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Rentenschlappe und Kalter Krieg

Harald Haack – Die Abgeordnete Silvia Schmidt (SPD), deren Wahlkreis das tief gebräunte Mansfelder Land im südlichen Sachsen-Anhalt ist, lobte in ihrer Rede vor dem Bundestag in der „Aktuellen Stunde zur Zukunft der Rente“ die alten Bundesländer für den enormen Einsatz zur Anhebung der Renten für alle ehemals ostzonalen Bürger, obwohl diese in die Rentenkasse der alten Bundesländer nichts eingezahlt hätten. Auch habe sich die Lebenserwartung nach der Wende in den neuen Bundesländern deutlich erhöht, wie sie ausdrücklich betonte. Vor der Wende hätte die Lebenserwartung dort noch um 2,5 Prozent unter der in den alten Bundesländern gelegen. Nun habe sie sich angeglichen.

Damit brachte sie einen wunden Punkt in der Debatte um die Rente zur Sprache. Neben dem Erstarken rechtsradikaler Grölfatze eine weitere negative Folge der deutschen Wiedervereinigung. Alle wissen davon, alle aber waren bisher zu feige offen darüber zu sprechen. Schon gar nicht vor dem deutschen Bundestag.


Silvia Schmidt (SPD) versteckte sich unter ihrer Haarpracht und betete dem Bundestag trocken ihre statistischen Erkenntnisse vor.

Kritik, bei den Abgeordneten verpönt
Während man sich in der NPD darüber schon die Hände reibt und über die demokratische Rentenschlappe freut, waren sich die abgeordneten Rednerinnen und Redner im Bundestag darin einig, dass sie selbst und auch ihren Vorgängerinnen und Vorgänger keine Schuld trifft für den brüsken Abschied von der sozialen Ideologie, die einst größtenteils von Otto von Bismarck, Kanzler im 19. Jahrhundert, erdacht worden war und zur Rente mit staatlicher Garantie und Absicherung geführt hatte. Aber über Bismarck verlor niemand ein Wort. Die vielen, eigentlich überflüssigen Worten galten letztendlich nur der Selbstverteidigung. Kritik an den erbrachten Leistungen zur Rente wiesen viele zurück.

Vielfach benutzte Plattitüden: „Mit dem Jammern kann man keine Toten wieder lebendig machen.“ „Mit Kritik löst man keine Probleme“.


Glaubt er noch an sein Rentenkonzept: Walter Riester?

Was nütze es angesichts der misslungenen Versuche, die Rente in Deutschland wieder zu dem zu machen was sie einst war, anstatt daran herumzumäkeln! Nein, Schuld allein hätten nach Ansicht der Abgeordneten nur die Bürger, weil sie nicht genügend Kinder gezeugt und großgezogen hätten.


Vorherrschende Abgeordneten-Meinung: „Bürger sind an der Rentenschlappe schuld“.


Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Träumte er während der „Aktuellen Stunde zur Zukunft der Rente“ von seiner zukünftigen üppigen Rente?

Groß in Mode: Diskriminierung der Deutschen
„Jammerlappen“ seien sie, urteilte ein der breiten deutschen Öffentlichkeit bislang wenig bekannter Professor nordfriesischer Herkunft, der sich jetzt im Presse-Mainstream als „Rentenexperte“ loben ließ und wohl zum Vorredner der Abgeordneten-Seilschaft wurde.

Sie hätten doch selbst Schuld, weil sie unzureichend Kinder in die Welt gesetzt hätten, hatte er verbreitet. Konkret bezog sich Prof. Bernd Raffelhüschen, der von gegenüber der Sächsischen Zeitung behauptete hinter der derzeitigen Regierung zu stehen, auf die 30 bis 50-jährigen; als 1957 geborener also genau seine Altersklasse.

Nun gut, immerhin hat er entgegen seinen schlechter gestellten Altersgenossen den patriotischen Standard von drei Kindern geschafft und im Gegensatz zu vielen anderen Deutschen, die nicht wie er das Glück hatten, in Skandinavien und vornehmlich in den USA mittels Stipendien herumgereicht zu werden. Es gibt leider wenige Deutsche, die frühzeitig schon so gut abgesichert waren, wie er. Und die es sich leisten konnten, mehrfach Kinder zu zeugen ohne einen Gedanken daran verschwenden zu müssen, ob es die Kinder denn später gut haben würden oder ob sie Hunger leiden müssten. Raffelhüschens Vorpreschen in die Promi-Klasse ist meiner Meinung nach voll von der gegenwärtigen angesagten Volksdiskriminierung („Deutschland – einig Jammerland“) und leer jeglichen historischen Gehalts.

Angst vor dem Kinderkriegen während des Kalten Krieges
In jener Zeit, als in Deutschland die so genannten 68er aktiv waren, herrschte bereits eine von den Alliierten angestoßene Abneigung der Westdeutschen vor, sich zu vermehren. Man befand sich mitten im Kalten Krieg. Den Alliierten war es rechtens, wenn die Deutschen, von denen so viel Unheil und Leid ausgegangen war und die den Holocaust zu verantworten haben, sich nicht nennenswert vermehrten. „Weniger Deutscher, desto geringer die Gefahr neofaschistischer Umtriebe.“ Dies war die Meinung vieler in Deutschland tätiger alliierter Soldaten und deren Angehöriger. Für die Deutschen aber gab es noch eine Angst, die seitens der Siegermächte geschürt wurde. Es war die Angst vor einem Atomkrieg. 1983 sah es dafür sehr bedrohlich aus.

In Bonn demonstrierten rund 300.000 junge wie auch etliche alte Leute gegen den atomaren Rüstungswahnsinn von Russen und Amerikanern. Auch ich und meine Frau, beide damals noch ledig, zählten zu den friedlichen Demonstranten. Das für mich wichtigste Foto, das ich während der Demo auf der Bonner Schlosswiese machte und das für mich einen Symbolcharakter zur Demo enthielt, zeigte eine junge Frau, alternativ mit Selbstgestricktem gekleidet, die, wie eine Madonna, ein Baby, natürlich in gestrickter Decke, in den Armen hielten und im Schlamm der Wiese saß.

Wir alle dachten damals an unsere möglichen Nachkommen und wir sorgten uns um sie und wir wollten sie nicht der Gefahr kriegslüsterner Herrscher der Großmächte aussetzen. Ungezeugtes Leid!

Und natürlich waren wir mit unseren Gedanken ein Produkt der Kapitulation Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Und ich denke, das war auch ganz gut so. Die westlichen Alliierten hatten die Deutschen zur Verantwortungen und zur Kritikfähigkeit erzogen. So war allgemein die Angst vorherrschend, dass man seine Kinder in einen atomaren Weltuntergang hinein zeugen müsse, wenn die Alliierten nicht die atomare Aufrüstungen stoppten. Es sah düster aus.

Falsche Helden
Für alle überraschend kamen dann „Glasnost und Perestroika“. Viele Menschen glaubten, dieser friedliche Wind käme aus der ehemaligen Sowjetunion. Doch heutzutage, wo amerikanische Republikaner glauben die Welt zu beherrschen, gibt es immer öfter „Historiker“ die dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan die Ehre andichten wollen, für die Beendigung des Kalten Krieges gesorgt zu haben. Und wer war Gorbatschow?

