Harald Haack – Ende April wurden vom Schnellalarmierungssystem der EU Importe von rund 40 000 Tonnen mit Mineralöl verseuchtes Sonnenblumenöl registriert. Dementsprechend vorgewarnt entdeckten nun Fahnder des Schweizer Bundesamts für Gesundheit (BAG) in der Schweiz solch verschmutztes Speiseöl. Es soll aus der Ukraine stammen…
kriminalitaet
Neues von alten Skandalen – BayernLB, Amis, Hypo Alpe und Kulterer
Dr. Alexander von Paleske – Es gibt wieder Neues zu berichten aus der Skandalbankenwelt, mit der wir uns in den letzten Monaten ausführlich beschäftigt haben.
Fangen wir aber diesmal nicht mit der BayernLB an, denn mittlerweile hat es sich ja herumgesprochen, dass dort mal eben mehr als 4 Milliarden Euro in den Sand gesetzt wurden, die man sicher besser Hartz IV Empfängern hätte zugute kommen lassen, anstatt sie in windige, sogenannte Schrottpapiere zu stecken, die nun nichts mehr wert sind.
Wobei sich als nächstes die Frage stellt: Wo sind denn diese Milliarden eigentlich geblieben?
Die Antwort lautet schlicht und einfach: Bei den auf Pump lebenden amerikanischen Durchschnittsbürgern, also sozusagen deutsche Sozialhilfe zur Hartz-IV-Vermeidung in den USA, denn deren Immobilien waren es schließlich, die auf Pump gekauft wurden und die damit noch den Konsum dann gesteigert haben.
Wobei das Schöne ist, dass die Deutsche Bank, wie es sich für einen Global Player gehört, rechtzeitig wenigstens einen Teil des Schrotts losgeworden ist, an sogenannte Banken-Kleingärtner wie die IKB. Merke: Große Bank – kleine Dummköpfe, kleine Bank – große Dummköpfe.
Neues aus den Kaffeehäusern
Nein, wir wollen wieder in die Alpenrepublik schauen, und sehen, was die Wiener Kaffeehausjustiz gerade macht. Und siehe da, die klagt jetzt den Herrn Wolfgang Kulterer an, Ex-Chef der Skandalbank Hypo-Alpe-Adria oder kurz Skandalpe und Verwalter des milliardenschweren Flick-Vermögens, das seinerzeit wegen angeblich zu hoher zu erwartender Erbschaftssteuern von Deutschland nach Österreich umgezogen war. Wer sich nicht so genau mit Herrn Kulterer auskennt, dem empfehle ich bei Wikipedia hereinzuschauen, dort befindet sich auf der Artikelseite eine geschönte Biografie, sorgsam gepflegt, und eine Diskussionsseite, die sich mehr mit den in der Artikelseite weitgehend ausgelassenen Schattenseiten dieses austrischen Herrn beschäftigt; einst von Österreichs Rechtsaußen Haider als der erfolgreichste Bankmanager Österreichs hochstilisiert.
Die österreichische Justiz interessiert sich aber weniger für die sogenannten Erfolge, wozu angeblich auch zweifelhafte Grundstücksgeschäfte mit kroatischen Verbrechern gehören, so die ZEIT, sondern mehr für seine Misserfolge, die er angeblich zu vertuschen suchte.
Also klagt sie ihn wegen angeblicher Bilanzmanipulation an, strafbar gemäß Paragraph 255 des austrischen Aktiengesetzes, zusammen mit zwei weiteren Vorstandskollegen. Mal sehen was daraus wird.
Verlustbank kauft Skandalbank
Die Skandalbank Hypo Alpe gehört jetzt der Verlustbank BayernLB, eine schöne Kombination. Aber aus der Verlustbank könnte noch eine Skandalbank werden. Wer weiß, was der Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtages alles zu Tage fördert.
Neues vom Amis Skandal
Mittlerweile sind wir auch bei dem AMIS-Skandal fündiger geworden. Und da gibt es eine unerschrockene Gruppe von Finanzberatern, HelpAmis, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Licht in diese unerquickliche Betrugsaffäre mit unglaublichen 16.000 Geschädigten zu bringen. In unermüdlicher Kleinarbeit haben sie eine ganze Reihe von Details zu Tage gefördert und der etwas schläfrigen Justiz in der Alpenrepublik Beine gemacht. Sehr beeindruckend. Was mich aber besonders interessierte, bei immerhin etwa 5.000 Geschädigten auch in Deutschland: Was machte eigentlich die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin genannt, nachdem immerhin die Finanzaufsicht in Luxemburg bereits im Jahre 2004 bei der Investmentbank Luxemburg zugeschlagen und die Finanzaufsicht in Österreich benachrichtigt hatte.
Bei der engen Verzahnung der Finanzaufsichten in Europa, gerade auch um den international operierenden Geldwäscherbanden das Handwerk zu legen, kann man wohl davon ausgehen, dass auch die BaFin informiert wurde.
Da schreibt die Bafin am 29.5.2007 an HelpAmis, sie seien überhaupt und gar nicht zuständig, da sich das alles ja in Österreich abgespielt habe.
Da immerhin vermutlich 300 Finanzberater der Amis in Deutschland nicht nur tätig, sondern auch beheimatet waren, zudem sich in Deutschland auch eine Zweigstelle des austrischen Betrugsladens befand und zwar in Holzwickede, und immerhin 4.000 bis 5.000 Menschen in Deutschland hereingelegt und um ihr Geld gebracht wurden, da hätte es doch nahe gelegen, nun tätig zu werden, z.B. durch Einschaltung der Staatsanwaltschaft.
Schnarcht schön weiter im Cafe Einstein zu Berlin! Hier geht es ja auch nur um das angesparte Geld der kleinen Leute, weniger als Peanuts in der Sprache der Deutschen Bank.
Der Fall Amis – ein gigantischer europäischer Betrugsskandal
Es war einmal eine Arbeiterbank in Wien
Freispruch im General-Partners-Prozess – Wiener „Kaffeehausjustiz“ überfordert?
BayernLB, Hypo Group Alpe Adria und kein Mangel an Skandalen
Investmentbank Luxembourg (IBL) und der Air-Holland-Skandal
Dr. Alexander von Paleske —- 23.3. 2008 — Der AMIS-Betrugsskandal, über den „Nachrichten Heute“ gerade berichtet hat, wirft ein nicht gerade positives Schlaglicht auch auf die Investmentbank Luxemburg, jetzt Bank Sella, die nun von der Anlegervereinigung wegen angeblicher Verletzung banküblicher Sorgfaltspflichten als Depotbank auf Schadensersatz verklagt wurde. Gleichzeitig wurde über den wegen Scheckbetrugs in den USA vorbestraften Kanada-Belgier Raoul Berthaumieu alias Lee Sanders im Zusammenhang mit der Wiener Privatbank „General Commerce Bank“ berichtet. Sowohl Berthaumieu als auch die IBL tauchen im Jahre 2004 kurzzeitig im Zusammenhang mit dem Skandal um den Zusammenbruch der Fluggesellschaft Air Holland in der Presse auf.
