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Das ZDF – ein öffentlich-rechtlicher Ausbeuter?

Harald Haack – Besonders das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) gilt als führend in der Erhöhung der Fernseh- und Rundfunkgebühren wie auch in der Internet-Abzocke – für jeden Computer, der ans Internet angeschlossen ist, müssen am dem 1. Januar 2007 GEZ-Gebühren entrichtet werden (davon ausgenommen sind private Haushalte, von denen bereits an die GEZ Gebühren entrichtet werden). ZDF und ARD behaupten, man könne mit solchen Computern deren Programme empfangen. Doch außer kurzen Videos in Briefmarkengröße, zumeist Trailer irgendwelcher Sendungen, wird nichts außer WebSeiten als Werbemittel für die Sendungen geboten. Soll also nur für die Bereitstellung der WebSeiten bezahlt werden?

Ihre WebSeiten bieten viele Menschen im Internet an. Viele sind zufällig auch Zuschauer von ZDF und ARD. Aber bislang hat es noch niemand von ihnen gewagt, die öffentlich-rechtlich Anstalten dafür zur Kasse zu bitten. Die Abzocke findet ausschließlich einseitig seitens der Sendeanstalten über die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) statt.

Nun setzte das ZDF, die Sendanstalt mit dem Image von Müllabfuhr und Straßenmeisterei – es favorisierte Orange als sein Markenzeichen -, einen drauf: Es fordert von Fernsehzuschauern Fotos, die es zum Beispiel als „Bild der Woche“ auf seiner WebSeite veröffentlicht. „Senden Sie uns Ihr Foto!“ steht da auf der WebSeite der Nachrichten-Sendung Heute des ZDF zu lesen.

Kennen wir das nicht schon längst, die miese Masche, um ohne dafür bezahlen zu müssen an Fotos zu gelangen, die dann mit finanziellem Gewinn vermarktet werden bzw. der Auflagesteigerung dienen? Die BLÖD-Zeitung macht es, die Illustrierte STUSS ebenso und etliche andere machen es auch. Während jedoch BLÖD und STUSS scharf auf Blut, Krieg und Tränen sind, nimmt das ZDF auch romantische Sonnenuntergänge:
„Fotografieren Sie gern? Werden Sie zum Reporter und senden uns Ihr „Bild der Woche“. Zeigen Sie uns, was für Sie in dieser Woche das Nachrichtenbild ist. Wir veröffentlichen jede Woche eine Auswahl der besten Bilder. Vielleicht ist Ihres bald dabei?“
Nein, danke! Denn ich habe mir Ihre Teilnahme- und Einsendebedingungen durch gelesen. Darin steht:
„Durch Ihre Teilnahme und Einsendung Ihrer Bilder (Fotos) und/oder Videos an das ZDF übertragen Sie dem ZDF unentgeltlich die nicht-ausschließlichen sowie zeitlich, räumlich und inhaltlich unbeschränkten Rechte an den Bildern und/oder Videos. Das ZDF ist berechtigt, die Rechte ganz oder teilweise auf Dritte zu übertragen oder diesen Nutzungsrechte einzuräumen. Das ZDF ist insbesondere berechtigt, selbst oder durch Dritte oder gemeinsam mit ihnen im In- und Ausland ganz oder teilweise sowie beliebig oft die Bilder und/oder Videos in den ZDF-Programm- und/oder Online-Angeboten und/oder multimedial zu nutzen, d.h. sie zu senden, zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich zugänglich zu machen.“

Wenn das nicht eine Ausbeutung ist, dann muss die Erde eine Scheibe sein! Im Hinblick auf die fällige GEZ-Gebühr, die die GEZ für die Computer von Gewerbebetreibenden und Freiberuflern fordert, bedeutet dies, dass jede Zuschauerin oder Zuschauer, die neben der normalen Fernseh- und Rundfunkgebühr noch einmal für ihren Computer zahlen müssen, für ihre eigenen Fotos, die sie dem ZDF überlassen, bezahlen sollen; also dafür, dass sie ehrenamtlich das Programmangebot des ZDF erweitern. Und das ZDF darf damit machen, was es will; beispielsweise weiter veräußern.

Aber damit nicht genug. Das Urheberrecht wird vom ZDF weiter untergraben:

Bearbeitungsrecht

Die von Ihnen eingesendeten Bilder und/oder Videos müssen an die ZDF-Formate angepasst werden. Daher räumen Sie uns mit der Einsendung das Recht ein, die Bilder und/oder Videos umfänglich zu bearbeiten (z.B. zu teilen, zu ändern, sowie zur Herstellung eines Filmwerkes zu nutzen).“

Ich warte nun auf den Tag, an dem sich jemand ungefragt die hübschen Fotos irgendwelcher Fotografen aus dem Internet zusammensucht und diese dem ZDF – selbstverständlich mit falschen Personendaten und gefälschter E-Mail-Adresse – als seine eigenen Fotos anbietet. Auf das ZDF wie auch auf Urheber käme eine Lawine von Ärger zu und da dürfte dem Sender die Aufforderung, man möge bitte beachten, dass man die zur Einsendung der Bilder erforderlichen Rechte inne habe, wenig nützen.

Unter den juristischen Voraussetzungen des ZDF wirkt die Schiene „Bild der Woche“ meiner Meinung nach kriminell; eben weil es das Urheberrecht für die Bildeinsender ausschaltet, es aber für sich selbst in Anspruch nimmt.

Aber Zuschauerinnen und Zuschauer, Fotografinnen und Fotografen müssen dem ZDF nicht ihre schönen Fotos in den Rachen werfen. Das sagt selbst das ZDF.

