Krieg

Das Geheimnis der Schlacht von Nadjaf

Malte Olschewski – Über tausend Mann einer schiitischen Sekte sollen im Irak bei Nadjaf befestigte Positionen mit Flugabwehrgeschützen errichtet haben. Von dort aus hätten die „Soldaten des Himmels (Jund Al Samaa)“ zum Trauerfest der Aschura einen Angriff auf die in Nadjaf versammelten Geistlichkeit geplant. Die irakische Armee habe den Plan entdeckt und am 28.1. angegriffen. Die 30 Stunden dauernden Schlacht sei von amerikanischer Infanterie, von Panzern und Hubschraubern entschieden worden. Dabei sei ein US-Helikopter abgeschossen worden. Seine beiden Insassen seien ums Leben gekommen. Es habe zwischen 200 und 400 Tote gegeben. Unter den 300 Gefangenen seien auch Kämpfer aus Afghanistan, Algerien, Jemen und Pakistan gewesen.

Während das US-Militär nur den Verlust des Hubschraubers meldete, haben irakische Behörden ein Feuerwerk widersprüchlicher Angaben entfacht. Da auch jede nachsetzende Berichterstattung fehlt, kommt der Verdacht auf, dass hier etwas verheimlicht werden soll. Immerhin sind die Kämpfe vom 28. und 29.1.2007 die erste grosse Schlacht im irakischen Bürgerkrieg gewesen. Ein amerikanischer Offizier, der ausserhalb der Zensur befragt werden konnte, sprach auch von „merkwürdigen Kämpfen“.

Was also geschah unter den Palmen von Sarka, etwa zehn Kilometer nördlich der heiligen Stadt Nadjaf? Regierungsstellen in Bagdad sprechen von einer „schiitischen Erlösersekte.“ Der Vizegouverneur von Nadjaf, Abdel Hussein Attan, hat nach Besichtigung der Kampfplätze erklärt, es könne sich nur um ein grossangelegtes Projekt der Terrororganisation Al Kaida handeln. Sowohl Schiiten als Sunniten hätten gemeinsam gegen die Sicherheitskräfte der Regierung gekämpft. Der mit verschiedenen Namen bezeichnete „Sektenführer“ sei getötet worden, dann wieder soll er geflüchtet sein. Auffallend ist auch, dass bei den schweren Kämpfen auf Seiten der Sicherheitskräfte nur zehn Gefallene gezählt worden sind.

Die Festung von Sarka
Die Agenturen AFP und Reuters suchten den Hintergrund zu erhellen. Tatsache ist, dass in letzter Zeit Sunniten aus dem Ausland und hier vor allem aus Saudiarabien um Nadjaf Land angekauft hatten. Vor zwei Jahren ist unter Palmen bei Sarka eine Siedlung entstanden. Die dort lebenden „Soldaten des Himmels“ gaben vor, auf den schiitischen Erlöser, den Mahdi, zu warten. Nach den Kämpfen stellte sich jetzt heraus, dass man hier eine regelrechte Festung errichtet worden war. Schützengräben und Sperrmauern umgaben etwa 80 Häuser und eine Kommandozentrale. Man hatte eigene Generatoren installiert.

In Vorratskammern lagerten Bestände, die für Monate ausgereicht hätten. Der Fuhrpark bestand aus rund 80 Fahrzeugen. Auch eine eigene Schneiderei und eine Druckerei waren eingerichtet worden. Die „Soldaten des Himmels“ waren in Sektionen gegliedert und besassen schwere Waffen bis hin zu Flugabwehrgeschützen. Etwa tausend Menschen lebten in der Festung von Sarka, darunter auch Frauen und Kinder. Angesichts ihrer Organisation und der Ausstattung fällt es schwer, von einer Sekte zu sprechen. Unter den Opfern und unter den Gefangenen waren auch sunnitische Ausländer, jedoch keine Iraner. Regierungssprecher Ali Al Dabbagh hat in Bagdad den Verdacht geäussert, es könnte sich um eine vom Ausland unterstützte Terrorganisation handeln, die sich als Erlösersekte maskiert hat.

Für die Trauerfeiern der Aschura seien dann Attentatsserien und die Auslöschung des schiitischen Klerus geplant gewesen. Es könnte sich bei Sarka aber auch um ein Projekt des saudiarabischen Geheim-dienstes handeln. Das Regime in Ryadh fühlt sich von den Entwicklungen im Irak ausgeschlossen und vom Vormarsch der Schiiten bedroht.

Vor der Aschura am zehnten Tag des moslemischen Monats Muharram herrscht in Nadjaf und Kerbala immer fromme Erregung. Bis zu zwei Millionen Pilger marschierten in diesem Jahr zu den schiitischen Heiligtümern: Zur Moschee und Grabstätte des Imams Ali in Nadjaf und zur Moschee seines Sohnes Hussein in Kerbala. In diesen Aufmarsch mischen sich immer wieder Fanatiker, wirre Geister, selbsternannte Propheten und auch Terroristen. Schon mehrmals war es in Nadjaf und Kerbala zu Sprengstoffanschlägen gekommen. Es ist daher möglich, dass bewaffnete Terroristen im Pilgerstrom bis zur grossen Moschee von Nadjaf und in die Nähe des führenden Klerus gelangen wollten. Die Sicherheitskräfte könnten versucht haben, die Terroristen zu isolieren. Dann hat man ihren Weg bis zur Festung von Sarka zurückverfolgt.

Endzeitstimmung bei Schiiten
Das Schiitentum ist eine messianische und apokalypische Variante des Islams mit einer äusserst komplizierten Genese. Nach dem Tod des Propheten hatten seine Anhänger in Mekka nicht seinen Schwiegersohn Ali, sondern den Gefolgsmann Abu Bakr zum Nachfolger oder „Kalifen“ gewählt. Ihm folgten mit Omar und Othman zwei weitere Kalifen. Nach der Ermordung Othmans wurde Ali im Jahr 656 zum vierten Kalifen ausgerufen. Fünf Jahre später wurde er bei Nadjaf von abtrünnigen Gläubigen ermordet. Hierauf proklamierte sich der Statthalter von Damaskus, Muawiya, zum fünften Kalifen, während eine andere Partei Alis ersten Sohn, Hassan, nachfolgte. Nach der Ermordung Hassans 669 trat Alis zweiter Sohn Hussein die Nachfolge an. Es standen sich zwei unversöhnliche Lager gegenüber. Hussein brach 680 mit einem kleinen Heer in Mekka nach Damaskus auf, während ihm den Sohn Muawiyas, Jazid, entgegenkam. Beide Heere trafen sich bei Kerbala am Ufer des Euphrats. Angesichts der feindlichen Übermacht hat Hussein die Gläubigen im Zwischenstromland zu Hilfe gerufen, doch die stellten sich taub. Mit wenigen Getreuen ritt Hussein in den Märtyrertod.