Wer ist Air Holland?
Die Fluggesellschaft wurde 1984 von einem Niederländer namens John Block gegründet, sie bediente Routen nach Afrika, Asien und in Mittelmeerländer und operierte als Billigfluglinie mit insgesamt 8 Boeing-Maschinen. Allerdings konnte die Fluglinie wohl nie ordentlichen Gewinn abwerfen und war 1999 finanziell am Ende.
Nun startete eine neue Crew von Investoren, allerdings geriet die Fluglinie mehr in die negativen Schlagzeilen, die Piloten sollen angeblich gerne zu Marihuana gegriffen haben. Das wirkte sich nicht gerade positiv auf den Ticketverkauf aus, wer fliegt schon gerne mit einem zugedröhnten Piloten und am 25. März 2004 ließ sich der Pleitegeier auf dem Firmenlogo nieder, die Firma ging in Konkurs.
Eine Fluglinie hängt am Kokain-Tropf
Damit hätte es eigentlich Schluss sein können, aber nun stellte sich heraus, dass sich die Firma offenbar durch Kokainverkauf finanziert hatte. Das veranlasste im November 2004 die niederländische Polizei zum Eingreifen und sie verhaftete gleich sieben Personen, darunter den ehemaligen Air Holland Vorstandsvorsitzenden Cees van D., der zwei Jahre später zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Das Kokain war nicht etwa mit den Fliegern der Air Holland eingeflogen worden, sondern die Ladung von 600 kg Kokain befand sich im Rotterdamer Hafen, versteckt zwischen Kaffeesäcken in einem Container.
Verhaftungen auch in Luxembourg
Aber auch in Luxemburg schlug die Polizei zu. Denn das Drogengeld musste schließlich in den Bankenkreislauf kommen, und was bot sich da Besseres an, als der Finanzplatz Luxemburg mit seinem Bankgeheimnis. Vier Banken wurden zur Deponierung des Geldes ausgewählt, darunter auch die Investmentbank Luxembourg.
Die Polizei nahm vier mutmaßliche Vermittler für der Verbankung des Drogengeldes fest, darunter einen belgisch kanadischen Herrn, der schon im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der General Commerce Bank in Wien, auf sich aufmerksam gemacht hatte und von dem ehemaligen Vorstand der österreichischen Hypo-Alpe-Adria Bank, Wolfgang Kulterer seinerzeit als seriös bezeichnet worden war: Raoul Berthaumieu. Und auch zwei Franzosen wurden verhaftet, angeblich Mitarbeiter der IBL.
Der Fall Amis – ein gigantischer europäischer Betrugsskandal
Es war einmal eine Arbeiterbank in Wien
Freispruch im General-Partners-Prozess – Wiener „Kaffeehausjustiz“ überfordert?
BayernLB, Hypo Group Alpe Adria und kein Mangel an Skandalen
BayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria – Reicht mir die Hand, meine Skandale
Der Fall Hypo-Alpe-Adria- Bank (Skandalpe) – Ein österreichisch-deutsches Schmierenstück.
Der Fall Amis – ein gigantischer europäischer Betrugsskandal
Dr. Alexander von Paleske – 22.3. 2008 — 16.000 Geprellte, die Mehrheit in Österreich, aber auch schätzungsweise 4.000 in Deutschland, darunter viele, die ihre Lebensersparnisse verloren haben, das ist die traurige Bilanz eines weiteren Finanzskandals, der von Österreich seinen Ausgang nahm, aber sich bis nach Osteuropa ausbreitete. Schadenssumme: 165 Millionen Euro.
Der dritte große Finanzskandal in der Alpenrepublik also, aber zwischen dem Amis-Skandal, und den Skandalen um die BAWAG und die Hypo Group-Alpe-Adria, über die beiden letzteren hatte „Nachrichten Heute“ ausführlich berichtet, bestehen zahlreiche Querverbindungen.
Wie alles anfing
Im Jahr 1991 kam Dagmar Partik-Wordian, Gattin des damaligen BAWAG-Vorstands Gerhard Partik, auf die zündende Idee eine Vermögensberatungsgesellschaft namens Asset Management Investment Services GmbH (AMV) zu gründen. Und was lag da näher, erst einmal Geschäfte mit der BAWAG zu machen, sozusagen „innerhalb der Familie“, um sich warm zu laufen, bis 1997, dann nämlich wurden die flotten Flöttl-BAWAG-Karibik-Geschäfte zum ersten Mal in der Presse erwähnt.
Also wurde die BAWAG ausgeladen, stattdessen hievte Vorstandsgattin Dagmar die in der Finanzwelt völlig unbekannten Herren Dietmar Boehmer und Harald Loidl an Bord, welche nunmehr die Tätigkeit von Geschäftsführern der AMV ausübten. , Die mischten den Laden jetzt so richtig auf, bis sozusagen nichts mehr mit rechten Dingen zuging.
Im Jahr 1999 übernahmen sie dann den ganzen Laden von Frau Partik und jetzt gab es offenbar überhaupt kein Halten mehr.
Zwei Gesellschaften, ein Betrug
Die neuen Herren, versehen mit einem guten Kundenstamm, machten aus der alten Gesellschaft AMV zwei neue, nämlich einmal die AMIS Financial Consulting AG und weiter die AMIS Asset Management Investment Services AG.
Zielgruppe waren Bezieher mittlerer Einkommen; also Leute, die von den monatlichen Einkünften etwas zurücklegen konnten, für den Lebensabend, und um diese Ersparnisse sollten sie nun erleichtert werden. Der Trick war immer der gleiche, über Akquisiteure wurden den in finanziellen Dingen Unbedarften klargemacht, dass sie ihr Kapital entwerten ließen, die Rückflüsse lachhaft und die lachenden Dritten nur die Banken seien.
Dass der Betrug über fast sechs Jahre laufen konnte, denn erst im November 2005 wird über beide Betrugsfirmen das Konkursverfahren eröffnet, hängt mit dem ausgefeilten System der Betrüger zusammen: Wer aussteigen wollte, bekam seine Gewinne ausgezahlt, und das sprach sich herum. Also warum auszahlen lassen, wenn man doch scheinbar sicher Gewinne machen konnte.
