Krieg

U.S. speeds attack plans for North Korea

Bill Gertz – The Pentagon has stepped up planning for attacks against North Korea’s nuclear program and is bolstering nuclear forces in Asia, said defense officials familiar with the highly secret process.

The officials, speaking on the condition of anonymity, said the accelerated military planning includes detailed programs for striking a North Korean plutonium-reprocessing facility at Yongbyon with special operations commando raids or strikes with Tomahawk cruise missiles or other precision-guided weapons.

The effort, which had been under way for several months, was given new impetus by Pyongyang’s underground nuclear test Oct. 9 and growing opposition to the nuclear program of Kim Jong-il’s communist regime, especially by China and South Korea.

A Pentagon official said the Department of Defense is considering „various military options“ to remove the program.

„Other than nuclear strikes, which are considered excessive, there are several options now in place. Planning has been accelerated,“ the official said.

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Krieg

Blinde Piloten und geächtete Waffen

Michael Schulze von Glaßer – Der Marineeinsatz vor der libanesischen Küste wird für die dort stationierten 2.000 Bundeswehrsoldaten immer gefährlicher. Am 24. Oktober wurde das deutsche Spionageschiff „Alster A50“ ungefähr 90 Kilometer von der libanesischen Küste entfernt von sechs israelischen Kampfflugzeugen des Typs F-16 überflogen. Beim Überflug sollen die israelischen Jets amerikanischer Bauart Schüsse abgefeuert und Anti-Raketen Abwehrmaßnahmen eingeleitet haben. Die Soldaten auf dem deutschen Flottendienstboot das in Eckernförde beheimatet ist haben den Vorfall mitgefilmt – das Videomaterial wird der Öffentlichkeit vom Verteidigungsministerium aber bisweilen vorenthalten.

Das fast 84 Meter lange Schiff wurde 1989 in Dienst gestellt und gehört zur OSTE-Klasse der Flottendienstboote. Der OSTE-Klasse gehören insgesamt die drei Schiffe „A52 Oste“, „A53 Oker“ und „A50 Alster“ an, die laut Bundesmarine mit hochmodernen, elektromagnetischen, hydroakustischen und elektro-optischen Ortungsgeräten ausgestattet sind. Die Boote sind bis zu 21 Knoten schnell und haben eine Reichweite von bis zu 5.000 Seemeilen. Mit Ende des Kalten Krieges verloren die Schiffe ihre Bedeutung und werden nun wieder für den Anti-Terror-Krieg flott gemacht.

Die „Alster A50“ gehört nicht zum Repertoire der Unifil-Mission, der israelischen Regierung wurde der Einsatz des Aufklärungsschiffes jedoch vorher angekündigt. Das israelische Verteidigungsministerium war also über den Einsatz des mit bis zu 76 Soldaten ausgestatteten Schiffes informiert.


Die israelische Regierung ist „Not amused“ über den Aufenthalt des deutschen Spionageschiffes „Alster 50“ vor der libaneisch-israelischen Küste. War der Überflug und der Beschuss durch israelische F-16 Kampfflugzeuge ein Versehen oder geschickte Einschüchterung?

Vizeadmiral Hans Joachim Stricker bezeichnete den Zwischenfall als „unfreundlichen Akt“ und stellte klar das die israelischen Kampfflugzeuge die „Alster A50“ zwar nicht beschossen haben aber immerhin geschossen haben. Die Erklärungsversuche aus dem israelischen Verteidigungsministerium sind zweifelhaft und schaffen zusätzliche Verwirrung. So gab die israelische Regierung in ihrer ersten Stellungnahme zu dem Vorfall an, dass sich das deutsche Schiff in israelischen Hoheitsgewässern aufgehalten habe. Später revidierte das israelische Ministerium diese Information und teilte mit, dass sich die „Alster A50“ in internationalen Gewässern, rund 90 Kilometer vor der libanesischen Küste befunden habe. Auch scheint es den Israelis schwer zu fallen festzustellen welches ihrer Flugzeuggeschwader über das Schiff der deutschen Bundesmarine geflogen ist. Die letzten Äußerungen aus dem israelischen Verteidigungsministerium sprechen von sechs F-16 Kampfflugzeugen die einen Trainingsflug absolvierten.

Israel ist für solch zweifelhafte militärische Aktionen bekannt wie das Beispiel der USS Liberty (GTR-5) vom 8.Juni 1967 zeigt. Das Spionageschiff der US Navy sammelte während des israelischen Sechstagekrieges für den amerikanischen Geheimdienst NSA vor der ägyptischen Küste Informationen über ägyptische und israelische Aktivitäten. Das Schiff hatte Ähnlichkeit mit einem Frachtschiff doch die Aufbauten auf Deck wiesen auf große Elektronik im Inneren des Schiffes hin. Die USS Liberty war damals eines der modernsten Spionageschiffe der Welt. Die Besatzung auf dem amerikanischen Schiff bestand aus über 206 Navy Angehörigen von denen 34 an jenem 8.Juni im Jahr 1967 durch die israelische Attacke starben.

Das Spionageschiff kreuzte in internationalen Gewässern als es von israelischen Kampfflugzeugen angegriffen wurde. Neben 1000-Pfund Bomben warfen die Jets auch Napalm über dem Boot ab und beschossen es mit ihren Bordkanonen. Zudem wurde das Schiff durch israelische Torpedoboote attackiert und schwer beschädigt. Laut Augenzeugenberichten waren weder die Torpedoboote noch die Kampfflugzeuge als israelische zu erkennen da keine Flagge aufgemalt oder gehisst war. Nur der Typ der Jets verriet, dass es sich um israelische Flugzeuge handelte. Selbst die Rettungsboote wurden beschossen und zum Teil versenkt. Schwerbeschädigt konnte das Schiff fliehen und alle Aufzeichnungen retten.


Am 8.Juni 1967 war schon einmal ein neutrales und friedliches Spionageschiff durch das israelische Militär angegriffen worden. Die USS Liberty wurde jedoch direkt angegriffen. Ob es sich um eine Verwechslung handelt ist streitbar.

Nach dem Vorfall wurde über die Gründe des Angriffs spekuliert. Viele Navy Angehörige beschuldigten israelische Militärs der Täuschung und stellten die Theorie auf, dass der Angriff aussehen sollte wie die Tat der Ägypter woraufhin die Amerikaner in den Krieg eingreifen sollten und sich mit Israel gegen Ägypten zusammen schließen sollten. Das israelische Militär wies den Vorwurf der absichtlichen Täuschung umgehend zurück und sprach von Verwechslung. Angeblich hätten die Piloten der Kampfjets das Schiff mit einem ägyptischen Frachter verwechselt der das Einstromland mit Waffen beliefern wolle. Dies versuchten die Piloten daraufhin mit Hilfe ihrer Waffen und der israelischen Marine zu verhindern und griffen das Schiff an. 34 Amerikaner verloren bei der zweifelhaften Verwechslung ihr Leben. Israel zahlte 13 Millionen Dollar als Entschädigung an die amerikanischen Familien deren Angehörige bei dem Vorfall umkamen. Die Spekulationen um den Angriff gingen aber noch weiter. So soll sogar der damalige amerikanische Präsident Lyndon B. Johnson und Verteidigungsminister Robert McNamara in die wahren Hintergründe der Tat eingeweiht worden sein. Der Präsident lies sich aber nicht beirren und griff nicht in den Krieg ein denn er befürchtete, dass dann auch die Sowjetunion eingreifen würde.

