Krieg

Flugzeugträger USS Nimitz auf dem Weg in iranische Gewässer

Stephan Fuchs – Am 2. April hat die nuklear betriebene USS Nimitz ihren Heimathafen bei der North Island Naval Air Station in Kalifornien verlassen und befindet sich auf dem Weg in den persischen Golf. Die USS Nimitz wird mitte bis ende April in der Region erwartet um den Kriegsschiffverband der USS Stennis zu verstärken.

Wie die amerikanische Navy betont, soll die USS Nimitz zur Sicherheit und Stabilität in der Krisenregion beitragen. Sie wurde entsendet um die USS Dwight D. Eisenhower, die sich nach den Kriegsspielen auf den Heimweg nach Norfolk machen wird, zu ersetzen. Die Pentagonstrategen versichern, dass es keine Überlappung bei der Rochade geben wird, es sollen nach wie vor zwei Verbände vor der iranischen Küste stationiert sein. Sie sollen zur Unterstützung im Krieg von Irak und Afghanistan eingesetzt werden.


Startvorbereitung einer F/A 18 von der USS Nimitz

Die neue Kampfgruppe könnte allerdings, sollte der Krieg in den nächsten Tagen losbrechen, ein für Amerika gelungener Schachzug gewesen sein. Amerika hätte dann drei Kampfverbände in der Region. Die Nimitz ist seit 2004 eine Carrier Strike Group, eine schnelle Eingreiftruppe. Der 1972 vom Stapel gelaufene Flugzeugträger ist eine verheerende Waffe: Zum Verband gehören zwei Kreuzer, vier Zerstörer, ein U-Boot und ein Versorgungsschiff. Dazu gehören rund 90 Flugzeuge und Hubschrauber: F-18 Hornet/Super Hornet, EA-6B Prowler, E-2 Hawkeye und die S-3B Viking, dazu die Boden – Luft Raketen Sea Sparrow und 20mm CIWS Phalanx Kanonen.

Iranerfahrung
Die USS Nimitz hat Iran Erfahrung. Während ihres dritten Einsatzes im Mittelmeer vom September 1979 bis im Mai 1980 wurde von der Nimitz eine letztlich gescheiterte Rettungsaktion gestartet, um 52 in der US-Botschaft in Teheran als Geiseln gefangen gehaltenen Amerikaner zu befreien. Der Einsatz endete mit einem spektakulären Misserfolg. Im August 1981 wurde zwei F-14 Tomcats der Nimitz von libyschen Kampfpiloten angegriffen, die Libyer wurden abgeschossen. Im zweiten Golfkrieg und im dritten Golfkrieg wurde die Nimitz erfolgreich eingesetzt: Als Teil der Operation Iraqi Freedom wurden von der USS Nimitz über 6.500 Kampf-Einsätze geflogen. Zum ersten mal kamen bei diesen Missionen zweisitzige Flugzeuge vom Typ F/A-18F Super Hornet zum Einsatz.

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Krieg

Russischer Generalstabschef warnt Amerika vor Angriff

Onlineredaktion / Stephan Fuchs – Juri Balujewski, Generalstabschef der russischen Streitkräfte warnte heute vor der Presse die USA vor einem Schlag gegen Iran. Amerika solle es sich gut überlegen bevor sie Iran angreifen. Das Echo dieses Schlages würde in der ganzen Welt widerhallen.

„Man kann dem militärischen- und dem Industriepotential Irans schaden. Aber es ist unmöglich, zu siegen. Das Echo wird sich in der ganzen Welt verbreiten“, sagte er. Balujewski sieht im Falle eines Angriffes schwarz für Russlands strategische Partner: Die USA machen schlechte Erfahrungen in Afghanistan und im Irak. Dort herrscht faktisch Bürgerkrieg. Für die Marine“>US Luftwaffe relativ gelassen.

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Krieg

US Bomber über Iran

Onlineredaktion / Stephan Fuchs – Am Samstag sollen amerikanische Bombenflugzeuge den iranischen Luftraum verletzt haben, wie der iranische Fernsehsender Al-Alam auf Berufung der islamischen Revolutionsgarden meldete.