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Kyrills Jaulen und die Leiden der TV-Reporter

Harald Haack – Der Luftdruck sank am Donnerstag, dem 18. Januar 2007, recht schnell, dann kam der Sturm, sang auch – aber anders – und wuchs zum heulenden Orkan heran. Das Orkantief, das über Europa hinweg fauchte, wurde von Meteorologen „Kyrill“ genannt, dem Namen mehrerer Heiliger der christlichen Kirche. Der Älteste derer soll ein cholerischer Kerl gewesen sein, ziemlich fies, ungestüm und undiplomatisch. Ein richtiges Ekel, obwohl die griechische Bedeutung seines Namens nicht „der Herrische“ bedeutet, sondern „der Herrliche“.

Der Name des Orkantiefs „Kyrill“ wurde für Kyrill Genow zum Geschenk zu seinem 65. Geburtstag. Das Institut für Meteorologie der FU Berlin vermarktet Namenspatenschaft für Hoch- und Tiefdruckgebiete. Genows Sohn, von dem das Geschenk kam, sagte den „Lübecker Nachrichten“: „Eigentlich sollte es ein Hochdruckgebiet werden, aber das gab es nicht mehr. Nun ist es ein Sturmtief geworden, und wir hoffen selber, dass wir glimpflich davonkommen“. Glück gehabt, denn Hochdruckgebiete kosten 299 Euro, Tiefdruckgebiete dagegen „nur“ 199 Euro.

Alle Räder standen still

Weniger Glück hatten alle Bahnreisende. Nachdem ein Intercity der Deutschen Bahn am Donnerstag nahe Wilster (Kreis Steinburg) gegen einen vom Sturm abgebrochenen Baum fuhr, wurde bundesweit der Zugverkehr eingestellt. Bei dem Zusammenstoß mit dem Baum kamen Hunderte Passagiere auf dem Weg von Sylt nach Hamburg mit dem Schrecken davon, sagten Sprecher der Bundespolizei Flensburg und der Bahn AG. Verletzte soll es nicht gegeben haben, denn der Zug wurde auch nicht aus dem Gleis geworfen. Aber die Lok war wegen der Schäden an Kabeln und Schläuchen nicht mehr fahrtüchtig und wurde wegrangiert.

Klitschnass
In Hamburg hatte am Donnerstagnachmittag ebenfalls ein Baum den S-Bahnverkehr unterbrochen. Nahe der Station Hamburg- Neuwiedenthal (im Süden Hamburgs) entwurzelte eine Sturmböe den Baum. Er drohte auf die Gleise zu stürzen. Der Verkehr wurde aus Sicherheitsgründen auf der S-Bahnstrecke unterbrochen. Reisende mussten in Ersatzbusse umsteigen. Ihnen klatschte dabei der strömende Regen wild in die Gesichter.

An der Waterkant
Am früheren Abend erreichte „Kyrill“ die Nordseeinsel Sylt mit seiner zweiten Front. Bei Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Kilometern pro Stunde liefen bis zu zweieinhalb Meter hohe Wellen auf die Uferpromenade in Westerland zu und erreichten deren Fuß. Vorsorglich wurden einige Busverbindungen auf Deutschland Urlaubsinsel eingestellt, ebenso die Fähre zwischen Sylt und der dänischen Insel Römö. Und es gab neue Warnungen: Für den Abend wurden noch Wellen mit einer Höhe bis zu dreieinhalb Metern und mehr erwartet. Der Orkan könnte sich auf 120 und in Böen auf 140 Kilometer pro Stunde steigern, warnte der Deutsche Wetterdienst.

Während die Fernsehteams bei dieser abenteuerlich steifen „Brise“ ausrückten, um abends für die ARD-Tagesschau und eine nachfolgende Sondersendung zu berichten, wies die Wasserschutzpolizei Husum darauf hin, vom Sturm losgerissene und auf die Strände gespülte Schiffsladung müsse vom Finder dem Ordnungsamt gemeldet werden. Wer Strandgut behalte, ohne die Behörden zu informieren, mache sich strafbar, erklärte der Hauptzollamtleiter Jürgen Thiele. Schließlich seien erst in der vergangenen Woche Teile einer Schiffsladung an die Westküste Schleswig Holsteins getrieben worden. Teilweise per Schubkarre hätten „Sturmtouristen“ Lederschuhe aus China abtransportiert. Die Schuhe stammten von einem Frachter, der bei stürmischer See zehn Container verloren haben soll. Die Ware wird nun am Zoll vorbei ihre Besitze gefunden haben. Möglich ist, dass es sich um Markenfälschungen handelt.

Und damit sonst nichts weiter an den Stränden passiert, warnte die Wasserschutzpolizei in Schleswig-Holstein Schaulustige eindringlich, nicht in der Nacht auf Deichen und Sperrwerken die Naturgewalten von „Kyrill“ hautnah erleben zu wollen. Der Aufenthalt im Freien sei bei der Wetterlage mit erheblichen persönlichen Gefahren verbunden, sagte Polizeisprecher Wolfgang Boe in Husum. Gleichzeitig forderte er Freizeitskipper und Bootseigner auf, zu überprüfen, ob ihre Schiffe sicher vertäut sind. Es soll wohl immer noch Menschen geben, die in solchen Dingen zu relax sind.

Ausgenutzt
Greenpeace nutzte das Medieninteresse, um inmitten des schweren Sturms an der Nordseeküste auf Sylt einen besseren Klimaschutz zu fordern und vor einer drohenden Zerstörung der Insel zu warnen. „Mit Küstenschutzmaßnahmen wie Sandvorspülungen ist Sylt auf Dauer nicht zu retten“, sagte Greenpeace-Experte Jörg Feddern am Donnerstag. Die Insel sei ein Beispiel dafür, dass der weltweite Klimawandel erste Opfer fordere. Die ungewöhnlich heftigen Stürme seien eine Folge der Erderwärmung. Sollten die Polkappen schmelzen, drohte den Nordseeinseln noch weit größere Gefahr, sagte Feddern. Nun müsse die Politik dringend handeln und weltweit das Klima schützen.