Der Vorfall am 24.Oktober 2006 ähnelt dem vom 8.Juni 1967 stark und es bleibt abzuwarten ob jemals alle Hintergründe des Vorfalls aufgeklärt werden. Vertuscht wird heute wie damals – glücklicherweise sind auf der „Alster A50“ keine Menschenleben zu beklagen.

Dass beim israelischen Militär Hardliner am Werk sind lässt sich zunehmend bestätigen. Am Sonntag, dem 29.Oktober 2006 gab es wieder einen Zwischenfall in der Krisenregion im Nahen Osten. Schon wieder war die israelische Luftwaffe und die deutsche Marine involviert. Ein deutscher Marinerhubschrauber der zum deutschen Marineverband der Unifil Truppe gehört wurde von israelischen Kampfflugzeugen bedrängt. Die Jets vom Typ F-16 visierten den deutschen Militärhubschrauber sogar mit ihrem Feuerleit-Radar an. Nun hätte ein Knopfdruck gereicht um den Hubschrauber samt seiner Besatzung zu der unter anderem der deutsche Kommandeur des Unifil-Marineverbandes, Flottillenadmiral Andreas Krause gehörte, zu zerstören.

Überlebende hätte es wohl keine gegeben. Wenn ein Militärflugzeug oder Helikopter von einem Feuerleit-Radar erfasst wird werden den Piloten automatisch Warnungen angezeigt. Die zweite heikle Aktion des israelischen Militärs gegen die deutsche Bundesmarine.


Israelische F-16 Kampfflugzeuge wie hier im Bild sorgen bei den internationalen Unifil Truppen immer wieder für Nervosität und gefährliche Zwischenfälle.

Doch nicht nur die deutsche Bundeswehr scheint Verständigungsprobleme mit Israel zu haben. Auch Frankreich beklagt fehlende Abstimmung zwischen den Armeen. So führen israelische Kampfjets immer wieder illegale Aufklärungsflüge und Scheinangriffe über dem Libanon durch, was bei den 2.000 französischen Bodentruppen für Unruhe sorgt. Die Franzosen könnten die unangemeldeten und illegalen Aufklärungsflüge als feindlich werten und Gegenmaßnahmen einleiten, so das französische Militär. Frankreich führt zur Zeit die Unifil Truppen an. Angeblich soll der französischer Kommandeur, Alain Pellegrini, bei der UNO Luftabwehrgeschütze angefordert haben die er im Ernstfall gegen die israelischen Flugzeuge einsetzen will. Laut der israelischen Zeitung Maariv haben israelische Militärs daraufhin mit Angriffen auf die Unifil gedroht. Anscheinend traut Israel den im Libanon stationierten internationalen Bodentruppen nicht allzu viel zu und kontrolliert lieber selbst die Grenze zwischen dem Libanon und Syrien. Das israelische Verteidigungsministerium wirft den knapp 15.000 Soldaten, die in der Grenzregion zwischen dem Libanon und Israel stationiert sind vor die Wiederbewaffnung der Hisbollah nicht zu verhindern.

Ein weiterer Beweis für den harten Kurs israelischer Militärs ist der Einsatz von Phosphorbomben gegen die libanesische Hisbollah. Die Bomben trafen aber wie so oft zumeist friedliche Zivilisten. Phosphorbomben sind international geächtet, fallen aber nicht unter die Chemiewaffen und sind von daher „legal“ soweit man dies von Waffen sagen kann. Kommt der weiße Phosphor mit dem Sauerstoff der sich in der Luft befindet zusammen, entzündet sich der Phosphor der in Bomben oft mit Kautschuk vermischt ist. Mit bis zu 1.300 Grad Celsius verbrennt das Gemisch, der Kautschuk lässt es an Wänden, Bäumen und sogar Menschen kleben die meist erst nach vielen Stunden des Leidens den Verbrennungen erliegen.

Die libanesische Hisbollah setzt wiederum verbotene Streubomben gegen Israel ein. Die Amerikaner und Briten haben im Irak ebenfalls Phosphorbomben verwendet. Unter anderem wurden damit laut dem italienischen Fernsehsender RaiNews24 Aufständische in der irakischen Stadt Falludscha niedergeschlagen. Das Pentagon wies die Vorwürfe zurück die wiederum von amerikanischen Soldaten bestätigt wurden die angaben Opfer mit schwersten Verbrennungen beseitigt zu haben. Von vielen Seiten wird gefordert Phosphorbomben unter das Chemiewaffenabkommen zustellen und die gefährlichen Bomben so zu verbieten. Ob die Kriege dadurch legaler und weniger grausam werden würden bleibt fraglich.

Der Einsatz von Phosphorbomben ist nicht der letzte Skandal um das israelische Militär. Wie der Nahostexperte der britischen Tageszeitung The Independet, Robert Fisk berichtet, hat Israel im Krieg gegen den Libanon auch uranhaltige Präzisionsbomben eingesetzt. Die radioaktiven Sprengkörper wurden zwei Meilen hinter der israelisch-libanesischen Grenze in den libanesischen Orten Khaim und At-Tiri abgeworfen – von den Bomben ist nicht mehr viel übrig aber in den Bombenkratern ist die Erde radioaktiv kontaminiert. Das „Europäische Komitee zu radioaktiven Risiken“ bestätigte den Fund. Auch das Harwell Laboratory im britischen Oxfordshire konnte Uranisotope bei einer massenspektrografischen Untersuchung bestätigen. Hat Israel überhaupt noch eine Hemmschwelle beim Einsatz geächteter Waffen? Da Israel im Verdacht steht Atomwaffen zu besitzen ist auf einen weniger aggressiven Kurs des israelischen Militärs zu hoffen. Sonst könnte es zu einer Katastrophe kommen.

Von der deutschen Regierung wird der zunehmend aggressivere Kurs der Israelis unterstützt. So subventioniert die Regierung oder besser der deutsche Steuerzahler mit 330 Millionen Euro den Kauf zweier mit Wasserstoff angetriebenen U-Boote der „Dolphin-Klasse“. Die deutschen U-Boote können auch mit Atomraketen bestückt werden. Deutschland hat schon einmal U-Boote an Israel geliefert. Diese wurden den Israelis sogar geschenkt. Das israelische Verteidigungsministerium erfreut sich großer Spenden aus aller Welt, so berichtete das World Policy Institute im Juli über amerikanische Militärhilfe für Israel im Umfang von jährlich 6,3 Milliarden Dollar.

Blickt man in die Israelische Armee findet man beinahe ausschließlich amerikanische Militär Vehikel. Ob es nun F-16 Kampfjets oder „Apache“ Hubschrauber sind die unter israelischer Flagge morden, alle sind „Made in USA“. Auch bei den Bodentruppen ist die Unterstützung der USA deutlich. Die israelischen Soldaten fahren mit den bekannten „Hummer“ Jeeps herum und beschossen den Libanon im Sommer unter anderem mit amerikanischen Haubitzen vom Typ „M 109 Paladin“.


