Krieg

Uranmunition: Weltweit im Einsatz

Michael Schulze von Glaßer – BBC-online berichtete Ende April von einer erhöhten Krankheitsrate bei Kindern in Afghanistan. Die signifikante Zunahme von Frühgeburten und Missbildungen führen afghanische Ärzte auf den Einsatz von Depleted Uranium (DU) Munition in Granaten und anderen militärischen Geschossen zurück. Die wahrscheinlichen Verursacher – vornehmlich die US-Armee und die anderen am Hindukusch stationierten Armeen – und die befreundete afghanische Regierung, weisen den Vorwurf zurück. Dabei scheinen die Fakten eindeutig.

Was ist Uranmunition?
DU-Munition besteht zu einem Teil aus dem hochgiftigen Schwermetall Uran, das radioaktiv ist. Schon die Nationalsozialisten versuchten sich im Bau von Uran-Munition. Der Vorteil: die hohe Dichte des Urans zerschlägt die meisten Panzerungen. So wird Uran ausnahmslos in der Spitze von Panzer- und Bunkerbrechender Munition eingesetzt. Verwendeten die Nationalsozialisten allerdings noch Natururan in ihrer Munition – die es übrigens nie zu voller Reife schaffte – wird in heutiger DU-Munition abgereichertes Uran verwendet, was auch der Namensgeber der Munition ist. Abgereichertes Uran – so genanntes Uranhexafluorid (UF6) oder Depleted Uranium (DU) – ist ein Abfallprodukt aus der Urananreicherung, die nötig ist um Uran in Atombomben und Kraftwerken spalten zu können.

Den Stoff gibt es im Überfluss und wird auch in Deutschland – in der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau – hergestellt bzw. geht als Abfallprodukt aus der Anreicherung hervor. Uranhexafluorid ist nur leicht strahlend jedoch hochgiftig. Kommt der Stoff mit (Luft-) Feuchtigkeit in Berührung reagiert er zu stark ätzender Flusssäure.

Ein paar Tropfen auf die Haut oder durch einatmen (Flusssäure kann sich gasförmig ausbreiten) genügen zum sicheren Tod. Die schnelle chemische Reaktion des gefährlichen Stoffes ist der Grund dafür, dass UF6 in Munition mit weniger heiklen Metallen ummantelt wird und erst beim Aufprall auf ein Ziel an die Oberfläche kommt und sich entfaltet. Der Grund für die militärische Verwendung liegt allein in der hohen Dichte – die Radioaktivität ist höchstens ein abschreckender Nebeneffekt.

Die Dichte ist auch der Grund, für die zivile Nutzung des abgereicherten Urans, beispielsweise als Ausgleichgewicht in Flugzeugen, in Segelschiffen oder als Ballast in Ölbohrinseln. Nach der Flugzeugkatastrophe von Amsterdam bei der 1992 eine Boeing 747 in einen Wohnblock stürzte und die Umwelt (auch wegen der chemischen Fracht des Frachtflugzeugs) kontaminierte, wurde der Umgang mit dem Stoff jedoch sensibler – Boeing baut seitdem kein abgereichertes Uran mehr in seine Flugzeuge ein. Besonders die nach dem Absturz herbeigeeilten Rettungskräfte leiden heute an Krankheiten deren Symptome auf das Uranhexafluorid im Heck der verunglückten Maschine hinweisen.

Im militärischen Bereich wird die Munition als 20, 25 oder 30mm Geschosse von Bodenkampfflugzeugen wie der US-Amerikanischen „A-10 Thunderbolt“ und dem britischen Senkrechtstarter „Harrier“ verwendet. Kampfpanzer wie der von den USA im Irak verwendete „M1 Abrams“ verwenden 105, 120 oder 125mm Granaten. Weitere Kampfpanzer die DU-Munition verschießen sind der britische „Challenger“, der französische „Leclerc“.


Das US-Amerikanische Bodenkampfflugzeug A-10 Thunderbolt beim Aufmunitionieren mit DU-Geschossen.

Auch die gepanzerten Truppentransportern „Bradley“ und „LAV-25“ der US-Armee feuern mit DU-Geschossen. Außerdem sollen Südkorea, Japan, Russland und weitere Länder DU-Munition verwenden.

Israel stand im Verdacht im Libanon-Krieg 2006 Uranmunition in Artilleriegranaten verwendet zu haben, was sich jedoch später als falsch herausstellte. Israel besitzt zwar DU-Munition, diese soll bisher aber nicht in der Artillerie eingesetzt worden sein – der Einsatz wäre auch nicht erforderlich, da Artilleriegranaten in den meisten Fällen gegen nicht gepanzerte Ziele gerichtet werden und die Hisbollah im Libanon auch keine Panzer besitzt. Beim Aufprall von Urangeschossen auf ein Ziel reicht allein die kinetische Energie um die Panzerung zu durchbrechen – ein Sprengsatz in den Geschossen selber ist nicht mehr nötig.

