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Opium-Anbau in Afghanistan: kein Einsatz von Herbiziden

Kabul – Trotz einer Opium-Rekordernte in Afghanistan will die Regierung in diesem Jahr noch nicht nicht mit Herbiziden gegen die illegalen Pflanzungen vorgehen. Das Kabinett habe beschlossen, auf den Einsatz von Chemikalien zu verzichten und die Felder mit traditionellen Mitteln zu zerstören, teilte Said Mohammad Asam vom Ministerium für Drogenbekämpfung am Donnerstag mit. Dabei werden üblicherweise Arbeiter auf die Felder geschickt, die die Pflanzen zerstören.

«Wenn das funktioniert, dann ist es in Ordung», sagte Asam. «Wenn nicht, dann gehört das Besprühen zur Liste der Optionen.» Die Opium-Produktion stieg im vergangenen Jahr um 49 Prozent auf 6.700 Tonnen – diese Menge reicht aus für etwa 670 Tonnen Heroin. Dieses Rauschgift kommt zu mehr als 90 Prozent aus Afghanistan. Die USA haben von Präsident Hamid Karsai verlangt, verstärkt gegen den Opium-Anbau vorzugehen und dabei auch Herbizide einzusetzen.

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Warum kennen Tiere keinen Herzinfarkt – Mythos oder Wahrheit? Teil 2

Die Crux mit dem Codex Alimentarius oder dem Gesetz der Nahrungsmittel

Dr. Billa Hofmann – Das Codex-Komitee wurde 1962 von der WHO und UN gegründet, um das Lebensmittelrecht und die Sicherheitsstandards in den Ländern einander anzugleichen, die Gesundheit der Verbraucher zu schützen und für redliche Praktiken im internationalen Nahrungsmittelhandel zu sorgen. In den Geltungsbereich fallen also Nahrungsergänzungsmittel aus Vitaminen und/oder Mineralstoffen, die in Kapsel-, Tabletten-, Pulver- oder flüssiger Form als Lebensmittel angeboten werden.

Diese dürfen in Deutschland maximal die dreifache Menge des von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Tagesbedarfs enthalten. Dosierungen, die darüber hinausgehen, gelten als Arzneimittel. Für sie muss, damit sie in Deutschland verkauft werden dürfen, eine Zulassung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beantragt werden. Arzneimittel brauchen eine Zulassung, in der die Qualität und die Wirksamkeit belegt werden muss!

Eine Arzneimittel-Zulassung bedeutet einen hohen finanziellen und organisatorischen Aufwand für die jeweilige Pharmafirma, denn sie muss beispielsweise einen eindeutigen Wirkungsnachweis vorlegen. Bis jetzt gibt es kein Vitaminpräparat, das als Arzneimittel mit den Anwendungsgebieten „Vorbeugung vor Herzinfarkt“ oder „Vorbeugung vor Krebs-Erkrankungen“ zugelassen ist. Der Grund dafür ist, dass es bis heute keine wirklichen Beweise dafür gibt. Vitamine werden in der Medizin dafür eingesetzt, um einen Versorgungsmangel beim Patienten mit den entsprechenden Substanzen vorzubeugen, nicht aber um Krankheiten damit zu heilen. Ein nachgewiesener Mangel besteht z.B. bei Unter- oder Fehlernährung und bei bestimmten Krankheiten, sowie in der Schwangerschaft.

Die Codex-Alimentarius-Kommission hat aber noch keine international gültigen Regelungen verfasst. Bis es soweit ist, gelten in verschiedenen Ländern unterschiedliche Bestimmungen. In Deutschland sind die erlaubten Dosierungen für Nahrungs-Ergänzungsmittel wie z.B. Vitamine niedriger als in anderen Ländern. Daher gelten manche Produkte, die im Ausland keine Zulassung benötigen, in Deutschland als Arzneimittel.