Die Auszahlung der Gewinne wurde aus den Einnahmen der weiter zahlenden Kunden vorgenommen, ein Pyramidensystem also. Denn von einem soliden Investment konnte keine Rede sein.
Eine Bank in Luxemburg
Investiert wurde alles in sogenannte SICAV-Fonds und Vario-Investment-Fonds, welche wiederum von der AMIS verwaltet wurden. Von diesen Fonds wurde dann wiederum das Geld an Scheinfirmen in den Bahamas, Liechtenstein und Florida überwiesen.
„Deponiert wurden diese „Zertifikate“ bei zwei Banken in Luxemburg, der Investment Bank Luxembourg S.A. (IBL) und der Banque Colbert.
Die Banque Colbert ging pleite, aber deren Geschäftsführer, Sylvain Imperiale und Yves Bayle, hatten sich rechtzeitig samt allem Zugehörigen in die IBL abgesetzt. Die IBL wurde Ende 2004 in Sella Bank Luxemborg S.A. umbenannt. Damit wurde deutlich, wer hinter der Bank steht, nämlich die Banca Sella in Italien, eine der größten Privatbanken dort, mittlerweile global tätig.
Die Finanzaufsicht in Luxemburg schlägt zu
Wegen Ungereimtheiten bei der Bewertung der Fonds durch die IBL setzte die Luxemburger Finanzaufsicht am 4.3. 2004 mit sofortiger Wirkung den Handel mit den Amis-Dubiosa aus. Und sie benachrichtigte die Finanzaufsicht in Österreich (FMA), die sich offenbar für nicht zuständig hielt, das sei wohl ein luxemburgisches Problem. Erst acht Monate später reiste man dorthin, um sich zu informieren und erst elf Monate danach schlug die FMA endlich zu. Bis dahin konnten die Gaunereien munter weitergehen, auch in Deutschland.
Raoul Berthaumieu und die IBL
Die Querverbindungen zur BAWAG hatten wir schon erwähnt, aber auch zur Hypo-Alpe-Skandalbank gab es interessante Berührungspunkte.
Raoul Berthaumieu, alias Raoul Berthamieu alias Lee Sanders ist bei der IBL durchaus bekannt. Er war im Jahr 1992 in den USA wegen Scheckbetrugs zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden und tauchte mit einer teils vorbestraften Crack Crew, die auch Adnan Khashoggi, Rakesh Saxena, Sherman Mazur und Regis Possino umfasste, im Jahr 2000 bei der „General Commerce Bank“ in Wien auf, und verwandelte sie in ein Zentrum des internationalen Aktienbetrugs – „Nachrichten Heute“ berichtete darüber. Diesem Berthaumieu gab die Hypo-Alpe gerne und reichlich Kredit und der damalige Vorstand der Hypo-Alpe, Dr. Wolfgang Kulterer, bezeichnete den einschlägig vorbestraften Berthaumieu als seriös; das habe er sich von der Polizei bestätigen lassen.
Offenbar machte Berthaumieu in dieser Zeit auch Geschäfte zusammen mit der IBL später Sella Bank, denn in einem Zivilprozess, den Saxena gegen einen weiteren vorbestraften Gauner namens Tariq Ahmad in den USA anstrengte, trug er vor, von Berthaumieu, seiner damaligen Frau Sylvie Sainlez ( einer belgischen Anwältin) und der IBL hereingelegt worden zu sein. Gleiches behauptete auch wiederum Tariq Ahmed in einem Prozess, den er in Nevada gegen die IBL, Berthaumieu und Sylvie Sainlez anstrengte.
Russenmafia bei der IBL?
Aber auch sonst brauchte sich die IBL/Sella Bank über mangelnde Aufmerksamkeit in der Presse nicht zu beklagen. Die Bank, deren Firmengeschichte sich bis in das 16 Jahrhundert zurückverfolgen lässt, gestattete russischen „Geschäftsleuten“, unter ihnen der Milliardär Arcady Gaydamak, ein wenig Geld auf der Sella Bank in Luxemburg zu deponieren. Geld, dessen Herkunft angeblich nicht ganz hasenrein war. Dies veranlasste die luxemburgische Bankenaufsicht dortige Konten einzufrieren.
Der Milliardär Gaydamak wird in Frankreich steckbrieflich gesucht und hält sich vorwiegend in Angola und Israel auf. Angola hatte er 1993 illegal Waffen im Werte von 800 Millionen US Dollar unter Verletzung eines UN Waffenembargos verkauft. Dieser Skandal, das sogenannte Angolagate, in den auch der Sohn des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Mitterand angeblich verwickelt ist, soll noch dieses Jahr vor Gericht gehen.
Was wurde aus den Betrügern?
Die Betrüger setzten sich nach Venezuela auf die Ferieninsel Margarita ab, wurden jedoch aufgestöbert, ausgeliefert und vor Gericht gestellt. Boehmer und Loidl erhielten jeder 5 1/2 Jahre Haft ohne Bewährung.
Was wird aus den Geschädigten?
Diese klagen nun in verschiedene Richtungen, gegen die Finanzaufsicht in Österreich wegen Amtspflichtverletzung und gegen die Sella Bank, wegen Verletzung der Pflichten einer Depot-Bank. Wenn diese Prozesse durch alle Instanzen gegangen sind, dann dürften einige der Geschädigten bereits verstorben sein.
Investmentbank Luxembourg (IBL) und der Air-Holland-Skandal
Angolagate in Frankreich – Geldgier, Geschütze und Granaten
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BAWAG-Es war einmal eine Arbeiterbank in Wien
BayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria – Reicht mir die Hand, meine Skandale
Der Fall Hypo-Alpe-Adria- Bank (Skandalpe) – Ein österreichisch-deutsches Schmierenstück.
Finanzkrise, Bankenkrisen, Kleinanlegerbetrug – Hat die Finanzaufsicht BaFin versagt?
Finanzgauner, ihre Opfer und die BaFin
Freispruch im General-Partners-Prozess – Wiener „Kaffeehausjustiz“ überfordert?
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
Nachts beim Hamburger US-Konsulat: Zoff gegnerischer Geheimagenten?
onlineredaktion – Nach dem Terroranschlag am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York wurde das US-Generalkonsulat in Hamburg in eine Festung verwandelt. Temporäre Sicherheitsbarrieren um das Konsulatsgebäude, dazu zählte die vollständige Sperrung einer Straße, wurden unlängst durch massive Betonsperren zur permanenten Einrichtung.
Hinter den Barrieren scheint das US-Konsulat damit sicher zu sein. Doch wie unsicher das Leben der Hamburger unmittelbar um das amerikanische Generalkonsulat geworden ist, zeigte sich am vergangenen Donnerstagabend, kurz nach 22 Uhr.