Israelische Artillerie vom Typ M 109 Paladin die in den USA hergestellt werden bombardieren den Süden des Libanon.

Die israelische Kriegsführung wirft immer weiter Zweifel auf. Die Hardliner im israelischen Verteidigungsministerium scheinen unberechenbar zu sein und schrecken auch vor einem Konflikt mit bisher Verbündeten nicht zurück. Das israelische Militär muss kritisch in Augenschein genommen werden, blindes Vertrauen könnte in eine Katastrophe führen.

Krieg

Blauer Halbmond und kurdische Sonne

Beginnende Dreiteilung des Irak führt zu Flaggenstreit

Malte Olschewski – Ein blassblauer Halbmond auf weissem Grund wird von den Irakern schon deswegen abgelehnt, weil die Farbkombination an den verhassten Davidstern auf der Fahne Israels erinnert. Das blau-gelb-blaue Streifenband soll für die beiden grossen Flüsse Euphrat und Tigris, gleichzeitig aber auch für Sunniten und Schiiten stehen, womit der gelbe Streifen die Kurden symbolisieren würde. Es kommen auch die historischen, arabischen Farben Schwarz, Rot, Weiss und Grün in diesem Entwurf nicht vor, mit dem die Suche nach einer neuen irakischen Nationalfahne vorerst gescheitert ist.

Als Kurdenführer Barzani im September die öffentlichen Gebäude in Kirkuk mit der historischen Fahne seines Volkes beflaggte, kam es zu einer Serie von Bombenanschlägen mit Dutzenden Toten. Die Sunniten wehren sich mit allen Mitteln gegen die Staatswerdung Kurdistans, während die kurdische Autonomieregierung bereits vorsichtige Schritte in diese Richtung unternimmt. Man einigte sich vorläufig mit der Regierung in Bagdad auf Doppelbeflaggung: Neben der kurdischen kann nunmehr auch die irakische Fahne des Jahres 1958 gehisst werden.

Die Dreiteilung des Iraks in eine Konföderation aus einem kurdischen, sunnitischen und schiitischen Staat wird von Experten wie Vali Nasr („When the Shiites Rise“ in „Foreign Affairs“ von 7/8/2006 oder „The Shia Revival“ Norton, 2006) als einzige Möglichkeit angesehen, das Blutvergiessen zu beenden. Geheimdienste sehen in den derzeitigen Kämpfen zwischen verschiedenen Milizen Auseinandersetzungen zur Festlegung künftiger Grenzen in dieser Konföderation. Sinnvolle Aufgabe der amerikanischen Besatzungsmacht bis zum endgültigen Abzug läge daher in einer Entflechtung der gemischten Siedlungsgebiete. Das ist vor allem in Bagdad ungemein schwierig, sodass sogar eine Mauerbau zwischen schiitischen und sunnitischen Stadtvierteln vorstellbar wird. Die US-Armee könnte auch ihre Transportkapazität für notwendig werdende Umsiedlungen einsetzen.

Die Kurden machen 21 Prozent der gesamten Bevölkerung aus. Sie siedeln hauptsächlich im Nordosten, wo in kleineren Enklaven auch Assyrer, Chaldäer und Turkmenen anzutreffen sind. Sunnitische Araber mit 19 Prozent der Bevölkerung sind im mittleren Teil des Iraks entlang der Flüsse von Euphrat und Tigris etwa bis Bagdad anzutreffen. Schiiten sind mit 55 Prozent die Mehrheit und leben in relativ geschlossenen Gebieten des Südens. Bei der gegenwärtigen Siedlungsstruktur sind die Sunniten extrem benachteiligt, da sie von den Erdölfeldern im Norden wie im Süden ausgeschlossen bleiben. Die laufenden Kämpfe spiegeln sich auch in den verschiedenen Flaggen wieder, die oft unerwünscht im Wind flattern.

Der Irak war von den Briten 1921 aus der Masse des Osmanischen Reiches als haschemitisches Königreich begründet worden. Die Flagge zeigte die schwarz-weiss-grünen Streifen mit einem Trapez, in dem zwei siebenzackige Sterne glühten. Die sieben Zacken standen für die sieben Provinzen des Grossreiches, das von den Haschemiten als Abkommen des Propheten beansprucht wurde. Nach Sturz der Monarchie 1958 blieben in der Ersten Republik die drei Streifen, in deren Zentrum eine achtstrahlige Sonne leuchtete. 1963 ersetzte die Zweite Republik die Sonne durch drei grüne Sterne auf rot-weiss-schwarzen Längsstreifen. Die Sterne standen für die geplante Vereinigung von Irak, Syrien und Ägypten zu einer Arabischen Union. Unter Saddam Hussein wurde am 14.1.1991, kurz vor dem Angriff der USA, zwischen den Sternen der Schriftzug „Gott ist gross“ eingefügt. Damit wollte Saddam den islamischen Charakter des Irak betonen und auch um die Hilfe anderer, sunnitischer Staaten werben. Irakische Flaggenparade

Da im Irak wie viele andere Staaten politischer Umsturz seine Auswirkungen auf Fahnen und Wappen haben, suchte man auch in Bagdad seit 2004 nach neuen Staatsymbolen. Da der Entwurf mit dem blauen Halbmond auf wütende Ablehnung stiess, setzte die Regierung in Bagdad die Fahne von 1958 als Übergangslösung ein. Dieweil begannen in den drei Landesteilen immer öfter Konkurrenz-tücher im Wind zu flattern.

Die Kurden hatten aus den Schatztruhen der Familie Barzani die Flagge der Republik von Mahabad hervorgeholt und in abgeänderter Form neu flattern lassen. 1920 war den Kurden im Vertrag von Sevres ein eigener Staat versprochen worden. Man hatte schon eine eigene Fahne entworfen, als sich 1923 im Vertrag von Lausanne die Türkei durchsetzte und einen Kurdenstaat verhinderte. 1946 war den Kurden im Westen des Irans mit sowjetischer Hilfe die Gründung der Republik von Mahabad gelungen, die aber bald von den Truppen des Reza Khan niedergewalzt wurde. Auf rot-weiss-grünem Grund waren auf der Fahne von Mahabad eine Schreibfeder, eine Weizenähre und eine Sonne zu sehen. Die Fahne von Irakisch-Kurdistan behielt die Anordnung der Farben und die Sonne. Die Sonne hatte 21 Strahlen, da diese Zahl in der kurdischen Yazidenreligion für heilig gehalten wird.

In sunnitischen Regionen ist immer öfter die Fahne Saudiarabien zu sehen, da Riyad einen möglichst grossen Sunnitenstaat unter-stützt. Die Flagge der herrschenden Wahabiten trägt auf grünem Grund den weissen Schriftzug: „Es gibt keinen Gott ausser Allah, und Mohammed ist sein Prophet.“ Es ist dies die einzige Fahne der Welt, die aus Respekt vor ihrer Aussage nie auf halbmast gesetzt werden darf. Nachdem am 1.8.2005 König Fahd gestorben war, blieb in Saudiarabien die Fahne hoch am Flaggenmast.

