Krieg

Das Killing-Street-Memo

Norman Solomon – Es gibt in den USA Leute, die den Betrug um den jüngsten Krieg bloßlegen, und es gibt solche, die stetig bemüht sind, die Grundlage für den nächsten Krieg zu legen.

Im Memo dieser Leute steht: Lege den Fokus der Berichterstattung auf problematische Jugendliche im Iran. Im Zentrum stehe deren an Nihilismus grenzende Verzweiflung. Weniger Medieninteresse findet hingegen das Wachsen der iranischen Zivilgesellschaft. Viele Tausende junger Leuten im Iran – und deren Eltern – bemühen sich, eine Sozialbewegung für Demokratie und Menschenrechte auf die Beine zu stellen. Sie mag zwar diffus sein, nichtsdestotrotz ist sie kohärent.

Mache es der amerikanischen Öffentlichkeit leicht, wichtige Aspekte der gemeinsamen Vergangenheit von Iran und USA zu verdrängen – oder von vorneherein nichts davon zu erfahren. 1953 organisierten die USA einen Staatsstreich, mit dem der demokratisch gewählte iranische Premierminister gestürzt wurde – ein Demokrat namens Muhammad Mussadiq. An dessen Stelle wurde das brutale Regime des Schah installiert, das das Land ein Vierteljahrhundert lang regierte. Oder man denke daran, wie die US-Regierung Saddam Hussein während des achtjährigen Kriegs gegen den Iran unterstützte. 1980 hatten Saddams Truppen den Iran angegriffen.

Die Bush-Regierung entwirft einen Zeitplan für einen Raketenangriff (der Amerikaner oder der Israelis bzw. der Israelis mit Unterstützung der USA) gegen den Iran. Verlasst euch darauf, die meisten Mitglieder des US-Kongresses werden sich stillschweigend verhalten bzw. diese Vorbereitungen unterstützen – selbst jene, die das Weiße Haus wegen des sogenannten Downing-Street-Memos kritisieren. Es geht weiter: Stelle den Iran als nuklearen Schweinehund dar – obgleich das Land sich an den Atomwaffensperrvertrag hält (während die israelische Regierung – trotz der israelischen Atomwaffen – sich beharrlich weigert, den Vertrag zu unterschreiben).

Vergifte auf ewig jede Chance auf Abbau der Spannungen zwischen Teheran und Washington.

Drohe implizit mit einer Militäraktion gegen Iran. Damit legst du den demokratischen Aktivisten im Iran neue Steine in den Weg.

Bringe die Präsidentschaftswahl im Iran in Misskredit – obwohl diese mit Mängeln behaftete Wahl ein wichtiges Werkzeug der sich entwickelnden Demokratiebewegung ist, um eine öffentliche Debatte anzuregen und die politischen Prozesse im Land zu vertiefen. ‚Obwohl‘? Vielleicht gerade deshalb.

Stärke die Hardliner im Iran – während du sie (offiziell) denunzierst. Falle zur selben Zeit den Demokratieaktivisten in den Rücken, während du doch behauptest, auf ihrer Seite zu stehen. Sorge dafür, dass Washington die Chancen auf einen demokratischen Prozess im Iran zunichte macht, indem es die Situation massiv anheizt – was es den Verfechtern der Repression im Iran leichter macht zu argumentieren, der Iran sei von einer ausländischen Invasion bedroht.

Und, oberstes Prinzip, sorge dafür, dass die Amerikaner den Iran mit den Augen Washingtons sehen und Washingtons (politisch motivierte) Klischees übernehmen. Dass sie ihn nicht als ein Land sehen, in dem sich ein echter bzw. komplexer politischer Prozess anbahnt. Denn, je weniger die Amerikaner tatsächlich über den Iran wissen, desto leichter wird es sein, ihn mit Raketen anzugreifen.

Dieser Artikel erschien in der deutschen Übersetzung von Andrea Noll erstmalig bei Zmag.de


Norman Solomons aktuelles Buch ‚War Made Easy: How Presidents and Pundits Keep Spinning Us to Death‘

Krieg

Iran-Überfall wird Wirtschaftskrise auslösen

Karl Weiss – Auf der Site „Goldseiten.de“ erschien dieser Tage ein langer Artikel, der die einzelnen Faktoren für eine kommende Welt-Wirtschaftskrise analysiert. Er kommt zu dem Schluss, dass die Vorausschau, eine solche Krise würde noch in diesem März ausbrechen, voreilig ist, erwartet aber die Krise bis spätestens Ende 2007. Die Berliner Umschau hatte schon im Januar anlässlich des „Schwarzen Mittwoch“ von der kommenden Wirtschaftskrise gesprochen.

Wenn auch die ‚Goldseiten’ als interessierte Seite (man will natürlich den Goldpreis hochtreiben) mit Vorsicht zu geniessen sind, so muss man doch sehen, dass die internationale Lage im Wesentlichen sehr nüchtern analysiert wird.

Als Faktoren für die Krisen werden sowohl politische als auch ökonomische Ereignisse aufgezählt, sowohl schon seit langem abzusehende als auch jetzt akut einsetzende. Im Einzelnen sind dies die folgenden:

Die Dollar-Krise
Der US-Dollar ist nach allen sachkundigen Einschätzungen extrem überbewertet. Dies hängt damit zusammen, dass der US-Dollar als internationale Reservewährung dient und viele Zentralbanken, speziell die japanische und chinesische, riesige Dollar- und Dollarbondreserven angehäuft haben. Dazu kommt, dass praktisch alles Erdöl in Dollar gekauft und verkauft wird. Auch für viele andere Transaktionen wird in vielen Ländern der Dollar verwendet. Wäre der Dollar eine normale Währung, so hätten das massive Handelsbilanzdefizit und die immensen Schulden der Vereinigten Staaten (aktuell etwa 46 Trillons of Dollar, auf deutsch 46 Billionen Dollar) längst zu extremen Abwertungen geführt. Es wird geschätzt, dass der „wahre Wert“ des Dollar nur etwa bei der Hälfte liegt.

Dies ist allerdings eine rein theoretische Überlegung, denn alle Länder, die hohe Devisenreserven in Dollar haben, werden alles tun, um zu verhindern, dass es eine solche Abwertung je geben wird. Die Devisenreserven eines Landes stellen ja einen Teil des Rückgrades der eigenen Währung dar, die bei einer solchen Abwertung mit in den Strudel gezogen würde. Andererseits müssen alle diese Länder aber auch das Risiko beachten, das sie mit grossen Mengen von Dollar-Devisen und Dollaranleihen eingehen. Sie müssen die Gefahr einer möglichen Abwertung erkennen und versuchen, aus dieser Falle zu entschlüpfen.

Nun gibt es eben für solche Aktivitäten weltweit deutliche Anzeichen. Sowohl China als auch Japan, aber ebenso viele andere Länder, versuchen, langsam, aber sicher, ihre Dollarreserven zu vermindern, um bei einem eventuellen Crash weniger betroffen zu sein. Dies drückt sich aus in deutlich steigenden Goldpreisen und einem langsamen Anstieg des Euro gegenüber dem Dollar auf längere Sicht.

Diese Entwicklung fällt nun zusammen mit zwei anderen Ereignissen: Dem Anheben der Leitzinsen in den USA (um eine beginnende Inflation zu unterdrücken) und dem Suspendieren der Geldmengenmeldung M3 durch die US-Zentralbank.

Das letztere soll verhindern, dass mit den monatlichen Zahlen des M3 alle Welt leicht nachprüfen kann, dass der Dollar in eine immer unhaltbarere Stellung gerät, das Anheben des Leitzinses führt nach Analyse von Robert McHugh zu einer Rezession in den USA, die aber für eine Zeit versteckt werden kann

Zusätzlich zu all diesem kommt nun auch noch das Auflösen von Immobilienblasen, die sich in den USA gebildet haben. In vielen Städten sind die Immobilienpreise in absurder Weise angestiegen und nun platzen diese Blasen eine nach der anderen. D.h. die Immobilienpreise stürzen ab und lassen eine Menge von zahlungsunfähigen Leuten zurück.

Diese Ereignisse zusammen mit politischen Ereignissen werden den US Dollar nach Ansicht vieler Analysten so unter Druck bringen, dass eine offene Dollar-Krise ausbrechen wird. Zwar haben praktisch alle Zentralbanken eine Interesse, dass dies nicht geschieht (weil ja ihre eigenen Dollar-Vorräte und Dollaranleihen dann an Wert verlieren würden) und bisher gelang es den Zentralbanken noch immer, im Zusammenspiel ein Dollar-Problem zu verhindern, aber in Zeiten steigender Inflation (Dollar-Induzierte) haben diese Rettungsaktionen für den Dollar (riesige Aufkäufe von Dollar-Anleihen durch die Zentralbanken) eine natürliche Begrenzung, denn keine Zentralbank kann den massiven Import von Inflation riskieren.

Die politische Krise der USA und ihrer Regierung
Das Zusammenspiel des Desasters im Irak, das nun auch vom Mainstream in den USA als verlorener Krieg wahrgenommen wird, mit den innenpolitischen Krisen der Regierung, hat zu einer politischen Krise der Vereinigten Staaten geführt. Sowohl die Abhöraffäre wie die Folteraffäre als auch die US-Gesundheitsreform, ebenso wie der Abramoff-Skandal haben tiefe Spuren bei der Zustimmung der US-Wähler zur Regierung hinterlassen. Auch der Irak-Krieg wird jetzt von immer stärker werdenden Mehrheiten von US-Wählern abgelehnt.

Dabei werden bei diesen Umfragen sowieso immer nur Wähler befragt, d.h. fast die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung wird gar nicht gefragt. Auch die Umfragen unter US-Soldaten sind eine Katastrophe. Fast alle wollen nicht nur aus dem Irak, sondern auch aus dem Militär heraus.

Dabei ist nicht unwichtig, dass dieses Jahr in den USA Wahlen zum Abgeordnetenhaus und Senat stattfinden und manche Parteigänger von Präsident Bush ihre Chancen zum leichten Sieg schwinden sehen. Bush musste schon mehrere Niederlagen im Repräsentantenhaus hinnehmen, weil ihn seine eigenen Republikaner nicht mehr vollständig unterstützten (zuletzt bei der Abstimmung um eine arabische Übernahme von US-Häfen), was die die sichtbare Seite der Krise darstellt.

Wichtig ist auch, dass die Aussagen der Generäle des US-Militärs sich geändert haben. Wie es aussieht, werden sie in Zukunft nur noch versuchen, die Armee zu retten, nicht mehr den Oberkommandierenden. Auch dies ein offener Ausdruck der politischen Krise der USA. Dass diese Krise noch keine anderen Ausmasse angenommen hat, ist nur darauf zurückzuführen, dass die oppositionellen Demokraten fast alle Weicheier sind, die es nicht wagen, ihren Kopf aus der Menge der Abnicker der Regierungspolitik herauszustrecken. Mit einer kämpferischen, selbstbewussten Opposition, die bewusst auf Massenproteste gegen die Regierung setzen würde, wären die Zustände in den USA bereits in die Nähe des Zusammenbruchs der Regierung gekommen.

Mit der gegenwärtigen Opposition allerdings kann die politische Krise auch schnell wieder zu einem Ende kommen und der Situation einer vorübergehenden Stabilisierung weichen, wenn zum Beispiel einer neuer terroristischer Anschlag die westliche Welt erschüttern würde und „harte Reaktionen“ der US-Regierung die Zustimmung der Massen finden würden.

Krise des Welt-Finanzsystems
Zum Teil im unmittelbaren Zusammenhang mit der Dollar-Krise, zum Teil aber auch unabhängig davon, ist das Welt-Finanzsystem in eine Krise eingetreten. Dies zeigt sich vor allem an massiven Stützungskäufen bzw. -verkäufen, die Zentralbanken in den letzten Monaten mehrmals durchführen mussten. Gestützt werden musste mehrmals der Dollar, was durch massive Käufe von Dollar-Anleihen durchgeführt wird. So hat zum Beispiel die britische Zentralbank in diesem Jahr bereits den Wert ihrer Dollaranleihen um 20% erhöht. Andererseits versucht man immer wieder, den Anstieg des Goldpreises zu verlangsamen, denn ein explosionsartig steigender Goldpreis wäre sicherlich der Auslöser einer Weltwirtschaftskrise. So hat nach Angaben der „Goldseiten“ allein die europäische Zentralbank im vergangenen Jahr bereits aus ihren Reserven 100 Tonnen Gold verkauft und erneut dieses Jahr im Februar/März die gleiche Menge. Eine Tonne Gold repräsentiert etwa 10 Millionen Dollar, damit sind 200 Tonnen etwa 2 Milliarden Dollar.

In der Analyse wird darauf hingewiesen, dass fast alle grösseren Länder bereits statistische Tricks gefunden haben, um formal ihre Inflationsraten auf niedrigem Niveau zu halten. Die tatsächlichen Inflationen weltweit lägen viel höher (diesen Eindruck hat die Bevölkerung in der Bundesrepublik bereits seit langem), aber man will vermeiden, die Leitzinsen massiv erhöhen zu müssen, denn dies wäre ein anderer Auslöser einer Weltwirtschaftskrise.

Allerdings sind die Möglichkeiten der statistischen Manipulation begrenzt und keine Zentralbank kann es sich leisten, eine tatsächliche galoppierende Inflation zu bekommen. Es bleibt also nichts anderes übrig, als die Leitzinsen, peu a peu, doch merklich zu steigern. In dem Masse aber, wie Europa und Japan ihre Leitzinsen steigern werden, werden sie den Kapitalfluss in den Dollar, der im Moment noch den Dollar stützt, vermindern.

Es wird damit einen Punkt geben, an dem Europas und Japans Zentralbanken zu entscheiden haben werden, ob sie weiter eine erhöhte Inflation in Kauf nehmen, um den Dollar nicht abschmieren zu lassen oder nicht. Die Nibelungentreue dieser Zentralbanken zum Dollar ist legendär, aber in irgendeinem Moment wird man doch auch eigene Interessen berücksichtigen müssen.