An der Shell-Tankstelle am Hamburger Dammtorbahnhof, etwa 400 Meter Luftlinie von US-Generalkonsulat entfernt, sollen drei Männer einen aus dem Iran stammenden 27-Jährigen verprügelt haben. Nachdem sie von ihm abgelassen hatten, in einen Mercedes gestiegen waren und in Richtung Rothenbaumchaussee fuhren, zog der Iraner eine Pistole und schoss auf das Fahrzeug, traf dabei die Beifahrerseite. Eine Kugel schlug im Tankstellengebäude ein, eine andere Kugel durchschlug die Frontscheibe eines Reisebusses und verfehlte knapp den Kopf des Fahrers, der einen Schock erlitt. Auch eine Insassin des Busses wurde geschockt und musste kurzfristig im Rettungswagen behandelt werden.
Der Iraner ließ seinen Wagen, einen VW Touareg, an der Tankstelle zurück, flüchtete zu Fuß über die Grünanlage „Moorweide“. In einem Mülleimer auf der Moorweide fand die Polizei noch in der Nacht eine Pistole.
Die Polizei fand den Mercedes verlassen im Stadtteil Steilhoop. Der Fahrer konnte ermittelt werden: Ein 22-jähriger US-Bürger.
Obwohl es am 15. März 2008 schon einmal an einer Hamburger Shell-Tankstelle eine Schießerei zwischen mutmaßlichen Mitgliedern von zum Rotlichtmilieu zählenden Banden gegeben hatte, sieht die Hamburger Polizei derzeit keinen Zusammenhang mit dem Rotlichtkrieg; die Hintergründe der Tat seien noch völlig unklar, so eine Sprecherin.
Die vier Täter sollen noch flüchtig sein.
BayernLB, Hypo Group Alpe Adria und kein Mangel an Skandalen
Dr. Alexander von Paleske – —-16.3. 2008 — Wir berichteten im vergangenen Jahr ausführlich über den Verkauf der österreichischen Skandalbank Hypo-Group-Alpe-Adria an die Bayerische Landesbank, Anstalt des öffentlichen Rechts. Kaufpreis: 1,6 Milliarden. Die Hypo-Alpe war damals mehrheitlich im Besitz des Landes Kärnten, dessen Landeshauptmann der Rechtsaußen und Bewunderer hitlerscher Arbeitsmarktpolitik Jörg Haider ist.
Haider führte mit dem damaligen Innenminister und jetzigem Ministerpräsidenten Günther Beckstein die Verkaufsverhandlungen. Ein Skandal für sich, bedenkt man, dass die EU seinerzeit, nach dem Eintritt von Haiders FPÖ in die österreichische Regierung, die Kontakte auf ein Minimum reduzierte und Israel seinen Botschafter abzog. Mit dabei war damals noch, der mittlerweile in die Wüste geschickte Chef der BayernLB, Werner Schmidt.
Die Bayerische Landesbank kauft ein Kuckucksei
Wie sich nun herausstellte, handelte es sich beim Kauf der Skandalbank um ein Kuckucksei. Denn nicht nur die von Nachrichte Heute gelisteten Skandale belasten diese Bank, sondern die Hypo-Alpe besaß auch einen schönen Ableger in Liechtenstein, die Hypo-Alpe Adria Liechtenstein AG. Dieser Ableger soll seinerzeit schon bei der angeblichen „Karussellfinanzierung“ der Kapitalerhöhung der Hypo-Alpe eine wichtige Rolle gespielt haben, wie „Der Standard“ am 18. Juni 2007 unter der Überschrift- „Hypo-Kapitalerhöhung im Karussell“ schreibt.
Dieser Ableger bot der „verehrten Kundschaft“ an „den Finanzplatz Liechtenstein optimal zu nutzen”. Und zur Kundschaft gehörte nach dem Erwerb auch die BayernLB inklusive deren Kundenstamm. Was „optimale Nutzung“ in Liechtenstein wirklich bedeutet, das wurde in den vergangenen Wochen klar: Steuerhinterziehung.
Auf Nachfragen nach einer möglichen Verwicklung in den Steuerskandal, antwortete die BayernLB laut dem Nachrichtenmagazin SPIEGEL ausweichend.
Weg mit Schaden
Nun will man den skandalträchtigen Ableger schnellstens wieder loswerden, getreu dem Motto “Weg mit Schaden”. Denn mittlerweile wurde auf Antrag der SPD und der Grünen in der vergangenen Woche im bayerischen Landtag ein Untersuchungsausschuss eingesetzt, der die Geschäfte der BayernLB genauer unter die Lupe nehmen soll. Auch und gerade die mögliche Förderung der Steuerhinterziehung. Der Ausschuss soll seine diesbezügliche Arbeit am 3. April aufnehmen.
Satter Schaden
Über Schaden braucht sich die BayernLB nun wirklich nicht zu beschweren, den hat sie schon reichlich. Wie die FAZ gestern schreibt, muss die BayernLB deutlich höhere Belastungen durch die Kreditmarktkrise verbuchen, als bisher bekannt. Die Rede ist von 2,3 bis 3 Milliarden Euro.
Auch Österreichs Justiz bewegt sich
Das Strafverfahren gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Hypo-Alpe, Wolfgang Kulterer, wegen angeblicher Bilanzfälschung, Untreue und einiges mehr, soll Ende März zu einer Anklageerhebung führen, wie österreichische Zeitungen unter Berufung auf Justizkreise mitteilen. Wir dürfen also mit Spannung auf weitere Neuigkeiten aus der Alpenrepublik und dem weiß-blauen Bundesland warten.
Freispruch im General-Partners-Prozess – Wiener „Kaffeehausjustiz“ überfordert?
Der Fall Hypo-Alpe-Adria- Bank (Skandalpe) – Ein österreichisch-deutsches Schmierenstück
Kroat-Rocker Marko Perkovic und die Hypo-Alpe-Adria Bank
Jörg Haiders Hypo-Alpe (Skandalpe) auf dem Balkan
The bad and good about Victor Bout: ‘Merchant of Death’ detained in Thailand
David Dastych – ’Warsaw, Poland: In a rare interview granted in Moscow to American journalist, filmmaker and writer, Peter Landesman, in 2003, Victor Anatolyevich Bout (then 36) said about himself: ‘’I woke up after Sept. 11 and found I was second only to Osama.” And referring to his bad reputation of “the biggest arms dealer in the world’’ he joked: ‘’Maybe I should start an arms-trafficking university and teach a course on U.N. sanctions busting.’

