SATIRE

Joschka Fischer schreibt an ZEIT-Editor Dr. Theo Sommer

Dr. Alexander von Paleske -15.2. 2010— Die nachfolgende Mail wurde mir von einem ehemaligen Putzgruppenmitglied zugespielt.

Joschka (Joseph) Fischer
Ex-Aussenminister
Prominenten-Allee 68
Berlin

An:
Dr. Theo Sommer
ZEIT-Editor –at-large
Liberales Pressezentrum
Hamburg

Lieber Theo,

so darf ich Dich doch nennen,

Ich entwickele doch zunehmend das dringende Bedürfnis, wieder mehr in der Offentlichkeit wahrgenommen zu werden, scheinbar bedeutungsschwere Sätze aufzusagen, kurzum mit meinen politischen Weisheiten wieder Beachtung zu finden.

Da mein Hausarzt mir verboten hat, mich erneut dem Stress des Politikers auszusetzten, hatte ich erst einmal die Tätigkeit eines Klinkenputzers für Siemens und BMW übernommen. Leider kann diese Arbeit meine recht kräftig ausgebildeten narzisstischen Bedürfnisse und meine alpha-Tier-Mentalität nicht befriedigen, deshalb möchte ich anfragen, ob Eurerseits weiter das Interesse besteht, mich als Mitherausgeber bei Eurer Zeitung an Bord zu nehmen.

Nach den vielen Interviews und Artikeln, die ich bei Euch hinterlassen konnte, wurde mir das ja seinerzeit mal so signalisiert.

Ich könnte Euch sicherlich neue Leserschaften erschliessen, insbesondere durch meine reichhaltigen politischen Erfahrungen, durch tiefschürfende Analysen, durch meinen grossen Bekanntenkreis, meine ausgeprägte Imaginationskraft, und, nicht zu vergessen, meine grenzenlose Fexibilität, die es mir erlaubt, mich so vortrefflich an neue politische Situationen schnell anzupassen. Kurzum ich könnte mit einigen Pfunden wuchern. Und ich könnte, anders als in der rot-grünen Regierung nicht nur den Kellner, sondern den Koch spielen, und was für einen Koch, eine Art Chefkoch.
.

Böswillige Menschen würden mich mit der Romanfigur des „Fängers im Roggen“ , Holden Caulfield, versuchen zu vergleichen, dessen Autor, Jerome D. Salinger jüngst verstorben ist. Also einem Rebellen in der Jugendzeit der später sich anpasst, zu einem Blasierten, einem Verlogenen, zu einem Selbstbetrüger wird.

Aber ein derartiger Vergleich hinkt, was meine Person angeht, vorne und hinten. Denn ich war nicht nur Rebell, sondern putzmunterer Sponti und Putzgruppenguru, blasiert bin ich auch nicht und ich betrüge bestenfalls andere – politisch gesehen – aber nicht mich selbst.

Leider sieht mich aber der ZEIT-Herausgeber und Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt nach wie vor als politisches Leichtgewicht an, jedoch ist diese Einstellung völlig unzutreffend. In den letzen Monaten habe ich deutlich an Gewicht zugenommen, wie ich beim täglichen Wiegen auf der Personenwaage feststellen kann.

Mein Freund Josef
Insbesondere in dem Mit-Herausgeber Josef Joffe habe ich einen lieben Freund bei Euch und einen starken Fürsprecher.
Leider kann sich Josef gegen Helmut Schmidt (noch) nicht durchsetzen.

Ein Mann von Statur

Josef Joffe ist wirklich ein Mann von Statur und darüber hinaus auch ein erfreulich kritikloser Lobbyist Israels, was mir besonders imponiert.

Mein Freund Josef hat gerade in einer ZEIT-Randglosse die Innovationskraft des jüdischen Staates hervorgehoben und dessen rasche Erholung von der Rezession. Das sei beispielhaft . Richtig!

Geschafft worden sei dies auch gerade durch den Zuzug von immer mehr Einwanderern,insbesondere jungen Einwanderern nach Israel, vermerkt Freund Josef nicht ohne Freude.

Zur Zeit würden ja alle politischen Parteien Israels sich gegenseitig mit den Vorschlägen zur Anwerbung von noch mehr Einwanderern versuchen zu überbieten. Diese Neubürger würden dann oftmals gleich Startup-Firmen gründen. Sauber!

Was Josef vergass
Josef vergass aber das folgende zu erwähnen, vielleicht nur aus Platzgründen:
Die Unterbringungsfrage für diese neu Hinzugekommenen ist zum Glück kein Problem, weil Israel eine erfolgreiche Rauswurfpolitik gegenüber den Palästinensern nicht nur in der Westbank, sondern gerade auch in Ost-Jerusalem initiiert hat.

Zwar gibt es diese Politik nicht erst seit gestern, aber sie hat in der jüngsten Zeit so richtig an Fahrt gewonnen.
Entweder reissen die deren ohnehin minderwertige Gebäude ab mit der natürlich unzutreffenden Begründung, sie seien illegal errichtet, oder sie kaufen denen Grundstücke ab mit der Drohung, im Weigerungsfalle würde deren Grundstück einfach konfisziert. 180.000 Israelis konnten mittlerweile dank dieser Politik in Ost-Jerusalem angesiedelt werden. Sehr erfreulich.

Langfristig werden daher in diesem, den Israelis ohne jeglichen Zweifel seit biblischen Zeiten zustehenden Stadtteil, die Palästinenser in der Minderheit sein.

Damit stellt sich natürlich in absehbarer, und nicht erst in entfernt biblischer Zeit, nicht mehr die Frage, ob Ost- Jerusalem die Hauptstadt eines Palästinenserstaates ist. Eine jüdische Stadt kann ja wohl kaum von Palästinensern beansprucht werden.

Genosse Danny
Mein alter Kampf- und Wohngemeinschaftsgenosse Daniel Cohn-Bendit, Sohn eines jüdischen Rechtsanwalts, hat leider zu diesen Problemen immer noch eine andere Auffassung, weil er den Israelis in ihrem Verhalten gegenüber den Palästinensern eine Art Herrenrasse-Mentalität unterstellt.

Diese Auffassung habe ich im Laufe meines gesellschaftlichen Anpassungs- und reifungsprozesses in den 70er und 80er Jahren glücklicherweise über Bord geworfen. Ich muss Danny in der nächsten Zeit noch mal gehörig den Kopf waschen.

Keine ernsthaften Kritiker
Ernsthafte Kritiken an meiner Herausgeberschaft sind nicht zu erwarten, da meine grössten Kritiküsse, Rudolf Augstein und Günter Gaus, nicht mehr unter uns weilen.
Der FDP-Sponti Guido Westerwelle gehört mittlerweile zu meinem Freundeskreis.

Insbesondere dieser Gaus nannte mich den grössten Opportunisten, den er je kennengelernt habe, bloss weil ich ihm mal seine Talk-Show vermasselt habe.

Rudolf Augstein wiederum hatte sich erdreistet, folgendes zu sagen:

„Der Frankfurter Sponti und Sitzblockierer gegen die US Rakete Pershing, das grösste Schimpfmaul gegen den verbrecherischen Krieg der USA in Vietnam , wirft seine Vergangenheit hinter sich wie der Apostel Paulus und betet an, was er immer bekämpft hat: den Kriegskapitalismus“

Dann hatte er auch noch die Frechheit, mich als Rattenfänger zu bezeichnen, von dem man angeblich nicht wisse, in welches Rattenloch er seine grünen Kinder führen will (Peter Merseburger „Rudolf Augstein, der Mann, der den Spiegel machte“ 2007 Seite 525).

Ich hoffe, dass mein Wunsch bei Euch ZEIT-Leuten auf offene Ohren stösst und bald in Erfüllung geht. Ich kann es kaum erwarten.

