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Gefängnis für einverständlichen Sex unter Minderjährigen

Karl Weiss – Die extremistisch–christlichen Bewegungen in den USA haben bereits in einer Reihe von Staaten, speziell dort, wo die Republikaner Mehrheiten haben, neue Sexualstrafgesetzgebungen durchgesetzt, die an Absurdität nichts zu wünschen übrig lassen. Aufgrund eines solchen neuen Gesetzes ist ein junger Mann in Georgia zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt worden, weil er mit 17 Jahren mit seiner zwei Jahre jüngeren Freundin einverständlich Sex hatte.

Kürzlich war schon ein Fall aus dem Bundesstaat Michigan bekannt geworden, wo ein verheirateter Mann wegen eines Ehebruchs mit einer Prostituierten zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, was auch noch vom Appelationsgerichtshof des Staates bestätigt wurde.

Der Fall in Georgia hat sogar noch eine fast unglaubliche Besonderheit. Die beiden jungen Leute haben nur Oral-Sex gemacht, keinen Sex mit Penetration. Hätten sie das getan, wäre das nur als Ordnungswidrigkeit bestraft worden. Der „Täter“ hat bereits zwei der 10 Jahre abgesessen und es wurde seine Freilassung beantragt. Aber der zuständige Staatsanwalt tut alles, um seine Freilassung zu verhindern, wahrscheinlich auch einer jener „wiedergeborenen Christen“, die uns unbedingt die Art zu Leben vorschreiben wollen.

Das Gesetz in Georgia sieht schwere Strafen wie diese vor, wenn ein Kind sexuell angegriffen wird – von einem Erwachsenen, der seine Machtstellung ausnutzt gegenüber dem Kind. Man hat aber vergessen, ausdrücklich auszunehmen, dass natürlich einverständlicher Sex unter fast Gleichaltrigen auch im jugendlichen Alter nicht strafbar ist.

Zwar gibt es in der abstrusen Georgia-Gesetzgebung eine Klausel, die Sex mit Penetration unter (fast) Gleichaltrigen von einer solchen Strafe ausnimmt, aber Sex, der nicht mit Penetration einhergeht, fiel nicht darunter.

Gewaltkomponente im Sex
Im wesentlichen waren sich bis vor kurzem alle zivilisierten Länder in diesen Dingen der Sexualgesetzgebung einig. Bestraft muss werden, wenn eine Gewaltkomponente im Sex enthalten ist oder eine Machtausübung. Dagegen muss einverständlicher Sex von jeglicher Bestrafung ausgenommen werden, wenn keinerlei solche Komponenten vorhanden sind. Das trifft speziell dann zu, wenn junge Leute, auch wenn sie noch nicht achtzehn (oder sechzehn) sind, Sex miteinander in irgendeiner Form machen.

In der Regel haben zivilisierte Länder sich auf ein absolutes Schutzalter geeinigt, meistens 14 Jahre, wobei man oft noch die dreizehnjährigen mit in die Erlaubnis einbezieht, wenn der Altersunterschied nicht mehr als zwei (in anderen Ländern drei) Jahre beträgt. Oberhalb des Schutzalters, zwischen 14 und 16 Jahren, geht man üblicherweise von einem maximalen Altersunterschied von 5 Jahren aus. Ab 16 Jahren dann wird in einigen Ländern schon ganz freigegeben (wie bisher noch in Deutschland), in anderen bis zum 18. Lebensjahr ein noch grösserer maximaler Altersunterschied (z.B.10 Jahre) verankert.

In der Schweiz zum Beispiel ist auch ein einverständlicher Sex straffrei, der 12- und 13-jährige involviert, auch wenn die jungen Leute davon Videoaufnahmen machen. Kürzlich gab es einen solchen Fall.

Solche Regelungen sind sinnvoll. Einerseits muss man streng jeden gewalt- und machtbesetzten Sex (und das nicht nur bei Kindern und Jugendlichen) unter Strafe stellen, um schwächere Personen vor dem sexuellen Ausnutzen durch starke und/oder mächtige zu beschützen. Andererseits muss man der Tatsache Rechnung tragen, dass die jungen Menschen, meist ab etwa 12 Jahren, bereits ein sexuelles Leben und sexuelle Bedürfnisse haben, wobei in strafrechtlicher Hinsicht weitgehend freie Hand gelassen werden muss, wenn es sich um (fast) Gleichaltrige handelt.

Sex unter 18 unter Strafe
Dies beinhaltet selbstverständlich keinerlei Aufforderung zum Sex von 12-jährigen. Hier geht es nicht um die Fragen, welche sehr frühen sexuellen Erlebnisse oft nicht gut für die jungen Leute sind und dass eine Dreizehnjährige natürlich extreme Probleme bekommt, wenn sie schwanger wird, hier geht es um die Frage der Strafbarkeit, um die Frage, ob man dafür ins Gefängnis wandert – was mit Sicherheit die Probleme der 13-jährigen Mutter nicht verringern würde.

Nun haben aber die Vereinigten Staaten angefangen, diesen Konsens der zivilisierten Länder aufzukündigen. Man fängt an, jeglichen Sex unter 18 zu bestrafen, Homosexuellen Sex wieder strafbar zu machen, Ehebruch ebenfalls und dies alles zu verbinden mit Ausnahmeregelungen für sexuelle Straftäter, die nach der Entlassung weiterhin bestraft werden, indem man sie öffentlich bekanntgibt, wo sie sich auch niederlassen. So wird zum Beispiel ein schlichter Homosexueller nach seiner Strafverbüßung behandelt, als hätte er kleine Kinder vergewaltigt.

Das alles könnte für uns eine kuriose Fußnote sein, nach dem Motto: „Die spinnen, die Amis“. Ist es aber nicht. Es gibt seit letztem Jahr einen Gesetzentwurf der Bundesregierung, in dem sie alle diesen Regeln bricht und die Strafbarkeit auf völlig einverständlichen, macht- und gewaltfreien Sex erweitert.

