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Piraten kapern UNO-Schiff

Nairobi, DPA und Onlineredaktion – Laut einem Bericht der englischen BBC vom Sonntag wurde vor der Küste Somalias ein Frachtschiff mit UNO Hilfsgütern für die Menschen am Horn Afrikas gekapert.

Die kenianische „MV Rozen“ wurde mit einem Schnellboot und Sturmgewehren angegriffen und geentert, nachdem sie 1,800 Tonnen Lebensmittel im Nordosten des Landes abgeladen hatte, wie eine Sprecherin des Welternährungsprogramms der UNO mitteilte. Das Schicksal der zwölf Besatzungsmitglieder war zunächst unklar. Die bewaffneten Banditen haben es vor allem auf ausländische Schiffe abgesehen, um Lösegeld für die Besatzung zu fordern. Bei der MV Rozen wurden bislang allerdings keine Forderungen gestellt.

Vor der somalischen Küste kommt es häufig zu Piraten-Überfällen. Der Frachter werde nahe einer Insel vor der halbautonomen Region Puntland im Nordosten Somalias festgehalten, erklärten kenianische Behörden. Die „MV Rozen“ konnte erst im vergangenen März einem Überfall schwer bewaffneter Piraten entkommen.

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Giuliani leads race for White House

New York – A new U.S. national poll released Wednesday found former New York Mayor Rudolph Giuliani out in front in the race for the White House in 2008.

The Quinnipiac University poll found Giuliani ahead of fellow New Yorker Senator Hillary Clinton among registered American voters. The former mayor leads Clinton by 5 percentage points, 48 to 43.

Arizona Senator John McCain trails with 18 percent, followed by former House Speaker Newt Gingrich, who has said he may not run if Giuliani holds a commanding lead.

Giuliani has strong support among Republican voters, with 40 percent saying they are likely to vote for him.

As for the Democrats, Clinton has the support of 38 percent of those polled. Illinois Senator Barack Obama follows with 23 percent and former Vice President Al Gore is third with 11 percent. Gore has not said if he plans to run.

The poll was conducted between Feb. 13 and Feb. 19. The margin of error on this portion of the poll was plus or minus 2.5 percentage points.

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Nadelstiche gegen Hillary Clinton

AP – Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei in den USA muss Hillary Clinton wegen ihrer früheren Haltung zum Irak-Krieg mit Kritik aus dem eigenen Lager rechnen. Bei einer Podiumsveranstaltung in Nevada sagte der frühere Senator John Edwards, Clinton müsse es mit ihrem Gewissen ausmachen, dass sie sich nicht von ihrer anfänglichen Zustimmung zur Irak-Invasion distanziert habe.

«Es steht mir aber nicht zu, ein Urteil darüber abzugeben», sagte Edwards, der 2002 ebenfalls für den Militäreinsatz gestimmt, sich dafür später aber entschuldigt hat. Auf dem Forum von mehreren Präsidentschaftsbewerbern der Demokraten in Carson City rief der Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, dazu auf, sich mit gegenseitiger Kritik zurückzuhalten. «Das Schlimmste, was wir tun können, ist, uns gegenseitig niederzumachen», sagte Richardson. Bei der Veranstaltung fehlte von den den aussichtsreichen Kandidaten nur Senator Barack Obama, der in Iowa auf Wahlkampftour war.

Nevada hat eine wichtige Rolle im Prozess der Vorwahlen (Primaries), in denen der Kandidat der Demokraten für die Wahl im November 2008 bestimmt wird. Hier findet bereits am 19. Januar eine Wahlversammlung statt, auf der die Delegierten für den Nominierungsparteitag bestimmt werden. Die erste derartige Wahlversammlung ist allerdings schon fünf Tage zuvor in Iowa. Die erste reguläre Vorwahl folgt voraussichtlich wenige Tage nach der Wahlversammlung in Nevada. Dabei stimmen die Mitglieder und Sympathisanten der Demokratischen Partei darüber ab, welchem Bewerber sie den Vorzug geben.

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Tratschundlaber

Sonja Wenger – Prinzessin Caroline von Monaco wird fünfzig und die «Schweizer Illustrierte» nennt sie in Ermangelung einer wohlwollenderen Formulierung die «meistbeachteste Frau Europas». Tja, so ist es nun mal, wenn man sich mit dem Medien anlegt und ihnen mit einem «Caroline-Urteil» alles verbieten will. Da verscherzt man sich schon mal für immer die Sympathien der Klatschpresse.


«Blick»- Klapper- Meitili Keira Knightly: Keine Essstörung aber…

Um das mediale Befinden wieder einzurenken, hat sich stattdessen die britische und indische Presse in den letzten Wochen mächtig ins Zeug gelegt und die Briten als «ignorante und stupide Rassisten» gebrandmarkt. So zumindest die Medienhysterie um die Bollywood-Schauspielerin Shilpa Shetty und ihren Auftritt beim britischen Big-Brother, der durch – eieieiaberauch – «rassistische» Bemerkungen einer Konkurrentin unter der Käseglocke vergällt wurde. Und plötzlich ging es um Indiens Selbstwertgefühl und nicht mehr um idiotische Kleingeister, die sich gegen Entgelt verpflichten, in einer WG allerlei Sinnloses von sich zu geben.

Nun denn. Immerhin ist noch Verlass auf meinen Lieblinskratzbaum. So wurde Paris Hilton in Kalifornien wegen Trunkenheit am Steuer zu einer Geldbusse und einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Eine Reduktion der Bewährungsstrafe um ein Jahr lehnte sie ab, denn dafür hätte sie vierzig Sozialstunden leisten müssen – igitt! Vielleicht sogar noch auf einem nicht-pinkfarbenen Bauernhof! Kluges Mädchen. Gerade in Paris’ Welt sollte man nie vergessen, wo die Geschmacksgrenzen liegen.