Die sunnitische Mehrheit suchte immer politische Macht mit dem Titel eines Kalifen zu verbinden, während die „Schiat Ali“ (Partei Alis) nur direkte Abkommen als „Imame“ gelten lassen wollte. Es kam zu einer Abfolge von elf Imamen. Der Sohn des elften Imams, Mohammed Al Mahdi, ist im Jahr 873 nach dem Tod seines Vaters plötzlich verschwunden. Bis 941 soll dieser zwölfte Imam über Botschafter mit den Gläubigen in Verbindung gestanden sein. Diese Zeitspanne gilt als die „kleine Abwesenheit“.

Nach dem Tod des vierten Botschafters im Jahr 941 begann die „grosse Abwesenheit“, die bis heute andauert. Es ist ein Glaubesgrundsatz der Schiiten, dass dieser verschwundene Imam einmal wiederkehren und auf der Welt seine Herrschaft errichten wird. Bis dahin gilt es Sühne zu tun für den Verrat an Hussein. Zur Aschura kommt es zu Prozessionen, bei denen sich die Gläubigen selbst geisseln. Der Leidensweg Husseins wird in kultischen Inszenierungen nachempfunden. Politische Macht darf bei den Schiiten nur im Namen des verborgenen Imams ausgeübt werden. Mit Ahmadinejad als Präsident des Iran ist das Fieber um die baldige Wiederkehr des Imams wieder angestiegen. Iranische Atompläne, die Aggression der USA und der Krieg im Irak fördern die Endzeitstimmung und das Auftreten neuer Propheten.

Der Anführer der bei Nadjaf zerschlagenen Gruppe soll Ahmad Al Hassani Al Yamani gewesen sein. In einer anderen Version war es der Libanese Samir Abu Khamar. Auch ein Abdel Zahra Kassem Al Karimawi und ein Ahmad Bin Al Hassan Al Basri werden als Anführer genannt. Die Verwirrung um seinen Namen weist eher auf eine Terrorgruppe. Dass eine schiitische Sekte inmitten der Aschura religiöse Führer wie Ayatollah Al Sistani töten wollte, ist höchst fragwürdig. In der schiitischen Glaubenslehre ist auch nie die Rede davon, dass der Klerus unterzugehen hat, bevor der Erlöser erscheint.

Krieg

Um Gaza ist es still geworden

John Pilger – Ein Genozid schwappt gerade über die Menschen im Gazastreifen, während die, die dies aus der Nähe und Ferne beobachten, sich in Schweigen hüllen. Etwa 1,4 Millionen Menschen, meistens Kinder, leben zusammengepfercht in einem der am dichtesten bewohnten Region der Erde, ohne Bewegungsfreiheit, ohne Spielplatz und ohne einen Ort, um sich zu verbergen und Schutz zu finden“, schrieb der ranghohe UN-Hilfsvertreter Jan Egeland und Jan Eliasson, der damalige schwedische Außenminister in Le Figaro. Sie beschrieben die Menschen, die wie in einem Käfig leben, die weder vom Land noch vom Meer oder aus der Luft zu erreichen sind oder nach draußen können. Ohne regelmäßigen Strom und mit nur wenig Wasser, gequält von Hunger, Krankheiten und ständigen Angriffen durch israelisches Militär und Flugzeuge.

Egeland und Eliasson schrieben dies vor vier Monaten. Es war ein Versuch, das Schweigen in Europa zu brechen, dessen gehorsame Allianz mit den USA und Israel sich darum bemühte, die demokratischen Ergebnisse, mit denen Hamas bei den letzten palästinensischen Wahlen zur Macht kam, rückgängig zu machen. Der Terror hat sich seitdem verschlimmert; eine Familie von 18 Personen ist durch eine us-israelische ½ t-Bombe umgebracht worden; unbewaffnete Frauen wurden aus kürzester Entfernung niedergemäht. Dr. David Halpin, einer der wenigen Briten spricht von einer „mittelalterlichen Belagerung“ und berichtet vom Mord an 57 Kindern durch Artillerie, Raketen und kleineren Waffen“, ein Beleg dafür, dass die Zivilisten die eigentlichen Ziele Israels sind – genau wie im Libanon im vergangenen Sommer. Dr. Mona El-Farra mailte: „Ich sehe bei meiner 13 jährigen Tochter die Auswirkungen der schonungslos ohrenbetäubenden Knallbomben – eine Kollektivstrafe von Seiten der israelischen Luftwaffe – und der Artillerie. Nachts zittert sie vor Angst. Schließlich kauern wir zusammen im Flur. Ich versuche, ihr ein Gefühl der Sicherheit zu geben. Doch wenn ich die Bomben fallen höre, dann erschrecke ich zu Tode und schreie …“ Als ich das letzte Mal in Gaza war, zeigte mir Dr. Khalid Dahlan, ein Psychiater, die Ergebnisse einer bemerkenswerten Untersuchung: „Die Statistik – die ich persönlich unerträglich finde – besagt, dass 99,4% der Kinder, die wir untersucht haben, an Traumata leiden. Sie waren folgendem ausgesetzt: Das Haus wurde bombardiert (99,2%), Tränengasangriffen (97%), Schießereien,(96,6), Bombardements und Begräbnisse; fast ein Viertel sah, wie Familienmitglieder verletzt oder getötet wurden. „Dr. Dahlan lud mich ein, an einer der Sitzungen mit Kindern in der Klinik teilzunehmen. Es waren 30 Kinder und alle waren traumatisiert. Er gab jedem einen Stift und Papier und bat sie darum, etwas zu malen. Sie malten Bilder mit grotesken Akten von Terror und Frauen, die in Tränen aufgelöst waren.

Der Vorwand für den letzten israelischen Terrorangriff war die Gefangennahme eines israelischen Soldaten, eines Mitgliedes einer illegalen Besatzung, durch den palästinensischen Widerstand. Das war (in den Medien) eine Nachricht wert. Das Kidnappen ein paar Tage davor von zwei Palästinensern durch Israel – zwei von Tausenden in den letzten Jahren – das war keine Nachricht wert. Ein Historiker und zwei auswärtige Journalisten berichteten die Wahrheit über den Gazastreifen.

