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Clearstream–Prozess in Frankreich oder: Die Schlammschlacht geht weiter

Dr. Alexander von Paleske – Es ist Zeit nachzuschauen, was sich in dem Gossenprozess, auch Jahrhundertprozess genannt, weiter getan hat.

Ex-Premier Dominique de Villepin beteuerte gestern erneut seine Unschuld, wortreich und eindringlich, diesmal nicht vor dem Gerichtsgebäude sondern im Gerichtssaal. Nicolas Sarkozy, seines Zeichens gelernter Jurist, schenkte aber den Beteuerungen des Dominique de Villepin offenbar keinen Glauben und hat stattdessen zu einem weiteren Schlag ausgeholt.

Sarkozy ist in dem Prozess ja auch Nebenkläger, gleichzeitig Präsident aller Franzosen, und wir staunen, wie fabelhaft er diese Rollen unter einen Hut bringt. Jetzt hat er sich offensichtlich auch gleich noch zum Gerichtsvorsitzenden bestellt.

Das Gericht hat noch nicht einmal mit der Zeugenvernehmung begonnen, da erklärte Präsident Sarkozy in einer Fernsehansprache die Angeklagten schon für schuldig. Und anders als in einem normalen Strafprozess hat er vor seinem nunmehrigen Schuldspruch bereits die Strafe verkündet: „Am Fleischerhaken aufhängen“.

Diese Ruck-Zuck Vorgehensweise und Multifunktionalität des Präsidenten und Juristen wird sicherlich auf grosses Verständnis stossen. Sarkozy weiss, wie teuer heutzutage die Strafprozesse sind.

Angesichts der Milliarden, die in den Bankensektor gepumpt wurden, muss man einfach auf die Kostenbremse drücken. Gewaltenteilung hin, Gewaltenteilung her. Schliesslich hat die französische Geschichte ja erfolgreiche Beispiele parat, z.B. Monarch Ludwig der XIV, wie gut das funktioniert: L’état, c’est moi. Genau.

Vielleicht dürfen wir dann bald mit Stellenanzeigen für Hofmarschälle, Hofschranzen und Mätressen rechnen

Da war der ehemalige Kanzler Schröder in Deutschland ja vergleichsweise harmlos. Der sagte nur öfter mal basta, dabei bliebs.

De bello gallico – Fortsetzung darf erwartet werden.

Frankreich: Jahrhundertprozess und Liebesnovelle
Clearstream ein Megaskandal in Frankreich
Elf – oder Sprit für Bestechungen im Grossformat

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Frankreich: Jahrhundertprozess und Liebesnovelle

Dr. Alexander von Paleske — 21.9. 2009 — Nach den unerfreulichen Meldungen über den Jahrhundert-Strafprozess in Frankreich, der heute begann, auch wir mussten diesem Verfahren zwei Artikel widmen, gab es aus dem Land der feurigen Liebhaber nun wirklich auch Positives zu berichten.

Nein, ich meine nicht, wie Ex-Premier Dominique de Villepin sich vor dem Gericht samt Familie aufbaute und im Brustton der Ueberzeugung seine Unschuld proklamierte. Das erinnert doch einfach zu fatal an das schlechte Benehmen des Deutschbankers und Feldherrn Ackermann im Strafprozess um Mannesmann. Solche Vulgärheiten können einfach keine Freude auslösen.

Ein Ex-Präsident verweigert sich
Ich hatte auch erwartet, dass der ehemalige Staatspräsident Chirac seinem einstmals treuen Vasallen zu Hilfe eilen würde und dessen Unschuld bezeugt.

Nein, Chirac hat sich einfach geweigert als Zeuge aufzutreten.
Das kann man verstehen, denn schliesslich könnte ja auch noch sein Zusatz-Altersruhegeld in Höhe von 46 Millionen US Dollar, auf einer japanischen Bank deponiert, das er sich mit dem Fregattenverkauf von der Firma Thales an Taiwan doch redlich verdient hatte, noch zur Sprache kommen. Insbesondere die peinliche Frage, ob seine Frau einen Teil davon für Schuhkäufe ausgegeben hat..

Das hat es ja noch nie gegeben, da könnte ja jeder kommen, wo kämen wir denn dahin.

Intriganten an den Fleischerhaken
Und dann diese vulgäre Aeusserung des Herrn Präsidenten Sarkozy vor Prozessbeginn, dass er den oder die Intriganten „am Fleischerhaken aufhängen wolle“.
Stammt der Herr aus einer Metzgersfamilie? Er sollte doch wissen, dass in Frankreich mit der Guillotine geköpft wird, aber nicht am Fleischerhaken aufgehangen wird.

Nein, das ist doch alles nahe oder in der Gosse. Und nach einem Stossseufzer „Oh mon dieu“ fiel dann mein Blick auf die folgende Meldung, die alle meine positiven Einstellungen über Frankreich wiederherstellte.