Schon vor 30 Jahren warnten Wissenschaftler vor diesen Klimawandel und schätzten, ab 2006/2007 käme es in Europa zu Naturkatastrophen, zu enormer Hitze und heftigen Regenfällen, zu Überschwemmungen und grauenvollen Stürmen. Da wir nun hautnah erleben, dass die Prognose stimmte und da das „Schiff“ schon sinkt, warnen Umweltschützer aber immer noch unbeirrt vor dem Untergang. Auch in ihren Köpfen muss bald ein Umdenken stattfinden. Eine der sicherlich dringendsten Fragen sollte sein: Was können wir noch retten und wie könnte dies geschehen? Vorschläge sind notwendig.

Am Orkantag: Zwei kuriose Verkehrsunfälle
Die Polizei geht davon aus, nicht der Sturm habe den Unfall verursacht, sondern mehrere auf der Fahrbahn liegende verrostete Bremsscheiben. Die sollen vermutlich von einem Laster gefallen sein. Opfer wurde ein 31 Jahre alter Autofahrer. Er habe die Gewalt über sein Auto verloren, als er bei strömendem Regen über die Metallteile gefahren sei, die auf der Fahrbahn der Autobahn 1 (Hamburg-Oldenburg) bei Lübeck lagen, sagte ein Polizeisprecher. Das Fahrzeug war dann gegen die Mittelleitplanke geprallt. Der Fahrer erlitt schwere Arm- und Rückenverletzungen.

Entweder hatte der Orkan einen Hamburger während seiner Autofahrt durch Oststeinbek (Kreis Stormarn) zu sehr belastet – oder war es die Angst wegen der zuvor von ihm konsumierten Menge Alkohol gewesen erwischt zu werden, dass er sich an einem „Duft“-Bonbon verschluckte und bei dem Hustenanfall die Kontrolle über seinen Wagen verlor. Er stieß zunächst an ein am linken Straßenrand geparktes Auto, das dann gegen einen weiteren Wagen prallte. Die Polizisten maßen im Atem des 52-jährigen 0,43 Promille Alkohol. An den Autos entstand ein Schaden von 16.000 Euro.

Die Leiden der TV-Reporter
In den TV-Redaktionen waren die Leitenden wieder in ihrem Element, und die Leidtragenden waren jene, die von ihnen heraus geschickt wurden, um abends vor der Kamera im Regen und Sturm mit gequälten Gesichtsausdruck ein paar banale Sätze aufzusagen. Ihr Job!

„Die Nachrichten überschlagen sich“, hieß es oft plakativ und einfältig zugleich in Anmoderationen. Und da waren sie wieder, die tagsüber noch gestellten Einstellungen, die nur eines zeigen sollten: Es stürmt. Seltsamerweise wurden immer wieder offenkundig totale Idioten gezeigt, die mitten im Orkan einen Regenschirm aufspannten und mit dem umgestülpten oder platt gedrückten Schirm kämpften. Einmal war eine Frau mit aufgespanntem Schirm zu sehen. Sie zählte wahrscheinlich zu einer Gruppe von Müttern, die ihre Kinder von der Schule abholten. Ganz klar: Sie hatte solche Slapstick-Nummern schon oft im Fernsehen gesehen und wusste, was zu tun ist, um auch einmal ins Fernsehen kommen.

Mensch, Kameraleute! Lasst Euch doch mal was Neues einfallen, um „Wetterbilder“ einzufangen.

Wie wäre denn beispielsweise mit ein paar Dutzend Klopapierrollen, die Ihr vorher abrollen und auf eine gegen den Sturm ankämpfende Gruppe von Passanten zuwehen lasst. Das gab es noch nie in den TV-Nachrichten. Mit Klopapier kämpfende Menschen im Sturm!

Auch ein kleines Kind, das von seinem selbstgebastelten Drachen durch die Luft gerissen und in etwa 10 Meter Höhe davon geweht wird, wäre noch drin – obwohl die Einstellung sicherlich eine umfangreiche Nachbearbeitung erforderlich macht – wer will schon tatsächlich ein Kind dafür opfern. Ach, das wäre dann eine Fälschung? Nun, die Regenschirm-Akrobaten sind es auch, und es gebe garantiert noch viele Beispiele von gesendeten Fälschungen, die in den TV-Nachrichten gezeigt wurden.

„Panoptikum“ der TV-Macher


Aus der Sondersendung der ARD zum Orkantief „Kyrill“. Im Hintergrund auf dem Studiomonitor ein „in Szene gesetzter Regenschirm-Akrobat“. © ARD


Kachelmanns Auftritt. Probleme mit dem „Hall im Ohr“. Etwas füllig geworden der Herr! Dank des Anti-Sturm-Joghurts, für den er wirbt ? © ARD


Der da im warmen, trockenen Studio und jener da draußen bei Sturm und Regen, live vom Frankfurter Flughafen. © ARD


Ulli Meerkamm: Er sprach nur übers Wetter, nicht über Zahnweh und litt ganz offensichtlich. Kein Wunder: Wer traut sich schon im schwarzen Anzug in einen solchen Orkan? Mann Ulli! Wozu hat die ARD Wetterjacken? © ARD


Matthias Weidner: Passend gekleidet. Gespondert von der ARD „Das Erste“? Sogar der Windjammer, wie die Mikrophonüberzieher genannt werden, war farblich abgestimmt. © ARD


