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Tratschundlaber

Sonja Wenger – «Miese Deals gibt’s schon genug», ist seit Wochen auf Plakatwänden zu lesen. Weshalb ausgerechnet die Dauerschwafeltarife von «Tele2» die Ausnahme der Regel sein sollen, bleibt aber rätselhaft. Genauso wie übrigens die Frage, ob man statt dessen nicht doch besser den Ausverkauf der eigenen Seele in Erwägung ziehen sollte – ist doch inzwischen guter Schweizer Standard. Ops!

Apropos Schweiz: Wir haben als Nation nun eine neue Identifikationsfigur, und die Pressefuzzis etwas zum Schreiben. Schliesslich kann man die immer gleichen Schnarchnasen nicht ewig durchkauen, und selbst Udo Lindenberg ist der Meinung, dass «die Tagespolitik ausser Völkermord und Krieg nicht mehr so viel hergibt».


Herzig: Thomas Beatie habe eine «sehr stabile männliche Identität» und – er sei schwanger.

Der neue Mister Schweiz heisst Stephan Weiler und braucht nach eigenen Angaben «viel Anerkennung von anderen». Das sei wichtig für ihn, um sein Selbstbewusstsein aufzubauen. Beruhigend ist, dass er sich trotzdem «männlich genug» fühlt. Lustig, genau das Gleiche sagte Thomas Beatie kürzlich bei Oprah Winfrey, der US-Meisterin der Tränendrüse: Er habe eine «sehr stabile männliche Identität» und – er sei schwanger. Beatie war noch vor zehn Jahren eine Frau und gar eine hawaiianische Schönheitskönigin. Nach einer Geschlechtsumwandlung hatte er geheiratet und wurde nun auf eigenen Wunsch künstlich befruchtet.

Nun ist es ja bekannt, dass unsere gekrönten Schönheiten nicht von der Medienbühne abtreten, es werden einfach jedes Jahr zwei mehr. Aber dass es Leute gibt, die diese Deals gleich so mies finden…! Doch überhaupt: Wenn tatsächlich mal einer abgeht, dann rauscht es im Blätterwald. So sang die «SonntagsZeitung» von den zehn kleinen «Managerlein», und die letzten zwei, die «mussten einfach unersetzlich sein; Marcel Ospel machte die UBS zum Hedge Fund – und liess Daniel Vasella allein».

Dagegen springt die «Schweizer Illustrierte» seit Wochen in die Ospel-Bresche und faselt etwas von harter Jugend. Er esse «am liebsten Fleischkäse mit Spiegelei» und habe von seinem Vater Werte wie «Leistung und Demut» gelernt. Aber ja, das stand da so! Laut Wirtschaftsanwalt Roland Rasi sei Ospel aber nun einer, der am Morgen nicht mehr wisse, weshalb er aufstehe: «Der Chauffeur kommt nicht. Der Learjet wartet nicht. Man hat keine Sekretärin mehr.»

Der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch hat sich übrigens beim Mephisto-Angebot das Kleingedruckte unter die Lupe genommen: «Tele2» behält sich vor, den Vertrag bei Kunden, die lange telefonieren, zu kündigen. Aber eben, fragen sich die neun Managerlein: Was ist denn an dem Deal mies? Macht doch heute jeder!

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Tratschundlaber

Sonja Wenger – Er sei «der Kämpfer der Herzen», schrieb die «Süddeutsche Zeitung» über Prinz Harry und seinen Afghanistan-Trip Anfang Jahr. Die deutsche «Vanity Fair» titelte im März gar: «Der traurige Prinz. Im Krieg fand er ein Glück. In der Heimat wartet der goldene Käfig.» Etwas differenzierter sah es dann der britische «Guardian» und schrieb: «Harry, du bist nicht normal, du bist ein Prinz. Und dies ist Krieg, nicht Therapie.»

Dieser Medienrummel habe einmal mehr gezeigt, dass Königsblut noch immer mehr wert sei als Bürgerblut. Und dass es zwar eine aufwändig durchdachte Exit-Strategie für Harry gab, jedoch nicht für die britischen Truppen.


Ammann: «Man muss aufhören, Frauen zu benachteiligen. Vor allem in anderen Ländern.» Na dann Prost daheim.

Aber das sind natürlich böse Fragen, unangenehm zu stellen und sowieso nicht zu beantworten. Deshalb füttern die Medien in inniger Umarmung mit den Mächtigen und Schönen das Fußvolk fleißig weiter mit schwachsinnigem Promi-Fastfood und spekulieren, dass es sich dann wie immer der wohligen Verdrängung hingibt, sei es bei Klima, Krisen oder Krieg.

Dabei stellt sich allerdings die Frage, weshalb die Regierungen immer mehr Rauchverbote durchsetzen. Immerhin haben zwei US-Forscher kürzlich herausgefunden, dass «Raucherhirne Alternativen verdrängen». Getestet wurde dies mit einem Vergleich der Strategie beim Geldanlegen.

Dabei kam heraus, dass Nichtraucher die Konsequenzen alternativer Handlungen in ihren Entscheidungsprozess einfließen lassen, Raucher hingegen nicht. Offen bleibe dabei aber, ob dieser Verdrängungsmechanismus die Ursache oder die Folge einer Sucht sei.

Apropos Sucht: Die «Schweizer Illustrierte» kann den September wohl kaum erwarten, deshalb verrät sie schon im März: «So wirst du Miss Schweiz». Dabei durfte die Krönleinträgerin Amanda Ammann ihre Familie vorstellen, und zwischen Föteli, Hymne und Anbetung gleich noch so tolle Zitate zum Besten geben wie: «Die Glamourwelt wäre auf Dauer nichts für mich.»