Doch abgereichertes Uran wird nicht nur zum Angriff verwendet. Die Entwicklung und Produktion von DU-Munition wurde im Kalten Krieg von beiden Kontrahenten vorangetrieben. In den Köpfen der Militärs spielten große Panzerschlachten in der Grenzregion – also auch auf deutschem Boden – eine große Rolle. Da jedoch bald sowohl die NATO-Staaten als auch die Staaten des Warschauer-Pakts DU-Munition besaßen ging die Entwicklung noch weiter. Panzer wie der „M1 Abrams“ verschießen nicht nur abgereichertes Uran, sondern sind selbst damit gepanzert. Wie ein Sandwich ist das giftige Uranhexafluorid zwischen ungiftigen Metallen in den Außenwänden des Kampfpanzers verbaut – diese Technik kommt bei vielen modernen Kampfpanzern zum Einsatz. Auch hier ist die Dichte des Schwermetalls der Grund.

DU-Munition im weltweiten Einsatz
Sowohl in Bosnien, als auch im Kosovo kam DU-Munition nachweislich zum Einsatz. Rund 2.900 Kilogramm Uranhexafluorid sollen 1994/1995 in Bosnien verschossen worden sein, wobei der Focus um die Stadt Sarajevo lag. Im Kosovo-Krieg wurden 1999 laut NATO 8.401 Kilogramm DU in Munition verschossen. Treffen die DU-Geschosse auf ein Ziel zerbersten sie in einer Staubwolke, die sich in der Umgebung ausbreitet und sich auf den Boden legt. Die Kontaminierten Balkan-Gebiete werden wegen hoher Räumungskosten meist nicht gesäubert und bleiben verseucht.


Chemiker prüfen die atomare Kontamination rund um einen Panzer.

Die hohen Räumungskosten machen aber auch der US-Army zu schaffen. In einem der größten militärischen Übungsplätze der USA, dem Jefferson Proving Ground im Bundesstaat Indiana, wurden zwischen 1983 und 1994 rund 100.000 Kilogramm DU-Munition verschossen. Die geschätzten Räumungskosten des verseuchten Areals belaufen sich auf einige Milliarden Dollar.

Die USA verschossen ihre Munition jedoch nicht nur auf dem Balkan und im eigenen Land, sondern auch im Irak. Schon im zweiten Golfkrieg 1990/1991 verwendeten die US-Streitkräfte DU-Munition mit schlimmen Folgen für die Menschen der Region und für die US-Panzerbesatzungen. Um die Flugbahn von Panzergranaten zu stabilisieren werden diese im Kanonenrohr durch Korkenzieherähnliche Rillen in Rotation versetzt. Die dabei entstehende Reibung und die Wirkung des Abschusses sollen einen Teil der DU-Munition beim Abschuss pulverisieren. Der entstandene Staub umhüllt den Panzer und wird direkt von den Soldaten eingeatmet. Die Krankheit der Golfkriegsveteranen ist als „Golfkriegssyndrom“ bekannt.

Die US-Regierung dementiert allerdings einen Zusammenhang zwischen DU-Munition und den erkrankten US-Soldaten. Laut US-Veteranen-Vereinigung sind mittlerweile 11.000 Golfkriegsveteranen an den Spätfolgen des Kriegseinsatzes gestorben. Hunderttausende leiden an dem Syndrom. Das eingeatmete Uran wird vom Körper schnell wieder ausgeschieden bescheinigt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Doch setzt sich fast immer ein kleiner Rest Uran in den Lungen fest und verweilt dort schwach strahlend. Erst nach Jahrelanger Bestrahlung aus dem innern des Körpers treten die Symptome wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Gliederschmerzen und in schweren Fällen Krampfanfälle zum Vorschein. Krebs ist die wohl schlimmste Folge der dauerhaften Strahlung aus dem Inneren des eigenen Körpers.

Der Staub beim Schuss und der Staub beim Aufschlag von DU-Munition ist es, der in vielen (ehemaligen) Kriegsregionen eine erhöhte Krebsrate nach sich zieht – wie nun auch in Afghanistan. Ärzte gaben den Afghanen den Rat aus den am stärksten versuchten Gebieten – beispielsweise dem Tora-Bora-Gebirge – umzusiedeln. Die Region stand 2001 unter starkem Beschuss mit DU-Munition, weil die US-Armee seinerzeit Osama Bin Laden in unterirdischen Bunkern in dem Gebirge vermuteten.

Dilemma um die gefährliche Munition
DU-Munition ist ein Dilemma für die Menschheit – und besonders für Antimilitaristen. Die Uranmunition fällt nämlich weder unter die Kategorie „atomarer“ noch unter „chemische“ Waffen. Ein Verbot, eine Ächtung oder eine Kontrolle durch internationale Institutionen wie die IAEO ist wegen der nicht eindeutigen Kategorisierbarkeit von DU-Munition unmöglich. Die Uranmunition sollte aber eher in die Kategorie von Landminen als in die von Atombomben einsortiert werden.

Auch in Deutschland wird US-Amerikanische DU-Munition gelagert. Eine schwerwiegendere Verbundenheit für Deutschland besteht jedoch mit Russland. Tausende Tonnen abgereichertes Uran wurden seit den 1990er Jahren von der Gronauer Urananreicherungsanlage nach Sibirien gebracht.