Andere vergessen das leider immer wieder. Jüngstes Beispiel ist das «Schlank & Krank»- Dossier der «annabelle». In ernstem Ton weist es nicht nur auf die gesundheitlichen Gefahren des Dürrheitswahns hin, sondern erzählt gleichzeitig mit detaillierten Bildern, dass in Hollywood nun das Motto gilt: Je dürrer, desto mehr Gage.

Und zwar nicht, weil man so viel vom Nicht-Essen spart. Doch leider, leider geht’s auch hier nicht ohne die seit Jahrzehnten gepflegte Schizophrenie der Frauenzeitschriften, die gleichzeitig forcieren, was sie dann kurieren wollen. Gleich nach dem Dossiers gibt es Seite um Seite Modestrecken und Werbebilder von – richtig – dürren Models.

Aber hui! Jetzt wird’s richtig gefährlich! In dem Dossier wird auch das O-Ton-«Blick»- Klapper- Meitili Keira Knightly gezeigt, und sie will nun all jene Medien vor Gericht zerren, die behaupten, sie leide unter Essstörungen. Allerdings darf man ruhig fragen, mit welchen Kräften sie zerren will?

Tratschundlaber erscheint auch im Berner Kult & Kulturmagazin ensuite

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„Alles Werbung“ beim Wiener Opernball

Malte Olschewski – Es locken erigierte Objektive! Dieses lodernde Feuer aus Blitzlicht ! Und die Trommelwirbel klickender Kameraverschlüsse! Ein Ozean an Aufmerksamkeit wogt an die Feststiege heran, über die erlesene Gäste den Wiener Opernball betreten. Da müsste sich doch das eine oder andere Produkt ins Bild schieben lassen. Warum nicht auch hier Werbung, wo doch auch sonst überall Werbung ist. Der Wiener Opernball läuft in Gefahr, von den Begehrlichkeiten der Konsumgüterwerbung überlagert, ausgesaugt und schliesslich verschlungen zu werden. „Skandalita“ Paris Hilton wirbt für einen Baumeister und gleichzeitig für Prosecco in Dosen. „Senator“ Gerhard Bartosch tritt am Ball der Bälle nachhaltig für die Ukraine ein. Staatsoperndirektor Ioan Holender wirbt für Wiener Kutschtransporte. Der Ball als Stelldichein für „Schön und Reich“ versinkt im Lärm der Reklame. „Alles Werbung!“ sollte es daher heissen und nicht: „Alles Walzer!“


Künstlergruppe will den Hinterteil der „Skandalita“ Paris Hilton in Gips giessen.

Eine Kutsche fuhr am 15.2. abends an der hell erleuchteten Oper vor. Der Herr Direktor sass neben dem Kutscher, um die feurigen Rosse zu zügeln. Dem Gefährt entstieg die russische Diva Anna Netrebko. Pferde, Direktor und Diva wollten die Medien nur von Baumeister Richard Lugner alias „Mörtel“ ablenken, der in Begleitung Paris Hiltons alles Blitzlicht auf sich zu ziehen suchte. Opernchef Holender hatte in diesem Jahr eine Gegenstrategie entwickelt. Lugner pflegt seit 1992 beim Opernball mit einem gut bezahlten Stargast über die Feststiege in seine Loge zu ziehen, wobei sich Fotografen regelmässig um die besten Positionen prügeln und die Ablichtung anderer hoher Gäste vergessen.

Richard und Christine Lugner hatten als Königspaar des Sozialpornos den Opernball als Projektionsfläche entdeckt, um ins Zentrum der explosionsartig angewachsenen Society-Berichterstattung zu gelangen. Schon in den Wochen vor dem Opernball sind die Zentralorgane der Selbstdarstellung wie die „Seitenblicke“ im ORF und „High Society“ in ATV mit der bangen Frage beschäftigt, wen die Lugners wohl diesmal gegen ein unbekanntes Honorar einladen werden. Für den 15.2.2007 hat der Baumeister mit der Hotelerbin und notorischen Skandalnudel Paris Hilton einen Vertrag abgeschlossen, der sie rund um den Ball ein umfangreiches Werbeprogramm absolvieren lässt. Richard Lugner versteht es, aus der Identität seines Gastes und aus der Bekanntgabe des Namens einen Spektakel zu machen. Das wird dann von Lugners Schildknappen am Boulevard zu einer Schicksalsfrage des ganzen Landes aufgebauscht. Durch das Rätselraten kommt „Mörtel“ öfter als sonst in die Medien, was Sinn und Zweck seines gesamten Daseins zu sein scheint.

Unablässig penetriert er willig hinsinkende Formate und gern sich öffnende Zeitungsspalten. ATV widmet ihm die Serie „Die Lugners“, die praktisch nur aus einem verlängerten Ehestreit zwischen „Mörtel“ und Gattin Christine, auch „Mausi“, besteht. Da die Kameras beim Ball gern in Lugners Loge lugen, inszeniert er mit seinen Gästen jedes Mal eine Oper in der Oper. Immer wieder kam es seit 1992 bei Walzerklängen zu medienpolitisch segensreichen Zwischenfällen. 1993 sass Joan Collins bei den Lugners.

Das „Denver-Biest“ trank nur Mineralwasser und litt an Angst, am Ball der Bälle vergiftet zu werden. 1994 schritt Ivana Trump, Ex-Gattin eines US-Immobilienmoguls, am Arm Lugners über die Feststiege. Hierbei kam es erstmals zu einer Rauferei unter Fotografen. Schon im folgenden Jahr stieg jemand so heftig auf Sophia Lorens Kleid, dass die alte Dame fast mit ihrem gesamten Volumen im Freien stand. 1996 wurde die Sängerin Grace Jones bei innigem Kontakt mit einem Nebendarsteller im Hintergrund der Loge ertappt. Der vertraglich gesicherte Walzer mit „Mörtel“ wurde zu einem Horrordreh. Es folgten Sarah Ferguson und das ehemalige Sexsymbol Raquel Welch. Faye Dunaway kollidierte 1994 mit Dolly Buster. Es kam die unvermeidliche Nadja Abdel Farang. Dann erschienen Farah Fawcett, Claudia Cardinale, Pamela Anderson und so weiter. Als Lugner 2006 mit Starlet Carmen Electra am Arm über die Feststiege einzog, stiess er in einem grossen Spektakel mit Bundespräsident Heinz Fischer zusammen.