Marion Schmickler: Keine Probleme mit der Frisur, denn sie machte ihren Aufsager aus der Abfertigungshalle des Köln-Bonner Flughafens. Clever die Frau! © ARD


Hatte keinen Frosch verschluckt, obwohl er so ausschaut, aber Herr Plöger durfte aus dem Studio heraus für den WDR regional übers Wetter reden. © WDR


Sonja Harpers: Kämpfte mit sich, ihrer Frisur und dem Orkan – live aus Winterberg. Gut, dass die Kneipe dort extra noch fürs WDR-Team geöffnet hatte. Sie sei ja nur kurz für den Aufsager heraus gegangen, ansonsten hingen sie alle drinnen herum. Also, Herr Wirt! Ich nehm dann auch noch einen… © WDR


Thorsten Schuld: In Monschau gab’s heftige Überschwemmungen und Regen und Sturm. Mehr nicht? Doch eine Moderatorin im schön warmen Studio… © WDR

© 2007 Copyright by Harald Haack – Alle Rechte vorbehalten. Die Übernahme und Nutzung des Artikels und der Fotos zu anderen Zwecken und auf anderen WebSeiten und in Print-Medien sowie Fernsehen und Hörfunk bedarf der schriftlichen Zustimmung des Autoren.

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Neue Rubrik WorldNews

Stephan Fuchs – Unter der linken Spalte „Inhalt“ Sparte WorldNews“ finden Sie neu eine Sammlung interessanter Medien Links. Die alphabetische Liste präsentiert Ihnen eine Auswahl an weltweiten Tageszeitungen von Al Ahram (Egypt – Weekly) bis zum Yemen Observer. Dazu wurde auch der visuelle Nachrichtendienst Buzztracker eingefügt, der News in geografischer Beziehung zeigt.



Buzztracker daily image

Dazu noch eine Liste mit Links zu Intelligence & Militär Ressourcen, Zugang zu interessanten Archiven und eigentlichen Research Tools. Das Angebot wird laufend erweitert.

Praktisch: Mit dem neuen „SNAP“ lassen sich sämtliche Links im Vorschaufenster anzeigen. Der lässt sich übrigens auch ausschalten.

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Tratschundlaber

Sonja Wenger– In der guten ollen USA gibt es ein Gesetz namens Double Jeopardy, das es ausnahmslos verbietet, einen Menschen zweimal wegen demselben Verbrechen vor Gericht zu stellen. Ist man erst einmal freigesprochen, kann man also vor aller Welt zugeben, es getan zu haben.


Tomcat in Aktion: Heute vor allem Synonym für die bittermandelsüsse Verbindung zwischen Tom Cruise und Katie Holmes, allerdings mit ähnlich zerstörerischem Potential.

Das zumindest muss O. J. Simpson im Hinterkopf gehabt haben, als er vor kurzem ein Buch veröffentlichen wollte mit dem Titel «Wenn ich es getan hätte». In einem Fernsehinterview habe er zudem vor laufender Kamera spekuliert, wie er seine Ex-Frau und ihren Freund umgebracht hätte, wenn er es denn gewesen wäre. Etwas gar viel Konjunktiv, wie es scheint, aber erst nach massiven Protesten von anderen Medien wurde das Interview und Buch zurückgezogen.

Eigentlich schade, sollte man meinen, denn was ist befriedigender, als wenn sich die echten und die Möchtegernpromis durch ihr Tun und Handeln selbst entlarven? Doch es wird immer offensichtlicher, dass wir in einer Welt leben, die sich so sehr am Alltag frustriert, dass wir unbesehen sämtliche Geschmacklosigkeiten hinnehmen und nur noch mit glänzenden Augen einer Plastikwelt frönen. Nur so lässt sich auch begreifen, weshalb sich die internationalen und nationalen Medien bald ausschliesslich mit dem Tamtam und dem Bäumchen-wechsel-dich-Spielchen der immer gleichen Visagen beschäftigen.

Wie um alles in der Welt kann man sich täglich mit Paris, Britney, Robbie, Heidi, Angelina, Brat und Madonna rumschlagen, ohne irgendwann eine Hirnlähmung zu erleiden?

Und gerade als man denkt, dass es vielleicht doch keine so schlechte Zeitung ist, schiesst die «Schweizer Illustrierte» – mal wieder – den monatlichen Vogel der Schweizer Medienlandschaft ab. Die «Hochzeit des Jahres» von Tomcat – früher auch die Bezeichnung des Kampfflugzeuges F-14 – heute vor allem Synonym für die bittermandelsüsse Verbindung zwischen Tom Cruise und Katie Holmes, allerdings mit ähnlich zerstörerischem Potential.

Das ginge ja noch. Bunte Bildli von reichen Menschen in schönen Kleidchen sind ja nichts Gefährliches. Aber mit der Untertitelung «Die Scientology-Saga» muss die Lähmung definitiv eingesetzt haben. Klar, ist doch cool: Die Welt wird besser, weil Promis bei einer Sekte sind – und was ich schon immer nicht lesen wollte, nämlich die Hochzeitsabläufe von Scientology mit Einzel-und-Doppel-Ring-Zeremonie, als Faksimile abgedruckt. «Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden. Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.»

Noch mehr Tratschundlaber:
Tratschundlaber erscheint im Berner Kult- und Kulturmagazin ensuite

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«swissblogpress» – Label für explosive Entwicklungen

Stephan Fuchs – Dass sich Schweizer Weblogs nicht verstecken müssen und auf dem internationalen Parket durchaus gut dastehen, dass weiss man mittlerweile. Mit dem Label «swissblogpress» (sbp), einem Netzwerk von etablierten und unabhängigen Schweizer Blogs, wird sich das junge Medium stärker positionieren, behaupten und die Glaubwürdigkeit und Bekanntheit von Blogs in der Öffentlichkeit nachhaltig festigen können.