Die Bomber sollen die irakisch-iranische Grenze im Raum Abadan in der südwestlichen Provinz Khusistan überflogen haben. Ausgerechnet zu dieser Zeit hat sich der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad in Khusistan aufgehalten. Ob es sich um ein Versehen der US Luftwaffe handelt oder um eine gezielte Provokation vielleicht mit der Absicht, dass die Iraner zum Schutz des Präsidenten die Luftabwehr mobilisieren würden, ist unklar. „Fliegerkräfte der amerikanischen Besatzungstruppen im Irak dringen nicht zum ersten Mal in den iranischen Luftraum ein“, sagte der Sprecher der Islamischen Revolutionsgarden.

Amos Jidlin, Chef der israelischen Militäraufklärung meint, dass die Vorbereitungen Irans und seiner regionalen Verbündeten einen ausgesprochen defensiven Charakter für den Fall eines Überfalls der USA aufweisen. „Wir verfolgen aufmerksam diese Vorbereitungen und befürchten, dass eine der Seiten diese oder jene Ereignisse in der Region falsch interpretiert.“ sagte Jidlin. Provokationen wie jene der britischen Seeleute und das eindringen amerikanischer Bomber und Kampf-Jets in den Luftraum ausgerechnet in sensitiven Momenten, kann durchaus von den Iranern missverstanden werden. Bis jetzt haben sie kühlen Kopf bewahrt.

Das Iran Dossier

Krieg

Russischer Nachrichtendienst: USA schließen Vorbereitungen für Angriff auf Iran ab

RIA – Nach Angaben des russischen Nachrichtendienstes haben die amerikanischen Streitkräfte die Vorbereitung zum möglichen Militärschlag gegen Iran abgeschlossen. Das teilte ein Sprecher des russischen Geheimdienstes RIA Novosti mit.

Die Angaben des Nachrichtendienstes belegten, sagte der Sprecher, dass die USA eine Liste über mögliche Ziele in Iran erstellt und den Einsatzplan bei Übungen getestet haben.

„Nach Angaben des russischen Militärnachrichtendienstes haben die US-amerikanischen Streitkräfte im Persischen Golf die Vorbereitung für Raketen- und Bombenangriffe gegen Iran praktisch abgeschlossen“, sagte der Sprecher.

Er berichtete, dass die amerikanischen Heeresführer in der ersten Aprilhälfte zum Schlag bereit sein werden. Doch das Startzeichen der militärischen Operation muss die politische Führung geben.

Die USA drohen Teheran mit einem Militärschlag, weil die iranische Führung sich weigert, das Nuklearprogramm zu stoppen. Die jüngste Resolution des UN-Sicherheitsrates über Iran, die am vergangenen Wochenende getroffen wurde, sieht wirtschaftliche Sanktionen gegen das Land vor, schließt aber militärische Gewalt aus.

Nach offiziellen US-Angaben ist die militärische Präsenz in der Region auf dem gleichen Niveau wie im März 2003, als die Invasion in den Irak begann.

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Krieg

U.S. ready to strike Iran in early April

RIA – Russian intelligence has information that the U.S. Armed Forces have nearly completed preparations for a possible military operation against Iran, and will be ready to strike in early April, a security official said.

The source said the U.S. had already compiled a list of possible targets on Iranian territory and practiced the operation during recent exercises in the Persian Gulf.

„Russian intelligence has information that the U.S. Armed Forces stationed in the Persian Gulf have nearly completed preparations for a missile strike against Iranian territory,“ the source said.

American commanders will be ready to carry out the attack in early April, but it will be up to the country’s political leadership to decide if and when to attack, the source said.

Official data says America’s military presence in the region has reached the level of March 2003 when the U.S. invaded Iraq.

The U.S. has not excluded the military option in negotiations on Iran over its refusal to abandon its nuclear program. The UN Security Council passed a new resolution on Iran Saturday toughening economic sanctions against the country and accepting the possibility of a military solution to the crisis.

The source said the Pentagon could decide to conduct ground operations as well after assessing the damage done to the Iranian forces by its possible missile strikes and analyzing the political situation in the country following the attacks.

A senior Russian security official cited military intelligence earlier as saying U.S. Armed Forces had recently intensified training for air and ground operations against Iran.