Bitte sei mein Gast in meinem neuen grossen Haus, das ich kürzlich von meinem hart erarbeitetem Geld erwarb, wenn Du das nächste Mal wieder in Berlin bist – Mi casa su casa.

Aus Vorsichtsgründen habe ich das Haus auch Putzgruppen-sicher machen lassen.


Villa Joseph Martin (alias Joschka) Fischer

Hier noch einmal mein Lebenslauf, wie er auf der Website des AA zu finden war, als ich dort noch der Chef war.
Die 34 Jahre von 1948 bis 1982 habe ich seinerzeit unter den Tisch fallen lassen, weil sich da ja nun wirklich nichts Wesentliches abgespielt hat..

Freundschaftliche Grüsse aus dem kalten Berlin

Dein Joschka

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SATIRE

Grossphilosoph Peter Sloterdijk antwortet FDP-Westerwelle

Dr. Alexander von Paleske – Nachfolgende Mail kam als Kopie zu mir.

Grossphilosoph Peter Sloterdijk
(S)Think Tank Karlsruhe
Karlsruhe

An:
Spitzenpolitiker
Guido Westerwelle
FDP-Haus
Wolfgang Mischnick Gedächtnisplatz 1
Berlin

Lieber Spitzenpolitiker Westerwelle – darf ich das nächste mal Guido sagen? –

herzlichen Dank für Ihre aufmunternden Worte in Ihrem Brief vom 29.1. 2010.
Mittlerweile wurde mir als Resultat der von mir initiierten Diskussion ein Lehrstuhlangebot von einer hochrenommierten US-Universität, zur Ivy-League gehörend, gemacht. Es handelt sich um einen Lehrstuhl „Strategien zur Abwehr sozialromantischer Veränderungsversuche unter dem Deckmantel staatlicher Steuern“.

Und da sind wir beim Thema angekommen: Die Hartz IV-Debatte, die Sie in so erfreulicher Weise nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts angestossen haben. Da zeigt sich doch, was für ein ausgefuchster Politiker Sie in Wirklichkeit sind. Glückwunsch!

Politische Scharlatane
Erwartungsgemäss ging sofort das Wutgeheul der Linken, und derer, die sich dafür halten, los, als Sie vor sozialistischen Tendenzen bei der Armenfürsorge – Pardon Hartz IV – warnten.

Das war ja wohl auch so beabsichtigt. Dabei übersehen diese politischen Scharlatane, ob sie nun Grün-Künast, DGB-Sommer, Linke-Ernst oder SPD-Nahles heissen, gar nicht, dass es ja gerade der Zweck war, eine Debatte über Mindestlöhne zu unterdrücken, indem Sie diese linken Debattierer ins Leere laufen liessen.

Denn Mindestlöhne wären ja der einzige Weg, um zu verhindern, dass jemand, der am untersten Ende der Lohnskala liegt, letzten Endes weniger bekommt, als jemand, der vom Staat mit Hartz IV alimentiert wird. Und diesen sozialistischen Kokoloris, diese ekelhafte Gleichmacherei, wollen weder Sie noch ich.

So haben sich diese linken Herrschaften auf ihre angebliche Hartz-Kälte gestürzt, da kann man doch sehen, wie wenig die in Wirklichkeit durchblicken.

Die keifen und schimpfen über ihre wohlüberlegten Aeusserungen, nicht aber darüber, dass es noch keine Mindestlöhne gibt.

Wunderbar haben Sie das hingekriegt
Die Strategie der nächsten Wochen muss einfach bleiben, diejenigen, die noch Arbeit haben gegen diejenigen, die arbeitslos sind, auszuspielen. Am Ende dürfte dann das Thema Mindestlohn vom Tisch sein. Den Kredit, die Tür zu diesem Thema zugenagelt zu haben, können Sie dann für sich reklamieren.

Ihre Absturzwerte bei der Wählergunst sehe ich deshalb auch als äusserst temporär an. Wenn sich die Lage so weiterentwickelt, wird nämlich ihre Hauptklientel, also z.B. Aerzte und wohlhabende Rechtsanwälte, kurz gesagt die mittlere und obere Mittelschicht , sich, wie jetzt schon die Oberschicht, alsbald problemlos wieder Hausangestellte und Gärtner zu Niedrigstlöhnen leisten können. Diese Damen und Herren wissen natürlich ganz genau, wem sie das zu verdanken haben.

Empfehlungen an Exportminister Niebel
Bitte geben Sie auch meine besten Empfehlungen an Herrn Minister Dirk Niebel. Der hat in der ZEIT vom 4.2.2010, Seite 23 “Die Kappe bleibt“ , doch so richtig gut klargemacht, dass die Entwicklungshilfe in erster Linie dafür da ist, den deutschen Export auch in minderbemittelte Länder anzukurbeln und dieses Feld auf gar keinen Fall den neuen Exportweltmeistern aus China zu überlassen. Vielleicht sollten Sie alsbald eine Namensänderung in Erwägung ziehen. Ich denke da an „Ministerium zur Unterstützung der deutschen Exportoffensive“.


Heia (Export) Safari, Niebel im Kongo, ZEIT vom 4.2. 2010, Seite 23

Fotogen ist unser Dirk Niebel mit dieser Bundeswehr-Militärkappe auf seiner Afrikareise auch noch (Weitere Fotos hier). Da werden gleich positive Assoziationen an General von Lettow-Vorbeck geweckt, der einstmals mit seinen Askaris durch Ost-Afrika marschierte, und Heia Safari sang .

Wie oft sind wir geschritten
Auf schmalem Negerpfad,
Wohl durch der Wüste Mitten,
Wenn früh der Morgen naht.
Wie lauschten wir dem Klange,
Dem altvertrauten Sange
Der Träger und Askari:
Heia, heia, Safari.

Nur besonders Böswillige können Assoziationen mit dem deutschen Söldner Kongo-Müller herstellen.

Heia Safari gehörte auch noch zum Liedgut der Bundeswehr in den 60er Jahren, eine positive Traditionspflege, der sich offenbar auch Herr Niebel verpflichtet weiss. Sehr erfreulich.

Lieber Herr Westerwelle, Sie können darauf vertrauen, dass ich als prominenter intellektueller Leistungsträger und steuerlicher Leidensträger alles in meiner Macht stehende tun werde, um die von mir angestossene Diskussion am Laufen zu halten. Die für mich und meine Leidensgenossinnen und -genossen zum verdienten komfortablen Leben notwendigen Steuersenkungen lassen sich problemlos über Kürzungen im Gesundheitsbereich (für die Unterschicht) bewerkstelligen. Kopfpauschale muss die Devise heissen.

Glückauf mit der FDP

Ihr
Grossphilosoph Peter Sloterdijk

N.B. Beigefügt das von mir unterschriebene Beitrittsformular

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SATIRE

BILD-Diekmanns Glückwunschmail an Boris Becker

Dr. Alexander von Paleske
Die nachfolgene Mail erreichte mich heute morgen.

11.2. 2010
Kai Diekmann
BILD-Chefredakteur
Axel Springer-Gedächtnisplatz 1
Hamburg

Tennisstar Boris Becker
z.Zt. Portland-Clinic
London
UK

Lieber Boris,

erst einmal ganz herzlichen Glückwunsch zu Deinem neuen Nachwuchs. Das schaffen ja nicht viele: vier Kinder aus drei Beziehungen. Und dann das Idealgewicht: 3500 Gramm und die Idealgrösse: 59 cm.

Wir haben in der BILD-Chefredaktion alle diesem Ereignis entgegengefiebert und es wurden Wetten abgeschlossen, nicht nur ob es ein Junge oder Mädchen ist, sondern auch welchen Namen ihr beide Glücklichen wählen würdet.
Und dann das: Amadeus zu Deutsch Gottlieb. Wer hätte das gedacht, ein wirklich schöner Name, der gleich Assoziationen an Amadeus Mozart weckt. Vielleicht könntet ihr ja noch Johann Sebastian dranhängen.