In den vorwiegend von Schiiten besiedelten Gebieten ist immer öfter die Fahne des Irans zu entdecken. Sie besteht aus grün-weiss-roten Längsstreifen. Hierbei symbolisiert Grün den Islam und eine blühende Kultur. Weiss steht für Frieden und Freundschaft, während Blut und Mut durch die rote Farbe ausgedrückt werden. Bis zum Sturz des Schahs stand im Zentrum den Schwert tragende Pahlewi-Löwe. Die Ayatollahs haben ihn durch ein mehrdeutiges Symbol ersetzt, das als Lilie, als vier Halbmonde oder als eine Kalligraphie für das Wort „Allah“ interpretiert werden kann. Der weisse Mittelstreifen wurde nun mit zwei Mal elf Schriftzügen für „Allahu Akbar“ gerahmt. Das sollte bedeuten: Die islamische Revolution begann am 22. Tag im 11. Monat des iranischen Kalenders.

In den Bagdader Zeitungen erschienen in letzter Zeit mehrere Vorschläge für eine neue Fahne. Hierbei hat man eine neue Disziplin der „Persiflag(g)en“ entwickelt. Flaggen mit bitteren Anspielungen auf Saddam, die USA und Israel heizen den Streit weiter an. Man scheint aber einig zu sein, dass die neue Fahne in den arabischen Farben Schwarz, Rot, Weiss und Grün gehalten sein sollte. Diese Farben waren schon über den arabischen Aufständen gegen die Osmanen geflattert. Schwarz symbolisierte die fremde Unterdrückung, während Weiß eine strahlende Zukunft verhiess. Grün galt als die Farbe des Propheten, während Rot das vergossene Blut symbolisierte. Mit der späteren Unabhängigkeit haben fast alle arabischen Länder in Nahost ihre Fahne in diesen Farben gestaltet. Will der Irak eine neue Flagge in den arabischen Farben einführen, so muss er eine originelle Kombination dieser Farben mit einem kraftvollen Symbol seiner 7000 Jahre alten Geschichte verbinden.

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Krieg

RAF man ‚witnessed abuse of Iraqis‘

A Royal Air Force serviceman has told how he witnessed British Army soldiers allegedly abusing Iraqi detainees.

Senior Aircraftsman (SAC) Scott Hughes said while visiting the holding facility in Basra, southern Iraq, he saw soldiers from the Queen’s Lancashire Regiment (QLR) kicking and shouting at hooded civilians being held as suspected insurgents.

He also described the sickening smell caused by the detainees soiling themselves.

Mr Hughes told how he saw one soldier, Corporal Donald Payne – who has admitted a charge of inhumanely ill-treating Iraqis but denies manslaughter – gauging the eyes of an elderly detainee. „He was trying to pick his head up by his eye sockets,“ Mr Hughes told the court martial at Bulford Camp, Wiltshire, where seven soldiers are standing trial.

SAC Hughes, the first English-speaking witness to tell of the alleged abuse, had driven to the QLR’s base in Basra in September 2003 to deliver a GMTV crew who were doing some filming.

In evidence, SAC Hughes said he heard shouts coming from a building at the base when he got out of his vehicle so he went to see what was happening.

He said an older detainee, later identified as Kifah Al-Matairi, had his eye sockets repeatedly grabbed and yanked upwards by Payne when his head dropped down from a braced position the soldiers wanted the prisoner to hold.

„He kicked him in the lower back region where I believe the kidneys are located,“ SAC Hughes said. „He then put his fingers into his eye sockets and yanked his head up, it was as if he was gauging his eyes.“

The senior aircraftsman said he saw a total of 11 Iraqi detainees and four soldiers at the holding facility. He described the prisoners groaning in pain and the soldiers, chiefly Payne, shouting at them to maintain their positions.

SAC Hughes said one soldier told him the detainees were thought to have been connected to a recent incident in which three Royal Military Policemen were killed.

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Krieg

Gut zu wissen: Gott führt das Pentagon

Stephan Fuchs – Der ranghöchste Soldat der amerikanischen Streitkräfte, General Peter Pace weiss von wem sein Boss Rumsfeld inspiriert ist: Von keinem geringeren als von Gott selbst. Mit dieser Überzeugung verteidigte der Hochdotierte an einer zeremoniellen Ansprache für das Southern Command (Southcom) in Miami die Führung des Verteidigungsministers Donald Rumsfeld.


Auf was Gott wirklich abfährt: Orden, Medaillen und Sterne. Hier jene von General Peter Pace

„He leads in a way that the good Lord tells him is best for our country,“ meinte der General und weiter: „a man whose patriotism focus, energy, drive, is exceeded by no one else I know … quite simply, he works harder than anybody else in our building.“

Der ehemalige Marine ist dem lieben Gott auf der Kariere-Leiter schon ganz nahe: 1968 Grundausbildung im Marine Corps, ein Jahr später Platoon Leader im Vietnam Krieg und Operationsoffizier, Leiter der Infanterieschreiber-Einheit, Kommandeur der Sicherheitsabteilung von Camp David, 1971 zum Captain befördert, dann Operationsoffizier und erster Offizier in Thailand. 1980 kommandierender Offizier, 1982 Lieutenant Colonel, danach wurde er nach Südkorea versetzt und erhielt das Kommando über die dortig stationierten Bodentruppen.


Trotz Gott in der Hölle

Als Assistierender Divisionskommandeur 1992, wurde er im selben Jahr zum Brigadier General ernannt. Am 13. Juli 1992 wurde er Kommandierender General der Schulen des Marine Corps des Marine Corps Kampfentwicklungskommando. In dieser Funktion diente er auch als stellvertretender Kommandeur der Marine Force in Somalia und als stellv. Kommandeur der Joint Task Force – Somalia. Am 21. Juni 1994 wurde Pace zum Major General befördert und als Stabschef und stellv. Kommandeur der US-Streitkräfte in Japan eingesetzt.

Am 5. August 1996 wurde er zum Lieutenant General befördert und als Direktor für Operationen (J-3) im Vereinigten Generalstab der US-Streitkräfte eingesetzt.

1997 bis zum Jahre 2000 diente Pace dann als Kommandeur der US Marine Corps Forces Atlantik/Europa/Süd. Am 8. September 2000 wurde er zum General befördert und übernahm das Kommando über das US Southern Command. Ein Jahr später, schon ganz nahe bei Gott, wurde er am 30. September 2001 von Donald Rumsfeld zum stellv. Vorsitzenden des Vereinigten Generalstabs (Joint Chiefs of Staff) ernannt. Am 22. April 2005 nominierte ihn George W. Bush als Nachfolger von General Richard B. Myers als Vorsitzenden. Die von Gott inspirierten sind unter sich: Gott Lob!

Krieg

U.S. tracking N. Korean ship with banned military equipment

Kyodo – U.S. intelligence has detected the departure from a North Korean port of a North Korean ship suspected of carrying military equipment banned under a U.N. sanctions resolution against Pyongyang’s Oct. 9 nuclear test, CBS News reported Thursday.

The United States is tracking the ship, CBS said, noting that it remains uncertain exactly what the ship is carrying and where it is headed.

Should the ship be confirmed to be loaded with nuclear, missile or other related materials, it could be subject to the first maritime inspection under the sanctions resolution adopted unanimously Saturday by the U.N. Security Council. The resolution, which imposes economic and diplomatic sanctions, rules out military options, which are strongly opposed by China and Russia.