Im „Kampf gegen Internet-Kinderschänder-Banden“
Dieser Gesetzentwurf ist gestützt auf einen Rahmenbeschluss der Europäischen Komission, der genau die absurden Definitionen jener extremistischen Religiösen aus den USA übernimmt. Es ist nach Angaben von Lorenz Böllinger, Professor für Strafrecht an der Universität Bremen, der eine kritischen Kommentar zu diesem Rahmenbeschluss geschrieben hat, von den USA in einigen UN-Gremien eine Empfehlung durchgesetzt worden, die nun von der EU-Kommission übernommen wurde.

All dies läuft unter verschleiernden Bezeichnungen wie „Kampf gegen Internet-Kinderschänder-Banden“, „Kampf gegen Kindesmissbrauch“, „Verfolgung von pädophilen Kindermördern (Originalton Schröder)“ und man verkündet, nun müssten die abartigen Kindermörder endlich einmal die Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. So wollen sich die Politiker als „Recht und Gesetz“-Personen profilieren und von den Untaten ablenken, die sie für die Bevölkerung bereit stellen, wie Hartz IV, Millionen von Arbeitslosen, Rente mit 67 (auch mit 70 ist schon im Gespräch), Einführung von Studiengebühren, Abschaffung der Lehrmittelfreiheit, Schließen von Schulen und öffentlichen Bädern, nicht zu vergessen Überfälle auf andere Länder wie Jugoslawien, Afghanistan und Irak.

Gegen Kindermörder, Kinderschänder und Internet-Kinderporno-Ringe gibt es längst ausreichende Gesetze. Diese können nicht nur mit Höchststrafen bis zu lebenslänglich belegt werden, sondern auch mit „Sicherheitsverwahrung“ (anschließendem dauerhaften Wegschließen), wenn der Richter der Überzeugung ist, der Betreffende dürfe nicht mehr auf die Menschheit losgelassen werden.

In Wirklichkeit betreffen die Änderungen gegenüber der vorherigen Gesetzeslage und Rechtssprechung im wesentlichen drei Punkte, die nichts mit Kinderschändern, Kindermördern oder Pornoringen zu tun haben:

1. Alle bis zum 18. Lebensjahr werden als „Kinder“ definiert. Es gibt keine Jugendlichen mehr, die längst sexuelle Bedürfnisse und Sex haben. Hier der Kommentar von Professor Böllinger dazu:
„Vielmehr brächte er eine europaweite massive weitgehende Kriminalisierung der Sexualität Jugendlicher bis zum 18. Lebensjahr! mit sich, mithin gar eine potentielle Gefährdung des Wohls der minderjährigen Unionsbürger.“
„Gegen diese lang etablierten und wohlbegründeten Standards verstößt der Vorschlag in
grotesker Weise, indem der Rechtsbegriff „Kind“ jede Person unter achtzehn Jahren
bezeichnet (Art. l a des Entwurfs). Es werden also theoretisch „Taten“ mit Opfern im Alter von vier oder 17 1/2 Jahren gleichgesetzt. Ein Strafrecht (…) verliert dadurch völlig an Glaubwürdigkeit und führt sich selbst ad absurdum.“

2. Es werden über die bisher schon vorhandenen, eindeutig definierten Beschreibungen der verfolgenswerten Taten neue, allgemeine, unbestimmte eingeführt, die weiten Spielraum für verschiedenen Interpretationen lassen, je nachdem, ob der Richter mehr den Werten der Aufklärung verpflichtet ist oder mehr zu engstirnig religiösen Ansichten neigt.

So wurde z.B. der Begriff von „sonstigen“ Handlungen bei der Definition der Kinderprostitution eingeführt. Es bleibt offen, was gemeint sein könnte. Hier wird der Einbeziehung von Dingen in die Strafbarkeit Tür und Tor geöffnet, die eben nach jeglicher vernünftigen Betrachtung dort nicht hingehören. Besonders bei Nacktfotos öffnen sich hier weite Horizonte von „Straftaten“, die nur in der Einbildung von verklemmten religiösen Extremisten existieren.

Hören, wir, was Professor Böllinger zu zwei anderen unbestimmten Punkten zu sagen hat:

„…erscheint jedoch unter (b) zu weit und damit grundgesetzwidrig unbestimmt (§ 1
StGB und Art. 103 Abs. 2 GG). Denn es genügt bereits die „Verleitung“ des Kindes zu
„sexuellen Handlungen“ – beides äußerst vage und schier uferlos anwendbare Begriffe.
Mangels einer Regelung des Täteralters könnte übrigens absurder Weise auch ein soeben
strafmündig gewordener 14-jähriger Jugendlicher für die „Verführung“ oder das
Fotografieren eines knapp 18jährigen „Kindes“ belangt werden.“
“…so müsste aber doch der Begriff der Pornografie weniger diffus sein: Nach Art. 1 (b)
genügt jegliche „bildliche Darstellung“, also auch eine obszöne Zeichnung oder ein
Kunstwerk. Auch erscheint die (…) Strafbarkeit dann unangemessen, wenn die pornografisch dargestellte Person zwar über 18 ist, aber „wie ein Kind aussieht“ (Art. 3 Abs. 2). Damit wird die hoch bedeutsame rechtsstaatliche Sicherung unterlaufen, dass der Täter die Tatsachen gekannt haben muss und ihm diese Kenntnis nachgewiesen werden muss (Beweislastumkehr).”

3. Es werden neue, weit höhere Mindeststrafen eingeführt: 4 Jahre Gefängnis als generelle Mindeststrafe und 8 Jahre in schweren Fällen. Damit wird gleichzeitig jede Möglichkeit verhindert, die Strafe in leichten Fällen zur Bewährung auszusetzen. Ebenso wird wegen der hohen zu erwartenden Bestrafung eine Untersuchungshaft von Verdächtigen zur Regel werden.

Das führt also zu Aussichten, die denen in den USA nicht mehr nachstehen. Fast jeder Sex zwischen Personen unter 18 Jahren (oder wenn eine der Personen unter 18 ist), wird zu einem mit mindestens vier Jahren Gefängnis belegten Verbrechen. Damit wird ein wesentlicher Teil unserer Jugendlichen kriminalisiert.