Ein Lager mit rostigen Uranhexafluorid Behältern in Sibirien – potenzielle DU-Munition.© Google Earth

Die umstrittenen deutschen Atommüllexporte verschaffen Russland einen Haufen potentieller DU-Munition. Dass deutscher Atommüll in russischen Panzergranaten verwendet wird kann nicht ausgeschlossen werden.

Weitere Informationen:
Die niederländische Nicht-Regierungs-Organisation LAKA beschäftigt sich ausführlich mit DU-Munition: www.laka.org

Weitere Artikel zum Thema:
Verunglückte Gefahrgutzüge – Uranzug wieder unterwegs
Neuer Uranmülltransport verstrahlt die Umwelt
Geheime Fracht für Russland
Urantransporte – mit Sicherheit unsicher
Bombige Urananreicherungsanlage in Gronau
11’000 Tote – Soldaten wurden durch abgereichertes Uran verstrahlt

Krieg

World Content News – Nach dem Abschuss von zwei weiteren unbemannten Drohnen durch die abchasische Luftabwehr hat sich die Kriegsgefahr im Kaukasus signifikant erhöht. Medienberichte aus Georgien, es habe bereits Feuergefechte zwischen russischen und georgischen Truppen gegeben, wurden in Russland scharf zurückgewiesen.

Der georgische Außenminister Grigol Vashadze hat dagegen belustigt auf die russische Nervosität reagiert:

„The Georgian leadership advises the anonymous representatives of the Russian security agencies to take a few drops of valerian (a traditional herbal sedative). However, Georgian doctors believe that valerian will not be potent enough… and they would be better off taking Valium.“

Abchasien, das sich von Georgien lösen will, hat seine Armee in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Georgien hat den Abschuss der Spionageflugzeuge inzwischen dementiert. Es ist das zweite Mal innerhalb von zwei Wochen, dass die Abchasen den Abschuss einer georgischen Drohne melden.


Erster Zwischenfall: Drohne stammte aus israelischer Produktion

Die abtrünnigen Abchasen werden von Russland unterstützt, das im Rahmen einer Friedensmission der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) Soldaten in Abchasien stationiert hat. Wegen angeblicher georgischer Drohgebärden hat Russland sein Kontingent eigenen Angaben vom Sonntag zufolge auf 3.000 aufgestockt. Dem gegenüber sollen sich ca. 7000 georgische Soldaten in der Kodori-Schlucht aufhalten.

Abchasien möchte ein unabhängiger Staat werden und beruft sich dabei auf die Anerkennung des Kosovo durch die Vereinten Nationen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben sich Abchasien und Südossetien von Georgien losgesagt. Nach Schätzungen hat der Konflikt bereits zwischen 10.000 und 30.000 Menschenleben gefordert, hinzu kommen noch ca. 3000 Tote in Südossetien.

Georgien ist nicht zuletzt auch deshalb gegen eine Unabhängigkeit Abchasiens und Südossetiens, weil die Ex-Sowjetrepublik die Abspaltung weiterer Minderheitsregionen befürchtet. Russland unterstützt die Abtrünnigen politisch, wirtschaftlich und militärisch und hat bereits an 80 Prozent der abchasischen Bevölkerung russische Pässe ausgegeben.

Richtig verschärft hatten sich die Spannungen erst, als Georgien die Aufnahme in die NATO beauftragte, die beim letzten Treffen gegen den Willen der USA erst einmal verschoben wurde.

Bei einem Treffen mit den EU-Außenministern in Luxemburg hatte Russlands Außenminister Lawrow in dieser Woche unmissverständlich erklärt:

Wenn Georgien seine mehrfach ausgesprochene Drohung wahr macht, militärisch in Südossetien und Abchasien vorzugehen, dann wären wir gezwungen, Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen, um das Leben unserer Bürger zu schützen„, sagte er.

Jüngsten Meldungen zufolge will Georgien seine unbemannten Aufklärungsflüge über abchasischem Gebiet unbeirrt fortsetzen.

Quellen:
Georgien zieht Militäreinheiten an der Grenze vor Abchasien zusammen (schweizmagazin.ch, 04.05.2008)
Georgische Flugapparate über Abchasien abgeschossen?
(Neue Zürcher Zeitung, 04.05.2008)
Moskau glaubt an Militär-Offensive in Abchasien
(Der Standard, 04.05.2008)
Russia Says Georgia „Fueling Tensions“ in Abkhazia
(bloomberg.com, 04.05.2008)
Georgia laughs off reports of military action in Abkhazia
(newkerala.com, 04.05.2008)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

Krieg

The Secret Chinese fleet

onlineredaktion/ Intelnet – COSCO (China Ocean Shipping Co.) owned the ship that recently tried to deliver a shipment of ammunition to the government of Zimbabwe.

COSCO is a $20 billion a year business, owned by the Chinese government, that operates dozens of huge tankers and container transports, as well as ship repair facilities and port operations around the world.

It was always understood that COSCO would provide cover for Chinese spy operations, and any „special operations“ the Chinese Navy needed help with. However, it appears that COSCO is more into espionage than previously thought. As American counter-terrorism activities increased in out-of-the-way places, they often found that, not only was COSCO already there, but so were plenty of Chinese intelligence personnel, operating under the cover of COSCO employees.