Nomen est Omen, vielleicht wird ja mal ein grosser Musiker aus ihm. Dieser Name auch ist viel schöner als Noah, der Name Deines ersten Sohnes, den Du offenbar nach einem Tennisstar benannt hast, an den sich jetzt noch kaum noch jemand erinnert. Das war sehr kurzsichtig, denn nun assoziert jeder ihn mit dem biblischen Noah und der seinerzeitigen Hochwasserkatastrophe.

Danke, Danke
Danke auch, dass Du uns das enorm wichtige Ereignis wieder als Exklusivmeldung für unser Blättchen verfügbar gemacht hast. Ich habe dafür gesorgt, dass es überdimensional auf Seite 1 erschien zusammen mit Deiner wunderbaren Erklärung, dass Du dem Nachwuchs bedingungslose und aufopfernde Liebe versprochen hast. Das wird viele BILD-Leser zu Tränen rühren.

Strikte Anweisungen
Gleichzeitig habe ich die strikte Anweisung per Rundschreiben an meine Redakteure gegeben, dass alle Negativmeldungen über Dich, also wenn z.B. Deine Triebe Dich wieder einmal in eine Besenkammer führen sollten, über meinen Schreibtisch zu laufen haben.
Ohne persönliche Rücksprache mit Dir werden über Dich keinerlei Negativmeldungen in unserem Revolverblättchen veröffentlicht, und bei Positivmeldungen ist erst einmal zu prüfen, ob das Positive nicht noch journalistisch aufgebessert werden kann, das verspreche ich Dir.

Kolummne „Jetzt rede ich“
Bei dieser Gelegenheit wollte ich das Thema einer täglichen Kolummne noch einmal anschneiden „Boris Becker: Jetzt rede ich“.
Es sind so viele Themen, zu denen Du wirklich tiefschürfend substantiell etwas zu sagen hättest. Z.B. diese Bundestrainer-Löw Geschichte. Dieser Mann, und Bierhoff mit ihm, wurden einfach nicht anständig genug bezahlt. Offenbar orientieren sich diese falschen Fuffziger im Deutschen Fussballbund an den Hartz IV Tarifen, von denen einige das Bundesverfassungsgericht ja gerade für rechtswidrig erklärt hat.

Löw und Bierhoff sind vorläufig unersetzbar, auch wenn dieser „Kaiser“ Franz Beckenbauer anderer Meinung ist. Vorausgesetzt allerdings, dass sie und die Deutsche Nationalelf nicht wenigstens Platz Drei in Südafrika erreichen.

Lieber Boris, da ist Deine Meinung wirklich gefragt. Unsere BILD-Leser lechzen geradezu danach, wie ich von unserem BILD-Volks-Beirat, einer scheindemokratischen Institution, die ich erfunden habe, gerade wieder hörte

Anruf Merkel
Gerade hat mich Frau Bundeskanzlerin Merkel angesichts der zu erwartenden hohen Arbeitslosenzahlen gebeten, mehr „Panem et Circenses“ also Brot und Spiele zu bringen, um so von der düsteren wirtschaftlichen Lage abzulenken. Da könntest Du gerade mit Deiner Familie eine wichtige Rolle spielen, ähnlich wichtig wie die des Metzgergesellen und Derb-Primitiv-Witzchenreissers Schlag-Raab im Unterschichten-Fernsehen.

Ich schlage vor, dass ich einen meiner besten BILD-Fotoreporter für eine Familienrundreise abstelle, sobald die Schneekrise vorbei ist. Daraus machen wir dann eine BILD-Foto-Wohlfühl-Fortsetzungsserie

Ganz herzliche Grüsse an die überglücklichen Beckers! Ich freue mich mit Euch.

Dein BILD-Kai

Weiteres aus der Abteilung Satire
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Post für BILD-Diekmann
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FDP-Westerwelle schreibt an Grossphilosoph Sloterdijk

Dr. Alexander von Paleske – Die nachfolgende Mail des Grossen Politikers Guido Westerwelle an den berühmten Sozialphilosophen Peter Sloterdijk landete per Zufall in meiner Mailbox. Da ich sie hochinteressant finde, will ich sie gleich veröffentlichen.

29.1. 2010

Guidomobil Westerwelle
Wolfgang Mischnick-Gedächtnisplatz 1
Berlin

Grossphilosoph Peter Sloterdijk
c/o (S)Think Tank Karlsruhe
Karlsruhe

Lieber Grossphilosoph Sloterdijk,

Mit grosser Freude habe ich Ihren Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gelesen und die Diskussion in diversen Printmedien, wie zuletzt in der ZEIT vom 21.1. 2010 verfolgt, die Sie angestossen haben.

Ich kann Ihnen mit vollem Herzen zustimmen, dieser Sozialstaat ist ein Steuererpressungsstaat geworden, der völlig das Bedürfnis auf Seiten der Reichen und Superreichen erstickt hat, durch mildtätige Gaben auf sich aufmerksam zu machen und gleichzeitig die Leistungsträger, insbesondere die geistigen Leistungsträger wie Sie es ja nun wirklich einer sind, aber auch die Casino-Banker, bestraft. Das muss alles schleunigst geändert werden.

Zwar habe ich von einer Neuausrichtung, einer Denkwende, einer geistigen Generalüberholung gesprochen, aber habe einfach aus opportunistisch-politischen Gründen nicht ausführen wollen und können, was ich damit meinte.

Darüberhinaus war ich auch noch damit beschäftigt, den Wünschen des Herrn Finck von Moevenpick entgegenzukommen, der sich uns gegenüber doch so spendabel gezeigt hat. Das hat uns unter erfreulichen Zugzwang gesetzt. Deshalb bin ich so dankbar, dass Sie, Herr Grossphilosoph Sloterdijk, jetzt in die Offensive gegangen sind.

Steuern weg

Als erstes muss die Erbschaftssteuer verschwinden, denn ich will, dass z.B. die Quandts die Firma BMW in vollem Umfang kostenfrei ihren Kindern vermachen. Die müssen weiter dort das Sagen haben.

Auch denke ich, dass die Steuerzahler viel zu viel von ihrem hart erarbeitetem Geld abgeben müssen, insbesondere an diese faulen Hartz IV Empfänger. Das ist doch bei den notleidenden Grossbanken wesentlich besser aufgehoben.

Kirchen müssen ran
Ich denke, dass man die Kirchen auffordern sollte, in sozialen Brennpunkten, Suppenküchen aufzustellen. Ich bin gerne bereit, auch individuell zu helfen, wenn wirklich Not am Mann ist.

Als ein gutes Beispiel für uneigennützige Hilfe dank Reichtums fällt mir Frau BMW-Klatten ein, die einem armen Gigolo namens Sgarbi mit ein paar Millionen Euro aus einer Notlage half.

Zwangsarbeit im Arbeitshaus
Derartig mildtätige Gaben werden aber nicht reichen. Ich denke, wir müssen auch die Zwangsarbeit wieder einführen. Insofern gebe ich Herrn Roland Koch völlig recht, auch wenn ich das nicht öffentlich sagen kann. Natürlich nicht in der brutalen Weise, wie sie in den Fabriken z.B. der Quandts während Hitlers Herrschaft praktiziert wurde. Ich denke vielmehr an das Arbeitshaus, das leider mit der Reform des Strafrechts 1968 abgeschafft wurde.

Insbesondere Rosemarie Nitribitt fällt mir als gelungenes Beispiel durch Resozialisierung mit Hilfe der Zwangsarbeit im Arbeitshaus
ein. Die hatte sich als Folge der dortigen Erziehung seinerzeit prächtig weiterentwickelt und half einer ganzen Reihe von Industriellen, also unseren potentiellen Wählern, ihre geheimen Wünsche zu erfüllen, z.B. mit Hilfe der „asiatischen Schlittenfahrt“, hingebungsvoller Dienst an prominenten Kunden sozusagen.

