Krieg

Gott als Flakhelfer vom Pentagon missbraucht

World Content News – Schon die desavouierte US-Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin wusste: „Der Irakkrieg war der Wille Gottes„. Jetzt ist schockierendes Propagandamaterial aus den Anfängen des Irak-Krieges aufgetaucht, das beweist: Religiöse Motivation war auch den Kriegstreibern aus dem Westen ein willkommenes Stilmittel zur Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen.


„Ihre Pfeile sind scharf,
alle ihre Bogen gespannt. Die Hufe ihrer Pferde sind hart wie Kiesel, die Räder sausen dahin wie der Sturm.“

(Das Buch Jesaja, Kapitel 5,28)

Der Krieg, der Millionen Opfer forderte, begann nicht nur mit grünen Leuchtspuren über dem Himmel Bagdads, sondern auch mit einer Lüge. Es folgten die schrecklichen Folterszenen aus dem Abu Ghraib-Gefängnis, die nach neuen Verdachtsmomenten ebenfalls vom Pentagon angeordnet wurden. Das jüngst entdeckte Propagandamaterial dürfte nicht nur Christen die Zornröte ins Gesicht treiben, sondern auch Wasser auf die Mühlen derer sein, die ihren blutigen Aufstand mit dem Kampf gegen die „Kreuzfahrer“ rechtfertigen.

„Darum legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag
des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt.“

(Der Brief an die Epheser, Kapitel 6,13)

Gott fährt einen Panzer? Das klingt so absurd wie ein okkulter US-Präsident, der Blut aus einem Totenschädel trinkt. Obama wird verdammt viel wieder gutmachen müssen.


„Tut die Tore auf, daß hereingehe das gerechte Volk,
das den Glauben bewahret.“

(Das Buch Jesaja, Kapitel 6,22)

Woher stammt dieser Irrsinn? Die New York Times berichtet, diese Motive hätten im Jahr 2003 als Deckblätter für die täglichen Lageberichte gedient, die Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und anderen hochrangigen Pentagonmitarbeitern vorgelegt wurden. Jetzt ist aber bekannt, dass Rumsfeld nicht gerade zu den überzeugten Christen zählt. War alles nur Jux und Tollerei – just for Fun?


„Befiehl dem Herrn deine Werke,
so wird dein Vorhaben gelingen“

(Luther-Bibel, Proverbs 16,3)

In einer anderen Übersetzung heißt es: „Befiehl dem Herrn deine Werke, so werden deine Anschläge fortgehen“. Ob die alliierten Soldaten in Afghanistan angesichts eines solchen Skandals noch bleiben möchten? Bring the boys home, aber subito!

Quellen:
Biblical Quotes Said to Adorn Pentagon Reports
(New York Times, 17.05.2009)
Bilder-Slideshow: Onward Christian soldiers!
(men.style.com, 17.05.2009)
Bilderkopie-Download: zip-Datei (11 JPGS, 854 KB)
(WCN, 18.05.2009)

News:
Afghanische Regierung: Bei US-Angriff 140 Zivilisten getötet
(Mainpost, 17.05.2009)
Afghanistan: Erneut zwei Angriffe auf deutsche Soldaten
(Rheinische Post, 18.05.2009)
Bruder des afghanischen Präsidenten überlebt Anschlag
(AFP, 18.05.2009)
Obama und die Folterbilder: Vertuschung und Komplizenschaft
(wsws.org, 15.05.2009)

Update (19.05.): Spiegel Online hat GQ sechs dieser Fotos abgekauft und zeigt sie im Großformat (ohne GQ-Print, demoplakatgeeignet?)

Krieg

Greift Israel den Iran an ?

Dr. Alexander von Paleske – 21.5. 2009— Wenn es nach den Plänen der israelischen Regierung geht, dann ist diese Frage eindeutig mit einem „Ja“ zu beantworten.

Die israelische Regierung plant offenbar den Angriff auf den Iran binnen der nächsten 12 Monate, nicht vor den Präsidentschaftswahlen im Iran, die am 12 Juni stattfinden, aber danach. Und zwar im Alleingang .

Die Regierung Israels unter Netanyahus Vorgänger Olmert hatte seinerzeit die von dem Ex-US Präsidenten G.W. Bush unter vier Augen gemachte Zusage, dass die USA Israel im Falle eines Angriff auf den Iran „zu Hilfe eilen würden“.

Diese Zusage gilt für US-Präsident Obama nicht mehr. Obama setzt klar auf die Verhandlungsoption und hofft, dass der Ausgang der Wahlen im Iran auch einen Kurswechsel in der Politik des Iran gerade auch in der Frage der Atomrüstung mit sich bringen wird.

Darin fühlt sich die Obama Administration auch durch Stellungnahmen z.B. des „konservativen“ iranischen Präsidentschaftskandidaten Mohsen Resai bestärkt. Der hatte jüngst in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung , das am 10.5. 2009 erschien, im Falle seiner Wahl einen radikalen Kurswechsel angekündigt, gerade auch in der Urananreichrung , die er unter der Aufsicht der USA, Russlands und Europas ausschliesslich für friedliche Zwecke vorantreiben will.

Ahmadinejad und seine Mannschaft nennt er „Hasardeure“.

Verhandlungen keine Option
Für die israelische Regierung gibt es diese Verhandlungs-Option nicht.
In einem langen Leitartikel des investigativen Journalisten Yossi Melman in der liberalen israelischen Zeitung Ha’aretz fordert dieser klar zu einem Angriff gegen den Iran im Alleingang auf.

Dieser Artikel , der vor vier Wochen unter der Ueberschift „I would advise Netanyahu to attack Iran“ erschien, wägt er das Für und Wider eines Angriff gegen den Iran ab und kommt zu folgenden Schlussfolgerungen

1. Verhandlungen mit dem Iran seitens der Obama Administration sind sinnlos, weil sie keinerlei für Israel akzeptable Ergebnisse bringen werden.

2. Israel hat die militärische Macht, um die Atomanlagen des Iran in Natanz und Isfahan nachhaltig zu zerstören und damit das Atomprogramm Irans um Jahre zurückzuwerfen

3. Der Iran hat nicht die militärischen Mittel, um nach einem derartigen Angriff zurückzuschlagen.

4. Der Angriff Israels würde seinen Staus als regionale Supermacht in Nahost wiederherstellen, der durch die Kriege gegen Hisbollah im Libanon im Jahre 2006 und Hamas in Gaza stark gelitten hat. Eine Supermacht, die vor nichts zurückschreckt .