Alle drei sind Israelis. Sie werden Verräter genannt. Der Historiker Ilan Pappe dokumentierte, dass die genozidale Politik nicht aus einem Vakuum käme, sondern ein Teil der zionistischen, beabsichtigten, historischen ethnischen Säuberung ist. Gideon Levy und Amira Hass sind Reporter der israelischen Zeitung Haaretz. Im November beschrieb Levy, wie die Leute vor Hunger zu sterben beginnen: „Es gibt Tausende von Verwundeten, Verkrüppelten und von Raketen unter Schock stehende Menschen, die keine medizinische Behandlung bekommen können …. menschliche Schatten streunen durch die Ruinen … sie wissen nur, dass die israelische Armee zurückkommen wird und was das für sie bedeutet: wochenlanges Eingesperrt-sein in ihren Häusern, mehr Tod und mehr Zerstörung in unvorstellbaren Proportionen.“

Amira Hass, die in Gaza gelebt hat, beschreibt dieses als Gefängnis, das zur Schande ihres eigenen Volkes gereicht. Sie erinnert sich, wie ihre Mutter Hannah von einem Viehtransportzug zum Nazi-KZ in Bergen-Belsen im Sommer 1944 laufen musste. Diese sah, wie deutsche Frauen sich den Zug der Gefangenen anschauten, also, nur zuschauten“, schrieb sie. Dieses Bild hat sich mir sehr eingeprägt, dieses verächtliche Daneben-stehen und „Nur Zusehen“.

Dieses „Daneben-stehen und „Nur-Zuschauen“ ist das, was all die von uns tun, die schweigen, weil man sie sonst als Antisemiten bezeichnen würde. Dieses Daneben-stehen und Zusehen ist das, was zu viele westliche Juden tun. Während jene Juden, die die humanistischen Traditionen des Judentums achten und sagen „Nicht in meinem Namen!“ werden als Selbsthasser beschimpft. Daneben stehen und nur zusehen, das ist das, was fast der ganze US-Kongress als Hörige oder Eingeschüchterte der zionistischen „Lobby“ tun. Daneben stehen und nur zusehen, ist das, was „objektive“ Journalisten tun, wenn sie die Gesetzlosigkeit entschuldigen, die die Ursache israelischer Brutalität ist, und die historischen Veränderungen im palästinensischen Widerstand unterdrücken, wie die stillschweigende Anerkennung Israels durch die Hamas.

Die Menschen in Gaza schreien auf.

Dieser Artikel wurde übersetzt von: Ellen Rohlfs
Dieser Artiker erschien erstmalig bei ZNet

Krieg

Heftige Feuergefechte in Gaza

Gaza – Kämpfer der rivalisierenden Palästinensergruppen Fatah und Hamas haben sich in der Nacht zum Freitag in Gaza heftige Feuergefechte geliefert. Auf Live-Fernsehbildern des britischen TV- Senders BBC und des US-Nachrichtensenders CNN waren Rauschschwaden zu sehen und Schüsse zu hören.

Zuvor stürmten Kämpfer der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas das Gelände der islamischen Universität in Gaza. Laut BBC übernahm die Fatah die Kontrolle über die Universität. Die Hochschule galt als Bastion der radikalislamischen Hamas. In Teilen der Universität seien Brände ausgebrochen.

Die Präsidentengarde habe das Hamas-Innenministerium in Gaza umstellt. Die Hamas setze offensichtlich in Gaza auch Kassam-Raketen gegen Fatah-Ziele ein, sagte der BBC-Korrespondent. Mindestens zwei Menschen seien verletzt worden.

Die gemässigte Palästinenserorganisation will in der Universität von Gaza angeblich mehrere iranische Waffenexperten gefangen genommen haben, berichteten BBC und CNN. Nach israelischen Medienangaben wurden sieben Iraner festgenommen. Die Iraner sollen für die Hamas als militärische Ausbilder gearbeitet haben, berichtete die israelische Zeitung „Haaretz“ in ihrer Internetausgabe unter Berufung auf die Fatah. Einer der Iraner habe sich selbst getötet. Die Hamas erklärte laut BBC, auf dem Campus seien keine Iraner gewesen. Eine unabhängige Bestätigung für die Anwesenheit der Iraner gab es in der Nacht nicht.

Laut CNN wurde dort auch ein riesiges Waffenlager entdeckt. Es sollen nach israelischen Medienberichten rund 1400 Schusswaffen und auch Raketen gefunden worden sein. Das Waffendepot sei offenkundig das Ziel des Operation der Fatah-Kämpfer gewesen, berichtete der BBC- Korrespondent weiter.

Nach einem Bericht des israelischen Onlinedienstes „ynet“ vom frühen Freitagmorgen entführten Bewaffnete der zur Fatah gehörenden Al-Aksa-Brigaden zwei Hamas-Mitglieder in Ramallah im Westjordanland.

Krieg

Iran Clock Is Ticking

Robert Parry – Time may be running out for Congress and the American people to put in place any constraints on President George W. Bush before he plunges ahead with a new war against Iran.

Military and intelligence sources say the preparations for a major bombing campaign are moving ahead swiftly, with the deteriorating U.S. situation in Iraq adding to Bush’s urgency.

The thinking goes that if Bush’s position collapses in Iraq, a window of opportunity for challenging Iran may close, too.

For the full story on the war dangers ahead, read it all @ Consortiumnews.com

Krieg

Das Lügennetz über dem Iran

Malte Olschewski – Rund vierzig Kilometer von Maschad entfernt, nahe der Stadt Neyshapur, unter Gemüsefeldern und in 150 Meter Tiefe: Dort sollen in einem gewaltigen, unteridischen Technopalast 155 000 Turbinen sausen, um Uran für die Atombombe der Mullahs anzureichern. Die israelische Agentur DEBKA will es genau wissen: 2002 sei für das „Projekt 8“ Baubeginn gewesen. Im Jänner 2006 seien abgezählte 23 Experten aus der Ukraine eingetroffen, denen bald 46 Fachkräfte aus Weissrussland gefolgt wären. Schon im Oktober 2007 soll die Anlage von „Shahid Moradian“ in der Nähe historischen Türkisstadt Nischapour fertig sein. Mit dem hergestellten Uran sei es möglich, im Jahr neun bis 15 Atombomben zu bauen, spekuliert DEBKA weiter.

Warum der Iran unter Feldgemüse in einem erdbebengefährdeten Felstal nahe der Grenze zu Afghanistan seine Turbinenhalle baut, bleibt ein Rätsel. Ebenso haben amerikanische Spionagesatelliten von den Erd- und Bauarbeiten nicht bemerkt, die für die Installation von 155 000 Turbinen wohl notwendig sein dürften. Schliesslich ist der Internationalen Atomenergiekommission (IAEA), deren Fachleute den Iran mehrfach besucht haben, die riesige Turbinenhalle unbekannt geblieben. Ob und was in „Shahid Moradian“ gebaut wird, muss bis zum Eintreffen genauerer Informationen ein Rätsel bleiben. Hätten die USA Fotos der Bauarbeiten, würden sie nicht zögern, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. So wird eine obskure, israe-lische Agentur eingeschaltet, um den Verdacht gegen den Iran anzuheizen.

