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US-Wahlkampf: Medien Tycoon Rupert Murdoch setzt auf Obama

Dr. Alexander von Paleske – — 1.6. 2008 — Medientycoon Rupert Murdoch, der ursprünglich Hillary Clinton im Wahlkampf favorisiert hatte, schwenkt auf neuen Kurs. Nachdem nun offenbar wird, dass Obama die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten wohl gewinnen wird, lässt er Clinton fallen.

Damit verfolgt Murdoch die von uns bereits beschriebene Strategie, unabhängig von den eigenen politischen Überzeugungen, die streng konservativ sind, denjenigen Kandidaten mit der massiven Hilfe seiner Medien zu unterstützen, der die größten Chancen hat, Wahlen zu gewinnen. Dadurch sichert er sich nach der Wahl politischen Einfluss. So war es seinerzeit in Australien, später in England und jetzt in den USA.


Murdoch hat gut lachen: Sieg auf sicher. So oder so.

Murdochs Sturmgeschütze sind einmal der US-News Channel „Fox News“, für den unabhängiger Qualitätsjournalismus ein Fremdwort ist und der Appell an die Emotionen der Zuhörer täglich Brot. Zum anderen kontrolliert er die New Yorker Tageszeitung „New York Post“.

In einem Interview mit dem von ihm letztes Jahr gekauften Wall Street Journal sieht er nicht nur eine schwere Rezession in den USA voraus, sondern gerade deshalb auch einen Erdrutschsieg der Demokraten mit Obama. Dem Kandidaten der Republikaner McCain gibt er keine Chancen.

Mit dem Irakkrieg hat er offenbar nichts mehr am Hut, anders noch im Jahre 2003, wo er frohlockte:
„The greatest thing to come out of this (gemeint ist der bevorstehende Einmarsch in den Irak) for the world economy would be a US$ 20 for the barrel of oil.“
Der Preis liegt bekanntermaßen mittlerweile bei über 120 US Dollar. In dem Interview behauptete er auch, „sich noch nicht entschieden zu haben, wen er unterstützen werde im Wahlkampf“. Gleichzeitig äußerte er das dringende Bedürfnis, Obama zu treffen.

Ob Obama wohl das gleiche dringende Bedürfnis umgekehrt verspürt?

Rupert Murdoch – Citizen Kane in der Aera der Globalisierung
ABRECHNUNG – Sir Richard Dearlove (MI6) gegen Tony Blair

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k-notes

Lukas Vogelsang – Das ist die Höhe: Das Regierunsstatthalteramt Bern entschied Anfang Januar 2008, dass wer den Berner Anzeiger nicht will, diesen mit der Willensäusserung „Bitte keinen Anzeiger Region Bern in diesen Briefkasten“ auch nicht annehmen muss. Nur gerade mal 4 Tage später wird diese Entscheidung wieder korrigert. Was läuft da schief im Stattthalteramt?

Nur gegen den Amtsteil hätten wir ja nichts, aber gegen die 22 Seiten Werbung und die 12 Seiten Beilagen. Es muss aber auch erwähnt werden, dass das Beispiel von Herrn Ramseier im Bundartikel (siehe Dossier Anzeiger) unsinnig ist: MieterInnen haben sehr wenig Einfluss auf Baupublikationen – das ist was für LiegenschaftsbesitzerInnen. Als Argument, um die Wichtigkeit eines zwangsverordneten Anzeigers zu unterstreichen, kann dies auf jeden Fall nicht gelten.

Und grotesk wird es, wenn wir noch feststellen müssen, dass gerade die neue Weisung vom Stadthalteramt NICHT im Amtsanzeiger kommuniziert wird! Sowieso, alle Begründungen sind fadenscheinig und lächerlich, denn: Bisher – und dies seit 1993 – wurden die Kleber („Bitte keinen Anzeiger“) an den Briefkästen akzeptiert. Jetzt plötzlich nicht mehr. Gilt da nicht schon das Gewohnheitsrecht?

