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“Marktdatenanbieter” warnt Pharmaindustrie vor Bill Gates

Karl Weiss – —20.4. 2007 —-
Eine Studie, so berichtet ‚spiegel-online’, warnt die Pharmaindustrie vor der Konkurrenz der Bill Gates Stiftung. Diese will mit Millionenbeträgen Lösungen für AIDS und Malaria finden, was speziell für die Kinder in Afrika eine Notwendigkeit darstellt. Der Stiftung geht es aber nicht ums Geldverdienen, sondern um Impfstoffe ohne ähnliche Lösungen. Da muss die Pharamindustrie zittern. Oder muss Gates zittern?

Was ist der Hintergrund? Pharmakonzerne sind ganz normale kapitalistische Unternehmen. Sie haben Profit zu produzieren, mit welchen Mitteln auch immer. Sie haben natürlich längst herausgefunden: Wenn man ein Medikament entwickelt, das die Krankheit heilt, setzt man meist wenig davon ab. Wenn es alle gekauft haben, die die Krankheit haben, ist es wertlos. Nur bei Infektionskrankheiten von Bakterien können die Krankheiten wieder und wieder auftreten. So kann man also mit Antibiotika (=Mittel gegen Bakterien) gute Geschäfte machen.

Krisensichere Lebensverlängerungshilfen
Viel krisensicherer aber sind Linderungsmittel und Lebensverlängerungshilfen. Sie sind die Profitbringer schlechthin. Das wichtigste: Sie heilen die Krankheiten nicht. Sie müssen auf Dauer oder jedenfalls lange Zeit eingenommen werden, damit man wenigstens Linderung hat bzw. sein Leben verlängern kann.

Ein wichtiges Beispiel sind die Chemotherapiemittel bei Krebs. Sie sollen schon vielen das Leben verlängert haben, in einigen Fälle den individuellen Krebs sogar besiegt haben. Kritiker bezweifeln ihre Wirksamkeit. Sie sagen, was sie an Verringerung des Tumarwachstums gutmachen, wird aufgewogen durch die massiv verschlechterten Gesamtzustand der behandelten Person durch die Giftigkeit der Mittel und die massiven Nebenwirkungen (von denen der Haarausfall nur das äussere Anzeichen ist).

keinen Cent für Krebs-Prophylaxe
Hier soll darüber nicht spekuliert werden. Tatsache ist: Sie sind einer der grössten Profitbringer der Pharmaindustrie. Gleichzeitig forscht die Pharma-Brache nur auf Sparflamme über die Ursachen von Krebs und über Lösungen, die Krebskrankheit als solche zu besiegen.

Die US-Regierung, die den Pharma-Riesen mit grossem Forschungsaufwand unter die Arme greift, hat zum Beispiel in den letzten 15 Jahren nicht einen Cent für Krebs-Prophylaxe ausgegeben. Es verbreitet sich der Eindruck, man wolle den Krebs gar nicht wirklich besiegen, denn dann würde ja eine grosse Profitquelle wegfallen.

Anderes Beispiel: Die „Grippe“, richtiger: Erkältung, kurz: Die „Flu“. Die Linderungsmittel für die Symptome der ‚Flu’ sind Legion und sie verkaufen sich weltweit in Zahlen, die schwindelig machen. Sie sind deutlich die stärksten Profitquellen der Pharmakonzerne.

Da gibt man schon einmal Geld aus, um scheinwissenschaftliche Untersuchungen zum Schluss kommen zu lassen, Vitamin C in höheren Dosen sei nicht wirksam oder könne sogar negative Nebenwirkungen haben.

Denn Viele (so wie auch der Autor) haben bereits herausgefunden: Gegen „Grippe“ (Flu) hilft Vitamin C in höheren Dosen (2 bis 10 Gramm täglich, je nach persönlicher Veranlagung). Vitamin C stärkt die natürliche Immunabwehr des Körpers, das einzige Mittel gegen Viren. Beginnt man bei den ersten Anzeichen mit der Behandlung, kann das vollständige Ausbrechen der Krankheit überhaupt verhindert werden. Beginnt man später, wird der Verlauf viel leichter und die Gesamtzeit der Erkrankung abgekürzt.

Der Autor hat seit 1991, als er dies entdeckte, keine einzige Erkältung mehr durchstehen müssen.

Man muss das Vitamin C allerdings in Tablettenform einnehmen (eventuell auch als Kautabletten), nicht gelöst in Wasser. Da die Pharmakonzerne dies wissen, lassen sie einfach Untersuchungen über hohe Dosierungen von Vitamin C anstellen, bei denen das Vitamin gelöst in Wasser verabreicht wird. Da wirkt es nicht – oder jedenfalls viel schwächer -, und schon hat man den Beweis: VitaminC in höheren Dosierungen hat keine Wirkung. Netter Trick, nicht wahr? Schliesslich darf man ja seine Profite nicht durch Substanzen gefährden lassen, an denen man fast nichts verdienen kann. Na, ist ja verständlich.

Schliesslich das dritte Beispiel: AIDS.

Man hat Mittel entwickelt, den sogenannten „Cocktail“, die zwar schwere und schwerste Nebenwirkungen haben (bis hin zu charakteristischen Deformierungen des Körpers), aber den AIDS-Patienten, bei denen die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist, zusätzliche Jahre verschaffen und jenen, bei denen sie sich bereits manifestiert, Linderung bringt.

Auch dies eine phantastische Einnahmequelle.

Dagegen zeigt man so gar keine Lust, hohe Summen in Forschungen zu stecken, die den eigentlichen Charakter des HIV-Virus erforschen, woher er kommt, woraus er sich entwickelt hat – oder entwickelt wurde – , um eine Impfung gegen ihn zu entwickeln, wie es eigentlich naheliegen würde.

Auch dies wieder verständlich, denn eine AIDS-Impfung würde die Profite der Pharmakonzerne in ernsteste Gefahr bringen. Verringerungen der jährlichen Netto-Einnahmen von 20 bis 30 % könnten drohen. Na, wo kämen wir denn da hin?

Schliesslich ist im Kapitalismus der Profit das einzige Kriterium – und muss es sein.

An dieser Stelle kommt nun die Stiftung ins Spiel, die Bill Gates schon vor einiger Zeit gegründet hat. Er hat rund 33 Milliarden (nicht Millionen!) Dollar in diese Stiftung gesteckt und sie gibt im Moment einige hundert Millionen aus für die Entwicklung von Medikamenten gegen Malaria und AIDS. Bill Gates sagt, es geht hauptsächlich um die Kindr in Afrika. Er liess sich mit seiner Frau zusammen mit afrikanischen Kindern ablichten. Der Mann versteht etwas von Marketing

Nun hat auch noch der US-Investor Warren Buffet angekündigt, einen wesentlichen Teil seines Vermögens der Bill Gates-Stiftung zu übertragen (voraussichtlich etwa weitere 30 Milliarden Dollar).

Die ‚Gates-Foundation’ kündigte im vergangenen Jahr eine Investition von 287 Millionen Dollar in insgesamt 16 Wissenschaftslaboratorien an. Damit sollten neue Wege auf der Suche nach einem Impfstoff gegen die tödliche Immunschwäche AIDS gefunden werden.

Das genau hat nun der „Marktdatenanbieter“ ‚IMS Health’ in einer Studie zum Anlass genommen, die Pharma-Riesen zu warnen: „Pharmaunternehmen müssen eine klare Strategie entwickeln, um diesem Phänomen zu begegnen.“
Uneigennützige Stifter, die Milliardensummen in die Arzneimittelforschung stecken könnten, seien für die Branche nicht nur neue mögliche Partner, sondern auch Gegner, so berichtet ‚spiegel online’ über die Studie.

Aktivitäten abgestossen
Das hat seine Logik. Wer neue Wege beschreiten will und mit dem Ziel einer Impfung gegen AIDS arbeitet, ist ein Gefährder von Pharma-Profiten – und die gehören zu den höchsten der Welt.

Nicht umsonst haben die meisten Chemie-Konzerne, soweit sie ins Gewicht fallende Pharma-Branchen hatten, ihre anderen Aktivitäten abgestossen, um im Pharma-Profit-Wunderland weit nach vorne oder sogar an die Spitze zu gelangen.

Der frühere deutsche Chemie-Konzern Hoechst zum Beispiel hat sich so effektiv ausschliesslich auf seine profitträchtigen Pharmateile konzentriert und die Chemieteile abgestossen, dass er heute zu einer kleinen Unterabteilung des französischen Pharma-Riesen Sanofi geworden ist. Der Name Hoechst ist von dem eines der grössten Chemie-Konzerne wieder zum Namen eines Frankfurter Stadtteils geworden.

Zwei andere wichtige Chemie-Konzerne im deutschsprachigen Raum, die Ciba-Geigy (seit 1992 nur noch Ciba) und die Sandoz in Basel, haben es ähnlich gemacht. Der Name Ciba trifft heute nur noch auf einen mittelgrossen Spezialchemikalien-Konzern zu, der aus den Chemikalien-Geschäften der beiden Firmen bei der Fusion gebildet wurde. Das Hauptgeschäft, das sagenhafte Profite versprach, die Pharma-Sparte beider Konzerne, wurde als Novartis neu auf den Markt gebracht und stellt heute einen der Pharma-Riesen dar.

Auch der deutsche Chemie-Riese Bayer, in der Vergangenheit einer der grössten Chemie-Konzern der Welt, geht im Moment gerade diesen Weg. Der Chemie-Teil, wie auch der Foto-Teil Agfa, interessiert nicht mehr, sie wurden ausgelagert und werden nun ein eigenes Leben fristen. Der Name Bayer wurde auf einen zusammen mit der zugekauften Schering neuen Pharmakonzern übertragen, ebenfalls im Spiel der Grossen beteiligt und heftig entlassend.

Nur als kleine Anmerkung sei noch erwähnt: Die Agro-Geschäfte wurden meistens in die Pharmakonzerne mitgenommen. Sie sind vergleichbar profitabel.

Warum solche völligen Umstrukturierungen von Grosskonzernen? Weil das Pharmageschäft so intensiv nach Geld stinkt, das man das Leuchten in den Augen der Manager sehen kann.

Lediglich die Ölkonzerne können da noch mithalten, müssen aber weit grössere Umsätze tätigen, um ähnlich profitabel zu sein.

Was empfiehlt nun ‚IMS Health’ den Pharma-Riesen als Strategie gegen die Gates Foundation?

„Nach Einschätzung von IMS Health könnten Pharmafirmen (…) mit der Gates-Foundation zusammenarbeiten …“ berichtet ‚spiegel online’. Also eine Umarmungs-Strategie.

Die „Umarmungen“ einer Boa Constrictor sollen allerdings ziemlich tödlich sein – aber das hat natürlich nichts mit der Pharmaindustrie zu tun.

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Der Colt und der Mythos von Wildwest

Malte Olschewski – Der an der Hüfte baumelnde Colt wird oft als Instrument des amerikanischen Mythos beschrieben. Die Schusswaffe soll Symbol der Freiheit und der Selbstbestimmung sein. Diese Einbildung ist derart tief in der nationalen Psyche verankert, sodass bisher alle Versuche zur Einführung eines strengeren Waffengesetzes („gun control“) gescheitert sind. Daher kommt es in den USA immer häufiger zu gezielten oder blinden Amokläufen, bei denen psychisch gestörte Personen wie zuletzt in Blacksburg mit der Waffe in der Hand ihre Machtfantasien in Blut tauchen.