Diese Lücke im internationalen Regelwerk machen sich manche dubiose Firmen zu Nutze. Sie beliefern den deutschen Markt mit Produkten, die in Deutschland nicht verkauft werden dürfen. Weil sie aber außerhalb des deutschen Staatsgebiets agieren, sind sie für die deutschen Gesundheitsbehörden nicht greifbar. Das Internet macht den großen Markt dafür möglich.
(Quelle:“>Netdoktor Empfehlungen )

Was sagt die deutsche Zulassungsbehörde zu Dr. Rath`s Pillen?
Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt es keine Anhaltspunkte für die Wirkung seiner Pillen. Dort geht man davon aus, dass Dr. Rath offensichtlich nicht in der Lage sei, diese Wirksamkeit zu belegen, denn sonst hätte er schon längst die Zulassung beantragt!
(Quelle: Ärzte warnen vor „Wunderdoktor“ Matthias Rath, eine Sendung vom 09.11.2004 ).

Prof. Christoph Steffen, ein Sprecher vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sagte, dass es kriminell sei, solche Produkte ohne ausreichende Prüfung und ohne Zulassung als Arzneimittel zu bewerben (siehe auch Berliner Morgenpost, weiter unten )

Auch Ulrike Beisiegel, eine Herzinfarkt-Forscherin von der Universität Hamburg, bei der Rath seine Promotion absolviert hatte, sagt, dass sie keine Studie kennt, die belegt, dass seine Präparate auch nur einen Patienten vor dem Infarkt bewahrten.
(Quelle: Krebs ist keine Krankheit, Abendblatt vom 11. Februar 2004, und
netdoktor.de, Klaus Koch, Verschwörungstheorien um Vitamine )

Auch die USA reagiert. Die amerikanische Zulassungsbehörde, die FDA, wurde auf Dr. Rath`s Vorgehensweise aufmerksam und erstellte ein Schreiben, dass die Vermarktung seines Arzneimittels Vitacor gegen das dem Codex Alimentarius entsprechenden amerikanischen Gesetz (Federal Food, Drug and Cosmetic Act) verstöße. Siehe FDA

Die Verschwörungstheorie
Rath beutet nach dem Gut-Böse-Prinzip gezielt Vorurteile beim Verbraucher über angebliche Nebenwirkungsfreiheit von Naturstoffen und die Gefährlichkeit synthetischer Pharmapräparate aus. Mit einem Verschwörungsszenario auf Plakaten und in Anzeigeserien in der Tagespresse schürt er Ängste beim Verbraucher. Ein so genanntes „Pharmakartell“ fördere den Verkauf teurer und schädlicher synthetischer Arzneimittel und unterbinde, dass mit Hilfe der Rath`schen Zellular Medizin „Herz-Kreislauf-Erkrankungen und viele andere Volkskrankheiten auf natürliche Weise verhindert würden. „Natürliche Vitamine verhindern Herzinfarkt! Und die einzige Nebenwirkung……sie zerstören unseren Pharmamarkt. Also: Weltweit verbieten“ – lautet die Verschwörungstheorie.
(Quelle: Arzneimitteltelegramm, blitz-a-t, 16. Juni 2000, und Dr. Rath Foundation )

So ist auf Dr. Rath`s Homepage wörtlich zu lesen (siehe Homepage): „Die Gesundheit und das Leben von Millionen von Menschen wird bewusst geopfert, indem man ihnen lebensrettende Gesundheitsinformationen vorenthält. Und das aus einem einzigen Grund: sie sind nicht patentierbar und damit weniger gewinnträchtig. Die patentierbaren synthetischen Arzneimittel, die stattdessen vermarktet werden, verursachen so schwere Nebenwirkungen, dass sie die viertgrößte tödliche Epidemie unter der amerikanischen Bevölkerung ausgelöst haben – den Tod durch verschreibungspflichtige Arzneimittel (JAMA 4/15/98). Die Kosten dieses “Pharma-Betrugs” für die Gesellschaft belaufen sich auf mehrere Milliarden Dollar.“

Mag ja sein, dass Vitamine als Substanz an sich nicht patentierbar sind, wohl aber neu entdeckte und in der Wirksamkeit belegte Anwendungsgebiete. Könnte Dr. Rath zeigen, dass sein Vitamincocktail vor Herzinfarkt, Krebs…etc. schützt, dürfte er diese Substanz unter dem entsprechenden Hinweis verkaufen und sich dies durch ein Patent schützen lassen. Millionen Patienten wären dankbar und hohe Umsätze wären garantiert. Also, wir warten auf den Beweis und hoffen, dass demnächst die Zulassung und mit ihr die Garantie für den Patienten, dass Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität des Vitamin-Arzneimittels belegt sind, anstehen wird.