Dieses plötzliche Doktrin der Werbung auf Amtswegen ist weder erwünscht, noch dient es der Sache. Und schlussendlich beweist die Berner Regierung mit solchen Taten, dass sie käuflich und verfilzt ist – denn anders kann man sich diesen Sinneswandel nicht erklären. Mut also zum Widerstand – wir stellen sofort unsere Abhilfeliste ins Netz und sie können auch die offizielle Verzichtserklärung als PDF downloaden.

Sagen sie es weiter, reden Sie mit ihren Nachbaren – denn hier will offensichtlich jemand aus der Unwissenheit der Bevölkerung Profit ziehen (Werbeverkauf). Und was wir BürgerInnen dazu meinen, interessiert niemanden. Prost ökologische Stadt.

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Afghan journalist sentenced to death…

Larisa Alexandrovna – Well, so much for winning the war in Afghanistan or freeing the Afghanis from the Taliban. Freedom continues to be on the march, err, farce:

„KABUL, Afghanistan (AP) — An Afghan court on Tuesday sentenced a 23-year-old journalism student to death for distributing a paper he printed off the Internet that three judges said violated the tenets of Islam, an official said.

The three-judge panel sentenced Sayad Parwez Kambaksh to death for distributing a paper that humiliated Islam, said Fazel Wahab, the chief judge in the northern province of Balkh, where the trial took place. Wahab did not preside over the trial.

Kambaksh’s family and the head of a journalists group denounced the verdict and said Kambaksh was not represented by a lawyer at trial. Members of a clerics council had been pushing for Kambaksh to be punished.

The case now goes to the first of two appeals courts, Wahab said. Kambaksh, who has been jailed since October, will remain in custody during appeal.

Wahab said he did not immediately have the details of the paper that Kambaksh circulated, other than that it was against Islam. Kambaksh discussed the paper with his teacher and classmates at Balkh University and several students complained to the government, Wahab said.“

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Ensuite: 290 Auflageorte in der Stadt Zürich!

Lukas Vogelsang – Soeben ist die 60. Nummer von ensuite – kulturmagazin erschienen und ab Samstag, 1. Dezember erhältlich. ensuite – kulturmagazin ist seit Oktober 2007 das auflagestärkste und das grösste Kulturmagazin in der Schweiz (Auflage 30’000). Der Start in Zürich ist mehr als erfolgreich verlaufen – wir liegen nach 3 Monaten über jeden Erwartungen. Was in Bern 4 Jahre dauerte, hat der Verlag edition ensuite in Zürich bereits in 2 Monaten erreicht! Das stimmt auf Ende Jahr sehr positiv – wir sind mit diesem Jahr äusserst zufrieden.

Doch die gute Startphase in Zürich hat den Betrieb zum Teil an die Grenzen des Machbaren gebracht – vor allem in der täglichen Kommunikation: Email ist Dank und Fluch. Wir haben viele arbeitstechnische, wie personelle Veränderungen vorgenommen –jetzt können wir das Tempo gut halten. Durch neue Partnerschaften wird der Verlag in Zukunft entlastet werden.

Werbetechnisch sind wir überrascht, wie stark ensuite – kulturmagazin bei den Zürcher Firmen bereits einen Namen hat. Zürich war der Startschuss: Wir haben die Print-Werbeeinnahmen bereits verdreifacht!

Ganz neu ist in Zürich der Vertrieb geregelt: Ab dem ersten Dezember wird ensuite – kulturmagazin mit der Ausgabe Zürich an mindestens 290 Orten gratis und wöchentlich aktualisiert aufliegen! Das ist einer der dichtesten Zeitungsverteiler, die in einer Stadt möglich sind. Im Vergleich dazu Bern: Im gesamten Kanton ist ensuite – kulturmagazin an rund 300 Orten zu finden.