„Übersetzungsschwierigkeiten“
„Mahv shodan“ und „mahv kardan“ haben in der iranischen Sprache eine unterschiedliche Bedeutung. Die erste Wendung kann mit „verschwinden“, übersetzt werden, während die beiden anderen Wörter „ausrotten“ oder „eliminieren“ bedeuten. Der iranische Präsident Mahmut Ahmadinejad hatte am 26.10.2005 bei einer Konferenz im Innenministerium nach westlichen Medienberichten erklärt: „Israel muss von der Landkarte ausradiert werden.“ Das Institut MEMRI (Middle East Media Research Institut) hat die Rede genau übersetzt. Dabei hörte sich das Zitat völlig anders an. Ahmadinejad hatte dabei lediglich einen Ausspruch des verstorbenen Religionsführers Ayatollah Khomeini zitiert: „Unser verehrter Imam hat gesagt, dass das Besatzungsregime einmal aus den Seiten der Geschichte verschwinden muss.“ Es ist klar, dass, wenn auch nicht ausgesprochen, mit dem Besatzungsregime („Ehtelal byad az bayn berad“) Israel gemeint ist. „Saneh roozgar“ mit „Landkarte“ zu übersetzen, ist schlicht falsch. Die beiden Worte bedeuten soviel wie Szene oder Zeit oder im metaphorischen Sinn: „Arena der Zeit“ oder „ Seiten der Geschichte.“

Das ist nicht die einzige Fälschung. Es gibt kaum eine Äusserung Ahmadinejads zu Israel, die nicht verzerrt oder verfälscht worden wäre. Am 14.12.2005 erklärte er laut DPA: „Der Westen widmet sich dem Märchen vom Massaker an den Juden….“ Unabhängige Übersetzungen lauteten anders: „Einige haben im Namen des Holocausts einen Mythos geschaffen und schätzen diesen sogar höher ein als den Glauben.“ Vom Mythos um den Holocaust ist die Rede und davon, was mit dem Holocaust gemacht worden ist. Selbst jüdische Autoren wie Norman Finkielstein und Peter Novick haben die Tatsache kritisiert, dass aus dem Holocaust ein Kult oder gar eine neue Religion gemacht worden ist. Wenn nun der Holocaust geschehen ist, sagt Ahmadinejad weiter, so ist Europa und nicht die muslimische Welt dafür verantwortlich. Die „Tagesschau“ vom 14.12.2005 zitierte aus der gleichen Rede des iranischen Präsidenten: „Der Staat Israel sollte in eine andere Weltgegend verlegt werden, etwa nach Europa, in die USA, nach Kanada oder Alaska“. I

n einer unabhängigen Übersetzung lautet das Zitat auf deutsch: „Wenn Ihr die Juden verbrannt habt, warum stellt Ihr dann nicht ein Stück von Europa, der USA, Kanadas oder Alaskas für Israel zur Verfügung. Unsere Frage ist: Wenn ihr dieses gewaltige Verbrechen begangen habt, warum soll dann die unschuldige Nation von Palästina für dieses Verbrechen bezahlen?“ Es gibt eine Reihe anderen Zitate, in denen Ahmadinejad Fragen zum Holocaust stellt, aber nirgends ist eine glatte Leugnung nachweisbar. Es mag sein, dass bei Versammlungen der Chor ertönt: „Marg bar Esrail!“ (Für Israel den Tod!) Doch ist der iranische Präsident klug genug, um nicht in solche religiös populistische Rufe einzustimmen. Aber aus seinen Reden haben die Medien eine ganze Lawine von Schlagzeilen entwickelt:

„Der Staat Israel soll dem Erdboden gleichgemacht werden! (taz)… Kriegserklärung gegen den jüdischen Staat – Irans Präsident fordert die Vernichtung Israels (Berliner Zeitung)…. Mit Empörung hat die internationale Gemeinschaft auf den Aufruf des neuen iranischen Präsidenten zur Vernichtung Israels reagiert … Irans Präsident will den jüdischen Staat von der Landkarte tilgen (Die Welt) … Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat zur Zerstörung Israels aufgerufen (Der Spiegel) – Irans neuer Staatschef: „Israel von Landkarte radieren!“ (Focus) … Iran schürt Nahost-Konflikt: „Israel zerstören!“ (N24) usw.usf…..
Es gibt derzeit kaum einen Politiker, der so oft falsch zitiert wird wie Ahmadinejad. In einer Rede vom 14.1.2006 sagte er:“ Der Iran hat das Recht auf Nuklear-Energie!“ Prompt übersetzte der US-Sender CNN: „ Ahmadinejad: Nuklearwaffen sind das Recht des Iran.“

Nach dem Wahl Ahmadinejads kursierten in den US-Medien Anschuldigungen, wonach der neue iranische Präsident zu den Geiselnehmern der amerikanischen Botschaft gehört hätte. Es kursierten Foto, die angeblich Ahmaninejad neben einer Geisel mit Augenbinde zeigten. Es stellte sich bald heraus, dass das Gerücht von der oppositionellen Kampforganisation der Volksmudschaheddins (MEK) in Umlauf gebracht worden war. Es wurde zweifelsfrei festgestellt, dass es sich bei dem Mann neben der Geisel um einen gewissen Taqi Mohammedi handelte, der später zu den Volksmudschaheddins übergelaufen war.

Keine Kennzeichnung für Juden und Christen
Im Mai 2005 brachten mehrere US-Medien die Meldung über einen Beschluss des iranischen Parlamentes, wonach sich Mitglieder religiöser Minderheiten in der Öffentlichkeit mit farbigen Stoffstreifen zu kennzeichnen hätten. Die Juden sollten ein gelbes, die Christen ein rotes und die Zoroaster-Anhänger ein blaues Band tragen. Diese Information ging auf Amir Taheri zurück, einem Exliraner, der schon mehrmals durch Falschmeldungen aufgefallen war. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Los Angeles gab Alarm. Die Medien überschlugen sich mit Parallen zum gelben Judenstern in der NS-Zeit. Doch es war nichts. Im Parlament von Teheran hatte man verschiedene Kleidervorschriften diskutiert, wobei es vor allem um züchtige Kleidung der Frauen gegangen war. Es mag ein Abgeordneter vielleicht die Idee einer Kennzeichnung der Nicht-Muslime geäussert haben, doch daraus ist nie ein Beschluss der Volksvertretung geworden.