5. Dieser Angriff diene letztlich den wohlverstandenen Interessen der USA und der arabischen Regierungen in der Golfregion, die sich zunehmend durch die Aufrüstung des Iran bedroht sähen.

6. Der Angriff auf den Iran alleine würde Israel politisch isolieren und müsste deshalb begleitet sein von der Errichtung eines Palästinenserstaates,

Man könnte nun argumentieren, hier handele es sich um die Ansicht irgendeines israelischen Journalisten, aber davon kann keine Rede sein.

Melman ist ein führender israelischer Journalist, der auch ein Buch über Ahmadinejad herausgebracht hat, das wir hier besprochen haben.

Melman bietet sich zwar formal als Ratgeber für die Regierung Israels an, aber in Wirklichkeit handelt es sich um die Linie, die die Regierung Netanyahu längst verfolgt und die Melman in seinem Artikel rechtfertigt, nicht umgekehrt.
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Es bleibt zu hoffen, dass die Regierung Obama genug Druck entfalten kann, um Israel von diesem Kriegsabenteuer abzuhalten, das den Nahen und Mitteren Osten in ein Inferno verwandeln würde.

Der Iran, das Atomprogramm und Ahmadinejad
linkIran: Der Krieg rückt näher
linkGasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug – auf den Spuren des Moshe Regev
linkMassenvernichtungswaffen in den Iran – Schmierige Geschäfte internationaler Kriegstreiber
linkIsraels tödlicher Export – Waffen in den Iran
Prozess in Suedafrika und Banditen im Nuklearbereich
linkNahost-Neue Eskalationsstufe erreicht
Lügen vor dem Irakkrieg und Vorbereitungen für den Irankrieg
linkIsrael has a long history of supplying Iran with weapons
US aganist Iran (Gerhard Merz)
linkA Coup for a Mountain of Wonga

Krieg

Taliban will be defeated this time

Hamid Mir – 12.5. 2009 — Little Malalai Yousafzai was very happy after the peace agreement in Swat between the government and a pro-Taliban cleric Sufi Muhammad three months ago. Twelve-years-old Malalai was happy because she was sure that her school would be open after the peace agreement.

About 600 schools and colleges were closed in Swat three months ago due to fighting between the local Taliban and the security forces. More than 200 schools were destroyed in that fighting. I still remember the words of this student of class six who met me in Mingora immediately after the agreement. She said: „Uncle, I want to go back to my school because I want to become a doctor.“

She also condoled the assassination of my colleague Musa Khankhel and said that the children of Swat were thankful to the media who were demanding peace from both the government and the Taliban by risking their lives. I assured Malalai that I would come to Swat again and again to make sure that all the female and male students go to the school. Her father, Ziauddin Yousafzai, distributed sweets like many other Swatis after the peace agreement. Peace was a public demand and that was why a liberal and secular party, the ANP, negotiated peace with an anti-democracy cleric.

Malalai was back to her school within few days of the peace agreement in Swat. Peace was not in the interest of the Taliban but they never opposed it due to immense public pressure. They were sure that President Asif Ali Zardari would not sign the agreement due to American pressure. Despite all the pressure, President Zardari signed the agreement in April last month when it was endorsed by parliament. Once again sweets were distributed all over the Swat valley. Local people were dreaming to enjoy total peace in their valley. Unfortunately peace lasted just for few weeks. The Taliban sabotaged the agreement by kidnapping some police officials in the Buner area because the government was trying to establish its writ.

The majority of the people in Pakistan never cared about the US disliking the agreement, but they were annoyed when the Taliban violated the agreement. Many Swatis and Buneris, for first time, demanded action against the Taliban. Military action against the Taliban was started one week ago. This time local people are not supporting the Taliban. Thousands of people are migrating from Swat and Buner to safer places.

The Taliban are in panic because the locals are not ready to become their ‚human shield“ in the name of Islam. This is the first defeat of the Taliban. Local schools and colleges are once again closed but this time majority of the locals are not blaming the security forces or the government for their problems; they are blaming the Taliban. This is the first time after 9/11 that all the political parties in Pakistan are condemning the Taliban with a loud voice. It’s a golden opportunity, to make this broad-based political consensus into a grand national counter-terrorism policy.

President Asif Ali Zardari met President Obama and President Hamid Karzai on May 6 in Washington. The three leaders agreed to make a joint strategy against the Taliban and Al Qaeda. But still, there is a problem. The majority in Pakistan do not see Washington as part of a solution. From what one reads in newspapers, sees on private TV channels and hears from political pundits and analysts, most view Washington as part of the problem.

They think that growing militancy in Pakistan is a reaction to US presence in Afghanistan and drone attacks in the tribal areas. US military adviser David Kilcullen admitted recently that drone attacks had killed about 700 Pakistani civilians and killed only 14 terrorists. He said they should be called off. Many Pakistanis think that America is interested in Pakistan only to the extent that it wants to use the latter’s territory as a safe supply route for NATO forces in Afghanistan and that once its agenda is complete, it will again abandon Pakistan. Many Pakistanis view the US as a bigger threat than the Taliban because they fear the US is after their nuclear programme.

They think that the Taliban cannot take over Pakistan and they cannot steal our nuclear weapons. It is only US which could conspire to take the control of the Pakistani nuclear weapons with the help of India and Israel. There were no Taliban and Al Qaeda in 1989, they say. And they also cite the infamous Pressler amendment and the sanctions imposed on Pakistan as a result of its passage in the US Congress.

Having said that, the Pakistanis want to defeat the Taliban but at the same time they want to get out of America’s influence as well. They would like to defeat the Taliban with a Pakistani strategy, not with a „US plan“. They dislike Talibanisation and they also dislike the Americanization of the world. US forces are present in Afghanistan for the last eight years but there is no peace there. On the other side, Saudi Arabia and Iran have been much successful in defeating terrorism over the last few years. Pakistan can learn more from Saudi Arabia and Iran than US.

President Zardari and Karzai will meet Iranian President Ahmadinejad in Tehran on May 19. Iran has recently built a long wall on its borders with Pakistan and Afghanistan to stop illegal movement of militants and smugglers. Pakistan and Afghanistan can learn a lot from Iran and they must agree to establish a proper border on the 2,500-kilometers-long otherwise porous border which allows easy movement for both the Taliban and Al Qaeda.