Die letzten zwei Monate haben wir in Zürich selber Hand angelegt, um vor Ort die Situation zu analysieren. Wir haben danach Partner und Firmen gesucht und offerieren lassen. In der Beratung, im Konzept und Offerte stach ALIVE Media AG klar als Favorit heraus. In Zürich ist ALIVE Media AG die Nummer eins für Kultur- und Veranstaltungswerbung, nichtklassische Medien und Sonderwerbeformen seit 1973. Das gesamte Umfeld von der Firma hat uns interessiert, Kunden und Auftritt. Wir sind uns sicher, mit ALIVE Media AG, Zürich den richtigen und passenden Partner gefunden zu haben.

Bereits jetzt haben sich andere Zeitschriftentitel für diese Zusammenarbeit interessiert. Über diesen Kanal (Plakatier- und Flyervertriebsfirmen) können wir sehr effizient an die Leserschaft gelangen. Das System hat sich in den letzten 5 Jahren in Bern bewährt (passive attack, Bern). Die bisherigen Reaktionen in Zürich sind sehr positiv ausgefallen, das zeigen die stark ansteigenden Abozahlen.

ensuite kulturmagazin

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Blog-Bescherung bei Logcut

Logcut – Das Blogportal Logcut, aus dem Hause adImmersion.com, verzeichnet zum Dezember 5 Neuzugänge. „Mit dem Blog ‚Starfrosch’ konnten wir das grösste Musikblog der Schweiz gewinnen“, so Peer Dittmar, Gründer von Logcut. ‚Starfrosch’ ist auf Musik- und Videoinhalte sämtlicher Genres spezialisiert. Die 4 anderen Blogs ‚Monsieur Fischer’, ‚Wahlkampfblog’, ‚Streets of Zurich’ und ‚Das Stärkste Blog’ bieten schweizerische Lebensein- und Aussichten.

Logcut repräsentiert aktuell 33 unabhängige Blogs. Neben dem Wachstum von Blogs freut sich Peer Dittmar auch über steigende Werbeumsätze: „Umsatzzahlen veröffentlichen wir nicht, aber für jeden Blogger gibt’s sicherlich nach Quartalsabschluss eine zusätzliche Bescherung“. 85% der generierten Nettowerbeumsätze werden bei Logcut an die Blogpartner ausgeschüttet.

Die Performancesteigerung ist auch auf der Nutzerseite zu spüren. Lag die Zahl der unique visitors zum Start im August bei 120’000, wurden im November über das Netzwerk 188’000 unique visitors erreicht.

Vermarktungspartner AdLINK Media zieht zum Jahresausklang ein positives Fazit: „Mit einer dreiviertel Million vermarktbarer Sichtkontakte bietet Logcut nicht nur interessante Reichweiten sondern wir können in einem planbaren und vor allem vertrauenswürdigen Umfeld neue Zielgruppen ansprechen“, erklärt Stephan Suter, Chief Sales Officer von der AdLINK Internet Media AG.

Über adImmersion.com
adImmersion.com ist ein Verlagshaus für Blogs und startete Ende Juli 2007 das Blogportal Logcut. Basis ist ein Netzwerk, welches unabhängige Blogs thematisch zusammenfasst. Logcut will mit seinem Angebot Lesern und Werbenden einen einfachen und übersichtlichen Einstieg in die Welt der Blogs bieten.