Auch die Erstürmung des iranischen Konsultats in der Kurdenhauptstadt Arbil durch US-Truppen, ist in den Medien nicht richtig dargestellt worden. Dass die fünf entführten Diplomaten Waffen in den Irak geschmuggelt hätten, konnte bisher nicht bewiesen werden. Auserdem hat sich unter den Iranern keineswges der Drahtzieher der Wiener Kurdenmorde von 1989, ein gewisser Mohammed Jafari Sahroudi, befunden. Als das iranische Militär bei grossangelegten Manövern die Rakete „Sagheb“ testete, haben hohe Offiziere des Pentagons der „Los Angeles Times“ vom 11.9.2006 mitgeteilt, dass die Fern-sehbilder davon in Wirklichkeit den Test einer chinesischen Rakete zeigen würden. Warum die iranischen Militärs die Weltöffentlichkeit über die bei anderen Anlässen gezeigte „Sagheb“ täuschen sollten, wurde nicht mitgeteilt.

Das Rätsel um die Turbinenhalle unter dem Gemüseanbau bei Neyshapour könnte indes schon bald geklärt werden. Teheran hat am 20.1. Vertreter bestimmter, bei der Wiener Atomkommission akkreditierter Staaten zur Besichtigung seiner Atomzentren eingeladen. Wie es heisst, sollen zwischen 2. und 6.2. alle iranischen Anlagen besichtigt werden. Wenn Staaten mit guten Beziehungen zu Teheran wie Ägypten, Kuba oder Malaysia vergeblich eine Fahrt in die Stadt der Türkise verlangen, dann allerdings besteht guter Grund, unter dem Gemüse nicht nur Erde zu vermuten.

Krieg

Aufmarsch rund um den Iran

Spekulation um israelisch-amerikanischen Luftangriff

Malte Olschewski – Von Somalia bis Südkorea sind in den letzten Wochen verdächtige Aktionen amerikanischer Militärs registriert worden. Seit US-Präsident George Bush seine Mannschaft umgebaut und eine Verstärkung der Truppen im Irak angekündigt hat, wird das Schlimmste befürchtet. Die Amtszeit Bushs geht bald zu Ende. Sein Nachfolger, ob Demokrat oder Republikaner, dürfte ziemlich sicher die Truppen aus dem Irak abziehen und die Konfrontation mit dem Iran beenden. Um als ein siegreicher „war president“ in die Geschichte einzugehen, könnte Bush doch noch mit Hilfe Israels einen Angriff auf den Iran riskieren.

Fast alle US-Aktionen in Nahost und Asien lassen sich in dieses Muster einordnen. Zunächst einmal hat Bush die Verstärkung der Truppen im Irak um 20 000 Mann auf rund 170 000 Soldaten angekündigt. Ihre Disposition lässt den Schluss zu, dass sie in erster Linie das Regierungsviertel in Bagdad sowie amerikanische Basen gegen einen schiitischen Ansturm sichern sollen, der als Reaktion auf einen Luftangriff gegen den Iran mit Sicherheit zu erwarten ist. Die gut informierte „Sunday Times“ berichtete am 7.1.2006 über Details dieses Angriffplanes. Zwei israelische Geschwader sollen bereits den Angriff auf iranische Atomzentren geübt haben. Hierbei sollen Miniatur-Atombomben zum Einsatz kommen, um die unterirdischen Anlagen zu zerstören. Die USA würden in diesem Fall den Luftangriff logistisch absichern und gegen Ziele am Golf vorgehen.

An der Strasse von Hormuz sind bereits Flottenverbände mit dem Flugzeugträger „Eisenhower“ stationiert worden. Durch eine nur drei Meilen breite Rinne in dieser Meeresenge geht ein Viertel des globalen Ölverbrauchs. Als Reaktion auf einen Luftangriff würde der Iran sofort die Strasse von Hormuz durch Kriegsschiffe, Minen oder gesprengte Frachter sperren. Im nahegelegenen Hafen von Bander Abbas hat Teheran daher seine gesamte, relativ moderne Marine konzentriert. Die USA wiederum üben Massnahmen, um eine solche Sperre zu verhindern. Dabei ist das Atom-U-Boot „Newsport News“ mit dem japanischen Tanker „Mogamigawa“ kollidiert.

Es gab nur Sachschaden, doch bestehen wenig Zweifel, dass der Tanker für das U-Boot die Rolle eines iranischen Kriegsschiffes zu spielen hatte. Der Flugzeugträger „Eisenhower“ wiederum lag kürzlich vor der somalischen Küste, um zusammen mit Flugzeugen aus der US-Basis von Dschibuti einen Angriff auf somalische Dörfer zu fliegen. Die Amerikaner wollen in diesen Dörfern jene Terroristen aufgespürt haben, die 1998 für die Bombenattentate auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam verantwortlich gewesen waren. Etwa hundert tote Somalier, darunter Frauen und Kinder, waren die Folge dieses Angriffs, an dem auch in Kenia stationierten US-Militärs beteiligt waren.

Wahrscheinlich ist, dass die USA die vor der äthiopischen Offensive in den Süden geflüchteten Islamisten angegriffen haben. Zu Weihachten 2006 war mit amerikanischer Unterstützung die äthiopische Armee in Somalia einmarschiert, um das Regime der „Islamischen Gerichtshöfe (ICO)“ zu zerschlagen. Der äthiopisch-amerikanische Angriff war erfolgt, nachdem eine UNO-Beobachtergruppe eindeutige Beweise vorgelegt hatte, dass die islamistischen Gerichtshöfe vom Iran unterstützt worden waren. Mehrere Waffenlieferungen wurden in einem Bericht an den UNO-Generalsekretär genau beschrieben. In Dhusamareb würden sich demnach auch Iraner aufhalten, um die Förderung und den Transport von Uran aus dortigen Lagern in die Wege zu leiten.

Die USA klagen diesmal mit einigem Recht den Iran an, sich im Irak einzumischen. Teheran lässt sich die Chancen nicht entgehen, die eine schiitisch dominierte Regierung in Bagdad bietet. So wurde Mitte Jänner eine gemeinsame Schiffgesellschaft gegründet.

Es bestehen wenig Zweifel daran, dass der Iran die schiitischen Milizen des Landes mit Waffen ausrüstet. Der schiitisch-iranische Einfluss ist seit dem US-Angriff von 2003 nicht nur im Irak, sondern im ganzen Nahen Osten ausgeweitet worden. Washington hat mehrmals erklärt, dass man iranischen Einfluss nicht dulden werde. Am 12.1.2007 stürmten US-Truppen das iranische Konsulat in der Kurdenhauptstadt Arbil. Fünf Diplomaten wurden festgenommen und verschleppt. Darunter soll sich auch Mohammed Jafari Sahroudi befinden, der für die Ermordung von drei kurdisch-iranischen Politiker 1989 in Wien verantwortlich gemacht wird.

