag: Kein Grund zum Feiern, außer für Mugabe und seine Lakaien
SIMBABWE – Polizei mordet, Minister buddeln nach Diamanten
Machtkampf am Kap
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Simbabwe – Katholische Bischöfe warnen vor Massenaufstand
Simbabwe – Streiks im Öffentlichen Dienst
Söldner für das letzte Gefecht – Angolanische Crack-Unit kommt nach Simbabwe“
Erzbischof greift Südafrikas Haltung im Simbabwe-Konflikt an
Simbabwe – Regierungsterror ohne Ende
Simbabwe vor Bürgerkrieg
Präsident der Afrikanischen Union distanziert sich von Mugabe
Simbabwe: Oppositionspolitiker schwer gefoltert
Mugabes Ende naht, Polizei schiesst mit scharfer Munition.
Zimbabwes Diktator Mugabe feiert seinen 83. Geburtstag – und sein Volk hungert
Ob die Israelis noch zuhören? Seht euch Zimbabwe an!
Zimbabwe: Mugabes Umzug ins Paradies
Südafrika: Thabo Mbekis Abschlussplan ohne AIDS

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Heiligendamms Afrika-Beschlüsse – eine Farce

Dr. Alexander von Paleske – 60 Milliarden für Afrika, zur Bekämpfung von AIDS, Malaria und TB – das sieht großartig aus, bei näherem Hinsehen entpuppt es sich jedoch als Augenwischerei.

60 Milliarden über die „nächsten“ Jahre verteilt, also ohne konkreten Zeitplan.

Enthalten darin die bis dato bereits vorgesehenen Zusagen, also keine „Extra 60 Milliarden“

Bloße Absichtserklärungen, also keine bindenden Beschlüsse

Der Gipfel als Pantomime
Die Antworten darauf ließen auch nicht auf sich warten: Bob Geldof, der irische Musiker und Afrika-Aktivist, bekannt geworden duch sein Live-Aid-Konzert im Jahr 1985, und die Serie von Live-Aid- Konzerten im Jahr 2005 nannte die Beschlüsse eine totale Farce – und den ganzen Heiligendamm-Gipfel eine Pantomime.
“Do me a favour, get serious guys, get serious. This was’nt serious, this was a farce, a total farce”
Der Sprecher der der HIV-AIDS campaign der südafrikanischen Gruppe „ActionAid“, Sharma, betonte, selbst die 60 Milliarden „smokescreen“ könnten nicht verheimlichen, dass der G8-Gipfel bei der Einlösung von früher gemachten Versprechungen zur Bekämpfung von AIDS keinen Schritt vorangekommen sei. Dabei sind Fortschritte in der Behandlung der genannten Krankheiten Malaria, TB und AIDS dringender denn je.

Zum Beispiel Tuberkulose:
Die Zahl der Tuberkuloseerkrankungen ist nahezu parallel zu den HIV-Infektionen ständig im Ansteigen begriffen, nachdem es bis zu dem Beginn der HIV Seuche zu einer kontinuierlichen Abnahme gekommen war. Dieser Trend lässt sich in allen Ländern des südlichen Afrika verfolgen.

In Botswana lag die Inzidenz von TB 1989 bei 192 Neuinfektionen pro 100.000 der Bevölkerung, 2004 bei 586 pro 100.000 und 2006 bei 602; also eine glatte Verdreifachung in sieben Jahren.

Gleichzeitig, was noch dramatischer ist, sind die Resistenzen gegen die herkömmlichen TB Medikamente, die sogenannte MDR (multidrug resistence) Tuberkulose. Sie lag 1999 bei 0,2 Prozent 2002 bei 0,4 Prozent und 2006 bei 0,8 Prozent. Diese Tuberkulose kann nur noch mit teuren Medikamenten der zweiten Wahl in Schach gehalten werden, die aber nicht die gleiche Wirksamkeit haben, wie die Medikamente der ersten Wahl.

Mit einem weiteren Ansteigen von MDR-TB ist zu rechnen
Parallel dazu wurden aus Südafrika die ersten Fälle von X-MDR berichtet, eine Tuberkulose, gegen die keines der vorhandenen Medikamente wirksam ist, eine Katastrophe im Anmarsch. Das letzte gegen Tuberkulose wirksame Medikament kam 1986 auf den Markt – Ciprofloxacin, das aber noch nicht einmal primär als TB-Medikament entwickelt wurde, sondern mehr zufällig auch eine Wirksamkeit gegen TB zeigte.