Fotos am Ferienstrand?
Besonders wird auch die Frage von Nacktfotos oder Halbnacktfotos zu einer risikoreichen Sache. Machen Sie zum Beispiel an einem schönen Strand Europas ein Foto, nur kam da, ohne dass sie darauf achteten, eine junge Dame mit drauf, die sich ohne Oberteil sonnte, wie das heute die Regel ist. Nehmen wir nun an, die Dame war erst Siebzehn und Sie stellen dies Foto in das Internet, um für ihre Ferienwohnung Reklame zu machen, die sie vermieten.

Ja, Sie haben schon verstanden: Kinderpornoring im Internet. Mindestens vier Jahre Gefängnis! Danach sind Sie auf der Liste der Kinderschänder, die jedermann in Ihrer Nachbarschaft einsehen kann und alle Menschen und speziell die Kinder sind vor Ihnen gewarnt, Sie Sexualtäter! Auf der Strasse laufen die Kinder hinter Ihnen her und rufen „Kindermörder!“ und Ihre Nachbarin kommentiert: „Wenn ich so ein Schwein sehe, dann bin ich doch für die Todesstrafe!“

Oder nehmen Sie einen anderen Fall: Sie sind FKK-Fan und machen mit ihrer Familie Urlaub in einem FKK–Dorf. Sie fordern dort unter anderem ihren Sohn auf, Fotos von der Familie zu machen, ihren Sohn, der siebzehn ist. Auf einem der Bilder allerdings haben Sie eine halbe Erektion. Mag sein, das war Ihnen gar nicht bewusst, aber die Polizei durchsucht Ihren Computer mit dem Bundestrojaner und findet jenes Photo. Schnell kann geklärt werden, der Sohn war noch keine Achtzehn und Sie haben ihn verführt, diese sexuelle Handlung (Fotografieren eines halb erregierten Penis) zu begehen. Da wird es schwierig werden, nur mit 4 Jahren davonzukommen. („Das Schwein hat es mit dem eigenen Sohn gemacht.“)

Vielleicht treffen Sie sich ja dann genau mit diesem ihrem Sohn im Gefängnis, der nämlich mit seiner gleichaltrigen Freundin Sex gemacht hatte, als er noch keine 18 war – ebenfalls mindestens 4 Jahre.

Sie treffen sich allerdings nicht mit Ihrem Nachbarn im Gefängnis. Der hat nämlich nur eine leichte Straftat begangen, er hat lediglich einen Menschen zum Krüppel geschlagen und ist mit 2 Jahren davongekommen. Solche schwere Jungs wie Sie und ihren Sohn kann man natürlich nicht im gleichen Gefängnis wie einen Leichtkriminellen wie ihn unterbringen.

Die US Lynchjustiz
Und nicht zu vergessen – wenn Sie beide dann entlassen werden, sind Sie auf der Kinderschänderliste, die soeben Herr Rüttgers, seines Zeichens Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, gefordert hat. Die Lokalzeitung wird sie schnell ausgemacht haben und dann sind Ihre beiden Fotos an jeder Laterne – und wenn Sie etwas Pech haben, hängen Sie dann auch bald an einer solchen.

In den USA wurden bereits mehrere Fälle von Lynchjustiz gegen bekannt gemachte ehemalige Gefängnisinsassen wegen Sexualvergehen registriert.

Wenn Sie dann spüren, wie sich der Strick um Ihren Hals zuzieht und sich bewusst werden, in höchstens zehn Sekunden geht Ihnen endgültig die Luft aus, dann haben Sie noch einen Moment Zeit, einen freundlichen Dank per Geistesblitz an die Poltikerkaste zu übermitteln, die Ihnen das eingebrockt hat, weil sie von ihren Untaten ablenken und die Aufmerksamkeit auf Kinderschänder wie Sie lenken musste.

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Internationaler Aktionstag gegen Barrick-Gold

Dr. Alexander von Paleske – Morgen Mittwoch findet die Hauptversammlung der Firma Barrick-Gold in Toronto statt. Abgesehen von den Aktionären und der Crew von Barrick Gold, zu deren Beirat auch der ehemalige Bundesbankpräsident und ehemalige Sozialdemokrat Karl Otto Pöhl gehört, dürfte niemandem zum Feiern zumute sein.

Barrick Gold ist mittlerweile zum grössten Goldproduzenten der Welt aufgestiegen, der Goldpreis liegt zu Zeit bei 624 US Dollar pro Feinunze. Bei Barrick-Gold dürften die Sektkorken knallen. Nicht hingegen bei den Anliegern der Goldminen von Barrick Gold, wie zum Beispiel in Pascua Lama (Chile) Bulyanhulu (Tanzania) oder Lake Cowal (Australien) und Goldstrike in Nevada/USA.


Photo: Catherine Coumans, Mining Watch Canada

Grosse Wassermengen plus Zyanid werden benötigt, um das Gold vom Gestein zu trennen. Dies ist selbstverständlich mit grossen Umweltgefahren verbunden. Aus diesem Grund sollen Protestveranstaltungen vor dem Ort der Hauptversammlung in Toronto/Kanada stattfinden, an denen auch Aborigines aus Australien und Indianer aus Nevada teilnehmen werden.

Gleichzeitig sollen Protestveranstaltungen in Chile, Argentinien, Peru, den Philippinen und Tanzania stattfinden. Vor dem Eingang zur Hauptversammlung soll ein alternativer Jahresbericht über Barrick Gold verteilt werden.

Siehe Protestbarrick
Gletscher, Safari und Zyanid – Barricks-Gold

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Madams explosiver Nuttenservice von Washington DC

Stephan Fuchs – Madame Palfrey’s Geschichte fängt dort an, wo in Washington die Politik aufhört. Dann, wenn sich die Tore zu den Hallen politischer Entscheidungen schließen, dann öffnet sie jene in die Welt der Fantasie. Madame betreibt den Nuttenservice von Washington DC.

Nebst den Gliedern der Regierung hält sie nun aber vor allem Dynamit in den Händen. 46 Pfund, um genau zu sein. Dies in Form von Telefonverbindungen, Namen, Adressen und Kontaktzeiten von über 15’000 illustren Kunden, darunter hochrangige Politiker. Madam Deborah Jeane Palfrey, Chefin des Escort Service will das Dynamit an den meistbietenden verkaufen.