Die Belege des Dr. Rath
Als Belege für den Nutzen seiner Produkte zitiert Rath Arbeiten anderer Forscher, in denen Hypothesen formuliert bzw. experimentelle Daten oder Auswertungen von Surrogatkriterien dargestellt werden (blitz-a-t, 16. Juni 2000). So lassen epidemiologische Studien vermuten, dass niedrige Antioxidantien-Spiegel mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen assoziiert sind und eine erhöhte Aufnahme von Antioxidantien protektiv zu sein scheint. Dass aber klinische Studien, die kardiovaskuläre Vorteile durch Antioxidantien-Supplementation überprüfen, zu kontroversen Ergebnissen führten, scheint Rath nicht zu interessieren. So z. B.:

Eine Studie untersuchte die Sterblichkeit an akutem Myokardinfarkt bei Frauen des US-Bundesstaates Iowa über sechs Beobachtungsjahre und fand ebenfalls keine signifikante Korrelation.

In mittleren Dosen (8-12 I.E./Tag) zeigte Vitamin E nützliche Effekte, das Risiko der Sterblichkeit nahm aber bei höheren Dosen (>12 I.E./Tag) wieder zu.

Kushi LH, Folsom AR, Prineas RJ, Mink PJ, Wu Y, Bostick RM. Dietary antioxidant vitamins and death from coronary heart disease in postmenopausal women. N Engl J Med 1996; 334: 1156-1162.

Autoren, die aus epidemiologischen Studien einen potentiellen Nutzen für höhere Dosen an Vit. C und E als die empfohlenen Tagesdosis ableiteten, gaben aber ausdrücklich an, dass weiter Studien dazu nötig sind, um das Ergebnis zu bestätigen. Beispiele hierfür sind:

Stampfer MJ, Hennekens CH, Manson JAE, Colditz GA, Rosner B, Willett WC. Vitamin E consumption and the risk of coronary disease in women. N Engl J Med 1993; 328: 1444-1449

Rimm EB, Stampfer MJ, Ascherio A, Giovannucci E, Colditz GA, Willett WC. Vitamin E consumption and the risk of coronary heart disease in men. N Engl J Med 1993; 328: 1450-1456.

Gey KF, Stähelin HB, Eichholzer M. Poor plasma status of carotene and vitamin C is associated with higher mortality from ischemic heart disease and stroke: Basel prospective study. Clin Invest 1993; 71: 3-6

Dies wird von Dr. Rath allerdings vollkommen ignoriert und ist auf Seite 48 seines „Warumbuchs“ etwas anders dargestellt. Dort heißt es kommentarlos, „Auch Vitamin E und Karotin beugen dem Herzinfarkt vor.“

Ganz im Gegenteil, Vitamin E und Carotin können auch gefährlich sein. Bei Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko (= Männer zwischen 50 – 69 Jahren, Raucher; 1 durchgemachter Herzinfarkt) zeigte sich sogar, dass Vitamin E und beta-Carotin, im Vergleich zum Placebo (= Scheinmedikament ohne Wirkstoff) das Risiko eines tödlichen Herzinfarktes erhöht ist.

Rapola JM, Virtamo J, Ripatti S, Huttunen JK, Albanes D, Taylor PR, et al. Randomised trial of -tocopherol and -carotene supplements on incidence of major coronary events in men with previous myocardial infarction. Lancet 1997; 349: 1715-1720

Eine andere placebokontrollierte Studie mit beta-Carotin (50 mg alternierend eingenommen; über 12 Jahre) zeigte bei 22.071 männlichen Ärzten (40 – 84 Jahre), dass diese nicht vor kardiovaskulären Erkrankungen bzw. dem Herzinfarkt geschützt waren.

Hennekens CH, Buring JE, Manson JAE, Stampfer M, Rosner B, Cook NR, et al. Lack of effect of long-term supplementation with beta carotene on the incidence of malignant neoplasms and cardiovascular disease. N Engl J Med 1996; 334: 1145-1149.