Logcut Blogpartner: Arlsheimreloaded, Beachvolley, Bloggingtom, Blogisch, Brandrenalin, Carmart, Der Misanthrop, Dailyfraggle, Der Denunziant, Der Dissident, Der Verwerter, eDemokratie, Finanzblog, Gottsblog, Gedankenbörse, Ignoranz, Immomart, Infamy, Krautmobil, Lupe, Monsieur Fischer, Nachrichten von Heute, Präsenz Effizienz, Starfrosch, Schweizweit, Stärkstes Blog, Streets of Zurich, Sportfüsterer, Sternenjäger, Tom Buser, Travellbloger, Wahlkampfblog, Yoda

Blogs haben Reichweitenpotenziale

Kontakt
Peer Dittmar
peer(at)adimmersion.com
f: +41 44 586 37 89
m: +41 79 321 03 70

www.adimmersion.com
www.logcut.com

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Blogs haben Reichweitenpotenziale

Peer Dittmar– Logcut, das erste Schweizer Premium-Blogportal, legt nach dem ersten Betriebsmonat beachtliche Zahlen vor. Im August wurden 130’000 Unique Visitors erreicht. In nur einem Monat wurden 500’000 vermarktbare Seitenaufrufe verzeichnet. Basis ist ein Blognetzwerk mit aktuell 26 Teilnehmern, aus den unterschiedlichsten Themen.

Das Blogportal Logcut mit seinem Premium Netzwerk liefert aussergewöhnliche Inhalte mit spannenden Informationen aus der Tastatur hochwertiger Blog-Autoren. Die Inhalte der einzelnen Autoren werden kategorisch miteinander verbunden. Mit nur einem Klick auf die gewünschte Kategorie erhält der Leser alle relevanten Artikel aus unterschiedlichen Quellen aufgelistet. Derzeit sind 12’000 Artikel abrufbar.

Nicht nur Blogleser sonder zunehmends auch Werbung treibende Unternehmen schätzen das Angebot von Logcut. Zusammen mit dem Vermarktungspartner Adlink Media konnte Cabelcom der erste Werbeauftraggeber akquiriert werden. „Unsere Blogs sind als Micro Medienangebot bestens für Imagefördernde und bekanntmache Kommunikationsmassnahmen geeignet. Unser Netzwerkkonzept ist die richtige Antwort für Werbeauftraggeber, welche sich in diesem innovativen Medienumfeld engagieren wollen. Im Sommerlochmonat August konnten bereits 5 Kampagnen realisiert werden.“

Über adImmersion.com
adImmersion.com ist ein Verlagshaus für Blogs. Der Verlag fasst hochwertige Blogs in einem Premium Blognetzwerk zusammen und bietet mit dem Blogportal Logcut hoche Reichweiten und Frequenzen.

Das Angebot startete am 22.Juli 2007 und repräsentiert aktuell die Blogs:
Arlesheim Reloaded
Bloggingtom
Blogisch
Carmart
d9pe
DailyFraggle
Das Subjektive
Der Dissident
Die Blogdenunzianten
Der Misanthrop
Der Verwerter
eDemokratie.ch
Finanzblog
Gedankenbörsen-Blog, Hopehope
Ignoranz
Immomart, Infamy
Nachrichten Heute
Lupe
Mobile News & Infos
OnlineMarketingReport, Thinkabout
Tom Buser’s Blog
Travelblogger
Yoda.

Online Nutzern wird mit Logcut durch die thematische Zuordnung und Verschlagwortung von Artikeln ein einfacher und übersichtlicher Einstieg in die Welt der Blogs ermöglicht.

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Die Saure-Gurken-Zeit

Lukas Vogelsang – «Studie: Zehn Millionen Deutsche trinken zu viel Alkohol» (82,4 Millionen Einwohner / Anm. Redaktion) – Eine Studie jagt die andere. Mal stimmen die Studien und sagen rot, dann stimmt das Gegenteil und es ist belegt und bewiesen, dass es grün ist – doch schon nach einem Jahr kriegt irgendwer was Neues raus und es wird alles violett.

