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Hamas-Aktivisten festgenommen

Der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet hat in jüngster Zeit im Westjordanland dutzende Hamas-Aktivisten festgenommen, die Anschläge geplant oder verübt haben sollen. Insgesamt seien drei Zellen der radikalen Palästinenserorganisation zerschlagen worden, berichtete der Militärfunk.

Die in Ramallah gefassten Extremisten sollen auch für die Entführung und Ermordung eines Israelis Ende September verantwortlich gewesen sein. Unter den Festgenommenen ist angeblich auch eine Frau, die Sprengstoffexpertin sein soll.

Nach Angaben des Shin-Bet-Chefs Yuval Diskin hat der Geheimdienst in „dutzende Selbstmordanschläge“ verhindern können. Dies sei dank eines Programms möglich gewesen, mit dem lokale Informationen binnen „einiger Minuten“ bearbeitet werden könnten, sodass der Geheimdienst unmittelbar auf eine konkrete Gefahr reagieren könne.

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Anschläge auf US-Firmen vor Bush-Besuch

SDA – In Argentinien sind vier US- Unternehmen Ziel von Bombenanschlägen geworden – offenbar aus Protest gegen den für Anfang November geplanten Besuch von US- Präsident George W. Bush. Die selbst gebastelten Sprengsätze seien am Donnerstag vor zwei Filialen der Citibank, einer der BankBoston und einer Blockbuster-Videothek explodiert, teilte die Polizei mit. Bei den Anschlägen in Vororten der Hauptstadt Buenos Aires sei niemand verletzt worden.

Der Sachschaden an der Videothek sei jedoch erheblich. In den Trümmern seien Plakate mit der Aufschrift: «Kein Bush in Argentinien!» gefunden worden, die von bislang unbekannten Gruppen unterzeichnet seien. Der US-Präsident wird am 4. und 5. November in der Küstenstadt Mar del Plata zu einem Treffen amerikanischer Staatschefs erwartet.

Die Behörden warnten vor weiteren Anschlägen vor dem Gipfel. Innenminister Anibal Fernandez kündigte ein hartes Vorgehen gegen Gegner des Treffens an. «Wir werden einen Weg finden, das zu beenden», sagte er. Einer Umfrage vom vergangenen Monat zufolge sind sechs von zehn Argentiniern gegen Bush. Sie betrachten die US-Finanzhilfen während der argentinischen Wirtschaftskrise 2001.

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Terroristenhelfer im Innenministerium enttarnt

dpa – Im Irak sind mehrere Mitarbeiter des Innenministeriums festgenommen worden, die Terrorgruppen bei der Planung von Anschlägen auf die Sicherheitskräfte geholfen haben sollen. Das berichtete die irakische Zeitung „Al-Sabah“ am Donnerstag unter Berufung auf den stellvertretenden Innenminister Adnan Al-Asadi.

Zur Zahl und zum Dienstgrad der Beamten machte er keine Angaben. Al-Asadi erklärte, sie hätten Terroristen Informationen darüber geliefert, wann und wo sich mehrere Polizisten gleichzeitig aufhalten und wo sich die Freiwilligen für den Dienst in Polizei und Armee versammeln.

In Bagdad kam eine Passantin am Donnerstag durch eine Autobombe ums Leben. Wie der Nachrichtensender Al-Arabija weiter berichtete, wurden acht weitere Menschen verletzt. Der Anschlag habe einem Konvoi gegolten, in dem möglicherweise ausländische Leibwächter unterwegs gewesen seien, hiess es.

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US-Senat stärkt Rechte von Terror-Verdächtigen

AP – Gegen den Willen des Weissen Hauses hat der US-Senat die Rechte von Gefangenen gestärkt, die des Terrorismus verdächtigt werden. Mit 90 zu neun Stimmen beschloss der Senat mit seiner republikanischen Mehrheit eine entsprechende Ergänzung zum neuen Verteidigungshaushalt, der sich auf 440 Milliarden Dollar (370 Milliarden Euro) summiert. Demnach sind künftig «grausame, unmenschliche oder demütigende Behandlung oder Bestrafungen» von allen Personen verboten, die sich in US-Gewahrsam befinden – egal, wo auf der Welt.

Regierungsvertreter hatten gegen das Gesetz eingewendet, es schränke die Autorität von Präsident George W. Bush und dessen Flexibilität im Kampf gegen den Terrorismus ein.

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Nach Mord an Jim Gray sechs Verdächtige festgenommen

In Belfast ist der ehemaliger Anführer der grössten protestantischen Guerillagruppe Nordirlands, Jim Gray, erschossen worden. Nach der Ermordung hat die Polizei angeblich sechs Verdächtige festgenommen. Der Mann soll von seinen ehemaligen Verbündeten getötet worden sein.

Diese Vermutung äusserte der zuständige Einsatzleiter am Mittwoch. Der 47-Jährige war am Dienstag vor dem Haus seines Vaters in Belfast von zwei Unbekannten erschossen worden. Erst wenige Wochen zuvor war er aus dem Gefängnis frei gekommen, wo er wegen Geldwäsche eingesessen hatte.

Fernsehsender zeigten Bilder von der auf dem Boden liegender Leiche unter einem blutbefleckten, weissen Tuch. Die Polizei sperrte die Gegend ab, machte jedoch keine weiteren Angaben zum Vorfall.

Für Insider kam die Ermordung von Jim Gray nicht überraschend. Im Frühjahr war er als einer der führenden Köpfe wegen Geldwäsche und Drogenhandels aus der Ulster Defence Association (UDA) ausgeschlossen worden.