Ganz dreist aber wurde ein damals unbedeutender polnischer Elektriker der Danzig-Werft, Lech Walesa, der seit dem Frühjahr 2005 verbreitet, er und der Papst hätten die friedliche Entwicklung eingeleitet. Tatsächlich nannte er selbstherrlich zuerst sich selbst und dann erst den damaligen Papst polnischer Herkunft vor den TV-Teams westlicher Sender als Held des Friedens. Versuche, die geschichtlichen Ereignisse und Entwicklungen sich anzueignen, um als Held auszusehen, gibt es noch weit mehr.

Bernd Raffelhüschen, der laut seiner Biografie mehrere Professuren ablehnte bevor er im August 1995 die C4-Professur VWL, insb. Finanzwissenschaft der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg annahm, der sich von der Energie-Wirtschaft und der Chemischen Industrie fördern ließ, zählt zweifellos zu den bevorzugten Günstlingen Deutschlands – zur Elite. Die Behauptung, die er meiner Meinung nach mittels niederträchtiger Diskriminierung zu untermauern versucht und die das Nachrichtenmagazin FOCUS lapidar in dem zusammenfasst, man müsse zusätzlich vorsorgen, um im Alter nicht zu verarmen, schießt leider vielfach an der Realität vorbei. Es werden immer mehr, die sich eine private Rentenversorgung nicht leisten können; einfach deshalb, weil sie trotz ihres Verzichts auf Luxus kein Geld dafür zur Verfügung haben.

Skandalös
Die fürs Alter bestens versorgten Abgeordneten sind denn auch nicht bereit, mit dem Volk zu teilen. Vorschläge, sie sollten ebenso ihre Altersversorgung herunterfahren und die dadurch erzielten Ersparnisse der Solidargemeinschaft zukommen lassen, wiesen viele entrüstet zurück. Und letztendlich bleibt noch eines zusagen: Professor Raffelhüschen beschimpfte, wie schon erwähnt, die 30 bis 50-jährigen als „Jammerlappen“, weil sie keine Kinder in die Welt setzten und behauptet sie hätten selbst Schuld, wenn sie nun weniger Rente kriegen. Er behauptet, die gegenwärtige Regierung, vornehmlich die CDU/CSU damit zu unterstützen, doch weshalb ist Kanzlerin Merkel, die zum Jahrgang 1954 zählt und der Chemischen Industrie sehr nahe steht, kinderlos? Laut der internationalen Organisation „Worldwatchers.org“ gibt es besonders in Deutschland seit 1950 einen Rückgang der Geburtenrate, was sehr wahrscheinlich auf die Zunahme der Anwendung von chemischen Produkten, zu denen auch Umweltgifte zählen, zurückzuführen ist. In dem Maß, wie der Absatz solcher chemischer Produkte erfolgte, gab es weniger Geburten und immer häufiger Missgeburten und Menschen mit Missbildungen.

Fazit
Wäre es nicht schön, wenn den drei niedlichen Kindern von Professor Bernd Raffelhüschen, dem P., der A. und dem M., künftig eine chemische Verletzung durch Umweltgifte erspart bliebe, was zu einer Erwerbslosigkeit führen könnte, und sie sich an dem von ihrem Vater ererbten Reichtum auch noch im Alter erfreuen und auf die Rente verzichten könnten?

Sollten wir Bürger uns ganz einfach wegdenken? Deutschland – ohne Ottonormalverbraucher? Kein Volk, keine Rente. Ein Staat ohne Volk – das wäre das Perpetuum Mobile, das Schlaraffenland für unsere gewählten Volksvertreter.

Nachtrag
Am 10. März 2006 gegen 16.20 Uhr rief mich Prof. Raffelhüschen auf meinem Handy an. In aggressiven Ton forderte er mich auf, diesen Artikel verschwinden zu lassen. Auf meine Frage, weshalb er dieses wolle, antwortete er, ich habe unter dem Fazit seine Kinder erwähnt. Die solle ich doch gefälligst herauslassen. Ich antwortete: „Gerade um Ihre Kinder und die Kinder vieler anderer Deutscher geht es doch.“ Er schnauzte mich an und behauptete, die Erwähnung seiner Kinder sei eine Verleumdung, und er wolle dafür sorgen, dass mir das Handwerk gelegt werde. Ich entgegnete, dass ich in diesem Artikel keine Verleumdung wüsste. Er aber habe die Deutschen öffentlich als „Jammerlappen“ bezeichnet, was ich als Verleumdung verstünde. Gerne noch hätte ich die Diskussion mit ihm auf eine sachlichere Weise zu Ende geführt, doch er beendete abrupt das Telefonat.

Herr Prof. Raffelhüschen, weshalb nennen Sie selbst die Namen Ihrer Kinder und zeigen auch Fotos von Ihnen auf der offiziellen Universitäts-WebSeite, wenn sie nicht wünschen, dass irgendwann in einem Artikel, der auch die Zukunft Ihrer Kinder betrifft, Ihre Kinder beim Vornamen genannt werden. Sie selbst sind es, der sich Vorwürfe machen sollte. Gut finde ich, dass Sie Ihren Fehler inzwischen erkannt haben, und wenigstens die Fotos Ihrer Kinder aus dem Web genommen haben. Aber jemand, der wie Sie derart fahrlässig seine Kinder an die Öffentlichkeit zerrt und sie möglicherweise damit gefährdet und sich zugleich mit verleumderischen und diskriminierenden Äußerungen gegenüber der Presse mitteilt, sollte sich nicht wundern, wenn er kritisiert wird.


Prof. Raffelhüschens Biografie-Seite der Universität Freiburg – Link auf seine Kinder.

Sie selbst waren es, der gegen die Richtlinie 4.2 des Pressekodex’s „verstoßen“ hat. Sie sind zwar kein Journalist, doch mit der Ihrer eigenen Publikation der Namen und der Fotos Ihrer Kinder haben Sie signalisiert, dass Ihnen nicht an einer besonderen Zurückhaltung, wie in der Richtlinie erwähnt, gelegen ist.

Richtlinie 4.2 „Bei der Recherche gegenüber schutzbedürftigen Personen ist besondere Zurückhaltung geboten. Dies betrifft vor allem Menschen, die sich nicht im Vollbesitz ihrer geistigen oder körperlichen Kräfte befinden oder einer seelischen Extremsituation ausgesetzt sind, aber auch Kinder und Jugendliche. Die eingeschränkte Willenskraft oder die besondere Lage solcher Personen darf nicht gezielt zur Informationsbeschaffung ausgenutzt werden.“

Selbstverständlich haben Sie die Möglichkeit einer Gegendarstellung in [journalismus] – nachrichten von heute. Obwohl dieser news-blog in der Schweiz publiziert wird, richten wir uns gerne nach dem deutschen Presse-Kodex.

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Künftig so gut wie keine Rentenversorgung

Harald Haack – Der deutsche Sozialstaat ist am Ende. Deutlichere Hinweise für diese Schande als der aktuelle Rentenversicherungsbericht, den Arbeits- und Sozialminister Franz Müntefering (SPD) in Berlin vorstellte, wird es kaum noch geben.


„Ihre individuelle Rente“ – „Bitte beachten Sie, dass dies nur eine grobe Einschätzung ist und wir keine zuverlässige Aussage über Ihre individuelle Rente machen können“. – Werbeaussagen von Rentenhaien.

Künftig werden Arbeitnehmern weiterhin Beiträge zur Rentenversicherung vom Gehalt abgezogen werden, die Beiträge werden sogar noch steigen, doch die Höhe der Rente, die ihnen die Deutsche Rentenversicherung kürzlich als Prognose schriftlich mitteilte, wird niemand erhalten. Gemessen am Beispiel Hartz IV, wie Arbeitslose seitens gut versorgter Politiker gegenwärtig als Sozialschmarotzer diskriminiert werden, wird es Rentnern in Deutschland bald nicht viel anders ergehen.