Also the grand cleric of the Al-Haram Mosque in Makkah will soon visit Pakistan and he is likely to tell the Pakistani people that suicide bombing is not permitted in Islam. Such a statement will be more helpful than US dollars for Pakistan. The time has come for Pakistan to come up with a strategy to defeat the Taliban with the help of friends in the east. And the ironic thing is that Pakistan’s friends in the west will be the ultimate beneficiaries of this success.

It is time that President Zardari and Prime Minister Gilani called a national conference on security where they should invite all political leaders and other stake-holders. They should reach a consensus on how to tackle and defeat terrorism, get it approved from parliament and then implement it as soon as possible. This policy will give a moral and political boost to our security forces. This policy should also reject US drone attacks on Pakistani territory outright.

The truth is that our security forces have already given the Taliban a tough time to in the last one week. I hope that they will clear all the major towns and cities of Swat valley in the coming few days. After defeating the Taliban in Swat, we have to concentrate on other areas and start huge development work in our tribal areas. Our American friends have killed hundreds of innocents in these areas, now we have to give them schools and hospitals to win their hearts and minds.

And now back to little Malalai, whom I just spoke to again on the telephone just a little while ago. She has migrated to Peshawar from Swat like thousands of other Swatis. The total number of internally displaced people may reach half a million in the coming days. All journalists also left Mingora on May 7 anticipating street battles between the Taliban and the security forces. It will be a great challenge, not only for the government but the whole of Pakistan. All of us have a responsibility to look after our brothers and sisters leaving the troubled valley because they have sacrificed, not only to save their own lives but to save the future of Pakistan.

Many people are disappointed but little Malalai is not. She told me on the phone: „Uncle, don’t worry, we will win this time, I will be back to Swat again, I will go to my school again, I will become a doctor one day and I will change the fate of my people“.

sendenHamid Mir, the author of this article, is a top Pakistani reporter, head of the Geo TV Bureau in Islamabad. He has won a world-wide acclaim for his interviews with Osama bin Laden and Dr. Ayman al-Zawahiri, before and following 9/11. His new book about OBL is due to appear in Britain, later this year.

This article was first published at The News International

Krieg

Blood And Oil

Theconnextion – The notion that oil motivates America’s military engagements in the Middle East is often disregarded as nonsense or mere conspiracy theory. Blood and Oil, a new documentary based on the critically-acclaimed work of Nation magazine defense correspondent Michael T. Klare, challenges this conventional wisdom to correct the historical record.

The film unearths declassified documents and highlights forgotten passages in prominent presidential doctrines to show how concerns about oil have been at the core of American foreign policy for more than 60 years — rendering our contemporary energy and military policies virtually indistinguishable. In the end, Blood and Oil calls for a radical re-thinking of US energy policy, warning that unless we change direction, we stand to be drawn into one oil war after another as the global hunt for diminishing world petroleum supplies accelerates. 52 min. (2008)

Blood & Oil

Krieg

Wohin treibt der Ost-Kongo oder: Krieg ohne Frieden

Dr. Alexander von Paleske —22.1. 2009 — Die Nachrichten aus dem Ostkongo sind für den nicht mit der Situation vertrauten Beobachter kaum noch verständlich.

Gerade noch lieferten sich undisziplinierte kongolesische Regierungssoldaten Gefechte mit der CNDP des Tutsi-Generals Nkunda, der von Ruanda massiv unterstützt wird, und nun kämpfen Regierungssoldaten in der Provinz Nord-Kivu zusammen mit etwa 5000 Tutsi- Soldaten aus Ruanda gemeinsam gegen die Hutu Milizen der FDLR , getreu dem Motto Pack schlägt sich, Pack verträgt sich?

Mitnichten. Die Regierung des Kongo wagt einen Versuch, den Forderungen Ruandas nach Vertreibung und Entwaffnung der Hutu-Milizen nachzukommen und bietet einen gemeinsamen Kampf an, in der Hoffnung, damit das Problem Nkunda und seines Eroberungsdrangs unter dem Vorwand der Beschützung der Tutsi-Minderheit los zu werden. Das Tor für den Einmarsch von gut ausgerüstetetn ruandischen Soldaten wurde geöffnet.
Bisher hatte die kongolesische Regierung auch die Hutu- Milizen, die für den Genozid in Ruanda im Jahre 1994 verantwortlich sind, im Kampf gegen den Tutsi-General Nkunda benuzt.

Wechsel der Verbündeten
Nunmehr wurde ein Pferdewechsel vorgenommen. Hat dieser Wechsel der Verbündeten Aussicht, Frieden für den Ostkongo zu bringen? Dies muss man mit Fug und Recht bezweifeln.

Seitens der kongolesischen Regierung handelt es sich um einen ziemlich verzweifelten Versuch, damit der Lage im Ostkongo Herr zu werden.

Ein Erfolg könnte es nämlich nur dann sein, wenn das einzige Ziel Ruandas darin bestünde, die Milizen der FDLR zu entwaffnen. Diese Annahme dürfte sich alsbald vermutlich als eine gewaltige Fehlkalkulation herausstellen.

Ruanda und seine Kriegsziele
Ruanda hat weitergehende Ziele, die bisher von dessen Statthalter Laurent Nkunda getreulich umgesetzt wurden.

Der Osten des Kongo mit seinen üppigen Rohstoffreserven vor allem Coltan, Niob und Diamanten, soll aufgespalten und ein erheblicher Teil davon Ruanda über eine Interimslösung, die sich wohl Republik Volcano nennen soll dann letztendlich zugeschlagen werden.

Bereits bisher plünderte das rohstoffarme Ruanda in grossem Umfang über seinen Statthalter Nkunda und dessen Rebellen diese Rohstoffquellen, darüber haben wir mehrfach berichtet.

Als im April 2003 der Frieden nach dem Kongokrieg unter Vermittlung des früheren botswanischen Präsidenten Sir Ketumile Masire geschlossen wurde, da meldete sich einen Tag vor Abschluss des Friedensabkommens telegrafisch der General Nkunda bei Masire, um ihm mitzuteilen, dass ohne seine Beteiligung es keinen Frieden im Ostkongo geben werde.

Einen Tag vor Abschluss, nach jahrelangen Verhandlungen. Es war offensichtlich, was damit beabsichtigt wurde, nämlich den fehlenden Einschluss Nkundas in das Friedensabkommen als Legitimation für die Bildung eines neuen Rebellenhaufens zu benutzen. Nun ist Nkunda wieder nicht mit dabei. Er soll in Ruanda verhaftet worden sein.