Hält nun lieber Dynamit als Parteiglieder in den Händen

Einige Hunderttausend Dollar sind ihr genug, sie will damit ihre Anwälte bezahlen, denn sie selber hat Probleme: Das Gericht wirft ihr Geldwäscherei und illegale Prostitution vor. Gerade jetzt, in der Vor-Phase des unerbittlichen Kampfes um die Gunst und Herzen der Wähler und Wählerinnen werden einige Herren darum beten, sie hätten es nie getan; oder zumindest nicht mit den Mädchen von Palfrey.

Russisch Roulett.
Für die Boulevardzeitungen in Washington ist das ein gefundenes Fressen. Zeitungen wie der „National Enquirer“ oder „The Globe“ werden mit Freuden tränenden Augen die Informationen aufkaufen und sie im richtigen Moment, je nach politischer Brisanz und Intrige in die Öffentlichkeit streuen. Das freilich ist Salz auf die Wunden der Fantasie betroffener Politiker, deren Kariere mit der Publikation unweigerlich vor dem Aus sein kann. Jene Politiker, die in den Kontaktdaten stehen, werden alles tun, um ihre Libido bedeckt zu halten, einmal mehr ist Russisch-Roulett in Washington DC angesagt: Gleich jetzt erschießen oder erst Lügen, dann Hoffen und dann erschießen? Das ist die Frage.

Schon lange Untersuchungen gegen Madame

Dass Palfrey erst jetzt mit der Veröffentlichung der Namen droht, könnte politisch motiviert sein. Ihr Service war zwischen 1993 und 2006 aktiv. Ihre erotische Agentur, die vor allem junge Studentinnen an den Mann brachte, war seit zwei Jahren unter IRS Investigation. Ihre Geschäftsräume in Vallejo im sonnigen Kalifornien, wurden im August 2006 von Agenten gestürmt und ihre „Ersparnisse“ von 1.5 Millionen US Dollar beschlagnahmt, sie selber wurde wegen erpresserischen Umtrieben und Geldwäscherei angeklagt. Pünktlich zum Beginn des Großen Rennens um das Amt im Weißen Haus, wirft sie mit mehr Dynamit, als sämtliche militärischen Spezialeinheiten in Afghanistan und Irak. Ob es mehrheitlich republikanische oder demokratische Politiker zerreissen wird, werden wir sehen, ich allerdings tippe auf Demokraten, außer die Demokraten hätten von den Republikanern in Sachen „dirty Trick“ einiges dazugelernt.

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Geierfonds plündern Länder der Dritten Welt

Dr. Alexander von Paleske —- 28.4. 2007 — Sambia muss, wie berichtet wurde, nach einem Urteil des Londoner High Court 15 Millionen US Dollar an den Geierfond Donegal International bezahlen.

Diese Nachricht hat für Aufsehen hier im südlichen Afrika gesorgt. Die führende Tageszeitung Botswanas, Mmegi, berichtete gestern darüber. Grund genug, einen Blick auf diese Geierfonds zu werfen, die Forderungen gegen Länder der Dritten Welt zu Spottpreisen aufkaufen, und dann mit einer Armada von Anwälten diese Länder auf Zahlung der Forderung samt Zins und Zinseszinsen verklagen. Die Prozesse finden in den USA oder, wie im Falle Sambias, in England statt. Folgen der Globalisierung, die diese Länder dann auch noch zwingt, teure Anwaltsteams im Ausland anzuheuern.

Ausserordentlich hilfreich sind die Erkenntnisse, die der führende investigative US-Journalist Greg Palast gewonnen hat, die sich auch der SPIEGEL in seinem Online Artikel zunutze machte, ohne allerdings Greg Palast beim Namen zu nennen – auch eine Form des Journalismus.

Greg Palast wurde insbesondere bekannt, als er die Machenschaften von Barrick-Gold, der kanadischen Minenfirma, einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte und sich und der britischen Zeitung Observer damit einen Sack voll Prozessen einhandelte.

Er berichtete auf seiner Website über die Machenschaften dieser „finanziellen Aasgeier“, genannt Vulture Funds oder eben Geier Fonds.

Der Erfinder dieser Fonds ist ein gewisser Paul Singer, seines Zeichens Milliardär, der seinen Einstand 1996 mit dem Aufkauf einer Forderung gegen den lateinamerikanischen Staat Peru gab. Gekauft für 11 Millionen, zwang er Peru dann zur Zahlung von 58 Millionen US Dollar. Jetzt ist er dabei, den afrikanischen Staat Kongo-Brazzaville auf 400 Millionen zu verklagen, die Forderung kaufte er für 11 Millionen (Alle Zahlen US Dollar).

Die Firma Donegal, die Sambia verklagte, gehört dem “Goldfinger” Michael Sheehan. Seine Firma nennt sich zynischerweise “Debt Advisory International”. Sheehan lässt es sich 240.000 Dollar pro Jahr kosten, einen Lobbyisten in Washington D.C. zu bezahlen, der dafür sorgen soll, dass diese “herrlichen Zeiten” weiter andauern.

Singer ist auf solche Lobbyisten nicht angewiesen, er bezahlt direkt an GW Bush für seinen Wahlkampf oder aber jetzt für Rudy Guiliani, dem früheren Buergermeister New Yorks, dem er 15 Millionen für seinen Präsidentschaftswahlkampf schon einmal zugesagt hat. So finanziert Peru, eines der armen Länder Lateinamerikas, ungewollt mit.

Auch die Bestechung von Politikern, wie im Falle Sambias, gehört mit zum Geschäft. Der frühere Präsident Sambias, Frederik Chiluba erhielt eine Million US Dollar, um der Abtretung der Forderung Rumäniens an Donegal zuzustimmen.

Sambia muss an Geierfond 15 Millionen US Dollar bezahlen.
Gletscher, Safari und Zyanid – Barricks-Gold

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Audi-Chef mit Offenbarungseid

Karl Weiss – Entlarvende Äusserungen des Audi-Chefs Stadler zeigen die ganze unsägliche Nabelschau-Gesinnung der Oberen in der deutschen Automobilindustrie. Man hat alle Entwicklungen verschlafen (oder bewusst nicht vorangetrieben) und spielt nun Heulsuse: „120 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer würde die Industrie kaputt machen.“ Das ist praktisch ein Offenbarungseid. Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte, das galt für Honecker und das gilt meiner Meinung nach für „Fachidioten“ an der Spitze von Automobilkonzernen.