Die kürzliche deutliche Abwertung der isländischen Krone war nach Aussage der Analyse bereits ein Anzeichen, dass Zentralbanken eben keine magischen Kräfte haben, sondern sich letztendlich den Marktkräften beugen müssen.

Laut einer Meldung der „Financial Times“ vom 16.3.2006 hat die Veröffentlichung der Kapitalflussdaten der USA vom Januar an diesem Tag bereits für einen Verlust beim Dollarkurses gesorgt. Das riesige Handelsbilanzdefizit der US-Wirtschaft kann nur solange ohne Auswirkungen auf den Dollarkurs bleiben, wie im gleichen Masse Kapital vom Ausland in die USA fliesst. Dies war im Januar aber nicht mehr vollständig der Fall. Damit deutet sich in diesem Jahr zum ersten Mal an, dass ganz normale und nicht von Zentralbanken zu beeinflussende Faktoren zu einer deutlichen Dollarabwertung führen könnten. Dies wiederum würde aber alle Zentralbanken mit hohen Beständen von Dollar und Dollaranleihen aufschrecken.

Besonders wird in diesem Zusammenhang auch darauf hingewiesen, dass die Binnenkonjunktur in den USA, die im Moment das ganze Welt-Finanzsystem zusammenhält, in Gefahr steht, abzusacken. Der Grund ist das oben schon erwähnte Platzen der Immobilienblasen. Die extrem hoch bewerteten Immobilien liessen den US-Amerikanern mit eigenen Häusern (das sind prozentual weit mehr als bei uns in Deutschland) die Möglichkeit, Geld sehr billig aufzunehmen als (zusätzliche) Hypothek aufs eigene Haus und sich damit Wünsche zu erfüllen. In dem Masse aber, wie die FED jetzt, Schritt für Schritt, die Leitzinsen anhebt, werden – mit Zeitverzögerung – auch die Zinsen dieser Hypotheken abgehoben und die US-Amerikaner müssen diese zusätzlichen Beträge bei ihren Konsumausgaben einsparen. Angesichts des Platzens von Immobilienblasen werden ausserdem die Schätzwerte der Häuser zusammenbrechen und plötzlich werden die Häuser überschuldet sein. Die Banken werden auf Umschuldungen bestehen und damit geht es erneut an die Ausgaben des durchschnittlichen US-Amerikaners. Das Ganze könnte zu einem deutlichen Rückgang der Konsumausgaben in den Vereinigten Staaten führen, was im Moment fatal für das ganze weltweite Finanzsystem werden könnte.

Das französische Forschungsinstitut LEAP/E2020 schreibt in einem Artikel von Mitte März, dass man definitiv für Ende März 2006 den Beginn der weltweiten Wirtschaftskrise erwartet. Als wesentliche Gründe gibt man an, dass dann gleichzeitig die beiden Ereignisse eintreten, die ausschlaggebend seien: Das Unterdrücken der M3-Geldmengenmeldung durch die US-FED und das Eröffnen der Euro-Basierten Rohölbörse durch den Iran. Die US-Regierung hätte dann keine andere Wahl mehr, als den Iran zu überfallen.

Bereits in einem früheren Artikel „Dollar oder Mini-Nukes“ wurde dargelegt, dass dies eine vereinfachte Sicht ist. Die US-Regierung könnte die Euro-Staaten dazu verpflichten, die neue Ölbörse „am ausgestreckten Arm verhungern“ zu lassen und es ergäben sich keine weitgehenden Folgerungen.

Allerdings gibt es eindeutig Vorbereitungen eines Angriffs auf den Iran, auch wenn der noch nicht für März iminent sein muss, wie verschiedentlich vermutet wurde. Eine Meldung vom 16.3. hat diesen erneut wahrscheinlicher werden lassen: Japan hat den Anteil seiner Bezüge von Rohöl aus dem Iran deutlich vermindert. Da die japanische Regierung sicherlich einen guten Draht zu der US-Regierung hat, könnte das auf einen bereits beschlossenen Angriff hindeuten. Es lässt sich anhand der oben dargelegten zugespitzten Situation mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass ein solcher Angriff in der jetzigen Situation innerhalb relativ kurzer Zeit zu einer weltweiten Wirtschaftskrise führen würde. Das bereits erwähnte subtile Gleichgewicht, das die Zentralbanken nur noch durch häufige machtvolle Interventionen aufrechterhalten können, dürfte durch die schweren Verwerfungen, die so ein Angriff nach sich ziehen würde, kaum aufrecht zu erhalten sein.

Selbst wenn der Iran als Vergeltung für den Angriff lediglich die Versorgung mit Rohöl (teilweise) unterbrechen würde, hätte die dann auftretende Ölverknappung wahrscheinlich bereits massive Auswirkungen auf den Ölpreis.

Diese Ölverknappung würde auf jeden Fall eintreten, auch wenn nur ein kleiner Teil des Iran-Öls an westliche Länder geht. Wer dieses Öl jetzt erhält, würde auf den Spotmärkten als Käufer auftreten und an den Ölbörsen dessen Preis hochtreiben. Dass die Weltwirtschaft, jetzt bereits am Rande des Abgrundes, einen Ölpreis von z.B. 80 Dollar pro Barrel oder sogar 100 Dollar pro Barrel locker wegstecken könnte, kann ausgeschlossen werden. Es gibt keine Ölmacht, die, wie das in früheren Krisen geschah, für eine Zeit die Ölhähne weiter aufdrehen kann, um den Ausfall des Iran-Öls auszugleichen. Saudi-Arabien, das diese Rolle früher gespielt hatte, hat bereits verkündet, dass der Zustand seiner Ölfelder (die meisten bereits mit sinkender Förderung) eine solche Hilfe nicht mehr erlaubt.

Faktisch hätte der Iran aber noch ganz andere Mittel an der Hand, Rache zu üben und bräuchte nicht einmal seine eigene Ölförderung zu unterbrechen. Er könnte z.B. alle Öltanker angreifen, die in der Strasse von Hormus vorbeikommen, wo fast ein Drittel des weltweit geförderten Öls nur fünfzig bis hundert Kilometer vor der iranischen Küste vorbeischwimmt.

Der Iran hätte auch die Möglichkeit, die US-Soldaten, die im Irak stationiert sind, massiv anzugreifen. Ihre Stellungen liegen zum Teil innerhalb von Artilleriereichweite des Irans oder könnten binnen Minuten von Bombenflugzeugen erreicht werden. Würde man wesentliche Teile dieser Truppen ausser Gefecht setzen, wäre die militärische Bedrohung, die der Weltenherrscher auf konventionellem Wege ausüben kann, ernsthaft beschränkt.

Besonders ernst wird das Szenario eines Überfalls auf den Iran dadurch, dass der Iran einen wesentlichen Teil seiner nuklearen Aktivitäten in Höhlen und unterirdische Gänge verlegt hat. Nur ein Angriff mit den Atomwaffen, die solche unterirdischen Anlagen zerstören können, wäre glaubwürdig, denn man gibt ja vor, wegen des Atomprogramms angreifen zu wollen. Bei einem Luftangriff mit Atomwaffen allerdings würde die Weltmeinung aller Voraussicht nach sich so stark gegen die US-Regierung wenden, dass allein durch daraus entstehenden Folgerungen bereits das wirtschaftliche Gleichgewicht aus den Fugen geraten könnte, ohne dass der Iran auch nur einen Finger zu rühren brauchte.

Man stelle sich nur vor, ein weltweiter Boykottaufruf gegen US-Waren würde auch nur von einem Bruchteil der Weltbevölkerung befolgt. Auch in diesem Fall wäre der Ausbruch einer Weltwirtschaftskrise kaum vermeidbar.

Zusammenfassend kann man sagen, dass im Fall eines Überfalls auf den Iran eine Weltwirtschaftskrise mit höchster Wahrscheinlichkeit die Folge sein wird. Aber auch ohne dies – es könnte ja sein, dass die US-Regierung sich dessen bewusst ist – wird eine solche Krise mit guter Wahrscheinlichkeit innerhalb der der nächsten zwei Jahre ausbrechen.

US-Dollar oder Mini-Nukes
Das Iran Dossier
Die Abramoff-Connection

Krieg

State Department wusste vom Chaos im Irak

Stephan Fuchs – Russ Kick, der Herausgeber von The Memory Hole schaffte, was den Journalisten der New York Times nicht vergönnt war. Jene durften zwar kurz in die Akten gucken. Kopieren, geschweige denn die Dokumente auf die Redaktion mitnehmen, das wurde ihnen freilich nicht gestattet. Es geht um 1200 Seiten des State Department. Es geht um die Zukunft Iraks.


Die Arbeitspapiere haben genau das vorhergesagt, was im Irak täglicher Wahnsinn ist.

Das „Future Iraq Project“ startete im Oktober 2001. Eineinhalb Jahre bevor die Alliierten den Irak angegriffen haben. Speerspitze der Untersuchung zur Zukunft des Iraks war das State Department unter dessen Chef Colin Powell. Die Frage war simpel: Wie würde man den Irak wieder aufbauen können, sollte Saddam Hussein irgendwie seine Macht verlieren. Das irgendwie, erledigten die Streitkräfte der Alliierten gleich selber… gut hatten die Strategen gleich ein Papier bereit, um dem Zufall Herr zu sein. Nein. Denn das Papier wurde bei der Vorkriegsplanung kaum beachtet. Erst nach der Invasion wurde die CD Rom an die provisorische Übergangsregierung geliefert. Verheerend. Verheerend für die Amerikaner, verheerend für die Iraker. Denn die Arbeitspapiere haben genau das vorhergesagt, was heute im Irak täglicher Wahnsinn ist.

Für das Projekt wurden dutzende Exiliraker und internationale Spezialisten herbeigezogen. Innerhalb des Projekts arbeiteten seit dem Juli 2002 17 Arbeitsgruppen an essentiellen Fragen wie das Rechtssystem, die lokale Regierung, Agrikultur, Medien, Ausbildung und… selbstverständlich Ölproduktion und Verwertung wieder aufgebaut werden könnte. Die Evaluierungen dauerten bis März/April 2003, zwölf der Arbeitsgruppen realisierten Reporte. Das Projekt kostete 5 Millionen US Dollar.

Die detaillierten Berichte wurden der Öffentlichkeit nie zur Verfügung gestellt. Wie erwähnt erlaubten Kongressabgeordnete den zwei Journalisten der New York Times einen Augenschein auf die Papiere zu nehmen. Russ Kick nahm den Freedom of Information Act wahr und verlangte die Freigabe der Dokumente. Acht der zwölf Reporte konnte er ohne Zensur Freieisen, die restlichen vier wurden gekürzt. Nun stellt Kick den gesamten Bericht auf The Memory Hole der Öffentlichkeit zur Verfügung. Ein Dokument das beweisst, dass man das Chaos vorhersah.

The Memory Hole

Krieg

Eine neue „Entente Cordiale“?

Karl Weiss – Die atomare Übereinkunft zwischen den USA und Indien wird von den Beobachtern extrem unterschiedlich eingeschätzt. Die Aussagen gehen von „untergeordnete Bedeutung“ bis hin zu „neue Epoche eingeleitet“. Tatsächlich könnte sich das Abkommen noch als relativ harmlos herausstellen, aber die Zeichen stehen mehr auf ein Epochemachendes Ereignis.

Tatsächlich ist der eigentliche Deal gar nicht so weltbewegend. Es wurde Indien von der US-Regierung lediglich eine modernere Technologie für die Anreicherungsanlagen und eine Zusammenarbeit bei Atomkraftwerken, neben weiterer wirtschaftlicher Zusammenarbeit, versprochen. Dafür versprach Indien, seine Anreicherung und die Atomkraftwerke den Inspektoren der internationalen Atomüberwachungsbehörde zu öffnen. Ausdrücklich ausgenommen von der Überwachung ist Indiens Atombombe und alle dafür nötigen Anlagen.

Die wirtschaftlichen Sanktionen, die gegen Indien seit Clinton galten, weil es nicht dem Atomsperrvertrag beigetreten war und sich stattdessen die Atombombe verschafft hat (damals noch mit Hilfe der Sowjetunion), wurden aufgehoben (übrigens auch für Pakistan). Damit ist allerdings ein Präzedenzfall geschaffen worden, der weitreichende Folgen haben dürfte – und schon allein dies lässt die Einschätzung ‚geringe Bedeutung’ für dieses Abkommen nicht zu.

Atombombe beschaffen
Am 9.3. konnte man denn auch schon auf der Internet-Site der Zeitung Khaleej Times nachlesen, was die indische Regierung aufgrund des Atomdeals mit den USA beschlossen hat: Es werden 8 (in Worten acht) neue Atomkraftwerke gebaut, jedes einzelne von der Größe eines Biblis-Reaktors. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass es nach Angaben dieser Zeitung in Indien bedeutende Thorium-Vorkommen gibt, die für lange Zeit die Basis dieser Atomkraftwerke bilden könnten. Man kann statt auf Uran-Basis Atomkraftwerke – und Atom-Bomben – auch auf Thorium-Basis aufbauen. Das ist zwar etwas teuerer, weil ein zusätzlicher Umwandlungs-Schritt notwendig ist, aber bei eigenen vorkommen rechnet sich das natürlich.

Jedes andere Land, einschließlich dem Iran, hat jetzt Indien als leuchtendes Beispiel vor Augen: Kümmere dich nicht um den Atomsperrvertrag, beschaff dir die Atombombe, dann wirst du belohnt! Wenn man es genau nimmt, ist der Atomsperrvertrag mit diesem Deal gestorben. Hatte man schon vorher Nord-Korea ungestraft austreten lassen und hingenommen, dass dieses Land bestätigte, nun die Atombombentechnologie zu haben, so sind nun alle Dämme gebrochen. Man kann nun warten, bis die nächsten Atommächte sich zu Worte melden oder jedenfalls – auch ohne offizielle Ankündigung – klar wird, daß dieses oder jenes Land nun die Atombombe hat.