Victor Bout arrested in Bangkok
Four years later, caught in Bangkok on Thursday, March 6, 2008 in an almost model DEA sting operation, Bout got his first chance to “lecture” to his captors on how he had built an almost perfect, very sophisticated and dangerous global arms trade system. But he kept his mouth shut. Victor Bout is facing a trial in Thailand and, perhaps, an extradition to the United States where he could get up to 15 years in jail.
A Thai court has denied him bail “because it fears he may try to leave the country.” Bout, 41, hopes he will be sent back to Russia to be tried there, and his Russian lawyers are working very hard on his extradition to Moscow. It’s still too early to predict what will happen to the very unique and highly intelligent Russian weapon-trade master. American media had reported Bout could embarrass the U.S. Government if put on trial. A part of his large (over 60 planes) worldwide air-transport network was recently employed by the Pentagon and probably also by the CIA as a logistic “subcontractor” in Iraq and Afghanistan.
The secret character of some of these missions shouldn’t be revealed. If allowed to return to Russia, Bout could face a trial there, too, but he would be well protected from extradition for similar reasons: his enterprises had been rendering very important services to the Russian industrial-military complex and to the highest bosses in the Kremlin, including the former President, Vladimir Putin. Would Putin’s successor, Dmitri Medvedev, keep Victor Bout as his own “junkyard dog” for special ops? Not sure.
Russia is strenuously trying to build up its credibility as a “lawful state.” For many years, characters like Semyon Mogilevich, “The Brainy Don”, have served the Kremlin masters as middlemen and operators of illegal businesses. Mogilevich has been recently arrested in Moscow for “tax evasion” and is awaiting a probable trial. But he won’t be extradited to the United States, in spite of the fact that he is high on the FBI “wanted” list.
A similar option could be “arranged” for Bout in Russia, with a slight difference: Mogilevich is a Jew and Jews in Russia are not treated well and they could easily loose state protection (like in the case of Mikhail Khodorkovsky, a former KGB protege, now a prisoner). Victor Anatolyevich Bout is a genuine Russian national and his case could be treated more favorably for him.
The crazy Yeltsin years
I had first heard of Victor Bout in the early 1990s, when I cooperated with a Polish private air-services company named Joy Co.Ltd (its name alluding to “the joy of flying”). Joy had its main base in Djibouti, in eastern Africa, and the company was rapidly expanding on the continent. They were also selling Russian helicopters and other planes obtained from their good contacts in Moscow and Kiev. Some time in 1992, they were planning a special operation: to fly our choppers to a flooded African country and to evacuate some gold from a gold mine for a pretty good sum of money.
Shortly before that venture, the chief pilots and managers of Joy Co. Ltd. perished in a strange helicopter crash over east-African desert. Before the accident, Joy ran into a strong Russian competition, dumping prices to their African customers. After the funeral of our pilots, I heard somebody talk about “but” (this word means “a shoe” in Polish). Had Victor Bout anything in common with that African accident?
I simply don’t know. What I know is that in Africa Bout’s arms traders accepted payments in gold and diamonds. Joy Co.Ltd, a small, not well funded Polish air-services company had no chances to compete against Victor Bout’s lavishly financed network. As he told Landesman about his beginnings in the early 1990s:
‘’I never had investors,’’ Bout said. But where does a 25-year-old Russian get that kind of start-up money? I asked. ‘’It was never difficult finding money,’’ he said, refusing to say more.”
In the “crazy Yeltsin years”, as we used to call the 1990s, everything was possible. Russia opened up with all rare materials and products that could have been considered strategic and top secret by the Soviets. There are some unconfirmed hints that Victor Bout also shipped nuclear materials from Russia and the Ukraine to (mostly) false “end users” in Central Africa, covering the real buyers: Iraq, Libya, Pakistan and Saudi Arabia.
One of the three Russian transport planes, starting from military airfields near Kiev, Ukraine, and loaded with weapons and nuclear stuff crashed over Greece. The destination was Central African Republic, the caretakers were Russian and French intelligence officers and the value of only one of several 30 kg metal flasks with special nuclear product was about 10 million dollars. The planes allegedly belonged to one of Bout’s African air companies. I have learned about this unfortunate flight in Paris from some intel friends.
In the first part of the 1990s, I cooperated with a Czech trade and financial enterprise, but truly a KGB “front company”, which had its operations in Geneva, Switzerland. They traded in…Russian rubles, trillions of them to be exchanged against U.S. dollars. The overall contract was worth over USD 5.0 billion. The Czech company’s share was to be USD 100 million and my “tiny” fee was worth USD 1 million only. The contracts had been arranged by operators of a so-called “Vienna Group” (a business-mafia outfit run by the KGB) with some Kremlin “big shots” or “fat cats,” who controlled the Moscow and provincial national banks.
The other party was, as I learned later, the CIA with their “front companies” and their Texan bank connections. And it failed. Why? Because some of the “fat cats” had been suddenly replaced within the Yeltsin’s administration and they lost the “blocking” controls over the banks. At that time, waiting in Geneva, I didn’t know that the main operator on the American side was a former “junkyard dog”, or a special-ops intelligence man of President Ronald Reagan, Somalia’s Ambassador to Canada, Lee “Leo” Emil Wanta. That covert business genius and American intelligence officer was the “brain” of a huge network of operations that were to crush the Soviet economy in the late 1980s and early 1990s.
One of them was known as a “Ruble Pump”. Wanta was also instrumental in shutting down of some illegal nuclear trade operations and Dr. Lutz’s lab serving them in Switzerland. But when he got ready to “take off” Marc Rich, a mafia-type American businessman, later pardoned by President Bill Clinton, he was suddenly arrested and flown to the U.S.A. to face bogus “tax evasion” charges in the State of Wisconsin. When I got in touch with Lee, several years later, he told me that if I could have met him in Geneva in the 1990s, our dollar-ruble exchange with the Russians would have been successful.
I didn’t know either, that the real cause of his arrest in Switzerland and his later terrible plight in the U.S.A. was his flat refusal to transfer $ 250 million from CIA secret accounts under his control to a private foundation owned by the President’s wife, now a Senator and a Presidential candidate, Mrs. Hillary Rodham Clinton. Ambassador Wanta is still fighting in U.S. courts to return these secret funds to the American People, and not to some greedy politicians who would be glad to steal more of them… Read more: “What Is the Truth about Leo Wanta?” Geoff Metcalf, Monday, Sept. 18, 2006 Idaho Observer, January 2007, “Following the money backwards leads to President Reagan, Russian rubles and Ambassador Leo Wanta.”