Machtfantasien in Blut tauchen

Die Diskussion um freien Waffenbesitz begleitet die ganze Geschichte der USA. Dabei geht es meist um die Auslegung des „Second Amendment“ aus der ersten Verfassung der USA. Darin heisst es wörtlich: „A well regulated militia being necessacry to the security of a free state, the right of the people to keep and bear arms, shall not be infringed.“ Etwa: „Eine gut organisierte Miliz als eine Notwendigkeit eines freien Staates, das Recht der Menschen Waffen zu haben und zu tragen, sollen nicht eingeschränkt werden.“ In der Entstehung der USA unterhielten die Gründerstaaten eigene Milizen. Im Prinzip war jeder männliche Erwachsene Milizmitglied und damit legaler Waffenträger. Die Milizen leben heute in der „Nationalgarde“ fort, die aber nur Bruchteile der männlichen Bevölkerung umfasst. Das Amendment ist völlig veraltet. Die Zeiten haben sich seit dem ersten US-Kongress 1787 stark verändert. Dennoch wird gerade diese Bestimmung nun schon durch zwei Jahrhunderte verteidigt und aufrecht gehalten.

33 000 Personen Selbstmord durch Feuerwaffen
Viele Statistiken beweisen, dass es die schnelle Verfügbarkeit und die griffbereite Nähe der Waffe sind, die die USA im Verhältnis zur Bevölkerungszahl bei Schusswaffeneinsatz in seinen verschiedenen Formen weltweit an die erste Stelle treten lassen: Bei Selbstmord, bei Familientragödien, bei Raub, Mord und bei Amokläufen. So etwa haben 2004 in den USA rund 33 000 Personen Selbstmord durch Feuerwaffen verübt, wobei die Überlebensrate im Vergleich mit Vergiftungen sehr gering war. Die von der Gun-Lobby der „National Rifles Association“ ins Treffen geführte Vergleiche zwischen Verfügbarkeit der Waffen und Verbrechensziffern in verschiedenen Staaten haben nur geringe Aussagekraft.

So etwa heißt es, daß Norwegen eine hohe Waffenbesitzrate und eine geringe Kriminalität habe, während in Luxemburg bei einem generellen Waffenverbot die Kriminalität sehr hoch sein. Ähnlich sei in Griechenland bei hohem Waffenbesitz geringe Kriminalität festzustellen. Hier wird absichtlich vergessen, dass die Waffenverfügbarkeit nur einer von mehreren Gründen des Verbrechens ist, das in fast jedem Land durchaus verschiedene Ursachen haben kann. In Luxemburg etwa blüht der Finanzbetrug, für den keine Waffen gebraucht werden. Auch die Argumentation, wonach sich ein potentieller Amokläufer auf jeden Fall eine Waffe besorgt, ist schwer zu beweisen, da die Täter in den meisten Fällen Selbstmord verüben oder von der Polizei erschossen werden.


„Eine gut organisierte Miliz als eine Notwendigkeit eines freien Staates, das Recht der Menschen Waffen zu haben und zu tragen, sollen nicht eingeschränkt werden.“

Auffällig ist die Zahl der Fälle in den USA, in denen Jugendliche mit der Waffe im Anschlag in die High School oder ins College gehen, um dort Lehrer wie Mitschüler niederzumähen. Diese spezifischen Schulmassaker haben neben der leichten Verfügbarkeit ihre Ursache in den psychischen Verwüstungen, die von der amerikanischen Gesellschaft und ihrem Raubtierkapitalismus unter Heranwachsenden angerichtet werden. Hinzu kommt in den letzten Jahren die Bereitstellung von Videospielen als einem elektronischen Manöverfeld, in dem die Tat konzipiert und geübt werden kann.

Im Namen der Wahrheit Gottes
„The Gun that Won the West!“ So geht die Kurzform des amerikanischen Gründungsmythos, der aber den Tatsachen nicht entspricht. Die 13 Neuenglandstaaten hatten sich nach der Unabhängigkeitserklärung vom 4.7.1776 in wenigen Jahren durch Käufe und Eroberungen von rund einer Million auf neun Millionen Quadratkilometer ausgedehnt. In den Kriegen mit England und Frankreich hatte man sich den Nordosten gesichert und Indianerstämme in den grenzenlosen Westen getrieben. Dann folgte die Ausrottung der südlichen Stämme in den Seminolenkriegen. Doch nun lockte der unbekannte weite Westen bis hin zum Pazifik.

Das „Manifest Destiny“ (Geoffenbartes Schicksal) von John O’Sullivan rief die Siedler zur Besitznahme des ganzen Kontinentes auf: „Unsere Arena ist die expandierende Zukunft, die wir als leeren Raum im Namen der Wahrheit Gottes betreten… Wir sind die Nation des menschlichen Fortschritts und die Vorsehung marschiert an unserer Seite……Dies weiter und grenzenlose Zukunft wird die Ära der amerikanischen Grösse sein. In ihrer wunderbaren Herrschaft über Zeit und Raum ist diese Nation aus vielen Nationen dazu bestimmt, der Menschehit die Herrlichkeit des göttlichen Prinzips zu offenbaren und auf der Erde den edelsten Tempel zu errichten, der je in Verehrung des Obersten Seines errichtet worden ist. Die Grundfesten dieses Tempels werden eine ganze Hemisphäre sein…..“

In tausenden Trecks zogen ab 1830 landhungrige Siedler nach Westen, um das Land der Indianer in Besitz zu nehmen. Und es waren nicht die „Guns“, sondern die Säbel der Kavallerie, die ihnen dabei die Bahn brachen. Der Westen ist nicht mit Colt und Gewehr, sondern mit dem Säbel regulärer Truppen erobert worden. Bereits im Unabhängigkeitskrieg litten amerikanische Truppen und Milizen an fehlenden Feuerwaffen. Sie mussten solche Musketen aus Europa importieren. Diese Waffen waren viel zu kostbar, um sie Siedlern für den eigenen Gebrauch zu überlassen. Voll Entsetzen schildert der deutsche Ausbilder Baron von Steuben die Ausstattung der Milizen, die zum Kriegsdienst kamen: Vielfach barfuss, mit Erntegeräten, Messern und Beilen wollten sie gegen englische Musketen antreten. (Daniel Boorstin: „The Americans: The Colonial Experience“ Random, 1958; sowie Richard Slotkin: „Regeneration through Violence: The Mythology of the American Frontier“ Weselyan Press, 1973)

Waffenindustrie: Privilegien bis heute
Samuel Colt erfand um 1835 die nach ihm benannte mehrschüssige Waffe mit Drehzylinder, die bereits im Krieg gegen Mexiko 1848 eine entscheidende Rolle spielte. Ab 1850 begann durch Einsatz von Austauschbauteilen die Massenproduktion. Erst jetzt konnte die Bevölkerung der USA aufrüsten. Erst jetzt konnten die frühen Siedler ihre Äxte und Beile gegen Schusswaffen tauschen. In dieser Zeit gingen auch der Henry-Stutzen, der Spencer-Karabiner und die Winchester-Büchse in Produktion. Der Sezessionskrieg (1861-1865) wurde vom Norden vor allem deswegen gewonnen, weil er Feuerwaffen industriell fertigen und der Süden nicht genug Nachschub aus Europa organisieren konnte. Symbolisiert wird dieses Verhältnis durch die wahnhafte Reiterattacke „Picketts Charge“, in der die Konföderierten in der Schlacht von Gettysburg mit Säbeln gegen Kanonen ritten.

Nach diesem Krieg hat die amerikanische Waffenproduktion einen ungeheuren Aufschwung genommen. Sie pochte auf ihren Beitrag zum Sieg. Sie erhielt grosse Privilegien eingeräumt, die sie bis heute verteidigt. Die Waffenindustrie bildete bald eine Lobby, die mit massenhafter Herstellung von Feuerwaffen begann. Da diese Waffen auch verkauft werden mussten, hat man eine Mythologisierung von Colt und Winchester eingeleitet. Hier tritt nun die mythische Figur des „Lone Ranger“ oder des „Lone Riders“, des einsamen Reiters, an. Der chronologisch korrekte Wilde Westen hat zwischen Ende des Bürgerkrieges bis zur Jahrhundertwende nicht allzu lange gedauert: In diesen Jahren ritten seine berühmten Helden Jesse James, Doc Holliday, Wyatt Earp oder Billy the Kidd durch den Mittleren Westen.

Allesamt waren sie Falschspieler, Revolverhelden und Verbrecher. In unzähligen Hollywoodfilmen sind sie zum „Lone Ranger“ umstilisiert worden, der im Wilden Westen zum Duell mit bösen Kräften antrat. Es ging darum, wer schneller ziehen, schiessen und treffen konnte, obwohl einer, der so schnell zog, nicht auch schnell schiessen und auch nicht gut treffen konnte. Nach vollendeten Heldentaten und nach dem finalen „Gun-Fight“ ritt der Ranger als immer wiederkehrendes Bild in den Sonnenuntergang. Er muss weiter. Er kann nirgends Glück und Frieden finden. Er ist ein Loner, so wie es der Schütze von Blacksburg einer war.

Wer ein echter amerikanischer Mann sei, müsse seine seine Waffe immer in Reichweite haben. Die Waffe wurde zum Fetisch. Milliarden Bilder in Print und Fernsehen zeigten den Amerikaner mit umgeschnallter Waffe, die von der Hüfte in die Achselhöhle gewandert ist. Und langsam kommt es zu einer mythischen Übertragung. Die ganze Nation wird zum „Lone Ranger“, der seine Heilsmission in Kriegen gegen andere, böse Staaten sucht. An die Stelle rauchender Colts sind Marschflugkörper, Bomben und Granaten getreten.

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Schweizer Neutralität geopfert?

Stephan Fuchs – Darauf waren wir stolz, darauf haben Länder in Krisenzeiten vertraut: Die Schweizer Neutralität. Verhandlungen auf sicherem Boden. Offensichtlich war die Neutralität nicht erst jetzt an der Nordwand durch den tragischen Unfall einem deutschen Tornado geopfert worden, sondern sie wurde, wie ein Schweizer Käse, schon lange ausgehöhlt. Wäre der deutsche Jet nicht abgestürzt, es hätte niemand gewusst, dass in der Schweiz überhaupt ausländische Jets Übungsflüge absolvieren – im Gegenzug trainieren Schweizer Jets im Ausland.


Man muss sich schon fragen, was teutonische Kampfflugzeuge im Lauterbrunnental zu suchen haben.
Simulation des Tornado-Flug bei den Trümmelbach-Wasserfällen im Lauterbrunnental.