It was a near-perfect fit. Port operations are the center of much of what goes into, and comes out of, a country. In many poor countries, the local officials who oversee foreign operators like COSCO can be bribed to look the other way when „special“ cargo goes in, or out. COSCO also moves sensitive people, and material, for the Chinese military. It’s never been a secret that COSCO works closely with Chinese military and intelligence agencies, but the degree of cooperation has been increasing.

COSCO has also been caught smuggling illegal cargos (weapons, hazardous waste, and so on).

Krieg

Pentagon said drawing up plans for strike on Iranian camp

John Byrne – The Pentagon is drawing up plans for a „surgical strike“ against an alleged insurgent training camp in Iran, according to the UK Sunday Times‘ Michael Smith.

Attributing the assertion to Western intelligence officials, Smith asserts that US officials have become increasingly frustrated with Iran’s Republican Guard force — an elite corps of the country’s military — which the Bush Administration has designated a terrorist group. Western officials have accused Iran of helping arming rebel militias in Iraq, and have accused Iran of supplying IEDs.

Smith was the first to reveal the Downing Street Minutes, an account of a secret 2002 meeting between Bush Administration officials and British intelligence surrounding Iraq, in which MI6 director Richard Dearlove remarked that facts around Iraq were being „fixed“ around a policy for war.

„US commanders are increasingly concerned by Iranian interference in Iraq and are determined that recent successes by joint Iraqi and US forces in the southern port city of Basra should not be reversed by the Quds Force,“ Smith writes.“‚If the situation in Basra goes back to what it was like before, America is likely to blame Iran and carry out a surgical strike on a militant training camp across the border in Khuzestan,'“ he quotes a defense official as saying.

Nuclear facilities ’not targets‘
Seymour Hersh in the New Yorker and RAW STORY’s Larisa Alexandrovna revealed internal Pentagon planning in a buildup to a potential Iran conflict. Since the reports ran, however, rhetoric about Iran has been toned down and concerns of a potential all-out war have diminished.

American officials are opposed to any attack on Iranian nuclear facilities, Smith says. They believe, however, that an attack on a militant camp could send a message to the Republican Guard.

CBS News reported last week about a potential strike on Iran.

Read all at: THE RAW STORY

Krieg

Sgt. Merlin German dead

onlineredaktion – Sgt. Merlin German, 22 of Manhattan, N.Y., died April 11 at Brooke Army Medical Center, San Antonio, Texas, from wounds he suffered while conducting combat operations in Al Anbar province, Iraq, on Feb. 22, 2005. He was medically retired Sept. 28, 2007, as a result of his injuries.

Merlin German poses with actress Elisabeth Rohm at a Brooke Army Medical Center holiday ball on December 8, 2006 in San Antonio, Texas. German burned 97% of his body after an improvised explosive device hit his convoy during a tour in Iraq.

500’000 Obdachlose Kriegsveteranen & jetzt kommen die Irak Krieger

Krieg

Petraeus-Report: Neue „Smoking Gun“ im Gepäck?

World Content News – Der amerikanische Oberbefehlshaber im Irak, General David Petraeus, wird am Dienstag und Mittwoch dem US-Kongress neuerlich einen Report zur Sicherheitslage im Irak unterbreiten. Insbesondere wird die angespannte Lage im Süden Thema der Erörterungen sein, Beobachter glauben aber auch, dass der General die Gunst der Stunde nutzen wird, öffentlich den Iran für den Angriff auf die Grüne Zone in Bagdad am 23. März mitverantwortlich zu machen.

Bereits unmittelbar nach den schweren Bombardements, bei der 15 irakische Zivilisten ums Leben gekommen sein sollen und auch Raketen in unmittelbarer Nähe der US-Botschaft einschlugen, hatte er laut einem BBC-Bericht behauptet, er hätte Beweise dafür, dass Iran die Aufständischen trainiert und ausgerüstet hätte:

In an interview with BBC world affairs editor John Simpson, Gen Petraeus said violence in Iraq was being perpetuated by Iran’s Quds Force, a branch of the Revolutionary Guards.

„The rockets that were launched at the Green Zone yesterday, for example… were Iranian-provided, Iranian-made rockets,“ he said, adding that the groups that fired them were funded and trained by the Quds Force.

„All of this in complete violation of promises made by President Ahmadinejad and the other most senior Iranian leaders to their Iraqi counterparts.“ (Quelle)


Smoking Gun: Nach Powell nun auch Du, Petraeus ?

Ob er seine Aussagen wiederholen wird und in wie weit sie im Mittelpunkt seines Berichtes stehen werden ist derzeit noch unklar, insbesondere britische Diplomaten fürchten, dass die USA derzeit heimlich einen Überraschungsangriff auf den Iran vorbereitet.

Dabei ist die Lage im Nahen Osten momentan völlig unübersichtlich und lassen Raum für zahlreiche (haltlose?) Spekulationen. Die Mainstream-Medien wiederum berichten kaum über die neuesten Entwicklungen.