„The Pentagon has drafted a highly effective plan that will allow the Americans to bring Iran to its knees at minimal cost,“ the official said.

Russian Col.-Gen. Leonid Ivashov, vice president of the Academy of Geopolitical Sciences, said last week the Pentagon was planning to deliver a massive air strike on Iran’s military infrastructure in the near future.

„I have no doubt there will be an operation, or rather an aggressive action against Iran,“ Ivashov said, commenting on media reports about U.S. planned operation against Iran, codenamed Operation Bite.

A new U.S. carrier battle group has been dispatched to the Gulf. The USS John C. Stennis, with a crew of 3,200 and around 80 fixed-wing aircraft, including F/A-18 Hornet and Superhornet fighter-bombers, eight support ships and four nuclear submarines are heading for the Gulf, where a similar group led by the USS Dwight D. Eisenhower has been deployed since December 2006. The U.S. is also sending Patriot anti-missile systems to the region.

Russia’s Foreign Minister Sergei Lavrov, however, was rather optimistic about the situation and said he ruled out a military resolution of the Iranian nuclear problem.

„We are constantly working on how to resolve the situation around the Iranian nuclear program and other conflicts peacefully,“ Lavrov said. „This policy is unchanged and we will pursue it in the future.“

Russia and the U.S. are two of the six negotiators on Iran’s nuclear program, which Tehran says is aimed at generating energy.

The Iran Dossier

Krieg

Bush, Iran & Selective Outrage

Robert Parry – George W. Bush is accusing Iran of „inexcusable behavior“ in seizing 15 British sailors on accusations they crossed into Iranian waters. British Prime Minister Tony Blair is equally incensed that Iran would fail to comply with world standards for handling such disputes.

Amid the furor, the major Western news media has pretty much fallen into line behind Bush and Blair as the champions of international law. But left out of this selective outrage is the fact that it was the Bush-Blair trampling on the rules of civilized behavior that set the stage for the current crisis. Read all @ Consortium News

Krieg

Erhöhte Aktivitäten des US-Militärs an Grenzen von Iran

RIA – Die russische Militäraufklärung hat erhöhte Aktivitäten der US-Streitkräfte an den Grenzen von Iran registriert.

„In letzter Zeit erhält die Militäraufklärung Daten, die von einer aktiveren Vorbereitung der US-Kräfte auf eine Luft- und eine Bodenoperation gegen Iran zeugen“, sagte ein ranghoher Vertreter der russischen Militär- und Sicherheitsstrukturen am Dienstag in Moskau, der anonym bleiben wollte. Die endgültigen Termine der Operation gegen Teheran habe das Pentagon aber noch nicht festgesetzt, weil die Amerikaner einen solchen Schlag konzipierten, der ihre eigenen Verluste minimieren würde, äußerte er.

Der Vizepräsident der Akademie der geopolitischen Wissenschaften Russlands, Generaloberst Leonid Iwaschow, hatte in einem Interview für die Nachrichtenagentur RIA Novosti am 21. März die Überzeugung geäußert, dass das Pentagon „bereits in nächster Zeit“ einen massiven Schlag gegen die militärische Infrastruktur in Iran führen werde. „Daran habe ich keine Zweifel“, sagte der Militär.

Laut Iwaschow wird Washington von einer Bodenoperation gegen den Iran eher absehen. „Nach allem zu urteilen wird es groß angelegte zermürbende Luftangriffe geben. Das Ziel besteht darin, das Widerstandspotenzial zu zerstören, Verwaltungszentren und wichtige Industrieobjekte, aber auch einen Teil der Landesführung zu vernichten“, sagte Iwaschow.

Gegenwärtig hält sich nach Angaben des Kommandos der 5. US-Flotte eine Angriffsgruppe der US-Navy mit dem Flugzeugträger „Dwight D. Eisenhower“, CVN 69 an der Spitze im Persischen Golf auf. Zudem seien in der Region auch drei operative Gruppen stationiert. Insgesamt handele es sich um 45 Schiffe, darunter 15 Schiffe der US-Partner.