Da „Mörtels“ Mädchen medial dominieren, sollte diesmal eine prächtige Kutsche von wogenden Busen ablenken. Da aber in Österreich auch die Kutsch- oder Fiakerfahrt staatlich geregelt ist, meldete sich die „Bun-desstelle für Reiten und Fahren“. „Bundesfahrreferent“ Wolfgang Czar fuhr dem Staats-operndirektor in die Zügel. Sooo….könne das nicht gehen. Hier müsse von Amts wegen eingeschritten werden. Für das Kutschieren von Pferden sei ein „Befähigungsnachweis“ notwendig. Nur eine „solide Ausbildung“ könne verhindern, dass die Pferde vor der hellerleuchteten Oper scheuen und samt Diva und Direktor durchgehen würden. Es meldete sich bald der Innungsmeister der Wiener Kutscher, Andreas Czurda. Er wolle dem Operndirektor einen „erfahrenen Fiaker“ an die Seite setzen, womit die Vorfahrt und der Schachzug gegen Lugner nun doch gelungen sind.

Lugner pflegt nicht nur den Opernball, sondern sein ganzes Leben über die Fernsehformate „Seitenblicke“ und „High Society“ abzuwickeln, die von den Printorganen „TV-Media“ und „News“ flächendeckend ergänzt werden. Hier hat sich ein geschlossenes Universum mit rund hundert Protagonisten und Fratzen entwickelt. Der Kult um sogenannte „Promis“ ist eines der widerlichsten Symptome im Karzinomkapitalismus. In Österreich blühen seine Geschwüre wegen der grossen Anhängerschaft des österreichischen Nationalsports, des Neides, besonders farbig. Die Gewinner zelebrieren laut lachend ihren Sieg, während die Verlierer in hellen Scharen in die Röhre schauen und gelb im Gesicht werden. Man könnte durchaus eine Relation herstellen zwischen der Verarmung von immer mehr Menschen und der Zahl jener Sendungen und Formate, die den sozialen Neid ansprechen.

Das Personal in diesem dauerhaften Sozialporno tummelt sich bei Reklamefesten. Mitglieder des geschlossenen Universums werden nach Einschub des zu bewerbenden Artikels bei Einnahme teurer Speisen und Getränke observiert. Dabei dürfen sie ein paar Worte absondern, doch will ihnen nur selten ein zusammenhängender Satz gelingen. Sie glucksen und stottern. Dann lachen sie und reissen dabei die Münder auf, sodass man ihre Gaumenzäpfchen baumeln sieht. Beim Opernball steigen sie wie Sektperlen an die Oberfläche der Live-Übertragung im ORF. Das unvermeidliche Moderatorenpaar Arabella Kiesbauer und Alfons Haider sucht ihnen schon seit Jahren mit sinnlosen Fragen sinnvolle Sätze zu entlocken. Wie üblich waren auch diesmal qualvolle Interviews abgewickelt.

Nicht unerwähnt sollte dabei bleiben, wer Arabella mit 65 Meter „roter Seide“ eingekleidet hatte. Wie üblich glitzerten Orden auf Frackbrüsten. Wie schon immer klirrten und klangen die Champa-gnergläser. Das Fernsehen lugte lüstern in die Logen und nannte Namen. Immer wieder war und wird zu erfahren sein, wer für welchen Konzern und für welches Produkt die eine oder auch die andere Loge angemietet hatte.

Der Opernball wird immer mehr eine Arena, in der klassische Vertreter des kulturellen Establishments gegen Parvenüs antreten, die wie Lugner oft nur über Entblössung, Geschwätz und Eitelkeit nicht einmal emporgekommen, sondern nur die die Medien gekommen sind. Es mehren sich die Gäste, die den Ball zu einer Bühne der Selbstverwirklichung oder zu schlichter Produktwerbung degradieren. Im Jahr 2000 geschah es sogar, dass ein als Hitler verkleideter Schauspieler über die Feststiege schreiten wollte. 2007 hat sich schon im Vorfeld des Balles eine widersprüchliche Polka um Prosecco-Dosen entwickelt.

Der Hotelier Gün-ther Aloys hat die alleinige Konzession für dieses schlabbrige Getränk erwoben, das in goldfarbenen Blechdosen abgefüllt wird. Da er auch Paris Hilton als Werbeträger unter Vertrag hat, wird eine Kollision zwischen Blech und Mörtel, zwischen Hotelier und Baumeister befürchtet. Der historische Sektlieferant des Balles hat protestiert und eine grössere Aktion für den Dosenprosecco verhindert. Diesmal zitterten die Veranstalter davor, dass Paris Hilton auch in den heiligen Hallen hoher Kunst ihrem Hobby huldigen und ihren Verzicht auf Unterwäsche beweisen könnte. Und die Medien fassten zusammen: „Mit Döschen und ohne Höschen!“. Ob nun Paris Hilton im Hintergrund der Loge tatsächlich das Ballkleid gehoben und ostentativ aus einer Prossecodose genuckelt hat, darüber spekulierten die Buntmedien schon vor dem Ball.