Die Äusserungen des Herrn Stadler als Antwort auf Kritiken von Bundespräsident Köhler an der Umweltignoranz deutscher Automobilbauer zeigt, wie ich meine, welche Typen von Managern in solchen Konzernen nach oben gespült werden.

Stadler hat doch tatsächlich die Stirn, die Frage der bereits beginnenden Umweltkatastrophe aufgrund des ungehemmten Ausstosses von Kohlendioxid als Modeerscheinung abzutun: „Das Thema CO2 ist nun hinreichend plattgetreten in der Öffentlichkeit, die Gesellschaft wird in einigen Wochen wieder auf den Boden der Realität zurückkehren.“

Das ist nun allerdings ein starkes Stück. Stadler hätte ohne Schwierigkeiten Zeit gehabt, wie ich denke, sich über die inzwischen unverrückbar feststehenden wissenschaftlichen Beweise zu informieren, die belegen, der Klimawandel ist im wesentlichen durch den CO2-Anstieg verursacht und dieser wiederum hauptsächlich durch den ungebremsten Ausstoss von Verbrennungsgasen von fossilen Energieträgern (Diesel, Benzin, Heizöl, Kohle, Erdgas), für den sein Konzern, wie ich meine, mit verantwortlich ist.

Ebenso hätte er sich über den IPCC-Report der UN informieren können, in dem dies dargelegt wird. Der dritte Teil des Reports, der noch nicht veröffentlicht ist, soll nach Pressemeldungen die Aussage enthalten, es sei nur noch bis 2020 Zeit, den CO2-Ausstoss deutlich zu verringern, sonst wird die Klimakatastrophe unaufhaltbar sein, was das Bestehen der Menschheit, wie wir sie kennen, in Frage stellt.

Wenn es um das Überleben der Menschheit geht, dann wird man wohl auch von einem vielbeschäftigten Auto-Manager erwarten können, sich zu informieren. Wenn er das schon nicht tut, sollte er zumindest schweigen.

Es gibt auch noch die zweite Möglichkeit: Stadler weiss mutmaßlich all dies sehr wohl, er will offensichtlich mit seiner schnoddrigen Äusserung die Öffentlichkeit von diesen Tatsachen ablenken und nimmt für die ungestörten Profite seines Konzerns bewusst das Abgleiten in die Umweltkatastrophe in Kauf, wie ich meine, die auch seine Kinder und Enkel existenziell treffen würde. Er wäre dann praktisch einer der Mitverantwortlichen für den wahrscheinlichen vorzeitigen Tod seiner Kinder und Kindeskinder.

Nun, bleiben wir bei der These er sei einfach ahnungslos, wenn es um andere Fragen geht als ein schnittiges Auto-Design.

Ich meine: Die deutsche Automobilindustrie, allen voran Mercedes, BMW und Audi, die sich mit überdimensionierten Luxuskarossen eine goldene Nase verdienen, hat alle möglichen und zum Teil auch durchgeführten Entwicklungen in Richtung der Verringerung oder dem völligen Ablösen der zusätzliches Kohlendioxid erzeugenden Verbrennungsprozesse verschlafen bzw. bewusst mit so wenig Mitteln ausgestattet, dass unmöglich viel herauskommen konnte (man sehe sich nur den Unsinn des BWM-Wasserstoff-Siebeners an).

Andere haben längst Hybrid-Modelle entwickelt, die deutschen Autobauer schlafen. Andere haben Elektroautos entwickelt, die deutsche Automobilindustrie schlummert. Andere haben Biodiesel als Dieselersatz entwickelt, die deutsche Automobilindustrie warnt vor der Verwendung in ihren Karossen. Woanders hat man Motoren entwickelt, die mit Alkohol oder Benzin oder jeder beliebigen Mischung fahren können (Fuel-Flex-Technik), doch in Deutschland tut man so, als gäbe es diese Motoren nicht.

Stattdessen gibt man viel Geld für aggressives Design seiner Karossen aus.

Es gibt längst den Beweis, dass ein Auto mit Verbindung von Solarzellen(Photovoltaik) und modernen Stromspeichermethoden funktioniert, aber nicht mit der deutschen Autoindustrie. Schon vor 20 Jahren gab es die ersten funktionierenden Autos mit Brennstoffzellentechnik, doch die deutschen Autobauer haben da die Entwicklung auf Sparflamme gedreht.

Kurz, die deutsche Automobilindustrie ist rückständig und zwar als Option, nicht weil man nicht in der Lage wäre, es anders zu machen.

Stadler z.B. hätte sich, wie ich meine, im eigenen Konzern umsehen können. Stattdessen erklärt er, grosse und schwere Limousinen könnten objektiv nicht mit 120 g Kohlendioxid pro km fahren. Bei den brasilianischen Kollegen der Konzernmutter VW hätte er sich erkundigen können: Die können sogar mit fast gar keinem zusätzlichen Kohlendioxid-Ausstoss fahren.

Die brasilianische VW-Niederlassung baut seit dem 1.Januar nur noch Flex-Modelle, die Benzin oder Alkohol in jedem Mischungsverhältnis schlucken. Betreibt man die mit Alkohol, ist der zusätzliche CO2-Ausstos praktisch Null. Dort hätte Stadler auch erfahren können, Brasilien kann jederzeit billigen Alkohol liefern, um die Anfangsphase zu überwinden und den Alkohol-Auto-Markt voranzubringen. Doch man schliesst Augen und Ohren (nur leider nicht den Mund), klammert sich an das Althergebrachte und redet vom „Boden der Realitäten“.

Das erinnert für mein Verständnis an Herrn Honecker, der kurz vor dem endgültigen Kollaps der DDR Gorbatschow empfing und sich an seine alten Dogmen klammerte. Gorbatschow beschied ihm: „Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte,“ und behielt kaum ein Jahr später Recht, als die Mauer fiel.