Denn rechtzeitig zum Gossenprozess, pardon: Jahrhundertprozess, veröffentlichte der frühere Präsident Giscard d’Estaing ein neues Buch, das in der rechtsliberalen Zeitung Figaro vorabgedruckt wurde, sozusagen ein Veilchen neben dem Prozess-Stinkbovist. Titel: Die Prinzessin und der Präsident. Auszug:

„Die Prinzessin und der Präsident“ beschreibt die leidenschaftliche Liebe zwischen einem französischen Staatschef namens Jacques-Henri Lambertye und einer walisischen Prinzessin namens Patricia, die sich beim Abschlussdiner nach einem Gipfeltreffen der G-7 in London begegnen.
Als er seinen Stuhl zurückgeschoben habe, damit die Prinzessin ihren Platz einnehmen könne, habe sie ihm „einen Seitenblick“ zugeworfen, schreibt der erfundene Staatschef in Ich-Form in dem Buch. Ihr fragender Blick aus „schiefergrauen Augen“ traf ihn demnach auch, als er ihre Hand küsste. „Mein Kopf stand in Flammen und mein Herz zitterte vor Glück, als ich in den Elysée zurückkam und die Stufen hochging“, lässt Giscard d’Estaing seinen Helden erzählen.
„Zwei Wochen vor meiner Hochzeit hat mein künftiger Mann mir gesagt, dass er eine Geliebte hat und entschlossen sei, die Beziehung zu ihr auch nach der Heirat fortzuführen“, lässt der Altpräsident die britische Prinzessin sagen – wer würde an dieser Stelle nicht an Prinz Charles und seine zweite Frau Camilla denken, mit der er jahrelang, auch während der Ehe mit Diana, eine Liebschaft unterhielt.

Ja, da kann man doch befreit aufatmen, Es gibt es also doch noch, dieses Frankreich, voll feuriger Liebhaber, wo die Liebe regiert und nicht der schnöde Mammon. Wo der Seitensprung zelebriert und deutsches Sauerkraut verachtet wird
Vive la France, Vive L’Amour

2 Kommentare
Dr. Carsten Spannhuth (Gast) – 22. Sep, 21:34
choucroute
Da ich in Paris lebe, muss ich doch einwerfen, dass Sauerkraut hier durchaus nicht verachtet wird. Es ist vielmehr von September bis Mai, roh oder gekocht, in jedem Supermarkt und in jeder Fleischerei erhältlich, die auf sich halten. Aber vielleicht wird ja nur „deutsches Sauerkraut“ verachtet, und französisches nicht?

dreamcatcher-traumfaenger (Gast) – 25. Sep, 22:02
Vielen Dank für den guten Artikel

Clearstream ein Megaskandal in Frankreich
Elf – oder Sprit für Bestechungen im Grossformat

……und aus der Abteilung Satire

Schluss mit den Angriffen auf Ulla Schmidt
Ministerin Ulla Schmidt: Nie wieder unter Hartz IV- Bedingungen leben
Hannibal aus Tripolis oder: Ein schweizer Bundespräsident auf Canossa-Reise

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Die „Arctic Sea“, ihre Fracht und Radio Eriwan

Dr. Alexander von Paleske – Bei unseren Recherchen über die Ladung der Arctic Sea kommen wir im Augenblick nicht so recht vom Fleck.

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hat heute versichert, auf dem Schiff, das zur Zeit zum Schwarzmeerhafen Noworossijsk geschleppt wird, würden sich keine Raketen befinden.

Demgegenüber berichtete die britische Sonntagszeitung Sunday Times unter Berufung auf israelische Geheimdienstkreise, der Mossad hätte hinter der Kaperung gestanden, weil Teil der Ladung des Schiffes hochmoderne Flugabwehrraketen seien, die an den Iran geliefert werden sollten, was weitgehend unseren von Anfang an geäusserten Vermutungen entspricht.

Anfrage an Radio Eriwan
Die Station Radio Eriwan beantwortete zur Zeit des Kalten Krieges Anfragen besorgter Bürger in der ehemaligen Sowjetunion.

Wir haben uns deshalb mit einer Anfrage dorthin gewandt:

Frage: Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Ladung der Arctic Sea und dem Aussenminister Lawrow?

Antwort Radio Eriwan: Ja durchaus, Teil der Ladung der Arctic Sea ist Holz und der russische Aussenminister befindet sich auf dem Holzweg.

Weitere Frage: Können wir von der russischen Regierung eine volle Aufklärung in Sachen „Arctic Sea“ erwarten?

Antwort Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber nur wenn man Mikhail Wojtenko zum russischen Aussenminister macht.

Das dürfte im Augenblick etwas schwierig sein, weil der Journalist und Experte für Piratenüberfälle, Wojtenko, sich auf der Flucht befindet. Er hatte als Erster nicht nur auf die Kaperung des Schiffes aufmerksam gemacht, sondern auch Zweifel an den offiziellen Angaben über die Ladung geäussert.

Nach telefonischen Drohungen flüchtete er zunächst in die Türkei und nun weiter nach Thailand.