Die mittlerweile 29 Schweizer Weblogs die sich dem Label «swissblogpress» an- und zusammengeschlossen haben, wollen sich über das Label mit Wissen und Erfahrung austauschen und sich gegenseitig in der Professionalisierung ihrer publizistischen Tätigkeit unterstützen. Publizistisch sieht sich «swissblogpress» nicht als Konkurrenz zum traditionellen Journalismus, sondern vielmehr als eine alternative Form zur Herstellung von Öffentlichkeit mit dem neuen Medium Internet.

Durchaus spannende Möglichkeiten die sich die Schweizer Weblogautoren geschaffen haben: Die bislang 29 MitgliederInnen von «swissblogpress» versprechen, vor allem dank ihrer breiten Unterschiedlichkeit mit verschiedenen Blogschwerpunkten ein Reichtum an Fantasie, Know-how und Pioniergeist. Das richtige Gemisch für explosive Entwicklungen. Ein grosses Dankeschön an Christian Schenkel von edemokratie.ch„>ignoranz.ch, sowie den Gründungsmitgliedern:

Berner Gazette
Blogwiese
BloggingTom
CH Internet Szene
eDemokratie.ch
Finanzblog
infamy
Leumund
Medienspiegel
Pendlerblog
Polis
Politik Forum
Starfrosch
ebusiness.kaywa.com
kultpavillon.ch
jeno.ch/weblog
journalismus – nachrichten von heute
blog.namics.com
procampaigning.kaywa.ch
onlinemarketingreport.ch
yoda.ch
reidan.ch/wp
weltanschauung.kaywa.ch
cyberwriter.twoday.net
superdeluxe.ch
78s.ch
cigars.kaywa.com
mjjones.net
libref.kaywa.ch

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How much is finding the truth about 9/11 worth to you?

Daniel Hopsicker – 40 years ago one courageous American exposed the names of some of the people involved in the Kennedy Assassination. Thanks to New Orleans DA Jim Garrison, we first heard of David Ferrie, and Guy Bannister, and Clay Shaw.

Four years ago we moved to Venice, FL and began poking around on-scene at the site of the biggest Sept 11 crime scene that wasn’t reduced to rubble.

History has proven Jim Garrison right. He made a difference that still matters. And we have complete confidence that what we’ve done in Venice will be valuable to future historians of our time, and that —40 years from today— the names Rudi Dekkers, Wally Hilliard, Makram Chams, et al, will be as familiar to those interested in the story behind the 9/11 attack as those of Ferrie, Banister and Shaw in the secret history of the JFK assassination.

Now that we’ve been sued by Makram Chams, we need big-time support if we’re going to fight his lawsuit, and gain the ability to question him under oath. We need your help, and we need it now, within the next week.

If we are unable to raise $5000. to pay an attorney to represent us, we will be forced to settle, or risk being silenced altogether. But this is not about you supporting us…

The lawsuit filed against us by Makram Chams presents a unique opportunity to learn more about the intrigue swirling around Mohamed Atta and his fellow terrorists while they lived in this country. And if, for lack of resources, we’re forced to settle, and the name “Makram Chams” is forever banished from our lips and from our website, life will most assuredly go on.

But we will all be just a little poorer for it.

Events in recent America have not been kind to investigative journalists. Ask (RIP) Gary Webb, who broke the story of CIA drug trafficking into the open, only to be ushered out of newspaper reporting forever.

Or Robert Parry, first to report on what came to be known as Iran Contra as a reporter for the Associated Press (but not for long.)

Or Pete Brewton, whose ground-breaking reporting at the Houston Post on the S & L scandal (The Mafia, CIA and George Bush” (1992) soon led to his being shown the door.

And now the same people are attempting to do to the Internet what they’ve already done to the mass media. Sanitize it. Trivialize it. Sensationalize it. Turn it into one long edition of Hardball, one long Entertainment Tonight.

Its in your hands. You can make a generous donation using Paypal, or send a check to the address below, or help spread the word, and alert people at progressive websites like Move.On, DailyKos, DemocracyNow, etc.

Or, as good ol Sally Struthers used to say, you can turn the page.

Daniel Hopsicker
Venice, FL
Nov. 6 2006

Visit: Daniel Hopsicker’s Mad Cow Morning News

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Das Präkariat als TV-Sozialporno

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Malte Olschewski – Der Triumph des Siegers ist nur halb so schön, wenn er sich nicht am Elend des Verlierers weiden kann. In der Wirklichkeit ist das nur selten möglich, da Gewinner und Unterlegene in verschiedenen Welten leben und voneinander getrennt sind. Doch will man sich trotzdem an der Not des abgehängten Präkariats ergötzen. Und schon ist das Fernsehen zur Stelle. In letzter Zeit ist eine Zunahme von Sendungen zu verzeichnen, die als Sozialpornos relativ hohe Einschaltquoten erreichen. Früher war es das Proletariat, das sich aber organisieren konnte. Dem Präkariat fehlt diese Fähigkeit. Aber es liefert Darsteller in die elektronische Peep-Show.

In Deutschland werden die Sozialpornos meist als Gerichts-Shows verkleidet. Auch wenn auf RTL die Nanny einmarschiert, so findet sie fast immer einen prekären Haushalt vor. Die verschiedenen TV-Anstalten machen einander Konkurrenz und suchen im Terminkalender der Gerichte Fälle, die dann dramatisiert und aufgemotzt werden. Jugendrichterin Kirsten Erl waltet bei RTL ihres Amtes, während Richter Alexander Hold bei SAT 1 Recht spricht. Richter, Zeugen und Angeklagte sind Schauspieler, die aber über einem vorgegeben Text improvisieren dürfen, da Versprecher und Slang die erhöhen.