Statt über den neuesten Klatsch unterhalte sich Amanda lieber «mit Kriegsberichterstattern über die Lage in Afrika und mit Bundesräten über die Schweizer Politik». Doch eben: Recht machen kann man es eh nie allen. Das musste unsere beschleierte Außenministerin Micheline Calmy-Rey in Teheran wieder einmal schmerzlich erfahren, dabei hat sie doch einen so schönen Handelsvertrag heimgebracht. Aber auch bei der echten Miss Schweiz funktioniert die ständige «kleine Zensurschere im Kopf» nicht immer. Auf die Frage der «NZZ am Sonntag» beim Opernball, was sie sich denn wünsche, meinte «die vorsichtige Amanda» nämlich: «Man muss aufhören, Frauen zu benachteiligen. Vor allem in anderen Ländern.» Na dann Prost daheim.

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Just Gossip… Putin Denied, Kabaeva Denied, Tabloid Apologized, Lyudmila…?

David Dastych – At a press conference with Silvio Berlusconi on Sardinia, Vladimir Putin officially denied a story that had circulated the world since Friday, April 16. Smiling and relaxed, Putin said “there is not a single word of truth” to the report carried by Moscow tabloid Moskovsky Korrespondent alleging that the former Russian President intended to marry a gym champion, model and MP, Alina Kabaeva, on June 15.


In its last weekend issue, the Moscow tabloid, specializing on spicy gossip about celebrities, had reported about 55-year-old Putin’s plans to wed former Olympic gymnast Alina Kabayeva (25)

Moskovsky Korrespondent since apologized and then folded. “But he did not stop there. Putin seemed to enjoy playing up the image of a ladies’ man. He clearly relished the question from the Kremlin pool reporter and went on to say that he likes all Russian women,” AP reported from Porto Rotondo on April 18. Some time earlier, Alina Kabaeva, a member of the State Duma (lower house of Russian Parliament), had categorically denied the report and had demanded the tabloid issue a denial or face libel charges. The paper apologized: “We deeply regret if the information published in our article was found by its heroes as insulting. We apologize to all those, who consider that this story has caused them moral sufferings,” Moskovsky Korrespondent wrote in its front-page editorial. See a video report:

The sensational “romance story” of the Russian top politician and a lovely young woman of Russian-Uzbek extraction could end right here. But still some questions sound “on air”. Let’s begin from the basic facts.

In its last weekend issue, the Moscow tabloid, specializing on spicy gossip about celebrities, had reported about 55-year-old Putin’s plans to wed former Olympic gymnast Alina Kabayeva (25) on June 15, in Tsarskoe Selo (“Tsar’s Village”) near St.Petersburg. Moskovsky Korrespondent had also claimed that the Russian leader had divorced his wife Lyudmila back in February, although on March 2, 2008 they were publicly seen together at the polling station to cast their vote for the presidential election. The paper also claimed they had obtained “confirmed” information from local officials about preparations being made for a lavish wedding party at a former royal palace at Tsarskoe Selo. In fact, the place could be ideal for a “tsar’s wedding”, with its Catherine Palace and Alexander Palace with its beautiful gardens and fountains.

There is no doubt, Vladimir Putin and Alina Kabaeva know each other, though she is not the only young beauty the former President has met in person and entertained.

Putin’s Babes
According to Russian media reports, several attractive and witty young women have been invited (by Putin) to join the country’s politics.

“Vladimir Putin has succeeded in ‘sexing-up’ the image of his United Russia party as a result of the December 2007 parliamentary elections. Apparently frustrated with the lack of beautiful women in his party, the President has recruited Svetlana Zakharova, the principal ballerina of the Bolshoi Theater, and no fewer than four former athletes turned topless models to become deputies in the Duma. These ladies, already known as ‘Putin’s babes’ are:

• Svetlana Khorkina, 28, a feisty, blonde, seven-time Olympic medal winning gymnast. “It’s very good to be sexy,” says the newly-elected representative. “I posed naked for Russian Playboy when I was 17 or 18 and it was a great pleasure. Why not if you’ve got something to show? I will work as a part of Russia’s strongest political team.“

• Svetlana Zhurova, 35, an Olympic speed-skating champion, says she entered politics because “youth is our future”. She poses topless, sometimes with her skates as props, for men’s magazines.

• Natalia Karpovich, 35, a boxer and bodyguard before she entered politics, has posed wearing nothing but her boxing gloves.
• Alina Kabaeva, 24, a rhythmic gymnast known for her extreme flexibility, has appeared naked wrapped in fur. 

• Svetlana Zakharova, 28, is considered to be one of the world’s greatest ballerinas. “Everything about the Kremlin excites me,” she says. “There is some mighty energy concentrated there, even the air is different.”

Viktor Gribachev, a Russian political analyst and former press officer for the Russian parliament said: “We are definitely ahead of all in terms of ladies with sex appeal among our MPs. These young women are full of energy and eagerness to become serious law-makers.” Putin himself is no stranger to the topless photo opportunity. His popularity increased when he appeared shirtless in a series of pictures taken on a fishing trip in Siberia last summer.

…and what about Lyudmila?
She was also an attractive young woman and she still remains one, at 50.

“Lyudmila Putin, 43, stepped firmly into the ranks of world leaders’ wives with an interview demonstrating her religious faith, her charity work, her devotion to her husband and her recipe for soup” reported “The Times” on December 29, 2001.In her first interview to a Russian newspaper, Mrs Putin, 43, also provided glimpses of her home life, admitting that she sometimes argued with her husband even now he was the President and saying that her new role made it “very hard to remain myself”. The whole Putin’s family are active Russian Orthodox believers.

On her birthday, Vladimir Putin, 49, gave her a golden chain and cross. “When I woke up it was lying on the bedside table,” she said. “He had bought it two months earlier in Jerusalem. His self-control and patience always amaze me. When I buy presents I have to give them straight away.” She told Komsomolskaya Pravda: “We go to church about once a month. I don’t like to talk about my faith in public. It is a very personal thing, but I do believe faith can unite people.”

“The Putins met 21 years ago when he was a student and she was an air hostess. She used to fly to St Petersburg from her home town of Kaliningrad to meet him for dates. Mr Putin courted his future wife with characteristic caution, proposing to her 3½ years later. They have two daughters, Masha, 16, and Katya, 15.” (One of them is married and lives in Munich, Germany now).