Super. Das fördert und hebt den ohnehin hohen Bildungsgrad in der Bevölkerung. Wir dürfen gar nicht erwähnen, dass diese Studien von unserer angeblichen Elitegesellschaft, den Universitätsgenossen, erstellt werden. Doch viel bedepperter stellen sich die Medien darin an: Die drucken was das Zeug hält – ist schliesslich wissenschaftlich und belegt. Zudem sind solche Studien kurz und falsch genug, um nicht richtig verstanden zu werden. Aber ein paar Millionen LeserInnen schnappen sie jeweils auf und die Studien-Sponsoren reiben sich genüsslich die Hände. Aha, es geht um Geld. Wohl deswegen sind da auch unsere Medien…

«Studie: Hoher Lärmpegel in den Schulen – Konzentration leidet» – Mit diesen dümmlichen – und notabene wissenschaftlichen – Abhandlungen gedenken vorwiegend jüngere Chefredaktorinnen und Chefredaktoren (man liest eigentlich immer nur von Männern…), die Aufl agen und das Interesse beim Publikum zu steigern. Ältere Semester in dieser Branche verhalten sich eher zurückhaltend mit solcher Art von «Shortnews». Denn die jungen Beratungsfirmen, welche heute den Medienunternehmungen zur Seite stehen, kommen aus den heutigen Universitäten. Dort hatten sie gelernt, wie man eine Studie erstellt – egal was zu beweisen war, man kann alles beweisen. Mit Handwerk und Erfahrunghat das schon lange nichts mehr zu tun. Und genau das verkaufen sie den Medien. Und diese verkaufen es der Leserschaft. Und diese verkauft es ihren Kindern. Und diese werden es weiterverkaufen.Ich wette, man könnte dies wissenschaftlich in einer Studie belegen.

«Studie: 90 Prozent der US-Babies sitzen vor der Glotze» – Es gibt zwei Kategorien von Journalistinnen und Journalisten: Die einen üben diesen Beruf aus, weil sie Geld verdienen, die anderen, weil sie die Welt erklären wollen. Die eine Kategorie stirbt langsam aus oder wird mundtot gekauft. Die meisten Journalistinnen oder Journalisten welche ich kenne, arbeiten fürs Geld und sind glücklich, dass sie einen Monatslohn haben. Erst danach kommt die Frage über den Inhalt – wenn diese Frage überhaupt noch kommt. Viele drucken den Blödsinn ab, den der Chef oder die Chefi n sehen will – wenn’s hoch kommt, lästert man noch auf einem Blog, natürlich anonym. Und weil alles nach dem gleichen Muster abläuft, entscheidet die journalistische Instanz bei einer Meldung nicht mehr nach Sinn und Wahrheit, sondern nach Leseprozent und Unterhaltungswert. Der Journalist und die Journalistin haben sich zu Leser-EntertainerInnen entwickelt.

Vor einigen Jahren erklärte mir ein Freund, dass der Berufsbegriff Journalist abgeschafft und durch «Faxnachrichtenumschreiber» ersetzt werden sollte. Wie Recht er hatte. Und weil Studien auch belegt haben wollen, dass der Mensch nur noch Häppchennachrichten will (neuste Meldungen aus den Medien: Nachrichten werden gar nicht mehr gebracht, das ist noch kürzer!), werden Häppchenzeitungen erstellt. Jetzt gibt’s also diverse Gratis-Morgenzeitungen à la «20-Minuten», dann wird’s Gratis-Mittagszeitungen geben à la «20-Minuten» und etwas später lesen wir den ganzen Gratismüll vom Häppchentag in den Abendzeitungen à la «20-Minuten».

Falsch, diese Zeitungen werden ja nicht für die Leserschaft produziert, sondern haben nur den einen Zweck: Aushungern der Konkurrenz. Denn je mehr Gratis- Häppchenzeitungen es gibt, umso schwieriger wird der Inseratemarkt aufgeteilt. Dass der eine oder andere Verlag aufgeben muss ist das Ziel, nicht mehr die Leserschaft. Und da die Marktstudien irgendwelche unwahren Wahrheiten erzählen (Studie: Schweizer informieren sich über TV-Programm bei Teletext), macht die Presseagentur lässig mit und platziert nach wissenschaftlichen Studien und nicht mehr nach gesundem Menschenverstand. «Studie: Online-Werbung: Stammt Ein Zehntel der Klicks von Betrügern?» Nein, der Betrug ist viel grösser.