Simulation des Tornado-Flugs bei Stechelsberg an der Schilthorn-Seilbahn im Lauterbrunnental.
3D-modeling: Peter Bratt (UK)
Szenerie, 3D-rendering und Montage: Harald Haack (D

Die Armee hat ungenügend Informiert
Die große Mehrheit der Bevölkerung wusste es nicht, war erstaunt ob der partnerschaftlichen Verträge. Die Reaktionen sind klar:
„Offenbar hat der Bundesrat neben dem Überflugsrecht über unser Land, das er längstens den verschiedensten Fluggesellschaften zugestanden hat, einigen NATO-Ländern die Erlaubnis gegeben, in unseren Alpentälern Übungsflüge mit Hochleistungsflugzeugen durchzuführen, obwohl er wissen mußte, wie allergisch ein großer Teil unserer Bevölkerung auf den Gehör zerstörenden Kampfjetfluglärm ist (Franz-Weber-Initiative mit weit über hunderttausend Unterschriften). Und das, ohne dass die Mitglieder der sicherheitspolitischen Kommissionen des National- und des Ständerats orientiert waren! Unglaublich!“ *

Eidgenossen wittern den Landesverrat selbst auf höchster militärischer Ebene:

„Haben wir unsere Souveränität de facto bereits an die NATO abgetreten? Man muss sich schon fragen, was teutonische Kampfflugzeuge im Lauterbrunnental zu suchen haben. Offensichtlich hat der für seinen mangelnden Respekt gegenüber dem Volkswillen berüchtigte Generalissimus Keckeis den Anschluss an die NATO bereits vollzogen.“ *

und

„Persönlich glaube ich immer mehr, dass unsere Militärflugplätze früher oder später in NATO-Hand sein werden, auch wenn man dies heute noch dementiert. Man kann das Ganze nämlich auch verwässern und mittels «Freundschaftspakten» so aushöhlen, dass am Schluss eben ausländische Bündnisse das Sagen haben. Warten wir’s ab.“ *

Das Volk zürnt
Als ein Schlag ins Gesicht empfinden die sich von der eigenen Armee verschaukelten Schweizer etwa, dass nicht der Drei-Sterne-General und Chef der Armee, Christophe Keckeis, oder SVP Verteidigungsminister Samuel Schmid an die „Front erzürnter Eidgenossen“ geschickt wurde, sondern nur der Pressesprecher Jürg Nussbaum. Gerade Keckeis, hätte dazu einiges zu sagen: Er kommandiert die beiden Teilstreitkräfte Heer und Luftwaffe, er wurde 1966 Pilot im Überwachungsgeschwader (UeG) und war danach ab 1968 über lange Jahre Berufsmilitärpilot mit bisher über 5.000 Flugstunden. 1974 wurde er Hauptmann und pilotierte eine Mirage IIIS. Ein Flieger-Profi, der den verwirrten Eidgenossen vieles klar und vielleicht richtig stellen konnte. Er tat es nicht.

Süffisant schreibt die rechts-konservative Zeitung Schweizerzeit von SVP Nationalrat Ulrich Schlüer:
„Dass Kampfpiloten, vorgesehen für politisch hoch brisanten Einsatz in einem äußerst gefährlichen internationalen Konflikt, in der neutralen Schweiz trainieren – das ist für Herrn Keckeis offensichtlich quantité negligeable. Neutralität? Unwert, darüber von hoher Armee-Warte noch Worte zu verlieren. Man erinnert sich: Schon vor Jahren wurde von der Armee-Spitze die Ansicht verbreitet, Neutralität sei etwas, das man getrost stillem Absterben überlassen könne.“

Laut Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl), die als Bewilligungsbehörde auch dafür verantwortlich wäre, dass topografische Verhältnisse gebrieft werden, war es dem Piloten erlaubt gewesen mit einer Maximalgeschwindigkeit von 450 Stundenkilometer bis auf 300 Meter über Grund zu fliegen. Die Talbewohner protestierten mit außergewöhnlicher Schärfe gegen diese „gemeingefährliche Aussage“ eines Bundesamtes und die Berner Zeitung zitiert:

„Die Breite unseres Talbodens beträgt meistens weniger als 500 Meter, und an einigen Stellen ist bei einer Flughöhe von 300 Metern die Distanz zwischen den Felswänden weniger als 800 Meter. Zum Zeitpunkt des Tieffluges waren etliche Gleitschirme im Landeanflug, und die Helikopter der Basis Lauterbrunnen sind auch häufig im Einsatz. Hätte der tief fliegende Tornado plötzlich nach rechts (Westen) ausweichen müssen, wäre eine Kollision mit den Tragseilen der Schilthornbahn vorprogrammiert gewesen. Falls unsere Politiker die Notlage erkennen können, ist es jetzt allerhöchste Zeit, dass bei bestimmten Stellen des Verkehrsdepartementes mit größter Schärfe für Ordnung gesorgt wird. Zudem sind die Amtsträger und Behörden aller Gebirgstäler aufgefordert, eine sofortige Verschärfung der Gesetze für den Luftraum in unseren Tälern durchzusetzen, das heißt also ein völliges Verbot von Tiefflügen!“

Politiker wussten nichts
“Von Übungsflügen in dieser Art habe ich noch nicht gehört“, erklärt Nationalrat und Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission (SiK) Paul Günter (SP) aus Därligen. „Übungen von ausländischen Jets wurden früher angekündigt“, meint Nationalrat Boris Banga, Sicherheitsexperte der SP. Banga findet solche Übungsflüge bedenklich, der Schweizer Luftraum sei schon so zu klein und beengt.


Die Tornado 46/47 kurz vor dem Take-off in Emmen

Das einzige, was für die Bundeswehr in der Schweiz wohl Trainingswert habe, seien die Berge. „Das riecht ein bisschen nach Ausbildung für Einsätze in Afghanistan.“ „Das ist der offizielle Beweis, dass die Schweiz kein neutrales Land ist“, erklärte Franz Weber, der die Initiative „Gegen Kampfjetlärm in Tourismusgebieten“ lanciert hatte. „Wenn die Initiative angenommen wäre, hätte der Flug nicht stattgefunden.“ Weber will mit einem offenen Brief an VBS-Vorsteher Samuel Schmid gelangen und eine Erklärung des Vorfalls verlangen.

Der Bundesrat und der Armeeschef Keckeis täten vielleicht gut daran, ihr Volk darüber aufzuklären, wer hier für was trainiert. Aber vermutlich sind die NATO und „geheime Abkommen“ wichtiger als das Recht der Eidgenossen, sich nicht in kriegerische Konflikte einlassen zu müssen. Mit der Opferung des Status Neutralität wird auch die Schweiz zur Kriegszone. Dann, mit Recht.

* Die Zitate stammen aus Leserbriefen, die Namen sind der Redaktion bekannt

Flugdatenschreiber des deutschen Tornado gefunden
Schweizer Behörden schuld am Tornado-Absturz?
Verkommt die Schweiz zum Kriegstrainingslager für Afghanistan?
Deutscher Tornado – Mal schnell über den Gletscher ziehen
Kein Witz – Bundeswehr-Tornado bei Lauterbrunnen abgestürzt

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Ziviler Sicherheitsbeauftragter der Zürcher Flughafenpolizei verhaftet

onlineredaktion – Ein ziviler „Sicherheitsbeauftragter der Zürcher Flughafenpolizei“ soll gestern Abend aus dem Fenster seines Wohnhauses in Nürensdorf geschossen haben. Er schoss mehrfach auf einen circa 50 Meter von seinem Fenster entfernten Schuppen (schweizerisch: „Schopf“). Die Pistole, die er dazu nutzte, war nach Angaben des Sprechers der Zürcher Kantonspolizei, Marcel Strebel, keine Dienstwaffe, da der Mann als Sicherheitsbeauftragter im Flughafen keine Waffe trage. Die Kantonspolizei legt Wert darauf, dass er kein Polizist sei, wie die Basler Zeitung schreibt, sondern ein ziviler Mitarbeiter der Flughafenpolizei. Weshalb er schoss und Drohungen ausgesprochen habe, sei noch unklar. Einen Zusammenhang mit dem Absturz der deutschen Tornado, die gestern Vormittag gegen eine Felswand im Lauterbrunnental geprallt war, schloss ein Kollege von Marcel Strebel spontan lachend aus.

Die Frau des schießenden „Flughafen-Sicherheitsbeauftragten“ hatte die Polizei alarmiert. Sie war mit ihren beiden Kindern ins Nachbarhaus geflüchtet. Polizisten sperrten die Straße ab und verschafften sich „gewaltlosen Zutritt“ zum Haus des Schützen. Nach Strebel soll der Mann nicht ansprechbar gewesen sein. Herbeigerufene Sanitäter betreuten ihn und fuhren ihn in eine Klinik, wo man ihm Blut- und Urinproben abnahm.

Im vergangenen Jahr hatte es in der Schweiz eine aufklärende Informationskampagne der Frauenzeitschrift „Annabelle“ gegeben. Daraufhin gab es eine von rund 17.400 Personen unterzeichnete Petition, in der sie forderten, Dienstpflichtige der Armee sollten künftig ihre Armeewaffe nicht mehr zu Hause aufbewahren und sie nach Ablauf der Wehrpflicht nicht mehr behalten können; außerdem sollte ein nationales Waffenregister geschaffen werden. Der Hintergrund dieser Petition waren Morde, in denen Schweizer Armeewaffen verwendet wurden. Die Opfer: Frauen und Kinder der Schweizer Dienstpflichtigen.

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The Real Mistake Made in the U.S. Attorney Firings

Rachel Alexander – Republicans should stop claiming that decisions regarding political appointees are made solely based on the „qualifications“ of the candidates, denying that any of the selection process is political. It is this denial that gets them into hot water. Clinton’s firing of the White House Travel Office was much worse than firing politically appointed U.S. Attorneys. Republicans have allowed Democrats to turn the firings into a scandal by focusing on the distinction between the words „poor performance“ and „political reasons.“

Much has been made about the Bush administration’s firing of eight U.S. Attorneys last year, and it appears inevitable that Attorney General Alberto Gonzales will resign this week. The complaint is that the eight U.S. Attorneys were fired for „political reasons,“ not „poor performance,“ the reason given initially by the Bush administration. Democrats contend that the administration retaliated against the U.S. Attorneys for their failure to prosecute corruption by Democrats and certain other crimes. The problem with these accusations is that it is not against the law for the president to remove appointed U.S. attorneys from their positions – for political reasons or poor performance or both. Political appointees are comparable to at-will employees; they can be removed for almost any reason unless specifically prohibited by law; an example of a prohibited reason would be on the basis of race. U.S. attorneys serve entirely at the pleasure of the president. Under Bush, the Patriot Act was amended to eliminate any requirement that the Senate approve U.S. Attorney appointments.

Democrats have turned the firings into a scandal by focusing on the distinction between the words „poor performance“ and „political reasons.“ It’s a red herring argument, though, because not only are the two reasons both acceptable, they’re not mutually exclusive. Investigating Republicans for crimes while allowing allegations of crimes by Democrats to sit without serious investigation is both partisan and incompetent. In addition, sources say there are specific examples of incompetence by these attorneys that the White House is currently prohibited from releasing at this time.

Several of the fired U.S. Attorneys assert that they were ranked top performers by the Department of Justice in 2005. However, at that time it was not known yet where they were in the investigations of some of the fraud and corruption cases that had been brought to their attention. Just because eight U.S. Attorneys received good performance reviews one year doesn’t mean those eight will necessarily receive good reviews the following year -for eight out of 100 or so attorneys across the country to receive poor reviews is not an odd occurrence.

The White House has received harsh criticism for replacing some of the U.S. Attorneys with friends and allies. Historically, presidents have always chosen their friends and others with similar political beliefs as political appointees. John F. Kennedy appointed his brother Robert – who was by no means qualified – as Attorney General. Bill Clinton was notorious for appointing his friends and FOB’s (Democratic contributors he paid back even acquired their own acronym, meaning „Friends of Bill“), and in fact went a step further when he fired the White House travel office staff and replaced them with friends of Hillary. The travel office positions were administrative positions, not even policy positions involving discretion. No high-level Clinton appointees were forced to resign over it.