In früheren Jahren war der Ball als ein Gipfel von „Reich und Schön“ durch Demonstranten bedroht. „Opernballkawalle“ wurden beinahe zu einer Institution wie der Ball selbst. In den letzten Jahren gab es kaum mehr Demonstrationen. Es ist ein Zug der Zeit, dass nur noch Jubel und grosse Bejahung herrschen. Daher drängen sich zahllose Trittbrettfahrer um den Ball. So hat sich eine Künstlergruppe angemeldet, die den Hinterteil der Paris Hilton in Gips giessen will. Fans und Freaks wollen sich vor dem Ball zu einer Autogrammstunde versammeln.

Eine Popgruppe wird versuchen, Paris Hilton ein Ständchen zu bringen, das sich auf die beiden Worte „Happy Birthday“ beschränkt. Die Skandalnudel hat nämlich um den Opernball herum Geburtstag. Am 17.2.1980 begann ein negativ exemplarisches Leben. Paris Hilton musste nur zur rechten Zeit, im richtigen Alter, an bestimmten Orten und diese oder jene Körperteile entblössen, um in den Himmel der Medienaufmerksamkeit zu kommen.

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Afghanistan im Griff der Parfüm-Industrie?

Harald Haack – Rosen statt Opium, sagt die Deutsche Welthungerhilfe. Der Vorschlag könnte eine Alternative zum Mohn-Anbau in Afghanistan sein. Weg vom Rauschgift und hin zum Duft der heiligen Blume des Propheten? Statt der Mohnpflanze sollen Angaben der Deutschen Welthungerhilfe in Bonn 360 Bauern in der ostafghanischen Provinz Nangarhar Damaszenerrosen anbauen. Ein lukratives Geschäft, besonders für die Parfümindustrie: In Afghanistan könne ein Liter Rosenöl im Wert von rund 5.000 Euro pro Hektar erzielt werden.


Koshima Aki fotografierte diese gelbe Rose auf dem Grab von Jim Morrison, Friedhof Père-Lachaise, Paris.
Copyright by Koshima Aki © 1999-2007 by Koshima Aki. Alle Rechte vorbehalten.

Wenn der Prophet des Islam gewusst hätte, dass der Rosenduft tückisch sein kann und in der Lage ist Menschen in ihrer Gesundheit dauerhaft zu schädigen, so hätte er sich sicherlich eine andere Blume ausgesucht. Rosen produzieren nämlich etwas, was Chemiker als „Apfelester“ bezeichnen und Biologen und Mediziner fürchten. Es ist eines der stärksten Allergene, die die Natur hervorbringt. Eine damit verwandte synthetische Variante ist übrigens Essigsäureethylester, dessen Dünste typisch für einen berühmten Alleskleber in gelber Tube sind. Und längst existieren auch von Apfelester synthetische Nachahmungen, die so perfekt gelungen sind, dass sie sogar deren allergische Wirkung nicht nur besitzen, sondern um ein Vielfaches stärker ist als das was die Natur in den Rosen produzieren könnte.


Noch im 19. Jahrhundert galt Opium als Allheilmittel, ebenso wie zermalene Mumien, „Carput Mortuum“ genannt. Heutzutage dichtet die Parfüm-Industrie Parfümen und auch „Rosenwasser“ wundersame Wirkungen an. „Duft-Therapien“ werden unter dem Label „Wellness“ unter die Leute gebracht, um den Verkauf von Parfüm konstant zu halten, denn inzwischen hat es sich herum gesprochen, dass viele handelsübliche Markenparfüme gesundheitsschädlich sind.

Vielleicht mag dies der Grund dafür sein, dass die Parfüm-Industrie, die EU-Chemikalienverordnung REACH im Nacken, mit dem natürlichen Apfelester liebäugelt.

Über REACH schreibt der Präsident des Umweltbundesamtes, Prof. Dr. Andreas Troge:
Im Zuge des neuen EU-Gesetzesvorschlag zur Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien (REACH) wird derzeit in Europa sehr intensiv über einen neuen Umgang mit Chemikalien diskutiert. Das Ziel der EU-Kommission ist es, Mensch und Umwelt besser als bisher vor möglichen Risiken beim Umgang mit Chemikalien zu schützen. Schließlich kommen wir nahezu überall mit ihnen in Kontakt – sei es im Beruf oder im privaten Umfeld, in Baustoffen, Kunststoffen, Möbeln, Farben, Reinigungsmitteln, als Lösemittel, Zusatzstoffe oder Weichmacher – Chemie ist überall, ohne sie ginge Vieles nicht, wäre Notwendiges und Erwünschtes nicht möglich. Die Frage stellt sich: Wie lässt sich das Risiko für Gesundheit und Umwelt, das die Produkte gleichzeitig in sich tragen können, vermindern?

Wie wäre es in unserer Überflussgesellschaft ausnahmsweise einmal mit dem Weglassen, denn weniger ist oft mehr. Weniger Parfüm beispielsweise. Sie müssen sich nicht mit Parfüm überschütten und einkleistern, um zu duften. Schon mit einem Tropfen Parfüm erzielen Sie die volle Wirkung eines Parfüms – und können Ihre Gesundheit nachhaltig schädigen. Und wer sagt denn, dass das Böse bestialisch nach Schwefelwasserstoff stinkt? Heutzutage schmückt sich der Teufel mit chemie-katastrophen-roten Haaren, duftet penetrant nach Rosen und verpestet die Umwelt. Besonders islamistische Terroristen wissen Parfüme zu schätzen und duften sich ein. Nicht etwa, um als Duftbombe in den Himmel zu kommen, sondern um die Nasen von Sprengstoffspürhunden zu verwirren.

Israel und Brasilien sollen Probleme mit dem Duft ihrer in Massen produzierten Rosen haben, wie der Deutsche Floristenverband vor einigen Jahren berichtete. Damit die Rosen duftend in europäische Blumenläden verkauft werden können, werden sie künstlich beduftet – mit dem synthetischen Apfelester. Der Verband beklagte die hohe Krankenrate von Blumenbinderinnen erklärte dies mit den israelischen und brasilianischen Rosen, die außerdem nicht nur den künstlichen Rosenduft enthielten, sondern auch Pestizide und Herbizide. Der Verband riet Kunden im Winter auf andere Blumen als Rosen auszuweichen.