Dieser Artikel erschien im Berner Kulurmagazin ensuite

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Tratschundlaber

Sonja Wenger – Das Filmfestival in Cannes ist vorbei, und kaum einer hat’s gemerkt. Die Sendung «Germany’s Next Top Model» ist vorbei, und kaum einen kümmert’s – denn im November kommt schon die Schweizer Ausgabe von «Supermodel», in der Frauen, O-Ton «NZZ am Sonntag», im «Zehn-Kleine-Negerlein-Modus» um Ruhm und Werbeverträge «kämpfen».

Alles also «same procedure as every year». Im Nahen Osten ist wieder Krieg, in der Schweizer Politik sieht’s auch nicht besser aus und nicht mal die Prinzen von heute sind noch aus echtem Holz geschnitzt. Denn so schnell wie das Thema «Prinz Harry muss nun
doch nicht in den Irak» wieder vom Tisch war, ist sogar in unserer abgebrühten Medienwelt fast peinlich.

Andererseits brauchen wir ja den Platz, um uns ausgiebig über die von 45 auf 23 Tage reduzierte Haftstrafe der «neureichen Celebritygöre» Paris Hilton auszulassen. Eine Petition zur Freilassung wurde sogleich von ihren Fans mit der Begründung ins Leben gerufen, sie bringe Glamour in unsere sonst langweiligen Leben. Der Blog auf der Tratschwebseite des britischen «The Guardian» schäumte – und bot ein weiteres Beispiel für die Mobilisierungsfähigkeit der schieren Banalität.

Über einen ganz anderen Skandal wusste die «Süddeutsche Zeitung» zu berichten: Das schlagkräftige Supermodell Naomi Campbell habe sich während ihres fünftägigen (fünf!) Strafeinsatzes bei der New Yorker Stadtreinigung um ihre Schönheit gesorgt. Tsts! Nach der Arbeit sei sie ausgelaugt gewesen, habe schlecht geschlafen und Tränensäcke bekommen. Trotzdem habe sie geschrubbt wie eine Wilde, schrieb sie in ihrem Tagebuch, das sicher bald als politische Dokumentation verfilmt werden wird – vielleicht lässt sich ja Michael Moore dafür begeistern.

Aber wir wollen nicht böse sein. Das Leben als Modell ist wirklich hart, bedenkt man nur schon die Anfeindungen, denen sie ständig ausgesetzt sind. Immerhin titelte die «NZZ» vor kurzem «Wer hat Angst vor Heidi Klum» in einem Beitrag der kulminierten Blödheit. Eine Studie zum Einfl uss von Fotomodellen auf das weibliche Selbstbewusstsein habe herausgefunden, dass – Himmel hilf – «manche Frauen tatsächlich sehr negativ auf Modells reagieren».

Da muss man schon wieder die Konsequenz von Keira Knightly bewundern. In einem Interview mit «ELLE» sagte sie kürzlich, das ganze «Celebrity Ding» sei verrückt und wie besorgt sie darüber sei, auf Pro-Anorexia-Seiten als Vorbild zu gelten. Deswegen werde sie vermutlich die Schauspielerei aufgeben. Sie sei in ihrem Job «nicht mehr so hungrig».

Tratschundlaber escheint im Berner ensuite Kulturmagazin

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ensuite goes Zürich

Lukas Vogelsang – Nach 5 Jahren erfolgreicher Produktion in Bern, expandiert ensuite – kultur-magazin nach Zürich. Das heisst, wir produzieren eine monatliche Ausgabe von ensuite – kultur-magazin für Zürich, wie weiterhin eine für Bern. Das hat natürlich grosse Vorteile und Kosteneinsparungen im Hintergedanken, aber auch eine Erweiterung der redaktionellen Vielfalt rund um das schweizerische Kulturgeschehen. Es ist nicht auszuschliessen, dass noch weitere Städte ein „ensuite“ erhalten – jedoch möchten wir betonen, dass wir bestehende Produkte von anderen Kleinverlagen nicht konkurrieren wollen.