Clinton fired all 93 U.S. attorneys immediately after taking office. Critics contend that this was somehow different, since it occurred at the beginning of Clinton’s presidential administration. However, there is no explanation offered or legal difference. They were all appointees from a prior administration, mainly Reagan appointees. Unlike Clinton, George W. Bush did not fire all of the existing U.S. attorneys when he took office, he left a few in their positions. So in a way it makes sense that he eliminated eight a bit later into his second term. Just because President Clinton didn’t do it the way Bush did it doesn’t make it wrong. President Clinton doesn’t set the standards of behavior for presidents.

A Washington Post article claimed that „legal experts and former prosecutors say the firing of a large number of prosecutors in the middle of a term appears to be unprecedented and threatens the independence of prosecutors.“ This isn’t accurate, because appointed U.S. Attorneys are expected to follow the lead of the administration, and other presidents have fired U.S. Attorneys midterm. According to reports, Karl Rove and Harriet Miers wanted to fire all of the U.S. attorneys at the beginning of Bush’s second term. Ironically, firing all of them at once at the beginning of his second term would have been more acceptable by the Democrats and their friends in the media than firing eight U.S. Attorneys two years into the term.

Presidents cannot be prohibited from appointing people they know, because by the time a presidential candidate is elected, he knows thousands of people with political backgrounds; he’s able to spot some that would make good leaders and for the rest must rely on the advice of advisors who know them. It would be foolish to try and prohibit presidents from hiring anyone they know or have any connection with, since that could disqualify half of the potential candidates. Presidents know or have connections to more people around the country than practically anyone.

It’s no secret that Republican presidents primarily appoint Republicans as U.S. Attorneys, and Democratic Presidents primarily appoint Democrats as U.S. Attorneys. To pretend that these positions aren’t partisan is nothing more than smoke and mirrors. Appointed U.S. Attorneys aren’t given lifelong tenure like Supreme Court justices. If it would be better policy to appoint U.S. Attorneys to lifelong terms, then the law needs to be changed. Democrats can’t just ignore the law for years until a time when it suits their purposes, and then indulge in rhetoric making up things in the law that aren’t there. Under current law, U.S. Attorneys can’t be „independent“ since they answer to the presidential administration they serve under, which changes every four to eight years.

Republicans should stop claiming that political appointments are made solely on the „qualifications“ of the candidates, and denying that any of the selection process is political. It is this denial that gets them into hot water. Democrats are exploiting this mincing of words in order to distract focus from the actual firing to the discrepancy in the explanation instead, in order to create a scandal. Just like they did in the Valerie Plame case. Republicans fell into the same trap again. Too much spin can go over the line and backfire; at some point spin reaches the point where it can be successfully attacked by partisans as a lie. Democrats have taken the lead at phrasing the debate, turning the public’s focus to the discrepancy in the explanation for the firings. This allows them to ignore the larger problem which is appointed U.S. Attorneys following their own (left wing in this case) agenda.

If U.S. Attorneys are supposed to be „independent,“ as the mainstream media is clamoring, then why have appointments at all? They could be elected instead, or appointed for life like U.S. Supreme Court justices. The Senate is looking at changes to the law now that would remove sole discretion for appointments from the Executive branch. But this doesn’t change the fact that firing the eight U.S. attorneys did not violate the law last year.

The U.S. District Attorney has some discretion over which crimes are prosecuted; more resources can always be spent in certain areas over others. Several, if not all, of these attorneys deliberately ignored or refused to prosecute certain crimes, including drug crimes and allegations of political corruption by Democrats. However, these same attorneys had no problem investigating political corruption by Republicans.

Here in the Southwest, U.S. Attorneys were removed from office for using their offices to promote their own political agendas. Paul Charlton, the U.S. Attorney for the District of Arizona, avoided prosecuting illegal immigration crimes, even though Arizona voters overwhelmingly approved four anti-illegal measures last fall. He also refused to prosecute certain drug crimes and avoided seeking the death penalty. The U.S. Attorney in San Diego avoided prosecuting human smugglers, or „coyotes.“

There are complaints that high-level Republican officials put „heavy-handed political pressure“ on some of the U.S. Attorneys, asking whether charges had been brought yet against certain Democrats accused of crimes. However, according to former U.S. Attorney Joseph DiGenova, this was normal, Congressmen called him „all the time“ asking about cases. U.S. Attorney David C. Iglesias from New Mexico claims that Senator Pete Domenici called him asking if he was going to file indictments for corruption against Democrats involved in a courthouse construction project. Iglesias told the Senator no. If Iglesias thought it was improper to discuss possible indictments, then he shouldn’t have answered.

Iglesias was asked in 2004 by Republican officials to investigate voter fraud. Young teenage boys had received voter registration cards in the mail, indicating someone had forged their signatures and birthdates. Iglesias failed to bring criminal charges against the liberal group responsible, Association of Community Associations for Reform Now (ACORN). ACORN has a reputation as the group most responsible today for voter fraud. When Iglesias found a woman working for ACORN who had falsified the applications, he said that she wasn’t prosecutable because she had only done it for money, not political reasons. That isn’t a valid excuse, and provides an easy way for ACORN to get around voter fraud laws by claiming that its employees were not politically motivated.

Many of the fired U.S. Attorneys claim that they did not have enough resources to prosecute „smaller“ crimes such as voter fraud. U.S. Attorney John McKay of Seattle claims he was also ousted for failure to prosecute ACORN for voter fraud. However, this is not a legitimate excuse, because the American people believe voter fraud is important and want it prosecuted. In Arizona, voters were so concerned they passed Proposition 200 in 2004, which requires proof of citizenship in order to register to vote, and proper identification at the polls.

The Republicans who have been the most vocal criticizing the firings are Senators John Sununu, Gordon Smith, and Arlen Specter. It is no coincidence that these Senators are also liberal Republicans – something they have in common with the fired U.S. Attorneys. Smith received scores of 58 and 72 from the American Conservative Union in 2005 and 2006, Specter received 63 and 43, and Sununu received 83 and 88.It’s not surprising they think Republican political appointees should be able to follow their own left-leaning agenda against the president they serve under.

The White House needs to own up to the political dimension underlying its decisions to fire the U.S. Attorneys. U.S. Attorneys should be held accountable to the administration, providing checks and balances against the liberal judiciary. The liberal judiciary is out of control and out of touch. The Democrats‘ proposed bill would transfer discretion over U.S. Attorney appointments to the federal courts. This would be a grave mistake, since the U.S. Attorneys‘ Offices would become bastions of liberal ideology, targeting Republicans, refusing to seek the death penalty, enforce immigration laws or certain drug laws.

Rachel Alexander

Ist praktizierende Anwältin für die Regierung in Phönix im U.S. Staat Arizona. Als ehemaliges Redaktionsmitglied und Kolumnistin des Arizona Daily Wildcat, gewann sie für ihre journalistischen Arbeiten drei Auszeichnungen und schreibt Kolumnen für IntellectualConservative.com

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„Kinder als Versuchskaninchen“ oder besser, Kinder der Hoffnung / Teil II

Dr. Billa Hofmann – Müsste man ein Gegenteil zu Liam Scheff definieren, der mit seinen Schriften Grausamkeit, Hoffnungslosigkeit, Rassismus sowie Angst und Hass verbreitet hatte, dann wäre das sicher Elizabeth Glaser. Menschlichkeit, Optimismus, Hoffnung, Mut und Kampfgeist, das sind die Werte, die an sie erinnern. Elizabeth Glaser war die Ehefrau des Schauspielers Paul Michael Glaser (Starsky und Hutch).

Mit der Geburt ihrer Tochter Ariel 1981 nahm das Schicksal für die Familie eine schreckliche Wendung. Als Elizabeth nach der schweren Geburt Ariel in den Arm nahm, war vorerst alles vergessen, auch ihre Bluttransfusion. Drei Jahre später macht Sohn Jake das Glück der Familie vollkommen. Doch dann bekommt die kleine Ariel plötzlich unerklärbare Krankheiten und Schwächeanfälle.

Nach vielen Untersuchungen stellt sich heraus: AIDS !! Das Blut, das Elisabeth bei der Transfusion erhalten hatte, war verseucht. Auch Sohn Jake und sie selbst trugen das Virus in sich. (Quelle: Elizabeth Glaser, Kein Engel an meiner Seite, Lübbe-Verlag, ISBN-10: 3404252780)

Elizabeth nimmt den Kampf auf: gegen die Krankheit, gegen die Gleichgültigkeit der Umwelt, gegen die eigene Angst und gegen die unbeschreibliche Trauer, als die kleine Ariel starb. Sie hatte dafür gekämpft, dass Ariel Medikamente bekommt. 1987 war AZT von der FDA, der US-amerikanischen Zulassungsbehörde, zwar schon genehmigt, jedoch nur für die Behandlung von Erwachsenen. Für Ariel war es zu spät, sie starb im Sommer 1988, noch bevor sie von Medikamenten profitieren konnte.

Um sich für ihre kranken Kinder und die vielen anderen HIV-Positiven einzusetzen und um etwas zu bewegen, beschloss Elizabeth zu handeln:

„We have to do something. My daughter is going to die. My son could die. There is something wrong in the world that research isn’t being handled with the speed and care that it needs. I have to get to the President of the United States. I have to get to senators.“

Das waren ihre Worte (siehe Paul Michael Glasers
Website, Breaking a Silence `Starsky‘ Star, Wife Share Their Family’s Painful Battle Against AIDS, Artikel in der L.A. Times. 25 August 1989).

Und sie handelte. Zusammen mit 2 Freundinnen steckt sie all ihre Energie in eine AIDS-Stiftung für Kinder, um die Öffentlichkeit und die Regierung mit dem Problem von Kinder-AIDS zu konfrontieren. Sandra Brock, Ehefrau von Bill Brock, ehemaliger Arbeitsminister unter Präsident Reagan, sagte über sie,
„She keeps people from running away from the subject of AIDS, she has (the AIDS virus), but she isn’t black, she isn’t poor, she isn’t homosexual, she isn’t a drug user. She is like the rest of us. She makes us confront our anger and our prejudices and start doing something.“
Ihre Autobiographie bringt dem Leser auch die Ängste und Vorurteile der Bevölkerung nahe und veranlasst ihn darüber nachzudenken, wie sich sein Verhalten im Direktkontakt mit AIDS-Kranken wohl gestalten würde.

Die öffentliche Auseinandersetzung mit der Krankheit in der Gesellschaft, der Kampf um Hilfe für Forschungsgelder und um ein neues Bewusstsein macht das Buch von Elizabeth Glaser besonders lesenswert. Es vermittelt zahlreiche Details aus dem Leben der AIDS-Infizierten und AIDS-Kranken, die einem Gesunden in normaler Form nicht zugänglich sind. Es ist das krasse Gegenteil zu Liam Scheffs Werk.

Elizabeths Tochter Ariel musste Sterben, weil es zu diesem Zeitpunkt nur Medikamente für Erwachsene gab und Kinder noch nicht behandelt werden konnten. Durch die „Elizabeth Glaser Pediatric Aids Foundation“, die sie ins Leben gerufen hat, war es möglich geworden, die Wissenschaft im Kampf gegen Aids zu unterstützen, Studien zu finanzieren und vielen Kindern neue Hoffnung zu geben.