„Es ist klar, dass von der gesetzlichen Rente alleine der Lebensstandard im Alter künftig nicht mehr gehalten werden kann“, sagte Müntefering und er hätte es auch wesentlich einfacher sagen können: „Kümmert Euch gefälligst um Euren eigenen Dreck!“ Er dringt angesichts des sinkenden Renten-Niveaus auf mehr Privatvorsorge und verschweigt, dass sich damit die Regierung aus der gesetzlich verankerten Rente stiehlt und die Versicherten in die Fänge skrupelloser Rentenhaie treibt.

Nachdem er eine Heraufsetzung des Renteneintrittalters von 65 auf 67 Jahren forderte und dabei mutmaßlich mit dem vorzeitigen Tod etlicher Neu-Rentner spekuliert, womit teilweise Rentenauszahlungen gespart werden könnten, stellt der von ihm präsentierte Bericht nach Modellrechnungen Prognosen für die Entwicklung der Altersvorsorge in Deutschland bis zum Jahr 2019 auf. Demnach soll im kommenden Jahr der Beitrag zur Rentenversicherung von heute 19,5 auf 19,9 Prozent steigen. Dieser Wert soll bis 2012 gehalten werden. Aber gemessen am Unvermögen deutscher Regierungen das Rentenproblem sozial zu lösen und der Sucht der an die Macht gelangter Politiker ständig Reformen durchzuführen und mit Reformen die gerade geleistete Arbeit vorheriger Regierungen zu negieren, sollte man Münteferings Behauptung getrost für das halten was es ist: Reine Augenwischerei und damit Müll.

Nach Münteferings Rechnung müsste der Bund wegen der dünnen Finanzdecke der Rentenkassen 600 Millionen Euro im Jahr 2008 zusätzlich zuschießen. War das nicht der Betrag, den man mit der LKW-Maut zugunsten der Rentenversicherung einnehmen wollte und zwar jährlich? Und hatte man nicht 600 Millionen Euro in das niedersächsische Atomendlager Schacht Konrad investiert, obwohl die 2002 vom niedersächsischen Umweltministerium erteilte Genehmigung durch Klagen zu kippen drohte? Hat die Merkel-Regierung das Geld heimlich für andere Dinge verplant?

Müntefering trommelt jetzt schon den Trauermarsch, obwohl erst 2007 über die Renten entschieden werden. Für das Jahr 2013 nimmt er einen Beitragssatz von 19,6 Prozent an, für die Jahre danach bis 2019 eine Verringerung auf 19,4 Prozent.

Arbeitnehmer, die in diesem Jahr in den Ruhestand gehen, sollen noch mit 52,2 Prozent „Sicherungsniveau“ rechnen dürfen, bezogen auf die Durchschnittseinkommen nach Abzug der Sozialabgaben aber vor den Steuern. 2009 sollen es nur noch 49,9 Prozent sein, 2019 dann 46,3 Prozent: Zielwerte, die bereits mit der jüngsten Rentenreform gesetzt wurden, und bis 2030 soll das Niveau nur noch 43 Prozent betragen. Was Müntefering verschweigt: 2030 wird die Talfahrt der Rentenversorgung gemäß seiner Rechnung nicht abgeschlossen sein. Letztendlich wird es irgendwann trotz einbehaltener Rentenbeiträge keine Rentenauszahlung mehr geben.

Rechtsbeugung in letzter Instanz?

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Rechtsbeugung in letzter Instanz?

Harald Haack – Selbst der Ex-Ministerpräsident Niedersachsens und nun als Bundesumweltminister tätige Sigmar Gabriel (SPD) zählt zu den Gegnern des Atomendlagers Schacht Konrad bei Salzgitter. Doch das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg wies vier Klagen zur Genehmigung von Schacht Konrad ab. Damit hat erstmals ein deutsches Gericht die atomrechtliche Genehmigung eines Endlagers für radioaktive Abfälle bestätigt. In der ehemaligen Eisenerzgrube Schacht Konrad bei Salzgitter sollen bis zu 303.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiver Abfall eingelagert werden.

2002 hatte das niedersächsische Umweltministerium die Genehmigung für das Endlager für radioaktive Abfälle erteilt. Dagegen waren die Stadt Salzgitter, zwei Nachbargemeinden und zwei Anwohner vor das Gericht gezogen. An drei Tagen hatte das Gericht über die Klagen verhandelt. Laut Gabriel gibt es jetzt nur wenig Spielraum, das Projekt noch zu stoppen. Als Minister sei er wie jeder Bürger auch an Recht und Gesetz gebunden, und ein Gerichtsurteil in letzter Instanz sei bindend. Aber gilt dies auch für ein Urteil, bei dem sich die Richter mutmaßlich der Rechtsbeugung schuldig gemacht haben, weil sie Beweisanträge ablehnten? Zu den Beweisanträgen zählte eine Überprüfung zur der Langzeitsicherheit des Endlagers.

Obwohl das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, drängelt Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) in einem Brief an Gabriel, wie das „Handelsblatt“ berichtet: Glos gehe davon aus, der Umweltminister werde alles Notwendige veranlassen, um die Umrüstung des Schachts Konrad zu einem Endlager zügig zu beginnen. Immerhin habe man schon rund 800 Millionen Euro in den Schacht Konrad investiert, um diesen zu einem Atomendlager zu machen, und mutmaßlich geschah dies fahrlässig und ohne rechtliche Absicherung.

Woher kam das Geld? Hatte man es u.a. den Rentenversicherten „gestohlen“? Der deutschen Rentenversicherung fehlen nämlich 600 Millionen Euro. Aus welcher Ecke kamen die restlichen 200 Millionen Euro?

Glos drängelt, weil das bisher verprasste Geld „aus wirtschaftlicher Sicht eine Realisierung von Schacht Konrad dringen erforderlich“ mache.

Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa forderte der Umweltminister Gabriel den Wirtschaftsminister Glos zur Einhaltung des Koalitionsvertrages auf. Es sei darin sei festgelegt, es bleibe beim Atomausstieg. Der Koalitionsvertrages enthält laut Gabriel ausdrücklich die Vereinbarung, dass in Schacht Konrad keine Baumaßnahmen erfolgen vor Abschluss des Hauptsacheverfahrens. Minister Gabriel sagte: „Und das gilt solange, wie wir noch kein rechtskräftiges Urteil haben. Ich hoffe, dass Herr Glos allmählich damit beginnt, den Koalitionsvertrag zu lesen, damit er weiß, was er unterschrieben hat.“

Vielleicht ja erfahren die Bürger bis zur Rechtskräftigkeit des Gerichtsentscheids mehr über eventuelle Betrügereien, und wie es dazu kommen konnte, dass unbeirrt 800 Millionen Euro investiert wurden, obwohl die 2002 vom niedersächsischen Umweltministerium erteilte Genehmigung für das Endlager durch die Klagen gefährdet war. Sicherlich ein Grund mehr, die Entscheidung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht zu rüffeln und an Rechtsbeugung zu denken. Haben sich die Richter von den getätigten Investitionen „blenden“ lassen?

Künftig so gut wie keine Rentenversorgung
Ein bißchen Rechtsbeugung ist erlaubt. Ein Kommentar von Erich Schöndorf.