The news report came a day after U.S. President George W. Bush vowed to deal with ships and airplanes and take all necessary measures to stop North Korea’s transfer of nuclear weapons to other nations and non-state entities such as terrorists.

Bush warned North Korean leader Kim Jong Il in an interview with ABC News that Kim will be “held to account“ and face “grave“ consequences if Pyongyang sells nuclear arms.

Under the resolution, U.N. members are required to conduct maritime inspections and take other measures, if necessary, to stop North Korea’s transfer of nuclear, missile and other military equipment.

Krieg

Negropontes Planspiel als Realität ausposaunt?

Harald Haack – Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Inzwischen weiß die Welt es, die CIA, die NSA, die Homeland-Security, das Pentagon und unter vielen anderen an der Spitze der US-Präsident George W. Bush. Ihnen wurden Lügen nachgewiesen – Lügen, die Tausenden von Menschen, darunter viele eigene Soldaten und Journalisten, das Leben gekostet haben. Schon 2004 offenbarte eine Serie von Enthüllungen, dass Saddam Hussein „zu keiner Zeit eine Bedrohung für die Sicherheit der USA darstellte“. Sie erschütterten die Glaubwürdigkeit von Bush, der als Präsident auf die Information seiner Behörden zurückgreifen muss, so nachhaltig, dass man inzwischen darüber nachdenken sollte, ob es in den USA möglicherweise eine Verschwörung gegen ihn gibt, wobei die Verschwörer – wie einst bei Julius Cäsar – unter den eigenen Leuten agieren könnten. Es fehlt offenbar nur noch der „Brutus“, der dem Chef den tödlichen Dolchstoß verpasst. Die Verfilmung über seine Ermordung existiert schon – eine fiktive Handlung als Pseudo-Dokumentation realisiert.

Vielfach aber waren es hausgemachte Hysterie sowie Sicherheitsübungen, die US-Behörden zu absurden Erkenntnissen veranlaßte.

Im September 2003 kam heraus, dass eine Untereinheit des Pentagons die 1881 gegründete, traditionsreiche schottische Whisky-Brennerei Bruichladdich als Chemiewaffenfabrik verdächtigte. Der Brennerei-Direktor, der heute 44-jährige Mark Reynier, konnte es nicht glauben. Dazu sei ihm die Nachricht darüber zu „surrealistisch“ gewesen. Aber er musste erkennen, was Werbung im Internet anrichten kann. Um nämlich zusätzlich für seinen Whisky zu werben, hatte er sieben WebCams über seinen Betrieb verteilt, die rund um die Uhr den Herstellungsprozess übertrugen und jeden zeigten, wie der Bruichladdich-Whisky hergestellt wird, angeblich genauso wie vor über 100 Jahren, als Queen Victoria noch lebte und regierte.

Doch eines Tages fiel eine der WebCams aus. Prompt erhielt er eine anonyme E-Mail. In der wurde er aufgefordert dafür zu sorgen, dass die Übertragung aus jener Halle wieder möglich sei. Und schon bald kam eine zweite E-Mail. Sie kam von einer US-Abteilung zur Abwendung der Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen. Deren damalige Sprecherin Ursula Stearns erklärte damals: Um eine Schnapsbrennerei in eine Chemiewaffenfabrik umzuwandeln, sei nur ein kleiner Schritt notwendig. Die „Times“ kommentierte: „Amerikas Jagd auf Massenvernichtungswaffen ist entweder noch gründlicher, als man sich bisher vorstellen konnte, oder das Pentagon hat Durst bekommen.“ Oder aber Frau Stearns ist überzeugte Abstinenzlerin und weiß, welch vernichtende Wirkung der übermäßige Konsum von Whisky haben kann.

Nachdem sich der Wirbel gelegt hatte, ebenso der größere Bruder dieses Wirbels – das vom CIA als Wahrheit verkaufte Gerücht demnach Saddam Hussein mobile, auf Trucks installierte Chemiewaffenfabriken unterhalte, sickerte durch, der Fall Whisky-Destille sei „nur“ ein Planspiel von vielen gewesen, um die Wachsamkeit der Sicherheitsdienste und der Politiker zu testen.


Mysteriöse Fässer, geheimnisvoller Bottich…


… und schwarzhaariger Mann in langer, glänzender Lederhose neben verschlossenen und von grellem Lampen angestrahlten gläsernen Behältern. Bilder der Bruichladdich-WebCams.

CNN – immer ganz vorn und als Allererster!
Wie schon so oft hatte der US-Nachrichtensender CNN die Erkenntnis der amerikanischen Spione, die im US-Staat Virginia vor ihren Computer-Monitoren hockten, verbreitet. Dieser Nachrichtensender, der von dem Planspiel erfuhr, aber mutmaßlich nicht wusste, dass es ein Planspiel war und die Nachricht die Produkte Bruichladdichs seien Chemiewaffen, „unter Berufung auf Geheimdienstkreise“ zur Realität werden ließ, verbreitete jetzt die Nachricht, die US-Regierung habe bei den vorläufigen Luftuntersuchungen des Luftraumes über Nordkorea Hinweise gefunden, demnach Nordkorea einen Atomtest durchgeführt hatte.

Das ist insofern interessant, weil es kurz vorher seitens CNN die Nachricht gab, mit Berufung auf einen US-Geheimdienstmitarbeiter, es gebe keinen Beweis für einen Atombombentest Nordkoreas. Die Untersuchungen von Luftproben, „die einen Tag nach dem angeblichen Kernwaffentest in Nordkorea genommen worden waren“, hätten keine Spuren der „typischen Spaltprodukte“ ergeben. Reuters, als Nachrichtenagentur auch gerne ganz schnell im Verbreiten von Nachrichten, wusste es, ebenfalls auf Berufung auf einen Geheimdienstmitarbeiter, angeblich genauer: US-Flugzeuge sollen die Luftproben nahe der nordkoreanischen Grenze genommen haben.

Wie [journalismus – nachrichten von heute] berichtete, hatten meteorologische Dienste für die nördliche Gebirgsregion Nordkoreas Regenschauer vorhergesagt. Heutzutage sind Wettervorsagen zuverlässig, und so kann man getrost davon ausgehen, dass es über dem „Ground Zero“ des Atomtestgelände geregnet hatte – wahrscheinlich nach dem Test. Radionukleide, von dem angeblichen, unterirdischen Atomtest in die Atmosphäre gelangt, wären wahrscheinlich vom Regen aus der Atmosphäre gewaschen worden.

Der erste Test sei negativ gewesen, soll der „Geheimdienstmitarbeiter“ erklärt haben. Aber es seien weitere Untersuchungen von Luftproben geplant. Von irgendwelchen Luftproben? Nicht ganz, aber mit gewissen Luftproben ließe sich das Testergebnis verifizieren – vorausgesetzt, man verwendete Luftproben, deren Gehalt an Radionukleiden bekannt und nachgewiesen ist.

Der auskunftsfreundige „Geheimdienstmitarbeiter“, nunmehr als „Experte“ zitiert, glaube jedoch nicht, dass bei weiteren Untersuchungen andere Ergebnisse herauskämen.