Für Kanada, Australien, Deutschland, Italien, Belgien, Schweden, Norwegen oder auch Japan (um nur einige zu nennen) wäre es ein Klacks, Atombomben zu entwickeln – was noch nicht heißen will, dass all diese es nun auch tun werden. Aber auch andere Länder haben genügend Ressourcen, um in eine solche Technologie einzusteigen, wenn sie denn wollen, z.B die Türkei, Südkorea, Taiwan, Brasilien, Marokko, Ägypten, Saudi-Arabien, die Emirate, Dubai und Bahrain, oder auch Kenia, Nigeria, Südafrika, oder vielleicht Indonesien, Malaysia oder die Philippinen – der Möglichkeiten sind viele.

Belohnung
Selbst die New York Times, die in letzter Zeit fast immer auf US-Regierungslinie lag, kommentiert im „Editorial“vom 9.3.:„ The Bush administration is undermining any international controls on nuclear proliferation with its attempt to reward India for ignoring the rules and acquiring its own weapons.“ „Die Bush-Regierung unterminiert jegliche internationalen Kontrollen der Weiterverbreitung [von Atomwaffen] mit ihrer Haltung, Indien für seine Missachtung der Regeln und für das Beschaffen eigener [Atom-]Waffen zu belohnen.“

Aber die wichtigsten Folgerungen des Atomdeals zwischen den USA und Indien sind gar nicht jene, die direkt die Atomwaffen betreffen. Die wichtigsten sind die Änderungen in der geostrategischen Situation.

Bereits im letzten Jahr war klar geworden, dass sich geostrategische Änderungen andeuten. Die USA waren deutlich geschwächt durch das völlige Desaster des Engagements im Irak, die wirtschaftlichen Wachstumsraten der beiden bei weitem bevölkerungsreichsten Länder der Erde, China und Indien, ließen ernsthafte Rivalen für die bisherigen Großmächte heranwachsen, die Europäische Union war nach der Ablehnung der neuen Verfassung und mit steigenden Zweifeln über den Euro ebenfalls geschwächt, während Russland sich überraschend schnell aus der Situation der tiefen Krise von 1998 erholte und sich aufmachte, erneut eine Großmacht zu werden.

Neue Grossmacht?
Die Großmacht-Politik der US-Imperialisten war über Jahre – neben dem Versuch, den ganzen Nahen Osten zu dominieren – fokussiert im wesentlichen auf die aus der früheren Sowjetunion und dem Ostblock hervorgegangenen Mittel- und Kleinstaaten, wodurch man glaubte, Russland völlig isolieren und zur Bedeutungslosigkeit verurteilen zu können. Zwar ging – nicht zuletzt durch den Einsatz massiver Mittel – diese Rechnung in einigen Ländern auf, in denen man ‚mithelfen’ konnte bei einer Anzahl von Gemüse- und Obst-„Revolutionen“, aber entgegen den Hoffnungen der Neocon-Denkfabriken in den USA erholte sich Russland rasch von der Abwertung der Währung und vermochte es vor allem, die großen Energie-Vorkommen wieder in staatliche Hände zu bekommen. Damit gelang es den US-Strategen trotz aller zeitweisen Erfolge nicht, das wesentliche Ziel zu erreichen. Russland ist trotz allem erneut auf dem Wege, eine der wesentlichen Großmächte zu werden. Dabei darf man ja nie vergessen, dass Russland die strategischen Atomraketen von der Sowjetunion geerbt hat. Selbst wenn man davon ausginge, dass davon nur noch die Hälfte funktioniert, reicht das immer noch, die Menschheit mehrfach auszulöschen.

Sobald die Think-Tanks in den USA diese Entwicklung registrierten, begann eine hektische Geschäftigkeit, um einen anderen großen Deal aus der Tasche zu ziehen, der die Vorherrschaft des US-Imperialismus auf der Welt für unabsehbare Zeit sichern könnte. Man mochte vielleicht einen Moment daran gedacht haben, sich mit China zu verbünden, aber bei näherem Hinsehen wurde klar, dass China nicht im Traum an diese Verbindung denkt, aus einem einfachen Grund: Die chinesische Führung träumt selbst von der Weltherrschaft: Sie will die USA als Weltenherrscher beerben.

Damit war für die USA die Aufgabe gestellt, genau dies zu verhindern. So war es nicht weit hergeholt, sich mit der anderen großen aufsteigenden Macht zu verbünden, mit Indien, einem traditionellen Gegner Chinas und einem Land, das keine unmittelbare Chance hat, selbst schnell zum Weltenherrscher zu werden. So bereitete man also ein für Indien interessantes Paket vor und lancierte die Möglichkeit einer „strategischen Allianz“. Sicher ist dies den US-Denkern nicht leicht gefallen, denn Indien war traditionell noch aus Zeiten der Sowjetunion mit Russland verbunden, hatte seine Atombombe mit Hilfe Russlands erreicht und war immer ein Todfeind eines strategischen Partners der USA in Südasien, Pakistan. Man wird zwangsläufig seine speziellen Beziehungen zu Pakistan aufgeben müssen, wenn man sich mit Indien einlässt. Dazu bestand traditionell ein kühles Verhältnis zwischen Washington und New Delhi. Aber all das war zu überwinden.

Wenn man es richtig betrachtet, wurde all dies überwunden und die USA und Indien sind in eine strategische Partnerschaft eingetreten. Zwar besteht noch die Möglichkeit, dass diese Planung noch auf Hindernisse stößt, die eine weitere Entwicklung der Partnerschaft behindern, aber diese Chance ist klein. Viel wahrscheinlicher ist, dass die beiden Regierungen von Indien und den USA nun Schritt für Schritt alles aus dem Weg räumen, was stören könnte und in eine enge Partnerschaft treten, die natürlich nicht gleichberechtigt ist, sondern einen hat, der lenkt und einen, der im wesentlichen gelenkt wird. Da aber für die Inder im Moment nicht der unmittelbare Weg zur Weltherrschaft möglich ist, setzt man zunächst nur auf eine schnelle und sicherlich von den USA geförderte Entwicklung zu einer Großmacht – und alles Weitere kann sich dann ergeben.

Wenn dies so ist – und vieles deutet darauf hin -, dann sind wir im Moment Zeuge einer geopolitischen Neuorientierung in umfangreichem Ausmaß. Hatte letztes Jahr noch eine mögliche Zusammenarbeit China-Indien-Rußland am Horizont gestanden, so wäre davon jetzt keine Rede mehr. Wenn dies so eintritt, ist dies ein glanzvoller Sieg der US-Diplomatie, der das Desaster des Irak-Krieges glatt aufwiegt, ein Meisterstück von Condoleezza. China steht im Falle einer solchen strategischen Allianz im Wesentlichen isoliert da. Zwar bleibt für China noch die nähere Allianz mit Russland, aber das wird nicht ausreichen, um in absehbarer Zeit das Gewicht einer Allianz USA-Indien auszugleichen. Die Chancen, dass sich die andere noch bestehende Großmacht, die EU, auf die Seite von China und Russland schlägt, sind gering.

Die Gruppe der 20
Als weiterer Faktor im Spiel der Großen gibt es auch noch eine sich enger zusammenschließende Gruppe von Entwicklungsländern, die in Opposition, hauptsächlich zu den arroganten Großmächten USA und EU stehen. Es könnte für China und Russland interessant werden, die Verbindungen zu diesen Ländern zu intensivieren. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Brasilien, Argentinien und Venezuela, um Südafrika, um den Iran und eine Anzahl weiterer Entwicklungsländer, die sich von Zeit zu Zeit dieser Gruppe anschliessen. Diese Allianz hatte sich im Wesentlichen in den Sitzungen der Welthandelsorganisation WTO (und deren Vorbereitungen) herausgebildet, wo diese Länder bisher verhinderten, dass weitgehende Beschlüsse im Sinne der USA und der EU gefasst wurden.

Diese Gruppe von Entwicklungsländern trat bei den WTO-Verhandlungen als‚Gruppe der 20’ auf.

Allerdings würde das Lehnen an Indien auch einen anderen Effekt haben, der noch kaum in seinen Folgen abzuschätzen ist: Die USA würde sich im gleichen Maße nicht mehr an die europäischen Länder lehnen. Wie diese darauf reagieren, kann nur vermutet werden. Sicherlich würden angesichts eines starken Blockes USA-Indien die „Atlantiker“ in den europäischen Ländern nicht gerade ein leichteres Spiel haben. Es muss damit gerechnet werden, dass sich die EU angesichts einer solchen Entwicklung zu mehr Eigenständigkeit entschließen würde. Im ungünstigsten Fall könnte das also für die USA ein schlechter Tausch werden. Allerdings sind die Think Tanks der Neocons offenbar der Meinung, dass man die Europäer an der Leine halten kann. Angesichts einer Kanzlerin Merkel kein verwegener Gedanke.

Europäisches Manöver
Da man inzwischen auch weiß, dass die scheinbare Ablehnung des Irak-Kriegs durch die damaligen Regierungen Frankreichs und Deutschlands bestenfalls ein Manöver war und wohl auch mehr innenpolitische als außenpolitische Gründe hatte, so kann man den Denkern in Übersee nur zustimmen: Europa ist weit davon entfernt, sich zu einer eigenständigen, unabhängigen Macht zu entwickeln. Dies mag für uns Europäer auch einen positiven Effekt haben: In einem möglichen zukünftigen Weltkrieg zwischen den USA und Indien auf der einen und Russland und China auf der anderen Seite könnte Europa sich eventuell (zumindest zunächst) heraushalten.

Es könnte also durchaus sein, dass wir es mit einer neuen „Entente Cordiale“ zu tun haben.

Entente Cordiale
Was war die „Entente Cordiale“? Am Ende des 19. Jahrhunderts war Grossbritannien der „alleinige Weltenherrscher“, aber es gab auch andere große Mächte. Frankreich, das unter Napoleon fast ganz Europa beherrscht hatte, war ein traditioneller Gegner der Engländer. Man hatte auch und gerade wegen der Kolonien andauernd Streit, denn die beiden Länder waren die größten Kolonialisten. Nordamerika hatte England von Frankreich in einem langen Krieg gewonnen, aber zu jenem Zeitpunkt waren die Staaten Nordamerikas schon lange unabhängig. Afrika war mehr oder weniger aufgeteilt unter den beiden, Asien umkämpft.

Die USA waren zu diesem Zeitpunkt noch ein schlafender Riese unter den imperialistischen Mächten, auch wenn man bereits damals eine Oberherrschaft über den ganzen amerikanischen Kontinent deklariert hatte („Monroe-Doktrin“) und sich nicht scheute, den Spaniern mal ganz schnell mit einem Krieg seine letzte Kolonie, Kuba, zu entreissen.

Genau in dieser Situation trat ein neuer Imperialist auf der Weltbühne auf, fast wie aus dem Nichts: Das Deutsche Reich. Vereint erstmals (wenn auch ohne Österreich) nach dem Krieg von 1866, hatte der ‚Deutsche Bund’ es 1870/1871 in einem Krieg mit Frankreich aufgenommen, das von revolutionären Unruhen erschüttert war („Die Pariser Kommune“). Frankreich wurde entscheidend geschlagen, die Provinzen Elsass und Lothringen wurden annektiert und man krönte den neuen deutschen Kaiser, auf der Seele Frankreichs herumtrampelnd, ausgerechnet im Spiegelsaal von Versailles.

Im Weiteren wurde das gerade entstandene Kaiserreich Deutschland durch seine fortgeschrittenen Wissenschaft und seine moderne Technologie schnell zu einem neuen Herausforderer an die englische Großmacht auf den Weltmärkten. Bis zum Beginn des neuen Jahrhunderts im Jahr 1900 hatte sich diese Auseinandersetzung auf den internationalen Märkten, die bis dahin reines Gebiet der englischen Waren gewesen waren, beachtlich zugespitzt. Das deutsche Reich war plötzlich zu einer ernsten Bedrohung der Weltherrschaft des britischen Imperiums geworden. Zwar hatten die deutschen Kolonialisten nur noch wenige Reste der bis dahin noch nicht unterjochten Länder als Kolonien erhalten, aber die Herausforderungen des deutschen Kaiserreichs an die Briten wurden Jahr für Jahr schwerwiegender.

Bedrohung Panzerkreuzer
Dazu gehörten nicht nur die verbalen Entgleisungen des nicht gerade zurückhaltenden Kaisers Wilhelm des Zweiten, die „nur“ psychologische Folgen hatte, sondern auch ganz konkrete Kriegsvorbereitungen wie der Bau von schweren Kriegsschiffen, den so genannten Panzerkreuzern. Zu jener Zeit – es gab noch keine Flugzeuge – war die britische imperiale Überlegenheit nicht zuletzt auf der Seehoheit basiert, so wie heute die US-Dominanz auf der absoluten Lufthoheit beruht, die die Vereinigten Staaten in jedem Gebiet der Erde herstellen können. Der fieberhafte Bau schwerster Kriegsschiffe war also eine nicht zu übersehende Bedrohung des britischen ‚Empire’ und im Kern schon eine Kriegsvorbereitung.

Es gab zwar Verhandlungen zwischen den beiden Mächten, die wurden aber im Jahre 1904 ergebnislos abgebrochen. Doch das britannische Königreich hatte heimlich schon seinen Trumpf vorbereitet: Noch im selben Jahr wurde die strategische Partnerschaft der vormals verfeindeten Mächte Frankreich und England, die „Entente Cordiale“ (französisch für „herzliche Übereinkunft“) verkündet. Damit war im Kern bereits die Konstellation der beiden Weltkriege des 20. Jahrhundert vorgezeichnet: England und Frankreich auf der einen Seite und Deutschland mit Österreich auf der anderen.

Im weiteren Verlauf brachte es die nicht gerade diplomatische deutsche Diplomatie auch noch fertig, sich mit Russland anzulegen, das eigentlich ein Verbündeter gewesen war und so stand dann auch schon die Aufstellung für den 1.Weltkrieg fest: Deutschland und Österreich gegen England, Frankreich und Russland, während die andere Großmacht, die USA, zunächst ‚neutral’ zu blieben schien, um dann rechtzeitig vor Kriegsende auf der Siegerseite in den Krieg einzusteigen, ein Rezept, das auch im 2. Weltkrieg noch einmal wiederholt wurde.