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Der ZDF-Bräunungseffekt

Harald Haack – Anhänger von Verschwörungstheorien sind nicht gerade selten. Glaubt man dem britischen Historiker Richard Overey, so zählen der Österreicher Adolf Hitler und der Georgier Josef Stalin zu den prominentesten, historischen Vertretern dieser Spezies. Sie wurden nicht nur zu Todfeinden, sondern auch zu eifrigen Verfechtern von Verschwörungstheorien, die damals dem weit verbreiteten Bedürfnis nach Feindbildern entsprachen. Hitler und Stalin bogen sich die Wirklichkeit so hin, wie sie gerade in ihre Verschwörungstheorien hinein passte.


Hitler bog sich die Wirklichkeit nach seinem Bedürfnis hin.
Der „deutsche Gruß“ wegen Hitlers Prostata-Leiden?

Laut Overy, der sich vom Zweiten Deutschen Fernsehen für den teuren Liebesfilm „Dresden“ einspannen ließ, glaubte Hitler, Juden müssten überall auf der Welt daran arbeiten, Deutschland zu zerstören und dass wissenschaftliche Erkenntnisse seine Meinung dazu stützten. Dagegen basierte Stalins Weltsicht auf der Idee, bürgerliche Kräfte gefährdeten stets die sozialistische Revolution. Stalin, dessen bürgerlicher Name „Iossif Wissarionowitsch Dschugaschwili“ war, sah in vielen seiner Zeitgenossen, die sich als Kommunisten ausgaben, heimliche, bürgerliche Spione. Wie Hitler war er im Lauf seines Lebens trotz seiner relativ hohen Intelligenz ein primitiver Bastler seiner Weltsicht geblieben und hatte sich unnachgiebig und starr – daher sein Parteiname „Stalin“ (der Stählerne“) seine eigene kleine Welt zusammengekleistert. Diese Phantasiewelt hatte er gefüllt mit überall lauernden, maskierten Feinden.

Hitler und Stalin fanden denn auch unter der Bevölkerung ihrer Länder viele Leute, die einen massiven Feind brauchten. Kleingeistige Bürger gab es damals schon viele. Von mächtigen, weniger mächtigen oder gar ohnmächtigen Feinden konnten sich die Bürger nur distanzieren, weil dies ihr tugendhaftes Empfinden, das ihnen die Propaganda der „großen Diktatoren“ eingeredet hatte, unterstützte und damit die idealistischen Utopien jener Despoten zu verwirklichen schien.

Doch Stalin litt 1936 durch den Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs unter Einkreisungsängste; sie ließen ihn überall nach Agenten suchen. Und weil Hitler angeblich überzeugt war, die Juden zögen Amerika in den Krieg, erklärte er Ende 1941 den USA den Krieg.

Wie viele Möglichkeiten einer anderen Welt bzw. historischer Ereignisse gibt es? Wird es jemals Menschen geben, die sich auf solche komplexen Gedankenspiele einlassen und literarisch Alternativ-Welten zu Hitler und Stalin erfinden und glaubhaft durchspielen? Es wäre zumindest unterhaltsam, und dass Horror zu Unterhaltung genutzt wird beweist die Filmindustrie; nicht nur Hollywood allein. Das Kino des Grauens hat sich schon zu Zeiten des Stummfilms etabliert.

Wie dem auch sei, Hitler und Stalin selbst wurden für heutige Verschwörungstheoretiker zu Artefakte; schließlich kommen Verschwörungstheorien ohne reale Artefakte nicht aus. Und es gibt mittlerweile sicherlich ebenso viele Verleugnungen historischer Tatsachen wie deren Bestätigung. Obwohl die Datenlage umfassend ist, zweifeln immer mehr Menschen an Fakten, die ihnen präsentiert werden.

Erleben wir gerade eine Zeit, in der das Böse relativiert wird? Mehr denn je gibt es Menschen, die an allem zweifeln; besonders wohl an sich selbst und weshalb sie Verschwörungstherorien brauchen, und nicht wenige fragen sich: „Wer war Hitler, wer Stalin? Gab es beide tatsächlich? Sind sie nicht viel mehr Erfindungen einfallsreicher Hollywood-Autoren oder eifriger Historiker unter der Leitung von Guido Knoop?“ Der hatte Hitler vor einigen Jahren in einer ZDF-Dokumentation zum Slow-Motion-Monster stilisiert und mit dramatischer Musik unterlegt – so perfekt gruselig bearbeitet, dass seine Hitler-Darstellung Neo-Nazis erfreute und nun in der braunen Szene kursiert. Gerade das Grauen ist es, das immer mehr Anhänger findet, und Knoop liefert die historischen Zappelbilder. Offenbar ist ihm nicht bewusst, dass seine Kommentare oder die seiner Autoren gelöscht, mit faschistischer Propaganda ersetzt werden und auf DVD gebrannt verteilt werden.

Dank der eifrigen ZDF-Historiker hat „der Führer“, wie er noch heute ehrfürchtig von jenen genannt wird, die die Dokumentationen über das Nazi-Deutschland mit braunen Augen sehen, eine unheimliche Popularität. Hinzu kommt, dass Hitlers Gegröle auch noch aus anderen Fernsehkanälen dröhnt. Aber können Sie sich an eine ZDF-Dokumentation erinnern, in der seine Opfer, als sie noch lebten, ein paar Worte in Richtung einer Filmkamera sagten?

Hitler ist uns allen im Ohr. Es scheint, als würde der Kerl nie mehr verstummen – im Gegensatz zu den Millionen von Toten, die aufs Konto von Hitler und seinen vielen Mittätern gingen. Sie schweigen, wahrscheinlich deshalb – verstehen Sie dies ruhig als Verschwörungstheorie – weil das ZDF deren Stimmen für weniger publikumswirksam hält.

Eigenartigerweise sind sich Anhänger von Antifa und Anti-Antifa angesichts des 10 Millionen Euro teuren ZDF-Zweiteiligers „Dresden“ einig. Sie halten den TV-Quotenrenner, der sicherlich nur durch die Neugier der Zuschauer dazu wurde und keineswegs wegen seiner dramaturgischen und künstlerischen Qualität, als „Verbiegung der Historie“.

War ein von der deutschen Flak abgeschossener, britischer Bomberpilot, danach mehrfach von einer deutschen Krankenschwester gerettet, am Einsturz der Dresdner Frauenkirche schuld?

Im Film hatte das Kirchengebäude den Feuersturm überstanden, brach dann aber zusammen, nachdem der Brite zur Aussichtsplattform hochgestiegen war und diese wieder verlassen hatte, um sich das zerstörte Dresden von oben anzuschauen.

Mit diesem Fauxpas, der wohl aus der Krücke heraus entstanden war, den Fernsehzuschauern ein zurechtgebasteltes, atemberaubendes Panaroma des zerbombten Dresden zu zeigen, aber bricht auch der Film in seiner Glaubwürdigkeit zusammen und findet sich in einem revanchistischen Trümmerhaufen wieder. Daran vermögen auch die nachfolgenden Einstellungen von der Einweihung der wieder aufgebauten Frauenkirche, die als Mahnung gegen den Krieg und als Symbol für Versöhnung gelten soll, nichts zu ändern. Und mit dem Auftreten von Bundespräsident Köhler in „Dresden“, dem ZDF-Spielfilm, an diesem Tag der Einweihung, rutscht sogar noch der Trümmerhaufen der fiktiven Liebegeschichte mit ihrer historischen Rahmenhandlung in eine befremdende Situation. Manch Zuschauer wird sich gefragt haben: Ist der Köhler gar nicht echt?