Angeblich hatte der CNDP Mann und Tutsi-Offizier Bosco Ntaganda sich mit seinen Tutsi-Truppen von Nkunda losgesagt und unterstützt jetzt die kongolesische Regierung.

Wie seinerzeit in Sun City darf man wohl nicht zu Unrecht vermuten, dass Nkunda erneut als Joker der Regierung Ruandas dienen könnte.

Wenn die Hutus vertrieben und entwaffnet sind, wird er wohl wieder auf den Plan treten, im Auftrag seines Herrn, Meisters und Regierungschefs von Ruanda, Paul Kagame und dann eine Autonomie von Kivu auf die Tagesordnung setzen.

Der Krieg um die Neuaufteilung des Ostens der Demokratischen Republik Kongo ist wohl noch lange nicht vorbei, ebenso wenig , wie das Leiden der Zivilbevölkerung.

Im Interview: Sir Ketumile Masire zur Lage im Kongo
Kongo: Warlord Laurent Nkunda benennt „Kriegsziele“
Kampf um Kongos Ostprovinzen
Die Kongo-Plünderer
Reichtum, Armut, Krieg – Demokratische Republik Kongo
Gletscher, Safari und Zyanid – Barricks-Gold
Ugandas Ölfunde: Söldner fördern es, die Amerikaner kaufen es.
Viktor Bout, Afrikas “Merchant of Death”
linkViktor Bout – Auslieferung in die USA?

E-Mail avpaleske@botsnet.bw

Krieg

Ein Brief aus Israel Oder: Wer ist der Verlierer im Gaza-Krieg?

Dr. Alexander von Paleske – Kurz nach Weihnachten schrieb ich einem mir bekannten israelischen Journalisten eine Gruss-E-Mail zum Jahreswechsel und drückte meine Abscheu darüber aus, was sich in Gaza abspielte. Ich drückte gleichzeitig meine Hoffnung aus, dass der Krieg zu einem raschen Ende kommen würde.

Eine Antwort aus Israel.
Die Antwort kam schnell:

Claims that Israel “massacred” or “slaughtered” innocent Palestinians are bald-faced lies.

Israel takes unprecedented precautions to avoid hurting innocent civilians. Gazan civilians actually received telephone calls from the IDF last week warning of impending attacks. Even master terrorist Nizar Rayyan , the Hamas military commander killed in Thursday’s air raid on his home, received a warning to evacuate his family. He refused, preferring martyrdom for his family over life. Rayyan once dispatched one of his own sons to carry out a suicide bombing. Few tears are being shed for Rayyan, especially in the Palestinian Authority who Rayyan hated as much as he despised Israel.

All of the attacks on Hamas until now have been carried out by the Israel Air Force, but frankly, it just doesn’t make any sense. All targets within Gaza are within range of Israeli artillery or MLRS rockets. Artillery shells are much cheaper than air-delivered bombs and missiles. Artillery can be directed against targets 24/7 and are not limited by bad weather. Send up a plane to hit a Hamas target in Gaza, and the pilot and a $35 million plane are both at risk.

There is only one reason for artillery not being used: It is not as accurate as an attack from the air. Civilians could be hit.

If Israel meant to “massacre” innocent civilians, it certainly has the means. The IDF can eradicate Hamas fighters and anyone within a mile radius without jeopardizing its soldiers. But Israel has repeatedly put its soldiers in harm’s way in order to protect Palestinian civilians. Evidence the 23 IDF soldiers killed in close quarter combat in Jenin during Operation Defensive Shield in 2002. Blasting away at the alleyways of Jenin with artillery or tank fire would have spared their lives but would have killed countless civilians. The military tactics of Russia, Syria or the Palestinians simply do not exist in the IDF playbook.

Der Krieg ist anders verlaufen, wie wir mittlerweile wissen, mehr als 1000 Zivilisten haben ihr Leben verloren, darunter mehr als 300 Kinder. Die Bilder von der zerstörten UN-Schule, dem mit Phosphorbomben in Brand gesetzten Krankenhaus und dem zerstörten UN-Hilfswerk-Gebäude gingen um die Welt und haben weltweit Entsetzen und Abscheu ausgelöst.

Nun steht Israel vor der Verkündung eines einseitigen Waffenstillstands, rechtzeitig zur Inaugurierung des neuen US Präsidenten Obama. Die israelische Armee erklärt, „die Kriegsziele seien erreicht“.

Welche Kriegsziele erreicht?
Wenn die Kriegsziele waren, mehr als 1000 Zivilisten zu töten und Terror unter der Zivilbevölkerung zu verbreiten , dann wurden die Kriegsziele in der Tat erreicht.

Wenn die Kriegsziele aber waren, die Zivilbevölkerung von der Hamas zu isolieren und die Hamas militärisch und politisch zu schwächen, dann steht der Verlierer des Krieges bereits jetzt fest: Er heisst Israel.

Und so reiht sich eine Niederlage der Israelis an die andere, zuletzt die im Libanonkrieg im Jahre 2006.

Der Sieger heisst Hamas
Trotz des riesigen menschlichen Leids, das die Israelis mit ihren pausenlosen Angriffen gegen eine weitgehend wehrlose Zivilbevölkerung erzeugten, hat der Krieg die Hamas und die Zivilbevölkerung zusammengeschweisst, wie nie zuvor.
Das Ansehen der Hamas im Ausland ist gestiegen. Und zwar gewaltig. Nicht nur in den arabischen Ländern, selbst in denen, deren Regierungen sich der Hamas gegenüber ablehnend äusserten, sondern weltweit.

Das internationale Ansehen Israels ist auf einen neuen Tiefpunkt gefallen. Selbst in den USA unterstützen nur etwa 35% der Bevölkerung den Krieg Israels gegen Gaza.

Und gleichzeitig werden die Bewegungen Zulauf erhalten, die der Hamas in ihrer Radikalität nahestehen, wie bespielsweise die Moslembruderschaft in Ägypten.

Und die Palästinenserbehörde auf der Westbank mit Mahmoud Abbas dürfte weiter geschwächt worden sein.

Selbst die Legitimation des israelischen Staates und damit die Zwei-Staaten-Lösung wird seit dem Beginn des Gaza-Kriegs immer mehr in Zweifel gezogen.