“Regarding a woman’s role in life, Putin’s views are crystal-clear—and not exactly progressive—45-year-old Lyudmila said in a biography of the Russian leader released on September 4, 2002. He has two basic rules: “a woman must do everything at home” and “you should not a praise a woman, otherwise, you will spoil her,” she confided to journalist Oleg Blotski in “Vladimir Putin: The Road to Power.” And his background as a spook may have slightly contaminated his relations with his spouse, Lyudmila Putin went on.” He has put me to the test throughout our life together. I constantly feel that he is watching me and checking that I make the right decisions,” she complained.”

Was Vladimir Putin putting his wife to a test again? How come a Moscow paper produced a story that could have destroyed Putin’s longtime established marriage? Russia is a mysterious country, indeed.

linkThis article was first published at Canada Free Press

linkDavid Dastych, 67, is a veteran journalist who served both in the Polish intelligence and the CIA; jailed in Poland by the Communist regime he spent several years in special prison wards; released in early 1990’s he joined international efforts to monitor illegal nuclear trade in Europe and Asia; handicapped for lifetime in a mountain accident in France, in 1994; now he returned to active life and runs his own media agency in Warsaw.

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Frühlingsgefühle: Warten auf den neuen Firefox

World Content News – Schneller, sicherer und benutzerfreundlicher – alles Attribute mit denen sich der Open Source-Browser Firefox von jeher schmücken konnte. Mit der neuen Version 3, die im Juni dieses Jahres erscheinen soll, will man bei Mozilla noch einmal ordentlich Gas geben. WCN zeigt anhand der im Internet verfügbaren Beta-Version, was sich ändern wird. Und dass durchaus Grund zur Vorfreude besteht.

Mehr als 900 Verbesserungen haben die Entwickler gegenüber der Vorgängerversion angekündigt, die meisten freilich sind unter der Motorhaube von Firefox versteckt.

Performance und Speichernutzung

Die Performance hat sich durch das schnellere Verarbeiten von javascript-lastigen Webseiten spürbar verbessert. Solche Seiten werden mitunter mehr als doppelt so schnell aufgebaut.

Der ehemals hohe Arbeitsspeicherverbrauch bei mehreren offenen Tabs ist ordentlich reduziert worden, beim Schließen von Tabs wird entsprechend Speicher zur Nutzung von anderen Anwendungen schnell wieder freigegeben.

Schneller wird der Browser auch durch die größere Anzahl der möglichen parallelen Verbindungen. Firefox unterstützt nun 6 statt bisher 2 Verbindungen je Host. Die maximale Zahl von HTTP-Verbindungen wurde von 24 auf 30 gesteigert.

Die Entwickler sprechen inzwischen vom schnellsten Firefox aller Zeiten. Tatsächlich: Er flutscht ganz ordentlich.

Usability und Surfvergnügen

Das komfortabelste Highlight dürfte für die meisten wohl die neue Lesezeichenverwaltung sein. Wenn es mal schnell gehen muss, lässt sich der Link einer zu merkenden Webseite mit einem einfachen Klick auf das Sternsymbol zu einem vorläufigen Lesezeichen-Ordner hinzufügen, sortieren kann man dann später. Auch die Bearbeitung und Verwaltung der Bookmarks ist wesentlich benutzerfreundlicher als früher gestaltet. Bei den Abonnements von Newsfeeds listet Firefox zudem praktischerweise alle auf der Web-Seite vorhandenen RSS-Dateien auf.

Neuer überarbeiteter Download-Manager: Selbst wenn das verwendete Betriebssystem zwischendurch mal den Geist aufgibt, lässt sich ein begonnener Download nach einem Neustart wieder dort fortsetzen, wo er zuvor abgebrochen wurde. Zudem werden Downloads gleich auf Viren gecheckt.

In Version 3 kann Firefox Grafiken und Text gemeinsam skalieren, außerdem lassen sich die Einstellungen für jede Domain individuell speichern. Dies gilt auch für Berechtigungen, ob auf der jeweiligen Seite Grafiken, Pop-ups oder Cookies erlaubt sind. Vermisst wird leider die Funktion zur Erlaubnis von Script-Code.

Neu ist auch eine erweiterte Zoomfunktion und die Anpassung an das jeweilige Betriebssystem mit plattformspezifischen Icons und Schaltflächen.

Endlich hat man auch unkomplizierten Zugriff auf die eingebetteten Plug-Ins, die sich bei Bedarf auch deaktivieren lassen. Unter Einstellungen – Anwendungen kann man festlegen, welches Plug-In jeweils für welche Dateiart verwendet werden soll. Jedem Dateityp lässt sich eine individuelle Aktion zuordnen, z.B. Flash-Filme immer mit dem VLC Media Player abspielen.

Für Add-ons, das sind die kostbaren Zusatztools wie z.B. Werbungsblocker, Feed-Reader oder ähnliches, ist jetzt eine extra Suchmaschine verfügbar.

Vortrefflich gelungen sind die neuen Markierungs- und Drag-and-Drop Funktionen, mit denen sich wesentlich zügiger arbeiten lässt:
Zum einen lassen sich die Eingabefelder für Internet-Adressen und Suchmaschinenbefehle durch einfaches Ziehen mit der Maus vergrößern oder verkleinern. Wenn man ein Wort markiert und es in die Suchmaschinenleiste zieht – schwupp schon werden die Suchergebnisse angezeigt. Mit dem Strg-F-Tastendruck landet das markierte Wort automatisch in der unteren Suchleiste, mit dem sich eine Seite durchsuchen lässt.

Mehrfachmarkierungen: Wenn man beim Markieren die STRG- (bzw. CTRL-)Taste festhält, lassen sich künftig gezielt ausgewählte Teile einer Webseite in einem Rutsch kopieren. Ein Doppelklick markiert wie bisher ein Wort, zusätzlich gibt es jetzt auch den Triple-Click: Beim dreimaligen Anklicken wird der gesamte Absatz markiert.