In der jüngsten Vergangheit wurden bereits mehrere ranghohe UDA-Mitglieder ermordet. Auf Gray wurde schon vor drei Jahren ein Anschlag verübt, den er aber überlebte.

Die pro-britische Extremistenbewegung UDA, die rund 600 Mitglieder zählt, steht im Verdacht, in ihrem jahrzehntelangen Kampf gegen die katholische Untergrundorganisation IRA mehr als 400 Menschen getötet zu haben. Sie soll in zahlreiche kriminelle Unternehmungen verwickelt sein.

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Früherer Anführer irischer Guerillagruppe getötet

Stephan Fuchs – In Belfast ist ein ehemaliger Anführer der grössten protestantischen Guerillagruppe Nordirlands erschossen worden. Jim Gray sei vor seinem Haus in Belfast getötet worden, sagten Mitglieder der Ulster Defence Association (UDA).

Im März war Gray aus der militanten Organisation ausgeschlossen worden. Vor einem Monat war der 47-Jährige zur Bewährung auf freiem Fuss gesetzt worden. Gegen ihn sollte in Kürze ein Prozess wegen Geldwäscherei beginnen.

Fernsehsender zeigten Bilder von der auf dem Boden liegender Leiche unter einem blutbefleckten, weissen Tuch. Die Polizei sperrte die Gegend ab, machte jedoch keine weiteren Angaben zum Vorfall.

Gray, der ein Attentat im Jahr 2002 überlebt hatte, könnte damit das bekannteste Opfer einer Gewaltserie zwischen protestantischen Splittergruppen geworden sein.

Weiterführende Artikel:

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Schmutzige Geschäfte und Heiliger Krieg.

Stephan FuchsHerr und Frau von Dohnanyi Sie sind die Autoren des im Pendo Verlag erschienen Buches „Schmutzige Geschäfte und Heiliger Krieg; Al Qaida in Europa“. Um es gleich vorweg zu nehmen, ihr Buch wurde mit harter Kritik konfrontiert. Allen voran Herr Ladurner von „DIE ZEIT“ verriss ihr Buch als „billige Kommentatorenpolemik unterfüttert mit großem, aber disparatem Faktenwissen“, und er drückt sie bisweilen in die Ecke der Verschwörungstheoretiker. Zu Recht?

Unser Buch behandelt unter anderem das Risiko von nuklearen, biologischen und chemischen Massenvernich-tungswaffen in den Händen islamistischer Terror-Organisationen. Wir behaupten nicht, dass etwa Al-Qaida solche Waffen bereits besitzt. Aber man weiß, und nicht erst seit den Anschlägen vom 11. September 2001, dass Osama bin Laden an der Aufrüstung seiner ‚Gotteskrieger‘ mit solchen Waffensystemen arbeitet. In einer Fatwa hat er die Beschaffung solcher Waffen sogar zur heiligen Pflicht jedes Muslimen erklärt.

Die erste uns bekannte Aussage verhafteter Al-Qaida Mitglieder zu diesem Thema stammt aus dem Jahr 1998. Wer diesen Geständnissen damals wenig Bedeutung zumaß, müsste spätestens durch das in den afghanischen Ausbildungslagern entdeckte Schulungsmaterial der Terroristen aufgerüttelt worden sein. Sind diejenigen, die im Frühjahr 2002 an strategischen Punkten von New York die Installation von Sensoren zur Frühwarnung vor Attacken mit ABC-Waffen anordneten, Opfer von ‚Verschwörungstheorien‘ geworden? Und warum hat ein hoher Funktionär der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien zum Jahrestag der Anschläge von New York und Washington von der wachsenden Sorge gesprochen, Al-Qaida könne im Besitz von radioaktivem Material für eine ‚Schmutzige Bombe‘ sein? Wird hier vielleicht der Überbringer schlechter Nachrichten mit dem Argument der ‚billigen Kommentatoren-Polemik‘ geprügelt, nur weil die von ihm überbrachte Botschaft missfällt?

Als regelmäßiger Weltwoche Leser schätzt man Ihre journalistische Fähigkeit und Integrität. Herr Ladurner und andere Bemängeln Ihre Quellenangaben, die Sie häufig im Dunkeln lassen. Ist dies die Folge journalistischer Gepflogenheit des Quellenschutzes?

Der Journalismus lebt davon, dass Informanten sich auf ihren Schutz verlassen können. Das halten unsere Kritiker in ihrem jeweiligen Arbeitsgebiet genau so, ohne dass es ihnen deshalb zum Vorwurf gemacht würde. Um so mehr gilt dies für Informanten, die häufig ein hohes persönliches Risiko eingehen, indem sie rigorose Schweigepflichten brechen. Soweit es ging, haben wir Informanten mit Namen genannt. Andere werden sich darauf verlassen können, namentlich von uns unter keinen Umständen genannt zu werden.

Journalisten haben, wenn sie investigativ arbeiten, häufig Zugang zu Unterlagen und Gesprächen die sich für Außenstehende nicht so einfach verifizieren lassen. Müssen sich die Leser auf das Urteilsvermögen des Journalisten verlassen, oder hätte jeder die Möglichkeit sich mit Ihnen auf einen Espresso zu treffen und sich die Dokumente einzusehen, von welchen Sie behaupten im Besitz zu sein?