Warten wir also erst einmal weiter ab.

Die Kaperung der Arctic Sea – oder: Windiges aus der russischen Seefahrt
Die Kaperung der Arctic Sea: Fakten, Indizien, Spekulationen
Arctic Sea“- Kaperung: Indizien deuten auf Geheimdienstaktion – vermutlich Mossad – und nicht Piraten
Arctic Sea – Die Besatzung ist frei, die Fragen bleiben
Geheimdienste in das Verschwinden der „Arctic Sea“ verwickelt?

……und aus der Abteilung Satire

Schluss mit den Angriffen auf Ulla Schmidt
Ministerin Ulla Schmidt: Nie wieder unter Hartz IV- Bedingungen leben
Hannibal aus Tripolis oder: Ein schweizer Bundespräsident auf Canossa-Reise

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Schluss mit den Angriffen auf Ulla Schmidt

Dr. Alexander von Paleske – 1.9. 2009 — Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ist wieder Angriffen ihrer politischen Gegner ausgesetzt. Das muss jetzt aufhören.

In den Jahren 2004-2008 soll sie, genau so wie dieses Jahr in Spanien, ihren Dienstwagen im Urlaub benutzt haben. Zu Recht!

Die Kritiküsse sollten Verständnis dafür haben, dass sie den Dienstwagen benutzt, nach dem sicherlich nachwirkenden Trauma des Verlustes des eigenen Wagens.

Ihr SPD-Ziehvater Dieter Schinzel, für den sie einst bürgte, wurde bei einem Falschgelddeal erwischt und die Banken, nach Kündigung der Kredite, nahmen bei ihr Rückgriff und konfiszierten ihren Privatwagen,wir berichteten darüber.

Wer dieses Trauma des Verlustes des eigenen Automobils erlebt hat, der fühlt sich einfach sicherer in seinem Dienstwagen. Selbst dessen Diebstahl hätte ja keine weitergehenden Auswirkungen: Ein Ersatzwagen wird sofort gestellt.

Auch sollte man mit der Abrechnung von Privatfahrten nicht so kleinlich sein. Schliesslich hat Frau Ministerin Schmidt lange unter Hartz IV Bedingungen gelebt und im übrigen sollte man sich ein Beispiel an anderen Ländern wie z.B. Libyen nehmen, da werden doch auch nicht Privatfahrten von Ministern so kleinlich unter die Lupe genommen.

Dann diese kleinkarierte Kritik an der Benutzung eines Regierungs-Aeroplanes für eine relativ kurze Strecke von Maastricht nach Köln. Wer das kritisiert vergisst, dass hinter jeder Strassenecke ein Al Qaida Mann lauern kann.
Schliesslich darf man doch die grossen Verdienste von Frau Schmidt im Gesundheitsbereich nicht vergessen.

Alte Forderungen gut umgesetzt
Bei der Umsetzung der alten Forderung des Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW) nach einer Einheitsversicherung für alle Lohnabhängigen ist sie doch ein ganzes Stück vorangekommen.Sie gehörte einst als Mitglied der Gesellschaft zur Unterstützung der Volkskämpfe (GUV) zum KBW dazu und kandidierte für ihn.
Viele Krankenkassen sind mittlerweile verschwunden. Glückwunsch!

Den „raffgierigen Aerzten“ gibt sie gerne eins auf die Mütze ganz besonders dann, wenn sie selbst unter Beschuss gerät. Dafür gebührt ihr uneingeschränktes Lob.
Schliesslich hatte nur sie die Traute, der Pharmaindustrie mal richtig Bescheid zu sagen.

Nein, diese Treibjagd gegen solch eine fähige Ministerin und Mitglied des SPD-Kompetenzteams muss aufhören, und zwar sofort.

Die SPD sollte fordern:
„Schluss mit den Angriffen gegen Ulla Schmidt“
„Vorwärts im Kampf für unentgeltliche und jederzeitige Benutzung von Dienstwagen und Regierungs-Jets auch für Privatfahrten“

Ministerin Ulla Schmidt: Nie wieder unter Hartz IV- Bedingungen leben

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Hannibal aus Tripolis oder: Ein schweizer Bundespräsident auf Canossa-Reise

Dr. Alexander von Paleske —29-8- 2009 — Wer ist Hannibal aus Tripolis? Nein, nicht der Hannibal, der einstmals mit seinen Elefanten aus Karthago über die Alpen kam, und in Rom den Schreckruf auslöste „Hannibal ante portas“.

Ein Hannibal aus Libyen
Es handelt sich um Motassim Bilal Gaddafi, den fünftältesten Sohn des libyschen Herrschers Muammar al-Gaddafi.

Dieser hoffnungsvolle Spross aus dem Hause des libyschen Herrschers hat auch den Spitznamen Hannibal. Und wie einst der Feldherr aus Karthago, löst dieser Hannibal Schrecken aus, wann immer er auftaucht.