Das Iran Dossier

Krieg

Seezwischenfall erhöht Kriegsgefahr

Malte Olschewski – Die USA und England haben bisher nicht die Koordinaten des Zwischenfalls im Schatt El Arab bekannt gegeben. Ebenso sind keine Satellitenfotos veröffentlicht worden. Der Iran hat 15 gefangene Marinesoldaten nach Teheran gebracht, wo sie von Offizieren verhört worden sind. London befürchtet, dass seine Soldaten in nächster Zeit als Schutzschilde auf iranische Atomanlagen verteilt werden, um so mögliche Angriffe zu verhindern. Es ist auch möglich, dass sie im Austausch gegen fünf iranische Geheimdienstoffiziere freigelassen werden, die im Jänner von US-Kommandos in Arbil festgenommen worden waren.


15 Mann haben sich mit Schlauchbooten von der HMS Cornwall losgemacht um einen Kutter zu inspizieren.

In der britischen Öffentlichkeit ist ein Sturm der Entrüstung gegen den Iran, aber auch gegen die eigene Führung losgebrochen. Am 24. März um 10 Uhr 30 Lokalzeit hatten an einer nicht genannten Stelle des Schatt El Arabs zwei Schlauchboote mit 15 Mann vom Kriegsschiff „Cornwall“ losgemacht, um einen in sechs Seemeilen liegenden Kutter zu inspizieren. Da über das verzweigte Flussdelta unter anderem auch Waffen aus dem Iran in den Irak geschmuggelt werden, gehören solche durch UNO-Resolutionen gedeckte Inspektionen zu den Aufgaben der im Südirak stationierten britischen Besatzung.

Verschiedene Verdachtsmomente weisen darauf hin, dass der Kutter als ein Köder an der Grenze der irakisch-iranischen Seehoheit ausgelegt worden war. Die Schlauchboote waren gerade bei der verdächtigen Barke angekommen, als sie von iranischen Kriegsschiffen umzingelt wurden. Die 15 Mann ergaben sich, ohne einen Schuss abzufeuern. Auch die in Sichtweite liegende „Cornwall“ hat nicht eingegriffen. Die Gefangenen wurden in einer stundenlangen Fahrt flussaufwärts in eine iranische Marineposition eskortiert, ohne dass es die USA oder England aus der Luft verhindert hätten.

In der folgenden, diplomatischen Krise behauptete London, dass sich die Schlauchboote in irakischen Gewässern befunden hätten, wobei aber die genauen Koordinaten des Zwischenfalles nicht mitgeteilt wurden. In jedem Fall aber wird das britische Verhalten von Militärexperten als unvorsichtig, tölpelhaft und feige beschrieben. Die Schlauchboote hätten nur unter dem Schutz von Hubschraubern ablegen dürfen, heisst es. Die „Cornwall“ hätte auf nähere Distanz gehen müssen. Das Auftauchen iranischer Boote hätte rechtzeitig bemerkt werden können. Bei der Fahrt flussaufwärts hätten sich weitere Eingriffsmöglichkeiten ergeben. Das Aussenministerium in Treheran teilte mit, dass die Schlauchboote in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen seien und dass damit ein „Aggressionsakt“ vorliege.

Im Internet vorhandene Satellitenbilder zeigen das Mündungsgebiet des Zusammenflusses von Euphrat und Tigris als ein Labyrinth aus Strömungen, Inseln und Halbinseln, in dem Hoheitsgebiete nur sehr schwer zu markieren und zu beachten sind. Bis 1975 bildete das Ostufer die Grenze zwischen beiden Ländern. Tanker, die mit persischem Öl von Abadan kamen, mussten früher für die Passage zahlen. Schah Reza Pahlevi hatte nach 1970 kurdische Aufstände im Nordirak unterstützt. Es kam zum Vertrag von Algier, in dem der Iran die Unterstützung der Rebellen einstellte und mit dem die Grenze zwischen beiden Staaten in die Flussmitte verlegt wurde. Mit ein Grund für den Angriff Saddams Husseins auf den Iran waren historische Bemühungen des Irak, am oberen Ende des Persischen Golf einen breiteren Landstreifen zu gewinnen.