Ähnlich muss man befürchten, die deutschen Autobauer werden bluten, wenn sich die modernen Konzepte durchsetzen. Dann wird man sie heulen hören: “Das macht die Industrie kaputt!“ und nach Verboten und Barrieren zum ‚Schutz der deutschen Industrie’ schreien. Doch dann wird es zu spät sein und den Beschäftigten wird das gleiche blühen wie heute denen der Airbus-Gesellschaften. Sie werden für die Hinterwäldlerei der Manager zahlen sollen mit dem Verlust der Arbeitsplätze.

Herr Stadler wird dann wohl mit Millionen-Abfindungen auf dem Altenteil sein und sich für völlig unschuldig halten, wie ich befürchte.

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Dying for W

Robert Parry – George W. Bush’s key argument against a timetable for withdrawing from Iraq is that the „enemy“ would lie low and „wait us out.“ But Bush now acknowledges he has no evidence for that claim, „just logic.“

But why not try a timetable if it might might tamp down the violence from Iraqis who resent the U.S. occupation? Right now, Bush’s open-ended war means that American soldiers and Iraqis alike are dying for W.

For the full story of how Bush’s „logic“ is faulty again, go to Consortiumnews.com

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Sicherheitsrisiko Krankenhaus: Jährlich 17.000 Tote nach Behandlungsfehlern

World Content News – Hier sträubt sich der gesunde Menschenverstand: Wer in Deutschland ein Krankenhaus aufsuchen muss, geht ein deutlich höheres Risiko ein, an den Folgen eines vermeidbaren Behandlungsfehlers zu versterben als durch die tägliche Teilnahme am Straßenverkehr umzukommen. Ist das nun situationsbedingtes Schicksal, liegt es an einer unzureichenden Medizinerausbildung oder ist es schlicht eine konsequente Folge der sozialen Verwahrlosung unseres Gesundheitssystems ?

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit hat diese Woche Zahlen vorlegt, nach denen internationalen Studien zufolge jeder tausendste Krankenhauspatient allein wegen vermeidbarer Fehler bei Krankenhaus- Behandlungen sterben muss. Geht man von jährlich ca. 17 Millionen Patienten aus, trifft dieses Schicksal 17.000 Menschen.

Im Vergleich dazu: Die Zahl der Verkehrstoten lag im Jahr 2006 bei 5.094 Personen bei 2,23 Millionen Unfällen.

Natürlich sind solche Vergleiche im Prinzip haltlos. Viele der im Straßenverkehr Verletzten wird wiederum im Krankenhaus das Leben gerettet, auf je 438 Verkehrsunfälle kommt ein Toter. Auf der anderen Seite nehmen wiederum wesentlich mehr Menschen am Straßenverkehr teil und nicht jeder Verkehrsunfall ist auf indivuellen Leichtsinn zurückzuführen. Trotzdem: Vernachlässigt man Faktoren wie einen geschwächten Gesundheitszustand, resistente Keime, höheres Lebensalter etc, ist man Pi mal Daumen provokant formuliert auf der Strasse besser aufgehoben als in einer Gesundheitseinichtung. Erklärt dies die Beliebtheit an unserer motorisierten Gesellschaft ?

Der größte Teil der vermeidbaren Todesfälle im Krankenhaus resultiere aus Infektionen und unerwünschten Arzneimittel-Nebenwirkungen, hieß es von Seiten des im April 2005 gegründeten Bündnisses, indem sich mittlerweile rund 140 Akteure des Gesundheitswesens, darunter Einzelpersonen, Verbände und Körperschaften zusammengeschlossen haben. Weitere Details zu den untersuchten Ursachen gab es aber zunächst nicht, Zahlen über offentsichtlichen Ärztepfusch oder über Fehler, die aufgrund der desolaten Personalsituation zustande kamen, wurden nicht genannt.

Ist auch nicht weiter verwunderlich, Aufgabe und Ziel des Aktionsbündnisses ist primär die Erhöhung der medizinischen Sicherheitsaspekte durch Qualitätssicherungsinstrumente. Durch Einführung von Frühwarnsystemen wie dem Critical Incident Reporting System (CIRS) soll in erster Linieeine verbesserte Behandlungsqualität die Anzahl von Patientenbeschwerden senken. Immerhin 10.300 Patienten haben sich im vergangenen Jahr bei den Ärztekammern in Deutschland über mögliche Behandlungsfehler beschwert. In etwa jedem fünften Fall stellten die Gutachter tatsächlich Fehler fest.

Die immensen Fehler auf der politischen Bühne, die die Krankenhäuser vielfach erst in diese morbide Situation gebracht haben, werden vom Aktionsbündnis nicht angetastet, deshalb wird deren Wirken auch von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt als ein „vorbildliches Beispiel“ umworben. Kampagnen wie „Aktion Saubere Hände“ und „Aus Fehlern lernen“ sind keineswegs als Handlungsaufforderungen an die gesundheitspolitischen Akteure mißzuverstehen.

Doch wer jetzt aufgrund dieser Horrorzahlen es mit der Angst zu tun bekommen hat, und meint notwendige Behandlungen aufschieben zu können, ist statistisch gesehen wiederum schlecht beraten: Die Zahl derer, die sterben, weil sie nicht rechtzeitig einen Arzt aufgesucht haben, liegt um ein Dutzendfaches höher.

Da erscheint es doch vielversprechender, zuerst mal den Patienten namens Gesundheitswesen auf den Operationstisch zu legen und ihn mit tiefen Schnitten von seinen Profiteuren und Lobbyisten zu befreien. Freilich – einen Operationsplan gibt es bisher nicht, und ein Chefarzt, der sich da erfolgversprechend ran traut ist noch nicht gefunden.

Siebzehntausend verhinderbare Tote, die zum Teil auf Personalmangel und dem Fehlen finanzieller Mittel zurückgehen, dies ist eine ernsthafte Bedrohung für die innere Sicherheit. Wäre das für Sie Herr Schäuble als ranghöchster Katastrophenschützer mit dem „obersten Prinzip der Vermeidbarkeit“ nicht endlich mal eine sinnvolles Betätigungsfeld?