Ein Börsenbetrug, fahrlässige Krida oder ein Wirtschaftsverbrechen werden vor dem Fernseh-Gericht nie abgehandelt, vielmehr geht es hier um typische Fälle aus der Unterschicht. Die Drehbücher sind ähnlich gestrickt: Fast immer bricht ein atemloser Zeuge in den Gerichtssaal, um dem Verfahren eine neue Wendung zu geben. Bei dem relativen Erfolg im deutschen TV-Nachmittag bleibt zu fragen, warum solche Gericht-Shows in österreichischen Sendern fehlen.

Es ist der staatliche ORF auf der sozial-pornografische Schiene schon seit langem mit anderen Formaten unterwegs. Die Sendung „Liebesg’schichten und Heiratsachen“ rückt älteren und vereinsamten Menschen auf den Leib. Sie müssen nicht unbedingt verarmt und können sogar relativ wohlhabend sein. Es zielen die Fragen immer in die erotisch-sexuelle Sphäre.

Aussehen und Alter der Befragten konterkarieren ihre wortreichen Wünsche nach einem Partner. Das Auffinden, Hervorzerren, Befragen und Abfeiern möglichst bizarrer Typen wird in der Barbrara Karlich-Show vollzogen. Deren Ablauf ist immer gleich. Vor einem Publikum wird ein Thema angesagt. Da die Show schon seit Jahren läuft, müssen die Themen immer bizarrer werden: „Mein Glied ist viel zu klein“ oder „Ich weiss nicht, wer ich bin“ bis hin zu „Meine Urgrossmutter mag mich nicht!“ Dann treten nacheinander die Protagonisten an und nehmen in einer Sesselreihe Platz. Da wird auch die fast hundertjährige „Urli“ (Urgroßmutter) vor die Kameras geschleppt.

Es wird das Publikum und es werden Sozialberater befragt. Der Schwerpunkt liegt auf abstrusen bis bizarren Vorlieben der präsentierten Typen und ihrer politisch korrekten Einordnung. Die privat produzierte Show soll Agenturen beschäftigen, die immer auf der Jagd nach neuen Bizzaroiden sind. Bei „Prima-vera“ werden im ORF medizinische Sonderfälle vorgeführt. Ein Herr erklärt, wie die Penis-pumpe funktioniert. Ein ineinander verwachsenes Zwillingspaar beantwortet via Dolmetsch die Fragen der schnatternden Moderatorin.

Der österreichische, schwer defizitäre Privatsender ATV sucht mit seinen „Doku-soaps“ zu punkten. Es werden reale Beziehungen vorgetäuscht und in einen Wettbewerb eingebettet. Die Darsteller sind originale Menschen, die ein wenig eingewiesen und trainiert werden. Da das Drehen mit Elektronik fast nichts kostet, werden in arrangierten Szenen ungeheure Mengen an Material abgedreht, aus dem dann die Knackpunkte genommen und dramatisch zugeschnitten werden. Pro Fall werden im Durchschnitt 160 Stunden Rohmaterial aufge-nommen. Der Zuschauer wird ständig mit der Frage konfrontiert: Ist das jetzt wirklich so gewesen?

Die Abwicklung ist bei „Bauer sucht Frau“, „Tausche Familie“ und „Nadine traut sich“ immer gleich und für die TV-Tauglichkeit zeitlich begrenzt. Da sucht ein knackiger Junglandwirt eine Gattin. Da geht ein männlicher Sozialfall für eine Woche in eine etwas höher angesiedelte Familie, die wiederum ihren Vorstand nach unten entsandt hat. Ein Mädel vom Land erlebt den Wiener Gemeindebau. Ein 60jähriger tritt in eine Jungfamilie.

Auch Ausländer werden langsam in diese Sozialopern eingeschleust. Seit neuestem klopfen mehrere Verehrer bei Nadine an, die jetzt auswählen und an einem gewissen Datum geheiratet werden will. Einer macht dann das Rennen, wie auch in vielen anderen Shows künstliche Gewinner über artifizielle Verlierer triumphieren.

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Bestürzung über Journalisten-Mord

Der Europarat hat mit Bestürzung auf die Ermordung der regierungskritischen russischen Journalistin Anna Politkowskaja reagiert. Die Umstände, unter denen sie ihr Leben verloren habe, machten ihn tief betroffen, erklärte der Generalsekretär des Europarats, Terry Davis, am Samstag in Strassburg.

Aussergewöhnlicher Mut und Entschiedenheit hätten die Journalistin ausgezeichnet. Ihre Berichte über den Konflikt in Tschetschenien hätten der russischen Öffentlichkeit und der ganzen Welt ermöglicht, sich ein unabhängiges Bild von dem zu machen, wie ganz gewöhnliche Menschen den Konflikt erlebten, erklärte Davis. Auch der Menschenrechtskommissar des Europarats, Thomas Hammarberg, würdigte die 48-Jährige als eine Frau, deren Menschenrechtsarbeit international anerkannt worden sei. Sie sei eine der wichtigsten Kämpferinnen für Menschenrechte im heutigen Russland gewesen.

Die prominente Kolumnistin und Tschetschenien-Expertin Politkowskaja wurde am Samstag in Moskau getötet. Ihre Leiche sei im Aufzug eines Wohngebäudes entdeckt, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AP. Die Staatsanwaltschaft nahm nach Angaben einer Sprecherin Ermittlungen wegen Mordes auf. Politkowskaja berichtete kritisch über den von Moskau geführten Krieg in der abtrünnigen Kaukasusrepublik Tschetschenien.