Im Irak ist die Regierung Maliki durch den Aufstand der Mahdi-Armee in Basra ziemlich gerupft worden, tausende Soldaten sollen desertiert sein. Ausgerechnet der Iran soll den vorübergehenden Waffenstillstand erwirkt haben. Jetzt ist für Mittwoch den 9. April, dem fünften Jahrestag des Falls von Baghdad, in Najaf eine Massendemonstration geplant, die bis zu einer Million Iraker auf die Straße bringen könnte. Allein im März sind im Irak 1.000 Zivilisten getötet worden, Großbritannien hat seinen geplanten Abzug aus der Region inzwischen verschieben müssen.

In Israel findet seit heute das größte Zivilschutzmanöver der Geschichte statt. Fünf Tage lang soll mit „Wendepunkt 2“ für den Kriegsfall mit Angriffen durch chemische und biologische Waffen geprobt werden. Sogar der israelische Verteidigungsminister muss zu Hause bleiben, ein Besuch von Ehud Barak in Deutschland wurde ohne großes Aufsehen kurzfristig abgesagt. Begründung: Die Lage sei nicht gut, weder im Süden noch im Norden Israels. Der Premierminister Olmert musste extra bekunden, dass die Übungen nichts mit den Spannungen mit Syrien zu tun hätten.

Syrien hat arabischen Medienberichten zufolge in der vergangenen Woche Reservisten mobilisiert, seine Truppen entlang der Grenze zu Israel verstärkt und in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Syrien hat daneben eingeräumt, mit Hilfe Irans Horchposten auf seinem Territorium aufzustellen, um Israels militärische Kommunikation mitzuhören.

Und heute wurde bekannt, dass Israel und die USA planen, in Kürze Einzelheiten über den ominösen Luftschlag preiszugeben, mit dem am 6. September letzten Jahres angeblich ein syrischer Atomreaktor ausgeschaltet worden sein soll. Was wird wohl hier wieder aus dem Zylinder gezaubert?

Nach dem Ende der 40-tägigen Trauerzeit rechnet man darüber hinaus in Israel mit Vergeltungsschlägen der Hizbullah, deren Militärchef Imad Maghnijah vor wenigen Wochen mutmaßlich mit Hilfe des israelischen Geheimdienstes Mossad ermordet wurde.

Und den Mord an dem früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri vor drei Jahren kann man der syrischen Regierung auch nicht mehr so ohne weiteres in die Schuhe schieben. Nach Angaben von Ermittlern sei dafür eine Gruppe Krimineller verantwortlich. Ein «Netzwerk aus Einzelpersonen» habe Hariri getötet, erklärte Chefermittler Daniel Bellemare am Freitag vor dem Weltsicherheitsrat.

Ob diese Gemengelage für die Region ohne größere Folgen bleiben wird, hängt jetzt vom Verhalten aller Akteure ab. Die nächsten Tage und Wochen werden zeigen, ob die USA zusammen mit Israel tatsächlich noch vor dem Ende der Amtszeit des US-Präsidenten Bush zu einem Zwei-Fronten-Krieg blasen werden, oder ob Petraeus im Interesse des Friedens seine persönlichen Erkenntnisse tiefer hängen wird.

News:
Iran, Syria, Lebanon on military alert over US Gulf movements and Israel’s home defense drill (debka.com, 06.04.2008)
Is Syria preparing Lebanon to be a battleground for revenge? (yalibnan.com, 05.04.2008)
Petraeus To Face All 3 Presidential Hopefuls
(Los Angeles Times, 06.04.2008)
Iraq planning Iran-US talks (presstv.ir, 06.04.2008)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

Krieg

Neue Spannungen im Nahen Osten wegen angeblicher Abhörstation

World Content News – Wegen einer Abhörstation, die der Iran in Syrien gebaut haben soll, um den militärischen Funkverkehr Israels zu belauschen, haben sich die Gerüchte um einen möglichen bevorstehenden Krieg gegen Syrien und Iran urplötzlich wieder verschärft. Angeblich soll Syrien Truppen an der Grenze zusammengezogen haben, in den letzten Tagen haben mehrere Atom-U-Boote aus den USA den Suez-Kanal durchquert. Und heute hat der israelische Verteidigungsminister überrraschend einen Besuch in Berlin abgesagt.

Aus israelischen Militärkreisen verlautete, Iran hätte Syrien dabei geholfen, mehrere hoch entwickelte Abhörstationen zu bauen. Während der Iran umgehend dementierte, sagte ein Abgeordneter des syrischen Parlaments gegenüber der panarabischen Tageszeitung „al-Sharq al-Awsat“, dies wäre kein Geheimnis:

Syrien tut alles, was helfen könnte, sein Hoheitsgebiet zu verteidigen, darunter auch, sich Experten für militärische zu Hilfe zu holen“

Wir sind noch immer im Krieg mit Israel. Wir haben das Recht, unsere Grenzen zu verteidigen, mit allen Mitteln im Rahmen des Völkerrechts

Erst gestern hatte die in London erscheinende arabische Tageszeitung „Al-Quds al-Arabi“ berichtet, Syrien mobilisiere seine Reservisten und verstärke die Truppen entlang der Grenze zu Israel und zum Südlibanon. Syrien bereite sich so auf einen möglichen Angriff Israels auf die pro-iranische Hizbullah-Miliz und auf das eigene Land vor. In Israel hieß es hingegen, es gebe keine syrische Mobilisierung an der Grenze.