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Brunos Erbe: „Genussbär“ Herwig

Malte Olschewski – Die wärmende Sonne und der fehlender Schnee haben ihn vorzeitig aus dem Winterschlaf gelockt. Braunbär „Herwig“ macht derzeit seine Runden im Kärntner Lesachtal. Dortige Bauern sind in Verdacht geraten, Herwig heimlich zu füttern, damit er nicht in Versuchung kommt, nach Bayern abzuwandern, in das Land der schnellen Bärentöter. Das Schicksal des Problembären Bruno ist noch in guter Erinnerung, der im Sommer 2006 von einem beamteten „Killerkommando“ nahe der Ortschaft Bayrischzell abge-knallt worden war.

„Herwig“ indes hat die Herzen der Kärntner Bevölkerung schnell erobert, da er sich einen Ruf als „Genussbär“ erarbeitet hat. Ausserdem hat man sich nach den Ereignissen des Vorjahres durch Versicherungen gegen Bärenschäden gewappnet. Der etwa 200 Kilo schwere „Herwig“ ist schon seit gut zehn Jahren in dieser Region unterwegs. Schon vor längerer Zeit wurde bemerkt, dass „Herwig“ bei der Menüauswahl äusserst wählerisch zu sein pflegt. Als er eine Schafherde vor sich hatte, schlug er einzig und allein ein Kärntner Brillenschaf, das wegen seines zarten Fleisches von allen Gourmets hoch gelobt wird. “Herwig“ legten einen langen Weg zurück, um sich an Apfeltrestern zu laben, die von Wildhütern eigentlich für hungernde Rehe ausgelegt worden waren.

Als begleitendes Getränk pflegt „Herwig“ sehr oft Behälter mit Rapsöl aufzubrechen. Eine besondere Vorliebe zeigt der tafelfreudige Bär für Bienenstöcke und Honigwaben. Einmal wurde er sogar dabei ertappt, als er springfreudigen Gemsen auflauerte. Wie jeder Gourmet kann sich auch Genussbär „Herwig“ einmal irren. Er rüttelte an Apfelbäumen, an denen freilich zu dieser Zeit noch keine Äpfel hingen. Kärntens Bärenmanagner Bernhard Gutleb hatte keine Schwierigkeiten, ein Passbild des „Gourmetbären“ zu erhalten. Er musste bei Hermagor im Lesachtahl nur einige besondere Leckereien auslegen und schon war „Herwig“, der Genussbär, zur Stelle. (http://Kaernten.orf.at/stories/187995/)

Die Bevölkerung des Lesachtales richtet sich auf ein problemloses Zusam-menleben nicht nur mit Herwig, sondern auch mit acht anderen Bären ein, die dieses Gebiet seit Jahren durchstreifen. Das Spezialitätengeschäft Ertl in Kötschach-Mauthen wälzt Pläne, „Herwig“ in der kommenden Saison als Werbemaskottchen einzusetzen, weil auch sein Besitzer mit Vornamen Herwig heisst. Die zehnjährige Claudia erzählt oft von ihrer Begegnung mit einem Braunbären, obwohl sie nicht sicher ist, ob es sich dabei um Herwig gehandelt hat. Sie sei auf einem Waldweg mit ihrem Fahrrad fast mit einem solchen Bären kollidiert: Grosses Erstaunen auf Seiten beider Verkehrsteilnehmer und dann geordneter Rückzug sowohl des Bären als auch der Schülerin.

Das Land Kärnten überlegt sich Möglichkeiten, aus Südtirol oder aus Slowenien eine Bärin in das Lesachtal zu locken, um sie zur Begründerin einer ortsansässigen Popu-lation zu machen. Die Kärntner Bären sind allesamt Männchen, die nach Trennung von der Mutter auf lange Wanderschaften gehen. Bärinnen hingegen bleiben meist ortsansässig. Sie gehen nicht über den Nordrand der angestammten Bärenregionen am Balkan und in Norditalien hinaus. Erst wenn die neuen Gebiete von den Männchen irgendwie „bärig“ gemacht worden sind, rücken die Weibchen nach.

Der Braunbär ist ein kluger, aber auch sehr fauler Artgenosse. Hat er in der Nähe einer Siedlung genug Futter entdeckt oder erhalten, so legt er sich auf die sprichwörtliche Bärenhaut und sieht sich nicht weiter um. Er kann lästig und aufdringlich werden, wenn er nicht bekommt, was er als ihm zustehend interpretiert. Füttert man den Braunbären in Hausnähe, so wird er bald zu einem besseren Fussabtreter. Er geht nicht weg. Sein flehender Blick erbarmt die Menschen. Und sie werfen ihm schon wieder einen schönen Happen zu.

Das, rät Herwig Gutleb, soll man unterlassen, sonst wird man den Bettelbären den ganzen Sommer nicht mehr los. Hier rät der Fachmann zu „Vergrämungsmanövern“. Dazu gehören bärensichere Abfalleimer. Beschuss mit Gummikugeln oder Knallkörper sorgen dafür, dass sich der bequeme Bär von der Haustür trollt und zurückgeht in die unbequeme, arbeitsreiche Wildbahn.

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Tratschundlaber

Sonja Wenger – Die Vize-Miss Schweiz Xenia Tchoumitcheva war am Tag der Frau im Bundeshaus zu Besuch und gemäss «Facts» fand sie das «einfach toll. Die Leute, die Stimmung – es war faszinierend». Jaja, denn da wird knallharte Politik gemacht. Ganz besonders Frauenpolitik. Das kann man jetzt ja wieder verschärft im «SonntagsBlick» nachlesen.

Mit der üblichen rhetorischen Angstmache prophezeit uns Ueli Maurer «Zustände wie in der DDR», denn es «ist schlecht, wenn Mütter arbeiten». Aber schliesslich «steht die SVP dazu, dass es zwischen Mann und Frau Unterschiede gibt». Es sei nicht Aufgabe des Staates, zum Beispiel für die Kinderbetreuung zu sorgen. Eine allgemein beliebte Wendung, die aber eher an den beissenden Geruch von brennenden Hexen- Scheiterhaufen erinnert.