In dem Aufzug wurden eine Pistole und vier Kugeln gefunden, wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Polizeikreise berichtete. Der Chefredakteur der Zeitung «Nowaja Gaseta», bei der Politkowskaja arbeitete, sagte, das Verbrechen sei am Nachmittag in dem Gebäude verübt worden, in dem die Journalistin wohnte.

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Tratschundlaber

Sonja Wenger – Im September soll es im japanischen Kaiserhaus endlich wieder mal ein Baby geben. Das ganze Land hofft auf einen Jungen, heisst es, denn seit 42 Jahren wurden «nur» Mädchen geboren. Wenn das mal gut geht. Das Schicksal hat manchmal einen seltsamen Sinn für Humor. Grosse Sorgen also nicht nur in den Schweizer Medien.

Dabei wären wir ja schon zufrieden, wenn unser Mister Schweiz Miguel San Juan nicht länger mit seinem Vorgänger Renzo Blumenthal verglichen würde: Dass dieser mehr Aufträge hatte und sowieso der Inbegriff der Schweizer Naturburschen ist. Ein ziemliches Armutszeugnis allerdings, in gewissen Kulturen gilt Redebewandtnis nämlich als Aphrodisiakum. San Miguel trägt’s mit Fassung: «Ich repräsentiere wahrscheinlich eine andere Schweiz als mein Vorgänger», sagte er der «Schweizer Illustrierten» (SI). Die Frage ist nur welche?

Überhaupt scheint sich die SI mal wieder nicht entscheiden zu können, ob sie mit Promis nun nett oder gemein sein will. Deshalb versucht sie beides. Was dabei herauskommt ist ein Bericht über Nadine Vinzenz und ihren «Kampf» in «der rauen Luft» von Hollywood. Immerhin hat ihr Ehemann nun endlich einen Job, der unserer Ex-Miss Schweiz den gebührenden royalen Lebensstil ermöglicht.


Was wir schon immer wissen wollten

Apropos Royals: Da im Medienfutterland Monaco aus rechtlichen Gründen inzwischen klatschjournalistische Bisshemmung angesagt ist, und sich in den skandinavischen Krönleinhäuser alle immer so gerne haben, gibt es glücklicherweise noch «good old England». Die jungen Windsors avancieren ja immer mehr zu unseren Lieblingen und die SI liefert den Grund gleich mit: «Der eine wird wohl (!) König von England, der andere König des Jetsets: Die Windsor-Brothers William & Harry sind Stars des Hochadels und der Schlagzeilen. Kein Wunder: ihre Mutter war die
„Königin der Herzen“. Logisch. Und wenn’s die Jungs nicht bringen, kann man immer noch zum x-ten Mal die Mädels vergleichen. Kate Middleton – das ist die diskrete, modebewusste von William – gegen Chelsy Davy, das schlampige «Jetset-Girl mit Hang zum offenherzigen Look».

Dafür erklären uns Schweizer Teenager in der «Weltwoche» endlich den Unterschied zwischen einer Schlampe und einer Tussi: Die eine wird «über das Aussehen definiert. Sie läuft sehr knapp angezogen herum», die andere «über den
Charakter. Eine Tussi ist zickig und meint, sie sei die Beste. Sie ist sehr eingebildet.» Dazwischen liegen natürlich Welten.

Dieses Tratschundlaber erschien erstmalig in der Printausgabe des Berner ensuite kulturmagazin

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The Secret Right-Wing Network Behind ABC’s 9/11 Deception

Max Blumenthal – Less than 72 hours before ABC’s „The Path to 9/11“ is scheduled to air, the network is suddenly under siege. On Tuesday, ABC was forced to concede that „The Path to 9/11“ is „a dramatization, not a documentary.“ The film deceptively invents scenes to depict former President Bill Clinton’s handling of the Al Qaeda threat.

Now, ABC claims to be is editing those false sequences to satisfy critics so the show can go on – even if it still remains a gross distortion of history. And as it does so, ABC advances the illusion that the deceptive nature of „The Path to 9/11“ is an honest mistake committed by a hardworking but admittedly fumbling team of well-intentioned Hollywood professionals who wanted nothing less than to entertain America. But this is another Big Lie.

In fact, „The Path to 9/11“ is produced and promoted by a well-honed propaganda operation consisting of a network of little-known right-wingers working from within Hollywood to counter its supposedly liberal bias. This is the network within the ABC network. Its godfather is far right activist David Horowitz, who has worked for more than a decade to establish a right-wing presence in Hollywood and to discredit mainstream film and TV production. On this project, he is working with a secretive evangelical religious right group founded by The Path to 9/11’s director David Cunningham that proclaims its goal to „transform Hollywood“ in line with its messianic vision.

Before The Path to 9/11 entered the production stage, Disney/ABC contracted David Cunningham as the film’s director. Cunningham is no ordinary Hollywood journeyman. He is in fact the son of Loren Cunningham, founder of the right-wing evangelical group Youth With A Mission (YWAM). The young Cunningham helped found an auxiliary of his father’s group called The Film Institute (TFI), which, according to its mission statement, is „dedicated to a Godly transformation and revolution TO and THROUGH the Film and Televisionindustry.“ As part of TFI’s long-term strategy, Cunningham helped place interns from Youth With A Mission’s „global training network“ in film industry jobs „so that they can begin to impact and transform Hollywood from the inside out,“ according to a YWAM report.