What all this has in common with Victor Bout? There were many connections between the rise of the secret business operations by the American intelligence (CIA in particular) and the rise of similar operations conducted by the Soviet KGB in the 1990’s. Lee Emil Wanta was Reagan’s “junkyard dog”, and Victor Anatolyevich Bout was Yeltsin Family’s one. Bout had more good luck than Wanta…until his recent arrest in Thailand. Lee is out of jail and fighting for a noble cause, Victor is facing long-time imprisonment, unless his high Kremlin protectors help him out of his hell-hole.
The wildlife lover
Cases like Bout’s always remind me about human’s dual nature: bad and good, loving and hating, normal and perverse, because every man and every woman has been naturally made with conflicting features of character. And only God knows why and what for.
Peter Landesman, in his brilliant article for the New York Times Magazine (2003), quoted Bout’s close associate Richard Chichakli about Victor:
“Flowers, that’s where it all started.’’ … ’’He’s a vegetarian.’’… ’’He’s an ecologist. He believes in saving the rain forest.’’ … “He admired the isolated Pygmy tribes he visited during his jungle runs, he said, because they lived in perfect harmony with their environment, immune from conflict and diseases like AIDS.”
And more, about Bout from himself:
“Over the previous 10 years, he explained, whenever he accompanied one of his planes into the remote jungles of Africa, he spent time photographing wildlife and studying isolated African tribes. ‘’In the middle of nowhere, you feel alive, you feel part of nature.’’ His favorite authors, he told me, were the New Age novelists Paulo Coelho and Carlos Castaneda. ‘’What I really want to do now is to take one of my helicopters to the Russian Arctic north and make wildlife films for National Geographic and the Discovery channel.’’
Gayle Smith, the U.S. National Security Council’s top Africanist, quoted by Landesman, said:
‘’Bout was brilliant,’’… ‘’Had he been dealing in legal commodities, he would have been considered one of the world’s greatest businessmen. He’s a fascinating but destructive character. We were trying to bring peace, and Bout was bringing war.’’
A dog of war,gunrunner, former Air Force officer and KGB spy…a husband, father, ecologist, exceptionally literate and highly intelligent businessman with fluent command of six foreign languages, including Farsi and some African, Bout is said to have at least five passports and several aliases. He resided in Russia with his wife, Alla, and her father, “Zuiguin.” According to a UN report, “information from the United States suggests that his wife’s father, “Zuiguin,” at one point held a high position in the KGB, perhaps even as high as a Deputy Chairman.”
In addition to his services as an arms dealer and importer/exporter of weapons and ammunition, Viktor Bout has allegedly offered some sort of private military assistance to the Afghan Northern Alliance and United States in those countries’ on-going war on terrorism. According to journalists Stephen Braun and Douglas Farah, Bout approached the American intelligence community (specifically the FBI, possibly the CIA as well) sometime after the September 11th, 2001 terrorist attacks on the World Trade Center with a contract of services to help combat the Taliban and Al-Qaeda in Afghanistan.
While the American agencies have not disclosed their final decision on the matter, documentation has been obtained by Braun and Farah which indicated that these agencies were interested enough to allow Bout to fly to the United States on at least two occasions for face-to-face discussions of his sales pitch. (It is important to note that trips of this nature would have required a temporary waiver of his American travel ban, evidence of which Braun and Farah also claim was obtained.)
Bout was arrested in Bangkok following an eight month-long international sting operation, staged against him and his aide, Andrew Smulian, by the American Drug Enforcement Agency (DEA). At least three people knowing him or cooperating with him helped the DEA as covert informants, code-named C-1, C-2 and C-3, who played the roles of Columbian FARC rebels, looking for weapons worth over $ 30 million. The DEA sting operation extended from Curacao to Bucharest and Bangkok and led to the arrest of Bout and Smulian and to presenting well-documented and serious charges against “international arms traffickers” to a U.S. Court in the Southern District of New York.
I wonder what will happen to Victor Bout in the future. Will he rot in jail or become a “turncoat” to help the international efforts to curb the illegal trafficking of arms, drugs, nuclear materials and other items which render our world dangerous. Is this possible? All is possible.
This article was first published at Canada Free Press
David Dastych, 67, is a veteran journalist who served both in the Polish intelligence and the CIA; jailed in Poland by the Communist regime he spent several years in special prison wards; released in early 1990’s he joined international efforts to monitor illegal nuclear trade in Europe and Asia; handicapped for lifetime in a mountain accident in France, in 1994; now he returned to active life and runs his own media agency in Warsaw.
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Steuerskandal: BND soll Bankmitarbeiter erpresst haben
World Content News – Die ursprünglichen Verlautbarungen von Bundesregierung und Bundesnachrichtendienst, dass der BND keinen direkten operativen Anteil an der Beschaffung von Kundendaten aus Liechtensteiner Banken hatte, klangen wegen zahlreicher Unstimmigkeiten von Anfang an wie ein Märchen. Jetzt will die Schweizer Zeitung „Sonntagsblick“ herausgefunden haben, dass der BND, um an neuere Daten nach 2002 heranzukommen, mehrere Bankmitarbeiter erpresste, darunter einen Pädophilen.
Aus einer dpa-Meldung:
Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll einem Schweizer Zeitungsbericht zufolge einen liechtensteinischen Banker erpresst haben, um an Kundendaten des Instituts zu kommen. Der Erpresste habe die Daten geliefert, außerdem hätten neben dem schon bisher bekannten liechtensteinischen BND-Informanten zwei weitere Personen Bankinformationen weitergegeben, berichtete die Schweizer Boulevardzeitung „SonntagsBlick“. Da die von dem ursprünglichen Informanten verkauften Daten nur bis 2002 reichten, hätten die Geheimdienstler versucht, auch an aktuellere Daten zu kommen. Sie hätten insgesamt mindestens sechs Angestellte liechtensteinischer Finanzinstitute „mit teilweise recht brutalen Methoden“ kontaktiert.
Der Pädophile soll „mit Hilfe von Profis aus dem einschlägigen Milieu“ in eine Falle gelockt worden sein, das Hotelzimmer sei vorher mit versteckten Kameras und Mikrofonen verwanzt worden.
„Als man ihn mit den Aufnahmen konfrontierte, war es ein Leichtes, die gewünschten Daten von weiteren deutschen Steuerflüchtlingen zu erhalten.“
Der BND hat den Zeitungsbericht kurz nach Bekanntwerden dementiert: Weder sei die Meldung inhaltlich zutreffend, noch bediene sich der Bundesnachrichtendienst solcher Methoden. Es wurde noch einmal bestätigt, das die Daten, die die Steueraffäre ausgelöst hatten, von einem „Selbstanbieter“ stammten. Alles andere sei „hanebüchener Unsinn“, meinte ein Sprecher.