In Israel rechnet man offenbar mit Vergeltungsschlägen der Hizbullah, deren Militärchef Imad Maghnijah vor wenigen Wochen mutmaßlich mit Hilfe des israelischen Geheimdienstes Mossad ermordet wurde. Am Sonntag soll eine große Zivilschutzübung im Norden des Landes abgehalten werden. Genau vor einem Jahr hatte anläßlich einer solchen Übung ein russischer General mit ungewöhnlichen Detailaussagen vor einem geplanten Angriff der USA auf den Iran gewarnt.

Am 22. März dieses Jahres berichtete die saudische Zeitung Okaz über Vorbereitungen des Königreichs auf mögliche nukleare Folgen eines US-Angriffs auf Atomanlagen im Südiran. Diese Meldung wurde jedoch kurze Zeit später kommentarlos wieder zurückgezogen.

Quellen:
Nachrichtenzusammenfassung Libanon – Abend – Do., 03. April 2008
(Beirut-Reporter.de, 03.04.2008)
Spannungen zwischen Israel und Syrien
(Vienna Online, 03.04.2008)
Israels Armee in Alarmbereitschaft
(FAZ, 03.04.2008)
Israelischer Verteidigungsminister sagt Besuch in Berlin ab
(Basler Zeitung, 03.04.2008)
Syria confirms, Iran denies Israeli comments on listening stations
(Earthtimes, 03.04.2008)
Israel fears Syrian army moves may signal Hezbollah attack
(Haaretz, 03.04.2008)
Israeli intelligence suspects Hizbullah plans attack via proxy
(Daily Star (lb), 03.04.2008)
Israel: Hizbullah Will not Avenge Mughniyeh Killing
(Naharnet (lb), 03.04.2008)
Syrien dementiert Truppenaufmarsch an israelischer Grenze
(Berliner Umschau, 02.04.2008)
Israel conducts War Games directed against Iran and Syria
(globalresearch.ca, 03.04.2008)
Iran accuses Bush of trying to destabilize Persian Gulf
(RIA Novosti, 03.04.2008)
Der Okaz-Bericht: Steht der Iran-Krieg bevor?
(readers-edition.de, 02.04.2008)
Will America wipe out Iran’s nuclear installations?
(australia.to, 03.04.2008)
U.S. Diplomats Forecast Nuclear Arms Race in Middle East if Iran Gets the Bomb (myfoxla.com, 03.04.2008)
Saudis, Turkey May Go Nuclear if Iran Does
(newsmax.com, 03.04.2008)
US deploys more war machines to Persian Gulf
(casmii, 26.03.2008)
Nordkorea droht Südkorea «Militäraktionen» an
(baz.ch, 03.04.2008)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

Krieg

Meeres-Rambo: US-Schiff feuert auf Kleinboote fliegender Händler

World Content News– Weil im Suez-Kanal ägyptische Händlerboote nicht sofort der Aufforderung nachgekommen waren, sich von einem Frachter fernzuhalten, der im Auftrag der US-Armee unterwegs war, hat ein sich an Bord befindendes Sicherheitskommando der Navy das Feuer eröffnet und einen 32 Jahre alten Mann erschossen, drei wurden verletzt.

Das zivile Motorschiff „MV Global Patriot“ von der Firma Global Container Lines, das im Auftrag des Navy’s Military Sealift Command unterwegs war und nach Medienberichten gebrauchtes Militärgerät aus Dubai an Bord hatte, wartete aus dem Roten Meer kommend etwa zwei Seemeilen vom Hafen von Suez entfernt auf die Einfahrt in den Kanal, als sich mehrere kleine Boote mit Händlern näherten, die Zigaretten, Getränke und Lebensmittel verkaufen wollten.


MV Global Patriot: Wer kein Englisch versteht, hat Pech gehabt

Offenbar hatte ein Boot die auf Englisch gehaltene Aufforderung, sich dem Schiff nicht zu nähern und sofort abzudrehen, nicht verstanden, da eröffnete die Besatzung an Bord des Frachters das Feuer. Angeblich soll es zuvor eine Serie von Warnschüssen gegeben haben, wie zumindest Vertreter der 5. US-Flotte sowie ein ägyptischer Offizieller behaupteten. Warum das Kleinboot seinen Kurs trotzdem fortsetzte, ist nicht bekannt.

In der jüngeren Vergangenheit hatte der US-Frachter auch so genannte Mine Resistant Ambush Protected (MRAP)-Fahrzeuge von Südafrika aus in den Irak geliefert, die vom britischen Rüstungskonzern BAE Systems gebaut werden. Ob sich auch bei dem Zwischenfall solche gepanzerten Spezialfahrzeuge an Bord befanden, ist bisher nicht bestätigt. Die „MV Global Patriot“ hatte 2006 auch Munition und Bauteile von Patriot-Abwehrraketen nach Japan geliefert.

Im Golf von Aden, am anderen Ende des Roten Meeres, hatten El- Kaida-Terroristen im Jahr 2000 den amerikanischen Zerstörer «USS Cole» mit einem mit Sprengstoff beladenen Boot gerammt. Damals waren 17 US-Marinesoldaten ums Leben gekommen.