Die Ähnlichkeiten mit der jetzigen Situation sind offensichtlich. So wie damals gibt es auch heute einen imperialen Weltenherrscher, damals Großbritannien, heute die USA. So wie damals gibt es auch heute eine wichtige, aufstrebende neue Weltmacht, die in absehbarer Zeit die Vorherrschaft des Weltenherrschers gefährden könnte, damals Deutschland, heute China. So wie damals gibt es auch diesmal die Bildung einer strategischen Allianz des Weltenherrschers mit einer anderen Großmacht, damals Frankreich, heute Indien. Das heißt nun natürlich nicht automatisch, dass es nun so wie damals den 1. Weltkrieg auch wieder einen Weltkrieg geben muss, aber der Gedanke ist nahe liegend.

Söldnerheere ohne Pardon
Immerhin muss man auch heute, so wie damals bei den deutschen Führern, von den chinesischen Führern erwarten, dass sie nicht die geringsten Skrupel haben werden, durch Ströme von Blut zu waten, um ihr Ziel, die Weltherrschaft zu erreichen. Ebenso sieht es auf der anderen Seite aus. Die britischen imperialen Truppen und deren Söldnerheere waren berühmt, keinen Pardon zu kennen und nach Möglichkeit keine gefangenen zu machen. Gerade zur zeit der Bildung der „Entente Cordiale“ hatte man alle seine Grausamkeit im Burenkrieg in Südafrika gezeigt und dort auch u.a. die Konzentrationslager erfunden.

So sind auch heute die Truppen und staatlichen Organisationen des Weltenherrschers USA berühmt dafür, kriegsverbrecherisch vorzugehen und nicht die mindesten Regeln des Völkerrechts einzuhalten. Es seien nur die Stichworte völkerrechtswidriger Angriffskrieg gegen den Irak, Abu Ghraib, Guantánamo, „Lateralwirkungen“, CIA-Folterflüge, Auslagerung von Folter in andere Länder, Mordkommandos für politische Führer und Täuschen der Weltöffentlichkeit durch massive Lügen genannt. Man wird also, so erschreckend das sein mag, die Möglichkeit ins Auge fassen müssen, dass diese beiden mit voller Geschwindigkeit aufeinander zurasenden Züge wirklich den Punkt des Zusammenstoßes erreichen, d.h. trotz aller Bedenken in einer von Atomwaffen beherrschten Welt, einen neuen Weltkrieg vom Zaum brechen.

China muss, da gibt es keinen Zweifel, die Allianz zwischen Washington und Delhi als gegen sich gerichtet empfinden. China hat im Moment nicht allzu viele Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Umso eher wird man die Möglichkeit eines Krieges ins Auge fassen.

Es gibt sehr wohl Möglichkeiten zu reagieren, aber die sind riskant. So hat China z.B. die größte Devisenreserve von US-Dollar aller Länder. Würde es die auf den Markt werfen, hätte der Dollar eine immense Abwertung hinzunehmen, was die US-Ökonomie zutiefst erschüttern könnte. Gleichzeitig würde China aber damit sein „Erspartes verfeuern“. Es ist daher eher unwahrscheinlich, dass China diese Antwort benutzen wird.

Was man nun sicherlich erwarten kann, ist das Benutzen des Vetos im UN-Sicherheitsrat gegen die USA bei diversen Gelegenheiten bzw. das Drohen damit. Die nächste Gelegenheit könnte schon bald anstehen, wenn die US-Regierung ihren Krieg gegen den Iran vom Sicherheitsrat abgesegnet bekommen will. Hatte Peking vor kurzer Zeit noch angedeutet, das es sich bei einer geschickt formulierten Resolution der Stimme enthalten könnte, durfte nun das Veto Chinas sicher sein. Das wird dazu führen, dass mit großer Wahrscheinlichkeit gar kein text vorgelegt wird, der den überfall auf den Iran als Möglichkeit erwähnt. Nicht dass Präsident Bush sich dadurch von diesem überfall abhalten lassen würde, er hat seine völlige Missachtung der UNO schon beim Irakkrieg bewiesen, aber es wäre, speziell für die „Willigen“, wie z.B. Deutschland, doch viel besser gewesen, hätte man eine einschlägige Sicherheitsratsresolution im Rücken gehabt.

Man kann gespannt sein, wie Kanzlerin Merkel ihre Zustimmung zum völkerrechtswidrigen Überfall auf den Iran ohne Sicherheitsratsresolution erklären wird.

Chinas Antwort
Aber dies sind mit Sicherheit noch nur die geringsten Auswirkungen, die das Abkommen zwischen Indien und den USA haben wird. Man kann erwarten, dass China Antworten entwickeln wird. Im Moment muss China noch äußerst vorsichtig vorgehen, denn man ist in extremer weise auf Einfuhren von Erdöl aus Quellen angewiesen, die vom Westen kontrolliert werden. So kann man denn auch vermuten, dass es genau diese Abhängigkeit sein wird, die man im fernen Osten zuerst angehen wird.

Es gibt bereits Lieferabkommen mit Venezuela und dem Iran, die dürften drastisch ausgeweitet werden. Sowohl Erdöl als auch Erdgas wird man verstärkt von Russland importieren (Russland und China haben eine Tausende von Kilometern lange gemeinsame Grenze). Eines der nächsten diplomatischen Ziele könnte Brasilien sein, das ab der zweiten Hälfte dieses Jahres ebenfalls schon Überschussmengen von Erdöl exportieren kann. Auch Argentinien könnte ein zukünftiger Partner sein.

Auf dem eigenen amerikanischen Kontinent verbündete gegen die USA zu finden, dürfte besonders interessant für China sein. Man stelle sich nur vor, Venezuela und China würden einen Nichtangriffs- und Beistandspakt schliessen – oder noch verwegener – China und der Iran.

Allerdings sind alle solche Antworten nicht kurzfristig zu erwarten, denn im Moment ist China noch extrem verwundbar. Wenn die US-Regierung, unter irgendeinen beliebigen Vorwand, morgen einen Boykott der Lieferung von Erdöl an China als Sanktion seinen verbündeten aufs Auge drücken würde, wäre das der wirtschaftliche Zusammenbruch Chinas. Aber auch China weiß, dass es Alternativen zum Erdöl gibt, wenn auch nicht kurzfristig.

Wie es auch genau ablaufen wird, diese nächsten Monate und Jahre werden auch im geopolitischen Sinne ereignisreich und interessant werden.

Krieg

Das Iran Dossier

Stephan Fuchs – Ein militärischer Schlag gegen den Iran ist möglich. Zur Zeit ist es fast aussichtslos ein vernünftiges Lagebild aufzugleisen. Die Propagandamaschinerie läuft auf Hochtouren. Auf allen Seiten. Mindestens 75 Millionen Dollar werden für die anti- iranische Propaganda eingesetzt. Konservativ geschätzt. Bei den Iranern sieht es wohl nicht anders aus.

Interessant zu beobachten ist, wie sich die Maschinerie und Mechanik vor den Kriegshandlungen immer wieder gleicht. Wann der Krieg kommen wird, das wissen wohl nur die Top Strategen im Pentagon- jene werden wohl kaum im Kriegsgebiet zu finden sein. Was der Krieg für Auswirkungen haben wird, das weiss niemand. Wir können nur zurückblicken und uns Wundern. Die nachfolgenden Links zu Geheimdienst & Strategie Seiten, zu Medien, zivilen Organisationen und eine Artikel Sammlung aus diesem Weblog, machen eines Klar: Die Highway zum Krieg ist bereit.


Zeitachse / Landesrecherche

Center for Cooperative Research

European Country of Origin Information Network (d)

Timeline: US Confrontation with Iran

Chronik wichtiger Ereignisse


Intelligence / Militär

Intelligence Online

International Institute for Strategic Studies

Jane’s Information Group

Federation of American Scientists

Global Defence

Global Security


Medien / Nachrichten

IRNA

Iran Report der Heinrich Böll Stiftung

Press TV

Institut für Völkerrecht & internationale Beziehungen

Fars News

Auswärtiger Ausschuss des Nationalen Wiederstandes

Iran-Press Service

Iran-Infos

IRIB World Service English Radio

News Now

IRVAJ

Iran Now


Organisationen

Grüne Partei Iran

American-Iranian Council

Nationaler Wiederstandsrat


Artikel in chronologischer Folge von [journalismus] nachrichten von heute

Amerikaner verhaften Iraner in Bagdad
Stephan Fuchs – Iran hat offiziell gegen die Verhaftung einer iranischen Delegation in Bagdad protestiert. Der iranische Aussenminister hat den Schweizer Botschafter aufgefordert eine Prtestnote… …

Iran baut intelligente Bomben, Bush sieht nuklearen Holocaust
Stephan Fuchs – Iran hat die Serienproduktion von „intelligenten“ lasergelenkten Fliegerbomben mit der Bezeichnung „Kased“ „Botschafter“ in die Wege geleitet. Mit den… …

US preparing ‚massive‘ military attack against Iran
Larisa Alexandrovna and Muriel Kane – „The U.S has the capacity for and may be prepared to launch without warning a massive assault on Iranian uranium enrichment facilities, as well as government buildings… …

Kabul: Erneuter Opium Rekord
Stephan Fuchs – Was in England und Kontinentaleuropa gefixt wird, kommt zum größten Teil aus Afghanistan’s Opiumproduktion. Pentagon Chef Donald Rumsfeld war zu Beginn des Afghanistan… …

‘They still need a trigger,’ former official says
Larisa Alexandrovna – „In an effort to build congressional and Pentagon support for military options against Iran, the Bush administration has shifted from its earlier strategy of building a case based… …

Iranian government clandestinely supporting Taliban
Hamid Mir – The US government has urged President Hamid Karzai to stop a secret Iran-Taliban cooperation against Nato troops in Afghanistan. President Karzai is not ready to admit any negative Iranian… …

Pakistan: „The Taliban’s Godfather“?
Barbara Elias – A collection of newly-declassified documents published today detail U.S. concern over Pakistan’s relationship with the Taliban during the seven-year period leading up to 9-11. This new… …

Keine Freilassung des Waffenhändlers Nahum Manbar zu erwarten
Dr. Alexander von Paleske – In Israel wird zurzeit geprüft, ob der Waffenhändler und Lieferant von Massenvernichtungswaffen in den Iran, Nahum (Nachum, Nahoum) Manbar vorzeitig wegen guter Führung… …

Interview of Dr.Samar Mubarak-Head of Pakistan Missile Program in WMDs & Missiles
Hamid Mir- This interview is bit outdated as it was given on May 3, 2004 to a popular local channel Geo(live).This interview gives useful insights about Pakistan’s Missile and Nuclear related matters…. …

Schweizer Soldaten in Teheran: NZZ wusste es 2006
Was gestern von der Nachrichtensendung 10vor10 publik gemacht worden ist und Politiker überraschte, wurde in der NZZ bereits am 8. Oktober 2006 erwähnt, die Diskussion ist ein… …

CIA hires terrorist group to operate inside Iran
The Central Intelligence Agency (CIA) has hired a Pakistani terrorist group that has carried out a series of deadly terrorist attacks inside Iran, ABC News has reported on Wednesday. The group, members… …

Gefangenenfreilassung: Ahmadinedschad läßt Angriffsträume platzen
World Content News – Uff, erstmal ist die Luft raus – so oder ähnlich mögen die meisten gedacht haben, die die mehrstündige Sondersendung auf CNN verfolgten, in der ein aufgeräumter iranischer Präsident dem Westen 45 Minuten lang in freundlich gestimmten…

Britische Marinesoldaten gehen nach Hause
Stephan Fuchs – Die iranische Nachrichtenagentur meldet, dass die britischen Marinesoldaten am Donnerstagmorgen die iranische Hauptstadt verlassen können. Um 08.00 sollen die 15 Soldaten per Flugzeug nach England ausgeflogen werden. In einer von heute MIttwoch…

Flugzeugträger USS Nimitz auf dem Weg in iranische Gewässer
Stephan Fuchs – Am 2. April hat die nuklear betriebene USS Nimitz ihren Heimathafen bei der North Island Naval Air Station in Kalifornien verlassen und befindet sich auf dem Weg in den persischen Golf. Die USS Nimitz wird mitte bis ende April in der Region erwartet…

US Bomber über Iran
Onlineredaktion / Stephan Fuchs – Am Samstag sollen amerikanische Bombenflugzeuge den iranischen Luftraum verletzt haben, wie der iranische Fernsehsender Al-Alam auf Berufung der islamischen Revolutionsgarden meldete. Die Bomber sollen die irakisch-iranische Grenze…

Russischer Nachrichtendienst: USA schließen Vorbereitungen für Angriff…
RIA – Nach Angaben des russischen Nachrichtendienstes haben die amerikanischen Streitkräfte die Vorbereitung zum möglichen Militärschlag gegen Iran abgeschlossen. Das teilte ein Sprecher des russischen Geheimdienstes RIA Novosti mit. Die Angaben des Nachrichtendienstes…

U.S. ready to strike Iran in early April
RIA – Russian intelligence has information that the U.S. Armed Forces have nearly completed preparations for a possible military operation against Iran, and will be ready to strike in early April, a security official said. The source said the U.S. had already compiled a…

Seezwischenfall erhöht Kriegsgefahr
Malte Olschewski – Die USA und England haben bisher nicht die Koordinaten des Zwischenfalls im Schatt El Arab bekannt gegeben. Ebenso sind keine Satellitenfotos veröffentlicht worden. Der Iran hat 15 gefangene Marinesoldaten nach Teheran gebracht, wo sie von Offizieren…

Kann der Iran erobert werden?
Michael Schulze von Glaßer – Ob der Konflikt zwischen den USA und der islamische Republik Iran in Zukunft mit Waffen ausgetragen wird lässt sich nicht genau sagen. Doch kann der Iran… …

Landesweite Atomschutzübung in Israel
AFP – Israel plant für den kommenden Monat eine landesweite Atomschutzübung. Bei dem für den 21. und 22 März vorgesehenen Test solle der Fall eines Atomangriffs auf das Land durchgespielt werden, teilten die Rettungsdienste am Montag…

USA-Schlag gegen Iran schon zu Ostern?
Novosti – Die Militäraktion der USA gegen Iran wird in der ersten Aprilwoche, knapp vor dem diesjährigen Ostern, wahrscheinlich schon am Freitag, dem 6. April, stattfinden, der in den moslemischen Ländern ein arbeitsfreier Tag ist, schreibt…

Ist der Iran-Krieg abgesagt?
Karl Weiss – In einem wirklich Aufsehen erregenden Artikel hat Michael Schulze von Glaßer in „Journalismus – Nachrichten von heute“ die Frage gestellt „Kann der Iran erobert werden?“ und kommt zu dem Schluss: Nein. Allerdings…

Irans Gegenschlagskapazität
Malte Olschewski – Die Gefahr eines amerikanisch-israelischen Angriffs auf den Iran hat sich in den letzten Tagen erhöht. Trotz eines am 21.2. abgelaufenen Ultimatums des UNO-Sicherheitsrates will Teheran an seinem Atomprogramm festhalten….