Stop and Go: Firefox stellt jetzt nicht nur bei einem Absturz auf Wunsch die letzte Sitzung wieder her. Wenn man es allgemein einstellt, kann man am nächsten Morgen dort weitersurfen, wo man am Abend zuvor aufgehört hat. Eine gute Idee wäre vielleicht noch ein spezieller Menüpunkt etwa in der Art „Sitzung speichern und Beenden“. Mal fragen… 🙂

Sicherheit

Firefox 3 verfügt über einen integrierten Malware- und Phishing-Schutz. Das Aufrufen von möglicherweise schädlichen Internetseiten lässt sich dadurch fast gänzlich verhindern. Die dazu notwendige Blacklist wird jede halbe Stunde automatisch aktualisiert.

Die Adresszeile wird bei einer gesicherten Verbindung farblich hervorgehoben, mit einem Klick auf das links vor der Adresse stehende Favicon kann man sich von der Echtheit einer verschlüsselten Seite überzeugen und erhält reichlich Zusatzinformationen über Zertifikat und Betreiber.

Ein verbesserter Passwortmanager lässt zu, dass ein Passwort erst nach erfolgreichem Einloggen auf einer Webseite gespeichert wird. Dadurch wird verhindert, dass fehlerhafte Passwörter gespeichert werden, die sich nur umständlich wieder aus dem Manager entfernen lassen.

Beta downloaden und testen

Inzwischen ist fast im Sauseschritt die fünfte Betaversion (und damit möglicherweise die letzte) zum Testen im Internet bereitgestellt. Vorab: Zum Dauersurfen mit dieser Version ist es wohl noch zu früh, schon allein weil die vielen entsprechenden Add-Ons, mit denen Firefox erst die entsprechende Würze kriegt, noch nicht auf den neuen Browser upgedatet worden sind und ein kleines Sicherheitsproblem könnte hier und dort ja auch noch auftauchen. Aber gucken kann man ja mal.

Die 3.0 Beta5 installiert sich in ein separates Verzeichnis und lässt sich auch wieder problemlos entfernen. Man braucht dabei keine Angst zu haben, dass sich an Einstellungen der 2-Version etwas ändert oder was verloren geht. Beim ersten Start dauert es einen Moment, bis die vorhandenen Add-Ons auf ihre Kompatibilität überprüft wurden und der Browser sich eingerichtet hat. Mit der gleichen Prozedur lässt sich auf die gewohnte Version zurückswitchen, beide lassen sich aber nicht gleichzeitig ausführen.

Download-Link des Firefox 3.0b5

Von dieser Stelle aus noch ein dickes Lob an die Entwickler der neuen Firefox-Version – da ist Musik drin. Jetzt heißt es nur noch warten.

siehe auch:
Firefox 3 verspricht höchste Geschwindigkeit
(digitalproduction.com, 04.04.2008)
Studie: Firefox hat Chancen in Unternehmen
(linux-magazin.de, 03.04.2008)
Mozilla: Zehn Jahre Kampf gegen Microsoft (silicon.de, 01.04.2008)
Firefox durchbricht 500-Millionen-Marke (chip.de, 22.02.2008)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

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Tratschundlaber

Sonja Wenger– Die «Schweizer Illustrierte» titelte vor kurzem bei irgendeiner Promifrau, sie habe nun ihre wahre Bestimmung mit der Home «Traumrolle Mami» gefunden. Na wenigsten ist da die Welt noch in Ordnung, auch wenn sie überall sonst zugrunde geht. Da haben doch die Angestellten des öffentlichen Dienstes in Deutschland vor kurzem bei ersten Warnstreiks mindestens acht Prozent mehr Lohn gefordert: «Ich brauch Geld für Liechtenstein», stand da tatsächlich auf einem ihrer Protestplakate.


Mediale Schlammschlacht zwischen Spears und Hilton – unplugged aus Liechtenstein?

Es bleibt uns aber auch so nichts erspart: Dieter Bohlen muss für sein «antisoziales Verhalten» und seine «beleidigenden Äusserungen» gegenüber Kandidaten von «Deutschland sucht den Superstar» wohl 100‘000 Euro Bussgeld bezahlen. Und das, obwohl gar der «Spiegel» druckte «schliesslich wissen sie, was sie tun».

Die Sendung erfordere von den «zehntausenden Teenagern, bei deren Stimmchen selbst stressresistente Wanderratten glatt zerplatzen» immerhin Originalität, Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen. Das seien «Eigenschaften, die heute von jedem verlangt werden, der was werden möchte». Alle übrigen können ja «bei Attac oder Greenpeace als ehrenamtliche Helfer anheuern».

Dicke Haut ist also gefragt. Im übrigen fangen sie jetzt auch schon in Afrika an, ihre Viecher kreativ zu taufen: In Kenia wurde ein neugeborenes Rhinozeros nach dem ehemaligen Uno-Generalsekretär Kofi Annan benannt. Aber auch in unserem Land haben Politiker nichts zu lachen wenn sie dünnhäutig sind. Da wurde unser abgewählte Bundesrat Christoph Blocher bei der Basler Fasnacht tatsächlich als «hailigi Aifältigkait» bezeichnet.

Apropos Einfalt: Demnächst wird es eine Nachfolgesendung für die britischen Teletubbies geben: diesmal für 5-jährige. Sie wird «In the Night Garden» heissen und die Figuren so vielsagende Namen tragen wie Igglepiggle und Upsy Daisy.

Wer also das «Ah Oh» von Tinky-Winky und Laa-Laa im Griff hat, darf sich jetzt neu von Upsypiggle und Co. zum «selbständigen Denken anregen» lassen! Immerhin wissen wir jetzt endlich, wie Britney Spears zu ihrer Inspiration für den Songtitel «Oops» kam. Die Frau liefert aber auch so immer verlässlichen Zündstoff, sogar dann, wenn eigentlich der Manager an allem Schuld sein soll. Laut US-Paparazzis ist Spears gar «Gold wert», da sie so etwas wie ihre «eigene 24-Stunden Reality-TV-Show» sei. Schliesslich hätten alle inzwischen von «Paris die Nase voll».