Und wer finanziert dann, angesichts des hohen Interesses an unserem Material, die Behandlung unserer chronischen Koffeinvergiftung? Aber Scherz beiseite. Mit jedem Einzelnen zu reden, wäre schon aus zeitlichen Gründen wohl unmöglich. Das auf mehrere sichere Orte verteilte Archiv ist inzwischen auf einige zehntausend Seiten angewachsen. Aber Kollegen, die mit dem nötigen Grundwissen gerüstet sind, sind natürlich willkommen. Wir haben, außer dem noch nicht veröffentlichten Material, keine Geheimnisse.

Gustav Trampe vom „Berliner Tagespiegel“ kritisiert Ihr Buch unter dem Titel: „Die Angstfalle“. Arbeiten Sie mit der Angst der Leser um Ihr Buch möglichst gut zu verkaufen oder ist die Gefahr realer als der Staatsschutz den Bürgern zumutet?

Im Archiv des ‚New Yorker‘ gibt es einen wunderbaren Cartoon. Eine Gruppe von Straussen sitzt um einen Tisch. Der Vorsitzende beugt sich leicht vor: ‚Damit ist der Antrag angenommen. Wir werden auch künftig die Köpfe in den Sand stecken!‘ Wenn Europa und die U.S.A. die Vogel-Strauss-Politik gegenüber dem islamistischen Terrorismus nicht so lange betrieben hätten, müssten wir uns heute wohl weniger Sorgen machen. Und was Ihre Anspielung auf die Verkaufszahlen angeht. Reich wird man von solchen Büchern nicht.

Als Schweizer Infanterie Offizier lernt man im Untergrund zu kämpfen und Guerilla Taktiken anzuwenden. Eines dieser Lehrbücher wurde von Major H. von Dach geschrieben und war mehr oder wenig öffentlich zugänglich und wurde, soviel ich weiß, auch im Untergrund gehandelt. Es ist wohl eine Illusion anzunehmen, dass entschlossene Terroristen nicht auf die Idee kommen Trinkwasser zu verseuchen und Atomkraftwerke in die Luft zu jagen. Selbst Gruppen wie die Aum Sekte von Japan, die nicht im Verzweiflungskampf gestanden haben, führten Gas Attacken in der Metro von Tokio durch. Sind Sie denn wirklich paranoid, wenn Sie auf diese Gefahren hinweisen?

Ich war in Tokio, als Aum Shinrikyo die U-Bahn mit Sarin angriff. An diesem Tag wurde ein neues Kapitel in der Geschichte des Terrorismus geschrieben. Zum ersten Mal hatte sich nicht eine Regierung, sondern eine ‚Privat-Organisation‘ am Massenmord versucht. Wegen meiner Warnung, dass in Tokio die letzte Hemmschwelle für Terroristen durchbrochen worden sei, wurde ich damals von vielen verlacht. Gebe Gott, dass die Spötter recht behalten. Nichts wäre mir lieber, als in diesem Punkt von den Fakten dementiert zu werden. Denn im Gegensatz zu den meisten Lachern habe ich, und nicht nur in Tokio, Opfer von Massenvernichtungswaffen mit eigenen Augen gesehen.

Diese Woche treffe ich mich mit einem deutschen Unternehmer der 1994 mit einigen Gramm Plutonium im Süddeutschen Tengen verhaftet wurde. Sie erwähnen ihn auch auf Seite 142 Ihres Buches. Selbstverständlich wird eine Frage an ihn den Irak betreffen der in der Zieloptik des amerikanischen Pentagons stand. Ist die Gefahr einer Atombombe in terroristischen Händen tatsächlich vorhanden?

Es mag schon sein, dass eine funktionsfähige Atombombe der ultimative Traum auch von Terroristen ist. Aber sie brauchen sie nicht wirklich. Was wollen Terroristen anderes als – terrorisieren!? Und dazu genügt eine Schmutzige Bombe. Ein herkömmlicher Sprengsatz, kombiniert mit radiologischem Material etwa aus der industriellen Nuklearforschung oder der Nuklearmedizin.

Der Hinweis selbst auf eine schwache Verstrahlung im Zentrum einer Grosstadt wäre genug, um das normale Leben zum Erliegen zu bringen. Plutoniumhändler wie Herr Jäkle haben wohl mehr die Bombenwünsche von Regierungen als die Träume von Terroristen bedient. Das macht sie nicht weniger gefährlich. Der religiöse Fanatismus einiger Wissenschaftler des pakistanischen A-Waffenprogramms hat gezeigt, wie fließend die Grenze zwischen den Nuklearprogrammen staatlicher und ‚privater‘ Akteure inzwischen ist.

In ihrem Buch deuten Sie auch auf die Neonazi-Islam Verbindung hin. Es ist eine Tatsache, dass Gruppierungen amerikanischer Nazibünde wie die des kürzlich verstorbenen William Pierce von der National Alliance oder Aryan Nation, den deutschen Gruppen um Horst Mahler und Schweizer Extremisten wie Ahmed Huber sich im Kampf gegen die USA und das angebliche Weltjudentum ideologisch zusammenschließen. Wie real und mächtig ist diese Symbiose?