US against Iran – Apocalypse now?
Dr. Alexander von Paleske – The US Government apparently continues to prepare for war against Iran. A second aircraft carrier is on its way to the Persian Gulf. Openly the options, how to destroy the Iranian alleged nuclear facilities, are being…

Wurde Anschlag auf Revolutionsgarden von Drogenclans verübt?
Bei einem Bombenanschlag auf einen Bus der Revolutionsgarden (Pasdaran) sind im Südosten des Iran nach jüngsten Angaben elf Menschen getötet worden. 30 weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete…

Iran-backed group has occupied northern West Bank
World Tribune – The Israel Security Agency has determined that Islamic Jihad, an Iranian-sponsored insurgency, has imposed control over large parts of the northern West Bank. The agency concluded that Jihad has been operating in areas evacuated…

WM: Attentat mit anschließendem Iran-Überfall?
Karl Weiss – Es gibt Hinweise, daß ein Attentat während der WM in Deutschland geplant ist, das dann als Vorwand für den Krieg gegen den Iran dienen soll. Die Hinweise kommen von einem Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA. Sie…

Geheimer Waffendeal mit MEK Terroristen?
Stephan Fuchs – Wie in den 80er Jahren mit Drogengeldern illegal Waffen für die nicaraguanischen Contras bereitgestellt wurden, sind es heute die Mujaheddin-e Khalq (MEK) Einheiten die in den Genuss der Waffen gekommen sind. Jene…

Wird WM Attentat in Deutschland Auftakt zum Irankrieg?
Stephan Fuchs – Wie eine Eilmeldung von Christoph R. Hörstel erwähnt, mehren sich Hinweise auf einen grösseren Anschlag auf deutschem Boden während der Fussball WM. Der Anschlag soll die westliche Welt wieder auf Kriegskurs…

Das Killing-Street-Memo
Norman Solomon – Es gibt in den USA Leute, die den Betrug um den jüngsten Krieg bloßlegen, und es gibt solche, die stetig bemüht sind, die Grundlage für den nächsten Krieg zu legen. Im Memo dieser Leute steht: Lege…

Iran-Überfall wird Wirtschaftskrise auslösen
Karl Weiss – Auf der Site „Goldseiten.de“ erschien dieser Tage ein langer Artikel, der die einzelnen Faktoren für eine kommende Welt-Wirtschaftskrise analysiert. Er kommt zu dem Schluss, dass die Vorausschau, eine solche Krise würde…

„US-Dollar oder Mini-Nukes“
Karl Weiss – Laut Professor D. Zeitel , der in einer Veröffentlichung der ‚Staats- und wirtschaftspolitischen Gesellschaft’ (SWG), Hamburg schreibt, ist einer der wesentlichen Gründe,… …

Die Hetze brandet hoch
Karl Weiss – Im Vorfeld des anstehenden Luftschlages gegen den Iran, der wohl den Iran-Krieg eröffnen wird, haben sich einige Medien bereits auf eine Anti-Moslem-Hetze der niedrigsten möglichen… …

Sind Mini-Nukes harmlos?
Elmar Getto – Im Zuge des offenbar vorgesehenen Einsatzes von Atomwaffen beim ebenso offenbar vorgesehenen Luftüberfall auf den Iran wird nun gezielt das Thema der Verwendung von Atomwaffen überall… …

Wie viele U-Boote hat der Iran wirklich?
Harald Haack – Der Iran ist, was die Fläche betrifft, ein großes Land. Ein Land mit sehr langer Küste zum persischen Golf und eines kürzeren Abschnittes zum Schwarzen Meer. Platz für… …

Die Iran-Krise
Norman Solomon – Die Welle, die die westliche Diplomatie derzeit schlägt, wird sich im Nachhinein wahrscheinlich als Grundlage für den Abschuss von Raketen auf den Iran entpuppen. Luftschläge… …

Countdown zum Atomkrieg?
Harald Haack – Es ist wieder einmal so weit. Die atomare Abschreckung der Großmächte funktioniert nicht mehr. Die Welt hat ihren antisemitischen Hass-Führer zurück, der offensichtlich… …

Grand Nation droht mit Atomwaffen
Stephan Fuchs – Wie AFP heute vermeldete rasselt Frankreichs Staatschef Jacques Chirac mit Atomwaffen gegen Terror Staaten. Frankreich behalte sich das Recht auf eine Vergeltung in „nicht konventioneller“… …

Achmed Huber, The Avalon Gemeinschaft, and the Swiss „New Right“
Kevin Coogan – Achmed Huber is not only a devout Muslim and supporter of political Islam; he also a leading member of the avowedly pagan Swiss-based Avalon Gemeinschaft („Avalon Society“ also known as… …

Islamische Mullahs & kalte Krieger in der Liebkosung
Stephan Fuchs – Am 4. November 1979 fordern vor der amerikanischen Botschaft in Teheran mehrere tausend islamische Studenten in Sprechchören die Auslieferung des Schahs. Der gestürzte Diktator… …

Dunkelmänner der Desinformation
Stephan Fuchs – Am 13. Mai 1981 verübte der türkische Rechtsextremist Mehmet Ali Ağca auf dem Petersplatz in Rom ein Attentat auf Johannes Paul II. Sofort zeigten alle Finger auf den bulgarischen Geheimdienst… …

Pentagon bestätigt Iran Contra Mit-Konspirator als Chief of Staff
Stephan Fuchs – Alte Geister verschwinden nicht so leicht. Auch wenn sich Pentagon Sprecher Bryan Whitman erstaunt zeigt, dass man sich an alte Geschichten zu erinnern vermag. “Schliesslich arbeitete Robert Earl… …

Freunde im Gruselkabinett
Stephan Fuchs – Höchstwahrscheinlich dürfte er der nächste Staatspräsident Irans werden: Akbar Hashemi Rafsanjani. Er ist Milliardär, ist einer der mächtigsten Männer des schiitischen… …

Der mysteriöse Achmed Huber:
Kevin Coogan – Am 7. November 2001 gab das Büro des amerikanischen „Office of the Coordinator of Counterterrorism“ (Büro der Antiterrorbehörde des State Department) eine Liste von 62 Organisationen… …

Plant Bush einen Angriff auf den Iran?
Doug Lorimer – In der Ausgabe der amerikanischen Wochenzeitschrift The New Yorker vom 16. Januar berichtete Investigativjournalist Seymour Hersh, das Pentagon hätte damit begonnen seine Pläne… …

Krieg

„US-Dollar oder Mini-Nukes“

Karl Weiss – Laut Professor D. Zeitel , der in einer Veröffentlichung der ‚Staats- und wirtschaftspolitischen Gesellschaft’ (SWG), Hamburg schreibt, ist einer der wesentlichen Gründe, warum ein Angriff auf den Iran, hauptsächlich auf Betreiben der Regierung der USA, vorbereitet wird, die Ankündigung Teherans, ab März (nicht genanntes Datum) 2006 eine Erdölbörse auf Euro-Basis betreiben zu wollen. Nach seinen Angaben würde dies die absolute Vorherrschaft des Dollars im Erdölgeschäft gefährden und damit die Gefahr riesiger Verluste der US-Wirtschaft heraufbeschwören.

In seinem Artikel legt er unter anderem dar, daß dasjenige Land, in dessen Währung die gigantischen weltweiten Erdölgeschäfte abgewickelt werden, gewaltige konkrete zusätzliche ´monetäre Mittel zufliessen, die unter Ökonomen mit dem Begriff „Seigniorage-Gewinne“ (Münzprägegewinne) gekennzeichnet werden.

Für Nicht-Ökonomen kann dies in etwa so erklärt werden, daß jenes Land die Möglichkeit hat, in großem Umfang neues Geld zu drucken (Münzen zu prägen), ohne daß, wie normal, dadurch die interne Inflation im Lande angeheizt würde. Die imperialen Abenteuer der US-Regierung, wie der jetzige Irak-Krieg, aber auch generell das riesige US-Rüstungsprogramm hängen vollständig davon ab, daß diese Gewinne fließen. Auch daß die gigantische Verschuldung des US-Staates und das massive Aussenhandelsdefizit keine negativen Auswirkungen auf die US-Ökonomie haben, hängt von diesen Gewinnen ab.

Mit anderen Worten, die ganze imperiale Machtstellung der USA hängt wesentlich davon ab, daß weltweit das gesamte Erdöl (und nicht nur das Erdöl) in Dollar gekauft und verkauft wird.

Es wird darauf hingewiesen, daß Saddam Hussein, kurz bevor die Vorbereitungen des Irakkrieges begannen, seine Ölverkäufe auf Euro umgestellt hatte und die These aufgestellt, daß dies einer der wesentlichen Gründe des Irak-Krieges war.

In US Händen
Eine Ölbörse ist aber noch etwas anderes als einfach nur die Währung, in der das Öl eines Landes verkauft wird. Sie wäre vielmehr ein Konkurrenzunternehmen zu den beiden einzigen Ölbörsen, die es momentan gibt, New York Mercantile Exchange (NYMEX) in New York und International Petroleum Exchange (IPE) in London, beide in US-Händen.

Die Bedeutung der Ölbörsen ist eine mehr indirekte, denn in Wirklichkeit wird 90% des weltweiten Rohöles in langfristigen Kontrakten verkauft, die bestenfalls formal über eine der Ölbörsen gelaufen sind, bzw. gleich von vornherein in Weiterverarbeitungsanlagen des Ölkonzerns genutzt, dem auch die Ölquelle gehört. Nur größenordnungsmäßig 10% des Rohöles kommt überhaupt auf den Markt, d.h. wird in einer der Ölbörsen wirklich angeboten und gekauft.

Was die Ölbörsen so wichtig macht, ist die Tatsache, daß sich die Preise des Rohöls an den Preisen an der Börse orientieren. Steigt der Preis, z.B. für den Barrel von Brent-Öl, so werden ab diesem Zeitpunkt auch die langfristigen Kontrakte zu diesem höheren Preis getätigt bzw. in der internen Abrechnung der Konzerne dieser höhere Preis zugrunde gelegt.

Viel mehr gilt dies natürlich noch für die Währung, in der sich das alles abspielt. Dies ist und war seit Urzeiten der US-Dollar.

Würde nun eine Ölbörse in Euro aufgemacht, würde deren Bedeutung natürlich eindeutig davon abhängen, wieviel Erdöl dort nun tatsächlich überhaupt angeboten würde. Steht hinter einer solchen neuen Börse nun einer der großen Erzeuger von Rohöl, so könnte sie durchaus an Bedeutung gewinnen. Der Iran ist immerhin die Nummer 5 (nach anderer Zählung No. 4) unter den Erdölstaaten, wenn er auch andererseits natürlich den größten Teil seines Erdöls in festen Verträgen verkauft, die nicht von heute auf morgen aufgelöst oder umgestellt werden können.

Würde aber nun der Iran darauf bestehen, daß jeder auslaufende Vertrag auf einen Vertrag über jene Ölbörse umgestellt wird, so könnte die Börse im Verlauf von ein, zwei Jahren größere Mengen von Erdöl anbieten als jede Einzelne der anderen beiden. Es könnten auch andere Länder auf die Idee kommen, einen Teil des Öls an dieser Börse anzubieten. So hat z.B. Venezuela, immerhin Nummer 6 (nach anderer Zählung No. 5) unter den Ölstaaten, bereits Interesse angemeldet.

Wer ein ganz spezielles Interesse an einer solchen Ölbörse hätte, sind natürlich die europäischen Staaten, deren Währung der Euro ist. Zwar konnten sie es nicht wagen, selbst eine solche Ölbörse aufzumachen, denn dies wäre einer Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten gleichgekommen, sie könnten aber, nach und nach und mehr oder weniger heimlich, beginnen, ihren Ölbedarf über diese Börse, und daran anschließend mit Euro-Verträgen, zu decken.

Immerhin sind die Länder der Euro-Zone, als Block genommen, der weltweit größte Importeur von Rohöl bzw. dessen Folgeprodukten. Würden die „Seigniorage-Gewinne“ in Zukunft im wesentlichen den Ländern des Euro-Blocks zufließen, wären deren Haushaltsprobleme und die Probleme stagnierenden Wachstums gelöst. Allerdings muß man auch sehen, daß die US-Regierung einer solchen Entwicklung nicht tatenlos zusehen würde und eine Menge Möglichkeiten hat, einzugreifen.

Wenn Prof. Zeitel in seiner Schrift ‚US-Dollar oder Mini-Nukes’ es so darstellt als ob es nur die Alternative eines militärischen Überfall auf den Iran oder den Fall des Dollars als Ölwährung gäbe, ist dies einseitig. Die US-Regierung hat es noch fast jedesmal geschafft, die europäischen Mächte zu überzeugen, lieber ihr zu folgen als sich mit ihr anzulegen. Das letzte Beispiel sind die Fragen nach den CIA-Folterflügen. Man hat ein allgemeines Schweigegebot erlassen und seitdem halten alle europäischen Regierungen ohne Ausnahme den Mund. Lediglich die Kommission in Brüssel ist noch etwas aufmüpfig.