So ist es nicht verwunderlich, dass der prominente Hamas-Unterstützer und Akademiker Azzam Tamimi auf einer grossen Protestdemonstration vor einer Woche in London, an der etwa 100.000 Menschen teilnahmen, erklärte, „Israel hat sein eigenes Grab geschaufelt“. Während der ehemalige britische Diplomat Craig Murray ausrief „Zionism is Bullshit“ und beide dafür grossen Beifall bekamen.

E-Mail apaleske@gov.bw

Krieg

Musharraf let off the hook in Benazir’s murder probe

Hamid Mir – A few days before her assassination, late Benazir Bhutto had told more than six different people that Pervez Musharraf should be held responsible if she was killed. But nobody has asked Musharraf any question in this regard even a year after her murder.

The leadership of the ruling Pakistan People’s Party is of the firm opinion that some powerful elements within the Musharraf regime were part of the conspiracy against Benazir Bhutto.


Benazir Bhutto said that some people within the regime were behind the attack and they will try again to kill her.

She was assassinated on December 27 last year with a sophisticated laser gun but the ruling party has so far failed to identify the killers.

Highly-placed sources in the Pakistan People’s Party say they have no faith in the investigations conducted by Musharraf into the assassination of Benazir Bhutto. The PPP leadership believes that the Interior Ministry’s version, given soon after the tragedy of Liaquat Bagh, is totally fabricated and some suspects arrested in connection with her assassination are just scapegoats.

The PPP leadership thinks that no investigation could be completed without questioning former president Pervez Musharraf and his close associates. But President Asif Ali Zardari has given an assurance to the head of a friendly country that no action will be taken against Musharraf by his government. That is the reason the PPP is depending upon the United Nations for investigation into Benazir Bhutto’s assassination. President Zardari gave this assurance to a powerful king in the presence of Afghan President Hamid Karzai just a few days after the removal of Musharraf.

It is learnt that President Asif Ali Zardari ordered a secret inquiry into the assassination of his wife immediately after becoming the President of Pakistan. Interior Adviser Rehman Malik started collecting important evidence and documents to help the upcoming UN investigations. Some important police officials posted in Rawalpindi last year are under close observation for the last three months. The PPP government wants to know who actually ordered to wash the crime scene within one hour of the incident. It was learnt during the inquiry that the then chief of Rawalpindi Police, Saud Aziz, issued these orders after receiving a phone call from a close associate of Musharraf.

The caretaker interior minister in December 2008, Lt Gen (retd) Hamid Nawaz, was informed by Saud Aziz that he washed the crime scene after securing some important evidence because vultures and crows were gathering around the spot. On the other hand, eyewitnesses say that there were no vultures and crows at the time because it was dark at 6:30 in the evening.

The Interior Ministry is also trying to know why the autopsy of late Benazir Bhutto was not conducted in the Rawalpindi General Hospital. Doctors of the hospital have conveyed to the PPP leadership that they go for autopsy only on the instruction of police but they never got any instructions from the police on December 27 last year. Again, it was DIG Saud Aziz who spoke to Asif Ali Zardari on the night of December 27 at the Chaklala Air Base, Rawalpindi, just a few minutes before a C-130 plane transported the body of Benazir to Larkana. Saud Aziz inquired from Zardari if he wanted the autopsy to be conducted. Zardari told him that the time of autopsy had passed and that they could not go back to hospital for autopsy.

Reliable sources in the government disclosed that it was still possible to nab the assassins of Benazir Bhutto without an autopsy report because there was still a lot of irrefutable evidence against many important personalities associated with Pervez Musharraf. Sources claim that Interior Adviser Rehman Malik himself is the prime witness. He warned Benazir Bhutto in September 2007 in Dubai that she would be killed in Pakistan. Again Benazir told him in November 2007 that “they will kill me”. Only Rehman Malik knows who wanted to kill Benazir.

Rehman Malik was also present in the meeting between the DG ISI Lt Gen Nadeem Taj and Benazir in the wee hours of December 27, 2007 at the Zardari House in Islamabad. Malik told this scribe that Benazir only discussed the political matters with the DG ISI and security issues were not discussed. On the other hand, sources close to the then DG ISI claim that he had warned Benazir about the security threats and had requested her not to appear in public meetings. The next day Rehman Malik expressed concern over the security of Benazir Bhutto and he even exchanged hot words with Naheed Khan on the security issue. Rehman Malik tried to stop Benazir from going to Liaquat Bagh while Naheed Khan wanted Benazir to attend the public meeting. Naheed Khan told this scribe, “I was not aware of Benazir’s meeting with the DG ISI, I was not told what was discussed between the DG ISI and Benazir just a few hours before her assassination.”

Another prime witness could be American journalist Ron Suskind who recently wrote a book “The Way of the World”. It is learnt that Ron Suskind was a confidant of Benazir. He helped her in writing her last book, which was published after her death. He spent some time with Benazir during her election campaign. It was none other than Benazir herself who told him that Musharraf had warned her: “Your security depends upon your relationship with me”. Just a few days before her assassination, Benazir Bhutto told this scribe in Zardari House, Islamabad, that the attack on her procession in Karachi on October 18 was not a suicide attack, it was actually a car bomb but she survived. Benazir Bhutto said that some people within the regime were behind the attack and they will try again to kill her. Benazir said that it was tragic that the people responsible for the murder of her two brothers were still at large but her would-be killers will definitely be punished because her party will be in power. Unfortunately, her killers are still at large despite the fact that her party is in power.

sendenHamid Mir, the author of this article, is a top Pakistani reporter, head of the Geo TV Bureau in Islamabad. He has won a world-wide acclaim for his interviews with Osama bin Laden and Dr. Ayman al-Zawahiri, before and following 9/11. His new book about OBL is due to appear in Britain, later this year.

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Dollarkrach und Nahost-Krieg

Jürgen Elsässer – Drei Wochen vor dem Amtsantritt des neugewählten US-Präsidenten Barack Obama begann Israel seinen mörderischen Krieg. Damit ist der charismatische Hoffnungsträger mit einer Herausforderung konfrontiert, die ihm auch aus seinem Beraterkreis vorhergesagt worden war. »Passt auf, wir kriegen eine internationale Krise, eine ›gemachte‹ Krise, um den Mut dieses Burschen auf die Probe zu stellen«, sagte Joe Biden, der designierte Vizepräsent des »Burschen« Obama, auf einer Wahlkundgebung im Oktober.