Ah Oh! Was kommt als nächstes? «Winke-Winke bei Simple Life», die mediale Schlammschlacht zwischen Spears und Hilton – unplugged aus Liechtenstein?

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Tratschundlaber

Sonya Wenger – Wieder einmal gibt es einen Mauerfall. Doch statt zu feiern, dass der menschenverachtende Grenzwall im Gazastreifen kilometerweit niedergerissen wurde, zelebriert die Welt lieber die weitere Verachtung des Menschen.

So zum Beispiel Mister Strahlemann Tom Cruise. In einem neunminütigen Video auf YouTube (Stichwort: «Tom Cruise – Scientology Rant FULL») ist ein Interview des Hollywoodschauspielers zu sehen, in dem er von Scientology schwärmt. Demzufolge ist man als Scientologe als einziger Mensch in der Lage, bei einem Autounfall zu helfen, denn «du weisst, dass du etwas tun musst, weil du weisst, dass du als einziger weisst, wie du helfen kannst…». Nun denn. Laut einer Umfrage für die «Bild am Sonntag» hält übrigens jeder zweite Deutsche Cruise «für gefährlich».


Auch das US-Filmsternchen Lohan musste in die Leichenhalle – allerdings nicht wegen ihrer Magersucht, sondern um sich durch den Anblick von Unfallopfern der Folgen von «Trinken am Steuer» bewusst zu werden.

Als ungefährlich hingegen betrachtet wohl Fussballstar David Beckham seine Sportlerfreunde. Er vertraut ihnen so sehr, dass er seine Frau Victoria jederzeit mit einem Kollegen allein lassen würde, «auch wenn das Spice Girl nackt wäre». Allerdings hat das wohl eher etwas mit Realismus als mit Vertrauen zu tun. Schliesslich lässt sich niemand gerne von einem Knochengestell erstechen – der Tod lauert nämlich überall!

So gibt es nun eine neue Kleider-«Grösse» für die Magersuchtfront: -2 ist die neue 00. Aber das kommt halt davon, wenn man sich nur von «Diätcola, Marlboro Light und Wattebällen ernährt», wie kürzlich in einer «Viva»- Dokumentation über Modells und Stars erwähnt wurde. Auch das US-Filmsternchen Lindsay Lohan musste zwei halbe Tage in die Leichenhalle – allerdings nicht wegen ihrer Magersucht, sondern um sich durch den Anblick von Unfallopfern der Folgen von «Trinken am Steuer» bewusst zu werden.

Und einmal mehr ist von Britney Spears ein «erschütterndes Dokument der Einsamkeit und Verzweiflung» aufgetaucht: Vor irgendeinem ihrer vielen Zusammenbrüche habe sie in einem Abschiedsbrief geschrieben: «Vielleicht wäre es besser, wenn ich tot bin.»

Nun, dann hätte sie sich wenigstens nicht mit ansehen müssen, wie der neue «König des RTLDschungelcamps» gekrönt wurde, und vor allem weshalb: Er musste vorher nämlich Erdwürmer, lebende Grashüpfer, gekochten Känguru-Anus und Krokodilpenis essen – aber hey, wer den Anblick von «Moderator» Dirk Bach im Hawai- Bodysuit überlebt, den bringt auch sonst nichts mehr um.

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Zur Lage des irakischen Gesundheitswesens

Dr. Alexander von Paleske – Am 16. Januar veröffentlichte die UK Charity Medact einen Report über die Lage des Gesundheitswesens im Irak nach dem Einmarsch der USA sowie ihrer Verbündeten im Jahr 2003 mit dem Titel: „Rehabilitation under Fire”.

Obgleich das Pentagon seinerzeit über mögliche Auswirkungen der Invasion auf das Gesundheitswesen, das ohnehin unter langjährigen Sanktionen zu leiden hatte, gewarnt worden war, wurden 7 Prozent der Gesundheitseinrichtungen durch direkte Kriegseinwirkungen zerstört, 12 Prozent wurden unmittelbar danach von lokalen Vandalen geplündert und eine Reihe von Krankenschwestern und Ärzten gekidnappt.

In den darauffolgenden Jahren, bedingt durch die enorme Gewalt und die Unfähigkeit die Sicherheit der Krankenhäuser und ihrer Bediensteten zu gewährleisten, verließ etwa die Hälfte der irakischen Ärzte das Land; zusammen mit 2,2 Millionen Irakern. 2.000 Ärzte wurden getötet. Das Endresultat sind 9.000 Ärzte und 15.000 Krankenschwestern für eine Bevölkerung von 28 Millionen Menschen. Ein Arzt für 3.000 Menschen und dies in einer Situation, wo es durch tägliche Bombenexplosionen zu einem überproportionalen Anteil von Schwerstverletzten kommt.

Die lächerliche Summe von 4 Prozent des Budgets für Rekonstruktion geht in den Gesundheitssektor. Ich hatte hier bereits vorher das ganze Rekonstruktionsprogramm als pure Augenwischerei bezeichnet:

http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/4409811/ .

Aber es kommt noch schlimmer: Es wurden nur Projekte finanziert, die einen bestenfalls kurzfristigen Erfolg versprechen konnten, nichts, was auf lange Sicht zu einer grundlegenden Verbesserung geführt hätte. Dies berichtet Frederick Burkle, der nach dem Einmarsch im Jahr 2003 kurzzeitig Iraks Interim-Gesundheitsminister war und nun wieder an der Harvard Universität in Boston (Massachusetts/USA) zurückgekehrt ist, in der hochangesehenen Medizinzeitung LANCET vom 19.1.2008. Und um das Ganze auch noch für bestimmte Pharmafirmen profitabler zu machen, wurde die lokale Medikamentenliste, die den Empfehlungen der WHO folgte, ersetzt durch eine Liste, die eindeutig US-amerikanische und europäische Firmen favorisiert.