Auch der Name von Frau Klattens Onkel , Harald Quandt, fand sich in ihrem Notizbuch. Sie durfte auch auf einer seiner vielen Parties im „Haus am Tümpel“ in Bad Homburg auftreten. Leider sollen dann einige Herren schleunigst das Weite gesucht haben.

Wiederentdeckung guter Einrichtungen
Armenhäuser, Waisenhäuser, Armenspitäler, Rauhe Häuser, das waren alles sehr segensreiche Einrichtungen, die man nur wiedererwecken müsste. Und deren Re-Etablierung wird dann automatisch mithelfen, die unerträgliche Steuerlast zu senken.

Lieber Herr Grossphilosoph Sloterdijk, ich hoffe, dass Sie das Thema am Kochen halten und sich nicht von dem geballten Geschimpfe der Sozialparasiten und Kommunisten beeindrucken lassen.

Weg mit dem Anspruchsdenken
Dieses verteufelte Anspruchsdenken in der Unterschicht muss einfach ausgemerzt werden. Anspruch auf Arbeit, Anspruch auf Mindestlohn etc, ich kann das einfach nicht mehr hören.

Das haben uns alles die Sozis eingebrockt. Insofern sind die Grünen da einfach erträglicher, weil die immer nur vom Umweltschutz reden, die sozialen Belange der Bevölkerung interessieren die zum Glück eher weniger, obgleich ja viele von denen mal Kommunisten waren.

Insbesondere mein Vor-Vorgänger im Amt, Joseph alias Joschka Fischer, steht mir als leuchtendes Bespiel gelungener Resozialisierung und Reintegration vor Augen, der sich nun nicht zu schade ist, für BMW und Siemens die Klinken zu putzen. Hut ab!

Nachahmenswerte Beispiele
Ich denke auch, dass Herr Drogerie-Schlecker mit gutem Beispiel vorangegangen ist, indem er Angestellte rausgeworfen und dann über eine Leiharbeitsfirma zu einem wesentlich geringeren Gehalt wieder eingestellt hat.
Ich kann nur hoffen, dass Lidl und Aldi zügig folgen. Ein wichtiger Schritt, die Inflation zu bekämpfen

Mindestlohn muss zum Unwort des Jahres 2010 werden. Arbeit zu bekommen muss als Gnade und der Lohn als Geschenk empfunden werden, für den man dankbar sein muss.

Danke, Danke
Lieber Grossphilosoph Sloterdijk, ganz herzlichen Dank noch einmal für die ideologische Rückendeckung. Das wird uns in der Steuerdebatte weiter beflügeln und guttun.

Beigefügt eine Beitrittserklärung zu meiner Partei, die ich bitte, unterschrieben an mich zurückzusenden. Ausserdem darf ich Sie fragen, ob Sie nicht für meine nächsten öffentlichen Veranstaltungen als Redenschreiber fungieren möchten.

MfG

Ihr

Guido Sozialmobil Westerwelle

Der Fall Susanne Klatten-eine Nachlese
Der Fall Susanne Klatten und die Presse
Kurzer Prozess für den Klatten-Gigolo?
Klatten-Gigolo Prozess: Grund zur Zufriedenheit?
Der Fall Susanne Klatten: Ein Strafprozess der prozessualen Erbärmlichkeiten?

Und aus der Abteilung Satire
Deutschbanker Ackermann schreibt an CSU-Seehofer
Horst Seehofer antwortet Josef Ackermann
Deutschbanker Ackermann stoppt Swapserei mit Kommunen?
Er ist wieder da – Hannibal aus Tripolis meldet sich zurück
Kai Diekmann und seine Menschelei
Post für BILD-Diekmann
Tony Blair: Ich will König von Europa werden
Clearstream–Prozess in Frankreich oder: Die Schlammschlacht geht weiter
Frankreich: Jahrhundertprozess und Liebesnovelle
Schluss mit den Angriffen auf Ulla Schmidt
Ministerin Ulla Schmidt: Nie wieder unter Hartz IV- Bedingungen leben

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Deutschbanker Ackermann stoppt Swapserei mit Kommunen?

Dr. Alexander von Paleske — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

20.1. 2010

Josef Feldherr Ackermann
Vorstand Deutsche Bank
-Zentrale-
Am Teufelsrad 1
Frankfurt (M) Ortsteil Krankfurt

Liebe Deutschbanker,

wir haben wieder mal ein hervorragendes Ergebnis eingefahren, dank unserer vielfältigen Spekulationsgeschäfte, vor allem international, aber auch national.

Leider müssen wir aber aus politischen Gründen ein Projekt stoppen, das hier unter dem Decknamen KVMAM lief.
Das ist, wie Ihr wisst, nicht die Abkürzung für die kassenärztliche Vereinigung Mannheim, sondern für „Kleinvieh macht auch Mist“.
Denn neben den grossen Spekulationsgeschäften, die wir unter der Abteilung Investmentbanking zusammenfassen, und die uns so viel Geld einbrachten, haben wir uns auch einen vergleichsweise kleineren, aber ganz und gar nicht unbedeutenden, Heimatmarkt für Spekulationsgeschäfte geschaffen, und zwar mit Städten und Gemeinden: Ich meine die Zockerei mit Zins–Swaps.

Dabei kam uns natürlich der Umstand zugute, dass die überwiegende Zahl der Städte und Gemeinden de facto bankrott ist. Und diejenigen, die es noch nicht sind, werden es aufgrund der Steuerkürzungen bei gleichzeitig steigender Aufgaben- und Ausgabenlast jetzt werden.

Aber da der Staat ja immer neue Kredite aufnehmen kann, notfalls später dann die Gelddruckpresse in Bewegung setzt, gab es selbst unter „Quelle-ähnlichen Bedingungen“ für uns noch eine ganze Menge Geld zu verdienen.

Ich bin meinen Mitarbeitern vor Ort ausserordentlich dankbar, dass sie so gute Ueberzeugungsarbeit geleistet haben und den angeblich verzweifelten Kämmerern unsere wohlklingenden Finanzprodukte wie „Spread- Ladder- Swaps“ andrehen konnten.

Mitleid völlig unangebracht
Einige unserer Mitarbeiter konnten allerdings ihr Mitleid nicht unterdrücken. Ich möchte bei dieser Gelegenheit noch einmal betonen, dass in unserer global operierenden Bank kein Platz für Weicheier ist. Wer seine Mitleidsgefühle nicht unterdrücken kann, sondern ausleben will, der soll bitteschön Sozialarbeiter werden.

Erfolg durch Vernebelung
Bei den erfolgreichen Zins-Swap Geschäften hat sicherlich auch geholfen, dass unser Produkt schwierig für Aussenstehende zu verstehen ist, während für uns das eigentlich ganz einfach ist: Die Gewinner sind unterm Strich immer wir. Insofern ist die Situation mit einem Casino, das ja auch letztlich immer der Gewinner ist, durchaus vergleichbar.

Aber die Stadtkämmerer wollten sich nicht die Blösse geben, keinen Durchblick zu haben, und das hat die Verhandlungen mit denen natürlich enorm vereinfacht. Da, wie geplant, die Sache in den ersten Monaten immer super lief – für die Gemeinden – und später, wie ebenfalls geplant, nur noch für uns, haben die auch noch ordentlich Mundpropaganda für uns betrieben, sodass wir förmlich überrannt wurden von Anfragen, die meistens dann mit einem Swaps-Geschäft endeten.
Nur der Vollständigkeit halber setzte ich noch einmal die Liste unseres Erfolges hier rein:

Hagen (51 Millionen Euro gutgemacht)
Neuss ( 16 Millionen).

aber auch

Würzburg
– Flensburg
Ravensburg
Göttingen
Solingen
Dortmund
Mülheim
Luebbecke
Pforzheim
– Kreis Borken

brachten sehr ermutigende Ergebnisse.