Der weite Einsatz dieses Medikaments gegen banale Infektionen in Europa und den USA aber auch in Südafrika wird es über kurz oder lang auch in der Behandlung der TB wegen Resistenzentwicklung nutzlos machen. Botswana hält dieses Medikament unter Verschluss.

Nicht besser sieht es bei der Malaria aus
Gegen das preiswerte Medikament Chloroquin in der Behandlung der Falciparum-Malaria ist die Resistenz in Afrika nun weitverbreitet. Die letzten Neuentwicklungen liegen mehr als 20 Jahre zurück, Fansidar und Mefloquin (Lariam). Auch hier Resistenzen, und bei Mefloquin der hohe Preis.

So bleiben für die schweren Malariainfektionen nur das alte Medikament Chinin und das aus einer chinesischen Heilpflanze entwickelte Artemether/Artesunate übrig. Resistenzen gegen Chinin gibt es bereits in Südostasien zu Hauf, in Afrika mit zunehmender Tendenz.

Und so bleibt nur die Bill und Melinda Gates Foundation, die Gelder in die Erforschung neuer Medikamente und Vakzine zur Behandlung von bzw. Immunisierung gegen diese beiden Krankheiten steckt, nicht jedoch die Pharmaindustrie, für die sich das nicht lohnt, und auch nicht die Staatsmänner von Heiligendamm mit ihren leeren Versprechungen.

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Südafrika: Thabo Mbekis Abschlussplan ohne AIDS

Dr. Alexander von Paleske – Nach der südafrikanischen Verfassung geht die Amtszeit des südafrikanischen Präsidenten, der am Katzentisch der Schwellenländer am G8 Gipfel in Heiligendamm teilnehmen darf, in zwei Jahren zu Ende. Jedenfalls möchte er das glauben machen.

Wir haben wiederholt berichtet, dass Mbeki versteckt wohl eine Verfassungsänderung und eine dritte Amtszeit ansteuert. Im Parlament hat er vorgestern seine Schwerpunkte für die nächsten zwei Jahre benannt. AIDS, die Katastrophe, an der er selbst durch das Propagieren von absurden Thesen von HIV-AIDS Leugnern wie Claus Köhnlein und Konsorten ein gerüttelt Mass an Verantwortung trägt, kommt darin nicht vor.

Zur Erinnerung noch einmal die Zahlen:

– 5 Millionen Südafrikaner sind mit dem HIV Virus infiziert
– täglich kommt es zu etwa zu 1500 Neuansteckungen
– täglich sterben rund 900 Menschen in Südafrika an den Folgen der HIV Infektion.

Dr. Beetroot kehrt zurück
Die Gesundheitsministerin Dr. Manto Tshabalala-Msimang ist nach erfolgreicher Lebertransplantation wieder in das Gesundheitsministerium zurückgekehrt. Thabo Mbeki hatte sich dem allseitigen Druck widersetzt, die Krankheit der Ministerin, die als “Dr Beetroot” im August letzten Jahres auf der internationalen AIDS Konferenz in Toronto traurige Berühmtheit erlangte, zum Anlass zu nehmen, sie auf das Altenteil zu schieben.

Zu sehr sind beide in dem wahnwitzigen alternativen Glauben an die Ursachen und Bekämpfung der HIV Krankheit verbunden.

Allerdings trauen sich beide nicht mehr, diesen offenbaren Unfug auch noch lauthals zu verkünden oder sich der Behandlung der Betroffenen mit antiretroviralen Medikamenten in den Weg zu stellen.

Insofern hat sich in Südafrika eine Kehrtwende vollzogen, die sich auch in Zahlen niederschlägt. Mittlerweile werden in Südafrika etwa 355.000 Menschen mit antiretroviralen Medikamenten behandelt, davon etwa 245.000 im öffentlichen Gesundheitswesen, der Rest über Privatversicherungen.

Nur stänkern und ein bischen Sand ins Getriebe werfen, das darf Manto noch, wie jetzt auf der 3. südafrikanischen AIDS Konferenz in Durban. Dort wollte sie auftreten, sagte dann aber unter Protest ab, weil die ihr zugedachte Rolle ihr offenbar nicht “standesgemäss” erschien. Und so musste dann auch ihre Stellvertreterin, Nozizwe Madlala-Routledge, die die Eröffnungsadresse abgegeben hatte, auf Druck von Manto-Beetroot auf die weitere Teilnahme verzichten. Sie war es, die die Kehrtwende eingeleitet hatte, als Dr. Beetroot krankheitsabwesend war.

Und so hatte der stellvertretende Chairman des südafrikanischen AIDS Councils, Mark Heywood, wohl recht, als er feststellte, dass noch harte Arbeit vor ihnen liegen würde, gerade in der Zusammenarbeit mit der Regierung.