Kultur des Grauens

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Hartz IV: Hausbesuche nur bei konkretem Verdacht

Karl Weiss – Ein wichtiges Gerichtsurteil über das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung, auch für Hartz-IV-Empfänger: Das Landessozialgericht Hessen in Wiesbaden hat grundsätzlich entschieden: „Hausbesuche“ der Beschäftigten der Ämter für Arbeit oder der ARGEs darf es nur geben, wenn ein konkreter Verdacht vorliege, nicht als „Routineüberprüfung“, weil es angeblich schon Missbräuche gegeben haben soll. Das letztere würde vielmehr alle Hartz-IV-Empfänger in Generalverdacht stellen, was grundgesetzwidrig ist.

Der konkrete Fall: Eine Wiesbadenerin beantragte Arbeitslosengeld II, nachdem sie aus gesundheitlichen Gründen ihre vorherige Arbeit nicht mehr durchführen konnte und keine andere Arbeit fand. Man teilte ihr mit, der Antrag könne erst genehmigt werden, wenn ein Hausbesuch bei ihr durchgeführt worden sein, um zu überprüfen, ob sie nicht eventuell mit jemandem zusammenlebe, der mit ihr eine „Bedarfsgemeinschaft“ bilde. Sie sah nicht ein, warum sie einen solchen Hausbesuch hinnehmen sollte, nach dem diese weder irgendeinen konkreten Verdacht hatten noch ihr irgendeine Unkorrektheit vorwerfen konnten. Das Grundgesetz aber garantiert die Unverletzlichkeit der Wohnung.

Ihr wurde die Leistung verweigert, „bis eine Inaugenscheinnahme der Wohnung erfolgen könne“. Sie zog vor Gericht, ohne Geld für einen Anwalt und von Resten lebend. Nun gab ihr letztendlich das Landessozialgericht Recht. Das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung könne nur bei einem konkreten Verdacht angetastet werden, nicht auf der Grundlage, es habe doch schon einmal Missbrauch gegeben.

Das bedeutet, dass in Zukunft kein Hartz-IV-Geschädigter mehr Besuche der Behörde in seiner Wohnung zulassen muss, ohne dass man ihm konkret angibt, mit was er genau Anlass zu einem Verdacht gegeben habe. Allerdings sitzt die Behörde so oder so am längeren Hebel. Sie kann ihm auch nach diesem Urteil die „Stütze“ streichen und dann durch die Instanzen gehen. Es ist keine Straftat, nicht einmal eine Ordnungswidrigkeit, wenn ein deutscher Behördenmensch gegen das Grundgesetz verstößt.

Wenn man Monate oder Jahre ohne Geld ist, bis man Recht bekommt, dann muss man schon Reste haben, von denen man leben kann. Die ganze Unmenschlichkeit unserer Hartz-IV-Politiker kommt darin so richtig zum Ausdruck.

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Fake: Vogelgrippe-Bekämpfung am Bodensee

Karl Weiss – In einem sensationellen Augenzeugenbericht hat die Internet-Site rf-news.de mit Datum vom 27.2. 06 aufgedeckt, dass das deutsche Fernsehen (in diesem Fall der SWR) in Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Gesundheitsbehörden einen Fake-Einsatz gegen angebliche Vogelgrippe-Fälle in Überlingen am Bodensee inszeniert hat.

Hier der Augenzeugenbericht: „Ich stand am letzten Freitag auf der Uferpromenade des Bodensees, exakt an der Stelle (Seepromenade vor der Hausnummer 19), an der Feuerwehr und Fernsehteams zusammen kamen, nachdem bekannt geworden war, dass eine hier gefundene tote Ente durch den H5N1-Virus der Vogelgrippe infiziert war. Ich schwöre es: Die anwesenden Enten waren alle im Wasser und munter. Deshalb wurden am Abend im Fernsehen keine Kadaver gezeigt: Es gab keine! Die angeblich infizierte Tafelente wurde auch schon vor zehn Tagen gefunden. Die Feuerwehr hat in aller Ruhe eine kleine Ecke (keine 30 Meter lang) der Promenade abgeriegelt. Davor hatten viele Spaziergänger und Touristen, so wie ich, die Zeit gehabt, auf dem vermeintlich verseuchten Boden rumzutrampeln, und die Viren waren schon längst bis nach Holland verteilt. Ein Riesenzelt wurde errichtet, zwei Feuerwehrleute mit Schutzanzug und Schutzmaske spazierten dann, willkürlich hier und da sprühend vor den Kameras, während ihre Kollegen und die Fernsehleute ungeschützt umher liefen.

Nach knapp zwei Stunden wurde dann alles wieder abgebaut und eingepackt und weg waren sie. Leider habe ich nur wenige Fotos gemacht, denn mir war nicht klar, was die Medien aus diesem Theater machen würden! Am Abend habe ich dann mit großem Interesse das Desaster im Fernsehen verfolgt.

Am Samstag waren die zwei Feuerwehrmänner auf der ersten Seite einiger Zeitungen abgebildet. Die „Süddeutsche Zeitung“ betitelte das Bild mit: „Seuchenbekämpfung an der Uferpromenade“. Weiter heißt es bei der SWR-Internetseite: „Die Behörden bereiten sich auf ein mögliches Massensterben von Wildvögeln am Bodensee vor. Seit dem Vormittag ist deshalb ein Hubschrauber im Bodenseeraum auf Kontrollflug unterwegs.“ Na dann sind wir ja beruhigt …“

Bleiben nur noch Fragen: Warum machen uns die Behörden in Zusammenarbeit mit dem Fernsehen etwas vor? Warum nehmen Fernsehjournalisten nicht ihre Aufgabe wahr, die Wahrheit aufzudecken, sondern arbeiten an Fake-Einsätzen mit? Kann man dem Fernsehen noch irgendetwas glauben?

Um was geht es eigentlich? Sollen wir glauben gemacht werden, man habe bei der Vogelgrippe alles in der Hand und niemand brauche sich Sorgen zu machen?

Aufmacher
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Volles Bild für Öffentlichkeit

Harald Haack – Die Bundesregierung feiert die Beerdigung der Aufklärung einer Geheimdienstaffäre. Rot-Grün hatte es einst verzapft, Rot-Schwarz darf nun zapfen – das Kölsch für die rheinischen Narren unter den deutschen Bundespolitikern. Und die leidige Affäre wurde demokratisch per Mehrheitsbeschluss als „aufgeklärt“ definiert. Es lebe die närrische Demokratie!

Haben Regierungsberater die Lösung für allen kniffligen und unliebsamen Tratsch gefunden, der aus dem Deutschen Bundestags heraus seinen Weg in die Öffentlichkeit fand? Wenn dem so ist, dann ist ihnen der Clou aller Zeiten gelungen.

Das ist doch super: Zukünftig werden Publikationen über Regierungs- und Geheimdienstpannen ganz einfach in die närrische Zeit zwischen dem 11.11. und dem Aschermittwoch gelegt. Auf diese Weise gibt es keine lästige Untersuchungsausschüsse, auf unfassbar demokratische Weise können vermeintlich kriminelle Handlungen, in Aussicht auf ein leckeres Kölsch (oder zwei oder drei oder …) „aufgeklärt“ werden.