Dieser Artikel erschien erstmalig bei Worls Content News

Krieg

Aufstand in Tibet fordert erste Todesopfer

World Content News – Nach dem gestrigen in Nordindien gestoppten Protestmarsch, bei dem mehr als 100 Teilnehmer verhaftet wurden, ist es heute in Tibets Haupstadt Lhasa zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Mehrere Läden in der Altstadt wurden angezündet, auch Schüsse waren zu hören.

Laut Agence France Press sollen mehrere Menschen bei den Protesten ums Leben gekommen sein (newsinfo), Dutzende wurden verletzt, es gehen auch Gerüchte um, dass das Kriegsrecht verhängt worden sei. Von chinesischer Seite wurde dies aber zurückgewiesen.

„Die Polizei hat in die Menge geschossen“, berichteten Augenzeugen dem US-amerikanischen Sender Radio Free Asia (RFA). Ein Augenzeuge habe zwei Leichen am Barkor genannten Pilgerweg um den Jokhang-Tempel gesehen. Die chinesischen Truppen hätten auf die Menschen geschossen und auch Tränengas eingesetzt. In anderen Berichten war von einer höheren Opferzahl die Rede.

«Wir haben sehr viel mit den Verletzten zu tun, es gibt viele Verletzte. Einige sind ganz sicher gestorben, aber ich weiss nicht wie viele», sagte die Sprecherin der Rettungsdienste per Telefon.


Läden in Lhasa angezündet (Bildquelle: The Times)

Diverse Polizei- und Armeefahrzeuge gingen in Flammen auf, Polizisten und Feuerwehrleute wurden verprügelt.

Die drei großen tibetischen Klöster seien von chinesischen Truppen umstellt, auch Touristen dürfen sie nicht mehr betreten. Dabei seien auch Mönche zusammengeschlagen worden (BBC). Etwa 50 Mönche wurden festgenommen, zwei von ihnen befinden sich in kritischem Zustand, nachdem sie versuchten, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Vor dem Potala-Palast, dem Wintersitz des Dalai Lama, sind Panzer aufgefahren.

Durch den massiven Einsatz von Sicherheitskräften ist das Leben in der tibetischen Hauptstadt zum Erliegen gekommen. „In Lhasa ist alles geschlossen – Restaurants, Cafés und Geschäfte“, sagte ein deutscher Tourist am Telefon. „Man sieht nur noch Soldaten und Polizisten, nichts weiter.“

Die Ausschreitungen sind der vorläufige Höhepunkt der Proteste anlässlich des Jahrestages des 1959 niedergeschlagenen Aufstandes gegen die chinesischen Besatzer. Seit dem Jahrestag am Montag hatten sich die Proteste auf mehrere Klöster in der Region Tibet und auch in der Provinz Qinghai ausgeweitet, wie exiltibetische Gruppen berichteten.


Proteste auch in Amdo Labrang im Osten Tibets (Bildquelle: Tagesschau)

Der 80 Kilometer von Lhasa entfernte Gonggar-Flughafen sei unter chinesische Militärkontrolle gestellt worden, berichten Reisende. Es sei derzeit schwer möglich aus Tibet auszureisen.
(tagesanzeiger.ch)

In Xiahe im Nordwesten Chinas unterband die Polizei eine Demonstration von ca. 200 Protestlern.

In der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu wurden bei einem Protestmarsch von 1000 Demonstranten 12 Mönche verletzt

In China, Indien und Nepal haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Tibeter gegen die chinesische Herrschaft und gegen die bevorstehenden Olympischen Spiele in Peking protestiert.


Protestmarsch in Indien brutal gestoppt (Al Jazeera)

Der Dalai Lama rief die Führung in Peking auf, den Tibet-Konflikt auf dem Weg des Dialogs beizulegen. Neben dem Dalai Lama ermahnte auch der Brüsseler EU-Gipfel China zur Zurückhaltung. Zugleich forderten die Staats- und Regierungschefs die Freilassung festgenommener Demonstranten.

Medienzensur: Die chinesische Zensur blockiert alle Fernsehberichte über die Unruhen, die der US-Nachrichtensender CNN und die britische BBC über Satellit nach China ausstrahlen.

Peking verhandelt mit der nepalesischen Regierung, Klettertouren auf den Mount Everest bis zum 10. Mai zu verbieten, um mögliche öffentlichkeitswirksame Proteste von Tibetern zu verhindern. Scheinbar mit Erfolg. (Sky News).

Franz Alt: Lernen aus der Olympiade 1936
1936 hatte die Welt auf den von den Nazis organisierten Olympischen Spielen in Berlin Hitler zugejubelt. Der Diktator und spätere Massenmörder fühlte sich in seiner menschenverachtenden Politik bestärkt. 2008 finden die Spiele in Peking statt. Will die Welt auch in diesem Jahr kritiklos einer Diktatur zujubeln und die Opfer vergessen? Weiterlesen


Freiheitssymbol: Tibet-Flagge

Info-Links:
Wikipedia: Tibet
Tibet-Initiative Deutschland
Free Tibet Campaign

News:
Google (de)
Google-News (int.)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

Krieg

Geisterstimme aus dem Off: „I am coming to Youu…“

World Content News – Der Zwischenfall in der Straße von Hormus, der angeblich beinahe einen Krieg zwischen USA und Iran ausgelöst hätte, macht weiter Furore. Nun hat ein Sprecher der US-Marine eingeräumt, dass der mysteriöse Funkspruch in dem mit Explosionen gedroht worden war, wahrscheinlich nicht von den iranischen Booten gekommen sei und sich auch nicht an die US-Schiffe richtete.