Die Zürcher-Ausgabe von ensuite – kulturmagazin wird gleich aufgebaut sein, wie die Berner-Ausgabe. So werden redaktionelle Seiten mit grösseren Beiträgen über Kulturelles und Gesellschaftliches berichten, eine umfassende Kulturagenda ermöglicht die monatliche Freizeitgestaltung. Dieses Konzept hat sich, gemäss einer grossangelegten Leserumfrage im Jahr 2006, als richtig erwiesen. Momentan wird die Berner-Ausgabe auf 88 Seiten im Tabloidformat gedruckt. Wegen der Zürich-Ausgabe werden wir den artensuite-Teil, also den Kunstteil, bald separieren und als eigene Publikation führen. Dabei werden wir im Kunstteil gleich mehrere Städte erfassen und die gesamte Herstellung des Heftes ändern. Abonnenten erhalten jeweils beide Publikationen zugestellt. Start der Züricher-Ausgabe ist auf den 1. Oktober geplant!

ensuite – kulturmagazin ist eine sogenannte Hybridzeitung. Das heisst, wir sind eine Abozeitung, aber auch ein Gratisblatt. Die Gratisauslieferung verzögern wir jeweils um 5 Tage, um zusätzlichen Anreiz für das eh günstige Abonnement zu liefern. Dafür haben wir unter den Abonnenten eine sehr selektive und interessierte Leserschaft. Wer im ensuite – kulturmagazin wirbt, spricht ein interessiertes, engagiertes und auch kritisches Publikum an.

Kernstück unserer Expansion ist der Start von kulturagenda.ch in diesem Sommer. Unsere Event-Datenbank ist auf die Schweiz ausgerichtet, nicht nur auf Bern. Die Einträge in diesem Veranstaltungs-kalender sind kostenlos und mit einigen zusätzlichen Dienstleistungen verbunden. Vor allem aber können die VeranstalterInnen ihre Einträge selber mitgestalten und kontrollieren. Ein eigenes Redaktionsteam korrigiert die Einträge und gibt diese zur Publikation frei.

Redaktionell arbeiten wir wie bisher mit freiwilligen Journalistinnen und Journalisten. Es hat sich gezeigt, dass sich die Berufschancen bei den mitarbeitenden RedaktorInnen enorm verbessert hat. Wir haben unterdessen einige „AblegerInnen“ bei verschiedenen grossen Verlagen.

Die Freiwilligkeit der Arbeit ist aber nicht Konzept oder ein billiger Businessplan. ensuite – kulturmagazin hat sich als Medienunternehmen ohne fremde Finanzierung oder Kapital aufgebaut. Wir sind unabhängig. Der Name „ensuite“ ist unterdessen ein qualitativer Wert geworden und die Werbeeinnahmen haben sich in einem Jahr vervierfacht. Im Mai 2007 haben wir mit der Juni-Ausgabe zum ersten Mal die Gewinnzone erreicht.

Institutionen, welche sich für eine nähere Zusammenarbeit mit uns interessierern oder bereits jetzt über die Werbemöglichkeiten informiert werden möchten, bitten wir, sich frühzeitig mit uns in Verbindung zu setzen. Offizielle Informationen werde im Juli erscheinen.

ensuite Kulturmagazin

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Goodbye Bafana

Sonja Wenger – Des einen Freiheitskämpfer ist des anderen Terrorist. Dieser Spruch gilt heute genauso wie 1964, als das südafrikanische Apartheid-Regime Nelson Mandela als einen der Anführer des African National Congress zu lebenslanger Haft verurteilte und im Gefängnis von Robben Island wegsperrte. Nur die Angst der Regierung, Mandela durch ein Todesurteil zum Märtyrer zu machen, bewahrte ihn damals vor dem Strick und am liebsten hätte das Regime den Schlüssel weggeworfen. Erst 1990 wurde Mandela medienwirksam freigelassen und wurde 1994 zum ersten schwarzen, demokratisch gewählten Präsidenten Südafrikas.