Ahmed Huber sagte im Gespräch, 1933 seien ’nur 60 Millionen gute Deutsche erwacht. Der 11. September erweckte 1,3 Milliarden Muslime.‘ Und er wollte diesen fürchterlichen Satz als Warnung in erster Linie an die USA, letztlich aber auch an die europäischen Demokratien gerichtet sehen. Solch verbales Säbelrasseln ist natürlich hanebüchener Unsinn. Die islamische Welt hat sich nach dem 11. September nicht hinter Osama bin Laden gesammelt. Und so, wie es der rassistische Überlegenheits-Wahn den Rechtsextremisten verbietet, Nicht-Arier als mehr als nützliche, aber eben vorübergehende Weggenossen zu betrachten, so bleibt auch die Akzeptanz nicht-muslimischer Alliierter durch die Islamisten beschränkt. Anders gesagt, betrachten Rechtsextremisten und Islamisten sich gegenseitig herablassend als nützliche, aber letztlich eben idiotische Steigbügelhalter für die jeweiligen Langzeitpläne. Auch im ideologischen Bereich gilt, was Winston Churchill über Staaten sagte: sie haben keine Freunde, sondern höchstens Interessen.

Sich deshalb nun aber entspannt und gelassen zurück zu lehnen, wäre ein fataler Irrtum. Auch vorübergehende gemeinsame Interessen von Islamisten und Rechtsextremisten können in höchstem Maß gefährlich sein. Von der Logistik des Lebens im Untergrund über die Beschaffung von Waffen bis hin zur aktiven Partizipation bei der Vorbereitung von Anschlägen sind alle Varianten möglich. Der letzte Anruf des Attentäters auf die Synagoge von Djerba ging an einen deutsch-polnischen Konvertiten im Ruhrgebiet. Ihnen, den rechtsextremen Konvertiten, zu denen auch der Schweizer Ahmed Huber gehört, und die als Scharnier zwischen diesen beiden vom Hass auf das Weltjudentum und die USA bestimmten Welten agieren, muss daher eine ganz besondere Aufmerksamkeit der Ermittler und Dienste gelten.

Im allgemeinen wird die Problematik des ideologischen Zusammenschlusses dieser beiden Lager komplett ignoriert. Ist das nicht ein fataler Fehler, dessen Folgen wir noch nicht absehen können?

Ganz allgemein erscheint es einer der zentralen Schwachpunkte der westlichen Demokratien zu sein, weniger vorbeugend zu operieren als punktuell auf akute Probleme und Krisen zu reagieren. Probleme werden von der politischen Debatte in der Regel erst dann wahrgenommen, wenn es ‚geknallt‘ hat. Man muss sich doch zum Beispiel schon fragen, warum die europäische wie übrigens auch die amerikanische Politik alle Berichte über das Treiben von Al-Qaida und die Verbindungen der Islamisten etwa zu saudischen ‚humanitären Organisationen‘ auch nach Kriegsende in Bosnien so beharrlich ignorierten. Es war das westliche Wegschauen, das Osama bin Laden sein balkanisches Sprungbrett nach Westeuropa garantierte. ähnlich könnte es mit dem ideologischen Schulterschluss der Islamisten mit dem internationalen Rechtsextremismus kommen. Dass es bis heute keinen gerichtsverwertbaren Beweis dafür gibt, dass ein solches Bündnis bereits operativ ist, kann doch nicht bedeuten, dass es dazu nicht kommen könnte. Wollen wir, wie im Fall von Al-Qaida, auf das spektakuläre Ereignis warten? Oder sollte für einmal so intensiv wie möglich vorbeugend aufgeklärt werden? Die meisten Ermittler haben keinen Zweifel, was getan werden müsste. Es liegt jetzt an der Politik, so schnell wie möglich die nötigen Vorgaben zu definieren.

Al Taqwa, die Luganeser Firma von Youssef Nada, Ali Ghaleb Himmat und Ahmed Huber war im Kreuzfeuer der Medien und der amerikanischen Geheimdienste. Auch Sie erwähnen diese Firma in Ihrem Buch und bringen die Verbindung der Al Taqwa zur Fimo. Die Fimo war, vor allem in der Zürcher Wochenzeitung „WOZ“ lange Zeit als Brückenkopf der Mafia, Schnittpunkt zur Propaganda due und als Waschinstitut für Drogengelder im Mediengespräch. Ist das ein Zufall, oder Spielen hier tatsächlich Kräfte mit, die mit der Fimo konform sind und deshalb wohl auch nicht wirklich verfolgt werden?

Journalisten tragen Fakten zusammen. Ob diese Fakten strafrechtliche Relevanz haben, muss die Justiz entscheiden. Auch für die Herren von al Taqwa und der Fimo gilt bis zu einem Urteilsspruch das Unschuldsprinzip. Aber der Volksmund weiß wohl nicht zu Unrecht, dass in der Regel dort, wo es raucht, auch Feuer ist.

Sie erwähnen, dass Prinz Nayif bin Abdulaziz al-Saud mit einer unmissverständlichen Warnung nach Bern reiste. Erstaunlich ist das nicht, aber dass Bern sich erpressen lässt ist wohl auch nicht erstaunlich. Es ist vielmehr ein Skandal. Können Sie hier näher ins Detail gehen? Steht das eventuell auch im Zusammenhang mit den immensen saudischen Kapitalflüssen von den Vereinigten Staaten nach Genf?

Von dieser Reise nach Bern gibt es außer den erwähnten Fakten leider keine zusätzlichen Details. Aber Ihre Vermutung, dass die Aussicht auf eine graduelle Verlagerung der Ölgelder aus den USA in ausgewählte Länder Europas ein wichtiges Motiv für die Geheimnistuerei ist, ist nicht von der Hand zu weisen.