Würde die USA die Europäer verpflichten, jene Ölborse am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen, so wäre kaum etwas dagegen zu machen. Trotzdem ist sie natürlich zumindest einer der Gründe, warum man den Überfall auf den Iran bereits geplant hat und im Moment nur noch genau abscheckt, ob er wirklich notwendig wird, oder ob man auch ohne dies die generelle Oberhoheit über die ganze Nahostregion einnehmen kann.

Die Europäer haben auch gar keinen Grund, sich deshalb mit den Partner auf der anderen Seite des Atlantik anzulegen, denn sie können schlicht und einfach auf die Zeit bauen. Der Euro als zukünftige Ölwährung wird ihnen wahrscheinlich mit der Zeit sowieso in den Schoß fallen, spätestens dann, wenn China, das im Moment die Hauptlast des US-Dollar trägt, diesen fallen läßt. Der Euro ist der automatische Ersatz und in Europa könnte man auch noch mit Recht betonen, daß man ja gar nicht Schuld ist.

Immerhin hat der Atom-Deal zwischen den Vereinigten Staaten und Indien von letzter Woche eine neue weltweite Kräftekonstellation angedeutet. Wenn die USA und Indien sich eng verbünden, ist damit der Versuch der Isolierung Chinas verbunden, das sich nach Partnern wird umsehen müssen. Es stehen bewegte Zeiten vor uns. Selbst ein Welt-Atomkrieg in absehbarer Zeit ist nicht mehr ausgeschlossen.

Sind Mini-Nukes harmlos?

Krieg

Die Hetze brandet hoch

Karl Weiss – Im Vorfeld des anstehenden Luftschlages gegen den Iran, der wohl den Iran-Krieg eröffnen wird, haben sich einige Medien bereits auf eine Anti-Moslem-Hetze der niedrigsten möglichen Schublade eingeschossen. Es wird versucht, im Takt von Tagen das plumpest mögliche Niveau von Kriegshetze und Völkerhetze zu erreichen und manches Presseorgan hat dies auch schon geschafft.


Cartoon: Kirk Anderson

Hatte die ‚Welt’ zum Beispiel am 16.2. noch die Hetze eines gewissen ‚Lord Weidenfeld’ ungekürzt im Forum abgedruckt,

„Dieses Regime [das in Teheran] ist ein Gemisch aus populistischer Gossen-Demagogie und religiösem Fanatismus, Bilderstürmerei und dem Lechzen nach moderner Technologie – ein tödliches Elixier des Teufels. Teherans Fixierung auf die Vernichtung Israels, die Dämonisierung des Weltzionismus und die Holocaust-Leugnung sind wohl ernst gemeint, aber nur eine erste Haltestelle auf dem Weg zu einem islamistischen Weltreich.(…) Das Risiko einer militärischen Intervention könnte zwar Opfer in Größenordnungen des Ersten und Zweiten Weltkriegs mit sich bringen, doch der Triumph des islamistischen Terrors würde an Grässlichkeit alles überbieten, was uns die Weltgeschichte vermittelte.“

so meinte man schon am nächsten Tag, noch einen oben drauf setzen zu müssen und zu beweisen, dass es die Redaktion noch besser kann:

‚Welt’ vom 17.2.2006

„Die größte Gefahr aber geht für die Despoten-Regimes der Region von dem aus, was unter der Zauberformel „Euro-Islam“ immer hartnäckiger durch ihre Grenzen einsickert: das Bestehen darauf, dass Islam und Demokratie eben doch keine unversöhnlichen Gegensätze sind (oder jedenfalls keine bleiben sollten), dass Scharia und Koran doch immer noch getrennte Reiche bilden …“„Nicht die Gotteslästerung, sondern die der tristen Wirklichkeit abgeschaute Darstellung von Moslems als Herdentiere, die sich im Namen der Religion zu allem bereit finden – und dann noch um den Preis der Jungfrauen gebracht werden; finstere, tumbe, in Hass, Neid und Rachsucht zementierte Hinterwäldler, die als menschliche Zeitbomben durch die Welt schleichen.“

Rekapitulation
Also rekapitulieren wir: DIE Moslems (keinerlei Einschränkung gemacht) sind Tiere! Sie sind noch viel mehr: Herdentiere! Und als solche sind sie finstere, tumbe, in Hass, Neid und Rachsucht zementierte Hinterwäldler! Nur eins wird nicht ganz klar: Wie können Tiere als ‚menschliche’ Zeitbomben durch die Welt schleichen?

Also wie war das? Als letztes Jahr im Vorfeld der Bundestagswahlen einige, darunter auch der damalige SPD-Chef und Lafontaine, die „Hedge Fonds“ als Heuschrecken bezeichneten oder die ‚metall’ als blutsaugende Insekten, da ging ein Aufschrei durchs Land. Man dürfe Menschen nicht mit Tieren vergleichen, dies seinen vielmehr Methoden der Hitler-Faschisten gewesen. Lafontaine, so hörten wir damals von einem Geschichtsprofessor der Münchner Bundeswehr-Hochschule, sei daher ein rechter Populist usw. usw.

Und nun? Nun darf man DIE Moslems als Tiere bezeichnen, als Herdentiere? Wo ist der bundesweite Aufschrei? Wo die Stimme des Münchner Professors?

Nichts ist verabscheuenswerter in der Publizistik als Heuchelei. Das ganze Mitleid mit den armen Menschen, die hinter den Hedge-Fonds stehen, war also nichts als Heuchelei. Man wollte lediglich etwas gegen Lafontaine finden. Jetzt plötzlich ist die Tendenz mehr die, einzustimmen in den Chor: „Die Moslems sind Tiere!“

Nicht Fussball sondern Sprengstoff?
Oder beispielsweise die Karikatur in ‚Der Tagesspiegel‘ vom 10. Februar, in der Mitglieder der iranischen WM-Fußballmannschaft mit umgebundenen Sprengstoffgürteln dargestellt sind? (Was soll uns diese Darstellung sagen? Dass der Iran Sprengstoffanschläge in Deutschland plant? Dass der Iran Selbstmordattentäter exportiert? Dafür gibt es keinen Beleg – ebenso wenig wie für die Existenz eines iranischen Atomwaffenprogramms (im Gegensatz zu den bewiesenen israelischen, pakistanischen und indischen Atomwaffenprogrammen).

Auch hier: Man darf Vorbereitung zum Völkermord betreiben, so viel man will, man darf Volksverhetzung betreiben, zum Beispiel alle Moslems als Tiere bezeichnen, man darf Kriegshetze betreiben, DIE Moslems als sinister, tumbe Hinterwäldler bezeichnen, die lebende Zeitbomben darstellen. All das ist erlaubt!

Kein Problem für deutschen Presserat
Kein deutscher Presserat, der irgendein Problem damit hat, kein Münchener Professor – auch H.M.Broder, der immer heuchlerisch darum bemüht ist, dass man Israels Schlächtereinen nicht mit den faschistischen Verbrechen vergleicht, hat keine Problem, wenn die Welt sich versucht mit aller Macht auf „Stürmer“-Niveau zu begeben. Nun, sie mag es noch nicht erreicht haben, aber das Bemühen muss man doch anerkennen. Man sucht und sucht und sucht im Spiegel, im Focus, in den ZDF-Sendungen, bei allen jenen, die so leicht aufschreien und so oft aufschrien – kein Schrei, kein Aufschrei, nichts.

Es ist Kriegshetze-Zeit, da darf man schon mal etwas härter zulangen, nicht, liebe Tagesspiegel-Redaktion? Da ist kein Raum für Aufschreie! Da muss man die Bevölkerung einstimmen, nicht wahr, liebe Welt-Redaktion?

Wieder, wie vor den Jugoslawien-Krieg, vor dem Überfall auf Afghanistan, sind sich die Medien einig: Alle an einem Strang ziehen – in Kriegszeiten kann man nicht fein differenzieren, da muss man gegenhalten, auch wenn’s weh tut, nicht wahr, liebe HaGalil-Redaktion?

Fette Frucht
„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“Ja, die Früchte sind zu sehen, sie sind fett und faulen bereits – und sie stammen durchweg von jenen, die Israel hochzujubeln pflegen, es besteht ein enger Zusammenhang von militantem Zionismus und Völkerhetze, Kriegshetze und Rassenhetze gegen DIE Moslems und gegen den Iran. Ihr seid zu erkennen, an euren faulen Früchten!

Und die Hetze hat bereits ihre Spuren hinterlassen: Fast ein Drittel der Deutschen sollen in einer Umfrage bereits positiv zu einem Krieg gegen den Iran stehen. Es hagelt auf die Deutschen herein: „DIE Moslems sind sinister, Zeitbomben!“ „Sie tragen Bombengürtel.“ „Im Turban: Eine Bombe!“ „Es sind Tiere!“

Würde man eine Umfrage in Deutschland machen: „Glauben Sie, dass bewiesen ist, dass das Regime des Iran für die Unterstützung von Terroranschlägen auf Zivilbevölkerung in USA und Europa verantwortlich ist?“ bekäme man wahrscheinlich bereits heute eine hohe Zahl von Ja-Antworten. Dabei hat kein einziges der großen Massenmedien diese Behauptung aufgestellt. Es wäre auch zu einfach, sie der Lüge zu überführen. So arbeiten sie mit Karikaturen, der Bombe im Turban und dem Bombengürtel der iranischen Fussballmannschaft. Das bleibt haften.

Back to the Future?
Die Deutschen wurden schon einmal mit einer solchen Propagandakampagne überzogen, die hauptsächlich mit Eindrücken, Gefühlen, Appellen ans Unterbewusstsein arbeitete. Als die große Politik die Grundgesetzänderung vorbereitete, die das Asylrecht am Ende praktisch völlig aufhob, wurde mit fast täglichen Wellen von Meldungen über „Asylmissbrauch“, „überschwappende Wogen von Asyl-Einwanderern“ und „Wirtschaftsflüchtlinge“ die öffentliche Meinung in Deutschland vorbereitet. Die Tagesschau im Ersten zeigte täglich mindestens eine Meldung darüber, die jeweils von einem Symbol begleitet war, das über dem Sprecher schwebte wie ein drohendes Ungeheuer: Eine stilisierte Menschenmenge, die den Grenzzaun überschreitet.

Das Ergebnis dieser Hetz-Kampagne war damals, dass in einer Umfrage ein großer Teil der Deutschen angab, es seien bereits die Hälfte der deutschen Bevölkerung Ausländer, obwohl der Ausländeranteil an der Bevölkerung damals wie heute nicht einmal 4% erreicht (und darunter viele, die in Deutschland geboren wurden und längst eingebürgert sein müssten).

In den USA z.B., in dem der Irak-Krieg mit einer solchen Hetzkampagne vorbereitet wurde, glauben heute noch mehr als vierzig Prozent der Befragten, dass Saddam Hussein Chemische und Biologische Waffen hatte und nach der Atombombe strebte.

Wir müssen darum unseren Teil dazu beitragen, dass es diesmal nicht gelingt, das deutsche Volk in Kriegsstimmung zu bekommen. Sprechen wir in der Familie und mit Freunden über diese Hetze und was da wirklich dran ist. Entdecken wir in den Aussagen in Fernsehnachrichten und –Magazinen und in unseren lokalen Zeitungen solche absurden Hetzartikel und -texte und senden wir sie an die Redaktion von Journalismus Nachrichten von Heute, um sie anzuprangern oder stellen wir sie gleich als abschreckende Beispiele ins Forum!

Illustration: Kirk-Anderson

Krieg

Sind Mini-Nukes harmlos?

Elmar Getto – 1.3.2006
Im Zuge des offenbar vorgesehenen Einsatzes von Atomwaffen beim ebenso offenbar vorgesehenen Luftüberfall auf den Iran wird nun gezielt das Thema der Verwendung von Atomwaffen überall hochgespielt. Der französische Präsident, ein ehemaliger CDU-Minister, Israel, die US-Regierung natürlich sowieso, alle sprechen plötzlich vom Einsatz von Atomwaffen gegen angebliche Terroristen und meinen damit den souveränen Staat Iran und seine zivile Bevölkerung. Die US-Administration tut sich mal wieder besonders hervor und hat einen neuen Namen für die schon lange bekannten kleineren Atombomben erfunden: Mini-Nukes.

Der Name soll suggerieren, es handele sich um so etwas wie Spielzeuge und man lanziert dann auch gleich gezielt Gerüchte, es handele sich gar nicht um wirkliche Atombomben, es gäbe keinen Fall-Out, die Mini-Nukes, seien „sauber“ und so weiter und so weiter. Über ‚yahoo’ und ‚google’ werden solche Gerüchte gezielt verbreitet. Im Forum der ‚Berliner Umschau’ hat denn auch schon ein Diskutant diese neuesten Informationen gehört, gibt sie auch gleich weiter und schreibt:

„Mininukes haben nicht die Aufgabe, Fall-Out zu bilden. Sie sind zur Zerstörung von Bunkeranlagen unter der Erde gedacht, da, wo konventioneller Sprengstoff keine Wirkung zeigt. Der Gefechtskopf dringt also tief in die Erde ein und detoniert dann. Da fall-outet nicht viel. Um die Wirkung zu zeigen, wie beschworen, müssten sie in großer Höhe gezündet werden und dann wäre ihre Sprengwirkung für den Hintern. Wenn schon radioaktive Gespenster, dann glaubhafte, bitte.“

Kleine Bomben für kleine Jobs?
Beeindruckend, wie Leute innerhalb von Minuten zu Fachleuten für Waffen und Atombomben werden. Nur sind wirkliche Atombomben leider gar keine Gespenster, sondern etwas sehr wirkliches, wie die Hunderttausende von Toten aus Hiroshima und Nagasaki bezeugen können (davon 50% erst nach entsetzlichen Leiden lange nach den Explosionen gestorben, zum Teil bis zu 20 Jahre danach).