Dr. Rath beschreibt auf Seite 50 seines „Warumbuchs“ diese „Physicians Health Study“, allerdings in etwas anderer Art und Weise!!!

Die Kombination aus beta-Carotin (30 mg/Tag) und Vitamin A (25.000 IE/Tag) führt zu einem erhöhten Risiko an einer kardiovaskulären Erkrankung zu sterben (erhöhtes Herzinfarktrisiko). Diese Studie wurde abgebrochen, als sich außerdem auch gezeigt hat, dass die Patienten, die Vitamine einnahmen, vermehrt an Lungenkrebs starben.

Omenn GS, Goodman GE, Thornquist MD, Balmes J, Cullen MR, Glass A, et al. Effects of a combination of beta carotene and vitamin A on lung cancer and cardiovascular disease. N Engl J Med 1996; 334: 1150-1155

Vorsicht vor zuviel an Vitamin
Generell scheint sich Dr. Rath weniger mit den Nebenwirkungen seiner Vitamine zu beschäftigen. Das heißt aber nicht, dass es diese nicht gibt. Die kontroversen Ergebnisse der epidemiologischen Studien bestätigen dies ja zusätzlich. So ist es falsch, anzunehmen, „was der Körper nicht braucht, wird ausgeschieden“ Fettlösliche Vitamine bleiben im Körper! So ist die Unbedenklichkeit von Vitamin A in der Schwangerschaft nicht gesichert. Es wurden schon Fehlbildungen nach hohen Dosierungen beschrieben. Grammmengen von Vitamin C fördern das Risiko der Bildung von Oxalat- und anderen Steinen durch angesäuerten Urin. Und beta-Carotin kann auch bei Rauchern das Risiko für Gesamt- und Lungenkrebsmortalität erhöhen (Arzneimitteltelegramm 1996; Nr. 3:30 und 1997; Nr. 12:126).

Wissenschaftler und auch die Öffentlichkeit wurden aufgerüttelt, als in der ATBC-Studie (The Alpha-Tocopherol Beta-carotene Cancer Prevention Study, Finnland) und der CARET-Studie (The Beta-carotene and Retinol Efficacy Trial, USA) eine erhöhte Sterblichkeit und Inzidenz an Bronchialkarzinomen auftraten. In der ATBC-Studie hatten 29.133 männliche Raucher, in der CARET-Studie 18.314 männliche Raucher und Asbestarbeiter Supplemente mit dem Ziel erhalten, einem Bronchialkarzinom vorzubeugen.

Die Häufigkeit für das Auftreten von Lungenkrebserkrankungen in der Gruppe derjenigen, die Beta-Carotin einnahmen, war signifikant höher als bei denjenigen, die ein Scheinmedikament einnahmen. Auch die Sterblichkeit war in der Gruppe der Beta-Carotin-Anwender erhöht. In Nachuntersuchungen zeigte sich, dass in einer dieser Studien auch sechs Jahre nach ihrem Ende das Risiko für das Auftreten einer Lungenkrebserkrankung in der Beta-Carotin-Gruppe noch erhöht war.

Das BfArM gab deshalb für starke Raucher die Warnung heraus, dass Arzneimittel mit hohen Dosen von Beta-Carotin (mehr als 20 Milligramm pro Tag) nicht mehr eingenommen werden dürfen.
(Quelle: Pressemitteilung BfArM vom 04.01.2006 )

Rath`s letzte Hoffnung
Auf seiner Homepage „Natürlich gegen Krebs (siehe Stopping Cancer) schreibt er über den „Durchbruch in der Vitamin-Krebs-Forschung“. Hier finden Sie wichtige Infos zu der US-Studie, die den wissenschaftlichen Durchbruch von Dr. Rath und seinem Forschungsteam jetzt bestätigt, ist dort zu lesen. Hier werden geschickt die Lorbeeren anderer Forscher für die eigenen Zwecke genutzt! Dr. Rath bezieht sich auf eine Studie, die von Qi Chen und Kollegen vom Nationalen Gesundheitsinstitut (NIH) in Bethesda, die im Original in der Fachzeitschrift „PNAS“ (2007, Vol. 102, S. 13604) veröffentlicht ist.