Diese Einsicht fällt ausgerechnet in die Zeit, in der Hamburgs Ordnungshüter und Objektschützer, die Kolleginnen und Kollegen der Polizeibeamten der Gewerkschaft DPolG, der „Deutschen Polizeigewerkschaft im DGB“, streiken, weil Politiker sie zur 40-Stunden-Woche zwingen und des Weihnachts- und Urlaubsgeldes berauben wollen. Wahrscheinlich steht wieder einmal eine Diätenerhöhung bei Bundestagsabgeordneten an, aber neue Besen kehren bekanntlich gut (wenn auch erfahrungsgemäß nur kurzzeitig).

Bundesfinanzminister Steinbrück (SPD) hat seine Vorliebe für den roten Stift entdeckt und er schwingt ihn mit Elan. Streichungen, so weit die Etats reichen. Woher aber das Geld für die Diätenerhöhungen nehmen, wenn nicht stehlen? Nein, gestohlen wird nichts, aber den öffentlich Bediensteten offenherzig ins Portemonnaie gegriffen.

Wer nun glaubt, Beamte genössen die Sicherheit der Unkündbarkeit und die Ehre ihres Berufsstandes – Beamte duzen verboten – irrt. Mit der neuen Lösung der Bundesregierung werden Ermittler und Richter überflüssig. Eine brillante Innovation zur Entlastung der Gerichte! Hat ein Politiker „Schwarzgeld“ angenommen und der Bundespolitik gemäß den Zielen seines Spenders einen tiefen Eindruck hinterlassen, wird nicht mehr ermittelt, sondern darüber abgestimmt, ob man den Fall als „aufgeklärt“ abhaken kann. Das ist der Föderalismus Deutschlands. Unglaublich demokratisch! Unfaßbar dumm?

In der Tat wird in Berlin Karneval gefeiert, obwohl Berlin eigentlich genau der Bereich ist, wo Närrisches an der gemeinen Berliner Schnauze abprallt und hilflos und blöd zerbröselt wie staubtrockene Kreuzberger Schribben (Brötchen, Semmel). Karneval in Berlin findet unterirdisch und im Geheimen statt: Tief unten im Deutschen Bundestag. Glaubt man dem journalistischen „Peinlichkeitspegel Deutschlands“ – „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat die Schand in der Hand“ – dann „leuchteten schon Luftschlangen und aus den Boxen dröhnten bereits zur Probe die ersten Karnevalsschlager“ in den alten, reanimierten Katakomben des „Reichtags“-Bundestages während „einige Türen weiter … hinter verschlossenen Türen“ das PKG tagte.

Das PKG ist kein GSG 9, kein Erschießungskommando für nervige Zeitgenossen, die glauben Terrorist sein zu müssen. PKG steht auch nicht für „Panzerknackergruppe“, sondern – trautes Heim? – für „Parlamentarisches Kontrollgremium“.

Obwohl Karneval gefeiert werden soll, lag „einige Türen weiter“ in den von tristen Leuchtstoffröhrenlicht durchtränkten Krypten des Bundstages „auf dem Tisch“ ein mehr als 300-seitiger Bericht der Bundesregierung, der alle Fragen zu dubiosen Aktivitäten deutscher Sicherheitsbehörden erhellen soll.

Wahrscheinlich haben die Anwesenden angesichts der bedrückenden Fülle dieses Wälzers betroffen geschluckt und sich geängstigt, als müssten sie sich wie Analphabeten buchstabierend durch Marion Zimmer Bradleys „Nebel von Avalon“ quälen.

Doch die zweite Liga der „Berliner Republik“ jubelte alsbald: Schamane Merlin und sein Druide Scholli-Olli – nein, falsch: Norbert Röttgen (CDU) und Olaf Scholz (SPD) traten vor die Kameras. Wohin hätten sie denn auch als Valium des Bundestags-Karnevals treten können?

Sie waren sich einig. Als wenn nun alle missgünstige Zauberei weggezaudert sei, erklärten sie die Untersuchungen in der Geheimdienstaffäre als beendet. Niemand dürfe ein Vorwurf gemacht werden. Juhu!

Klar, immerhin hatten sie – alle beteiligte Pappnasen der neuen Regierung – uns Bürgern und mitfeixenden Nachbarn Deutschlands in den letzten Wochen doch bestens unterhalten. Für soviel Comedy und Soap-Opera hätten sie denn auch eine Auszeichnung verdient. Nominiert haben sie sich selbst zumindest schon dafür, doch um die eigentliche Auszeichnung zu ergattern, haben sie – ganz geheimnisvoll – „einen Schritt“ angekündigt. Sie wollen – ach, man wagt es kaum zu glauben -, dass die Öffentlichkeit „ein volles Bild“ über die Geheimdienst-Affäre erhält; lediglich „geheime operative Details über die Zusammenarbeit mit anderen Geheimdiensten sollen geschwärzt werden“.


Noch streng geheim und hier exklusiv vorgestellt: Das volle Bild des Deutschen Bundestages zur Geheimdienst-Affäre – lediglich „geheime operative Details über die Zusammenarbeit mit anderen Geheimdiensten sind geschwärzt worden“.

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Hamburg von seiner spannendsten Seite

Harald Haack – Nach dem warmen Theater um Hamburgs erstem Bürgermeister „Ole“ von Beust, seines ehemaligen Innensenators Schill und seines Justizsenators Kusch stellte man in Hamburg fest, dass solche schlaffe „Werbung“ nichts bringt für die Freie und Hansestadt Hamburg, dem „Tor zur Welt“.


Saufen mit Müllgarnierung in Hamburgs Davidstraße.

Hamburgs Werbestrategen wissen inzwischen, dass die Werbung auf einen Marketing-Plan abgestimmt sein muss, damit das gewünschte Ziel erreicht wird und das heißt in Hamburg immer noch: Mehr Touristen.


Postkartenidylle: Vor dem Eingang eines Bordells in der Hopfenstraße, einer Parallelstraße zur Reeperbahn. Die Farbe der Müllsäcke soll angeblich keine Rückschlüsse auf die Sexpraktiken des Bordells bieten.


Hinweis für Souvenierjäger: Die vollen Müllsäcke sind unverkäuflich. Mülldiebstahl wurde aber noch nicht bekannt.


Alkoholiker-Pedanterie: Je voller die Köpfe, desto geordneter das Leergut.

Bisherige Anstrengungen um die Gunst der Touristen aus aller Welt haben wahrscheinlich nicht zu einer Steigerung der Zimmerbuchungen geführt. Nur so dürfte es zu erklären sein, dass die Stadtväter, und die Stadtmütter ebenso, sich im Streit mit der Gewerkschaft Ver.di stur verhalten und einen Streik der öffentlich Bediensteten provozierten. Nun ist er da der Streik, und die Müllermänner streiken. Im gesamten Stadtgebiet wird der Müll seit über einer Woche nicht mehr entsorgt, die Wege und Straßen werden nicht mehr gefegt und an den Straßenrändern häuft sich der Müll.


Aufeinander abgestimmt: Rote Limousine, roter Müllbehälter und weiße Pappbecher eines Fast-Food-Restaurants an der Reeperbahn.


Für mehr „Vorspiel“ sind offensichtlich die Huren der Herbertstraße. Die Straße ist eine Sperrzone und für dort nicht tätige Frauen verboten. Auch der Müll muss draußen bleiben.

Hamburgs Amüsierviertel St. Pauli bietet jetzt gerade Abenteuerurlaubern spannende Augenblicke. Trunkenbolde säumen wie eh und je die Reeperbahn, Türsteher scheinen mit sich selbst zu reden und Huren stehen sich die Füße platt. Aber sie alle sind von Müllbergen umgeben. Der feuchtkalte Wind löst Papierfetzen und Pappbecher aus aufgeplatzten Mülltüten. Der Dreck wirbelt über die breiten Gehsteige der Reeperbahn.