So brauste er dereinst in Paris die Champs Elysees mit 140 km/h herunter, anstatt in Ruhe diese einmalige Strasse zu geniessen. Auch scheint er offenbar gelegentlich etwas gewalttätig zu werden, was sich einfach für einen Herrscher-Sohn nicht gehört.

Im Juli 2008 in der Schweiz, wo sein Vater auch einige Milliarden Fränkli deponiert hatte, gab es nun Beschwerden über Hannibal von seinen Hausangestellten, die angeblich von ihm verprügelt worden seien. Hannibals Frau soll ihn dabei unterstützt haben.

Die schweizer Polizei nahm Hannibal plus Gemahlin fest. Das hätte sie mal besser sein lassen, denn dann hätte sie dem Bundespräsidenten Merz eine Canossa -Reise nach Tripolis erspart.

Blut ist dicker als das schweizer Strafgesetzbuch
Vater Gaddafi war ausser sich, dass jemand es wagte, seinen Sohn und noch dazu mit Frau, die doch ins Haus, aber nicht ins Gefängnis gehört, wenn auch nur vorübergehend, einzusperren.

Strafe muss sein
Gaddafi beschloss, die Schweiz zu bestrafen.
Zunächst stellte er die Lieferungen seines guten schwefelarmen libyschen Erdöls an die Schweiz ein. Dann brach er die diplomatischen Beziehungen ab.


Gaddafi: die Schweiz muss von der Landkarte

Die schweizer Autos fuhren trotzdem, und auch die Zentralheizungen des Alpenlandes funktionierten weiter. Es gibt ja auch noch andere erdölproduzierende Länder.

Da fiel ihm offenbar ein, dass er die Schweiz am meisten dadurch treffen könnte, dass er sein Taschengeld von schweizer Konten abzuzieht. Aua, das tat weh. Insgesamt 5 Milliarden Fränkli zog er angeblich ab. Und am Rande des diesjährigen G8 Gipfels in Italien bezeichnete er die Schweiz als Unterstützerin des Terrorismus.

Auch schlug er vor, die schweizer Kantone den Nachbarländern zuzuschlagen, die Schweiz würde sich dann in Luft auflösen. Dies sei auch deshalb geboten, weil die Schweiz ein Mafialand sei. Ob er da die Schweiz nicht mit Italien verwechselt hat?

Aber es kommt noch dicker: Zitat Gaddafi „Hätte ich eine Atombombe, würde ich die Schweiz von der Landkarte entfernen“
Da bekam es der schweizer Bundespräsident Hans-Rudolf Merz richtig mit der Angst zu tun, obgleich Libyen ja sein Atomwaffenprogramm eingestellt hatte, wir berichteten darüber.

Ein Gang nach Canossa
Letzte Woche flog Merz in Büsserhaltung nach Tripolis, um Gaddafi zu bitten, ihm die Sünde der Verhaftung des Hannibal zu vergeben. Vergeben ist göttlich, dachte wohl Gaddafi, und vergab den Schweizern, dass sie nach Recht und Gesetz ihres Landes und nicht nach libyschem Landrecht gehandelt hatten.

Schweizer Geschäftsleute, die auch entsprechend libyschem Landrecht festgesetzt worden waren, dürfen nun ausreisen, allerdings nicht mit dem schweizer Präsidenten in seiner Maschine der schweizer Luftwaffe, sondern mit einem ordinären Flug, vielleicht der Libyan Arab Airlines, die Swiss darf ja Tripolis zur Zeit nicht anfliegen. Ob Gadaffi nicht weiss, dass die Swiss der deutschen Lufthansa gehört?

Aber wenigstens das Gepäck der Geschäftsleute durfte Bundespräsident Merz in seiner Lutwaffenmaschine mitnehmen, immerhin. Soll noch einer sagen, dass Gaddafi nicht ein richtig aufrechter Mann ist, und einige Aehnlichkeiten mit Wilhelm Tell aufweist.

Wie heisst im übrigen doch gleich der Song:

—-Im Sommer da regnet’s
—-im Winter da schneit’s
— in der Schweiz, in der Schweiz, in der Schweiz.

Dieses Jahr kam noch ein Wüstensturm dazu. Aber der ist nun glücklicherweise auch vorbei.

Heimkehr eines Attentäters, Libyens Staatschef Gaddafi und das deutsche Auswärtige Amt
Prozess in Südafrika und Banditen im Nuklearbereich
Schweizer Grossbank UBS und Steuerbetrug in den USA

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Ministerin Ulla Schmidt: Nie wieder unter Hartz IV- Bedingungen leben

Dr. Alexander von Paleske — 28.7. 2009 —
Ulla Schmidt ist wieder einmal in die Schlagzeilen geraten, nicht zum ersten Mal.
Ihr Dienstwagen , der von ihrem Chauffeur zum spanischen Urlaubsort hinterhergebracht worden war, wurde gestohlen.
Dienstwagen am Urlaubsort, mit Chauffeur, muss das sein? – Ja doch, Frau Schmidt hatte zwei bedeutsame Termine trotz Urlaubs wahrzunehmen: Besuch einer Seniorengruppe und Aufwartung beim örtlichen Bürgermeister. Ein Mietwagen am Ort und ein Flugticket für den Chauffeur, so er denn wirklich notwendig gewesen wäre, hätte den Steuerzahler zwar erheblich weniger gekostet.