Dieser neuen Studie zufolge könnte direkt in die Vene gespritztes (intravenöses) Vitamin C gute Dienste im Kampf gegen den Krebs leisten. Durch die intravenöse Injektion von Vitamin C ist die Blutkonzentration besonders hoch. Wasserstoffperoxid, der durch Vitamin C entsteht, konnte gezielt Krebszellen abtöten. Auch bei anderen Krankheiten soll der Wirkstoff gute Dienste leisten. Dabei scheint Dr. Rath aber vollkommen übersehen zu haben, dass sich Äpfel nicht mit Birnen vergleichen lassen. Die Forschergruppe schreibt nämlich ausdrücklich in der Originalveröffentlichung, dass aus Vitamin C nur bei den hohen Konzentrationen, die durch die intravenöse Verabreichung erzielt wird, Wasserstoffperoxid gebildet werden kann.

Dies gilt aber nicht für die orale Aufnahme (schlucken einer Tablette), da die Bioverfügbarkeit wesentlich geringer ist. Man hat einen gewissen Verlust an Wirkstoff, dadurch dass das Vitamin C erst aus dem Magen-Darm ins Blutsystem absorbiert werden muss. Im Unterschied dazu hat man bei der intravenösen Verabreichung die Gesamtkonzentration direkt am Wirkort (Blut) verfügbar. Insofern ist das, was die Forscher in ihrer Studie beschreiben, nicht auf Dr. Rath`s Pillen übertragbar!

Und so ganz ohne Nebenwirkungen ist diese Anwendung auch nicht. Bei Patienten, die unter einem angeborenen Mangel an dem Enzym Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase leiden, kann intravenös verabreichtes Vitamin C zu intravaskulärer Hämolyse führen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Autoren am Ende ihrer Publikation schreiben, „To proceed clinically in potential treatment of infectious diseases and cancer, clear safety documentation of i.v. ascorbate administration is necessary“. D. h. weitere Studien sind nötig, um die Sicherheit von intravenös verabreichtem Vitamin C zu dokumentieren, bevor man die Anwendung bei Krebs oder anderen Infektionskrankheiten weiter erforscht.
(Quelle: Qi Chen et al, Pharmacologic ascorbic acid concentrations selectively kill cancer cells: Action as a pro-drug to deliver hydrogen peroxide to tissues, PNAS 2007, Vol. 102, p. 13604)

Und wo sind die Sicherheitsbelege von Dr. Rath? Wo sind die Studien, die dokumentieren, dass die Anwendung der Rath`schen Pillen ohne Nebenwirkungen ist? Wo ist die Garantie für den Patienten, dass Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität der Arzneimittel belegt sind?

Die Herausforderer
Uwe Tröger und Frank Meyer vom Institut für Klinische Pharmakologie in Magdeburg haben überprüft, ob das, was Dr. Rath zu dem Arzneimittel Vitacor 20/90 bewirbt, der Wahrheit entspricht. Ihre Ergebnisse haben sie im British Medical Journal 1998 veröffentlicht.

Sie fanden keine Bestätigung, dass die Inhaltsstoffe von Vitacor generell das kardiovaskuläre Risiko senken könnten und fanden keine positiven Beweise für eine verbesserte Lebensqualität sowie eine positive Beeinflussung der Sterblichkeit, die assoziiert mit Herz-Kreislauferkrankungen, Herzschwäche, Bluthochdruck, Arrythmien oder Diabetes ist.

Des Weiteren stellten sie fest, dass die einzige Studie, die Dr. Rath im Journal of Applied Nutrition (1996) veröffentlicht hat, nicht den Qualitätskriterien für die Durchführung kontrollierter Studien entsprechen würde. Außerdem war die tägliche Dosis in dieser Studie 3mal höher als es von Rath auf der Packung angegeben wird.
(Quelle: Uwe Tröger und Frank Meyer, Validity of advertising claims for multivitamin preparation Vitacor 20/90 on the internet, BMJ 1998;317:1069-1071)

Auch ein Berliner Arzt hat Dr. Raths Vitaminpräparate (Vitamin-C-Präparat „Lysin-C-Drink“) im Tierversuch getestet. Er hat keine nachweisbaren Wirkungen festgestellt. Die Krebszellen hätten sich bei Mäusen in der Versuchs- und Kontrollgruppe gleichermaßen todbringend ausgebreitet. Die Tumoren hätten sich in der Leber der Versuchstiere trotz des Vitamin-Präparats gebildet.