Sie werden kritisiert, da Sie die westlichen Gesetzesgrundlagen für zu lasch halten. Im Prinzip sind wir aber nun dabei die Rechtsgrundlagen für einen totalitären Staat, nicht nur in Amerika sondern auch in Europa, aufzubauen. Interessanterweise ergänzen sich die Meinungen von Personen wie Pierce, Huber oder Mahler, die davon ausgehen Terror zu schüren bis die Ordnung zusammenbricht. Wer den Terror letztendlich ausführt ist ihnen egal, Hauptsache es brennt. Sollte tatsächlich eine Nazi-Islamische Kooperation im Spiel sein, würde eine Verschärfung der Gesetzesgrundlage der Bewegung in die Hände spielen. Ist das nicht eine unglaublich schwierige Gratwanderung, die uns das Genick brechen könnte?

Ich bin es allmählich leid, von diesen ach so gut-meinenden Vogel-Strauss-Demokraten ständig der Scharfmacherei beschuldigt zu werden. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die Intoleranz in- und ausländischer Extremisten in unserer Mitte zu tolerieren ist kein Zeichen demokratischer Reife, sondern von politischer Verantwortungslosigkeit. Ich verlange nicht härtere Gesetze, sondern genaueres Hinschauen. Die Rechtsgrundlage gegen Extremisten jeglicher Couleur ist in den meisten Ländern absolut ausreichend. Es mag hier und dort Nachbesserungen brauchen. Ansonsten aber sollten die bestehenden Vorschriften angewandt werden.

Es ist das beharrliche Leugnen der großen Volksparteien von realen und mit der Zuwanderung verbundenen Problemen gewesen, das einen Teil der europäischen Wählerschaft in die Arme von Populisten wie Jörg Haider in Österreich, Umberto Bossi in Italien oder Pim Fortuyn in Holland getrieben hat. Wo sonst ist der Nährboden für die le Pens, die flämische oder die dänische Rechte? Warum haben Edmund Stoiber und sein bayrischer Spezi Beckstein auf die ungunestigeren Wahlprognosen in den letzten Tagen vor der Bundestags-Wahl sofort mit der Angstpropaganda der Ausländerpolitik reagiert?

Dass die kosovarische UCK gegen den serbischen Diktator zum Alliierten gekürt wurde, obwohl selbst in NATO-Papieren stand, dass sie sich über Drogenhandel, Waffenschmuggel und Prostitution finanziert; dass Herr Kaplan mit seinem Kalifatstaat jahrelang geduldet wurde, obwohl er im Schutz seiner Religion einen politischen Umsturz in der Türkei plante; dass islamische Organisationen, die der deutsche Verfassungsschutz für bedenklich hält, Koranlehrer an deutsche Schulen plazieren und dort nach fremden Lehrplänen und in fremden Sprachen unterrichten dürfen; dass Organisationen wie Hizbollah oder Hamas in Deutschland Spendengelder sammeln dürfen, die vermutlich auch den Kamikaze-Attentätern in Israel helfen – all das und mehr riskiert nur eine Reaktion in der Gesellschaft: eine schleichende Verschiebung nach Rechts, die für den Fortbestand der Demokratie in der bisherigen und energisch zu verteidigenden Form viel gefährlicher werden könnte als alle geifernden Hetztiraden ewiggestriger Rechtsextremisten oder Attacken fanatischer Islamisten zusammen.

Wer heute noch behauptet, es gäbe mit dem fanatisierten Teil des Islam kein Problem, spielt den Hubers und Mahlers in die Hände.

Es mehren sich die Stimmen von Zielfahndern und Agenten, die komplett frustriert das Handtuch werfen oder zurück gebunden werden. Gerade deren Arbeit zeigt immer wieder die interessantesten Resultate und Schritte in die richtige Richtung. Deuten Ihre Quellen darauf hin, dass Sie deren Sprachrohr sind?

Wir sind Niemandes Sprachrohr. Eine der grössten Schwierigkeiten war es, ‚gute‘ von ’schlechten‘ Informationen zu trennen. Immer wieder ist versucht worden, uns entweder in die Irre zu leiten oder uns gezielte falsche Informationen zuzuspielen. Wir können nur sagen, dass wir jede uns zugespielte Information so gründlich und so unvoreingenommen wie möglich geprüft haben. Dass viele der Steinchen des von uns beschriebenen grossen Mosaiks aus verdeckten Quellen stammen, sollte eigentlich nicht verwundern. Es sind Polizeifahnder und Geheimdienste, die sie beschaffen. Ebenso wenig wie es Erstaunen auslösen sollte, dass es die Frustration ist, die hoch motivierten Ermittlern ab und zu die Zunge löst. Journalisten und Buchautoren lassen dann das Aufnahmegerät laufen oder gehen mit einem neuen Packen von Dokumenten nach Hause. Sie sind Chronisten des Kampfs gegen das Organisierte Verbrechen oder gegen den internationalen Terrorismus. Akteure sind sie nie.

Sehr geehrter Herr Dohnanyi, sehr geehrte Frau Dohnanyi, wir bedanken uns herzlich für das Gespräch und wünschen ihnen alles Gute.