Doch nun will man trotzdem etwas gefunden haben: In „Luftproben sei radioaktiver Abfall aufgespürt worden, der im Einklang mit einem nordkoreanischen Nukleartest stehe“. Die Nachricht kam ebenfalls von CNN, der sich nun nicht auf „Geheimdienstkreise“ oder „Geheimdienstmitarbeiter“ beruft, sondern den Nationalen Geheimdienstdirektors, John Negroponte.

Wie [journalismus – nachrichten von heute] auch berichtete, bestünde die Möglichkeit, dass Nordkorea keine Atombombe, sondern mit Atommüll verseuchter konventioneller Sprengstoff gezündet wurde. Spaltprodukte, wie sie bei Nukleartests entstehen, können auch in Laboratorien geringfügig erzeugt werden und es dürfte nicht schwer sein, nicht radioaktives Material damit zu kontaminieren – um einen Atombombentest vorzutäuschen.


Der große Blender auf einer koreanischen Satire, als bombiger „Pipi-Junge“ verhöhnt.

Ein Sprecher von Negropontes Behörde machte unterdessen Andeutungen, die auf ein erneutes „Planspiel“ hinweisen: Es sei keine offizielle Erklärung gewesen, sondern „ein Entwurf zur internen Information von Kongressmitgliedern“. Die Öffentlichkeit sollte davon nicht erfahren, und eine offizielle Verlautbarung sei nicht geplant. Es handele sich immer noch um vorläufige Analysen, will die Nachrichtenagentur dpa vom Sprecher Chad Kolton erfahren haben.

Ob nun Planspiel oder nicht, ob Propaganda oder verkorkste Diplomatie, klar ist jetzt, dass es längst nicht mehr um die Wahrheit geht. Seitdem die USA verkünden, sie könnten den Atombombentest Nordkoreas bestätigen, soll dieser Staat von der „Achse des Bösen“ plötzlich wieder gesprächsbereit sein. Nordkoreas Regierung in Pjöngjang glaubt offenbar mit seinem Theater des großen Paukenschlags, dem angeblichen Atomtest, die USA wie auch die Welt in Angst und Schrecken versetzt zu haben und fühlt sich wieder ernst genommen.

Countdown zum Atomkrieg?
Placemarks für die Google-Earth-Software-Version

Krieg

UK minister urged Aljazeera bombing

Aljazeera – David Blunkett, the UK’s former home secretary, has said that during the 2003 invasion of Iraq he suggested to Tony Blair that Britain’s military should bomb Aljazeera’s television transmitter in Baghdad.

Aljazeera television said on Thursday that Blunkett’s claims – made in an interview with Britain’s Channel 4 television to be aired on Monday – support its belief that the US and Britain deliberately bombed its Baghdad offices during the war.

Ahmed al-Sheikh, editor-in-chief of Aljazeera’s Arabic channel, said; „This adds to the growing number of evidences that will one day prove that the attack on Aljazeera was premeditated … at the highest levels.

„Aljazeera was being targeted at the time because the people who were waging war on Iraq didn’t like what it was showing.

„We talk about terrorism, this is pure terrorism.“

Al-Sheikh also said that Aljazeera will ask for an official British statement on Blunkett’s claims.

„In the past, we got in touch with the Americans and asked them to apologise or to hold an investigation. But we haven’t heard anything from them.

„This time, we will also complain,“ he said, adding that an official statement would be released later.

Blunkett’s claims
During his interview with Channel 4, Blunkett, who is promoting a new book, said that he had told Tony Blair, the British prime minister, that Aljazeera television transmitting equipment should be targeted because it was broadcasting „propaganda“.

„There wasn’t a worry from me because I believed that this was a war and in a war you wouldn’t allow the broadcast to continue taking place,“ Blunkett said.

„I don’t think for a minute in previous wars we’d have thought twice about ensuring that a propaganda mechanism on the soil of the country you were invading would actually continue being able to propagandise against you.“

The US has previously accused Aljazeera of aiding its enemies
Two weeks after Blunkett pressed the prime minister to attack Aljazeera, the American military bombed the station’s Baghdad offices, killing journalist Tareq Ayoub.

Blunkett, however, said that although the British government considered targeting Aljazeera’s transmission equipment, it considered that journalists were not a legitimate target.

„I think there’s a big difference between taking out the transmission and taking out journalists – even if you don’t agree with them,“ he said.

„I don’t know whether it was a mistake or not, but I wouldn’t call it legitimacy,“ he added, referring to the US bombing.

Media deaths
Since April 2003, the Committee to Protect Journalists estimates that at least 80 journalists and 22 media support workers have died in the Iraq conflict – the overwhelming majority killed by members of Iraqi groups.

In addition to that tally, 11 employees of Shaabiya, an Iraqi television channel, were killed when their offices were attacked during the night by masked gunmen early on Thursday morning.

„We came in this morning and we saw the massacre,“ Hassan Kamil, executive manager of Shaabiya satellite channel, said.

„All were killed. We think gunmen broke into the house and killed them.“

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Krieg

Umkehr der Realität oder Wahrheit?

Harald Haack – US-Präsident George W. Bush wird von seinen eigenen Landsleuten inzwischen mehrheitlich bezichtigt, mehrfach gelogen zu haben – was er kürzlich auch zugab und dafür „Sicherheitsinteressen“ als Grund vorschob. Doch ausgerechnet er dient der britischen Regierung als Quelle, demnach die Ergebnisse einer Studie, nach der seit Beginn der US- Invasion im Irak 655.000 Menschen ums Leben gekommen sind, unzutreffend sein sollen – eben deshalb, weil Bush sie als „unglaubwürdig“ bezeichnet hatte und weil die in der Studie genannte Zahl wesentlich höher sei als „sämtliche andere Studien“ – Studien, deren Ergebnisse wahrscheinlich schon vor Auftragserteilung von den Regierenden festgelegt wurden. Wie der Sprecher des Premierministers Tony Blair nun sagte, gehe die Regierung nicht davon aus, dass die Zahl in der (mutmaßlich von Regierungsseite nicht abgesegneten Studie) auch nur annähernd der Realität entspreche. Er füge hinzu, damit solle aber nicht „der Ernst der Sicherheitslage im Irak“ heruntergespielt werden.

Nach den am Mittwoch (11. Oktober 2006) veröffentlichten Erkenntnissen von US-amerikanischen und irakischen Gesundheitsexperten wurden beim US-geführten Einmarsch 2003 und der folgenden Gewalteskalation zweieinhalb Prozent der irakischen Bevölkerung getötet; über 6550.000 Tote.

Seit Kriegsbeginn habe sich die Todesrate mehr als verdoppelt, heißt es in der Studie weiter, die in der medizinischen Fachzeitschrift «The Lancet» im Internet zu finden ist. Das US- Verteidigungsministerium hatte die Zahl der im Irak getöteten Menschen am Mittwoch lediglich auf maximal 50.000 beziffert.

650 000 Iraker durch Kriegsfolgen gestorben
It’s worth it Baby!

Krieg

Sahnige braucht die Bundeswehr

Michael Schulze von Glaßer – „Sport kombiniert mit Party“ war das Motto einer „Olympiade“, die im Mai in der Nordrhein-Westfälischen Stadt Warendorf stattfand.