Vielleicht ja wird es bald auch Rosen aus Afghanistan in den europäischen Blumenläden geben – aber nur, wenn sich die Parfüm-Industrie nicht alle dort angebauten Rosen krallt.

Parfüm und Weichmacher im Gehirn
Alle Jahre wieder stinkt Ihr wieder

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Der Untergang des Archipels Philippinen

Harald Haack – Der Untergang eines Paradieses: Der Meeresspiegel steigt, zugleich senkt sich das Land, es „schrumpft“. Die Philippinen, ein Archipel aus 7.107 Inseln, die meisten davon unbewohnt, gehen langsam unter. Die Meteorologin Edna Juanillo von PAGASA verkündete jetzt in San Juan, von 1961 bis 2003 sei der Meeresspiegel um die Philippinen pro Jahr um durchschnittlich 1,8 Millimeter gestiegen – in dieser Zeitspanne also um circa dreiviertel Meter – 75,6 cm. Möglich ist sogar eine Beschleunigung der Absenkungsgeschwindigkeit der Inseln durch die zunehmende Last des Meereswassers, wodurch die Inseln bis 2050 um rapide viele Meter abgesunken sein werden, der steigende Meeresspiegel noch nicht eingerechnet. Nur noch die Berggipfel der großen Inseln würden dann noch wie kleine Inseln aus dem Meer aufragen, wenn nicht auch sie durch den verstärkt einsetzenden Vulkanismus weg gesprengt werden.

Die philippinische Meteorologin schreibt den steigenden Meeresspiegel dem Schmelzen der polaren Eiskappen zu, verursacht durch die globale Erwärmung. Sie sagte, eine PAGASA-Studie haben gezeigt, dass Küstenbereiche in Navotas, in Malabon, in Cavite, in der Stadt Davao und in der Stadt Legazpi von 1970 bis 1999 um 15 Zentimeter pro Jahr sanken, also schon um 4,35 Meter gesunken sind. Ihrer Meinung nach könne die Klimakatastrophe noch gestoppt werden, wenn Treibhausgase oder Emissionen der Industrien, die Kohlendioxiyd produzieren, begrenzt werde. Aufforstungen von Wäldern könnten helfen, das Kohlendioxyd aus der Atmosphäre zu saugen. Doch dem widersprechen etliche Wissenschaftler und verweisen darauf, dass Wälder tagsüber Kohlendioxyd aufnehmen um dann Sauerstoff zu produzieren und in der Nacht Kohlendioxyd wieder abgeben. Es sei also ein Trugschluss, dass viel neuer Wald die Atmosphäre der Erde retten könnten. Auf das richtige Mittelmaß käme es an, auf ein Gleichgewicht in der Natur, aber das sei von Menschen, besonders von den Industrien nachhaltig gestört.

Tatsächlich ist es bereits nach 12 Uhr. Wir erleben jetzt den Untergang unserer „Insel“, die Erde, die genau genommen nur eine Insel unter vielen im Weltall ist, und möglicherweise ist die Atlantis-Sage in Wirklichkeit eine Prognose. Die Bewohner von Atlantis, das könnten wir, die Menschen der Erde, sein.

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Mobilfunkfirmen wollen Porno-Blockade für Handys

onlineredaktion/SDA – Die Schweiz hat es vorgemacht, nun wollen die großen europäischen Mobilfunkanbieter nachziehen und sich verpflichten, Kindern den Zugang zu Seiten oder Portalen mit verbotenem Inhalt zu verhindern. Hauptsächlich geht es dabei um Pornographie und Gewalt, die auf die Handys von Minderjährigen übertragen werden. Zu den Mobilfunkanbietern, die einen besseren Schutz von Kindern zugesagt haben, zählen Branchengrößen wie T-Mobile und Vodafone, aber auch Anbieter von Klingeltönen.

EU-Medienkommissarin Viviane Reding sprach von einem wichtigen Schritt für den Schutz von Kindern. Die Kommission werde nun überwachen, dass die Zusage auch eingehalten wird.

Vertreter der Mobilfunkanbieter trafen am Dienstag in Brüssel eine entsprechende Vereinbarung. Bis zum kommenden Jahr wollen sie genaue Regeln zur Selbstkontrolle der Branche ausarbeiten. Deren Ziel sei es, mit Hilfe technischer Codes die Handys für Kinder sicherer zu machen. Damit soll der Zugriff auf Gewalt- oder Pornofilme über das mobile Internet erschwert werden. Zugleich wollen die Firmen den Missbrauch von Handy-Kameras für Gewaltvideos oder die Kontaktaufnahme durch Pädophile so schwierig wie möglich machen.

Aber die Unternehmen verwiesen aber darauf, dass sie den Eltern ihre Verantwortung für die Handy-Nutzung ihrer Kinder nicht abnehmen könnten.

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Unity Dow – Portrait einer afrikanischen Richterin

Dr. Alexander von Paleske —- 31.01. 2007 — Als Botswanas Obergericht am 13. Dezember 2006 das Urteil in Sachen Buschmänner gegen die Regierung von Botswana verkündete, da hatte eine Nachrichtenagentur bereits voreilig gemeldet, die Klage sei abgewiesen worden sei. Zu diesem Zeitpunkt war das Verdikt der dritten Richterin, Unity Dow, die sich nicht nur als Juristin, sondern auch als Schriftstellerin einen Namen gemacht hat, noch nicht verlesen worden.

Was die internationale Presse aber dann zu hören bekam, war ein Feuerwerk an juristischen Highlights, das insgesamt die Rechte von Minderheiten stärken würde und nicht sparte mit herber Kritik an den Prozessparteien und ihren Bevollmächtigten.