Johannes von Dohnanyi ist der Autor des beim Pendo Verlag erschienenen Buches „Schmutzige Geschäfte und Heiliger Krieg; Al Qaida in Europa“. Er war Italien- und EU-Korrespondent des Schweizer Wochenmagazins „Weltwoche“. Zur Zeit ist Dohnanyi Auslandchef des Sonntagsblick. Er wurde mit dem Journalistenpreis der Stadt Rom ausgezeichnet.
Germana von Dohnanyi ist gebürtige Mailänderin. Sie war Asien-Korrespondentin für „Il Giornale/L’independente und war als freie Balkan- Korrespondentin tätig. Derzeit ist sie als freie Journalistin tätig, unter anderem für das „Greenpeace Magazin.“

DIeses Interviewe erschien erstmalig im Factum Magazin

Weiterführende Artikel
Report On Islamists, The Far Right, And Al Taqwa
Der mysteriöse Achmed Huber:

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Rassismus – das beste Rekrutierungsargument für Terroristen

Naomi Klein – Hussein Osman ist einer der Männer, denen vorgeworfen wird, an den gescheiterten Bombenanschlägen vom 21. Juli in London beteiligt gewesen zu sein. Laut der Zeitung La Republica soll er den italienischen Ermittlern gesagt haben, man hätte sich durch “Filme über den Irakkrieg” für die Anschläge präpariert.

(Es waren) vor allem solche, in denen Frauen und Kinder von britischen und amerikanischen Soldaten getötet und ausgelöscht wurden… mit weinenden Witwen, Müttern und Töchtern”. Dabei gilt doch der Glaubenssatz: Der politisch korrekte Antirassismus hat Großbritannien terroranfällig gemacht. Sollten obige Aussagen von Hussein Osman zutreffen, läge ein anderes Motiv für die Terrorakte gegen England allerdings näher: Wut – Wut auf etwas, das als extremer Rassismus empfunden wird. Oder wie soll man das nennen, wenn Leute glauben, das Leben von Amerikanern und Briten sei mehr wert als das von Arabern und Muslimen (so dass man die getöteten Muslime und Araber im Irak erst gar nicht zählt)? Ein Glaube, der so weitverbreitet ist, dass er uns kaum noch auffällt.

Das Problem in Großbritannien ist nicht zuviel Multikulti sondern zuwenig.
Nicht das erstemal, dass extreme Ungleichheit Extremismus erzeugt. Der Mann, der als intellektueller Nestor des radikalen politischen Islam gilt, hieß Sayyid Qutb, ein ägyptischer Schriftsteller. Seine ideologische Epiphanias erlebte Qutb während eines Studienaufenthalts in den USA. Der puritanische Gelehrte mag schockiert gewesen sein über die Freizügigkeit der Frauen in Colorado, weit schwerer allerdings wog die Erfahrung mit der “üblen und fanatischen Rassendiskriminierung”, so schrieb er später. Es war Zufall, dass Qutb ausgerechnet 1948 nach Amerika kam – im Jahr der israelischen Staatsgründung. Er erlebte ein Amerika, das blind schien für Tausende von Palästinensern, die durch das Zionistische Projekt zu Dauerflüchtlingen wurden. Für Qutb ging es hier nicht um Politik – vielmehr um einen Angriff auf den Kern seiner Identität: Es war klar, den Amerikanern ist das Leben von Arabern weniger wert als das von europäischen Juden.

Laut Yvonne Haddad, Professorin für Geschichte an der Georgetown University, hat diese Erfahrung Qutb “verbittert, er konnte diese Bitterkeit nie mehr abstreifen”. Nach Ägypten zurückgekehrt, schloss er sich der Moslembruderschaft an – was zur nächsten lebensentscheidenden Erfahrung für ihn werden sollte: Qutb wurde verhaftet, schwer gefoltert und in einem Show-Prozess verurteilt – wegen Verschwörung gegen die Regierung.

Qutbs politische Theorie ist in hohem Maße geprägt von der Erfahrung der Folter. Qutb kam zu dem Schluss, seine Folterer seien subhumane Ungläubige – eine Schublade, in die er auch den Staat steckte, der diese Brutalität anordnete, eine Schublade, die schließlich auf alle muslimischen Zivilisten angewendet wurde, die dem Nasser-Regime ihre passive Zustimmung gaben.

Eine Riesenkategorie des Subhumanen. Sie erlaubte es Qutbs Anhängern, die Tötung von praktisch jedem als die eines “Ungläubigen” zu legitimieren – solange das Ganze im Namen des Islam geschah. Eine politische Bewegung für einen islamischen Staat wurde so zu einer Ideologie der Gewalt – und zur ideologischen Grundlage für die spätere Al Kaida. Man könnte sagen, der islamistische Terror ist ein westliches Erzeugnis – “home-grown” – lange vor den Anschlägen vom 7. Juli (in London). Die Quintessenz all dessen: Wir haben es mit den modernen Folgen des beiläufigen Rassismus von Colorado/USA und der Konzentrationslager von Kairo zu tun.

Aber warum das alles erneut ausgraben? Ganz einfach, weil heutzutage Benzin in die Doppelflamme der Qutb-Wut, die die Welt veränderte, gegossen wird: Der muslimische, der arabische Körper wird in Folterkammern erniedrigt – überall auf der Welt. Tote Muslime und Araber spielen in den simultanen Kolonialkriegen keine Rolle. Andererseits macht es der Computer jedem von uns leicht, sich die drastischen Beweise für die Erniedrigungen und Tötungen digital vor Augen zu führen. Um es noch einmal zu sagen: Es ist diese tödliche Mischung aus Rassismus und Folter, die in den Adern jener zornigen jungen Männern brennt. Qutbs Biografie ist eine ernste Mahnung an uns heute: Nicht Multikulti-Toleranz facht den Terror an, sondern Toleranz für jene Barbarei, die in unserem Namen begangen wird.