Um „ministergemäss“ bei diesen wichtigen Terminen auftreten zu können, war Ulla Schmidt aber auf diesen Dienstwagen einfach angewiesen, zumal die dortige Niederlassung der Autovermietung Sixt ihr nicht einen standesgemässen Daimler, sondern „nur“ einen 3er BMW anbieten konnte – viel zu mickrig fand offenbar die Ministerin, zu sehr Hartz IV..

Also, die Entscheidung der Ministerin kann man verstehen. Die Ministerin reiste selbstverständlich per Aeroplan an .

Insbesondere bei Hartz IV Empfängern dürfte ihre Vorgehensweise auf grosses Verständnis stossen. Denn auch Ministerin Schmidt lebte einstmals unter Hartz IV- ähnlichen Bedingungen, und jeder Hartz- IV- Empfänger möchte diese unwürdige Lage verständlicherweise so rasch wie möglich wieder los werden.

Glückwunsch! Frau Schmidt hat es geschafft. Nicht etwa durch einen Lottogewinn, sondern durch harte Polit-Arbeit.


Ulla Schmidt hat gut lachen: Hartz IV, KBW und Dieter Schinzel waren gestern

Ein Blick zurück auf das „politische Hartz IV -Leben“ der Ulla Schmidt
Ulla Schmidt war dereinst Mitglied der „Gesellschaft zur Unterstützung der Volkskämpfe“ (GUV), heute kann sich Frau Schmidt nicht mehr an diesen Namen erinnern, einer Massenorganisation des Kommunistischen Bundes Westdeutschland, KBW, in welcher die Intellektuellen, also Aerzte, Lehrer etc. organisiert wurden, die nicht direkt Mitglied der Kaderpartei KBW werden konnten und durften. Im KBW sollten nur richtige Proletarier Mitglieder sein.

Beseitigung von Hartz IV Zuständen durch die proletarische Revolution angeführt von der Speerspitze des Proletariats, dem KBW, unter Führung des weisen Vorsitzenden Hans Gerhart Schmierer (auch Joscha Schmierer sich nennend, später im Planungsstab des Auswärtigen Amtes dank J. Fischer) war das Programm.

Als Mitglied der KBW-GUV kandidierte Frau Schmidt folgerichtig bei der Bundestagswahl 1976 für den KBW und erhielt 0,1 Prozent der Stimmen in ihrem Wahlkreis. Die Volksmassen waren offenbar noch nicht reif für die proletarische Revolution. Also eine politische Sackgasse, die nicht zur unmittelbaren Beseitigung von Hartz IV Zuständen führte.

So wurde sie dann folgerichtig Mitglied der SPD . Dort konnte man schon eher mit breiter Zustimmung der „Volksmassen“ rechnen, wenn auch mit einem anderen Parteiprogramm.

KBW-Kampfrufe wie „Vorwärts mit …“ „Weg mit dem… “ „Nieder mit ….“ „Kampf dem ….“ „Schluss mit …. “ gab es dort nicht. Und in der SPD stieg sie dank harter politischer Arbeit auf: erst Ratsfrau in Aachen, dann Abgeordnete im Bundestag und schliesslich Ministerin. Und einige, die ganz links anfangen, kommen irgendwann rechts an. So fühlt sich Ulla Schmidt bei den Rechten der SPD, den Kanalarbeitern des Seeheimer Kreises politisch zu Hause.

Das Glück ist mit den Tüchtigen
Ulla Schmidt war dem politischen Hartz IV- Leben entkommen.
Das Glück ist eben mit den Tüchtigen.
Nun ja, so mancher hat derartige Sackgassen-Verirrungen aus Jugendsünde-Zeiten hnter sich, aber immerhin sich später dazu bekannt. Z.B J. Fischer oder Reinhard Bütikofer.
Ulla Schmidt aber liess auf Anfrage im Parlament abstreiten, jemals Mitglied im KBW gewesen zu sein. Ueber die GUV gehörte sie natürlich materiell dazu, nahm an den Partei-Schulungen teil und verkaufte das Zentralorgan des KBW, die Kommunistische Volkszeitung..

Auch unterstützte sie an ihrem Arbeitsplatz, einer Schule im Rheinland, die Kampagne gegen das Verpflichtungsgesetz und den Aufruf „Gewehre für die Jugend Zimbabwes“.
Aber sie besass ja nie einen Mitgliedsausweis der Kaderpartei KBW. Und so durfte sie natürlich derartige Mitgliedschaftsunterstellungen zurückweisen lassen.

Genau so wie es nicht stimmt, dass jeder, der unter Hartz IV Bedingungen lebt, auch ein Hartz IV Empfänger ist. Hier ist einfach Genauigkeit angesagt.