Viele Länder der Dritten Welt haben entlang der WHO Empfehlungen sogenannte „Essential Drug Lists“ und Therapieempfehlungen herausgebracht, so unter anderem auch Botswana und Simbabwe. Wer, wie ich mit solchen Listen gearbeitet hat, weiß, wie vernünftig hier vorgegangen wurde.

Die Konsequenzen dieser „Politik der verbrannten Erde“ im irakischen Gesundheitswesen – wie man sie korrekterweise wohl bezeichnen muss -, führt zu erheblichen Konsequenzen: Kein Zugang wegen Unbezahlbarkeit für die große Mehrheit.

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Tratschundlaber

Sonja Wenger – Zum Glück gibt’s die «Schweizer Illustrierte»: Immer dann, wenn der Überdruss an Jahresrückblicken einsetzt, schaut Elisabeth Tessier wohlgemut in die Zukunft und verkündet überraschend: «2008 wird ein gutes Jahr».

Die Planetenzyklen seien positiv. Das wird aber auch nötig sein, schliesslich weiss man bald nicht mehr, was denn nun zu tun ist: «Licht aus!», propagierte der «Blick» auf der Titelseite am 8. Dezember, als die grosse «Umwelt-Aktion des Jahres» als ein «leuchtendes Zeichen» für die Klimakonferenz auf Bali. Gleichzeitig lancierte die deutsche Tageszeitung «taz» auf ihrer Titelseite für das gleiche Datum «Licht an!».


So macht regieren Spass!

Während sich der «Blick» allerdings nach der Aktion wie immer selbst auf die Schulter klopfte, lieferte die «taz» immerhin eine «Klimaaktion für Fortgeschrittene»: Schliesslich gehe es doch darum, seine eigene Klimabilanz zu verbessern und «auf keinen Fall das eigene Hirn auszuschalten». Ein Appell, den man nicht oft genug wiederholen kann. Denn mehr als je zuvor wollen uns Medien und Werbung vom Gegenteil überzeugen und vertreten – frei nach Sartre – die Philosophie: «Ich kaufe, also bin ich.»

Aus diesem Grund werden beispielsweise die Fotos der Restkörper von Models nochmals künstlich in die Länge gezogen, wie kürzlich ein deutscher Modefotograf bestätigte. Mit ein paar Mouseklicks könne er leicht «zwei Konfektionsgrössen wegzaubern». Weshalb sich die Models dann trotzdem zu Tode hungern, hat er allerdings nicht erklärt.

Gleichzeitig kann sich die Weltpresse kaum davon erholen, dass Frankreichs Präsident Nikolas Sarkozy mit einem Model anbandelt, als ob das etwas Neues sei. So viel Fressen auf einmal, oder wie «Welt Online» schrieb: «Früher waren Männer Jäger und Frauen Sammlerinnen. Heute gibt es Carla Bruni», ihr Beuteschema heisst «Grosswild».

Doch noch ist die Vernunft nicht ganz tot: So hat der britische Sänger Damon Albarn vorgeschlagen, alle sogenannten Talent-Shows abzuschaffen, da die «Celebrity-Kultur eine falsche Botschaft vermittelt». Weiter hat Michael Jacksons Sohn Prince Michael seinen Papa «versehentlich» ins Gesicht geschlagen, frei nach dem Motto «Ich bin auch eine Halloween-Maske».

Und obwohl vor dem 10. Dezember kaum jemand geglaubt hätte, einmal froh über die Wahl einer SVP-Bundesrätin zu sein, bleibt vor allem eine Frage: Wieso gibt es noch keine CHVersion in blauweiss jener Plastikpuppe, die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton als Nussknacker mit «Schenkeln aus Edelstahl» zeigt? http://www.hillarynutcracker.com.

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Dossier Verschärfung Sexualstrafrecht, Teil 3 – Elf Millionen Dollar Strafe

Karl Weiss – Einführung des Gottesstaates nach islamischem Vorbild oder freiheitliche Gesetze? Dies ist die Frage, die sich alle modernen westlichen Staaten stellen müssen, denn die „Gottes-Krieger“ in Form evangelischer Sekten, der katholischen Kirche und der sie vertretenden Politker sind in vollem Vormarsch. In den USA veranstaltete eine Baptisten-Kirche eine Anti-Homosexuellen-Demo beim Begräbnis eines Soldaten und der Vater des Toten klagte erfolgreich: Elf Millionen Dollar Strafe. In Deutschland soll noch im Januar die neue Sexualstrafrechts-Regelung heimlich durch den Bundestag laufen. Der Krieg hat begonnen!

Eine der baptistischen Sekten (deren einer auch Bush angehört) hat bei der Beisetzung eines im Irak getöteten US-Soldaten eine Anti-Homosexuellen-Demonstration durchgeführt, in der der sie Tafeln trugen „Gott sei Dank für tote Soldaten“ oder „Schwule Soldaten“ und ähnliche. Die Baptisten erklärten, Krieg und Tod von Soladaten seien eine Strafe Gottes, weil in den USA die Homosexualität geduldet sei, auch in den Streitkräften.

Der Vater des toten Soldaten hat danach die Verantwortlichen jener baptistischen Kirche auf Schadenersatz verklagt, weil er aufgrund dieser Manifestation Depressionen bekommen hatte. Das Gericht in erster Instanz hat ihm jetzt einen Schadenersatz von 11 Millionen Dollar zugesprochen. Die Kirche wird natürlich in die nächste Instanz gehen.

Wir sind in Europa das, was man als aufgeklärte, liberale Gesellschaften bezeichnet, speziell, was die Stellung zur Sexualität betrifft. Das bedeutet, solange in der Sexualität nicht unerwünschte Gewalt oder Abhängigkeit auftritt, hat der Staat seine Finger davon zu lassen. Das schliesst auch die Ablehnung jener Diskrimination wegen der sexuellen Orientierung ein.