In dieses explosive Gemisch trat Tony Blair – entschlossen, die beiden Hauptursachen für den Terror als Kur auszugeben. Blair plant, noch mehr Leute an Staaten auszuliefern, in denen man sie wahrscheinlich foltern wird. Und er will weiter Kriege führen. Es sind Kriege, bei denen die Soldaten nicht einmal die Namen der Städte kennen, die sie dem Erdboden gleichmachen. (Ein kleines Beispiel: Der ‘Knight Rider’-Report vom 5. August zitiert einen Sergeanten der US-Marines, der versucht, seine Squad (Einheit) aufzuputschen: “Wir werden uns an diesen Tag erinnern, als den guten alten Tag, an dem ihr…. Tod und Zerstörung über – wie heißt der fucking Ort noch gleich? – brachtet”. Jemand kommt ihm zu Hilfe: “Haqlaniyah”.)

Auch in Großbritannien herrscht kein Mangel an jener “üblen und fanatischen Rassendiskriminierung”, die Qutb einst an Amerika kritisiert hat. “Natürlich kam es zu isolierten Akten von inakzeptablem rassistischem und religiösem Hass”, so Blair – bevor er seinen 12-Punkte-Plan zur Terrorbekämpfung vorstellte -, “aber es waren nur isolierte (Akte)”. Isoliert?

Allein bei der Islamic Human Rights Commisssion gingen nach den Bombenanschlägen von London 320 Beschwerden über rassistische Übergriffe ein. Die Monitoring Group, eine karitative Organisation, die sich um die Opfer rassistischer Gewalt kümmert, verzeichnete 83 Notrufe. Laut Scotland Yard ist die Zahl der hassmotivierten Verbrechen seit dem Vorjahreszeitraum um 600% gestiegen. Dabei war schon das Jahr 2004 kein Ruhmesblatt: “Jeder fünfte britische Wähler, der einer ethnischen Minderheit angehört, denkt aufgrund der rassistischen Intoleranz über eine Ausreise aus Großbritannien nach”, ergab eine Umfrage des Guardian im März 2004.

Diese Daten zeigen – Multikulturalismus Marke Großbritannien (oder Frankreich oder Deutschland oder Kanada…) hat mit echter Gleichheit wenig zu tun. Es ist der Pakt mit dem Teufel (Faustian bargain) – zwischen Politikern, die gewählt werden wollen und selbsternannten sogenannten ‘community leaders‘. Ethnische Minderheiten werden in entlegene, staatlich subventionierte Ghettos abgedrängt, und die Zentren des öffentlichen Lebens bleiben weitgehend unbehelligt von jenen seismographischen Verwerfungen, die sich in der ethnischen Landschaft vollziehen. Nichts belegt besser, wie oberflächlich diese angebliche Toleranz in Wirklichkeit ist, als die Hast, mit der jetzt Muslime, die angeblich nicht “britisch” genug sind, zum “Abhauen” aufgefordert werden (so der konservative Abgeordnete Gerald Howarth).

Das eigentliche Problem ist nicht zuviel Multikulti sondern zuwenig. Wäre es den unterschiedlichen Menschen, die heute am Rande der westlichen Gesellschaften gettoisiert leben (örtlich und psychologisch gettoisiert) wirklich erlaubt, in die Zentren zu ziehen, könnte dies das öffentliche Leben mit einem kraftvollen neuen Humanismus erfüllen. Profund multiethnische westliche Gesellschaften – anstatt dieses oberflächliche Multikulti – würden es Politikern längst nicht so leicht machen, ihre Unterschrift unter eine Abschiebungsverfügung zu setzen. Algerische Asylsuchende, zum Beispiel, werden in die Folter abgeschoben. Und es würde Politikern auch bei weitem nicht mehr so leicht fallen, Kriege zu führen, bei denen nur die toten Invasoren zählen. Und eine Gesellschaft, die Gleichheit als Wert und die Menschenrechte hochhält – im eigenen Land wie im Ausland – hätte noch einen Vorteil. Sie würde den Terroristen ihr wichtigste Rekrutierungsmittel aus der Hand nehmen: Rassismus.

Weiterführende Artikel

Anmerkungen
Dieser Artikel wurde unter wissenschaftlicher Mitarbeit von Andréa Schmidt erstellt. Erstabdruck einer Version dieses Artikels in The Nation und ZNet

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New claims emerge over Menezes death

► Brazilian was held before being shot
► Police failed to identify him
► He made no attempt to run away

Rosie Cowan, Duncan Campbell and Vikram Dodd – The young Brazilian shot dead by police on a London tube train in mistake for a suicide bomber had already been overpowered by a surveillance officer before he was killed, according to secret documents revealed last night.

It also emerged in the leaked documents that early allegations that he was running away from police at the time of the shooting were untrue and that he appeared unaware that he was being followed.

Relatives and the dead man’s legal team expressed shock and outrage at the revelations. Scotland Yard has continued to justify a shoot-to-kill policy.


Had already been overpowered by a surveillance officer before he was killed

Jean Charles de Menezes died after being shot on a tube train at Stockwell station in south London on July 22, the morning after the failed bomb attacks in London.

But the evidence given to the Independent Police Complaints Commission (IPCC) by police officers and eyewitnesses and leaked to ITV News shows that far from leaping a ticket barrier and fleeing from police, as was initially reported, he was filmed on CCTV calmly entering the station and picking up a free newspaper before boarding the train.

It has now emerged that Mr de Menezes:

► was never properly identified because a police officer was relieving himself at the very moment he was leaving his home;

► was unaware he was being followed;

► was not wearing a heavy padded jacket or belt as reports at the time suggested;

► never ran from the police;

► and did not jump the ticket barrier.