Die Grenzen des Irak waren nach Ende des Osmanischen Reiches vom britischen Statthalter in Bagdad, Sir Percy Cox, in allen vier Richtungen mit grosser Nonchalance und Willkür festgelegt worden. Es galt die tükischen Verwaltungsbezirke der bisherigen Vilayets neu und im Sinne der britischen Hochfinanz zu ordnen. Sir Percy zog dabei allerlei Linien durch das Land und in den Sand. Als der urhafte Wüstenherrscher Ibn Saud bei einem Treffen in Uquair diese Linien sah, brach er in Tränen aus. Da nahm Sir Percy gerührt den Rotstift und verbesserte einige Grenzen.

Kuwait war plötzlich stark geschrumpft. Sir Percy zeichnete zwischen Saudiarabien und dem Irak „neutrale Zonen“ ein. Das waren menschenleere Wüsteneien, die theoretisch keiner Souveränität unterstanden. Aus den ehemaligen Vilayets Mossul, Bagdad und Basra wurde der Irak kompiliert, den Sir Percy mit surrealen Grenzen ausgestattet hat. Dem uralten Zwischenstromland mit seiner explosiven, aber fähigen Mischung von Schiiten und Sunniten wurde nur in einem schmalen Streifen unterhalb des Schatt El Arabs Zugang zum Meer gewährt, während Kuwait den grössten Anteil der Küste erhielt. Sir Percy hat den Irak benachteiligt, weil in der Zwischenzeit Öl entdeckt worden war.

Die Briten wollten den Irak möglichst lange in unmögliche Grenzen schwach halten, um sich das Erdöl besser aneignen zu können. Erdöl war auch der Grund für die unnatürlichen Nordgrenzen und die Aufteilung des kurdischen Volkes in drei Staaten. Damit hat England dem Irak künftige Konflikte mit seinen Nachbarn Iran, Kuwait und Saudiarabien aufoktroyiert. Im Mandatsgebiet des Irak wurden mit Zustimmung lokaler Würdenträger Haschemiten aus der Familie des Propheten als Könige eingesetzt. Lokale Aufstände gegen dieses Kolonialdiktat wurden von den Briten mehrmals niedergeschlagen.

Irak wurde 1932 formell ein unabhängiger Staat. Erst 1958 wurde das königliche Marionettenregime unter König Faisal gestürzt. Der neue Machthaber, General Kassem, kümmerte sich 1961 um die südliche Grenze zu Kuwait. Er mobilisierte Truppen. London verstärkte seine Positionen im Golf, worauf sich Kassem zurückzog. Erst Saddam Hussein sollte es 1990 wieder versuchen. Mit ein Grund für seinen Einmarsch nach Kuwait war die plötzliche Aggressivität Kuwaits, das dem gemeinsamen Erdölfeld Rumaila unerlaubte Mengen entnahm und nach Ermunterung durch die CIA seine Grenzposten verschob. (Pierre Salinger: „Krieg am Golf: Das Geheimdossier“).

Auch hier hatte Sir Percy Cox bei der Grenzziehung entscheidend mitgewirkt. In einem Brief an den britischen Agenten in Kuwait vom 19.4.1923 verfügte er eine Linie „südlich der Brunnen von Safwan und eine Meile südlich der südlichsten Palme von Safwan…“ Es sind die Völkerbund, die UNO und die Arabischer Liga mit dieser Brunnen-Palmen-Grenze befasst worden. Die deutschen Gelehrten Ulrich Kuhn und Gustav Gehrke haben ein Buch darüber verfasst. („Die Grenzen des Irak“ Kohlhammer, 1963). Daraus geht hervor, dass die von Saddam vorgebrachten Ansprüche des Irak auf Kuwait haltlos sind. Kuwait und Irak sind in getrennten, voneinander verschiedenen Entwicklungen aus der Erbmasse des Osmanischen Reiches hervorgegangen. Kuwait hat laufend Akte in Richtung eigener Souveränität gesetzt, die vom Irak auch anerkannt oder ohne Reaktion hingenommen worden sind.

Das heisst aber nicht, dass die Grenzen des irakischen Korridors zum Meer gerecht wären. Immer wieder ist es hier zu Zwischenfällen, Attentaten, Gefechten und Entführungen gekommen. Schon einmal, im Juni 2004, sind an der Mündung des Schatt el Arabs fünf britische Marinesoldaten von den Iranern festgenommen worden. Die Briten wurden damals nach zwei Wochen wieder freigelassen.