.Kellnerin in der Rotlicht- Kaschemme
Auch materiell war Ulla Schmidt einstmals dem Hartz IV- Leben ausgesetzt. Sie war gezwungen, als Studentin dazu zu verdienen, also kellnerte sie in einem Lokal , in dem bei einer Polizei-Razzia – rein zufällig sicherlich – 14 Hardcore Porno- Videos (inklusive Vergewaltigungsszenen) konfisziert wurden. Die hatte vielleicht ein Gast dort vergessen?

Betreiber dieser Aachener Rotlicht-Kaschemme namens Bar Barbarina
war ihre eigene Schwester, Doris Zoeller.
Erklärende Stellungnahme von Frau Schmidt: „Sie sei als alleinerziehende Mutter froh gewesen, damals etwas nebenher zu verdienen“.
Geld stinkt doch nicht – pecunia non olet – das wussten schon die Römer. Kellnern ist doch schliesslich kellnern und nicht Videos verkaufen oder Videos ansehen, schliesslich kann man bei so scheusslichen Szenen ja auch weggucken..

Ende Mai 1994 wurde der Aachener SPD-Europaabgeordnete Dieter Schinzel, ihr „politischer Ziehvater“, für den Schmidt bei mehreren Banken bürgte, bei einem Falschgeld-Deal ertappt. Die Banken kündigten Schinzel daraufhin die Kredite und Schmidt musste zahlen. So ein Pech, das auch mal einen Tüchtigen treffen kann. Ulla Schmidt trat einen Teil ihrer Diäten, sowie zwei Lebensversicherungen und ihren Privatwagen an die Banken ab.

Ja, Frau Schmidt hat es schliesslich geschafft: Nie wieder Hartz IV. Oder wie der KBW, gäbe es ihn heute noch, kampagnenmässig ausrufen würde: „Weg mit den Hartz IV Bedingungen“ und , „ Vorwärts im Kampf für …………..Dienstwagen im Spanienurlaub – mit Diebstahlversicherung“.

E-Mail avonpaleske@yahoo.de

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Tratschundlaber

Sonja Wenger – Von lauem Sprachwitz zu monotoner Inhaltslosigkeit; von schnarchigen Wortspielen bis wahr gewordener Verbalhölle: Die Kioskauslage auf dem Jahrmarkt des Gesellschaftsmasochismus bietet die ganze Bandbreite. Als willkürlich ausgewählte Brüller des Monats für die Devise «Lebenszeitverschwendung» müssen diesmal das biedere Phantasieheftchen «Glückspost» und das pseudobesorgte Geiferblatt «InTouch» herhalten.

So erweisen sich diese Prototypen der Banalität, dieses Fressen für Textminimalisten, diese Musterfälle für erfolgreiche Gehirnwäsche als gut bestückte Goldgrube auf der Suche nach dem Unsäglichen – oder ganz im Slang von Jugend und «InTouch»: Als «echt total extrem» ergiebig.


Kylie Minogue hat den «totalen Durchblick»

Nun aber nicht, dass man glauben muss, kurze Texte erfordern weniger Arbeit! Im Gegenteil. In der Kürze liegt noch immer die Würze, und bei dem Zeug, das hier serviert wird, verbrennt sich noch die schärfste Zunge. Hut ab also, denn dies bei gewissermassen null Inhalt und noch weniger Relevanz hinzukriegen erfordert einen quasi «total grossen» Wortschatz.

Das fängt schon ganz weit vorne an, also genauer auf dem Titelbild: «Top-Model-Hölle – so brutal ist Heidis Show». Ketzerisch, wer Böses denkt, denn eigentlich ist nur irgendwo gerade eben wieder eine Schaufel umgefallen oder ein Nagel abgebrochen. Das klingt dann aber so: «Die Kandidatinnen stehen total unter Druck»; die Models «sind schon jetzt total fertig» und jedes Topmodel habe ein «total angesagtes Vorbild».

Dazwischen zur Auflockerung mal ne neue Wortschöpfung, wenn sich Victoria Beckham und Jennifer Lopez im «Zicken-Zoff» gegenseitig «bepöbeln» und sich einen «Beauty-Battle» liefern, von dem wohl nur die Redaktion weiss, was das ist. Aber dann natürlich gleich weiter, denn quasi abgestumpft sind eh schon alle, merkt also niemand, wenn es Seite um Seite geht: Rihanna «leidet total unter dem Fremdflirt» ihres Lovers; Halle Berry «steht total unter Stress», weil ihr Lover weiteren Nachwuchs will; oder Kylie Minogue hat mit ihrer Sonnenbrille den «totalen Durchblick».