Bei drei modernen Teamsportarten – Streetball, Beachvolleyball und Streetsoccer – nahmen an dem Wochenende vom 19.-21. Mai 2006 über 1000 Jugendliche teil. Abends wurden Partys gefeiert und DJ’s legten Musik auf. Die Veranstaltung wurde allerdings nicht von einem Verein organisiert. Auch die Stadt Warendorf oder soziale Einrichtungen der Region hatten nichts damit zu tun.

Unter dem ungemein spannenden Kürzel „BW Olympix ’06“ fand das „Teamsport-Event der Bundeswehr“ auf dem Gelände der Sportschule der Bundeswehr in der Kreisstadt Warendorf statt. Neben den sportlichen Angeboten hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich in mehreren Büros, die direkt neben den Sportstätten lagen, für die Bundeswehr einzuschreiben, um, wie von den flotten Veranstaltern suggeriert, eine „Karriere“ bei der Bundeswehr zu starten. Gleich neben dem „Streetsoccer“-Feld befanden sich die neusten technischen Errungenschaften der Armee. Neben schicken Panzern und luftigen Hubschraubern konnten sich die Jugendlichen auch den neuen Jeep der Bundeswehr mit der Bezeichnung „Fennek“ angucken – Technik, die blauäugige Teenager begeistert!

Mit den „BW-Olympix“ konnte die Bundeswehr gleich mehrere Erfolge erzielen. Einerseits steigt angeblich durch solch zivile Veranstaltungen die Akzeptanz der Bundeswehr in der Bevölkerung, was einem Gesetz für Bundeswehr-Einsätze im Innern sehr nützlich ist, anderseits kann die Bundeswehr dadurch neue junge und potente Rekrutinnen und Rekruten gewinnen. Nicht umsonst wird „Teamsport“ angeboten – immerhin wird auf den Schlachtfeldern der Welt „Kameradschaft“ groß geschrieben – und Fitness natürlich auch. Wer möchte da nicht seinem Mann stehen!

Diese Strategie der Bundeswehr ist nicht neu. Schon 2002 und 2004 fanden die „BW-Olympix“ statt, 2005 ging es mit der Bundeswehr zum „BW-Beachen“ nach Warnemünde.

Nur noch 15 Prozent der Männer im wehrfähigen Alter werden zu ihrem BW-Dienst herangezogen, immer mehr aber haben irgendwelche Beschwerden. Die Bundeswehr sucht sich die „Crème de la crème“ unter den jungen Erwachsenen aus. Der Musterungsstatus T (für Tauglichkeit) 1 ist der von der Bundeswehr bevorzugte. Diese „Sahnigen“ entsprechen dem Idealtypus eines Soldaten. Aber auch Schaumschläger, die als T2 gemustert wurden, können auch damit rechnen, ihren Dienst an der Waffe „verrichten“ zu können. Alle Anderen, die weiter vom sahnigen Ideal abweichen und über die „Schlagsahne“ oder den „Schaum“ hinaus ausbuttern, wer also beispielsweise Allergien oder Asthma hat, werden ausgemustert und müssen weder zur Bundeswehr noch Zivildienst verrichten. Verweigern können alle jungen Erwachsenen den Wehrdienst, müssen dann aber Zivildienst ableisten. Des Weiteren ist das Risiko zu hoch, vermeintlich kranke Rekruten zur Waffe zu bitten. Falls beispielsweise ein Rekrut bei einer Übung an einem Asthma-Anfall zugrunde geht, kämen auf die Bundeswehr horrende Entschädigungen zu. In Zeiten, in denen sich die Bundeswehr für 16 Milliarden Euro neue Düsenjäger zulegt, ist für solch einen Klamauk wirklich kein Geld da.

Die Vorgehensweise der Bundeswehr ähnelt stark an die der US-Armeen, obwohl sie doch gleichsam verschiedene Ziele verfolgen.

Den US-Streitkräften mangelt es derzeit an Rekruten. Nun versuchen sie mit allen Mitteln welche anzuwerben. Opfer dieser bittersüßen Anwerbestrategien sind Greenhorns, die dann, zu großen Teilen nach einer kurzen Ausbildung an der Waffe, direkt in die Krisengebiete wie den Irak geschickt werden und erkennen müssen, dass das Pentagon sie verheizen will. Dies ist auch der Grund für die mangelnde Bereitschaft zur US-Armee zu gehen. Es soll auch schon Anwerbungen des Pentagons in Deutschland unter Rechtsextremisten und Abwerbungen von Bundeswehrsoldaten gegeben haben. Doch das wurde von beiden Seiten weder bestätigt noch dementiert.


Amerikanischer Nascar-Bolide, der von der US-Navy gesponsert wird.

Die Bundeswehr hat hingegen eine große Auswahl an Rekruten und pickt sich die heraus, die am besten als Soldaten geeignet sind. Jedoch hapert es bei der Bundeswehr an Akzeptanz in der Zivilbevölkerung. Die Bundeswehr im Inland einzusetzen, stößt in der Bevölkerung auf Misstrauen. Bundeswehreinsätze im Ausland werden von der Bevölkerung oft wegen der damit verbundenen Verschwendung von Steuergeldern abgelehnt. Jedoch entschied die deutsche Regierung bislang über den Willen der Wähler hinweg, stimulierte Parlamentarier zur Abstimmung und bewilligte letztendlich die Regierungsvorgabe, nämlich die Bundeswehr-Einsätze. Gebe es in Deutschland eine direkte demokratische Abstimmung, wären deutsche Soldaten jetzt weder im Kongo noch an der Küste des Libanons; wie Umfragen zu diesen Ergebnissen ergaben.

Um aber letztendlich akzeptiert zu werden, rührt die Bundeswehr die Werbetrommel. Modern und attraktiv soll die Bundeswehr wirken. Neuste Technologien werden angepriesen – die mörderische Wirkung neuer Waffen jedoch ausgeblendet.

Die Websites der deutschen Armee sind auf dem neusten Stand der Technik. Fotos und sogar Videos der verschiedenen Vehikel der Bundeswehr können jederzeit online abgerufen werden. Es gibt sogar einen Katalog mit allen Waffen der Bundeswehr inklusive verschiedener Angaben wie „Schuss pro Minute“ und „Reichweite der Geschosse“. Ein direkter Link mit der Aufschrift „Karriere Bundeswehr“ darf auf keiner Startseite der Bundeswehr-Websites fehlen. Neben sportlichen Veranstaltungen besuchen Angehörige der Bundeswehr schon heute den potentiellen Nachwuchs in den Schulen und mühen sich, neue junge Männer und Frauen für die Armee zu begeistern. Aber: Das ist nicht neu. Das gab es zur Zeit des Kalten Krieges in der DDR und davor schon im Nazi-Deutschland. Das gibt es auch in vielen totalitären Staaten.

So darf man darüber staunen, dass die Führung der Bundeswehr befürchtet, zu einer reinen Berufsarmee „degradiert“ zu werden. Dies hätte zur Folge, dass die Nähe zur Bevölkerung noch weiter schwinden würde. Aber noch kommen viele Soldaten aus der Zivilbevölkerung und schaffen so eine Verbindung zwischen Bundeswehr und Bevölkerung. Diese Verbindung allerdings droht der Bundeswehr abzureißen.