Allein in NRW haben mehr als hundert Gemeinden und Städte mitgemacht.

Hinzu kommen noch verschiedene Wasserwerke, Wohnungsbaugesellschaften und Abfallbeseitigungsbetriebe darunter die Ulmer Wohnungsbaugesellschaft und die Wasserwerke Südharz, wobei wir stolz darauf seien können, den Löwenanteil dieser Swap Geschäfte an Land gezogen zu haben und andere Banken, wie die Commerzbank, auf die Plätze verweisen konnten.

Vergeblicher Gang zum Gericht
Einige Gemeinden und Städte, darunter Solingen, Neuss und Ravensburg, nachdem die realisierten, auf was sie sich da eingelassen hatten, rannten zum Kadi. Aber unsere Rechtsabteilung hatte die Verträge so wasserdicht ausgearbeitet, dass die allesamt auf die Nase fielen bzw. noch fallen werden.

Lediglich bei einigen kommunalen Betrieben mussten wir wegen deren völliger Unbedarftheit gelegentlich eine Niederlage einstecken.

Der Grund, warum wir jetzt das KVMAM-Projekt stoppen müssen, liegt in einem drohenden Zusammenbruch der Kommunalversorgung, der schliesslich zu politischen Unruhen führen könnte.

Die Gemeinden haben leider auch noch sogenannte Cross- Border -Leasing Verträge (CBL’s) mit US-Firmen abgeschlossen, wobei sie ihr ganzes Tafelsilber wie Wasserwerke, Gebäude, Strassenbahnen etc. verkauft und dann zurückgemietet haben. So ein Quatsch. An den Folgen dieser Geschäfte werden noch unsere Kindeskinder leiden.

Banker brauchen keine Schwimmbäder…..

Zwar ist es für uns Banker unbedeutend, ob die Gemeinde noch ihr Schwimmbad unterhalten kann, oder nicht, weil wir ja fast alle eigene swimming pools haben, das gleiche gilt für die öffentlichen Bibliotheken. Wir leihen uns eh keine Bücher aus, wir kaufen sie, oder, wenn sie uns sehr feindlich gesonnen sind, lassen wir sie beschlagnahmen.

……Und keine Provinztheater
Auch auf diese Provinzbühnen sind wir Banker nicht angewiesen, weil sie einfach nicht unseren gehobenen Ansprüchen gerecht werden. Wenn wir gutes Theater oder gute Opern geniessen wollen, fliegen wir nach Wien oder Berlin.

Gegen die Schliessung dieser Provinz-Bauerntheater gibt es daher von unserer Seite keine Einwände. Ersatz bieten ja Kultur-Grusicals, wie Mama-Miau, oder reichlichst anspruchsloseste Klamauksendungen im Unterschichten-Fernsehen mit derb-primitiven Witzchen, wie die des Herrn Raab („Schlag den Quark“).
Dieser Kerl erinnert mich im übrigen mit seinem feisten Grinsen immer an einen Metzgermeister, der sich darüber freut, einem Kunden minderwertiges Fleisch angedreht zu haben.

Aber politische Unruhen sind das allerletzte, was wir jetzt brauchen. Deshalb dieser für uns doch recht schmerzhafte, aber politisch gebotene, Rückzug von der Swapserei mit den Kommunen.

In Verbundenheit

Josef „Feldherr“ Ackermann
Vorsitzender des Vorstands

Und Weiteres aus der Abteilung Satire
Deutschbanker Ackermann schreibt an CSU-Seehofer
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Kai Diekmann und seine Menschelei
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Zur Swapserei
linkDeutsche Bank-Swapsen in Würzburg oder: Wir zocken – Ihr zahlt
linkDefault Swaps oder: Die nächste Weltfinanzkrise rückt näher
linkWeltfinanzkrise – Staatsbank KfW zockte bei Swaps kräftig mit
linkDie Finanzkrise, Casinos und Zockerchips
linkDie Krise am Finanzmarkt und Swaps

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Horst Seehofer antwortet Josef Ackermann

Dr. Alexander von Paleske — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

19.1. 2010
Horst Seehofer
Bayerischer Ministerpräsident und
CSU-Vorsitzender
Franz-Josef –Strauss- Gedächtnisplatz 1
München

An
Josef „Feldherr“ Ackermann
Vorstand
Deutsche Bank
Am Teufelsrad 1
Frankfurt (M) – Ortsteil Krankfurt

Lieber Josef,

ganz herzlichen Dank für Deine E-Mail. Es hat mich doch ungemein getröstet, dass nun auch die austrische Regierung bluten muss.

Der Hypo-Alpe-Skandal wird noch wie ein Klotz am Bein für eine ganze Weile meine Regierungsarbeit behindern, weil die Opposition, anstatt sich spalten zu lassen, sich erdreistet hat, zusammen einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu beantragen.
.
Aber ich werde es wie auf der Titanic halten: Jeder für sich selbst und Gott mit mir allein.

Wenn der Ausschuss die Herren Faltlhauser, Beckstein und Stoiber an den Galgen liefert – so denn. Hauptsache, ich überlebe das politisch.

Ja, das ist wirklich bedauerlich, dass man Dich nicht vor dem Kauf der Hypo-Alpe konsultiert hat, denn Du wusstest ja von den gemeinsamen Jersey -Geschäften mit dieser Jörg-Haider-Skandal-Bank, auch Skandalpe genannt, wie wenig Sachverstand dort vorhanden war, so dass Ihr denen problemlos Schrottpapiere im Rahmen des gemeinsamen Projekts Carinthia I und Carinthia 2 unterjubeln konntet.

Aktion warmer Anzug
Leider werden wir uns in den nächsten Jahren sehr warm anziehen müssen, finanziell meine ich natürlich, und da bin ich auf Deinen sachverständigen Rat doch sehr angewiesen.

Mit dem Euro geht es ja nun bergab, und ich denke, dass die Zeiten der Euroausdehnung längst vorbei sind. Vielmehr geht es jetzt darum, Länder wie Griechenland, Island, Berlusconis Mafialand Italien und auch Spanien an die Kandarre zu nehmen und mittelfristig aus dem Euro-Dollar-Verbund hinauszuwerfen. Schliesslich können wir nicht mitansehen, wie diese Länder nicht nur ihre eigene Wirtschaft in die Tiefe reissen sondern uns damit auch.

Wir überlegen ganz ernsthaft, ob wir nicht die DM wieder einführen sollten. Ich denke dass eine dahingehende Entscheidung in circa zwei Jahren ansteht.
Bis dahin werden wir noch gewaltig Druck nach aussen machen, um solche ausgabefreudigen Länder wie Griechenland zur Raison zu bringen.

Fell über die Ohren
Andererseits dürfen wir natürlich selbst nicht vergessen, bei uns zu Hause den Rentnern und den Hartz IV Empfängern das „Fell über die Ohren zu ziehen“.

Leider hat sich mein Freund Schäuble heute verplappert, als er die Bevölkerung auf einen drastischen Sparkurs einstimmen wollte. Damit hätte er mal schön bis nach den Wahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai warten können. Aus seinem Politikerleben sollte er doch wissen, dass in der Politik Ehrlichkeit kurze Beine hat.

Sparvermögen halbieren
Das alleine wird aber nicht helfen, sondern parallel dazu werden wir die Gelddruckmaschinen in Gang setzen müssen.
Mir schwebt vor, das Sparvermögen unserer Bevölkerung in den nächsten drei Jahren zu halbieren, durch Inflation und Steuererhöhungen. Glücklicherweise ahnt die Bevölkerung nicht im entferntesten, wie katastrophal die Lage mittlerweile ist und wir werden ihr die Wahrheit auch nur in kleinen Dosen gestreckt über einen langen Zeitraum vermitteln.