Was die iranischen Diplomaten in dem ausschliesslich von Kurden und keinesfalls von Schiiten besiedelten Norden getan oder verbrochen haben sollten, wurde nicht mitgeteilt. Es sind in diesen Tagen auch 16 amerikanische Kampfmaschinen vom Typ F-16 in der türkischen Basis von Incirlik zu „gemeinsamen Übungen“ mit der türkischen Luftwaffe gelandet. Von Incirlik aus waren im „Wüstensturm“ von 1991 die meisten Luftangriffe gegen den Irak geflogen worden. Die F-16 könnten von Incirlik aus eine unterstützende Funktion bei einem israelischen Luftangriff übernehmen. Der Iran wird jedenfalls genau aus der Luft beobachtet. Die Agentur FARS meldete, dass die iranische Armee über dem Erdölfeld von Azadegan ein unbemanntes Beobachtungsflugzeug abgeschossen habe.

In Afghanistan sind die US-Truppen im Süden des Landes in die Defensive gedrängt worden. Auch hier wollen die USA ihre Truppen verstärken. Ausserdem sollen die im Norden des Landes stationierten, deutschen NATO-Truppen in die Kampfgebiete des Südens verlegt werden. Damit Nordkorea bei einer möglichen Eskalation um den Iran nicht auf offensive Ideen kommt, ist ein ganzes Geschwader von Stealth-Flugzeugen in Südkorea gelandet.

So bedrohlich das Szenario nach den letzten Aktionen der USA auch wirken mag, darf nicht vergessen werden, dass schon seit 2004 in tausenden Artikeln von möglichen Angriffen auf den Iran geschrieben wird. Dass in den Generalstäben Pläne für einen solchen Angriff entwickelt werden, kann keine Überraschung sein. Es ist Aufgabe eines Generalstabes, Pläne für alle möglichen Situationen und Konflikte zu entwickeln. Es könnte auch die Zahl der Möglichkeiten, die dem Iran für einen Gegenschlag zu Verfügung stehen, solche Luftangriffe verhindern. Die iranische Marine könnte von Bander Abbas aus die Strasse von Hormuz sperren. Gleichzeitig könnten es konventionelle Raketen auf die grosse US-Basis in Katar hageln. Im Irak würde ein amerikanisch-israelischer Angriff schiitische Offensiven gegen alle US-Positionen auslösen. Der Iran könnte auch konventionelle Raketen auf israelische Städte abfeuern, die aber einen atomaren Gegenschlag Israels auslösen würden, der dann unvorstellbare Folgen haben könnte.

What is Incirlik preparing for?
US-amerikanisches Aufklärungsflugzeug über Iran abgeschossen?
Gerangel um die Straße von Hormuz
Der rechte Hammer Gottes schlägt aus Dschibuti – CIA Paramilitärs in ätiopischen Truppen integriert

Krieg

US-amerikanisches Aufklärungsflugzeug über Iran abgeschossen?

Iran – Wie die Internet-Zeitung http://www.vz.ru berichtete, wurde im Süden des Irans im Gebiet einer der größten Erdölfelder der Welt „Azadegan“ ein US-amerikanisches Aufklärungsflugzeug von iranischen Soldaten abgeschossen, teilte am Dienstag die Nachrichtenagentur “Fars“ in einer Mitteilung dem Vertreter der Provinz Chusestan (Parlament) des Irans Nesama Moula Chavise mit.

“Einem tapferen Sohn des Irans ist vor einigen Tagen gelungen ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug in der Region der Wüste Asadegan zu treffen,“ – sagte der Parlamentarier. “Es war ein unbemanntes Flugzeug“, – fügte er hinzu und bemerkte, daß die USA “tausende schicken“ von ähnlichen Flugapparaten in diese Region.

In den letzten Jahren wiederholt bekannt, daß die USA unbemannte Aufklärungsflugzeuge in den Luftraum des Irans zum Sammeln von Informationen über iranische Nuklearanlagen schickten. Gemäß Angaben, wurden die Flugzeuge von einem irakischen Flughafen aus gestartet.

Dieser Artikel wurde von einer Leserin eingereicht und mit der Nachricht bei vz.ru verglichen

Krieg

Rücktritt des israelischen Generalstabschef Dan Haluz

SDA – Der israelische Generalstabschef Dan Haluz hat seinen Rücktritt eingereicht. Er habe Verteidigungsminister Amir Perez sein Rücktrittsschreiben übermittelt, berichtete das öffentlich-rechtliche Radio. Haluz ziehe damit die Konsequenzen aus dem Libanon-Krieg im vergangenen Sommer.

Ministerpräsident Ehud Olmert habe den Armeechef vergeblich zu überzeugen versucht, seinen Rücktritt aufzuschieben, bis die Kommission zur Untersuchung der Mängel des Kriegs im Libanon ihre Arbeit abgeschlossen habe. Anfang Januar hatte Haluz es noch abgelehnt, wegen der Probleme im Libanon-Krieg abzutreten.

Seit Ende Dezember liegt der Armeeführung ein Untersuchungsbericht vor, in dem Mängel des 34-tägigen Krieges vom Juli und August 2006 aufgezeigt werden. Demnach waren beispielsweise mehrere tausend Reservisten zu spät einberufen worden.

Auch sei es nicht gelungen, das Abfeuern mehrerer tausend Raketen auf israelisches Territorium zu unterbinden. Zahlreiche Teilnehmer des Krieges hatten eine Untersuchung der Missstände verlangt und den Rücktritt des Generalstabschefs gefordert. Haluz übernahm die Verantwortung für die Mängel.

Krieg

Gerangel um die Straße von Hormuz

Michael Schulze von Glaßer – Teure Straßen sind nicht etwa der Broadway in New York oder die Avenue des Champs-Élesées in Paris. Profitabel und nahezu unbezahlbar sind Wasserstraßen. Einmal durch den Panama-Kanal vom Pazifik zum Atlantik zu schippern kostet durchschnittlich 48.000 US-Dollar. Für große Schiffe kann es bis zu 150.000 US-Dollar kosten. So hatte die Betreibergesellschaft des Panama-Kanals im Jahr 2005 einen Umsatz von etwa 1,36 Milliarden US-Dollar. Eine gigantische Summe!