Das Iran Dossier

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Landesweite Atomschutzübung in Israel

AFP – Israel plant für den kommenden Monat eine landesweite Atomschutzübung. Bei dem für den 21. und 22 März vorgesehenen Test solle der Fall eines Atomangriffs auf das Land durchgespielt werden, teilten die Rettungsdienste am Montag mit.

Es würden sowohl das Szenario eines massiven Raketenangriffs geprobt, wie Israel ihn im vergangenen Sommer während des Krieges gegen die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon erlebt hatte, als auch ein Angriff mit nicht-konventionellen Raketen, erklärte ein Sprecher des Magen David Adom, das israelische Gegenstück zum Roten Kreuz.

An der Übung nehmen demnach die Einsatzkräfte von Armee, Polizei und Feuerwehr teil. Es wurde Sirenenalarm für das ganze Land angekündigt.

Krieg

USA-Schlag gegen Iran schon zu Ostern?

Novosti – Die Militäraktion der USA gegen Iran wird in der ersten Aprilwoche, knapp vor dem diesjährigen Ostern, wahrscheinlich schon am Freitag, dem 6. April, stattfinden, der in den moslemischen Ländern ein arbeitsfreier Tag ist, schreibt die russische Wochenzeitung „Argumenty Nedeli“ unter Berufung auf russische Militärexperten.

Seit der IAEO-Chef Mohammad ElBaradei in seinem Bericht an die UNO vom 20. Februar festgestellt hat, dass die Internationale Atomenergiebehörde „den zivilen Charakter des iranischen Atomprogramms nicht bestätigen kann“, gebe es bei den Vorbereitungen auf diesen Schlag kein Zurück mehr, heißt es in dem Beitrag.

Die Attacke solle 12 Stunden lang, von vier Uhr morgens bis 16 Uhr (Ortszeit), dauern. Bei der Operation, die die Kodebezeichnung „Bite“ (Biss) bekommen hat, werden rund 20 Objekte angegriffen, u. a. Urananreicherungszentrifugen sowie Forschungszentren und -labors, so das Blatt.

Der erste Reaktorblock in Bushehr, an dem russische Fachleute bauen, solle dabei verschont bleiben. Es sollen das Luftabwehrsystem bekämpft, mehrere iranische Kriegsschiffe im Persischen Golf versenkt und die wichtigsten Führungsstellen der iranischen Streitkräfte vernichtet werden.

Die Schläge sollen u. a. von der im Indischen Ozean gelegenen Insel Diego Garcia aus geführt werden: Von dort sollen B-52-Bombenflugzeuge mit Flügelraketen starten. Darüber hinaus sollen sich die Fliegerkräfte von den Flugzeugträgern an dem Angriff beteiligen, die sich derzeit im Persischen Golf befinden bzw. zur im Mittelmeer stationierten 6. US-Flotte gehören. Weitere Flügelraketen sollen von U-Booten abgeschossen werden, die im Stillen Ozean und vor der Küste der Arabischen Halbinsel kreuzen.

Mit diesem Schlag solle Irans Nuklearprogramm gleich um mehrere Jahre zurück versetzt werden. Eine logische Folge davon wäre ein Anstieg der Ölpreise auf 75 bis 80 Dollar pro Barrel, und zwar für eine längere Zeit.

Über die neue Iran-Resolution, deren Entwurf von allen ständigen Mitgliedsländern des UN-Sicherheitsrates sowie von Deutschland gebilligt wurde, soll indessen im Sicherheitsrat noch in dieser Woche abgestimmt werden. Das Dokument sieht Sanktionen gegen zehn staatliche iranische Unternehmen und drei weitere Unternehmen vor, die von den Wächtern der Islamischen Revolution verwaltet werden – einer Elitetruppe, die unmittelbar dem religiösen Führer Irans, Ayatollah Ali Chamenei, unterstellt ist.

Die Sanktionen sollen außerdem gegen 15 Personen gelten – acht ranghohe Leiter von Staatsunternehmen sowie sieben zentrale Figuren im Korps der Wächter der Islamischen Revolution.