Ihr Sohn Jake ist heute 19 Jahre alt (Stand 2004). In einem Interview gegenüber dem Stern sagte Paul Michael Glaser 2004, dass es Jake gut gehe und er ein College besuche. Glaser selbst ist mittlerweile wieder verheiratet und hat eine Tochter. Jake ist in die Fußstapfen seiner Mutter getreten, dazu später.

Elizabeth starb im Dezember 1994. Sie war nicht Drogen abhängig, sie war nicht homosexuell, sie war weder arm noch litt sie unter Mangelernährung, sie war weiß und sie starb – wie ihre Tochter auch – an den Folgen von Aids, übertragen durch eine HIV infizierte Blutkonserve!

Elisabeth wusste, dass sie sterben wird, trotzdem machte sie vor ihrem Tode Earvin „Magic“ Johnson, dem legendären Basketballspieler, noch Mut und Hoffnung, indem sie sagte, dass er die Chance habe, lange zu leben, weil bald einige viel versprechende Medikamente zugänglich sein werden,
„You are going to be here a long time because we have some great drugs coming down the pipeline. The only thing I want you to do is make sure you go out and talk about HIV and AIDS all the time and help other people‘. (Siehe: CNN, Then & Now: Magic Johnson, 22.06.2005,).

Elizabeths Optimismus stellte sich als richtig heraus, Johnson geht es heute gut, Dank der neuen Aids-Medikamente (laut Aids Leugner soll er keine Medikamente nehmen; there is no magic in AZT and no AZT in Magic – ein Zitat aus dem Buch Virus Wahn!), wie er selbst sagte:

„At that time [I was diagnosed HIV positive], we had only one [drug]: AZT,“ he said. „Now we have 22. The reason I am doing well is because of the drugs”.
Johnson geht es sogar so gut, dass manche Leute fälschlicherweise davon ausgehen, er sei geheilt und Aids sei nicht mehr länger eine tödliche Krankheit. Man spricht von dem „Magic Paradox“. Johnson sagte selbst, dass man keinesfalls davon ausgehen dürfte, dass es anderen auch so wie ihm ergehen werde,
“Since I announced 15 years ago, hundreds of thousands of people have died of HIV/AIDS,“ he says. „There will be more people dying. The virus acts different in all of us. There’s no certainty that if you get the virus, you’re going to be OK.”
…………..
Johnson says he’s anything but cured. He says he owes his well-being — and quite possibly his life — to the multidrug cocktail he takes everyday. (Siehe: Steve Sternberg, Magic Johnson combats AIDS misperceptions, USA Today, 01.12.2006,
„Last year alone I went to 35 different cities. I went to a church, I went to a high school, and I talked to health care providers all in one day in the 35 cities. I made sure I warned students who were probably having unprotected sex about what they were doing and what risks they were taking.“
Seit 1996 hat die Elizabeth Glaser Stiftung an 33 Wissenschaftler/innen den Elizabeth Glaser Scientist Award verliehen. 2006 ging dieser an eine Professorin an der Universität Zürich. Alexandra Trokla wurde für ihre Forschungen an neutralisierenden Antikörpern gegen HIV mit dem 700.000 $ dotierten Preis ausgezeichnet (siehe Pressemitteilung der Universität Zürich).

Die Stiftung vergibt aber nicht nur Preise für hoch verdiente Wissenschaftler, sie setzt sich auch vor Ort für die Schicksale der Patienten ein. Das ist eine Realität, die von den Aids Leugnern einfach ignoriert wird:

Ben Banks hatte als Kind im Alter von 2 Jahren Krebs. Er machte mehrere Operationen durch, für die Bluttransfusionen notwendig waren. Er musste Chemotherapie und Bestrahlung über sich ergehen lassen, aber er besiegte die Krankheit. Solange, bis er mit 12 Jahren erfuhr, dass er aufgrund einer verseuchten Blutkonserve HIV infiziert war. Ben Banks wurde unterschiedlich behandelt, zuerst mit AZT, dann mit verschiedenen anderen Medikamenten. Seit 2003 ist er verheiratet und er plant seine Zukunft positiv (Brief vom 23.08.2005).

Shavonn ist ein kleiner Junge aus Jamaika. Seine Mutter steckte sich bei ihrem Ehemann, dem sie vertraut hatte, mit dem Virus an. Doch sie war nicht darüber informiert, dass ihr Mann HIV positiv war. 1997 wurde Shavonn geboren, und seine Mutter wusste nicht, dass sie sich in der Zwischenzeit mit dem Virus infiziert hatte. Wie sich später herausstellte, hatte sie das Virus auch auf ihren Sohn übertragen. Shavonn und seine Mutter bekamen in einer Klinik auf Jamaika antiretrovirale Therapie, die sie dreimal am Tag nehmen sollten. Aufgrund der dort herrschenden Diskriminierung und Stigmatisierung gegenüber Aids Patienten, war Caroll nicht in der Lage, über die Krankheit zu sprechen, mit der Folge, dass Shavonn in der Tagesstätte seine Mittagsdosis nicht erhalten hat.

Manchmal hat er sie auch tagelang deshalb nicht bekommen, weil die Medikamente sehr teuer sind und seine Mutter das Geld dafür nicht hatte. Aufgrund der unregelmäßigen Medikation entwickelten sich Resistenzen, Shavonns Zustand wurde immer schlechter. Daraufhin ging seine Mutter erneut mit ihm in die Klinik. Die Ärzte änderten sein Therapieschema, er bekam andere Medikamente, solche, die er nur 2mal täglich nehmen musste, und die Stiftung setzte sich dafür ein, dass die Medikamente erschwinglich wurden. Shavonn ist heute 9 Jahre alt und ein gesundes, aktives Kind (Brief vom 21.07.2006).

Annabella lebt mit ihrer Mutter und 2 weiteren Geschwistern auf dem Land in Uganda. Annabellas Vater ist vor einigen Monaten an den Folgen von Aids gestorben. Sie und ihre Mutter sind ebenfalls HIV positiv, ihre Mutter erwartet ein weiteres Kind. Beide werden von der Stiftung betreut und in der nahe gelegenen Klinik behandelt. Annabella verträgt die Medikamente gut. Und Dank dieser Behandlung ist auch die neugeborene Schwester, Kirabo, nicht infiziert. Es gibt für die Familie wieder Hoffnung. Annabellas Geschichte ist in einem Videospot festgehalten, den die Stiftung zusammen mit BBC World gedreht hat (siehe, „A survivors Guide: Annabella`s story“, vom 31.08.2006 ).

Jamie wurde 1979 mit einem Herzfehler geboren und musste mit 3 Jahren operiert werden. Dabei wurde sie durch eine verseuchten Blutkonserve mit HIV infiziert. Ihren HIV Status stellte man fest, als sie 8 Jahre alt war, zu einer Zeit, als es für Kinder noch keine verfügbaren Aids Medikamente gab. 2 Jahre später konnte Jamie an einer klinischen Studie teilnehmen, heute ist sie 26 Jahre alt und es geht ihr blendend, wie in ihrem Brief vom 15.05.2005 zu lesen ist („Had those new drugs not been available to me over the years, I might not be here today. What’s more, I’m a healthy young adult“).

Bill Belfiore und seine Frau Susan haben 1992 ein Waisenhaus in Rumänien besucht und 4 HIV positive Kinder adoptiert. Die schlimmste Zeit für die Familie war nicht der Kampf um Medikamente, Ernährung und Vitamine, sondern der Kampf gegen Stigmatisierung und Vorurteile, das Zurechtkommen mit den Gerüchten, den Falschinformationen und der Ignoranz der Leute. Sohn Ionel, heute 16, erinnert sich, dass er mit 10 Jahren von einem Klassenkameraden zu hören bekam, dass er ja bald sterben würde. Heute sagt Susan, dass die Familie an Wunder glaubt, und dass in ihrer Familie ein Wunder“>ABC news, Romanian orphans thriving 15 years later, 22.12.2005)

Jake Glaser ist in die Fußstapfen seiner Mutter getreten und er hat von ihr gelernt, dass es so was wie Hoffnung gibt. Er ist glücklich, dass seine Mutter dafür gekämpft hat, dass er ein normales und erfülltes Leben führen kann. Er sagt, dass es aber überall noch so viele Kinder gibt, denen es allerdings nicht so gut gehe und denen geholfen werden muss. Es gäbe im Kampf gegen Aids noch soviel zu tun und deshalb sei die Wissenschaft heute so notwendig wie nie zuvor (Brief vom 26.10.2005). (siehe auch „Here Comes the Son”, POZ Oct 2006)

Über die hier genannten einzelnen Schicksale (Ben Banks, Shavonn, Annabella, Jamie, Bill Befiore und Familie, Jake Glaser und noch viele weitere Berichte) kann hier im Detail nachgelesen werden. Die Briefe wurden von Frauen, Männern und Kindern geschrieben, die in irgendeiner Weise mit HIV und Aids konfrontiert wurden.

Viele Kinder und ihre Familien haben durch die medizinische Behandlung und durch das Engagement der Elizabeth-Glaser-Stiftung eine neue Hoffnung auf das Leben bekommen. Die Aids Leugner machen jedoch nichts anderes, als durch ihre Falschinformationen diese Hoffnungen zu zerstören, Ängste und Unsicherheit zu verbreiten und dadurch zu verhindern, dass Anderen möglicherweise genauso geholfen werden kann.

Was die Aids Leugner nicht wahrhaben wollen ist, dass es Patienten gibt, denen es nach Beginn einer Behandlung mit Aidsmedikamenten durchaus gut geht, und dass diese Menschen auch eine Zukunft haben können. Über Magic Johnson, Winstone Zulu und Richter Edwin Cameron aus Südafrika wurde schon berichtet (siehe Kommentar zu Virus Wahn).

Oder Ben Banks, der seit seiner Kindheit HIV positiv ist und der seit 14 Jahren mit Aids Medikamenten behandelt wird. Er ist heute 26, wie Jamie auch, hat ein Haus gekauft und ist verheiratet. Obwohl er immer wieder seinen Therapieplan wegen Resistenzen oder Nebenwirkungen ändern musste, hat er nie aufgegeben, positiv zu denken. Ein Student der Universität von Wisconsin-Madison bezeichnete ihn als Symbol der Hoffnung („Ben stands as a symbol of hope sharing his experiences“, siehe UW Madison student lives with HIV“, The Fox Journal, 13 Dec 2004, S. 3;)

Es gibt großartige Menschen wie Elisabeth Glaser, Ben Banks oder auch Magic Johnson und noch viele andere, die trotz ihrer eigenen Krankheit anderen Menschen noch Mut und Hoffnung geben, und es gibt Menschen, wie Liam Scheff, die gesund sind, und die Anderen Mut und Hoffnung rauben, indem sie falsche Informationen verbreiten und dabei noch vorgeben, sich für die Menschenrechte einzusetzen!

Teil I – Kinder als Versuchskaninchen

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Amerika vermisst FBI Agent im Iran

Stephan Fuchs– Amerika hat einen ehemaligen FBI Agenten verloren und das ausgerechnet im Iran. Das US State Departement übermittelte der iranischen Regierung einen Brief und ersuchte um Nachforschungen über den Vermissten. Er wird seit einem Monat vermisst.

State Department Sprecher Sean McCormack sagte, dies sei bereits die zweite Anfrage an die Iraner. Die erste Anfrage wurde am 12. März, kurz nach dem Verschwinden des ehemaligen FBI Agenten an die iranischen Behörden übermittelt, aber nicht beantwortet.