Freilich dürften auf den BND jetzt auf der zweiten Sitzung des parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG) am 5. März wesentlich unangenehmere Fragen warten. Für gewöhnlich sind nämlich die Recherchen des „Sonntagsblick“ in Geheimdienstangelegenheiten nicht von Pappe. Ihren letzten großen Coup landeten sie mit der Aufdeckung der sogenannten „Fax-Affäre“, als sie in ein abgefangenen Fax des ägyptischen Außenministeriums veröffentlichten, das andeutete, dass die CIA 23 Bürger aus dem Irak und Afghanistan auf dem rumänischen Luftwaffenstützpunkt Mihail Kogalniceanu verhört habe.
Bereits kurz nach Bekanntwerden der Steueraffäre hatte die „Berliner Zeitung“ angedeutet, dass der Bundesnachrichtendienst in einer großangelegten Operation über Jahre hinweg Liechtensteiner Banken ausgespäht hatte und dass mit der Geschichte vom Selbstanbieter Regierung und BND offenbar diplomatische Verwicklungen vermeiden wollten.
Danach waren bestimmte Medien plötzlich ungewöhnlich gut über Details zu den Kontakten des BND mit dem angeblichen „Datendieb“ Heinrich Kieber informiert, sogar der genaue Ort und das Datum der Treffen kamen in die Öffentlichkeit. BND-Präsident Ernst Uhrlau hatte aber zuvor abgestritten, dass K. der Informant für die Daten der liechtensteinischen LGT sei. Ein Verwirrspiel ohnegleichen, dazu kommen noch die Daten der LLB und einer weiteren ungenannten Bank.
Auch im parlamentarischen Kontrollgremium wundert man sich über die gezielte Fütterung der Medien. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele sagte: «Offenbar gibt es ein Interesse beim BND oder bei der Bundesregierung oder auch bei beiden, bestimmte Informationen an die Öffentlichkeit zu lancieren.» Für ihn und seine PKG-Kollegen seien jedenfalls ein großer Teil der jetzt veröffentlichten Informationen völlig neu gewesen.
Die fürstliche liechtensteinische Bank LGT wiederum widerspricht heute den kursierenden Angaben deutscher Behörden: Die illegal in Besitz deutscher Steuerfahnder gelangten Daten beschränken sich laut der Bank auf 2002 geklautes Material.
Und was Kieber betrifft, der als „Computerexperte“ bei der LGT vorstellig wurde, um an die Daten heranzukommen – „Blick“ wiederum hat ganz andere Informationen über den gebürtigen Liechtensteiner. Demnach war er eher ein Lebemann, der sich gerne zum Essen einladen ließ und mal hier, mal dort mit einfachen Arbeiten aushalf. Woher hatte er die Referenzen und die Programmierkenntnisse, die er bei einer solch großen Bank wohl nachweisen musste, wenn es denn keine Gefälligkeitsanstellung gewesen sein sollte? Warum händigte ihm die Bank gleich die Originalunterlagen aus, statt ihn mit virtuellen Testdatensätzen zu versorgen, wie es normalerweise ausreichend und auch üblich ist?
Dann wurde heute auch noch bekannt, dass er seine Daten auch nach Großbritannien, in die USA, Kanada und andere Länder verkauft haben soll. Wie kann man soviel logistischen Aufwand alleine bewältigen, mit dem Hintergrundwissen, immer mit einem Bein im Gefängnis zu stehen?
Welche Daten hat die Regierung wirklich, wo hat sie die her und auf welchen Weg jeweils sind die Daten an den BND gegangen? Warum hat man in Deutschland ohne Not einen fremden Staatsangehörigen gleich mit zwei falschen Pässen ausgestattet? Fragen, die die Medien stellen sollten, anstatt sich auf den Desinformationskrieg des BND einzulassen.
Quellen:
BND dementiert Erpressung von Bankern (diepresse.com, 24.02.2008)
Steueraffäre weitet sich aus (Nordbayerischer Kurier, 24.02.2008)
Undichte Stelle gesucht (business-wissen.de, 25.02.2008)
LGT veröffentlicht Details über Tathergang
(Liechtensteiner Volksblatt, 24.02.2008)
Liechtenstein: Zweite Bank im Visier der Ermittler (Focus, 24.02.2008)
Steueraffäre: Informant hat Daten weltweit angeboten
(20min.ch, 24.02.2008)
Informant von britischen Fahndern bezahlt (newsclick.de, 24.02.2008)
BND-Informant verkaufte Daten auch an die USA
(Spiegel Online, 23.02.2008)
Steuerflucht: Eichel wirft Schweiz Schutz von Kriminellen vor
(MSN, 24.02.2008)
WCN-Artikel:
„Wall Street Journal“ läßt BND-Informanten auffliegen (19.02.2008)
Investierte der BND in Liechtensteiner Bankmitarbeiter? (18.02.2008)
F+A zum Liechtensteiner Raff-Kontenskandal (16.02.2008)
Freispruch im General-Partners-Prozess – Wiener „Kaffeehausjustiz“ überfordert?
Dr. Alexander von Paleske – Vorgestern war Urteilsverkündung in Wien: Angeklagt waren eine Gruppe von Finanzberatern, unter ihnen ein Wolfgang Kössner, im so genannten General-Partners-Prozess. Ihnen wurde Untreue und gewerbsmäßiger Betrug in der Größenordnung von einigen Millionen Euro vorgeworfen. Das Strafverfahren endete mit Freisprüchen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft kündigte Revision an.
Doch was interessiert uns ein Betrugsverfahren in Wien?
Wenn nicht der Betrug in Milliardenhöhe, mutmaßlich verübt von internationalen Finanzjongleuren wie Adnan Kashoggi, Rakesh Saxena, Amador Pastrana, Regis Possino, Raoul Berthaumieu nur am Rande zur Sprache kam, sollte uns das wenig interessieren. Doch hier scheint die österreichische „Kaffeehausjustiz“ überfordert gewesen zu sein. Etliches deutet wieder einmal darauf hin, dass man in Österreich nach dem Motto: „Die Kleinen verfolgt man, die Großen lässt man laufen“ vorgeht.
Ein Blick zurück
Der Hauptangeklagte in dem Prozess, Wolfgang Kössner, war Mehrheitseigner einer Privatbank in Wien mit dem Namen WMP-Bank; später umbenannt in General Commerce Bank. Er war auch mit der Firma Global Capital Partners in den USA verbandelt; eine Dot-Com-Blase wie so viele andere zur Zeit des Internet-Aktien-Booms vor acht Jahren. Allerdings löste er sich von dieser Firma in den USA als klar war, dass eine Gruppe von größtenteils vorbestraften Kriminellen sich dort breitmachten, die dann auch bei der General Commerce Bank aufkreuzten und ihm das Heft aus der Hand nahmen.