Die Rath Foundation bemühe sich wohl um eine Studie. Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, Jens Kellersmann, im niederländischen Almelo, sagt zum Vorwurf, dass es an wissenschaftlichen Studien mangele, lediglich: „Wir können uns nicht in ein System integrieren, das wir grundlegend ablehnen.“
(Quelle: Berliner Morgenpost vom 07.07.2004, L. Wagner, „Studie widerspricht Wunderheiler“)

Mehr Werbung als Wirkung
Und letztendlich stellt sich Conny Becker, Autorin bei der Pharmazeutischen Zeitung die Frage, wie wichtig sind nun Nahrungsergänzungsmittel, die uns Allen in teuren Werbekampagnen die Heil- und Glückseligkeit versprechen?

Der Trend zum Kauf von Mineralstoff- und Vitaminsupplementen sei ungebrochen. Er ist gekoppelt mit einer Wohlstandsgesellschaft, die in Teilen bewusst ungesund isst und lebt und dies per Substitution vermeintlich oder gesichert fehlender Substanzen wettzumachen versucht. Und dies, obwohl das ganze Jahr über nahezu alle Obst- und Gemüsesorten überall erhältlich sind und die Ernährung im Allgemeinen abwechslungsreicher geworden ist. Ein echter Vitamin-Mangel mit gesundheitlichen Konsequenzen bei gesunden Menschen in Deutschland sei nicht mehr zu beobachten. Auch die tägliche Vitamin-E-Aufnahme ist vollkommen gedeckt, wenn man sich vollwertig ernährt (pflanzliche Öle, Vollkornprodukte).

Lediglich für Schwangere, Hochleistungssportler, Raucher oder Personen mit starkem Alkoholkonsum sowie Senioren, die sich einseitig oder unzureichend ernähren, könnte eine Nahrungsergänzung sinnvoll sein.
(Quelle: Mehr Werbung als Wirkung, Conny Becker, Pharmazeutische Zeitung Ausgabe 37/2006 )

Vitamin-C-Mangel verursacht Atherosklerose: Rath`s Beweis an Meerschweinchen
Um seine Theorie Vitamin C Mangel führt zu Arterienverkalkung zu beweisen, führte Dr. Rath ein Experiment mit Meerschweinchen durch. Man entschied sich deshalb für das Meerschweinchen, weil es eine Ausnahme im Tierreich war. Wie der Mensch, so kann auch das Meerschweinchen kein eigenes Vitamin C produzieren. 2 Gruppen von Meerschweinchen erhielten fünf Wochen lang jeweils das gleiche Essen, bestehend aus Cholesterin, anderen Fetten, Eiweißstoffen, Zucker, Salz und anderen Nahrungsbestandteilen.

Lediglich die Zufuhr der Vitamin C Menge war unterschiedlich. Eine Gruppe bekam viel Vitamin C (umgerechnet auf das menschliche Körpergewicht etwa 5000 mg/Tag), die andere nur ganz wenig (umgerechnet auf das menschliche Körpergewicht etwa 60 mg/Tag). Die Tiere der Gruppe die wenig Vitamin C futterte, entwickelte, laut Rath, rasch atherosklerotische Ablagerungen (weiße Flächen), besonders in Herznähe. Die Arterien der Tiere, die viel Vitamin C zu sich genommen hatten, waren laut Rath gesund. Dies hält Rath für den Beweis, dass es sich bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen um eine Vitaminmangelerkrankung handelt.