Und kaum denkt man, dass vielleicht doch nicht alle Hirnzellen schon in einem katatonischen Zustand sind, steht auf der ersten Seite der glücksverheissenden Post auch noch: «Camilla in der Ehe-Hölle, wie einst Prinzessin Diana – und Charles schaut einfach weg.» Aus also. Vorbei. Der letzte Rest der grauen Masse schmilzt in der Hölle der Substanzlosigkeit, der gestrafte Leser fühlt sich so «nudelfertig» wie die Kandidaten in der Show «Hell’s Kitchen» des britischen Starkochs Gordon Ramsay, quasi «Kandidatenbraten», wie es adaptiert auf RTL heisst. Und wem das noch nicht heiss genug ist: Anna Nicole Smiths Leben – das war die, die aus Liebe geheiratet habe – soll nun in London als Oper aufgeführt werden

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Tratschundlaber

Sonja Wenger – Die ganze Welt hat kürzlich nach Washington geschaut – mit ein Grund dafür war, dass India «Willie» Bush wohl weniger leicht vom Weissen Haus Abschied nehmen wollte als der endlich als ehemalig zu betitelnde US-Präsident George W. Bush – und konsequenterweise aus dem Leben schied. Dies verschaffte der schwarzen Hauskatze am 4. Januar einen Eintrag in die «Liste kürzlich verstorbener bekannter Persönlichkeiten» auf der englischen Wikipediaseite – und uns die Erkenntnis darüber, was auf dieser Welt wirklich wichtig ist.

So wird Giulia Siegels freiwilliger Abgang aus dem unsäglichen RTL-Dschungelcamp mit einer Verve kommentiert, die sich die afrikanischen Flüchtlinge in den Zwangslagern von Lampedusa oder auf den Kanarischen Inseln für ihre Fälle nur wünschen können.


Giulia Siegels freiwilliger Abgang aus dem unsäglichen RTL-Dschungelcamp können sich afrikanische Flüchtlinge in den Zwangslagern von Lampedusa für ihre Fälle nur wünschen.

Da bricht eine Webseite in kürzester Zeit zusammen, weil sie ein Angebot für sechs Monate Faulenzen auf einer australischen Insel macht – und nicht etwa, weil sie die neuesten Zahlen zu Hungersnot und Cholera in Simbabwe publiziert. Und während Roman Kilchsperger in der «Schweizer Illustrierten» uns zu berichten weiss, «was wirklich zählt im Leben» und bei «Music- Star» zum 113ten, prüft unser Bundesrat ernsthaft die Aufnahme von Häftlingen aus Guantánamo – sollten bei den US-Amerikanern nach Auflösung des Foltercamps irgendwelche Platzprobleme entstehen.

Es ist entsprechend klar, wo in der sogenannten zivilisierten Welt die Prioritäten liegen: Katzen werden zu Menschen, während die Menschenrechte je länger je mehr auf den Hund kommen. Und wie eh und je reagieren die Unterhaltungsmedien darauf mit banalen Geschichten und unverfänglichen Darstellern: Sei es Dieter Bohlen in «Deutschland sucht den Superstar» oder «Heidi 4 Paws», die Verfi lmung von Johanna Spyris Klassiker mit Hunden als Protagonisten.

Untrügliche Anzeichen dafür, dass alles beim Alten bleibt, sind also überall zu finden, egal ob in Washington nun ein neuer Besen kehrt oder nicht. Ob weiss oder schwarz, schlussendlich sind beides Extrempole in einer Welt, die doch hauptsächlich aus Grautönen besteht. Apropos grau und wichtig: Zur einer Premiere von «The Curious Case of Benjamin Button» trugen Brangelina grau, eine gewichtige Schlagzeile in den gleichen Tagen, in denen sich der durch Granaten verteilte Staub im Gaza langsam wieder auf die Trümmer zu legen beginnt.

SATIRE

Tratschundlaber

Sonja Wenger – Breaking News: Es «gibt immer mehr verrückte Menschen, die (in Stars) Projektionsfl ächen suchen». Das sagte nicht etwa ein Medienfuzzi oder Promipsychologe, sondern die ehemalige Pornodarstellerin und Partygängerin Dolly Buster im Starmagazin «Exclusiv» auf RTL.

Die Menschen sind also orientierungslos. Wie aber soll man bitte schön bei soviel Nabelschau auch noch den Überblick behalten? Und wer kann der Gehirnwäsche schon dauerhaft widerstehen, die seit Jahren das neue alte Hohelied des Starkults und Konsums vorbetet: Kauft Autos, auch wenn ihr kein Geld habt; kauft Feuerwerk, um die schlechten Zeiten in die Luft zu jagen; kauft noch grössere Fernseher, um die immer gleichen Banalitäten, Nasen und Lügen mit noch mehr Auflösung zu sehen.


Frankreichs First Lady: das prickelt dann sicher wie «vulgarisierter Prosecco»

Wer Fernsehen schaut kriegt zwar kaum noch kritische Analysen, dafür eine akribische Berichterstattung über das Bäumlein-Wechsel-dich- Spiel von Boris Becker. Und auch die politische Botschaft wird gerne vorgekaut, vorverdaut und unreflektiert wieder ausgeschieden: So lafferte SVP-Präsident Toni Brunner über Raben, da sie «gefrässige, aggressive und verschlagene Vögel» seien, statt eine echte Erklärung zur neuen Plakatkampagne gegen die Personenfreizügigkeit zu liefern. Andererseits: Wenn man nie über den eigenen Tellerrand hinausblickt, ist es wohl leichter, von sich auf andere zu schliessen.