Und Atombomben sind nie klein. Sie als ‚klein’ zu bezeichnen oder mit dem Attribut ‚Mini’ zu versehen, ist ein unzulässiger Euphemismus. Jede Atombombe braucht nämlich eine Mindestmenge (etwa 1 Kg) angereichertes Uran 235 (oder Plutonium), die ausreichend ist, um eine Kettenreaktion auszulösen, die dann die eigentliche Atombombe in Gang setzt. Diese Menge von angereichertem Uran oder von Plutonium nennt man die kritische Masse.

Dies bedeutet, dass die kleinste mögliche Atombombe, die lediglich knapp mehr als diese kritische Masse enthält, etwa die Zerstörungsgröße von 5 Kilotonnen hat. Die Einheit Kilotonnen bezieht sich auf einen Vergleich mit dem brisantesten bekannten Sprengstoff TNT. Man versucht etwa annähernd die Zerstörung zu beschreiben, die eine solche Atombombe anrichtet, indem man sagt, wie viele tausend Tonnen TNT man bräuchte, um eine ähnliche Zerstörung hervorzurufen, also in diesem Fall 5.000 Tonnen TNT. Es bedarf keiner weiteren Erläuterung, dass die schier unvorstellbare Zerstörungskraft, die 5.000 Tonnen, also 5 Millionen Kilo, des stärksten bekannten Sprengstoffes entwickeln, nicht mit dem Namen ‚klein’ oder ‚Mini’ beschrieben werden kann.

Nicht einfach TNT
Der Vergleich mit dem TNT hinkt aber auch noch zusätzlich, denn eine Atombombe hat eben nicht nur die Kraft einer Druckwelle, wie sie eine normale Sprengstoffexplosion hat, sondern viele Wirkungen:

– Der Lichtblitz. Er ist das erste, was die Explosion einer Atombombe anzeigt. Er erblindet augenblicklich jeden, der in einem bestimmten Umkreis um den Explosionsort zufällig in diese Richtung sieht. Er ist unbeschreiblich hell. Das erste bekannte Buch über Atombomben in Deutschland hieß „Heller als tausend Sonnen“.

– Die Hitzestrahlung. Unmittelbar nach dem Lichtblitz beginnt für etwa 3 Sekunden eine Hitzestrahlung, die so intensiv ist, dass sie Alles in näherer Umgebung augenblicklich verdampft. In Hiroshima konnte man noch die negativen Schatten von Menschen, die verdampft sind, an Mauern erkennen. Dort konnte für die Zeit, bis die Menschen ganz verdampft waren, die Hitzestrahlung nicht ihre schwarze Spur hinterlassen. Da die Strahlung aber nur die Oberflächen trifft und nicht in die Tiefe wirken kann, werden Metalle, Mineralien und Steine in einiger Entfernung von der Explosion nicht verdampft, denn die Strahlung verdampft nur die Oberfläche Schicht um Schicht. In einiger Entfernung von der Explosion tragen Menschen Verbrennungen davon, an ungeschützten Körperstellen direkt durch die Strahlung und ansonsten, weil ihre Kleidung Feuer fängt. Überhaupt setzt die Hitzestrahlung in weitem Umkreis alles Brennbare in Brand.

– Die Druckwelle. Sie läuft mit Schallgeschwindigkeit ballonförmig vom Explosionszentrum aus wie bei einer gewöhnlichen Explosion. Auf sie bezieht sich der Vergleich mit dem TNT. Im Gegensatz zu konventionellen Explosionen, bei denen die Druckwelle von sich ausbreitendem Stickstoffgas geformt wird, ist die Druckwelle bei den Atombomben durch die ungeheure Menge der erzeugten Energie verursacht. So werden die durch die Hitzestrahlung erzeugten Brände nicht etwa ausgeblasen, sondern durch die Druckwelle von Luft mit frischem Sauerstoff versorgt und angeheizt.

– Die Neutronen- und Gamma-Strahlung. Sie sind die heimtückischsten Wirkungen der Atombombe, denn man kann sie weder sehen noch spüren. Die Neutronen schaffen eine riesige Menge radioaktiver Stoffe, indem sie auf Stoffe treffen und diese in radioaktiv strahlende Isotopen umwandeln. Die Gamma-Strahlen durchdringen selbst Mauern und Stahlwände und treffen damit auch Menschen, die vor den anderen Wirkungen noch geschützt waren. Gamma-Strahlen, wie auch der Kontakt mit radioaktivem Fall-Out, erzeugen die Strahlenkrankheit, die innerhalb von Minuten bis hin zu Jahren, je nach Intensität und Art der Strahlung, zum Tode führt. Jeder Strahlenkranke muss unvorstellbar entsetzlich leiden, bis er stirbt. Am schlimmsten sind jene dran, die nicht davon sterben, sondern mit den unerträglichen Schmerzen weiterleben müssen.

– Der radioaktive Fall-Out. Dieser entsteht durch Partikel, die zunächst radioaktiv geworden sind durch die Neutronenstrahlung oder durch Reste der Atomrakete. Sie werden durch den massiven Aufwind in die Höhe gerissen, der durch die ungeheure Hitze erzeugt wird, die in der unmittelbaren Explosionsumgebung herrscht (das typische Bild des ‚Atompilzes’). Eine immense Zahl größerer Teilchen fällt in der Nähe des Explosionsortes wieder auf die Erde und ist zusätzlich für eine allgemeine hohe radioaktive Strahlung in der Umgebung des Explosionsortes verantwortlich. Etwas kleinere Partikel fallen in Windrichtung vom Explosionsort zu Boden und sorgen für eine windabhängige Strahlungszone. Die feinsten Partikel aber, und das sind sehr viele, weil der ungeheure Explosionsdruck viel Material zu feinstem Staub gemahlen hat, werden vom Aufwind bis in die Stratosphäre gerissen (über 12 km Höhe). Die dort herrschenden Strahlströme (Winde mit höchsten Geschwindigkeiten) tragen sie in West-Ost-Richtung um die ganze Erde. Im Laufe von Tagen, Wochen, Monaten und Jahren sinken diese Teilchen dann, je nach Größe, langsam nach unten und tragen so Radioaktivität rund um die Erde.

Schauen wie der Krebs wächst
Das besondere Risiko ist das Inhalieren oder Einnehmen eines solchen Partikels. Selbst bei nur schwach strahlenden Partikeln kann sich dann im Laufe der Zeit eine Wirkung zeigen, meistens das Entstehen von Krebs, denn viele radioaktive Stoffe strahlen über Jahre und Jahrzehnte. Nach den Atombombenversuchen, die von den USA in den fünfziger Jahren vor allem in der Wüste von Nevada durchgeführt wurden, konnten in den häufigsten Windrichtungen von dort signifikante Anstiege von Kinder-Leukämie nachgewiesen werden. Im Lauf der Jahre weitete sich dieser erhöhte Anfall von Kinder-Leukämie auf die ganzen Vereinigten Staaten aus. So konnten damals Wissenschaftler beweisen, dass Atombombenexplosionen in der Atmosphäre zu jahrelangem Fall-Out rund um die Erde führen, was wiederum weitreichende Konsequenzen für die menschliche Gesundheit hat.

Diese beeindruckenden Untersuchungen wurden Ende der Fünfziger Jahre von etwa 3.000 Wissenschaftlern weltweit unter Leitung des Chemie-Nobelpreisträgers Linus Pauling der Öffentlichkeit und den Führern der beiden Supermächte vorgelegt mit der Petition, die Atombombenversuche einzustellen, nachdem sich Albert Einstein schon vorher scharf gegen das Wettrüsten mit Atombomben und die Tests ausgesprochen hatte. Kennedy und Chruschtschow vereinbarten dann 1962 das Einstellen der Atombombenversuche in der Atmosphäre. 1963 bekam Linus Pauling dafür den Friedens-Nobelpreis.

Bahnbrechend Bunkerbrechend
Doch kommen wir nun zu den Bunkerbrechenden Atomwaffen, die wiederum nicht mit der Uran-Munition verwechselt werden dürfen, bei der Uran lediglich wegen seiner hohen Dichte eingesetzt wird.

Bunkerbrechende Atomwaffen wurden in Anlehnung an konventionelle panzerbrechende Geschosse entwickelt. Bei den letzteren wird das Prinzip einer Konzentration der Explosionswirkung auf einen kleinen Bereich durch einen konusförmigen Metallspiegel im hinteren Teil des Geschosses verwendet. Im ersten Moment einer Explosion eines konventionellen Sprengstoffes entsteht zunächst durch die extrem schnelle chemische Reaktion eine große Hitze, die aber lokal am Explosionsort bleibt. Die eigentliche Explosionswirkung besteht nicht aus dieser Hitze, sondern aus der sprunghaften Ausdehnung des bei der Reaktion entstehenden Gases (meistens Stickstoff), das die mechanische Explosionswelle hervorruft. Der Metallspiegel konzentriert aber nun im ersten Moment der Explosion, bevor er selbst zerstört wird, die Hitze in die Richtung des Einschlages. Dadurch schmilzt (oder brennt) sich die panzerbrechende Munition durch einen Metallpanzer. Wenn dann die mechanische Explosion einsetzt, kann sie auch durch die entstandene Öffnung hinter die Panzerung wirken.

Parallel hierzu kann man nun auch eine Atombombe entwickeln, die ebenfalls einen solchen konischen Spiegel aus einem möglichst resistenten Material in Einschlagrichtung hinter der eigentlichen Atombombe hat. Dieser konzentriert, solange der Spiegel noch nicht zerstört ist, vielleicht für eine Sekunde, die Hitzestrahlung nach vorne und lässt dort alles schmelzen. Bei der ungeheuren Hitzestrahlung einer Atombombe werden dabei zweifellos höchste Temperaturen über 12.000 ºC erreicht, bei denen selbst massives Gestein verdampft. Zwar wird auch hier die Regel gelten, dass immer nur an der Oberfläche verdampft wird, da Hitzestrahlung keine festen Stoffe durchdringen kann, aber man kann so mit Sicherheit ein vielleicht zehn oder zwanzig Meter tiefes Loch in massives Gestein brennen, in das anschliessend die gewaltige Sprengwirkung der Atombombe eindringen kann und damit in der Lage sein kann, den ganzen Berg zu spalten und jegliche Höhlung darin zum Einsturz zu bringen.

Dazu kann man das Geschoß für eine solche Bunkerbrechende Atombombe so gestalten, dass es an der Spitze, also vor dem eigentlichen nuklearen Teil, einen Urankern besitzt wie jene Uran-Munition (siehe obigen Link). Zusammen mit einem eigenen Raketenantrieb, der eine solche Bombe auf 10.000 oder 20.000 km/h Geschwindigkeit bringen kann, erreicht man dadurch eine tiefe Penetration in die Erde und eventuell und eventuell eine geringe zusätzliche in Felsen, die jene Bunkerbrechende Wirkung noch verstärken kann, bevor der Zündmechanismus der Atombombe überhaupt in Gang gesetzt wird. Gibt man der Uran-Spitze der Atomrakete (die ohne Schwierigkeiten von Flugzeugen aus abgefeuert werden kann) dann noch einen Überzug mit extrem harten Metallen, so kann man sogar eine gewisse Penetration nicht nur in Erdreich, sondern auch in blanken Fels erreichen.

Einer Berechnung der Union of Concerned Scientists zu Folge ist eins klar: Auch wenn die Bunkerbrechende Atomrakete in der Lage ist, in Erdreich einzudringen, und sogar einige Meter in blanken Fels und sich dann mit der Explosion noch einmal um die zehn oder zwanzig Meter in den Fels zu brennen, so mag dies absolut ausreichen, einen halben Berg zum Einsturz zu bringen und jegliche Aktivitäten in Höhlen und künstlichen Kavernen in diesem Berg auszulöschen, aber das ändert nichts daran, dass nur wenige Meter von der Oberfläche eine Atombombe explodiert. Zwar vermögen der Lichtblitz und die Hitzestrahlung nicht so viel Schaden anrichten, aber alle anderen Wirkungen der Atombombe bleiben voll erhalten.

Das behauptete tiefe Eindringen in den Berg vor der Explosion ist nicht möglich, weil Felsen eine noch so schwere und schnelle Rakete keineswegs tief eindringen lassen, höchstens einige Meter.

Das bedeutet, dass, so wie bei jeder Atombombe, eine große Quantität von feinstem Staub produziert wird, der durch die Neutronenstrahlung radioaktiv aufgeladen wird und als Fall-Out zunächst in der Windrichtung zu Schäden für die dort lebenden Menschen führt und dann, aus der Stratosphäre, über Jahre hinweg einen Fallout rund um den Erdball hervorruft. Wird, wie vermutet, auch eine Uranverstärkung in der Spitze verwendet, wird dieser radioaktive Fall-out sogar noch intensiver sein als bei der Hiroshima-Bombe.

Da falloutet nicht viel
Diese Atombomben können keineswegs mit unterirdischen Atomwaffenversuchen gleichgesetzt werden, bei denen die Atombombe in 700 Meter Tiefe explodiert und nur geringe Mengen radioaktiver Substanzen an die Oberfläche kommen. Es ist ein Irrtum, wenn man glaubt, „Da falloutet nicht viel.“ Ebenso ist es eine Täuschung, wenn uns die Atommächte weismachen wollen, dass Atombomben „in großer Höhe gezündet werden“ müssten, um viel Fall-Out zu verursachen. Es ist sogar umgekehrt so, dass Atombomben, die knapp unter der Erdoberfläche gezündet werden, die größte Menge Staub aufwirbeln, der dann als Fall-Out um den Erdball ziehen kann.

Krieg

Aufruf zum Völkerhass ist keine Meinungsäusserung

Karl Weiss – Wer einige der Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung ‚Jyllands Posten’ gesehen hat, kommt nicht umhin festzustellen, dass sie bei weitem über eine selbstverständlich auch in überspitzter Form erlaubte Kritik hinausgehen. Es handelt sich also hier nicht um einen Fall von freier Meinungsäußerung, sondern von Aufruf zum Völkerhass. Wer sich dies ausgedacht hat, wollte zündeln und hat nun – wenn auch mit zeitlicher Verspätung – Erfolg gehabt.