In der großen Baugrube der Reeperbahn.

Während die meisten Hamburger Bürger den Müllstreik bisher gelassen hinnehmen und mehr den je auf Müllvermeidung achten und selbst die Wege fegen und die Straßen sauber halten, schimpfen die in den Amüsierbetrieben tätigen Stripperinnen und Barkeeper wie auch ihre Chefs über den Müllstreik anstatt selbst zum Besen zu greifen. Aber deren asoziales Verhalten hat auch eine gute Seite: Zeigt es doch ehrlich wie enorm dreckig es in St. Pauli zugeht und dass das Müllaufkommen der Reeperbahn und angrenzenden Strassen am größten von ganz Hamburg ist.


Am Eingang der S-Bahn-Station Reeperbahn.


Auch sie streiken: Polizisten vor Hamburgs berühmtestem Polizeirevier, der Davidswache. Sie fegten ihren Gehsteig.

Nicht nur Ver.di hatte zum Streik aufgerufen. Auch die Polizeigewerkschaft DPolG mobilisierte ihre Mitglieder im Verkehrsordnungsdienst und Objektschutz. Die Polizisten und Polizistinnen wollen, wie Müllmänner und Straßenfeger, keine 40-Stunden-Woche, keine Stellenstreichungen, keine Wegnahme von Weihnachts- und Urlaubsgeld und dem Senat davon überzeugen, dass sie kein Spielball für „sparwütige Haushälter“ sind.

In Hamburg St. Pauli ist wieder was los! Gräuliches Schmuddelwetter, Baustellenstaub, Müll und übelgelaunte Polizisten. Kommen Sie jetzt bevor die ersten Strahlen der Frühlingssonne alles zunichte machen. Erleben Sie Hamburg wie es wirklich ist.

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Aufmacher

Harald Haack – Es ist genau das eingetroffen, was vor einigen Monaten zu befürchten war. Deutschland schien nicht auf die Vogelgrippe vorbereitet zu sein. Doch das wurde seitens der Regierung unter Kanzler Schröder bestritten. Nun wird das erschreckende Ausmaß der Versäumnisse unserer Politiker sichtbar. Aber was jetzt im Pressemainstream dramatisiert wird, sind nur die jüngsten Meldungen einer globalen Schande.

Glaubt man dem britischen Boulevard-Blatt „The Sun“, so ist Großbritannien gegenwärtig ebenso wenig vorbereitet, wie es andere Lände zuvor waren. Der Globalismus hat nicht nur kläglich versagt, sondern die Ausbreitung der Vogelgrippe erst recht ermöglicht.

Interessant ist, mit welchen Fotos einige Redaktionen die Aufmacherseiten der Internet-Ausgaben Ihrer Magazine und Zeitungen schmückten und welche Peinlichkeiten die offensichtlichen Dramatisierungen mittels gestellter Pressefotos verursachen.

Laut SPIEGEL-ONLINE sagte Bundeskanzlerin Merkel, „gute Aufklärungsarbeit und die Schönheit der Insel würden auch weiterhin dafür sorgen, dass Rügen seine Liebhaber finde“. Sind es wirklich Feuerwehrleute, die dem Fotografen von Getty Images vor Rügen posierten oder sehen wir jetzt schon unentwegte Rügen-Touristen in ihrer neuen roten Urlaubsbekleidung?

Ganz in blauen Schutzanzügen, aber mit roten Handschuhen posierten (offenbar) zwei andere Feuerwehrleute einem Fotografen der Deutschen Presseagentur (dpa). Aus der Bildzuschrift der SPIEGEL-ONLINE-Redaktion erfahren Leser, dass diese Gestalten unter Einsatz einer kleinen 10-Liter-Pumpflasche den weitläufigen Strand von Prerow desinfizieren.

Stern.de machte dasselbe Fotos gleich zum Aufmacher des blauen Montags. Desinfiziert der Mann (oder ist es eine Frau) den Strand oder soll das ein unterschwelliger Hinweis zur Rubrik „Wirtschaft & Karriere“ sein?

Die BILD-Zeitung hielt es am Boden nicht mehr aus und ging in die Luft. Schlagzeile und Fotos einer bewaffneten Tornado suggerieren, dass die Bundeswehr nun angreifen wird. Mit Napalmbomben gegen die Vogelgrippe-Viren? Verbrannt werden müssten die infizierten Kadaver doch sowieso.

Die Redaktion von FOCUS hielt es dagegen wohl für angebrachter weniger spektakuläre Fotos zu verwenden. Das Foto informiert sachlich über die Arbeit der Bundeswehr.

Und die Schweiz bereitet sich jetzt erst auf die Seuche vor. Für die „Neue Zürchner Zeitung“ lebt das Federvieh noch. Gezeigt wird ein prachtvoller Hahn in Angeberpose. Daneben die Überschrift: „Kantone aktivieren Krisenstäbe“.

Für die Online-SUN ist das Vereinigte Königreich noch nicht auf die Vogelgrippe vorbereitet. Das SUN-Foto zeigt einen in einem weißen Overall steckenden „Experten“ mit einem für die Vogelgrippe unzureichenden Atemschutz: „Alert … expert holds swan“.

Und die in Stockholm erscheinende Tageszeitung „Aftonbladet“ zeigt uns, dass die Schweden die Vogelgrippe verdrängen und präsentiert dafür das Foto eines kanadischen Eishockey-Stars bei den Olympischen Spielen. Nirgendwo ein Hinweis auf den Ausbruch der Vogelgrippe in Deutschland, Slowenien und Österreich.

Vogelgrippe und Merkel schießt den Vogel ab
Mobile Tötungseinheiten für Schweizer Geflügel
Deutschland: Präventiver Freiheitsentzug für Hühner
Impfstoff gefunden?
Deutschland vor der Katastrophe

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Vogelgrippe und Merkel schießt den Vogel ab

Harald Haack – Die Vogelgrippe hat Deutschland erreicht. Auf Rügen umringten Kamerateams ohne Schutzanzüge die toten Vögel und Helfer in Schutzanzügen. Bundesagrarminister Seehofer beschimpfte die Rügener Behörden, Gesundheitsministerin Schmidt beklagte sich keine Weisungsbefugnis für die Bundesländer zu haben, und Bundeskanzlerin Merkel beschwichtigte Panikattacken des ZDF: „Menschen brauchen sich im Moment keine Gedanken zu machen“.

Deutschlands Menschen, die sich auf Empfehlung eines Regierungschefs keine Gedanken machen. Hat es das jemals gegeben?

Hätte Merkel von den Sorgen der Bürger gesprochen, so wäre Ihr Statement halbwegs vernünftig gewesen. Es wäre eine Beschwichtigung gewesen, die Aufforderung, einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen. So aber sprach sie von „Gedanken“ und schießt damit den Vogel ab. Mein lieber „Herr Schwan“! Und alle wichtigen Leute und solche die sich dafür halten, auf Rügen, in Schwerin; Berlin und anderswo, folgten Merkels Aussage und verhielten sich bezüglich der Vogelgrippe gedankenlos. Immer ist sie die Regierungschefin, und wenn sie die Devise ausruft, Deutschland habe gedankenlos zu sein, dann muss man ihrer Aufforderung wohl folgen. Jedenfalls werden sich dies ihre ehemaligen ostdeutschen Genossen und Genossinnen auf Rügen gerne haben sagen lassen und in Schwerin auf ihr Strategiepapier zur Bekämpfung der Vogelgrippe geschrieben haben – wenn es denn ein solches Papier gibt und nicht als Klorolle irgendwo herum hängt.
Die Vogelgrippe auf Rügen – das ist ein Beispiel dafür, was geschieht, wenn der Amtsschimmel wiehert und äppelt.