Ist das Meerschweinchen ein geeignetes Modell für den Menschen? Und macht es wirklich Sinn, reine Vegetarier, also Pflanzenfresser, nun mit Cholesterin, also tierischen Produkten, zu füttern, um dann Beweis führende Aussagen über Arterienverkalkung zu machen? (siehe Seite 60-62)

Der Gegenbeweis
Der Gegenbeweis wurde schon 1908 geliefert. Nämlich durch Alexander Ignatovski, einem russischen Wissenschaftler und Pionieren in der empirischen Cholesterinforschung. Auf der Suche nach dem Grund für Arterienverkalkung, fütterte der Forscher stark cholesterinhaltige Nahrung an Hasen. Einige der Tiere starben an Herzinfarkt! Unter dem Mikroskop sah er mustergültige Ablagerungen in den Gefäßen: Atherosklerose!

Da aber Hasen zu den Tieren zählen, die Vitamin C selber produzieren können, hätte es – nach Dr. Rath`s Theorie – dieses Ergebnis nicht geben dürfen!!!!!
(Quelle: Cholesterin, siehe Absatz „empirische Hinweise“)

Und die Moral von der Geschicht`
….trau` den Rath`schen Pillen nicht!

Es mag genügend billigere Methoden geben, um sich vorbeugend gesund und fit zu halten. Und was wollen wir mehr, wenn wir auch noch Schokolade (dunkle!) essen, Kaffee trinken und Rotwein genießen dürfen?

Da hat man schon ein bisschen mehr Genuss als beim bloßen Schlucken einer Pille!

Nicht umsonst warnt auch das europäische Verbraucherzentrum EVZ vor den Produkten des Dr. Rath.

Warum kennen Tiere keinen Herzinfarkt – Mythos oder Wahrheit? Teil 1

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Warum kennen Tiere keinen Herzinfarkt – Mythos oder Wahrheit?

Dr. Billa Hofmann – Diese Frage stellt man sich immer wieder, und Dr. Rath hat diesbezüglich sogar ein Buch mit dem Titel „Warum kennen Tiere keinen Herzinfarkt“ veröffentlicht. Aber müssen wir Alles glauben? Zu lesen unter: Warumbuch

Tiere und Herzinfarkt oder die Kunst, beim Reh, Hasen oder Huhn ein Langzeit-EKG durchzuführen?
Laut Dr. Rath bekommen Tiere keinen Herzinfarkt, weil sie selbst Vitamin C herstellen können und deshalb davor geschützt sind. Allerdings ist weder der Zusammenhang zwischen Herzinfarkt und Vitamin C belegt, noch dass Tiere keinen Herzinfarkt bekommen können. Und was ist mit den Tieren, die wie der Mensch kein Vitamin C produzieren können (Affen, Meerschweinchen) – kann man da den Umkehrschluss ziehen, dass diese dann einen Herzinfarkt bekommen?

Überhaupt, wie ist es technisch machbar, ein Belastungs-EKG z. B. beim Reh, welches man zuvor mit Trari-trara durch den Wald gejagt hat, zu messen? Wenn wir dies nicht können, woher wissen wir dann, dass Tiere keinen Herzinfarkt bekommen? Dass für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vielmehr genetische Veranlagungen oder Risikofaktoren (ungesunde Ernährung, Stress….) verantwortlich sein können, scheint Dr. Rath nicht zu interessieren.

So sind Tiere viel vernünftiger als Menschen. Im Gegensatz zu uns Menschen, scheinen sie doch mehr Wert auf gesunde Lebensweise zu legen. Sie rauchen und trinken nicht und besonders viel Stress scheinen sie auch nicht zu haben. Außer vielleicht beim Beutefangen! Tiere fressen nur dann, wenn sie Hunger haben und instinktiv auch nur Gesundes. Oder hat schon jemand von einem Cola trinkenden und Pommes essenden Löwen, Tiger oder Haifisch gehört?