Im Einzelnen handelte es sich um:
1. Regis Possino, ehemaliger US-Rechtsanwalt
2. Sherman Mazur, US-Amerikaner
3. Der Filipino Amador Pastrana,
König des internationalen Aktienbetrugs
4. Der Inder Rakesh Saxena,
internationaler Großbetrüger
5. Adnan Kashoggi,
internationaler Waffenhändler und Großbetrüger
6. Raoul Barthaumieu (auch Raoul Berthamieu) alias Lee Sanders, Kanadier belgischer Abstammung
Diese Herren organisierten nach Presseberichten in Wien Betrug im großen Stil, indem sie die General Commerce Bank im Jahr 2000 in ein Zentrum des internationalen Aktienbetrugs verwandelten. Wertlose Wertpapiere sollen mutmaßlich weltweit von dieser Crew verhökert worden sein und ein Schaden von insgesamt 1 Milliarde US-Dollar verursacht haben.
Die Hypo-Alpe-Adria Bank kommt ins Spiel
Die Hypo-Alpe Adria Bank gehörte zur Hälfte dem Land Kärnten/Österreich, deren Landeshauptmann Jörg Haider ist – Rechtsaußen, Saubermann und Ausländerfeind Nr. 1 Österreichs -, bevor sie an die Bayerische Landesbank letztes Jahr verkauft wurde; wir berichteten darüber.
Die Hypo-Alpe-Bank war Minderheitsaktionär in der WMP-Bank und verkaufte Anleihen der Global Capital Partners an ihre Kunden; wertlose Papiere, wie sich herausstellen sollte und das sollte sich noch bitter rächen. Kössner hatte mit großer Sorgfalt diese Beziehungen zu der renommierten Bank aufgebaut. Er verlor allerdings durch Kapitalerhöhungen die Mehrheit in der Bank und damit den Einfluss auf das Geschehen.
Die Vorstrafen des Herrn Berthaumieu haben die Hypo Alpe Bank und deren seinerzeitigen Vorstand Dr. Wolfgang Kulterer keineswegs davon abgehalten, ihm im Jahr 2000 einen 100-Millionen-Schilling-Kredit zur Finanzierung zweier Lagerhäuser in Belgien zu gewähren.
Als die WMP-Bank schließlich ins Trudeln kam, spielte sich Berthaumieu als Sanier auf und zu diesem Zweck erhielt er nochmals von der Hypo-Alpe-Bank Kredit über mehreren Millionen Schilling; gutes Geld hinter schlechtem Geld hergeworfen.
Der Herr Dr. Kulterer wusste von Nichts und hörte nichts von der Vergangenheit dieser Herren. Im Gegenteil: Er bezeichnete den vorbestraften Berthaumieu als „seriös“. Das habe er „polizeilich“ nachprüfen lassen.
Bei der Polizei in Kärnten? Von einer Internet Suchmaschine hatte er offenbar noch nichts gehört.
Im Herbst 2000 schließlich machte Berthaumieu Herrn Dr. Kulterer von der Hypo-Alpe mit Herrn Khashoggi bekannt. Khashoggi wollte direkt bei der Hypo-Alpe Geschäftskonten eröffnen und brachte eine Reihe “interessanter” Geschäftsmodelle zu Sprache. Betrugsmodelle?
Das war dann wohl selbst Herrn Dr. Kulterer etwas zu viel. Im Jahr 2001 flog dann alles auf und die Tür zur General Commerce Bank flog zu: Amtlich mit Siegel. Herr Kössner wanderte erst einmal ins Gefängnis.
Nun hat nach sieben Jahren schließlich der Strafprozess gegen Kössner und andere stattgefunden und mit einem Freispruch geendet.
Von einem Strafverfahren gegen Kashoggi, Berthaumieu, Possino, Mazur und anderen ist nichts zu hören.
Ist die österreichische Justiz damit überfordert?
Herr Kulterer zieht derweil nach London um; mit Sack und Pack, Reitpferden und Lebensgefährtin. Und die österreichische Justiz brütet derweil noch über der Frage, ob sie ein Strafverfahren gegen ihn eröffnen soll – im Zusammenhang mit angeblichen Bilanzfälschungen bei der Hypo-Alpe.
Wie hieß es doch: „In Nürnberg hängen sie keinen, es sei denn, sie hätten ihn“. In Österreich aber muss es wohl heißen: „Sie verfolgen keinen, es sei denn sie hatten ihn“.
Der Fall Hypo-Alpe-Adria-Bank (Skandalpe) –
Ein österreichisch-deutsches Schmierenstück
Interpol-Chef zurückgetreten
Dr. Alexander von Paleske – Wie soeben gemeldet wurde, ist Jackie Selebi heute vom Amt des Vorsitzenden von Interpol zurückgetreten.
Selebi soll in unzählige kriminelle Machenschaften wie Bestechlichkeit, Betrug, Geldwäsche und Bandenkriminalität verstrickt sein. Erst gestern berichteten wir über die Machenschaften dieses Herrn und dass Selebi seine Amtsgeschäfte als südafrikanischer Polizeichef auf eigenen Wunsch hin bis zur vollständigen Klärung der Fakten ruhen lassen will.
Selebi, der auch ein enger Freund des Staatspräsidenten Thabo Mbeki ist, soll angeblich beste Kontakte zur Unterwelt unterhalten. Auch die Aneignung eines Luxuswagens, der in Japan gestohlen worden war und über Umwege nach Südafrika gelangte, wird ihm zur Last gelegt. Auch pflegte er freundschaftliche Beziehungen zum Mafia-Boss Agliotti, der wegen eines vom Opfer und Multimillionär Brett Kebble angeblich selbst bestellten Mordes unter Anklage steht.
Südafrika – Auf dem Weg in eine Bananenrepublik?
Auswärtssieg im Rugby, und Heimniederlage der Demokratie – Südafrika in der vergangenen Woche.
Südafrika – Kampf Mbeki gegen Zuma geht in neue Runde
Zumas Ansprache –
Kampf gegen AIDS und Kriminalität
Heuchler, Helden und Pillendreher
Südafrika – Neuwahlen wahrscheinlich
Südafrika: Mbeki gegen Zuma – ANC vor der Zerreissprobe
Südafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad
Südafrika: Tokyo Sexwale kandidiert
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Machtkampf am Kap
Bulelani Ngcuka and his Apartheid Soldiers