Wenn Biden von einer »gemachten« Krise spricht – wer ist dann im Gaza-Krieg der »Macher«? Man will uns einreden, dies sei die Hamas gewesen, die zu Jahresende den vorherigen Waffenstillstand aufgekündigt habe. Dem kann man ein Zitat des israelischen Verteidigungsministers Ehud Barak zu Kriegsbeginn entgegenhalten: »Unsere Sicherheitskräfte haben sich seit Monaten auf eine solche Operation vorbereitet.« Offensichtlich geschah dies mit Unterstützung der Bush-Administration: Schon im September beschloss sie die Lieferung bunkerbrechender Präzisionswaffen, die sich jetzt, Tod und Vernichtung bringend, in die Keller und Tunnel des Gaza-Streifens bohren. Immer weiter dreht Israel an der Schraube der Gewalt, dass man fast den Eindruck hat, hier sollen Gegenschläge islamischer Staaten regelrecht provoziert werden, bis die ganze Region in Flammen steht.

Warum unterstützt Washington dieses Spiel mit dem Feuer? Ist an der Studie der RAND-Corporation, die im Oktober aus französischen und chinesischen Quellen durchsickerte, aber von dem Thinktank selbst dementiert wurde, doch etwas dran, dass die USA einen »größeren Krieg« bräuchten, um eine Rezession abzuwenden? Erinnerungen werden wach an die frühen 70er Jahre. Damals verschuldeten sich die USA in Folge des Vietnamkrieges so sehr, dass Präsident Nixon 1971 die Golddeckung des Dollars abrupt aufhob. Die folgende Entwertung des Greenback reduzierte die Außenstände der USA, aber untergrub seine Stellung als Weltgeld.

Erst der israelisch-arabische Jom-Kippur-Krieg 1973 und der folgende Öl-Boykott der OPEC stabilisierte den Hegemon wieder: Der um 400 Prozent steigende Ölpreis belastete zwar weltweit die Industriestaaten, nützte aber den »sieben Schwestern« des angloamerikanischen Öl-Business, die die OPEC-Exporte vermarkteten. Vor allem: Die durch radikale Kämpfer bedrohten Scheichtümer am Golf, allen voran Saudi-Arabien, schlossen sich enger um die USA zusammen und pumpten ihre Petrodollars in die Banken von New York und London. Weiterhin garantierten sie, ihre Ölexporte nur in Dollar zu fakturieren. Dies zwingt alle anderen Staaten bis heute zum Umtausch ihrer Währungen in Dollar, um Energielieferungen einzukaufen.

Wurde der Jom-Kippur-Krieg, der mit einem Angriff Ägyptens und Syriens begann, vom damaligen US-Außenminister Henry Kissinger provoziert, indem er beiden Seiten anstachelnde Informationen zuspielte? Dies behauptet William Engdahl in seinem Buch »Mit der Ölwaffe zur Weltmacht«, das vom damaligen saudischen Energieminister Zaki Jamani als »einzige zutreffende Darstellung« der Ereignisse von 1973 gelobt wird. Zu viel Verschwörungstheorie? Fakt ist immerhin, dass Kissinger und seine Finanzfreunde den Jom-Kippur-Krieg gut zu nutzen wussten.

Nun wiederholt sich die damalige Dollarkrise auf höherer Stufe. Die US-Verschuldung explodiert, die Notenpresse rotiert in immer schnelleren Umdrehungen. Den Kollaps der US-Währung könnte verhindern, wenn das Öl trotz Rezession wieder teurer und der Profit im US-Bankensystem angelegt würde.

Deswegen gaben die Petro-Strategen um US-Vizepräsident Dick Cheney offensichtlich dem israelischen Premier Ehud Olmert bei seinem Besuch in Washington im Dezember grünes Licht zur Entfesselung eines Krieges, bevor Obama ans Ruder kommt. Tatsächlich stieg der Fasspreis mit den ersten Toten in Gaza von 32 auf 48 Dollar. Kannte Biden diese Pläne, als er den »Burschen« warnte?

Erstpublizierung: Neues Deutschland, 08.01.2009

linkJürgen Elsässer

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“Terrorziel Europa”: Westliche Geheimdienste sind in sämtliche Terroranschläge in Europa der letzten Jahre involviert.

Jürgen Elsässer spricht u.a. zu diesem Thema auf der Veranstaltung der VOLKSINITIATIVE: Weltwirtschaftskrise: Versagen die Linken? Was ist zu tun? am Samstag, 10. Januar, 20.30 Uhr, Berlin-Kreuzberg, Wirthaus „Max und Moritz“, Oranienstr. 162

Krieg

The Evolution of Modern Combat Search and Rescue Part I

Susan Katz Keating – Part one: The Spawning Ground – How did our modern combat search and rescue mission evolve? From ancient times, military history is filled with rich lore of brave soldiers conducting wartime rescues. The great Roman general Scipio Africanus, for example, best known for defeating Hannibal at Carthage around 200 B.C., once rescued his own father from enemy hands. But modern CSAR, heavily reliant on the helicopter, traces its roots to, of all things, the Treaty of Versailles. The story is a bit convoluted, so stay with me while I explain.

As you will recall from history class, that World War I treaty placed tight restrictions on the German military. The treaty allowed Germany a limited number of ground troops, and no air force nor armored units. Germany skirted certain terms of the treaty, though, by shipping non-combat aircraft to the Soviet Union to be transformed into prototype fighter planes. German pilots learned to fly the reconfigured aircraft in the skies over Soviet territory.

By 1935, with the National Socialist Party firmly in control of Germany, the Wehrmacht owned a well stocked and fully trained combat ready air force. Leaders of the evolving Luftwaffe understood, though, that they needed to conserve not just the machines, but also the men who flew them. The loss of even one pilot would be sorely felt. The Germans already had a system in place to recover airmen shot down over land. But much needed to be done to ensure the safety of men who were lost over water. Luftwaffe commanders set out to build an air-sea rescue mission.

At first, the rescue fleet consisted mainly of rickety old boats assigned to newly drawn rescue zones in the North and Baltic seas. As Germany edged closer to war in Europe, the Luftwaffe realized that its makeshift fleet of rescue boats would not suffice. If Germany hoped to recover its already scarce airmen, who likely would be downed over water, the increasingly aggressive nation would need a dedicated rescue service with its own mission, commanders, and craft. Germany quickly formed the new service, christened the Seenotdienst.