Der ex- FBI Agent wird von den Ermittlern als der 59 jährige Robert Levinson, identifiziert. Er soll sich auf oder in der nähe der Insel Kish aufgehalten haben. Beide Anfragen an die iranische Regierung wurde über die schweizerische Regierung nach Teheran übermittelt. Die Schweizer Botschaft im Iran nimmt die Interessen der Amerikaner war. Seit der islamischen Revolution 1979 und der Besetzung der US-Botschaft in Teheran unterhalten die USA keine diplomatischen Beziehungen zum Iran.
“Ich weiss nicht mit wem die Schweizer in Iran in Kontakt gestanden haben. Ich weiss auch nicht, ob die Schweizer unsere Anfrage tatsächlich weitergeleitet haben. Ich weiss nur, dass sie bei uns eine Rückmeldung gemacht haben und nicht herausgefunden haben wie es dem ehemaligen Agenten geht, oder wo er sich aufhält.“
Vielleicht weiss unsere Aussenministerin, Bundesrätin Micheline Calmy-Rey ob die Übermittlung stattgefunden hat?

Das Iran Dossier

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„Kinder als Versuchskaninchen“ – Die Anschuldigungen der Aids Leugner und ihre destruktiven Folgen – Teil I

Dr. Billa Hofmann – 2004 stand das Incarnation Childrens Center (ICC), ein Waisen- und Pflegeheim für Aids-kranke Kinder in New York, im Mittelpunkt von grauenvollen Anschuldigungen, die ein Journalist aus der Aids Leugner Szene, Liam Scheff, verbreitet hatte. In seinem Artikel „The House That Aids Built“ hatte er behauptet, das ICC würde brutale Versuche an schwarzen Waisen- und Pflegekindern machen. Den Kindern würden ohne Wissen der Eltern oder Erziehungsberechtigten hochtoxische Medikamente verabreicht werden, die zu schweren Nebenwirkungen und sogar zum Tode führten. Ähnlich wie bei Laborratten, sollen den Kindern die Medikamente mit Gewalt verabreicht worden sein.

Die Gruppe der Aids Leugner vertritt die Meinung, das HI-Virus sei harmlos und nicht die Ursache von Aids. Die eigentlichen Ursachen von Aids seien u. a. der Konsum von Genussdrogen, Mangelernährung sowie die Einnahme der angeblich toxischen Aids Medikamente. Thabo Mbeki, der südafrikanische Präsident, war lange Zeit von den Aids Leugnern beeinflusst und hatte seinem Volk die antiretrovirale Therapie schwer zugänglich gemacht. Über die fatalen Auswirkungen dieses Irrglaubens in Südafrika hatte schon Dr. Alexander von Paleske, der als Arzt in Botswana tätig ist, berichtet.

Jamie Doran, ein Reporter beim BBC, griff Scheffs Geschichte aus dem Internet auf, ohne Fakten und Hintergründe dazu genauer zu untersuchen. Das BBC veröffentlichte Scheffs Artikel“>gelesen werden .

In der New York Times, Ausgabe 17.07.05, war hingegen zu lesen, dass all diese Fragen und Anschuldigungen einzig und allein durch einen Autoren entstanden seien. Dieser habe seine angeblichen Fakten im Internet verbreitet, nachdem er sie sonst nirgends publizieren konnte. Eine offizielle Dokumentation oder Beweise für seine Behauptungen und Anschuldigungen, hätte er nicht liefern können (siehe NYT, Janny Scott und Leslie Kaufmann, Belated Charge Ignites Furor Over AIDS Drug Trial)

Anfang 2007 reichten Aids-Aktivisten und Wissenschaftler aus den USA, aus Süd-Afrika und London eine offizielle Beschwerde beim BBC ein, um gegen die bewussten Falschinformation vorzugehen. Der Film sei zwar schon vor über 2 Jahren ausgestrahlt worden, die Aids Leugner würden jedoch weiterhin über das Internet falsche und gefährliche Informationen über Aids verbreiten. In dieser Beschwerde wurde das BBC um die Veranlassung einer unabhängigen Nachforschung gebeten und, sollte sich dieser Film als irreführend und falsch bewahrheiten, so wurden nachfolgend Sanktionen, wie z. B. die Zensur, gefordert.

Auch im Newsletter (März 2007) der „International Aids Society“ (IAS) wurde über die fatalen Folgen der Aids Leugner berichtet (siehe hier, Seite 4 – 5).

Die Gruppe der Aids Leugner reagierte prompt auf diese Klage und wendete sich ebenfalls an das BBC, mit der Aufforderung, man dürfe diese BBC-Produktion aus humanistischen Gründen keinesfalls zensieren.

Was ist dran an diesen Behauptungen?
Das ICC wurde 1988 gegründet und wird karitativ gemeinsam von der Erzdiozöse New York und dem „Columbia Presbyterian Hospital“ geleitet. Die dort vorüber gehend in Pflege genommenen Kinder stammten meist aus sehr ärmlichen, schwarzen Familien. Diese waren oft nicht in der Lage, die Kinder allein zu erziehen, weil die Eltern zum einen mit ihrer eigenen Krankheit beschäftigt, oder auch zum Teil schon gestorben waren, oder weil sie durch ihre Drogenabhängigkeit nicht in der Lage waren, sich um ihre Kinder zu kümmern. Schnell wurde aus dem Heim für vorübergehende Pflege ein Heim, in dem die Kinder dauerhaft in liebevoller Weise von erfahrenem Personal betreut wurden.

Zur Gründungszeit des ICC war es Pflege- und Waisenkindern in den Heimen vom Gesetze her nicht erlaubt, an klinischen Studien teilzunehmen. Dann wurden die ersten Aids-Medikamente entwickelt, an Erwachsenen getestet, von der Arzneimittelbehörde für sicher und wirksam befunden und zugelassen. Nach der Zulassung dieser Medikamente war Kindern der Zugang zur antiretroviralen Therapie vorerst nur durch die Teilnahme an einer klinischen Studie möglich, da die Sicherheit und Wirksamkeit dieser Medikamente bisher nur bei Erwachsenen erforscht war. Und rechnerisch allein ist es nicht möglich, aus der Erwachsenendosis eine Dosis für Kinder zu berechnen.

Kinder sind eben keine kleinen Erwachsenen, ihr Körper unterliegt in seiner normalen Entwicklung sehr tief greifenden Veränderungen. Kinder sind nicht in jedem Alter gleich; kleine Kinder sind nicht vergleichbar mit großen Kindern, und Neugeborene nicht mit kleinen Kindern. Jedes Kindesalter hat seine physiologischen Besonderheiten, die sich auf die Pharmakokinetik und -dynamik eines Arzneimittels deutlich auswirken können. Dieses bedarf der Erforschung, um Kinder entsprechend ihrer Besonderheiten behandeln zu können. Medikamente werden je nach Lebensalter verschieden verstoffwechselt und ausgeschieden, Wirkungen und Nebenwirkungen zeigen altersspezifische Unterschiede.

An Erwachsenen gemachte Erfahrungen sind auf Kinder nicht ohne weiteres übertragbar. Kinder entwickeln sich und wachsen, Erwachsene haben diese Entwicklung abgeschlossen.
Durch die bei Kindern unterschiedlichen Verstoffwechselungs- und Ausscheidungsraten können nicht nur die Nebenwirkungen anders sein, sondern auch die Wirkungen. Bei manchen Arzneimitteln brauchen Kinder sogar eine höhere Dosierung als Erwachsene, damit diese Medikamente wirken können (z. B. Arzneimittel mit dem Wirkstoff Theophyllin zur Behandlung von Asthma).

Es ist immer noch erschreckend, wenn man folgende Fakten liest:

Jeden Tag
infizieren sich etwa 1800 Kinder unter 15 Jahren mit HIV (die meisten bei der Geburt),
sterben etwa 1400 Kinder unter 15 Jahren an den Folgen von Aids
infizieren sich mehr als 6000 junge Menschen im Alter von 15 – 24 Jahren mit HIV
(UNAIDS/UNICEF, Unite for children. Unite for Aids Campaign, 2005)

Kinder sterben häufiger und schneller an Aids als Erwachsene. In einigen Ländern des südlichen Afrika ist Aids für Kinder die Todesursache Nummer 1 (Dt. Ärzteblatt, 10.10.06).

Allein in Mosambik kommen täglich mehr als 50 HIV positive Neugeborene zur Welt. Unbehandelt stirbt die Hälfte von ihnen im ersten Lebensjahr, die meisten anderen vor ihrem 5ten Geburtstag (Cook et al, Prevention of Mother-to-Child HIV Transmission in Resource-Poor Countries, JAMA, 2000; 283: 1175-1182).

Ärzte sagten, es sei inhuman, den Kindern die Medikamente vorzuenthalten
Da es Waisen- und Pflegekindern in den USA aufgrund des Gesetzes nicht möglich war, an einer klinischen Studie teilzunehmen, hatten diese Kinder vorerst keine Möglichkeit, eine entsprechende Behandlung zu bekommen. So waren es meist die Armen, Schwarzen oder Latinos, denen die Behandlung versagt blieb. Die New York Times schrieb in ihrem Artikel vom 17.07.2005, dass Ärzte und Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums für die klinischen Studien sprachen, da Tausende davon profitierten.

Viele der Studienteilnehmer waren auch Kinder, die nicht aus Waisenhäusern stammten. Es wäre inhuman, den Waisenkindern diese Medikamente vorzuenthalten. Dr. William B. Caspe, Vorsitzender der Pädiatrie des Jacobi Medical Centers in der Bronx bezeichnete diese Vorenthaltung sogar als Verbrechen.

Das ICC war nur eines von vielen Studienzentren. Das Ergebnis der Studien war eindeutig positiv. Zum einen erkrankten immer weniger Kinder an opportunistischen Infektionen durch Aids und zum anderen wurden die HIV infizierten Kinder wesentlich älter als nur 2 oder 3 Jahre und konnten adoptiert werden.

Die New York Times schrieb, dass es keinerlei Anzeichen dafür gab, dass die Studien etwas anderes gewesen wären, als ein medizinischer Erfolg!

Auf der Website des ICC ist zu lesen, dass rund 60 Kinder, neben weiteren 1000 Kindern aus den USA, zwischen 1993 – 2002 an den klinischen Studien des National Health Institut (NIH) teilnahmen, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Aids Medikamente, die bisher nur für Erwachsene zugelassen waren, zu prüfen. Das NIH untersteht direkt dem US-Gesundheitsministerium.

Die Studien wären ein großer Erfolg gewesen, da die Kinder nicht – wie ohne Therapie – schon in jungen Jahren sterben, sondern das Jugendalter erreicht hätten. Das ICC war nur eines von 25 Waisen- und Pflegeheimen, insgesamt hätten Tausende HIV infizierte Kinder aus den Staaten an den Studien teilgenommen und so dazu beigetragen, dass diese neuen Therapien auch für Kinder zugänglich und zugelassen wurden.

Rassismus als Motiv für die Studien?
Und trotzdem war es laut New York Times möglich, dass eine einzige Person, die nur mit dem Internet und einer aufwieglerischen Geschichte „bewaffnet“ war, bedeutende Institutionen in die Defensive bringen konnte. Scheffs Geschichte entzündete einen leicht entflammbaren Mix aus Ängsten: die Angst, dass HIV nicht die Ursache von Aids ist, die Angst, dass die Medikamente nicht helfen und der Glaube vieler Schwarzen, dass die Mediziner oft andere Interessen verfolgten.