Hätten am liebsten den Schlüssel weggeworfen

Während über zwanzig Jahre seiner Haft wurde Mandela von dem Gefängniswärter James Gregory bewacht. Als dieser 1968 nach Robben Island versetzt wird, überträgt man ihm den Gefangenen und die Zensur dessen Korrespondenz, da Gregory fließend Xhosa, Mandelas Muttersprache, spricht und ihn so ausspionieren soll. Doch der Kontakt mit dem charismatischen Mandela verändert das Weltbild des bis anhin Regime treuen Gregory, der aus einfachen Verhältnissen stammt und nur seine Familie vor den Schwarzen schützen will, die er allesamt für
gefährliche Terroristen hält.

Basierend auf den Memoiren von Gregory hat Regisseur Bille August mit «Goodbye Bafana» ein eindringliches Zeitbild der Apartheid geschaffen. Während der Rassentrennung in Südafrika von 1948 bis 1990 hatte die schwarze Mehrheit des Landes kein Recht zu wählen, sich zu bilden, weder Haus- oder Landbesitz zu haben noch sich frei zu bewegen. Obwohl die Geschichte vornehmlich aus der Perspektive der Weißen erzählt wird, ist der Respekt für die Errungenschaften und den Einfluss von Mandela in jeder Szene spürbar. Mit beklemmender Realität wird gezeigt, wie die weiße Minderheit des Landes die Schwarzen unterdrückte und mit wie viel Rassismus die Gefangenen konfrontiert waren.


Beklemmende Realität: Rassismus & Haft

Durch die beeindruckende Leistung der drei Hauptdarsteller Joseph Fiennes als Gregory, Dennis Haysbert als Mandela und Diane Kruger als Gregorys Frau Gloria ist «Goodbye Bafana» aber auch ein intimes Porträt der Beziehung zwischen den beiden Männern und jener des Ehepaares Gregory. «Bafana» bedeutet Freund auf Xhosa und mit Ausnahme einer Rückblende in Gregorys Kindheit erzählt Regisseur August die Geschichte chronologisch und dicht gepackt mit historischen Begebenheiten.
Elegant werden sie in das Heute des Films eingeflochten und bewahren dadurch jene Beiläufigkeit, die sich erst im Rückblick in etwas Spezielles verwandelt.

Durch seine wachsende Sympathie mit Mandela und dessen Kampf für Gleichberechtigung wird Gregory zunehmend von seiner Umgebung angefeindet. Hin- und her gerissen zwischen seinen erschütterten Wertvorstellungen und dem Bedürfnis, für seine Familie zu sorgen, willigt er trotz wachsender Zweifel an der moralischen Überlegenheit seiner Arbeit immer wieder ein, seine Rolle weiterzuspielen.

Dass er dadurch Teil der politischen Geschichte seines Landes wird, ist ihm schon früh bewusst und wesentlich für seine Motivation. Immer mehr wandelt sich Gregory von einem hasserfüllten Rassisten in einen Anhänger Mandelas.

So fasst ein Zitat aus Nelson Mandelas Buch «Der lange Weg zur Freiheit» eindrücklich die Botschaft von «Goodbye Bafana» zusammen: «Niemand wird geboren und hasst andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder ihrer Religion. Hass muss man lernen, und wenn man Menschen das Hassen beibringen kann, dann kann man sie auch lehren zu lieben, denn Liebe kommt einfacher in die Herzen der Menschen als sein Gegenteil».

Dieser Artikel erschien erstmalig im einzigen Berner Kulturmagazin… natürlich ensuite