Mit seinen 81 Kilometern Länge wirkt der Panama-Kanal aber geradezu mickrig gegenüber dem doppelt so langen Suez-Kanal, der Ägypten gehört und das Rote Meer mit dem Mittelmeer verbindet. Er gilt als die rentabelste Seewegs-Verbindung zwischen von Asien nach Europa. 2006 brachte der Kanal dem ägyptischen Staat mehr als 3,6 Milliarden US-Dollar ein.

Doch nicht ein neuer Krieg um den Suez-Kanal, sondern eine andere Wasserstraße plagt gegenwärtig die großen Staatsoberhäupter: Die Straße von Hormuz.

Im Presse-Mainstream gewann die Wasserstraße Tagesberühmtheit, nachdem das US-amerikanische U-Boot „USS Newport News (SSN-750)“ mit dem japanischen Öltanker „Mogamigawa“ kollidierte. Das atomgetriebene U-Boot war beim Auftauchen mit dem Bug ins Heck des japanischen Tankers geschossen. Beide Schiffe blieben jedoch weiter seetüchtig. Dennoch peinlich! Ein böses Gerücht macht nämlich seitdem die Runde: Die Amerikaner kröchen den Japanern neuerdings in den Hintern, heißt es.

Aber darüber hinaus stellt sich die Frage, wie die Crew eines solchen hochtechnisierten U-Bootes der US-Marine einen über 100 Meter langen Tanker „übersehen“ kann? Nach Angaben der US-Marine handelte es sich bei diesem Zwischenfall, um einen so genannten Venturi-Effekt: Der Bug des Atom-U-Bootes wurde demnach von dem großen Tanker angesaugt. Dabei stellt sich wiederum die Frage, warum das amerikanische U-Boot den Tanker so dicht und in solch geringer Tiefe kreuzen wollte?

Ein schlechter Scherz des U-Boot-Kapitäns für seine 127 Mann starke und sicherlich miserabel ausgebildete U-Boot-Crew, um die Langeweile an Bord zu vertreiben?

Die 8 Japaner und 16 Philippiner an Bord der mit 280.000 Tonnen Öl beladenen „Mogamigawa“ müssen jedenfalls einen gehörigen Schreck gekriegt haben, als sie von dem 110 Meter langen Atom-U-Boot gerammt wurden. Dabei waren sie überhaupt nicht im Fadenkreuz des US-Militärs.

Das U-Boot „USS Newport News“, das mit Marschflugkörpern und wahrscheinlich auch mit Atomraketen ausgestattet ist, nahm 1991 an der Operation „Desert Storm“ wie auch am letzten Krieg gegen den Irak teil. Das U-Boot soll als Geleitschutz des Flugzeugträgers „USS Dwight D. Eisenhower (CVN-69)“ auf dem Weg zur Küste von Somalia gewesen sein, um dort die weitgehend unbemerkte Militärintervention der Amerikaner zu unterstützen. Wie so oft soll auch diese Mission im Sinne des angeblichen „Krieges gegen den Terror“ stattfinden. Angeblich halten sich in Somalia Kämpfer von Al-Kaida auf.

Dieser Unfall in der Straße von Hormuz war vermutlich kein Zufall. Die geografische Lage der 60 Kilometer breiten natürlichen Wasserstraße ist hochbrisant. Wer sie kontrolliert, hat einen Trumpf und droht damit seine Gegenspieler in den Ruin zu treiben. Beinahe ein Viertel der globalen Ölversorgung schwimmen auf Tankschiffen durch die Meerenge. Laut dem ZDF (Dokumentation „Kalter Krieg ums Öl“) sind es etwa 80 Prozent aller Öltanker, die dieses Nadelöhr mit ihrer wertvollen Fracht durchqueren müssen. Der gesamte Schiffsverkehr Kuwaits, Bahrains, Katars, der Vereinigte Arabischen Emirate und des Iraks müssen die Meerenge durchqueren, um auf die offene See zu gelangen. Saudi Arabien wird von der Meerenge am meisten beeinträchtig, da die meisten Ölhäfen des Landes an der Ostküste, eben am Persischen Golf, liegen. Der Iran im Norden und eine Landzuge des Omans im Süden begrenzen die Straße von Hormuz.


Nadelöhr zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman: Die Straße von Hormuz. © Foto: NASA

Die geografische Lage dieser Meerenge könnte bald zu einem derben Streit werden. Die Anliegerstaaten können laut internationalem Recht ein Hoheitsrecht bis zu 12 Seemeilen von der Küste beanspruchen und dort ihr nationales Recht ausüben. Kleine Inseln, die zum Iran beziehungsweise zum Oman gehören, lassen aus der 60 Kilometer breiten Wasserstraße eine nur 3 Seemeilen breite Gasse entstehen. Folglich könnte es eng werden, wenn Iran und Oman Schiffen die Durchfahrt durch ihre Hoheitsgewässer verwehrten. Also noch ein Grund mehr für einen US-amerikanischen Einmarsch im Iran?

Schon seit Monaten liegen USA und Iran im Streit. Hauptstreitpunkt ist der Vorwurf der USA der Iran strebe nach dem Besitz von Atomwaffen. Der Ausbau von Atomkraft im Iran ist kaum zu übersehen. Das Land am Persischen-Golf hat eigene Uranminen

Die Straße von Hormuz, die den Persischen mit dem Golf von Oman und somit dem Indischen Ozean verbindet, ist eine Lebensader der Industrie-Staaten. Dabei ist der Iran nicht zuletzt wegen seiner großen Erdölvorkommen ins Visier der westlichen Industrienationen geraten. Eskalierte die Situation, könnte das iranische Militär die Straße von Hormuz blockieren. Versuchen könnten die Iraner es, aber ob sie damit Erfolg haben, hängt von anderen Faktoren ab. Der Iran und besonders ihr Präsident Mahmud Ahmadinedschad wissen um die strategische Bedeutung der Wasserstraße für den Westen. Beinahe die gesamte iranische Marine ist an der Straße von Hormuz stationiert. Ganze Inseln sind vom iranischen Militär besetzt – auch Inseln der Vereinigten Arabischen Emirate. Die iranische Stadt Bandar Abbas liegt direkt an der Straße von Hormuz und hat einen großen Militärhafen.