Die Angst der schwarzen Bevölkerung lässt sich durch ein Experiment, welches 1932 in Tuskegee, einer Stadt in Alabama, begann und als „Tuskegee Syphilis Study“ bekannt ist, begründen. In dieser Studie wurden etwa 400 schwarze und gleichzeitig meist arme und analphabetische Einwohner der Stadt mit bekannter Syphilis bewusst nicht mit dem zur Verfügung stehendem Penicillin behandelt, um die Spätfolgen der Infektion beobachten zu können.

Die beobachteten Personen wurden nicht über die Studie informiert und auch nicht darüber, dass in der Zwischenzeit eine effektive Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung stand. Die „Studie“ endete erst 1972, als Einzelheiten in der Öffentlichkeit bekannt wurden. Sie hinterließ Misstrauen und Argwohn in der Schwarzen Bevölkerung. So ist es auch zu erklären, dass viele schwarze Amerikaner immer noch glauben, Aids sei eine Form des Völkermordes und zur bewussten Ausrottung ihrer Rasse gedacht (siehe S B Thomas und S C Quinn, The Tuskegee Syphilis Study, 1932 to 1972: implications for HIV education and AIDS risk education programs in the black community, Am J Public Health. 1991 November; 81(11): 1498–1505)

Und so ist es weiterhin auch nicht verwunderlich, dass es zu Reaktionen in der schwarzen Bevölkerung kam. Osmowale Clay, der Führer der so genannten Bewegung des 12ten Dezember (December 12th movement) griff Scheffs Geschichte auf, um gegen Weiße vorzugehen. Clay gab vor, den Beschuldigungen gegen das ICC und das Columbia Presbyterian Hospital nachgegangen zu sein. Seiner Meinung nach hätte es Anzeichen dafür gegeben, dass die klinischen Studien auch an schwarzen Kindern durchgeführt wurden, die noch nicht mal das HI-Virus hatten. Rassismus sei das Motiv für diese Studien gewesen.
“What we know already is that 98 percent of the children experimented on were black and Latino and that the fundamental basis of why they chose those kids was racism. They have the arrogance to say it was for their own good, but we know it was racism”,
so Clays Worte. Clay verbreitete seine Botschaft überall in der Öffentlichkeit, wie z. B. in Kirchen, bei Versammlungen oder bei privaten Zusammenkünften. Statt sich mit den positiven Ergebnissen dieser Studien auseinanderzusetzen, bevorzugten Clay und seine Genossen die Verbreitung von Angst und Hass und sorgten für eine Polarisierung unter politischen Trägern
(siehe Ryan O`Donnell, The Left’s War on Black and Latino Children, FrontPageMagazine.com, 31.08.2005).

Liam Scheff nutzte dieses explosive Gemisch aus Ängsten und sorgte so für die Verbreitung der Verschwörungstheorie im Internet, wie in der New York Times zu lesen war:
„In January 2004, he posted an article, “The House That AIDS Built,“ on indymedia.org, a Web site that describes itself as an outlet for “radical, accurate and passionate tellings of truth.“ He chose that approach after trying unsuccessfully to get the article published. “I couldn’t get anybody to touch it,“ he said.“

Wie wurde in Deutschland darüber berichtet?
Auch Torsten Engelbrecht, Co-Autor von Virus Wahn (siehe Kommentar zu Virus Wahn,) griff Scheffs Gechichte auf. So war in der Zeitschrift Freitag (Ausgabe 12.03.2004, Therapien ohne Beweiskraft) Folgendes zu lesen:

Das Incarnation Children´s Center (ICC) in Manhattan ist ein Aids-Heim für schwarze Kinder. Doch ihre Inkarnation erleben sie dort offenbar nicht. „Seit Jahren werden auch an Babys Tests mit hochdosierten Medikamenten-Cocktails durchgeführt“, enthüllte der US-Journalist Liam Scheff. „Sie leiden sehr an den Nebenwirkungen der Wirkstoffe. Dennoch werden sie zur Einnahme gezwungen – unter Umständen sogar in der Weise, dass ihnen Chirurgen Plastiksonden durch die Bauchdecke nähen, um die ›Aids-drugs‹ direkt in den Verdauungstrakt zu injizieren.“ In der Folge erleiden die kleinen Patienten Gehirn- und Knochenmarkschäden, Erblindungen, Schlaganfälle – „auch zwei Todesfälle infolge der Medikation“, so Scheff, seien mittlerweile zu beklagen. Das ICC wollte sich dazu nicht äußern. Doch leiteten die Behörden kürzlich Ermittlungen ein, nachdem die New York Post Ende Februar die Story auf die Titelseite gehoben hatte. (siehe Freitag.de )

Die Behörde, das Gesundheitsministerium von New York (State Department of Health) hat in der Tat Ermittlungen eingeleitet. In einem Brief, der die Falschinformationen in Presse, Rundfunk und Internet korrigieren sollte, wurde u. a. Folgendes veröffentlicht:
Ende der 80er und Anfang der 90er wurden die meisten HIV infizierten Babys in New York geboren. Rund 80 % dieser Babys starben schon im Alter von 2 – 3 Jahren. Nachdem Aids-Medikamente verfügbar wurden, hat sich diese Todesrate drastisch vermindert. 2002 wurden jährlich nur noch 17 Babys, die sich bei der Geburt mit HIV infiziert hatten, geboren. Anfang der 90er lag die Rate der jährlich geborenen HIV infizierten Babys noch bei 500.

Der Rückgang dieser Todesraten wäre ohne die Entwicklung der HIV-Medikamente und der dazugehörigen klinischen Studien nicht möglich gewesen. Da aber den Waisen- und Pflegekindern die Teilnahme an klinischen Studien untersagt war, wurde ihnen somit auch der einzige mögliche Zugang für eine Behandlung untersagt. Deshalb ermöglichte das ACS (Administration for Childrens`s Services) mit sehr strikten Protokollen, Waisen- und Pflegekindern den Zugang zu neuen Therapien durch die Teilnahme an klinischen Studien.

Die klinischen Studien wurden vom National Institute of Health (NIH) gesponsert und überwacht. Das NIH überprüfte und genehmigte alle klinischen Studien, um den Schutz von Gesundheit und Sicherheit aller Kinder und Erwachsenen, die an den Studien teilnahmen, zu gewährleisten. Klinischen Studien unterliegen sehr strikten Protokollen und verlangen das Einverständnis der Eltern oder eines Vollmunds.

Die Studien wurden aber auch vor Ort in den einzelnen medizinischen Zentren durch das so genannte IRB (Institutional Review Board; ein ethisches Komitee, deren Hauptaugenmerk auf der Prüfung ethischer Gesichtspunkte liegt) geprüft.
DAS ACS führte aber noch eine dritte Überwachungsstufe, das medizinische Forum (medical panel), zur weiteren Kontrolle der Studien ein. Dieses Forum war noch strikter. Waisen- und Pflegekinder sollten nur dann an klinischen Studien teilnehmen dürfen, wenn es für sie einen größtmöglichen Nutzen gab und/oder das Gesundheitsrisiko minimal war. War dies nicht gegeben, so wurde den Kindern die Teilnahme an den Studien versagt.

Der vollständige Brief der Gesundheitsbehörde kann hier gelesen werden.

Was wäre aber die Konsequenz, wenn diese Studien nicht durchgeführt worden wären? Die Aids-Medikamente wären nur für Erwachsene geprüft und zugelassen und dürften Kindern nicht verabreicht werden, da nichts über den Stoffwechsel und die Wirkung im Körper der Kinder bekannt ist.

Das würde aber auch bedeuten, dass die unbehandelten Kinder zum einen viel früher sterben, als die Patienten, die Medikamente bekommen. Und auch, dass die Übertragungsrate von Mutter auf Kind weiterhin hoch bliebe, und somit viel mehr HIV positive Kinder geboren werden würden, als ohne Behandlung.

Und den Kindern diese Medikamente vorzuenthalten wäre eigentlich nichts anderes, als nochmal ein Experiment im „Tuskegee-Stile“ durchzuführen!

Zum Schluss die Worte eines Vaters von 4 HIV positiven Kindern:
As a parent, there is nothing more difficult than knowing your child is sick. You feel scared, frustrated, terrified, helpless. You put your trust in doctors and researchers and the latest medications and then you force yourself to believe. I can tell you that our family believes in miracles. But miracles won’t happen without the correct medication and the correct dosing — which can only be established through paediatric testing.

Bill Belfiore sprach bei einer Pressekonferenz im Februar 2003, als in den USA ein Gesetz eingeführt wurde, dass Arzneimittel speziell für den Gebrauch bei Kindern getestet werden müssen. Ein ähnliches Gesetz wurde Januar 2007 auch in Deutschland bzw. in ganz Europa eingeführt.

Teil II „Kinder als Versuchskaninchen“ oder besser, Kinder der Hoffnung

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Patentantrag: Für gentechnisch optimierte Politiker

World Content News – Politiker zählen zu einer Spezies, die kosten-nutzen-technisch für gewöhnlich eine miserable Ertragsbilanz aufweisen. Meistens sind es aus gesellschaftlicher Sicht immer die Falschen, die sich an die Spitze der Macht hochmogeln: Karrieristen, Populisten, Bürokraten und kompetenzfreie Volksvertreter. Doch diese sollen in Zukunft der Vergangenheit angehören, forderte Greenpeace“>Gen-Profiling zur Auswahl von politischen Kandidaten“ vorstellt, um Politiker künftig kommerziell besser nutzbar zu machen.

Hintergrund dieses „gemeingefährlichen“ 🙂 Antrags ist der Protest gegen die Absurdität des europäischen Patentrechts, das stinknatürliche Eigenschaften und Erbanlagen von Pflanzen, Tiere und auch Gene von Menschen patentfähig macht.

Gentechnik-Konzerne könnten in Zukunft Gewebeproben bei Menschen, Tieren oder Pflanzen nehmen, um Gebühren für ganz gewöhnliche Erbanlagen abzukassieren. So hat z.B. bereits der Agrar-Konzern Syngenta große Teile des Reis-Genoms zum Patent angemeldet. Darunter fällt auch die Züchtung von anderem Getreide das ähnliches Erbgut hat wie der Reis, beispielsweise Mais und Weizen. Am Parade-Fall eines Patentes auf Brokkoli will das Europäische Patentamt in Kürze grundsätzlich entscheiden, ob konventionelle Pflanzen patentierbar sind. Das Ergebnis soll auch bindend sein für alle anhängigen Patentanträge und sogar für Nutztiere und deren Nachkommen.

Hier könnte künftig auch der Weg frei werden für die wirtschaftliche Verwertung von entsprechenden Genen und Genprofilen von Menschen. Das EPA hat bereits über 1000 Patente auf menschliche Gene erteilt. Die Patentanmeldung von Greenpeace setzt folgerichtig hier an und beschreibt auf dem technischen und rechtlichen Niveau bereits erteilter Patente ein ausgefeiltes Verfahren für die Auswahl von geeigneten Politikern („marker assisted breeding“).

„Haste mal eine Speichel- oder Haarprobe für eine DNA-Analyse ?“ So oder ähnlich fragten Greenpeace-Aktivistinnen im Krankenschwesteroutfit Teilnehmer der Patentkonferenz „Europa der Innovationen“ in Berlin, die vom Bundesjustizministerium gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ausgerichtet wurde. Immerhin rund 40 von ca. 400 Anwesenden waren begeistert und machten mit.