Das deutlichste Beispiel hierfür ist: Zwei (böse Zungen sagen: sogar drei) der grössten europäischen Metropolen haben Gay-Bürgermeister: Paris und Berlin. In beiden Städten wurden Politiker gewählt wegen ihrer politischen Aussagen und Zugehörigkeiten, völlig unbeeindruckt davon, dass man wusste, sie sind homosexuell.

Zweifellos hat dies sehr viel mit dem stark geschwundenen Einfluss der Kirchen und Religionsgemeinschaften in den fortgeschrittenen europäischen Gesellschaften zu tun, aber im Grunde bezieht sich dies auf bürgerliche Werte wie die Aufklärung und den Humanismus, die bereits älter sind.

Es ist auch noch nicht so lange her, dass diese liberale Haltung in der Sexualität sich durchgesetzt hat, auch wenn die Werte der Aufklärung und des Humanismus aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen. Der Berichterstatter erinnert sich noch an seine Jugendzeit, Ende der 50er, Anfang der 60er-Jahre: Damals wurden sie nicht als „gay“ oder „homosexuell“ bezeichnet, sondern als „175er“, was gleichbedeutend mit Kriminellen war, denn der Strafparagraph für homosexuellen Beziehungen war der Paragraph 175 der Strafprozessordnung.

Erst Anfang der siebziger Jahre wurde die Bestrafung der Homosexualität abgeschafft, ebenso wie die generelle Strafbarkeit der Abtreibung und es wurde in den „Kinder-Porno“-Bestimmungen die Sicht des Betrachters („obszön“) gestrichen zugunsten einer objektiven Behandlung („sexuelle Handlungen an, vor oder von Kindern“).

Auch in den USA wurden unter dem Einfluss der grossen liberalen Zentren der Mittelklasse (New York, Los Angeles, Chicago, Boston, Baltimore) zu jener Zeit liberalere Gesetze eingeführt, obwohl dort die Kirchen keineswegs an Einfluss verloren. Die Todesstrafe wurde in fast allen Staaten abgeschafft oder nicht mehr praktiziert, die Abtreibung mit Einschränhkungen erlaubt und das Verbot der Homosexualität aufgehoben.

Aber … und nun kommt das ABER:
Wir leben mitten in einer Epoche, in der all diese Fortschritte im Sinne der Aufklärung und des Humanismus wieder aufgehoben werden und sogar noch absurdere Gesetze geschaffen werden als es sie vor den Siebziger Jahren gab. Ein generelles „Roll-Back“ hat eingesetzt.

Beginnend mit der Wahl des ultrarechten Reagan in den USA Anfang der 80er-Jahre begannen die US-Administrationen, mehr und mehr Teile der freiheitlichen Gesetze aufzuheben und durch restiktive Regelungen nach dem Geschmack der christlich-religiösen Eiferer zu ersetzen.

In fast allen US-Staaten ist die Todesstrafe wieder eingeführt und wird praktiziert, die Regelungen, um Abtreibungen mit gesetzlichen Beschränkungen zu versehen sind Legion, wenn auch das entscheidende Urteil des Oberste Bundesgerichts, das die Abtreibung von Bestrafung ausnahm, noch nicht revidiert ist. Mehr als die Hälfte der US-Bundestaaten haben bereits Gesetze, die den freien und individuellen sexuellen Rechten zuwiderlaufen (siehe hierzu diese Artikel: hier, hier und hier. Die Bestrebungen, Homosexualität wieder strafbar zu machen, sind in vielen Staaten weit fortgeschritten.

Besonders tiefgreifend aber sind die absurden Regelungen, die extremistisch-christliche religiöse Hysteriker bezüglich der „Behandlung“ von Kindern bereits in weiten Teilen der USA durchgesetzt haben: Wo auch immer die natürliche Sexualität, die auch Kinder schon haben, aufscheint, oder wenn die intensive Neugier von Pubertierenden durchbricht, wird dies als Abartigkeit, als Geisteskrankheit, als Anzeichen von zukünftigen Kinderschändern und ähnlichem behandelt. Die Kinder und Jugendlichen werden ohne Recht auf ein Gerichtsverfahen eingesperrt und von manisch-religiösen „Psychiatern“ behandelt und zum Teil auch gefoltert.

Die Eltern weden durch den Druck der religiösen Gemeinden dazu gebracht, dies zuzulassen. Meistens handelt es sich um baptistische Sekten wie jene, der Bush angehört.

Konzentrierten sich all diese absurden Bestrebungen zunächst auf die Vereinigten Staaten, kommen sie nun mehr und mehr auch nach Europa.

Die ersten restriktiven Gesetze, die nach US-Vorbild im Sexualstrafrecht die Existenz von Jugendlichen abschaffen und alle unter 18 als Kinder definieren, sind bereits in europäischen Staaten verabschiedet. Damit wird in der Tendenz das „Kinderschänden“, das vorher klar auf Kinder (alle bis 14) bezogen war, auf die 15 bis 18-jährigen ausgeweitet, was offensichtlich zu katastrophalen Weiterungen führt. Ebenso wird die Definition von Kinder-Porno auf alles bis 18 ausgeweitet (und sogar noch auf solche, die „wie unter 18 aussehen“) und mit dem Begriff „aufreizend“ die persönliche Sicht des Betrachters wieder eingeführt, statt Kinderporno klar auf objektive Gegebenheiten zu beziehen. Im Einzelnen kann man die Neuerungen aus diesen beiden Teilen des Dossiers Verschärfung Sexualstrafrecht entnehmen: hier und hier.

Dies Alles wurde mit einer europäischen Rahmenrichtlinie in Gang gesetzt. Diese bezieht sich auf eine Resolution, die in einem UN-Gremium von der Dominanz der USA durchgesetzt wurde und allen Ländern empfiehlt, die absurden US-Regelungen auch einzführen.