Vagabundierender Geist aus dem Äther: „I am coming to Youu…“

Der Funkspruch, der in dem vom Pentagon herausgegebenen Video erst ganz am Ende auftaucht, als die Filmsequenz bereits zu Ende war, enthält laut Nachrichtenagenturen folgende Passagen:

After the video tape turns black, the audio track resumes with an accented, deep male voice saying clearly in English, „I am coming to you.“ He emphasizes the word „coming“ and stretches out the word „you.“

An American voice is then heard: „Inbound small craft: You are approaching a coalition warship operating in international waters. Your identity is not known; your intentions are unclear. You are sailing into danger and may be subject to defensive measures. Request you establish communications now or alter your course immediately to remain clear. Request you alter course immediately to remain clear.“

Accented voice in English: „You will explode after (indecipherable) minutes.“

American voice, apparently speaking to fellow crew members: „He says, ‚You will explode after a few minutes.“‘

Iranische Blogger betonen, dass anhand des bisher undefinierbaren Dialektes in der Stimme ausgeschlossen werden kann, dass dieser Funkspruch von einer Persisch sprechenden Person abgesetzt wurde. Wer aber hat dann diesen verrückten Geist aus der Flasche gelassen?

Im Prinzip gibt es drei Möglichkeiten:

  • Der Funkspruch kam von außerhalb des Areals, in dem sich die Begegnung abspielte. Das Magazin Navy Times will wissen, dass es sich um einen Funkamateur von der Küste handeln könnte, der sich seit Monaten wiederholt in Gespräche einmischte und sich als rüder Belästiger bereits den Spitznamen „Filipino Monkey“ eingefangen habe.
  • Teile des US-Flottenverbandes wollten eine banale Situation zu einem gefährlichen Vorfall hochspielen und irgendein Scherzkeks – vielleicht vom Hubschrauber aus – gab ein bisschen Pfeffer dazu. Hintergrundgeräusche, wie sie and Deck eines fahrenden Schiffes oder Bootes entstehen, fehlen jedenfalls (was auch für den vorigen Punkt sprechen könnte)
  • Das Pentagon hat den Vorfall, der vom Flottenkommandanten als „deadly seriously“ kommentiert wurde, als Teil der psychologischen Kriegsführung von A-Z in Szene gesetzt.

Es stinkt jedenfalls gewaltig, wenn man bedenkt, dass die angeblichen weißen Behälter, die die iranische Patrouille im Zusammenhang mit dem Funkspruch „You will explode after a few minutes“ drohend im Meer versenkt haben soll, weder auf den Videos festgehalten sind, noch in den Folgekommentaren aus dem Pentagon jemals wieder erwähnt wurden. Erst jetzt wurde bekannt, dass am 19. Dezember letzten Jahres ein US-Kriegsschiff Warnschüsse auf ein kleines iranische Boot abgegeben hat, nur weil es sich in schneller Geschwindigkeit angenähert haben soll.

Der Iran hat den USA deshalb auch vorgeworfen, ein Aufeinandertreffen von US-Kriegsschiffen und iranischen Schnellbooten im Persischen Golf absichtlich überspitzt dargestellt zu haben. Der Vorfall sei von den Vereinigten Staaten übertrieben worden, um den Iran zur derzeit laufenden Nahost-Reise von Präsident George W. Bush als Bedrohung darstellen zu können. Dieser „Komplott“ sei aber gescheitert.

Der diplomatische Schlagabtausch geht jedenfalls weiter: Heute hat US-Präsident Bush Iran beschuldigt, das Land sei der „Welt-Sponsor Nr. 1“ des Terrorismus und gefährde die Sicherheit in der Region massiv. Mit hunderten Millionen Dollar finanziere Teheran die Extremisten in aller Welt, sagte Bush in dem arabischen Emirat Abu Dhabi. Bush wandte sich auch direkt an das iranische Volk und lobte die Begabung und Kultur der Iraner, die von der Regierung des Golfstaates nicht respektiert würden.

Der Tag werde kommen, an dem „das Volk des Iran eine Regierung hat, die sich zu Freiheit und Gerechtigkeit bekennt“, orakelte Bush. „Wenn dieser gute Tag kommt, dann werdet Ihr keinen besseren Freund haben als die Vereinigten Staaten von Amerika.“

Der Iran seinerseits nutzt die Gunst der Stunde, in der Bush mit seinem Bedrohungsmärchen ins Hintertreffen geraten ist. Vor dem Hintergrund einer von der IAEO neu gestellten vierwöchigen Frist will die iranische Führung alle noch offenen Frage zu ihrem umstrittenen Nuklearprogramm „zügig“ beantworten.

siehe auch vorherige Beiträge:
Das Boot (WCN, 07.01.2008)
Mücke an Elefant: „In fünf Minuten werdet ihr in die Luft fliegen“
(WCN, 09.01.2008)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News