Wer hätte das kommen sehen, als Nelson Mandela vor acht Jahren den Stab an Mbeki weiterreichte. So wird, vermutlich eines Tages im Rückblick die Regierungszeit Mbekis zu einer Episode zusammenschrumpfen, einer unerfreulichen, nach dem fulminanten Start Südafrikas in die Post- Apartheid Ära durch seinen Vorgänger Mandela.

Kampf gegen AIDS: Gesundheitsministerin bevorzugt Gemüse statt Kondome
Das Ende einer Wahnfahrt – Südafrika wendet sich von den Virusleugnern ab
Südafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad
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Südafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad

Dr. Alexander von Paleske – Die Nachrichten dieser Tage aus Südafrika deuten darauf hin, dass Thabo Mbeki in seinem Kampf um eine weitere Amtsperiode sich mit jedem anlegen will.

Mbeki gegen COSATU
Der Vorsitzende des Dachverbandes der südafrikanischen Gewerkschaften, COSATU, Zwelinzima Vavi, wurde wegen des bevorstehenden Streiks im öffentlichen Dienst attackiert. Er wurde von Mbeki beschuldigt, eine Kampagne gegen den ANC, die Regierungspartei zu starten, mit dem Ziel, den ANC zu zerstören; den Vorsitzenden Vavi bezeichnete er als Lügner.

Der ließ mit seiner Antwort nicht lange warten, und bezeichnete die Attacken Mbekis als jeglicher Grundlage entbehrend. Er warf Mbeki vor, der wirtschaftliche Aufschwung in den letzten Jahren sei an den unteren Lohnempfängern glatt vorbeigegangen. Zeitgleich tauchte ein angeblich geheimes Papier auf, in welchem Angola und Libyen Teil einer Verschwörung genannt wurden, die den gefeuerten ehemaligen Vizepräsidenten Jacob Zuma angeblich an die Macht bringen wollen.

Und in engem zeitlichen Zusammenhang fand eine Hausdurchsuchung bei einem engen Freund Zumas, Elias Khumalo, statt.

Was steckt hinter diesen Attacken? Zum einen hat, wie ‚Journalismus – Nachrichten von Heute‘ bereits kürzlich berichtete, Mbeki seine Intrigenmaschine angeworfen. Allerdings ist die Behauptung einer ausländischen Verschwörung so plump, dass sie nicht einmal in Regierungskreisen ernst genommen wird.

Zum anderen lässt die Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften erkennen, dass Mbeki sich unter Druck gesetzt fühlt und sein Heil in der Auseinandersetzung sucht, die er natürlich nicht gewinnen kann. Es offenbart sich hier erneut die ganze Schwäche Mbekis in Sachen Krisenbewältigung.

Opposition in Zimbabwe soll kapitulieren
Das zeigt sich auch gerade erneut in der Behandlung des Zimbabwe- Problems. Mbeki erhielt, von der Staatengemeinschaft des südlichen Afrikas den Auftrag, vermittelnd tätig zu werden.

Anstatt die Konfliktparteien zu Vorgesprächen ohne Vorbedingungen einzuladen, abgesehen von einer sofortigen Einstellung jeglicher Gewalt in der politischen Auseinandersetzung, hat er Mugabe und seiner Partei keinerlei Bedingungen gestellt, aber von der Opposition drei Vorbedingungen gefordert:, die Anerkennung Mugabes als Staaspräsidenten, die Akzeptierung des Ausgangs der Präsidentschaftswahlen im Jahr 2002 und die sofortige Einstellung aller Gewaltaktionen. Das stellt nun in der Tat die Verhältnisse auf den Kopf und den Versuch dar, die Opposition vor Beginn der Verhandlungen zur Kapitulation zu zwingen.

Mugabe schlägt weiter zu.
Gestern ließ er die Zentrale der Opposition in Harare von der Polizei stürmen und 200 Mitglieder der Opposition verhaften. In den letzten sechs Wochen wurden insgesamt mehr als 800 Mitglieder der Opposition verhaftet. An die Verhaftungen schließen sich regelhaft körperliche Misshandlungen durch die Polizei an. Mugabe will, wie er hat durchblicken lassen, die Opposition zerschlagen, bevor es dann im Marz nächsten Jahres zu Neuwahlen kommt.