Last June, Cunningham’s TFI announced it was producing its first film, mysteriously titled „Untitled History Project.“ „TFI’s first project is a doozy,“ a newsletter to YWAM members read. „Simply being referred to as: The Untitled History Project, it is already being called the television event of the decade and not one second has been put to film yet. Talk about great expectations!“ (A web edition of the newsletter was mysteriously deleted yesterday but has been cached on Google at the link above).

The following month, on July 28, the New York Post reported that ABC was filming a mini-series „under a shroud of secrecy“ about the 9/11 attacks. „At the moment, ABC officials are calling the miniseries ‚Untitled Commission Report‘ and producers refer to it as the ‚Untitled History Project,'“ the Post noted.

Early on, Cunningham had recruited a young Iranian-American screenwriter named Cyrus Nowrasteh to write the script of his secretive „Untitled“ film. Not only is Nowrasteh an outspoken conservative, he is also a fervent member of the emerging network of right-wing people burrowing into the film industry with ulterior sectarian political and religious agendas, like Cunningham.

Nowrasteh’s conservatism was on display when he appeared as a featured speaker at the Liberty Film Festival (LFF), an annual event founded in 2004 to premier and promote conservative-themed films supposedly too „politically incorrect“ to gain acceptance at mainstream film festivals. This June, while The Path to 9/11 was being filmed, LFF founders Govindini Murty and Jason Apuzzo – both friends of Nowrasteh – announced they were „partnering“ with right-wing activist David Horowitz. Indeed, the 2006 LFF is listed as „A Program of the David Horowitz Freedom Center.“

Since the inauguration of Bill Clinton in 1992, Horowitz has labored to create a network of politically active conservatives in Hollywood. His Hollywood nest centers around his Wednesday Morning Club, a weekly meet-and-greet session for Left Coast conservatives that has been graced with speeches by the likes of Newt Gingrich, Victor Davis Hanson and Christopher Hitchens. The group’s headquarters are at the offices of Horowitz’s Center for the Study of Popular Culture, a „think tank“ bankrolled for years with millions by right-wing sugardaddies like eccentric far right billionaire Richard Mellon Scaife. (Scaife financed the Arkansas Project, a $2.3 million dirty tricks operation that included paying sources for negative stories about Bill Clinton that turned out to be false.)

With the LFF now under Horowitz’s control, his political machine began drumming up support for Cunningham and Nowrasteh’s „Untitled“ project, which finally was revealed in late summer as „The Path to 9/11.“ Horowitz’s PR blitz began with an August 16 interview with Nowrasteh on his FrontPageMag webzine. In the interview, Nowrasteh foreshadowed the film’s assault on Clinton’s record on fighting terror. „The 9/11 report details the Clinton’s administration’s response – or lack of response – to Al Qaeda and how this emboldened Bin Laden to keep attacking American interests,“ Nowrasteh told FrontPageMag’s Jamie Glazov. „There simply was no response. Nothing.“

A week later, ABC hosted LFF co-founder Murty and several other conservative operatives at an advance screening of The Path to 9/11. (While ABC provided 900 DVDs of the film to conservatives, Clinton administration officials and objective reviewers from mainstream outlets were denied them.) Murty returned with a glowing review for FrontPageMag that emphasized the film’s partisan nature. „‚The Path to 9/11‘ is one of the best, most intelligent, most pro-American miniseries I’ve ever seen on TV, and conservatives should support it and promote it as vigorously as possible,“ Murty wrote. As a result of the special access granted by ABC, Murty’s article was the first published review of The Path to 9/11, preceding those by the New York Times and LA Times by more than a week.

Murty followed her review with a blast email to conservative websites such as Liberty Post and Free Republic on September 1 urging their readers to throw their weight behind ABC’s mini-series. „Please do everything you can to spread the word about this excellent miniseries,“ Murty wrote, „so that ‚The Path to 9/11‘ gets the highest ratings possible when it airs on September 10 & 11! If this show gets huge ratings, then ABC will be more likely to produce pro-American movies and TV shows in the future!“

Murty’s efforts were supported by Appuzo, who handles LFF’s heavily-trafficked blog, Libertas. Appuzo was instrumental in marketing The Path to 9/11 to conservatives, writing in a blog post on September 2, „Make no mistake about what this film does, among other things: it places the question of the Clinton Administration’s culpability for the 9/11 attacks front and center … Bravo to Cyrus Nowrasteh and David Cunningham for creating this gritty, stylish and gripping piece of entertainment.“

When a group of leading Senate Democrats sent a letter to ABC CEO Robert Iger urging him to cancel The Path to 9/11 because of its glaring factual errors and distortions, Apuzzo launched a retaliatory campaign to paint the Democrats as foes of free speech. „Here at LIBERTAS we urge the public to make noise over this, and to demand that Democrats back down,“ he wrote on September 7th. „What is at stake is nothing short of the 1st Amendment.“ At FrontPageMag, Horowitz singled out Nowrasteh as the victim. „The attacks by former president Bill Clinton, former Clinton Administration officials and Democratic US senators on Cyrus Nowrasteh’s ABC mini-series „The Path to 9/11″ are easily the gravest and most brazen and damaging governmental attacks on the civil liberties of ordinary Americans since 9/11,“ Horowitz declared.

Now, as discussion grows over the false character of The Path to 9/11, the right-wing network that brought it to fruition is ratcheting up its PR efforts. Murty will appear tonight on CNN’s Glenn Beck show and The Situation Room, according to Libertas in order to respond to „the major disinformation campaign now being run by Democrats to block the truth about what actually happened during the Clinton years.“

While this network claims its success and postures as the true victims, the ABC network suffers a PR catastrophe. It’s almost as though it was complacent about an attack on its reputation by a band of political terrorists.