Skandale wie jener, der die Abteilung „Kommando-Spezialkräfte“ betrifft, werfen zudem ein schlechtes Bild auf die Bundeswehr. Neben dem Folterskandal sollte hier auch die Misshandlung von Wehrdienstleistenden in verschiedenen Kasernen nicht vergessen werden. Das Image, das nie gut war – schon gar nicht zum Zeitpunkt der Gründung der Bundeswehr – scheint immer schlechter zu werden.

Nun zielt die Propaganda der Bundeswehr speziell auf jüngere Menschen, die noch beeinflussbar sind, um „von unten“ ein gutes Image aufzubauen. Der Auftritt solcher Rekrutierungskommandos muss für Jugendliche beeindruckend sein; moderne Autos neuester Generation entdeckt man immer häufiger im Fuhrpark der Bundeswehr. Und so kommt es schon einmal vor, dass die Soldaten zur Beerdigung eines Kriegsveteranen mit einem BMW der M-Klasse vorfahren. Auf allen Fahrzeugen klebt natürlich der Schriftzug der Bundeswehr; oftmals auch die Internetadresse.

In dieser Hinsicht kommt der Medien-Mainstream der Bundeswehr immer mehr entgegen. Besonders beim Nachrichtensender N24 kriegt man den Eindruck, dass nahezu jede Reportage mit dem Thema „Militär“ zu tun hat. Oft wird aalglatt eine einwandfrei funktionierende Technik angepriesen – die Wirklichkeit jedoch bleibt im Verborgenen.

In „Lenz – das junge Magazin“, einer wöchentliche Beilage für Jugendliche in der Zeitung „Westfälische Nachrichten“, wurde zuletzt die Karriere einer 18-jährigen Soldatin beschrieben. Der Artikel ist eine Verführung der Jungendlichen und zeigt weder den realen Alltag noch die Gefahren Soldat zu sein. So schwieg man vor einem Einsatz über Krieg oder Angst. Die jugendlichen Leser erfuhren, wie sie bei der Bundeswehr auch eine Ausbildung machen können und wie toll es doch ist, damit zugleich seinem Vaterland zu dienen. Negative Aspekte des Soldatenlebens wurden ebenfalls verschwiegen. Der vorletzte Satz in dem Artikel mit der Überschrift „Ich bin Soldat geworden, keine Friseurin“ lautet wie folgt: „Nicht in der Disco, sondern in der Lützow-Kaserne fand sie (die Soldatin) ihre große Liebe.“ Von den Folgen dieser Liebe keine Spur. Spendiert die Bundeswehr jetzt auch Verhütungsmittel?

Extra für Jugendliche wurde sogar eine Internetseite eingerichtet. Auf ihr können sich die Jugendlichen interaktiv austauschen. Und der „Große Bruder“ liest selbstverständlich mit und taxiert schon mal die Plappermäuler.

Aber auch hier wieder werden die neuen Technologien der Gerätschaften angepriesen.

Mit Gewinnspielen wird versucht die Jugendlichen zu ködern. Um beispielsweise einen iPod im Tarnlook zu gewinnen, muss man erst einmal Mitglied der „Community“ werden. Über fünfzehn persönliche Angaben müssen die Jugendlichen bei der Anmeldung eingeben. Es wird beispielsweise nach der deutschen Staatsangehörigkeit und der momentanen Tätigkeit gefragt. Auch Handylogos, Bildschirmschoner und Wallpapers sind auf der Homepage zu finden – eben alles, wofür Jugendliche sich angeblich interessieren – und alles mit dem Logo der Bundeswehr versehen.

Eine unverschämt stämmige Truppe – wie im richtigen Krieg! Da aber der Krieg fern von Deutschland lauert, ist die Front derzeit fern der „Heimat“. Blauäugig waren sie, die Sahnigen, die Crème de la crème, schon immer – blind wurden sie hinterher, wenn sie nicht schon vorher fielen.

Ballerspiel: „America’s Army“
Wie immer sind auch hier die USA das große Vorbild. Als eines der besten Beispiele für die oftmals hinterhältigen Anwerbungsversuche bei der US-Armee gilt derzeit ein Computer-Game names „America’s Army“. Dieser „Ego-Shooter“ wurde im Juni 2002 (also kurz nach Beginn des Afghanistan-Krieges) veröffentlicht. Es ist frei auf einer Homepage der US Army als Download erhältlich. Zuvor aber muss man sich selbstverständlich registrieren – mit allen Konsequenzen.

Spieler dieser Kriegssimulation bezeichnen das Game als sehr realitätsnah. Doch wissen sie schon vom Krieg? Waren sie jemals als Soldaten in einem richtigen Krieg? Sahen sie den Tod leibhaftig in die Augen? Erfuhren sie das Leid, wenn Kameraden neben ihn verbluteten? Kriegs-Vetaranen aber, die den Krieg bestens kennen, haben die Schnauze von ihm und von der niederträchtigen Art und Weise, wie sie von der amerikanischen Gesellschaft behandelt werden, voll.

Das Game wurde vom MOVES Institute der Naval Postgraduate School entwickelt und vom amerikanischen Steuerzahler bezahlt. So muss man zu Beginn des Spieles eine virtuelle Ausbildung, bestehend aus verschiedenen Schiess- und Hindernisübungen bestehen. Dabei wird den besonderen Fähigkeiten auch eine bestimmte Funktion (die es auch in der Armee gibt) zugeordnet. Ist man beispielsweise auf dem virtuellen Schiess-Stand sehr erfolgreich, kommt man in eine „Sniper School“, in der man seine Fähigkeiten noch verbessern kann. Alle Waffen entsprechen dem Original-Equipment der US-Army.


Screenshots der von der US-Army frei zum Download zur Verfügung gestellten Kriegssimulation „America’s Army“.

Da das „Ballerspiel“ online zu spielen ist, kämpfen immer Gruppen meist junger Leute gegen eine andere Gruppe von PC-Spielern. Dabei ist interessant, dass beide Teams sich in Gestalt von US-Soldaten sehen und die feindlichen Soldaten als Terroristen. Das gegnerische Team wiederum sieht sich als Soldaten und die Spieler des anderen Teams als Bösewichte.

Hierarchie täte der Realität natürlich einen Abbruch. So gibt es Team-Leader, die den Rang eines Offiziers haben und ihr Team befehlen. Jeder Spieler sammelt Punkte während einer Mission. Wird ein Gegner erschossen, gibt es als Pluspunkte so genannte HONOR-Points – Ehren-Punkte – wer einen Zivilisten oder gar ein Team-Mitglied erschießt, dem werden Punkte abgezogen. Da Jugendliche am häufigsten Computerspiele spielen, ist das Ziel des Propaganda-Games klar – neue Rekruten für die Armee zu begeistern. Zudem, so ergaben Studien im Auftrag des Pentagons, werden schon frühzeitig auf spielerische Weise die psychischen und physischen Fähigkeiten künftiger Top-Soldaten trainiert, denn der Krieg der Zukunft, wie es sich amerikanische Militärs erträumen, soll ein Krieg der von (in „sicheren“ Bunker hockenden) Soldaten gesteuerten Kampfmaschinen sein.

Die Choreographie ziviler Gewalt