Greenpeace möchte das erfundene Verfahren streng nach wissenschaftlichen Kriterien einsetzen und anhand des über Gentests zu ermittelnden Politikererbgutes folgende Optimierungsmerkmale festlegen:

zur Auswahl von Politikern, die für bestimmten Regionen besonders regionaltypische Merkmale erfüllen müssen („Regionaltyp“)

zur Auswahl von Politikern, die für bundesweite oder europaweite Aufgaben möglichst wenig regionaltypische Merkmale erfüllen sollen („Globaltyp“)

zur Auswahl von Politikern mit besonders ausgeprägten und ungewöhnlichen Charakterzügen („Charaktertyp“)

Zur Auswahl von Politikern mit möglichst wenig gering ausgeprägtem Charaktertyp („Flexibler Typ“)

Zur Auswahl von Politikern, die für bestimmte Wählerschichten oder Themenspektren besonders geeignet sind („inhaltlich gebundener Typ“)

Zur Auswahl von Politikern, die zu allen Themen und Wählerschichten gleichermaßen eingesetzt werden können („one-size-fits all Typ“)

Von selbst versteht sich, dass z.B. ein in Bayern eingesetzter Regionaltyp jodeln können muss und ein Globaltyp möglichst wenige regionaltypische Rülpser von sich geben sollte, d.h. ein Bewerber für das Bundeskanzleramt, der Saumagen und Pfälzer Wein der universellen Currywurst vorzieht, hätte künftig keine Chancen mehr auf den Posten.

Und auch ein flexibler Typ, bei dem zugleich ausgeprägte Charaktereigenschaften des one-size-fits all-Typ vorhanden sind, wäre wohl besser von vorneherein als Energieberater bei osteuropäischen Marktwirtschaftsdiktaturen aufgehoben. Eine Genanalyse der derzeitigen Amtsinhaberin würde dagegen zu keinerlei aussagekräftigen Merkmalen führen. Die Experten streiten sich noch, ob das nicht die optimale Voraussetzung für so einen Job ist, denn wer nichts macht, kann auch nichts verkehrt machen und die Bürger haben so wenigstens ihre Ruhe,

Greenpeace versichert im übrigen, dass bei der Erstellung der Patentanmeldung der ethische und rechtliche Rahmen der europäischen Patentgesetze strikt beachtet wurde. Die Methode beruhe auf einem Abgleich von Gen-Profilen eines repräsentativen Ausschnitts der Bevölkerung mit den Profilen von PolitikerInnen oder solchen, die gerne Politiker werden wollen. Es melden sich inzwischen aber immer mehr Zweifler die monieren, dass ausgerechnet Politikergene in Zukunft schützenswert sein sollen.

Verlassen wir also den Bereich der Realsatire und kehren wir zum Schluss zur Ernsthaftigkeit des Anliegens zurück: Hier geht’s zum Globalen Aufruf gegen Patente auf konventionelles Saatgut und Nutztiere („no patents on seeds„), dem sich inzwischen schon viele andere Organisationen angeschlossen haben.

Dieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

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Der Staatsbeton neuer Metropolen

Malte Olschewski – Diktatoren und Gewaltherrscher fühlen sich unwohl inmitten brodelnder Menschenmassen und im Lärm von Millionenstädten. Oft suchen sie als Mahnmal ihrer Herrschaft eine neue Hauptstadt aufzurichten. So hat sich auch Burmas Militärdiktator Than Swe nahe einer Holzfällersiedlung eine neue Metropole aus dem Dschungel stampfen lassen. Naypyidaw (Königliche Stadt) ist dieser Tage mit einer Militärparade eingeweiht wurde.


Naypyidaw : Neue Hauptstädte für alte Diktatoren.

Die „Königliche Stadt“ besteht aus Triumphbauten, Betonklötzen und breiten Avenuen. Die Beamten aus der bisherigen Hauptstadt Rangun hatten auf Befehl der Militärregimes binnen kürzester Zeit zu übersiedeln, obwohl in der neuen Hauptstadt noch nicht genug Unterkünfte errichtet worden waren. Als Grund für die völlig unnötige Metropole wurde angegeben, dass sich Naypyidaw im Zentrum des Landes befinden würde. Des weiteren könne man von hier aus die aufständischen Stämme der Shan und Karen besser bekämpfen.

Der tieferer Grund dürfte woanders liegen: Burmas Militärherrscher sehen sich als Erben historischer Königsdynastien, die immer wieder neue Hauptstädte gebaut haben. Schon Diktator Ne Win (1911- 2002) war in dem Irrtum befangen, der neunte König der einst mächtigen, aber schon lange erloschenen Alaungpaya-Dynastie zu sein. Daher schaffte er das Zehner-System ab und richtete das ganze Land nach der Zahl „9“ aus. So wurden neue Banknoten eingeführt, deren Wert durch neun teilbar waren Seine Nachfolger liessen die „9“ wieder gerade sein und bemühten sich um eine neue Hauptstadt.

Im Thailand ist der letzte Hauptstadtwechsel schon über 200 Jahre her. Nach Zerstörung der alten Hauptstadt Ayutthaya 1767 durch die Burmesen, errichtete König Thaksin in Thonburi am Ufer des Chao Piya-Flusses eine neue Hauptstadt. Thaksin wurde bald von seinem General Chakri gestürzt und exekutiert. Chakri verlegte 1882 die Hauptstadt in ein Dorf (Ban) auf der anderen Seite des Flusses, in dem bisher vor allem Pflaumen (Kok) angebaut worden waren. Der mit Japan verbündete Militärdiktator Phibulsongkram plante um 1942, in Petchabun eine neue Hauptstadt zu errichten, die seinen Namen tragen sollte. Das Heiligtum des Emerald-Buddha war aus Bangkok bereits nach Petachbun gebracht worden, als der Diktator gestürzt wurde.

Sri Yaya Vardhana Pura Kotte war lange Zeit die Hauptstadt Sri Lankas, bis 1515 der Regierungssitz in das benachbarte, besser geschützte Colombo verlegt wurde. Der langjährigen Regierungschef Junius Yayawardene wollte um 1980 nicht länger über den Lärm und das Elend Colombos regieren. Er sah auch die grosse Ähnlichkeit der alten Hauptstadt mit seinem eigenen Namen. Die Insel war von Massenarmut und Bürgerkrieg betroffen, was Sir Junius nicht hinderte, für sich und die Regierungskaste das Programm „Schöner Wohnen“ durchzusetzen. 1983 übersiedelte die Regierung in die modernen Bauten der neuen Hauptstadt von Kotte.

In Pakistan war ähnliches geschehen. Die Regierenden wollten nicht in dem Getöse der hässlichen und schmutzigen Millionenstadt Karatschi verbleiben. Auch Rawalpindi war ihnen nicht gut genug. Daher wurde von Militärdiktator Ayub Khan ab 1958 in der Nähe von Rawalpindi mit Islamabad eine nagelneue Hauptstadt aus dem Boden gestampft. Später sind viele moderne Bauten der Stadt islamisiert worden. Um die herrschende Hitze zu dämpfen, hat man drei grosse, künstliche Seen geschaffen.

Aber auch in der kasachischen Metropole Alma Ata war es dem Langzeitdiktator Nursultan Nasarbayew zu eng geworden. Es drängte ihn, nach Zusammenbruch des Kommunismus die neue Epoche der Unabhängigkeit auch mit einer neuen Hauptstadt zu feiern. Er liess Vermessungen anstellen. Bald kamen seine Gelehrten mit der Mitteilung gelaufen, dass sich die Siedlung Akmola im Mittelpunkt von Ost und West und genau im Zentrum Eurasiens, wenn nicht des ganzen Universiums, befinden würde. Das genügte: Nasarbayew liess um das ehemaligen Kosakenfort Akmolinsk eine neue Hauptstadt mit dem Namen „Astana“ (etwa: Sternenhauptstadt) in die Höhe wachsen. Beamte, Ministerien und ausländische Botschaften hatten 1997 zu übersiedeln. Ausländische Botschaftsangehörige fühlen sich in dieser Stadt bald „wie auf einen anderen Stern.“

Auch in Nigeria wollten die Militärherrscher schöner wohnen, da die verdreckte, lärmende Hafenstadt Lagos Regierungsarbeit immer schwerer machte. Also wurde 300 Kilometer nördlich die neue Hauptstadt Abuja mit auffallend vielen Prachtbauten errichtet. Die Bevölkerung ist mit 178 000 Menschen angenehm klein. Zuzug von auswärts wird unmöglich gemacht. Leere Avenuen führen vom Parlament zum Stadion, weiter zur riesigen Moschee und zum Luxushotel. Für neuen Beton reichen die Gelder allemal, nur nicht zu Steigerung des allgemeinen Lebensstandards.

Malawis Langzeitpräsidenten Hastings Banda (1896 – 1997) wollte die Hauptstadt Blantyre nicht gefallen, da es eine Stadt gleichen Namens auch in Schottland gab. Die britischen Kolonialherren hatten den grössten Ort des von ihnen regierten Njassalandes so genannt, weil der Afrikaforscher David Livingstoin im schottischen Blantyre geboren worden war. Banda mit dem Ehrennamen „Kamuzu“ (Würzelchen) übersiedelte 1964 mit der Unabhängigkeit nach Zomba, wo er sich aber auch nur zehn Jahre wohl fühlte. Schliesslich liess sich der Präsident in der Stadt Lilongwe nieder, die er dann mit reichhaltigem Staatsbeton übergoss. Bandas Tod dürfte einen weiteren Standortswechsel verhindert haben.

Zaires Diktator Mobutu wollte sein Heimatdorf zur neuen Hauptstadt ausbauen, doch ist ihm das nicht gelungen. Der Herrscher über die Elfenbeinküste, Felix Houphouet-Boigny, war indes mit ähnlichen Plänen erfolgreich. Er war lange Zeit Häuptling des Dorfes von Yamoussoukro. Mit der Unabhängigkeit wurde er zum Präsidenten des Landes gewählt. Durch enorme persönliche Bereicherung konnte er sich alle folgenden Wahlen kaufen.

Schon kurz nach der Unabhängigkeit hatte er 1964 mit der Realisierung seiner grossen Idee begonnen. Yamoussoukro sollte nicht nur neue Hauptstadt, sondern auch Standort der grössten katholischen Kirche der Welt werden. Am 10.9.1900 wurde die Basilika „Notre Dame de la Paix“ in Anwesenheit des Papstes feierlich eingeweiht. Ein kostbares Glasfenster stellte Jesus und seine zwölf Apostel dar. Wer genau hinsah, konnte auch einen 13. Apostel mit den Gesichtszügen des größenwahnsinnigen Präsidenten erkennen.

In vielen grossen Städten der Dritten Welt wird Regierung tatsächlich durch die Millionen Menschen auf dichtestem Raum immer schwerer. Staatsgäste müssen oft per Hubschrauber vom Flugplatz in das Regierungsviertel geflogen werden. Für Fahrten der Staatslimousinen müssen weite Strecken von der Polizei abgesperrt werden, was zum einem urbanen Chaos führt. Daher werden etwa in Kairo, Seoul, Djakarta und Mexico City Pläne für eine neue Hauptstadt diskutiert.