Die EU-Bürokraten haben als gehorsames Schosshündchen der USA nicht gezögert, auf dieser Basis sofort eine Rahmenrichtlinie zu beschliessen. Die deutsche Bundesregierung bezieht sich nun hierauf und sagt, man sei verpflichtet, Rahmenrichtlinien umzusetzen. Noch in diesem Januar 2008 ist vorgesehen, das entsprecende Gesetz durch den Bundestag zu peitschen, obwohl eine irgendwie geartetet Diskussion in der deutschen Öffentlichkeit über diese Fragen nicht stattgefunden hat und auch nicht angestossen wurde. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dies wird heimlich, still und leise gemacht.

Kurios in diesem Zusammenhang auch: Die EU hat überhaupt keine Recht auf Rahmenrichtlinien über die Sexualstrafrechts-Gesetze. Sie kann lediglich Regeln für die Bestrafung des organisierten Verbrechens aufstellen. Dies ist ja nun wohl nicht gegeben, wenn ein 17-jähriges Pärchen von sich gegenseitig Nackt-Fotos macht und diese in die Hände anderer fallen. Das würde nämlich als „Verbreitung von Kinderporno“ mit Gefängnis bestraft, wenn die Vorlage der Bundesregierung durchkommt.

Nun stellt sich aber die Frage, was steckt dahinter? Warum lässt man die christlichen Extremisten wüten und Gesetze in ihrem Sinne machen? Die Macher, die Mächtigen, die Herrschenden sind ja kühl kalkulierende Monster, die mit christlichen Attitüden, welcher Art auch immer, nichts am Hut haben.

Nachdem man es (noch) nicht geschafft hat, die Gesellschaften in den Ländern Europas mit der Terrorangst zu Angst-Gesellschaften zu machen, die jegliche Abschaffung von bürgerlichen Rechten akzeptieren, weil das doch „gegen de Terror hilft“, wie das weitgehend schon in den USA der Fall ist, versucht man es jetzt mit den „Kinderschändern“ und „Kinderporno-Ringen“.

Man wird dies zu einem der Hauptthemen der täglichen Nachrichten machen, hunderte von „Tätern“ und Verurteilten vorweisen und so die gesamte Gesellschaft zu der “Einsicht“ kommen lassen, sie lauern an jeder Ecke unseren Kindern auf. Dann wird man die letzten Reste von Demokratie und bügerlichen Rechten – so rechnet man – ohne Widerstand der Bevölkerung abschaffen können, denn es ist ja notwendig wegen der Terroristen und Kinderschänder.

Das Land geht unter in Angst und Gewalt, dann haben sie den richtigen Hintergrund für noch höhere Profite. Der Weg zur kapitalistischen Barbarei soll eröffnet werden.

linkErster Teil: Verschärfung im Sexualstrafrecht – Was Experten zu den neuen Gesetzen sagen
linkZweiter Teil: Verschärfung Sexualstrafrecht: Danach wird Deutschland nicht wiederzuerkennen sein

vermischtes

Tratschundlaber

Sonja Wenger– Kleine weisse Schäfchen huschen mit Adolf- Schnauz auf «Spiegel-Online» herum. Die deutsche «taz» bringt ein Schweizerkreuz auf der Titelseite, an dem an allen vier Enden ein braunes Pflaster im rechten Winkel nach rechts angeklebt ist, und die halbe Medienwelt kommentiert wie die «Süddeutsche Zeitung» die «Abkehr von der Kuscheldemokratie» in der Schweiz. Nur uns Schweizer und Schweizerinnen scheint schleierhaft (ha!) zu sein, was sie uns damit sagen wollen.


Ex-Justizminister meinte, dass es sich damit um ein rechtes, Verzeihung, echtes Wortspiel, und nicht etwa um eine rassistische Andeutung handelt.

Vermutlich ist es so, dass man im Ausland schon lange kapiert hat, in welche politische Richtung unser Land marschiert, nur wir zu Hause haben den rechten Überblick verloren. Ist aber auch kein Wunder, wenn alle schwarzen Schafe nach rechts rausgekickt werden. Unser Ex-Justizminister meinte zwar, dass es sich damit um ein rechtes, Verzeihung, echtes Wortspiel, und nicht etwa um eine rassistische Andeutung handle. Aber man sagt ja auch, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

Doch der Volkssouverän hat nun einmal entschieden, dass er lieber eine recht laut blökende Herde sein will, als selbstdenkende, angstfreie Menschen. Das ist wahre Demokratie – die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit – das muss man respektieren, deshalb blöken wir von nun an fröhlich mit.


Das ist wahre Tiefe! Gegen soviel Charisma kann die Vize-Miss Knechtli ja nur zweite machen

Aber was soll man denn auch anderes tun in einem Land, in dem «20 Minuten» ein Duell der Vize-Missen ankündigt, und das Fetzigste daran dann ein lauwarm konstruierter Vergleich der «Markenzeichen, des Zickentalents, der peinlichsten Momente und der Höhepunkte» von «sexy Xenia Tchoumitcheva» und der «ehrgeizigen Sabrina Knechtli» ist.

Da lob ich mir die durchaus interessante Antwort von Amanda Ammann, der neuen schönsten Frau der Schweiz, auf die Frage, wen sie denn nicht von der Bettkante stossen würde, nämlich «kleine, süsse Hundewelpen». Das ist wahre Tiefe! Gegen soviel Charisma kann die Vize-Miss Knechtli ja nur zweite machen, die höchstens «Mister-süsser-Hundewelpen-Blick» Orlando Bloom auf der Bettkante belassen würde.

Doch es naht Rettung: Eine Firma aus Amiland will nämlich eine Jacke auf den Markt bringen, die den Spielern von Kriegsvideogames das Gefühl vermitteln kann, am Oberkörper Schmerzen wie von Schlägen oder Schüssen zu fühlen.

Wenn das Ganze ein Hit wird, gibt es dann vielleicht bald ein Äquivalent um das Gefühl von Blödheit spürbar zu machen. So zum Beispiel mit einem Helm, in dem der Klang blökender Schafe und das Gebimmel von Ziegenglöcklein zu hören sind – dann wird man sich wohlig abgeschottet sicher fühlen und ist endlich wieder frei.

Alle Tratschundlaber