Ausgehend von der Geschichte der Buschmänner und ihrer Stellung innerhalb der anderen Stämme in Botswana und im südlichen Afrika zeichnete Richterin Unity Dow die Verpflichtungen der Regierung auf, die Stellung von Minderheiten zu stärken und auf ihre Tradition Rücksicht zu nehmen. Die Menschenwürde und die freie Entfaltung der Persönlichkeit zu achten sei eine der Hauptverpflichtungen des Staates, so die Richterin – in Deutschland in der Verfassung in den Artikeln 1 und 2 des Grundgesetzes verankert.

Ein paar Zitate aus dem umfangreichen Urteil sollen hier vorgestellt werden:

“The case was ultimately about people demanding dignity and respect. It is a people saying in essence: Our way may of life may be different, but it is worthy of respect, we may be changing and getting closer to your way of life, but give us a chance to decide, what we want to carry with us into the future.” – (Im vorliegenden Fall ging es letztlich um das Verlangen nach Achtung der Menschenwuerde und Respekt. Grundsätzlich ist es das was der Volksmund sagt: Unser Lebensweg kann unterschiedlich sein, aber ist es wert, geachtet zu werden, wir können uns ändern und Eurem Lebensweg näher kommen, aber gebt uns eine Chance ueber das Wie und Wann selber zu entscheiden.)

An die Adresse von Survival International gerichtet, die Organisation, die in aller Welt die Lügen verbreitete, Botswanas Diamanten seien Blutdiamanten und die Buschmänner seien wegen der Diamantensuche umgesiedelt worden :

“While diamond mining as a reason for the relocation of the bushmen might be an emotive rallying point, evoking, as it does images of greedy multinationals snatching land from, and thus trampling on the rights of small indigenous minorities, the case before this court does not fit that bill. It would be completely dishonest of anyone to pretend, that this is the case before this court.” – (Während es sich gut macht, die Diamantenförderung als den Grund für die Umsiedlung der Buschmänner anzugeben, mit der Darstellung von habgierigen, Land raubenden, multinationalen Konzern die auf diese Art auf den Rechten von kleinen einheimischen Minderheiten herumtrampeln, so trifft dies im vorliegenden Fall keineswegs zu. Es wäre völlig unehrlich dies zu behaupten.)

Und auch Roy Sesana, der von Survival International gepäppelte Sprecher der Buschmänner, der überall mit massiver finanzieller Unterstützung durch Survival Internationals Spendengeldern in der Welt herumreiste, um die Lügen über die angeblichen Blutdiamanten zu verbreiten und zum Boykott von Botswanas Diamanten aufzurufen, der aber selbst in der Zivilisation sich prächtig eingerichtet hat und dessen Kinder eine Privatschule besuchen, bekam die scharfe Zunge der Richterin zu spüren.

He had a lot to say outside the court, but to this court he said absolutely nothing. Outside court, through the media and without the limitations of an oath to tell the truth he had plenty to say, some of which, sadly, was pretty ridiculous.” (Er hatte viel außerhalb des Gerichtes zu sagen, aber zu diesem Gericht sagte er absolut nichts. Außerhalb des Gerichtes durch die Medien und ohne die Beschränkungen eines Eids um die Wahrheit zu sagen, sagte er eine Menge von dem was unglücklicherweise ziemlich lächerlich war.)

Wer ist diese Richterin Unity Dow?
Unity Dow, die auch in Deutschland mit ihrem Buch “Die Beichte” bekannt wurde, kam 1959 als Kind von Kleinfarmern zur Welt. Ihre Mutter konnte kein Englisch sprechen, und die Gemeinschaft, in der sie aufwuchs, war von Männern dominiert. Nach dem Schulbesuch studierte sie Rechtswissenschaft an der Universität von Botswana und Swaziland sowie in Edinburgh/Schottland.

Bekannt wurde sie als Rechtsanwältin und als Human Rights Aktivistin; sie klagte erfolgreich gegen ein Gesetz Botswanas, das die Nationalität von Kindern ausschließlich nach der Nationalität des Vaters bestimmte. Die Nationalität der Mutter spielte keine Rolle.

Unity Dow wurde Mitbegründerin von “Women and Law in Southern Africa”, einer Forschungseinrichtung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den legalen Status von Frauen in diesen Ländern zu verbessern.

1990 gründete sie das “Metlhaetsile Women’s Information Centre”, dessen Direktorin sie von 1994 bis 1998 war. Ziel der Einrichtung war und ist es, die Rechte von Frauen und Kindern zu fördern und zu stärken.


Unity Dow – als erste Frau Botswanas Richterin am High Court

Im Jahre 1998 wurde sie von dem damaligen Staatspräsidenten Botswanas, Sir Ketumile Masire, zur Richterin am High Court Botswanas ernannt; als erste Frau.

Der High Court ist vergleichbar dem Oberlandesgericht in Deutschland. Der Supreme Court, die höchste Instanz, vergleichbar dem Bundesgerichtshof in Deutschland, ist – vorerst – ausschließlich mit ausländischen Richtern besetzt. Das erste Jahr dort war für sie schwierig sich in einem bis dato vornehmlich von Männern besetzten Gremium als Frau durchzusetzen. Aber sie hielt durch und manch einer verschätzte sich in ihr; hinter ihrem weiblichen afrikanischen Charme verbarg sich knallharte Professionalität.

Im Jahre 2004 wurde sie in die Internationale Juristenkommission berufen (International Commission of Jurists), der von deutscher Seite Professor Jochen Frowein angehört. Seit 2006 zählt sie zum Exekutiv-Komitee der Organisation.

Zu ihrem Bekanntenkreis gehört auch der ehemalige deutsche Bundesverfassungsrichter Dieter Grimm, den sie in Seminaren an der Yale Universität kennenlernte.