Gerade diese Zeitverzögerung ist aber das interessante an der Sache, denn sie sagt uns, was eigentlich dahinter steckt. Als diese Karikaturen vor vier Monaten veröffentlicht wurden, von einer Zeitung von maximal regionaler Bedeutung in Dänemark, gab es ja keine großen Reaktionen. Vielmehr wurden jetzt, da es um die Vorbereitung des Iran-Kriegs geht, diese Karikaturen hochgeputscht, zuerst in einem norwegischen Blatt und dann auch in der französische „France Soir“, in der deutschen „Welt“ und schließlich in HaGalil nachgedruckt („May it be madness – there is system in it“). Offenbar haben interessierte extremistische Kreise von beiden Seiten diese Karikaturen auch gezielt in der islamischen Welt bekannt gemacht, um den erwarteten Aufschrei hervorzurufen, auf den dann wieder mit dem Abdruck als Antwort auf diesen Aufschrei („wegen der Informationspflicht“) reagiert wird.

So peitscht man Gefühle hoch, wenn man einen Krieg beginnen will.
Geht man mehr ins Detail, stellt man auch gleich fest, dass es hier nur zum Teil um die Straftat „Verächtlichmachen von Religionen oder religiösen Symbolen“ geht, sondern eigentlich um eine andere Straftat. Der Prophet Mohammed, von dem keine Bilder irgendwelcher Art existieren, weil es ja das völlige Bildverbot im Islamismus gibt, wird nämlich dargestellt als iranischer Mullah oder Ayatollah, äußerst ähnlich zu Ayatollah Khomeini, dessen Turban eine Bombe mit brennender Lunte darstellt. Was wird also ausgesagt? Der fundamentalistische Islamismus, wie er von den iranischen Machthabern gepredigt wird, sei für Terrorbomben verantwortlich! Auch wenn die US-Regierung ebenfalls gerne den Zusammenhang des Mullah-Regimes mir Bombenterror in den USA, in England oder Spanien nahe legen will, so gibt es doch nicht irgendein Anzeichen, dass ein solcher Zusammenhang existiert, im Gegenteil.

Es ist belegt, dass Osama Bin Laden, als er beim CIA (jedenfalls nach außen hin) in Ungnade gefallen war, u.a. im Iran um Unterschlupf nachgefragt hatte und barsch abgewiesen wurde. Es ist ausreichend bekannt, dass die islamischen Sunniten und Schiiten in einer Fehde liegen. Im Irak wird, so berichten jedenfalls US-Regierungskreise, von den sunnitischen Anhängern des Bin Laden ein brutaler Bombenterror gegen die schiitische Mehrheitsbevölkerung in Szene gesetzt. Ohne den Wahrheitsgehalt dieser Story jetzt zu untersuchen, kann man daraus schließen, dass selbst die US-Regierung nicht behauptet (sondern bestenfalls indirekt versucht durchblicken zu lassen), das iranische Regime habe irgendetwas mit Bombenanschlägen in USA oder Europa zu tun.

Gibt es aber keinen solchen Zusammenhang, so müssen solche Karikaturen vor allem als Aufruf zum Völkerhass, als Volksverhetzung und Hetze zu einem Angriffskrieg angesehen werden. Jeder verständige Mensch kann diese Zusammenhänge erkennen. Erst recht jetzt, da es kaum noch einen Zweifel gibt, dass ein Überfall (wahrscheinlich mit Luftschlägen) auf den Iran bereits beschlossen ist und im Moment die erste Phase dieses Krieges („die Weltöffentlichkeit einstimmen“) läuft.

Das iranische Regime ist sicherlich ein Unterdrückungssystem, wie sich gerade wieder bei der brutalen Niederschlagung des Busfahrer-Streiks gezeigt hat, aber das ist kein Grund, dies Land mit einem Krieg zu überziehen (Nach dieser Logik müsste man noch viele andere Länder angreifen). Ebenso gibt es keinen Zweifel, dass es mit der palästinensischen Hamas zu tun hat, die eben von den Palästinensern eine Mehrheit bei den Parlamentswahlen bekommen hat. Insofern ist es also nicht verwunderlich, dass gerade die ‚Welt’ und ‚HaGalil’ diese Karikaturen nachdrucken, die beiden deutschen Organe, die in extremster Weise die israelischen Schlächtereien versuchen zu rechtfertigen.

Unabhängig davon, ob die „Welt“ und „HaGalil“ in Deutschland dafür belangt werden, muss man feststellen, dass es sich hier um Straftaten handelt. Wie locker der Herausgeber von HaGalil das sieht, kann man dem Interview entnehmen, das er dem „Neuen Deutschland“ mit dem Datum des 4.2.06 gegeben hat. Er hat keinerlei Problem mit deren Inhalte, hält sie lediglich für „plump“. Er begründet den Nachdruck einfach so: „Unsere Leser sollten wissen, worum es geht und deshalb haben wir diese Karikaturen gezeigt.“ Zum Inhalt der Karikaturen unkt er: „Da muss man gegenhalten – auch wenn es weh tut. Insofern fand ich es enttäuschend, wie schnell europäische Politiker einknickten und sagten, man müsse die Gefühle der Muslime respektieren.“ Im gleichen frechdreisten Ton geht das Interview weiter.

Leider kam keine Gegenfrage, warum denn in ganz Deutschland nur die ‚Welt’ und die Zionisten-Site glaubten, ihre Leser in dieser Weise „informieren“ zu müssen. Nicht ganz klar wurde, warum eine „sozialistische Wochenzeitung“ glaubte, mit diesem Interview jener zionistischen Seite ein Forum bieten zu sollen. HaGalil war ja schon wiederholt dadurch aufgefallen, dass sie jegliche Kritik an Israel und jede Solidarität mit dem Befreiungskampf des palästinensischen Volkes als angeblichen Antisemitismus und angeblichen Rechtsextremismus versuchte zu verleumden.

Wir haben hier Zündler von beiden Seiten am Werk und wir müssen uns fragen, ob hier nicht scheinbare Biedermänner zu Brandstiftern werden. Es geht also nicht um Meinungsfreiheit, Pressefreiheit oder das Recht zu auch harscher Kritik.

Selbstverständlich kann die Feder eines Journalisten oder eines Zeichners zur Waffe werden, wenn dies auch nicht mit den wirklichen Waffen verwechselt werden darf. Es kommt auf die Absicht an, die offenbar verfolgt wird. Wer mit einem Artikel, einem Satz, einer Karikatur oder der Szene eines Videos zum Rassenhass, zum Völkerhass, zum Krieg gegen andere Völker anreizt, kann sich nie auf Meinungsfreiheit oder ähnliches berufen. Wird andererseits eine scharfe, auch überspitzte Kritik an bestimmten fundamentalistischen Religionsauffassungen geübt, seien es christliche oder islamische, ist dies nicht automatisch gegen andere Völker und Rassen gerichtet.

Es macht sich aber jeder unglaubwürdig bezüglich seiner Motive, der islamischen Fundamentalismus angreift, christlichen aber ungeschoren lässt und andersherum. Religion und Aufklärung waren und sind ein Gegensatz. Tritt die Aufklärung für die Trennung von Kirche und Staat ein, will die Religion den Staat zu ihrem Instrument machen. Tritt die Aufklärung dafür ein, dass Religion Privatsache bleibt, will die Religion ihre Lehren von Staats wegen verkündet wissen. Sagt die Aufklärung, Gesetze dürfen nicht auf religiösen Anaschauungen beruhen, versucht die Religion, ihre Axiome über den Staat auch Nicht-Gläubigen aufzuzwingen. Tritt die Aufklärung dafür ein, die Rechte der Nicht-Gläubigen zu beachten, fordert die Religion die Unterordnung aller unter ihre Regeln.

Nicht umsonst stehen auf dem Kriegsschauplatz, der mit diesen Karikaturen geschaffen werden soll, auf der einen Seite ein fundamentalistisch-schiitisches islamisches Regime, das der iranischen Ayatollahs, und auf der anderen Seite eine US-Regierung, die wesentlich von fundamentalistisch-evangelischen christlichen Sekten beeinflusst ist.

Und als wäre das noch nicht genug der Religionen, hängt dann auch der fundamentalistisch-rassistische jüdische Staat Israel mit drin, der ebenfalls bei der Kriegshetze mitmacht. So war es denn auch keine Überraschung, dass eine zionistische deutsche Website ausser der ‚Welt’ die einzige war, die in Deutschland die Karikaturen veröffentlichte.

Das letzte Mal, das in Europa ein grosser Religionskrieg vom Zaum gebrochen wurde, im dreissigjährigen Krieg (1618 – 1648) war am Ende die Bevölkerung Europas auf die Hälfte reduziert. Damals benutzten die europäischen Mächte die Religion, um ihre Machtkämpfe auszufechten, ohne dass dies so sichtbar wurde. Wird der Iran-Krieg unterschiedlich sein?

Krieg

Wie viele U-Boote hat der Iran wirklich?

Harald Haack – Der Iran ist, was die Fläche betrifft, ein großes Land. Ein Land mit sehr langer Küste zum persischen Golf und eines kürzeren Abschnittes zum Schwarzen Meer. Platz für versteckte U-Boot-Bunker mit vielen U-Booten.


Im Besitz des Irans: Russisches U-Boot der Kilo-Klasse

Angeblich besitzt der Iran drei veraltete U-Boote aus russischer Produktion. Zur Landesverteidigung oder um damit Krieg zu führen, sind sie sicherlich quantitativ wenig geeignet. Allerdings gelangen Briten wie Deutsche im Ersten und Zweiten Weltkrieg entscheidende Schläge mit Hilfe von jeweils nur einem U-Boot. Große Schäden an zivilen Schiffen und deren Besatzung und Passagieren erfolgten jedoch mittels U-Boot-Rudeln des Nazi-Deutschlands während des Zweiten Weltkrieges.

Wenn der Iran, sollte ein weltweites Embargo gegen das Land verhängt werden, dem nazi-deutschen Beispiel des Schiffeversenkens folgen sollte, dann braucht es dazu viele U-Boote. Um sich diese zu bauen, muss man deren Technik verstehen, und dazu genügen drei dieser sehr leisen U-Boote der KILO-Klasse vollkommen. Technische Weiterentwicklungen wären dann zwar kein Kinderspiel, aber eine logische Folge. Der Iran hatte denn auch für 2003 die Produktion mehrerer Klein- und Kleinst-U-Boote angekündigt. Laut globalsecurity.org, eine mutmaßliche Propaganda-Organisation von Pentagon und US-Geheimdiensten, wurden die U-Boote im iranischen Fernsehen gezeigt.

Der Streit um die Atomanlagen des Irans könnte vom Iran inszeniert sein, um vom Bau der geheimen U-Boote, von deren Bunker und anderen militärischen Aktivitäten abzulenken. Die iranische Küste zum persischen Golf bietet schließlich viele Möglichkeiten, um unterirdisch solche Anlagen zu bauen. Im Gegensatz zu den Küsten der Vereinigten Arabischen Emirate, von Qatar, Bahrain und Kuwait fällt das Meer an der iranischen Golf-Küste überwiegend steil ab – beste Voraussetzung für U-Boot-Bunker. Es gibt dort nur wenige Flachwassergebiete und Korallenriffe, aber dafür umso mehr Anomalien auf Satellitenfotos – zum Beispiel Häfen ohne Schiffe, die auf iranische Aktivitäten hindeuten könnten.


Iranischer Hafen ohne Schiffe nahe der Erdöllagerstätte Kuh-e Mond.


Unterwasser-Anomalie östlich von Kuh-e Gelek an der iranischen Golf-Küste.
Von Menschenhand geschaffen?

Indiz für eine solche Bautätigkeit könnten Straßen im Landesinnern sein, die scheinbar im Nichts enden und auf denen viel Verkehr ist. An der Küste selbst würde man so gut wie nichts sehen. Höchstens auf Satellitenfotos wären an solchen Stellen möglicherweise Sediment-Ströme im Meer sichtbar. Doch auch die ließen sich mit nahe gelegenen „Flüssen“ gut tarnen, so dass „Experten“ dies für eine natürliche Erscheinung hielten. Wenn allerdings ein kleiner Fluss eine enorm hohe Sedimentfracht hat, wäre dies ein ernstzunehmender Hinweis. Denkbar ist aber auch, dass der Iran ohne die Hilfe westlicher Firmen nicht in der Lage ist, seine U-Boot-Flotte auszubauen. Folglich gebe es keine solchen Aktivitäten im Iran. Aber offensichtlich hat es diese Hilfen gegeben. In diesem Zusammenhang ermitteln Staatsanwälte wieder einmal mehr gegen deutsche Firmen wegen „unerlaubter Waffenlieferungen“.

US-Säbelrasseln
Wie die britische Zeitung „Sunday Telegraph“ schreibt, seien US-Militärplaner des „Central Command“ und des „Strategic Command“ im Pentagon mit Planungen für einen Militärschlag gegen den Iran beauftragt worden. Irans Atomanlagen sollen mittels Raketen, die aus U-Booten abgefeuert werden und massiven Bombenangriffen der Tarnkappenbomber zerstört werden. Jeder dieser B2-Bomber könne für den Angriff mit rund 18 Tonnen Präzisionswaffen sowie neuen Waffen zur Zerstörung unterirdischer Bunker ausgerüstet werden.

Weil sie eine Eskalation der Gewalt im Nahen Osten fürchte, stehe die britische Regierung einem Militärschlag gegen den Iran sehr skeptisch gegenüber, berichtet „Sunday Telegraph“ weiter. Das Risiko, nicht alle Atomanlagen zu zerstören sei groß und folglich würde der Iran von seinem angeblichen Ziel, Atomwaffen zu bauen, nicht abgehalten werden können.

Möglich ist auch, sollte der Iran über mehr U-Boote verfügen als dies derzeit bekannt ist, dass das Land auf konventionelle Weise und nach historischem (Nazi-)Vorbild sich zu rächen versucht: Mit dem altbekannten bösen Spiel des Schiffeversenkens. Droht der Welt ein neuer U-Boot-Krieg?

Die Iran-Krise