Tomorrow: Germany’s Seenotdienst

linkSusan Katz – Keating Weblog

linkSusan Katz Keating is an investigative journalist and blogger specializing in national security issues. She is the author of Prisoners of Hope: Exploiting the POW/MIA Myth in America (Random House), as well as three nonfiction books for young readers. A former Washington Times reporter, she is a correspondent for People magazine. Her work has appeared in numerous publications, including Readers Digest, The New York Times, Air&Space/Smithsonian, Washingtonian, American Legion, VFW, and Soldier of Fortune. She has been cited in the New Yorker, the Wall Street Journal, Salon, and other prestigious journals. She is a founding director of the National Museum of Americans in Wartime. She served briefly in the U.S. Women’s Army Corps, where she earned her Expert marksmanship rating on the M-16 rifle. She belongs to the Association of Former Intelligence Officers, and serves on her local Draft Board.

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Gewollter Militäreinsatz am Horn von Afrika?

Michael Schulze von Glaßer – Mit Berufung auf einen als „Verschluß-Sache“-deklarierten Bericht des deutschen Verteidigungsministeriums an den Bundestag veröffentlichte SPIEGEL-Online am 4. Dezember 2008 unter der reißerischen Überschrift „Piratenattacke auf MS-Astor – Marine vereitelt Angriff auf deutsches Kreuzfahrtschiff“ den ersten Artikel über einen angeblichen Angriff somalischer Piraten auf das Kreuzfahrtschiff in der deutschen Presse: „Das deutsche Vier-Sterne-Schiff ‚MS Astor’ ist nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen im Golf von Oman von Seeräubern angegriffen worden. Die Passagiere kamen mit dem Schrecken davon: Die Fregatte ‚Mecklenburg-Vorpommern’ konnte die Attacke in letzter Minute verhindern. Mit Schüssen aus einem Maschinengewehr hat die deutsche Fregatte ‚Mecklenburg-Vorpommern’ im Golf von Oman einen Piratenangriff auf das deutsche Kreuzfahrtschiff MS Astor abgewehrt. (1)“ Die Meldung verbreitete sich wie ein Lauffeuer – alle deutschen Medien berichteten über den Zwischenfall am Horn von Afrika.


Stolzes Schiff: „Die MS ‚Astor’ ist definitiv nicht angegriffen worden und fährt weiterhin auf ihren geplanten Routen.“

Weniger Beachtung fand hingegen die Stellungnahme der Reederei des laut SPIEGEL angegriffenen Kreuzfahrtschiffs am Folgetag. Transocean-Tours schildert den Vorfall aus ihrer Sicht ausführlich:

„Die MS ‚Astor’ ist definitiv nicht angegriffen worden und fährt weiterhin auf ihren geplanten Routen. Auch das Einsatzführungskommando in Potsdam bestätigt, dass die ‚Astor’ nicht beschossen wurde. […] Die Passage der ‚Astor’ führte durch einen international überwachten Seekorridor, in dem auch die deutsche Fregatte F218 patrouillierte. Am Vormittag des 28. November 2008 waren in ca. drei Seemeilen Entfernung (ca. 6 Kilometer) zwei kleinere Schiffe gesichtet worden. Ob es sich dabei um Fischerboote handelte die in dieser viel befahrenen Region oft zu sehen sind oder ob es sich um Boote von Piraten handelte, ist nicht bekannt.

Zwischen 11.10 und 11:20 Uhr hat sich die Fregatte Mecklenburg Vorpommern zwischen MS ‚Astor’ und den beiden Booten positioniert – in ca. 2,5 Seemeilen Entfernung (ca. 5 Kilometer) zur ‚Astor’. Um 11.20 Uhr hat die Mecklenburg Vorpommern nach den Informationen, die der Schiffsführung der ‚Astor’ vorliegen, Kurs genommen in Richtung eines Frachtschiffes. Weder die 492 Passagiere an Bord noch die Besatzung haben ein Eingreifen der Fregatte erkennen können. Es gab zu dem Zeitpunkt, als sich die ‚Astor’ und die Fregatte begegneten, keine Schüsse und keine Berichte seitens der Fregatte über Angriffe auf diese oder geplante Angriffe auf die ‚Astor’.“ (2)

Der deutsche Kapitän der Fregatte F218-„Mecklenburg-Vorpommern“ Kai-Achim Schönbach bestätigte am 8. Dezember 2008 im ZDF „heute-journal“-Interview wiederum den Einsatz von Schusswaffen der „Mecklenburg-Vorpommern“ gegen die zwei mutmaßlichen Piratenboote: „Wir haben Warnschüsse abgegeben“. (3)

John Will, Pressesprecher von Transocean sicherte auf Nachfrage hingegen nochmals zu, dass die Besatzung und die Passagiere der „MS Astor“ zum Zeitpunkt des angeblichen Zwischenfalls keine Schüsse oder andere Auffälligkeiten bemerkt haben: „Wir haben 492 Passagiere und 260 Crew-Mitglieder die das nicht gemerkt haben.“ Es habe auch keine Mitteilung oder Warnung von der Fregatte gegeben. Transocean sieht den Vorfall nicht als „bewiesen“ an. (4)

Angriff auf Kreuzfahrtschiff nur vorgeschoben?
„Die [zwei verdächtigen] Boote waren in der Rückschau betrachtet auf einer Art Abfangkurs zur MS Astor“ (5), war eine interessante Aussage des Fregattenkapitäns der „Mecklenburg-Vorpommern“ im ZDF-Interview. Wurde die „MS Astor“ also erst nachträglich zur Begründung für die Schüsse der Marine und im weiteren für eine deutsche Beteiligung an einem EU-Militäreinsatz am Horn von Afrika herangezogen? (6)

Wurde überhaupt geschossen? Die widersprechenden Aussagen lassen Raum für Spekulationen. Immerhin haben sowohl Transocean als auch das deutsche Verteidigungsministerium gute Gründe für ihre Aussagen. Wer bei seiner Kreuzfahrt Piraten-Angriffe fürchten muss, wird sich demnächst davor hüten mit Transocean-Tours durch den Golf von Aden zu reisen. Immerhin kündigte die Reederei an, die Route nicht zu ändern und weiterhin die Küste Somalias endlang zu fahren.