1962 nach der schweren Sturmflut in Hamburg sah es zunächst auch danach aus. Doch die Stadt verfügte damals über einen Innensenator mit enormer Fähigkeit zur Führung des Katastrophenstabes. Helmut Schmidt habe dies nach eigenem Bekunden beim „Kommiss“ gelernt, während des Zweiten Weltkrieges im Nazi-Deutschland. Offensichtlich hatte Schmidt für sich den Nutzen daraus gezogen und bestmöglich zur Rettung von Leben im demokratischen Westdeutschland angewendet und sich damit über die Eitelkeit und den Neid selbsternannter „Experten“ hinweg gesetzt. Aber wen gab es damals hinter dem „Eisernen Vorhang“ des Kalten Krieges? Gab es in Ostdeutschland, in der ehemaligen DDR, nur unfähige Schwachköpfe, so dass auf Rügen und bei der Landesregierung in Schwerin nun wahrscheinlich die Dummheit regiert?

Unsere Stasi trainierten „neuen“ Bundesbürger könnten sich auch dumm stellen. Das mussten sie bis zur Wende viele Jahrzehnte lang.

Ein inszenierter Abbau der Pressefreiheit?
Nach dem, was sich auf Rügen abspielte, ist die Pressefreiheit weit entfernt von dem gedankenlosen und dreisten Verhalten der Kamerateams. Zugleich könnte es auch ein weiteres Beispiel dafür sein, welcher Schwachsinn dabei heraus kommt, wenn sich in Kollektiven wie der Fernsehteams Meinungen herausbilden, die allen bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Vogelgrippe widersprechen.

Wurden die Teams nicht eher verladen?

Nur ganz Coole glauben, die Vogelgrippe sei nur ansteckend, wenn man einen infizierten Vogelkadaver anfasse oder das infizierte Fleisch esse. Die Realität ist eine andere.

Virologen, also jene Wissenschaftler, die sich mit Viren und deren Widerstandsfähigkeit auskennen, wissen, dass sich die Viren nicht nur über die Luft ausbreiten können, sondern, wie auf Rügen, auch über die Eisfläche. Die Schwäne sind schließlich nicht wie ein Stein aus den Wolken auf das Eis gefallen, sondern werden sich liegend übers Eis flatternd bewegt haben. Darauf deutet der zerfledderte Zustand der Kadaver hin. In ihrem Todeskampf sonderten sie Kot und Auswurf ab und verteilten damit die Viren über die Eisfläche. Die Kälte von Eis tötet aber keine Viren.

Und was machten die Kameramänner, als sie Naheinstellungen der Kadaver machten?

Sie zeigten den Fernsehzuschauern wie sie das Eis betraten und die in weißen Einmaloveralls steckenden Kadaversammler umringten. Möglichweise setzte einer seine Kamera auch auf das Eis ab, um einen Kadaver aus der „Vogelperspektive“ zu filmen. Solche Einstellungen wurden in den TV-Nachrichten von N24, Sat1, Pro 7 und ZDF gezeigt. Anschließend mussten für die Abendnachrichten noch Einstellungen in den Geflügelställen der Rügener Bauern gemacht werden. Keiner aber dachte offenbar daran, dass die Viren bereits an Schuhen und Kameras der Fernsehmeute hafteten. Nein, natürlich hatte sich keiner darüber Gedanken gemacht. Wozu denn auch? Merkel hatte doch im ZDF gesagt, kein Mensch müsse sich Gedanken machen. Wenn die Vogelgrippe in den Ställen ausbricht und die Tiere zwangsweise gekeult werden, dann gibt es für die meist freien TV-Teams, die im Auftrag der Fernsehanstalten drehen, neue Arbeit und mehr Geld aufs Konto.

Ist das tatsächlich? Sollen wir das jetzt glauben?

Das Verhalten der professionellen Berichterstatter auf Rügen war keineswegs professionell und widerspricht deutlich dem deutschen Pressekodex. Mit dem Verhalten der auf Rügen tätigen Fernsehteams wurde das Ansehen der Presse nicht gewahrt. Man kann die Pressefreiheit auch auf diese Weise kaputt kriegen. Seltsam ist, dass lokale Behörden dabei geholfen haben sollen, die Fernsehteams unmittelbar nach den Aufnahmen von toten und mutmaßlich infizierten Schwänen in Ställe zu lotsen und so möglicherweise der Verbreitung der Vogelgrippe Vorschub zu leisten.

Seltsam ist auch, dass ZDF-Reporter über die Insel Rügen und besonders einige hundert Meter entfernt von der Insel Riems, über dem Sitz des Bundesforschungsinstitutes für Tiergesundheit, munter Hubschrauberflüge veranstalten, Vögel aufscheuchten und dort Hunderte toter „Tiere“ gezählt haben wollen.

Tote Vögel sind sicherlich kein Grund zur Panik, doch für alle Fälle sollte man sich von den Fernsehteams, die auf Rügen den Kontakt mit dem Virus suchten, fern halten. Grund zu Besorgnis sollte aber auch sein, dass die meisten der verendeten Tiere, offensichtlich handelt es sich nicht nur um Vögel, beim Bundesforschungsinstitutes für Tiergesundheit entdeckt wurden.

Verschwörung oder Politik der Pannen?
Haben wir es hier mit einer Verschwörung zu tun? Handelt es sich das Ergebnis des Unfalles geheimer Versuche mit Krankheitserregern? Wurde in dem Bundesforschungsinstitut an biologischen Waffen gearbeitet? Oder wollte man „nur“ herausfinden, wie man die Vogelviren erfolgreich bekämpfen kann? Gibt es auf Rügen jetzt ein Cluster der Seuche? Gab es zuvor im Nachbarland Polen wie auch in Schweden und Dänemark Meldungen über entdeckte infizierte Vogelkadaver?

Seehofer bekräftigte, momentan gehe es zuerst darum, die Bevölkerung zu schützen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt möchte, so wie es scheint, am liebsten alle Bürger mit Tamiflu impfen lassen. Doch eine solche Impfkampagne könnte fatal sein.

Viele Menschen, die in Deutschland leben, wurden durch andere Chemikalien bereits in ihrer Gesundheit geschädigt. Sie könnten den Chemikalienmix von Hoffmann-La Roche wahrscheinlich nicht lebend überstehen. Der brächte für sie das berühmte Faß zum Überlaufen und die scheinbar nahe liegende Lösung schwerwiegende Nachteile und juristische Konsequenzen. Der Leiter des Instituts für Geflügelkrankheiten an der Freien Universität Berlin Hafez Mohamed Hafez, soll laut SPIEGEL ONLINE der Impfung sehr kritisch gegenüber stehen und davon sprechen, dass geimpfte Tiere die Viren noch ausscheiden und damit eine Ansteckungsgefahr für andere werden können. Geimpfte Tiere können das Virus weiterverbreiten. Und was geimpfte Tiere können, können wir Menschen auch.

Eigenartigerweise wird im Pressemainstream nur von einem „Virus“ gesprochen. Die Nazis nannten ihre Feinde auch nur in der Einzahl: Der Russe, der Pole, der Engländer, der Franzose, der Amerikaner…