Wer links wählt, der oder die habe zumindest gemäss Maurer «nicht alle Tassen im Schrank». Diese Beobachtung mag zwar angesichts der egozentrischen Scheuklappenhaltung vieler durchaus stimmen, hört sich aber aus dem Mund eines SVP-Heinis wie ein Kompliment an. Schliesslich glauben die ja sonst auch jeden Mist, zum Beispiel dass die Wirtschaft zum Wohle aller handelt. Oder dass der Mensch am sechsten Tag aus einem Klumpen Dreck erschaffen wurde, entsprechend nicht mehr Wert besitzt und ausschliesslich als Figuren im «Was macht mich noch reicher»-Schachbrett einer Politik dient, die so unverfroren mit der Wirtschaft ins Bett geht, dass es an durchschaubarer Widerlichkeit kaum noch zu übertreffen ist.

Der Sexappeal von Frauen wird übrigens gemäss einer Universitätsstudie aus New York durch den Gang und eine Sanduhrfigur definiert. Wer mit «stolzer Schulter», schmaler Taille und breiten Hüften einhergeht wird in männlichen Augen als attraktiv eingestuft. Das sind schockierend relevante News.

Direkter war da schon Thomas Meyer in seinem «Weltwoche»-Beitrag «Ja, ich will mit dir schlafen» und der in seiner Ehrlichkeit bestechenden Grundaussage, dass «sexy das Adjektiv zu Sex ist». Eine Frau muss, um attraktiv zu sein, vor allem einfach «schön sein» – und er liefert die Übersetzung gleich nach: dass sie nämlich «nach Geschlechtsverkehr aussehen muss». Und sexy ist sie, wenn sie wie eine Tally-Weijl-Werbung rumläuft. Der rosa Hase als Accesoire ist dann zwar «erniedrigt und in seiner Würde als Tier verletzt», denn schliesslich habe Werbung «eine Signalwirkung», aber zum Glück können Frauen ja selber denken, nicht wahr? Das ist dann ein bisschen wie der Spruch auf einer Baileys-Werbung: «Bitte trinken Sie verantwortungsvoll.»

Dieser Artikel erschien erstmalig im berner ensuite kulturmagazin
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„Fortschritt“: Vatikan reißt die Vorhölle ein

World Content News – Pünktlich zum Geburtstag des Papstes und zur Eröffnung der Grillsaison hat sich die katholische Kirche dazu durchgerungen, ihr architektonisches Weltbild vom Jenseits zu sanieren und die sogenannte Vorhölle (lat: Limbus, nicht zu verwechseln mit Nimbus) dem Orkus preiszugeben. Heisst: Ungetaufte Kinder, die – aus welchen (?) Gründen auch immer – meist zu früh das Zeitliche segnen, brauchen sich künftig keine Sorgen mehr machen, dass sie für die wässrigen Versäumnisse der Erwachsenen in einem unwirtlichen Nebenraum der Hölle büßen müssen.

Bisher war die Vorhölle ein Konstrukt, das besagt, die betreffenden Kinder befänden sich nach ihrem Tod in einer Art Zwischenstatus zwischen Himmel und Hölle. Es gibt aber keine entsprechenden Stellen in der Bibel dazu. Auch im Weltkatechismus wird sie seit 1993 nicht mehr erwähnt. Dort ist statt dessen die Rede von der „berechtigten Hoffnung, dass es für die ohne Taufe gestorbenen Kinder einen Heilsweg gibt“. Wie dieser aussehen soll, ist nicht bekannt. Ein schnelles Tauf-In bei McPetrus vor der Himmelspforte? Einen Notausgang hält man sich aber offen: „Die Kirche hat keine sichere Kenntnis über das Schicksal ungetauft verstorbener Kinder.“

Man kann aber nicht abstreiten: Der Modernisierungsdruck macht auch bei der Kirche nicht halt. Schon Thomas von Aquin hatte den Kuttenträgern im 13. Jahrhundert erfolgreich verpostuliert: Sorry Leute, die Erde ist nun mal keine Scheibe! („Astrologus demonstrat terram esse rotundam per eclipsim solis et lunae „) Es hat bekanntlich gedauert, bis es gefunkt hat. Und sancto subito, jetzt ist es schon wieder so weit …

Doch Vorsicht, freut Euch nicht zu früh, dahinten auf den billigen Plätzen! Weder wird damit in irgendeiner Weise das Fegefeuer touchiert, dieser nette Reinigungs-Event bleibt uns auch künftig erhalten (miserabel recherchiert, Spiegel ONLINE …), noch wird die Hauptattraktion mit dem neunschwänzigen Türsteher infrage gestellt. Denn: Welcher DJ Gottes verzichtet bei einer After-Life-Party schon freiwillig auf seinen sündhaft guten Publikumsmagneten?

wir werden weiterbruzzeln
So werden wir nun auch weiterhin noch mindestens tausend Jahre bruzzeln müssen, bis die Kirche sich wundert: Teufel nochmal, wieso nehmt ihr immer alles so wörtlich? Nun, wir sind halt so: Hölle hölle, das Wort Blasphemie mit „f“ geschrieben, das würde uns der Duden niemals verzeihen.

Übrigens: Für die evangelische Kirche hat Thema Vorhölle eher einen irdischen Aspekt. Am gleichen Tag, als das Theonanieren über den Limbus infantium in den teuflischen Medien losging, stellte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Huber eine unerhörte und auch eine bisher weitestgehend untergegangene Forderung auf:

Abzug aller 150 US-Atomwaffen aus Deutschland !
Leider ist das Thema angesichts der neuen US-Raketenpläne zur Zeit überhaupt nicht salonfähig. Limbus, Nimbus und die kläglich vertonten Angriffsträume rechtsschaffender Christen wie US-Senator John McCain (Bomb-bomb-bomb, bomb Iran…, die stimmliche und logische Antwort von Codepink hier !) haben eben einen höhreren Unterhaltungswert als „den Teufelskreis der Gewalt“ zu durchbrechen, wie es in dem EKD-Aufruf heißt.

Verlassen wir also das Kuddelmuddel des Bösen, nehmen wir Kurs auf die wichtigeren Dinge des Lebens und setzen für unsere Theos, Johns und George einen letzten Funkspruch ab: Hölle, bitte kommen – wir haben da ein ernsthaftes Problem…

Dieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

Papst erklärt „Vorhölle“ für überholt
Die Lehre des Limbus
McCain singt ein Lied vom Bomben
Huber fordert Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland
Wikipedia: Atomwaffenstandort Büchel
Google-Earth: Atomwaffenstandort Büchel