Das die Bundesregierung – vor allem der deutsche Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU) – einem Einsatz am Horn von Afrika schon länger positiv gegenüberstanden ist kein Geheimnis. Schon seit Ende 2001 beteiligt sich die Bundesmarine mit einigen Hundert Seeleuten und der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ im Rahmen der „Operation Enduring Freedom“ (OEF) an einer internationalen Anti-Terror-Mission vor der Küste Ost-Afrikas. (7) Schon heute macht die deutsche Fregatte – wie der Fall der „MS Astor“ zeigt – im Rahmen des Anti-Terror-Kriegs Jagd auf Piraten vor der somalischen Küste. Für den OEF-Einsatz am Horn von Afrika stimmten am 13. November diesen Jahres 378 Abgeordnete der großen Koalition sowie fast alle Abgeordneten der FDP-Fraktion. Gegen die Verlängerung des OEF-Mandats stimmten nur 28 Abgeordnete der großen Koalition sowie die Fraktion der Grünen und der Linken. (8)

Allerdings wurde der in der Bevölkerung unpopuläre OEF-Einsatz seit Beginn immer weiter eingeschränkt. Dies traf auch den Marineeinsatz am Horn von Afrika: sah das Mandat 2007 noch eine Obergrenze von 1.000 Seeleuten vor (9), liegt die Obergrenze heute bei nur noch 800 Seeleuten (10). Tatsächlich im Einsatz sind jedoch weit weniger – rund 230 Seeleute. (11)

Scheinbar will sich die Bundesregierung aus der unpopulären, von den USA angeführten, Anti-Terror-Mission – mit der sich keine Mehrheit in der Bundesrepublik finden lässt – zurückziehen und stattdessen eine ähnliche EU-Mission am Horn von Afrika profilieren. Statt die Obergrenze des OEF-Mandats voll auszuschöpfen ringen Bundesregierung und Verteidigungsministerium um eine EU-Mission mit einer Obergrenze von 1.400 Seeleuten der Bundeswehr. Zudem würde die deutsche Bevölkerung durch einen EU-Marineeinsatz am Horn von Afrika weiter an den – wie es der Europaabgeordnete Tobias Pflüger (GUE/NGL) zutreffend bezeichnet – „Dauerzustand Auslandseinsatz“ (12) gewöhnt.

Im Vertraulichen-Bericht vom Verteidigungsministerium an den Bundestag aus dem der SPIEGEL zitiert und der Nachrichten Heute ebenfalls vorliegt heißt es: „In Djibuti und im Golf von Aden ist die Bedrohungslage zurzeit als niedrig eingestuft“. Ministerium und Regierung sind sich der niedrigen Bedrohung also bewusst – das Bundeskabinett winkte eine deutsche Beteiligung am Anti-Piraten-Einsatz der EU, die so genannte Mission „Atalanta“, mit bis zu 1.400 Soldatinnen und Soldaten trotzdem am 10. Dezember 2008 durch. (13)

Auch, dass die „schnellen Boote“ der mutmaßlichen Piraten laut dem Geheimbericht nach den Schüssen der deutschen Marine „mit hoher Fahrt in jemenitisches Hoheitsgewässer einliefen“ und nicht die somalische Küste ansteuerten wirft Fragen auf – soll Somalia doch der Ausgangspunkt für die Piraterie am Horn von Afrika sein.

Der gewollte Militäreinsatz am Horn von Afrika
Der mutmaßliche Zwischenfall um die „MS Astor“ ist nicht die erste Ungereimtheit im Streit um einen Militäreinsatz vor der Küste Somalias: in der Nacht vom 18. auf den 19. November 2008 hat die indische Fregatte „INS Tabar“ im Golf von Aden ein vermeintliches Piratenmutterschiff beschossen und versenkt. Die Medien berichteten ausführlich über den „Erfolg“ der Inder bei der Piratenjagd. Rund eine Woche später sagte der einzige Überlebende aus, dass Piraten den thailändischen Fischkutter „Ekawat Nava 5“ geentert hätten. Als sich das indische Kriegsschiff näherte gaben die Piraten einige Schüsse ab und verließen den Fischtrawler mit Schnellbooten.

Die „Ekawat Nava 5“ wurde dann in Folge des Beschusses durch das indische Kriegsschiff in einem Flammeninferno versenkt. Ein Besatzungsmitglied wurde tot geborgen und 14 werden bis heute vermisst. (14) Die deutschen Parlamentarierinnen und Parlamentarier, die am 19. Dezember 2008 im Bundestag über die deutsche Marinebeteiligung bei „Atalanta“ abstimmen werden, sollten sich bewusst sein, dass die wahren Absichten hinter dem EU-Militäreinsatz noch immer nicht ausgesprochen wurden und die öffentliche Diskussion schon jetzt mit Propaganda vergiftet wurde.

Quellen:
1- SPIEGEL-Online: „Piratenattacke auf MS Astor: Marine vereitelt Angriff auf deutsches Kreuzfahrtschiff“, 04.12.2008
2- TransoceanTours: „ MS »ASTOR«: 05.12. NEU Zur aktuellen Berichterstattung “. 05.12.2008
3- ZDF – „heute-journal“: „Marine soll künftig auch Piraten jagen“, 08.12.2008
4- Telefonat mit dem Pressesprecher von Transocean-Tours – John Will, 09.12.2008
5- ZDF – „heute-journal“: „Marine soll künftig auch Piraten jagen“, 08.12.2008
6- SPIEGEL-Online: „Piraten-Angriffe: Kreuzfahrtschiffe fahren weiter durch Golf von Aden“, 05.12.2008
7- Informationsstelle Militarisierung: „Maritimes Säbelrasseln“, 05.12.2008 http://www.imi-online.de/2008.php3?id=1855
8- Abgeordnetenwatch: „Verlängerung des Anti-Terror-Einsatzes (OEF)“, 13.11.2008
9- Bundestagsdrucksache 16/6939
10- Bundestagsdrucksache 16/19720
11- Informationsstelle Militarisierung: „Maritimes Säbelrasseln“, 05.12.2008
12- Tobias Pflüger (MdEP) im Vortrag über „Die militärische Absicherung der Wirtschaftsmacht EU“ auf dem Friedensratschlag 2008 – Kassel, den 7. Dezember 2008
13- Süddeutsche Zeitung-Online: „Marine vor Einsatz gegen Piraten am Horn von Afrika“, 10.12.2008
14- Informationsstelle Militarisierung: „Maritimes Säbelrasseln“, 05.12.2008