«Ich bin für das verantwortlich, was ich sage. Nicht für das, was du verstehst», war letztens unter einem Blogeintrag zu lesen. Doch seien es nun schwarze Raben statt schwarze Schafe, schwarze Rauchwolken über dem Gaza oder der iranische Präsident, der zu Weihnachten im britischen Fernsehen seine «alternative Botschaft» über Jesus gesprochen hatte: Man soll ja nicht immer alles schwarz sehen. Es gibt in der Monokultur der heutigen Medienlandschaft durchaus auch positive Aspekte.

So haben manche Gratiszeitungen richtigen Suchtcharakter: Bereits nach kurzem Überfliegen der Rubrik «Glogger mailt…» im «Blick am Abend» stellt sich ein Gefühl schwindelnder Leere im Kopf ein – und das ganz ohne Drogen! Wo kriegt man denn «noch gratiser» einen solchen Sinnen-Rausch?

Die Osterbotschaft im britischen TV wird übrigens Simbabwes Robert Mugabe verkünden, wenn alle seine Schäfchen in den Himmel gefahren sind. Doch die echten harten Fakten kommen einmal mehr aus Frankreich: So will sich das französische Dorf Carlat mit dem italienischen Dorf Bruni verschwestern, um der französischen First Lady die «Ehre zu erweisen». Und das prickelt dann sicher wie «vulgarisierter Prosecco» so richtig schön im Bauchnabel.

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Tratschundlaber

Sonja Wenger – Ach nee, echt, das schnarcht an! Da waren es nun doch so viele von uns gewesen, die vor einem Jahr vor dem Fernseher sassen und ob Christoph Blochers Abgang jubelten. Und jetzt war er schon wieder Dauergast auf den Titelseiten – sogar bei jenen Medien, die ihm nicht gehören. Dabei versuchte er uns einmal mehr, seine widerliche «Demutshaltung, die den Machtanspruch kaschiert», wie es «Die Wochenzeitung» ausdrückte, unterzujubeln.

Dass er dadurch die wahren Brennpunkte dieser Tage verdrängte, ist dem Möchtegern-Volkstribun natürlich wurscht.

Wenn man bedenkt, dass sogar die «R&B-Goldkehle» Rihanna zwischen zwei Gucci-Werbeplakaten blickt, worum es geht, und dafür im «SI Style» zitiert wird mit «Auch ich mache mir Gedanken über das Elend auf der Welt», dann aber hui! Und weitere Anzeichen für einen drohenden Logikkollaps gibt es auch anderswo zuhauf:


Bauchnabel oder nicht? interessanter als die «United Bandits of Switzerland»

Während die durch «20 Minuten» repräsentierte Medienwelt über einen fehlenden Bauchnabel des Topmodels Karolina Kurkova debattiert, droht mal kurz die «United Bandits of Switzerland» UBS hopps zu gehen.

Während Schauspielerin Kate Winslet im neuen US-Heftchen «Vanity Fair» winseln darf, wie «fett» und entsprechend erfolglos sie früher gewesen sei – droht die unterlegene US-Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin der Welt mit einer neuen Kandidatur fürs Jahr 2012.


2012 – Das Jahr in dem die Prophzeihungen enden, will Palin wieder in Stellung gehen.

Während die nächste Ladung Mädels für die vierte Staffel von Heidi Klums «Germany’s Next Topmodel» ab 10. Dezember zum Casting antraben darf – drohen uns im Berner Bundeshaus am gleichen Tag herzzerreissende Szenen. Und während der spanische Zeichner El Roto die Schönheitschirurgie als «Burka des Westens» bezeichnet – drohen Millionen Frauen dieser Welt, wie ein gutes Dutzend Supermodels aussehen zu wollen.

Wird also die Welt vor die Hunde gehen? Vermutlich. Zumindest solange, wie der «Blick» weiterhin ungestraft über die Unterhosenwerbung des Mister Schweiz «staunt», weiter nach dem «Schnügel des Tages» sucht, weiter im unsäglichen «Erotischen Tagebuch» solch literarische Ergüsse wie «kullernde Busen» verbreitet und auch noch weiss, dass die britische Girlband Sugababes aus «drei Zuckerpuppen und jede Menge Fleisch» besteht. Aber Englisch ist halt Glücksache.

Apropos Ergüsse: Nun wird auch im neuen «Friday» ungehemmt der Hohlheit und der Selbstbeweihräucherung gehuldigt. Doch sollten wir nicht vergessen, zwischen der Pastell-Diktatur der Banalität und dem endlosen Streben in die VIP-Lounge von Weiss-der-Geier-welcher-Club-gerade-in-Ist, auf http://www.youtube.com die Stichworte «Palin + Turkey» einzugeben. «It’s time for a change. »