Botswanas Richterin Unity Dow ….. hinter ihrem weiblichen afrikanischen Charme verbirgt sich knallharte juristische Professionalität.

Unity Dow – die Autorin
Neben Ihrer Arbeit als Richterin ist Unity Dow als Schriftstellerin hervorgetreten. Ihr Erstlingswerk “Far and Beyon” erzählt die Geschichte einer Familie, in der zwei Söhne an AIDS versterben. Das Buch gibt einen faszinierenden Einblick in die afrikanische Gesellschaft – konfrontiert mit einer tödlichen Seuche und Armut sowie dem Konflikt zwischen Tradition und Fortschritt.

In ihrem zweiten, auch in Deutschland unter dem Titel “Die Beichte” erschienenen Buch, prangert sie in Form eines Kriminalromans verpackt die nicht auszurottenden Ritualmorde an, denen vor allem Kinder zum Opfer fallen.

And the Final Winner is Botswana
Buschmänner gewinnen Prozess in 1. Instanz
Botswana, Survival International, Leonardo DiCaprio und die Buschmänner
Survival International, Leonardo diCaprio and the Bushmen

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Israels Präsident als Vergewaltiger

Malte Olschewski – Ständig war da an oberster Stelle ein Tasten und Tappen, ein Grabschen und Greifen. Zitternde Finger huschten unter Blusen und Röcke. Der Mann im obersten Amt suchte Körperkontakt mit seinen Sekretärinnen. Es muss heftig zugegangen sein in den Amtsräumen des israelischen Staats-präsidenten Moshe Katzav, der nun wegen einer gerichtlichen Untersuchung seine Funktionen zurückgelegt hat, aber nicht zurückgetreten ist.

Der 61jährige hat laut Generalstaatsanwalt Menahem Mazuz Sekretärinnen und Mitarbeiterinnen unsittlich bedrängt und bestürmt. Laufend habe er Anspielungen auf körperliche Vorzüge gemacht. Er soll eine Mitarbeiterin in den Amtsräumen und zwar „hinter einer Glastüre“ vergewaltigt haben. Seine Favoritinnen habe er ständig mit der Mitteilung belästigt, im Ehebett mit Gattin Gila von ihnen geträumt zu haben. Von einigen Vorzimmerdamen habe er verlangt, wegen „besserer Zugänglichkeit“ aufknöpfbare Kleidung zu tragen. Katzav geniesst trotz Aufgabe seiner Funktionen weiter Immunität und kann, falls er nicht offiziell zurücktritt, erst nach Ablauf seiner Amtszeit im Juli 2007 wegen Vergewaltigung, sexueller Belästigung und Amtsmissbrauch angeklagt werden.

Aus den Kommentaren israelischer Medien spricht tiefe Beunruhigung über die nicht abreissende Serie von Skandalen und Korruptionfällen. Die unabhängige Studiengruppe „Transparency International“ hat 1996 Israel in einer weltweiten Liste korrekter Regierungen noch auf den zehnten Platz gereiht. Nun ist das Land nach den Arabischen Emiraten, Bhutan und Katar auf Platz 34 zurückgefallen. Israel hatte immer voller Stolz auf die Tatsache verwiesen, unter den korrupten Diktaturen der Region die einzige, mustergültige Demokratie zu sein, doch im vergangenen Jahr war eine Rekordzahl von Anklagen wegen Korruption und Amtsmiss-brauch zu verzeichnen. Von einem „verrottenen Staat“ (rotten state) schreiben Dutzende Kommentatoren. Eine Eingabe von „Rotten State Israel“ bei Google ergibt über eine Million Treffer. Es dürfe sich niemand mehr über antisemitische Äusserungen auf-regen, heisst es in mehreren Einträgen im „Talkback“ der Zeitung „Haaretz“.

So war der Sohn des damaligen Ministerpräsidenten Ariel Sharom, Omri, am 14.2.2006 wegen illgealer Geschäfte zu neun Monaten Haft verurteilt worden. Es ging um den Ausbau einer griechischen Insel zu einem Paradies für Millionäre. Gegen den Regierungschef selbst war zwar ermittelt worden, jedoch kam es nicht zu einer Anklage. Im Februar 2006 stand die Vizeministerin für Energie, Naomi Blumenthal, wegen illegaler Parteifinanzierung, Korruption und Zeugenbeeinflussung vor Gericht. Am 16.4.2006 wurde der mehrmalige Minister Tzachi Hanegbi wegen Betruges, Bestechung und Meineides angeklagt. Am 4.5.2006 musste Justizminister Haim Ramon zurücktreten, weil er eine Soldatin unsittlich bedrängt hatte.

Nach dem Krieg gegen die Hizbollah im Libanon wurde bekannt, dass Generalstabschef Dan Halutz das Wissen um den bevorstehenden Angriff genutzt und seinen Aktienbesitz dementsprechend umdisponiert oder verkauft hatte. Er wurde nach dem Krieg kalt gestellt und erst Anfang 2007 entlassen. Der Nachfolger Sharons im Amt des Regierungschefs, Ehud Olmert, soll als Finanzminister in den Verkauf der zweitgrössten Bank des Landes eingegriffen haben. Er soll die Verhandlungen so gesteuert haben, dass die „Leumi“ in den Händen seines Freundes, des Australiers Mark Lowey, landen sollte. Da der Transfer nicht gelang, verwickelte sich Olmert in undurchsichtige Immobiliengeschäfte. Es war auch der Vorgänger Katzavs als Staatspräsident, Ezer Weizmann, im Jahr 2000 zurückgetreten, weil er von dem Industriellen Eduard Saroussi hohe Summen angenommen hatte.