Deswegen halte ich es für wichtig, dass von Seiten der Grossbanken unberechtigter Optimismus verströmt wird. Notfalls muss man eben auch die Bilanzen schönen.
Lass uns beide in engem Kontakt bleiben.

Ganz herzliche Grüsse von

Deinem Horsti

SATIRE

Deutschbanker Ackermann schreibt an CSU-Seehofer

Dr. Alexander von Paleske – Die folgende Mail erreichte mich über einen chinesischen Regierungshacker, dem es gelang, erfolgreich bei der Deutschen Bank einzubrechen.

18.01.2010

Josef Feldherr Ackermann
Deutsche Bank
-Vorstandsetage-
Am Teufelsrad 1
Frankfurt (M), Ortsteil Krankfurt

An
Horst Seehofer
Bayerischer Ministerpräsident
und CSU-Vorsitzender
Franz Josef Strauss Gedächtnisplatz 1
München

Lieber Horst,

mit grosser Sorge habe ich beobachtet, wie der Hypo-Alpe- Adria- Bank-Skandal Dir und Deinen getreuen Gefolgleuten von der CSU geschadet hat. Innerlich habe ich gekocht vor Wut, wie diese österreichische Verlust- und Skandalbank seinerzeit an den Freistaat Bayern bzw. dessen Landesbank verhökert wurde.

Hätte man doch mich nur gefragt, ich hätte von diesem Kauf strikt abgeraten.

Dank unserer Geschäftstüchtigkeit – wir streben ja nach wie vor eine Rendite von mindestens 25% an vorwiegend natürlich aus Spekulationsgeschäften – haben wir es geschafft, die österreichischen Bundesbahnen, auch ÖBB genannt, letztlich also den österreichischen Staat, um 295 Millionen Euro zu erleichtern und damit gleichzeitig der Skandal-Alpenrepublik eins auszuwischen. Das wird Dich sicher freuen.

CDO’s an die Bahn
Diese defizitären Eisenbahnen hatten nämlich bei uns Wettschulden – äh, ich meine Zahlungsrückstände – von ursprünglich mehr als 600 (612,9) Millionen Euro gehabt. Wir hatten es vor 5 Jahren geschafft, denen sogenannte CDO‘ s anzudrehen.

CDO’s sind Collateralized Debt Obligations, also Derivate, deren uferlose Ausgabe zusammen mit den Credit Default Swaps schliesslich zur Finanzkrise geführt hat. Bankenintern haben wir natürlich einen anderen Namen für diese Dinger. Bei uns heissen CDO’s „Collecting Devils Overcharge“.

Wir ahnten ja, dass es mit der Finanzkrise bald losgehen würde, und deshalb waren wir auf der Suche, wie wir unsere Kreditrisiken bzw. die Kreditausfallrisiken von bestimmten gefährdeten Firmen umladen und damit schleunigst loswerden konnten.

Erst die IKB
Zum einen fanden wir freudige Abnehmer bei der Industriekreditbank (IKB), seinerzeit Tochter der Staatsbank Kreditanstalt für Wiederaufbau. Ich hatte nach den für uns ausserordentlich positiv verlaufenden Verkaufsverhandlungen den Eindruck gewonnen, dass es sich da um einen Schnarchverein handelte, der offenbar gar nicht durchblickte, was für einen Schrott wir da abladen wollten, und wie bereits die Gewitterwolken der Finanzkrise sich zusammenbrauten.

Aber auf der anderen Seite gehörte ja die IKB-Bank über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) dem Staat, sodass zum Schluss alles dann auf den Steuerzahler umgeladen werden konnte. Daher konnte uns das dann letztlich egal sein.

Besonders freute uns natürlich, dass nach der Schrottabladung der Leiter (und Dampfplauderer) der Finanzaufsicht BaFin, Jochen Sanio, die IKB als „unbedenklich“ bezeichnete. Diese Feststellung hat in unserem Hause grosse Heiterkeit ausgelöst.

Dann die ÖBB

Zum anderen gelang es uns, bei den österreichischen Bundesbahnen Kreditrisiken in Höhe von mehr als 600 Millionen Euro im Jahre 2005 abzuladen.
Das war so eine Art „Hans im Glück Geschichte“, die ich gerne intern als beispielhaft für mutiges Bankgeschäft zum Besten gebe.

Die ÖBB bekam jährlich 3 Millionen Euro von uns zugesagt bis zum Jahre 2015, und im Gegenzug konnten wir gebündelte Kreditrisiken im Werte von mehreren Hundert Millionen Euro denen andrehen.

Die Damen und Herren von den austrischen Staatsbahnen blickten offenbar gar nicht durch, die hörten immer nur „jährlich 3 Millionen Euro“ und dachten offenbar, dass die Deutsche Bank denen das schenken würde, und wir liessen sie in dem Glauben. Aber wir sind nun wirklich kein Wohltätigkeitsverein.

Die wachten erst auf, als es nach der Finanzkrise „Zahltag“ hiess und an uns 612,5 Millionen Euro zu löhnen waren. Da fingen die dann an zu schreien und bliesen in ihre Alpenhörner. Aber das hat alles nichts genutzt. Pacta sunt servanda – Verträge müssen erfüllt werden.

Diese ÖBB -Schlafmützen riefen dann die Gerichte an, aber die Gerichte gaben uns in beiden Instanzen Recht, wie sich das so gehört.

Nun haben wir uns geeinigt, und denen Rabatt gegeben, aber es bleiben immer noch schlappe 290 Millionen für unseren Geldsack. Wir wollten durch unsere Grosszügigkeit schliesslich auch verhindern, dass dort ein zweiter Andreas Hofer heranwächst, der dann zum Sturm auf die ausländischen Banken aufruft.

Ich habe denen empfohlen, in den Speisewagen nur noch halbe Portionen zum gleichen Preis anzubieten, auch noch dazu ein Beitrag zur Bekämpfung von Fettsucht und Diabetes.

Herzliche Grüsse von Bankfurt nach München

Dein Josef

Die Antwort von Horst Seehofer findet sich hier

Und Weiteres aus der Abteilung Satire
Er ist wieder da – Hannibal aus Tripolis meldet sich zurück
Kai Diekmann und seine Menschelei
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Tony Blair: Ich will König von Europa werden
Clearstream–Prozess in Frankreich oder: Die Schlammschlacht geht weiter
Frankreich: Jahrhundertprozess und Liebesnovelle
Schluss mit den Angriffen auf Ulla Schmidt
Ministerin Ulla Schmidt: Nie wieder unter Hartz IV- Bedingungen leben

Links zu „erfolgreicher“ Geschäftstätigkeit der Deutschen Bank
linkProstituierte, Parties, Pferderennen, Penny Stocks, Deutsche Bank in Toronto und Khashoggi
linkDeutsche Bank-Swapsen in Würzburg oder: Wir zocken – Ihr zahlt

Links zur IKB und Bankenaufsicht
Noch mehr Milliarden Euro Bürgschaften oder: Vorwärts mit der IKB
Finanzkrise, Bankenkrisen, Kleinanlegerbetrug – Hat die Finanzaufsicht BaFin versagt?
Finanzgauner, ihre Opfer und die BaFin
linkDie Grossbanken und der Staatsanwalt


Links zum Hypo-Alpe Skandal

linkHypo-Alpe-Skandalbank – Am Ende Sozialisierung der Verluste
linkVerlustbank BayernLB zahlt weiter: Noch eine Milliarde Euro an die Hypo- Alpe
linkHypo Alpe Adria und BayernLB – Haben die Flick -Erben mitverdient?
linkHypo-Alpe-Adria-Bank – vorwärts abwärts
linkVon Milliardengrab zu Milliardengrab: BayernLB-Tochter Hypo- Alpe Adria hat neuen Vorstand
linkBayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria – Reicht mir die Hand, meine Skandale

SATIRE

Hallo Wildbad Kreuth, hier Bulawayo/Simbabwe

Dr. Alexander von Paleske

Hallo ist dort Wildbad Kreuth, wie ist die Stimmung vor dem grossen CSU-Palaver?