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Mugabe in Kenia – stürmischer Applaus für hohle Phrasen

Dr. Alexander von Paleske – In Kenia fand während der vergangenen zwei Tage das Treffen der Staatschefs des gemeinsamen Marktes für das östliche und südliche Afrika COMESA statt. Harmonisierung von Tarifen und Zöllen wurde beschlossen. Vielleicht ein bescheidener Anfang, nachdem COMESA im vergangenen Jahrzehnt nicht von der Stelle gekommen ist, im Gegenteil, einstmals gemeinsame Schecks, die in allen Ländern von COMESA akzeptiert werden, gehören längst der Vergangenheit an.

Mugabe darf loslegen
Aber es war auch die Gelegenheit, für Simbabwes Präsident Robert Mugabe, bei dem ihm erteilten Schlusswort noch einmal richtig auf die Pauke zu hauen. Der zentrale Angriff in seiner Rede richtete sich gegen die USA und Großbritannien, die er des Neokolonialismus bezichtigte. “Wo kommt denn der englische Tee her, er habe noch nie in England eine Teeplantage gesehen, und wo die Baumwolle, aus denen die englische Kleidung hergestellt werden” fragte er. Afrika müsse sich auf seine eigene Kraft besinnen und die Rohstoffe selbst verarbeiten und dann Fertigprodukte exportieren. Donnernder Applaus war die Antwort.

Hohle Phrasen, wenn man nach Simbabwe schaut. Simbabwe besaß einstmals eine Textilindustrie, von der so gut wie nichts übrig geblieben ist. Jetzt wird stattdessen Baumwolle, allerdings in sehr bescheidenem Umfang, exportiert. Simbabwe produzierte einstmals Busse und LKW’s , besonders für schlechte Strassen geeignet, die in viele Länder Afrikas verkauft wurden. Davon ist nichts mehr vorhanden.

Fertig mit der Milchschwemme
Simbabwe exportierte einstmals Milchprodukte in die Nachbarländer, jetzt ist die Milchschwemme versiegt, anstelle wird jetzt Trockenmilch aus Neuseeland importiert. Milch, soweit vorhanden, ist für die meisten Menschen in Simbabwe unerschwinglich geworden. Hier in Botswana sind Produkte aus Simbabwe aus den Regalen der Supermärkte weitgehend verschwunden, sie werden nicht mehr produziert. Auch eine eigene Schuhindustrie hat es einmal gegeben, auch die ist zerstört.

Diese eigene Industrie, die Mugabe als Zukunftsvision für Afrika darstellt, ist nicht etwa von Großbritannien zerstört worden, sondern durch Mugabes eigene ruinöse Wirtschaftspolitik. Man verfuhr nach dem Motto: Wir brauchen kein Geld zu verdienen, wir drucken es. Und so richtig seine grundsätzlichen Feststellungen zum Neokolonialismus waren, so lächerlich wirken sie, wenn man den Blick auf sein eigenes Land wirft.

Mugabe und sein Demokratieverständnis
Was er allerdings dann zur Demokratie im allgemeinen und zur Opposition im eigenen Land im besonderen zu sagen hatte, das war reinster Zynismus. Das Verprügeln des Oppositionsführers Tsvangirai vor wenigen Wochen, rechtfertigte er mit der Gewalt durch die Opposition. Das Opfer wird zum Täter. Dass ihm dafür beispielsweise König Mswati von Swaziland Beifall zollte, versteht sich von selbst: Auch in dessen Land werden die Opposition und die Gewerkschaften unterdrückt und für seine knapp zwei Dutzend Frauen jeweils einen Palast hingestellt, wahrend sein Volk in Armut lebt..

Talfahrt ohne Ende
Währenddessen setzt sich die Talfahrt in Simbabwe mit unverminderter Geschwindigkeit weiter fort. Tausende von Lehrern kehrten nach den Schulferien nicht in die Schulen zurück, weil der Verdienst nicht einmal die Fahrtkosten abdeckt. Und die Ärzte, die weniger als umgerechnet 50 US Dollar pro Monat verdienen, sind wieder einmal in den Streik getreten. Zum Vergleich: Als ich meine Tätigkeit in Simbabwe vor 20 Jahre begann, lag das Einkommen eines angestellten Krankenhausarztes in der mittleren Stufe bei umgerechnet 1000 US Dollar.

Und weil Simbabwe seine Stromlieferungen aus Mozambique vom Cabora Bassa Staudamm nicht mehr bezahlen kann, hat die Regierung in Maputo erst einmal den Stromexport drastisch gedrosselt. Stromabschaltungen in großem Umfang sind jetzt in Simbabwe an der Tagesordnung. Und die Goldproduktion ist auf den Stand von 1916 zurückgefallen. Aber Mugabe bekommt Ovationen – außerhalb Simbabwes versteht sich.

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