Von Schnellbooten über Fregatten bis zu U-Booten liegt ein Großteil der iranischen Flotte im Militärhafen von Bandar Abbas und damit direkt an der Straße von Hormuz. © by Digital Globe / Google Earth


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Doch der iranischen Marine gehören nur etwa 20.000 Mann an, eine Minderheit unter ihnen dient auf Schiffen. Beispielsweise zählen zur Marine auch zwei Infanterie-Brigaden, die an der Küste und auf den umliegenden Inseln in der Straße von Hormuz stationiert sind. Die Boote der Iraner sind veraltet. Selbst Ersatzteile fehlen, was zum Ausfall von drei iranischen Zerstörern geführt haben soll. Weitere große Marineeinheiten der Iraner: Zwei veraltete Korvetten amerikanischer Bauart, drei veraltete Fregatten aus Großbritannien und drei Diesel-elektrische U-Boote der russischen Kilo-Klasse aus dem Jahr 1993. Die Patrouillen-U-Boote der Kilo Klasse sind 72 Meter lang und werden stets weiterentwickelt. Die U-Boote sind gemäß russischem Hersteller die leisesten der Welt und mit der deutsche U-Boot-Klasse 212 vergleichbar. Als Waffen stehen vornehmlich Torpedos zur Verfügung, die U-Boote können aber auch mit SS-N-27 (auch Klub-S genannt) Lenkwaffen ausgerüstet werden, dadurch werden die konventionell angetriebenen U-Boote zu einer ernsten Bedrohung für den Westen. Nur eines der drei U-Boote soll jedoch mit modernen Batterien ausgestattet sein, was eine lange Tauchzeit ermöglicht. Außerdem soll der Iran noch 10 Raketenboote, 52 Patrouillenboote, einige Mienenleger- und Mienenräumer-Boote, 6 Luftkissenboote und etwa 23 Versorgungs- und Unterstützungsschiffe besitzen. Ein Anti-U-Boot Hubschrauberschwadron sowie mehrere Aufklärungs- und Transporteinheiten zählen ebenfalls zum Repertoire des Iran.

Seit 2001, dem Jahr der Terroranschläge auf die USA, rüstet der Iran seine Marine jedoch massiv auf. In Kooperation mit China und Nordkorea sollen neue Seestreitkräfte entwickelt werden. China liefert dem Iran vornehmlich Antischiffsflugkörper vom Typ CS-801 und CS-802. Nun versuchen die beiden Staaten gemeinsam neue Raketen gegen Seestreitkräfte zu entwickeln. Erste Erfolge soll es schon geben. Die Bezeichnungen der neuen Raketen lauten „Nasr“ und „Kosr“. Diese Raketen könnten wegen ihrer Reichweite von über 200 Kilometern auch nahe der Meerenge auf dem Festland postiert und von dort gestartet werden.

Mit Nordkorea, das dem Iran sicher auch beim Bau von Atombomben behilflich sein könnte, soll die islamistische Republik neue Klein- und Kleinst-U-Boote entwickelt haben. 2005 konnte die Öffentlichkeit die neuen U-Boote der Ghadir-Klasse erstmals im iranischen Fernsehen betrachten. Die neuen U-Boote sollen mit den zwar schon einige Jahrzehnte alten aber immer noch hoch modernen VA-111 Schkwal-Torpedos ausgerüstet sein. Die Torpedos aus Sowjetbeständen können unter Wasser mit Hilfe der „Superkavitation“ eine Geschwindigkeit von bis zu 500 km/h erreichen. Dabei wird das Geschoss von einem Gaskegel umhüllt, die bei hohen Geschwindigkeiten im Wasser entsteht. Durch die Gashülle ist der Wasserwiderstand für den schnellen Körper äußert gering und soll bei einer Geschwindigkeit von 300 m/s sogar geringer sein als in der Luft. Das Geschoss ähnelt mehr einer Rakete als einem Torpedo. Angetrieben wird das unlenkbare Geschoss von einer Feststoff-Rakete. Superkavitation entsteht, wenn sich ein möglichst stromlinienförmiger Körper unter Wasser mit mehr als 180 km/h fortbewegt. Obwohl die VA-111 schon 1977 in Dienst gestellt wurde, ist nicht viel über sie bekannt. Der Untergang des russischen Atom-U-Bootes „Kursk“ wird mit solchen Torpedos in Verbindung gebracht.


Der iranische Präsident und Holocaust-Leugner Mahmud Ahmadinedschad besichtigt ein neues U-Boot der Ghadir-Klasse. Die U-Boote sind mit High-Tech -Torpedos ausgestattet und Flaschengrün.

Von den neuen Fregatten, die der iranische Staat bauen wollte, ist bislang nichts bekannt. Mit Hochdruck arbeiten iranische Rüstungsbetriebe an neuen Seeminen, dabei soll der Iran schon jetzt 2.000 Stück dieser heimtückischen Gefahrenkörper haben – ideal, um die Meerenge von Hormuz für Schiffe unpassierbar zu machen.

Als Beweis für die erstarkte iranische Marine gilt eine Militärübung Anfang 2006 bei der sämtliche neue Einheiten des Irans zum Einsatz kamen. Jedoch wird der Iran wohl nie einen Erstschlag wagen, die militärische Antwort der USA wäre für die islamistische Republik katastrophal. Sie müssten sogar mit einem atomaren Angriff rechnen. Ob der Iran Atomwaffen besitzt oder dies anstrebt, das ist immer noch unklar. Ein wahres Säbelrasseln – ein neuer Kalter Krieg. Denn die USA können auch keinen Erstschlag wagen, so gern sie es doch wollten. Die Abhängigkeit vom iranischen Öl und Gas lässt die USA von einem Angriff zurückschrecken.

Unter dem Iran schlummern die drittgrößten Erdölreserven und die zweitgrößten Erdgasreserven. Iran steht bei der weltweiten Erdölfördermenge an fünfter Stelle, beim Erdgas an siebter. Die Aufrüstung des iranischen Militärs gilt als gefährlich und die prekäre geografische Lage an der Straße von Hormuz lässt die Unsicherheit für den Westen noch weitaus größer werden. Die Situation scheint momentan stabil. Trotz der verschärften Sicherheitslage wird sich an der Situation wohl zunächst nichts ändern. Wenn es jedoch zu einem Krieg zwischen den USA und dem Iran kommt, wird die Eroberung der Straße von Hormuz wohl ein erstes Ziel beider Staaten sein. Wer diese Meerenge kontrolliert, hat einen Trumpf in der Hand.

Krieg

Grenzzwischenfall mit Pakistan

Srinagar – Indische Grenzsoldaten sind am Dienstag nach eigenen Angaben unter den Beschuss pakistanischer Truppen geraten. Zwei Soldaten seien getroffen und verletzt worden, teilte ein Sprecher der Grenztruppe mit. Der Zwischenfall habe sich im südlichen Teil von Kaschmir ereignet.

Der indische Militärsprecher Prem Singh warf den pakistanischen Truppen weiter vor, der Angriff habe dem Feuerschutz islamistischer Untergrundkämpfer gedient, die versucht hätten, die Grenze in Richtung Indien zu überqueren. Die indischen Soldaten hätten dies jedoch vereitelt, sagte der Sprecher.