Wildbad Kreuth: Die Stimmung ist bombig – wie vor einem Bombenanschlag. Alle suchen nach dem Notausgang, der zu den goldenen Strausszeiten führt.

Gibt es denn mehrere Notausgänge?

Ja, mehrere. Der eine trägt das Schild „Weg mit Seehofer“.
Der nächste „Wir, die CSU wollen einen Vizekanzler“ , weiter dann ein Ausgang mit dem Logo „Hypo-Alpe-Bank Profiteure an den Galgen“ Dann weiter „Schluss mit der Merkelei“ und schliesslich der letzte „Weg mit dem 35% Umfrageergebnis“.

Das sieht doch ganz ordentlich aus. Also nicht so wie auf der Titanic.

Ja, aber die Notausgänge sind alle verschlossen, die Schlüssel nicht auffindbar so muss also mit vereinten Kräften ein Notausgang zusammen geöffnet werden.

Kann man sich denn einigen?

Ja, eigentlich für „Galgen für die Hypo-Alpe Profiteure“, aber auch wieder nicht.

Wo ist das Problem?

Wenn man erstmal anfängt, Banker und Profiteure zu bestrafen, ist als nächstes die ganze Bankenwelt dran. Das kommt auf gar keinen Fall in Frage. Die CSU ist und bleibt marktorientiert.
Deswegen ist es wahrscheinlicher, dass man sich auf „Weg mit dem Umfrageergebnis“ einigt und weiter nach dem Schlüssel für „Schluss mit der Merkelei“ sucht.

Was spricht denn gegen die Tür „Weg mit Seehofer“?

Ja, dahin würden viele rennen, aber die geht nur auf, wenn man sie mit der Tür „Ein Vizekanzler für die CSU“ verbinden würde, sodass wir ihn nach Bonn, Pardon Berlin, abschieben könnten. Hier haben wir einfach keine anderweitige Verwendung mehr für ihn.

Vielen Dank für den Stimmungsbericht von diesem traditionsreichen Ort.

Und Weiteres aus der Abteilung Satire
Er ist wieder da – Hannibal aus Tripolis meldet sich zurück
Kai Diekmann und seine Menschelei
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SATIRE

Er ist wieder da – Hannibal aus Tripolis meldet sich zurück

Dr. Alexander von Paleske –01.01. 2010 — Bereits im August hatten wir über Hannibal, den hoffnungsvollen Schreckens-Spross aus dem Hause Muammar Gadaffis, seines Zeichens Herrscher von Libyen, berichtet, und welche Probleme die Schweiz diesem Herrn aus hohem Hause bereitet hatte:
Festnahme nicht nur Hannibals sondern ausserdem seiner hochschwangeren Frau. Die hatte sich zur Niederkunft in die Schweiz begeben, weil sie offenbar den medizinischen Einrichtungen in ihrem Heimatland nicht traute.

Hannibal soll die Hausangestellten verdroschen, und seine Frau, trotz fortgeschrittener Schwangerschaft, ihm dabei geholfen haben.
Aber, anstatt die Frau zur Vorbereitung der Niederkunft ins Krankenhaus, schaffte die schweizer Polizei die beiden ins Gefängnis – vorübergehend – wofür die Schweiz einen hohen Preis bezahlen sollte.

Vater Gadaffi sah sich gezwungen, die Schweiz für dieses unglaubliche Vorgehen zu bestrafen: Er zog sein Taschengeld von den verschwiegenen schweizer Banken ab, schlappe 5 Milliarden Fränkli, stellte die Erdöllieferungen ein und setzte zwei schweizer Geschäftsleute fest, ganz in Uebereinstimmung mit dem libyschen Landrecht, was leider in vielen Teilen sich deutlich vom schweizer Strafgesetzbuch unterscheidet.

Ausserdem brach Gadaffi die diplomatischen Beziehungen mit der Schweiz ab.

Fotos für das Verbrecheralbum
Die schweizer Polizei machte ausserdem noch Fotos von Sohn und Schwiegertochter Muammar el-Gaddafis für die Verbrecherkartei, und diese Fotos landeten dann später in dem Printmedium Tribune de Geneve.

Aber diese rechtswidrige Veröffentlichung könnte diese Fotos zu den bisher teuersten für die Schweizer Postille machen. Hannibal, gestützt diesmal nicht auf das libysche Landrecht, sondern das schweizer Zivilgesetzbuch, klagt wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts: 100.000 Franken Entschädigung sollen es sein.

Hannibal langt zu

Während seine Anwälte den Gerichtsweg vorbereiten, ist Hannibal wieder in Europa unterwegs, diesmal in London.

Aber anstatt zusammen mit seiner Gemahlin den einmaligen Blick auf den Buckingham Palast zu geniessen, oder in Madame Tussauds Etablissement unter anderem auch seinen Vater oder Adolf Hitler in Wachs zu bestaunen, kann Hannibal das Prügeln offenbar nicht lassen. Er versprügelte nach Presseberichten diesmal nicht Angestellte, sondern seine eigene Frau. Hatte die sich ungebührlich gegenüber ihrem Ehemann aufgeführt?

Grossbritannien ist nicht die Schweiz
Wieder wurde die Polizei gerufen, aber die britische Polizei hatte offenbar aus den Vorkommnissen in der Schweiz gelernt. Statt den Gefängniswagen zu rufen, in Deutschland auch „Grüne Minna“ genannt, benachrichtigte die britische Polizei die libysche Botschaft, auch „Volksbüro“ genannt, und forderte einen standesgemässen Transport von dort an, der auch prompt bereitgestellt wurde.

Hannibals Gemahlin landete dort, wo sie eigentlich schon in der Schweiz auch hingehört hätte: im Krankenhaus.
Dort kümmerte man sich rührend um sie, versorgte ihre blutende Nase, auch das Nasenbein schien gebrochen, und lauschte ihrer Geschichte, wonach sie unglücklich gestürzt sei.

Muammar Gadaffi dürfte hocherfreut sein, wie wohltuend sich doch das Vereinigte Königreich in der Behandlung von selbst gewalttätigen Ausländern von der Schweiz unterscheidet. Das könnte sich positiv in der Berücksichtigung britischer Firmen bei Auftragsvergaben auswirken, zumal in Grossbritannien, anders als in der Schweiz nach dem Volksentscheid, die Minarette weiter in den Himmel wachsen dürfen.

Ja, es sieht ziemlich düster aus für die Schweiz.
Die schweizer Geschäftsleute sitzen immer noch in Libyen fest, im Januar sollen sie wieder vor Gericht erscheinen.

Vielleicht sollte der schweizer Bundesrat Merz ein zweites Mal nach Libyen reisen, um sich diesmal für die Weitergabe der Polizeifotos, und vor allem für den Ausgang des Minarett-Volksentscheids zu entschuldigen.

Hannibal aus Tripolis oder: Ein schweizer Bundespräsident auf Canossa-Reise

Und Weiteres aus der Abteilung Satire
Kai Diekmann und seine Menschelei
Post für BILD-Diekmann
Tony Blair: Ich will König von Europa werden
Clearstream–Prozess in Frankreich oder: Die Schlammschlacht geht weiter
Frankreich: Jahrhundertprozess und Liebesnovelle
Schluss mit den Angriffen auf Ulla Schmidt
Ministerin Ulla Schmidt: Nie wieder unter Hartz IV- Bedingungen leben

SATIRE

Kai Diekmann und seine Menschelei

Dr. Alexander von Paleske — 28.10. 2009 — In einer Hamburger Zeitung des Springer Konzerns gibt es eine regelmässige Kolumne „Menschlich gesehen“ Daran muss wohl der Kai Diekmann, das “ Herrchen“ von Axel Springers „Kettenhund“ wie der Autor Michael Juergs in seinem Buch „Der Fall Axel Springer“die BILD bezeichnete, gedacht haben, als er beschloss, Blogger zu werden. Wenn auch vorerst nur für 100 Tage.