But the revelation that will prove most uncomfortable for Scotland Yard was that the 27-year-old electrician had already been restrained by a surveillance officer before being shot seven times in the head and once in the shoulder.

The documents reveal that a member of the surveillance team, who sat nearby, grabbed Mr de Menezes before he was shot: „I heard shouting which included the word ‚police‘ and turned to face the male in the denim jacket.

„He immediately stood up and advanced towards me and the CO19 [firearms squad] officers … I grabbed the male in the denim jacket by wrapping both my arms around his torso, pinning his arms to his side. I then pushed him back on to the seat where he had been previously sitting … I then heard a gun shot very close to my left ear and was dragged away on to the floor of the carriage.“

The leaked documents and pictures showed the failures in the police operation from the time Mr de Menezes left home.

A surveillance officer admitted in a witness statement that he was unable to positively identify Mr de Menezes as a suspect because the officer had been relieving himself when the Brazilian left the block of flats where he lived.

The police were on a high state of alert because of the July 7 and July 21 bombings, and had been briefed that they may be called upon to carry out new tactics – shooting dead suspected suicide bombers in order to avoid another atrocity.

The IPCC investigation report states that the firearms unit had been told that „unusual tactics“ might be required and if they „were deployed to intercept a subject and there was an opportunity to challenge, but if the subject was non-compliant, a critical shot may be taken“.

But it now appears, that contrary to earlier claims, Mr de Menezes was oblivious to the stakeout operation. On the morning of July 22, police officers were in Scotia Road, Tulse Hill, watching a property they believed contained one or more of the would-be bombers who had tried to detonate four bombs on London transport less than 24 hours before.

One firearms officer is quoted as saying: „The current strategy around the address was as follows: no subject coming out of the address would be allowed to run and that an interception should take place as soon as possible away from the address trying not to compromise it.“

But the report shows that there was a failure in the surveillance operation and officers wrongly believed Mr de Menezes could have been one of two suspects.

The leaked papers state: „De Menezes was observed walking to a bus stop and then boarded a bus, travelling to Stockwell tube station.

„During the course of this, his description and demeanour was assessed and it was believed he matched the identity of one of the suspected wanted for terrorist offences … the information was passed through the operations centre and gold command made the decision and gave appropriate instructions that de Menezes was to be prevented from entering the tube system. At this stage the operation moved to code red tactic, responsibility was handed over to CO19.“

CCTV footage shows Mr de Menezes was not wearing a padded jacket, as originally claimed, and that he walked calmly through the barriers at Stockwell station, collecting a free newspaper before going down the escalator. Only then did he run to catch the train.

A man sitting opposite him is quoted as saying: „Within a few seconds I saw a man coming into the double doors to my left. He was pointing a small black handgun towards a person sitting opposite me. He pointed the gun at the right hand side of the man’s head. The gun was within 12 inches of the man’s head when the first shot was fired.“

A senior police source last night told the Guardian that the leaked documents and statements gave an accurate picture of what was known so far about the shooting. But the IPCC refused to confirm the documents were genuine adding: „Our priority is to disclose any findings direct to the family, who will clearly be distressed that they have received information on television concerning his death.“

The home secretary, Charles Clarke, said: „It is critically important for the integrity of the independent police investigating process that no pressure is put upon the IPCC before their full report is published and that no comment is made until that time.“

Harriet Wistrich, lawyer for the family, said: „There is incompetence on the part of those watching the suspect and a serious breakdown of communication.“

Asad Rehman, spokesman for the family’s campaign, called for a public inquiry. „This was not an accident,“ he said. „It was serious neglect. Clearly, there was a failure both in police intelligence and on an operational level.“

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terror

Anruf aus der Hölle: 9/11 Audio Files veröffentlicht

Die Stadt New York hat Aufzeichnungen der Telefonate Hilfe suchender Menschen im World Trade Center mit der Notruf-Zentrale vom 11. September 2001 zur Veröffentlichung freigegeben. Der Freigabe ging ein Rechtsstreit voraus.

Es sei nun besser möglich, Mängel bei der «grössten Rettungsaktion in der amerikanischen Geschichte» aufzudecken, berichtete der Sender CNN. Die Zeitung «New York Times» hatte unter Berufung auf die gesetzlich verbürgte Informationsfreiheit gegen eine Geheimhaltungsorder von New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg geklagt.

«Hilferufe aus der Hölle»
Die mitgeschnittenen Notrufe von Menschen, die im World Trade Center in der Falle sassen und wenig später in den Trümmern der einstürzenden Gebäude umkamen, wurden seinerzeit als «Hilferufe aus der Hölle» bekannt. Einige der Anrufprotokolle hatten sich amerikanische Medien auf inoffiziellem Wege besorgt und veröffentlicht. Dadurch wurde nicht nur das Grauen nach den Terroranschlägen auf die World Trade Center-Zwillingstürme dokumentiert, sondern auch ein grosses Chaos bei den Rettungskräften.

Berichte von Feuerwehrleuten und Sanitätern
Ebenfalls am Freitag wurden in New York mündliche Berichte von 503 Feuerwehrleuten, Sanitätern und anderen Nothelfern veröffentlicht. Die Tonbandaufzeichnungen, mit denen die Feuerwehr zwei Wochen nach dem 11. September begonnen hatte, seien ausserordentlich bewegend, berichtete die «New York Times». Sie könnten nun von den Medien und Historikern gründlich ausgewertet werden.

9/11 Audio Files

Fotos: Oliver Dähler