Auch gegen die früheren Ministerpräsidenten Benjamin Netan-yahu und Ehud Barak sind wegen illegaler Finanzgeschäfte Ermittlungen eingeleitet worden, die aber nicht in einer Anklage mündeten. Der Kommantatoren merken an, dass sich Korruption und Betrug in allen Bereichen breit machten und bald schon so selbstverständlich seien wie die Luft zum Atmen. So etwa hat der Abgeordnete Yehiel Hazan bei den Abstimmungen in der Knesseth den Knopf seines abwesenden Sitznachbarn gedrückt. Der Politker Yair Peretz errang nach dreimonatigem Studium in einem betrüge-rischen College mit einer kopierten Diplom-arbeit akademische Würden. Ex-Minister Salah Tarif ermöglichte nach Erhalt eines schönen Geschenkes einem Jordanier einen israe-lischen Pass. Usw.

Katzav ist Abkomme iranischer Juden aus Yazd. Er war der jüngste Bürgermeister Israels. Von Likud-Chef Menahim Begin entdeckt, wurde er Regierungsmitglied und brachte es bis zum Vizepremier. Wegen seiner Unauffälligkeit wurde er 2000 bei der Wahl des neuen Präsidenten von der konservativen Likud-Partei gegen den Labour-Kandidaten und anerkannten Staatsmann Shimon Peres aufgestellt. Zur allgemeinen Überraschung wurde dann Katzav von der Knesseth zum Präsidenten gewählt.

Vier Jahre später spaltete Sharon den Likud und gründete mit „Kadima“ eine neue Partei. Sharon erkrankte im Dezember 2005 und fiel Wochen später in ein Koma, aus dem er bis Ende Jänner 2007 nicht erwacht ist. Bei den Wahlen am 28. März 2006 errang die „Kadima“ unter Sharons Vize Olmert 29 Mandaten. Olmert bildete mit mit der sozialistischen Partei „Avoda“ und den Orthodoxen vom „Shas“ eine Koalition, der später auch die Rechtsradikalen unter Avigdor Liebermann beitraten.

Schon als Tourismusminister hatte Katzav Fremdenverkehr unter Blusen und Röcken betrieben. Seine Leidenschaft war in politi-schen Kreisen bekannt, trotzdem war er als Präsidentschaftskandidat aufgestellt worden. Katzav hat alle seine Autorität eingesetzt, um seine Opfer davor zu warnen, die Polizei oder die Medien einzuschalten. In diesem Fall würden sie im ganzen Land keine Arbeit mehr finden, soll er gesagt haben. Unklar und rätselhaft ist die Tatache, dass Katzav die Affäre selbst ins Rollen brachte. Auf Grund anderer Vorfälle bleibt nur die Annahme übrig, dass unerfüllter Sexualdrang dem Präsidenten das Hirn umnebelt hat.

An die Staatsspitze gelangt, hat er offenbar jedes Gefühl für Anstand, Vorsicht und Verhältnissmässigkeit verloren, wobei er freilich nicht der erste in dieser Disziplin gewesen wäre. Katzav beklagte sich am 5.7.2006 bei Generalanwalt Mazuz, dass er von einer Büroangestellten erpresste werden würde. Mazuz liess die Frau unter dem Decknamen „Aleph“ am 16.7. vergangenen Jahres 14 Stunden lang befragen. „Aleph“ hat peinliche Aussagen gemacht. Er habe immer nur die schlanken und die jungen Sekretärinnen begehrt, wusste „Aleph“ dem Chef der Ermittlungen zu berichten. Einmal habe der Staatspräsident einem bedrängten Opfer sogar Wasser über die Bluse geschüttet habe, um die Körperformen besser hervortreten zu lassen.

Am 23.8.2006 musste der Staatspräsident fünf Stunden seine Aussagen machen. Am 15.10. folgte die Empfelhung der Polizei an den Staatsanwalt, Katzav wegen verschiedener Delikte anzuklagen. Der Präsident hatte auch ein Abhörsystem installieren lassen, mit dem er die Telefonate seiner Mitarbeiter belauschte. Er hat aussenstehenden Personen Einblick in Amnestieakte gewährt und dafür wahrscheinlich auch Geld kassiert. Er hat bei privaten Anlässen Silberkelche verteilt, die Eigentum des Präsidialamtes waren. Durch „Aleph“ wurden auch andere Frauen ermutigt, sch zu melden und gegen Katzav auszusagen. Dabei waren einige Trittbrettfahrerinnen am Werk, die jeden Blick des Präsidenten den Boulevard-medien als sexuellen Angriff verkaufen wollten. Von zehn Frauen blieben letztlich nur mehr vier übrig. In zwei Fällen soll Vergewaltigung zur Anklage kommen, für die eine Maximalstrafe von 16 Jahren vorgesehen ist.

Die Anwälte des Präsidenten reagierten, wie in solchen Fällen immer. „Aleph“ sei ein Luder und habe mit vielen Männern Geschlechts-verkehr gehabt. Sogar ein Liebesbrief wurde vorgebracht, in dem „Aleph“ dem Staats-präsidenten versicherte, er werde für immer „einen Platz in ihrem Herzen“ haben. Es gehe darum, Katzav als nächsten Chef der Kadima-Partei zu verhindern. Das ganze sei ein politisches Manöver. Die hasserfüllten Medien („tiksjoret oyene“) hätten ihn seit Amtsantritt verfolgt, rief Katsav bei einer turbulenten Pressekonferenz aus.

Im Prinzip könnte auch das Parlament, die Knesseth, mit 90 der insgesamt 120 Stimmen die Amtsenthebung des Präsidenten beschliessen. Ob 90 Abgeordnete für die Amtsenthebung stimmen, ist nicht sicher. Katzavs Amtszeit ist im Juli 2007 zu Ende. Bis dahin wird er von der Parlamentspräsidentin Dalia Itzik vertreten, womit Israel erstmals in seiner Geschichte ein amtierendes, weibliches Staatsoberhaupt erhält.