Mit der Internet-Welt auf Du und Du
Da konnte ich einfach nicht widerstehen und musste ebenfalls einen Blick auf diesen Diekmann Blog werfen

http://www.Kaidiekmann.de

Motto Diekmanns: „Ich bin doch gar nicht so schlimm, wie die Schlagzeilen meiner Bild-Postille vermuten lassen“.

Er nimmt sich im Blog etwas auf den Arm, menschelt also richtig und wettert mit schwarzem Humor gegen alles, was links ist oder wie Links aussieht, also die TAZ.

Lobende Worte gab es in der Presse über diese Internet-Menschelei aber nicht nur.

Da aber eine Kommentarspalte eingeräumt war, wollte ich die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, ein paar warme Worte an den Bannerträger des deutschen Qualitätsjournalismus zu richten. Hier eine etwas erweiterte Fassung meiner Diekmann -Nachricht

Sehr geehrter Herr Diekmann,

das ist eine richtig grossartige Idee. Sich selbst nicht ganz ernst nehmen, die anderen, insbesondere die vom linken Spektrum auf den Arm nehmen, und sich als absolut menschlich darstellen, so als wären Sie selbst ein bloggender BILD-Leser und nicht ein gnadenloser BILD-Macher.

Vielleicht haben Sie nach diesem Rollenwechsel auch schon so viele blaue Flecken wie Ihr Gründervater Axel Springer sie haben musste, nachdem er morgens im Bett lag und die BILD las und daraufhin immer wieder mal aus dem Bett fiel, wie Ben Witter seinerzeit in der ZEIT berichtete.
Aber vermutlich kann Ihnen das nicht passieren, weil Sie , wie ich vermute, jetzt für 100 Tage vorsichtshalber auf einer Matratze ohne Bett schlafen.

Richtig beeindruckt hat mich der BILD-Volks-Beirat, der ja kürzlich wieder bei Ihnen zum grossen Palaver und gutem Essen angetreten war. Das vermittelt doch dem Leser ein richtiges Gefühl von Pressedemokratie der BILD-Lesergemeinde und man kann als BILD-Macher ohne Meinungsforscher hören, was dem BILD-Leser an der Bild so richtig gefällt, und was er noch aufregender dargestellt wissen möchte.. Glückwunsch !

Afrika ohne BILD
Ich bedaure sehr, dass wir hier in Afrika keine BILD-Zeitung kaufen können. Dann würde der Tag so richtig mit einer „Das gibts doch gar nicht“ Schlagzeile beginnen. Gibts ja oft genug auch nicht. Aber was ist schon ein neuer Tag ohne einen richtigen BILD-Aufmacher.
Afrika muss Ihr Firmengründer Axel der Erste glatt vergessen haben.

Bloggen gegen die Auflagen-Depression
Schlimme Zeiten sind das. Die Auflage sinkt, das Internet breitet sich aus, die Anzeigen nehmen ab, da muss man einfach gegensteuern.

Wenn schon die blutrünstigen Schlagzeilen einfach nicht mehr zu steigern sind, die journalistische Qualität nicht weiter gesenkt werden kann, Appelle an die Emotionen, „Presse-Scheindemokratie“, Draufhauen, offensives Kämpfen gegen das Unrecht u.s.w nicht mehr helfen, den Leser an den Kiosk zu locken, darf man als BILD-Macher sich eben nicht scheuen, auch zu unkonventionellen Massnahmern zu greifen. Das ist man den potenziellen BILD-Lesern einfach schuldig.

Früher begab sich Axel der Erste unter das Volk und verkaufte kleine Anstecker mit dem Brandenburger Tor, was ihm später den Spitznamen eines „Brandenburger Toren“ einbrachte.

So etwas kann man von ihnen nicht verlangen. Nicht nur weil das Tor ja mittlerweile offen ist. Wozu haben wir denn jetzt virtuelle Marktplätze die auch noch den Vorteil haben, dass man dort nur verbal aber nicht physisch von links angepöbelt werden kann. Und solche Pöbeleien kann man mit der Löschtaste einfach wegdrücken.
Daher kann ich Ihren Bloggerstart gut nachvollziehen.

Und mit dem Bürgerjournalismus, der die Qualität des BILD-Journalismus nur schwerlich unterbieten kann, hat die Zahl der BILD-Nachrichten-Zuträger offenbar schlagartig nachgelassen. Statt an Sie und Ihre vortreffliche Meinungs-Mannschaft schreiben die jetzt einfach auf Blogs. Unerhört.

Z.B. Arctic Sea
Nehmen wir doch mal die Arctic Sea Kaperung . Leider aus Ihrer Zeitung verschwunden, weil nun klar ist, dass dies nicht böse Piraten waren, sondern der Mossad. Erst vorgestern hat ein Herr Ruehle in der Welt, Ihrer Schwesterzeitung, das zugestanden.

Sie wussten das ja sicher längst, weil sie einen Draht zu den Geheimdiensten haben, und die Ihnen das ja wohl alles natürlich längst gesteckt hatten.. Aber offenbar wollten Sie diese Nachricht nur in der Form der BILD-Null-Reportage bringen. Viel besser verkauft sich doch eine richtig gruselige Piraten-Karibik-Story ganz in der Nähe nach dem Motto „Forget the facts, push the story“ oder irre ich?

Ein altes Gedicht
Immer wenn ich an Ihre Zeitung denke, fällt mir im übrigen das alte Gedicht ein:

—– Willst Du das Zeitgeschehen erfassen,
—– Dich irgendwie unterrichten lassen
—– Dann kauf Dir statt ner Chesterfield
—– viel lieber doch die Bild
—– Massenmord im Schneegestöber
—– Rattengift in Gänseleber
——14 Tote, Zug entgleist
—– Bundeskanzler abgereist
——Gattenmord im Ehebett
——Verbrennungen mit Speisefett
—— Vater Mutter Greis und Knabe
—— warten auf die Bildausgabe
—— für jeden gibt es was zu lesen
—– Totschlag mit dem Küchenbesen

Schliesslich:

——Von der Zeitung tropft das Blut
——Doch die Bild ist g…

Nein natürlich nicht gut sondern schlecht. Menschlich hin Menschlich her. Wie sagte doch der Journalist des Jahrhunderts, Rudolf Augstein, über BILD: Eine Zeitung, die von 5 Millionen Deutschen gelesen wird , muss schlecht sein. Vielleicht wird sie mit weiter fallender Auflage ja besser?

Egal, weiterhin viel diabolischen Spass beim Menscheln, beim Bloggen, beim Draufhauen, beim Schlagzeilen-Erfinden, beim Kampf gegen die fallende Auflage und bei der Verteidigung des Bild-eigenen Qualitätsjournalismus..

MfG

Dr. Alexander von Paleske
Leitender Arzt
Gaborone/Botswana
Ex Rechtsanwalt beim Landgericht Frankfurt (M)

Weiteres aus der Abteilung Satire

Tony Blair: Ich will König von Europa werden
Clearstream–Prozess in Frankreich oder: Die Schlammschlacht geht weiter
Frankreich: Jahrhundertprozess und Liebesnovelle
Schluss mit den Angriffen auf Ulla Schmidt
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Hannibal aus Tripolis oder: Ein schweizer Bundespräsident auf Canossa-Reise