Allerdings gibt es einen kleinen Unterschied zwischen den Wildtieren und unseren Lieblingen im Haus. Tierarzt Till Robl berichtet in der Morgenwelt, einem Magazin für Wissenschaft und Kultur, über Diabetes, Leberverfettung, Gelenkbeschwerden und Herzproblemen bei unseren vierbeinigen Lieblingen, als Folgen von Übergewicht. „Wenn die Tiere zu fett sind, muss das Herz weitaus mehr arbeiten, mehr Blut durch die Organe pumpen. Das kann frühzeitig zu einer erhöhten Herzbelastung und Herzproblemen führen. Herzinfarkt, Schlaganfall, das alles ist auch bei Tieren möglich. Sie können davon ausgehen, dass die Krankheiten, die Menschen haben, auch Tiere haben können“, so Till Robl, Tierarzt aus Berlin. Quelle: Weg mit dem Speck, Anna-Maria Gerhart

Alexander Ignatovski, ein russischer Wissenschaftler und Pionier in der Cholesterinforschung, machte 1908 ein Experiment, indem er, auf der Suche nach dem Grund für Arterienverkalkung, an Hasen Eigelb und Milch, also stark cholesterinhaltige Nahrung, verfütterte. Tatsächlich bekam den meisten Hasen die Diät nicht gut. Einige der Tiere starben an Herzinfarkt! Wie wir später noch lesen werden, wird Alexander Ignatovski, der Pionier von 1908, den Gegenbeweis zu Dr. Raths Theorie bringen. (Quelle: www.csatvb.ca ).

Der Herzinfarkt bei Tieren scheint also doch möglich!

Was ist nun dran am Mythos um Vitamine, Antioxidantien & Co.?
Lassen Sie mich das beleuchten:

5 am Tag
5 am Tag, so heißt eine Aktion, die von der Deutschen Krebsgesellschaft initiiert wurde. Hintergrund dafür war, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gemeinsam mit den entsprechenden Organisationen der Schweiz und Österreich neue Empfehlungen für die Aufnahme verschiedener Nährstoffe herausgegeben hat. Die wichtigsten Änderungen waren dabei höhere Referenzwerte für die Aufnahme von Vitamin C, Vitamin E und Calcium.

Professor Dr. Günther Wolfram, Vizepräsident der DGE, Institut für Ernährungswissenschaft der Technischen Universität München, hält es aber für unnötig, auf Nahrungsergänzungsmittel oder angereicherte Lebensmittel zurückgreifen. Eine Ernährung, die reich an Gemüse, Obst und Vollkorngetreide ist und ein bewusster Umgang mit Fett würde ausreichen. Lediglich für Risikogruppen mit erhöhtem Bedarf, wie Schwangere, Hochleistungssportler, Raucher oder Personen mit starkem Alkoholkonsum sowie Senioren, die sich einseitig oder unzureichend ernähren, könnte eine Nahrungsergänzung sinnvoll sein.

Dr. Helmut Oberritter, Wissenschaftlicher Leiter der DGE e. V., Frankfurt war der Meinung, dass Essen aber nicht auf die Zufuhr von Nährstoffen reduziert werden sollte, es habe auch soziale Aspekte und der Genuss dürfe dabei nicht zu kurz kommen. In diesem Sinne haben die Fachleute die zehn Regeln der Deuteschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) umgestaltet und die „5 am Tag“- Empfehlung aufgenommen. Spaß am Essen steht im Vordergrund, Verbote werden nicht ausgesprochen.

Die Kampagne empfiehlt, fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag zu sich zu nehmen. Eine Waage braucht man dafür nicht, das Maß ist die eigene Hand. Und egal ob frisch, tiefgefroren oder als Saft – alles ist möglich!

Laut Professor Dr. Hans K. Biesalski von der Universität Stuttgart-Hohenheim, Leiter der AG Wissenschaft von „5 am Tag“ beeinflusse die Ernährung fast alle Krebsformen, und zwar stärker als den meisten Menschen bewusst ist. So präsentierte er Daten einer Studie, nach der die Ernährung für etwa 35 Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich ist. Eine andere prospektive Studie hatte zum Beispiel gezeigt, dass das Lungenkrebsrisiko von Nichtrauchern gegen Null geht, wenn sie viel Obst und Gemüse zu sich nehmen.

Wichtig für die Krebsprävention sei eine abwechslungsreiche Ernährung, da für keine einzige einzelne Substanz nachgewiesen wurde, dass sie Krebs verhindere. Es gibt keine Studie, die darauf hinweist, dass z. B. isoliert eingenommenes Vitamin E Krebs verhindern kann. Neue Studien zeigen aber, dass Menschen, die möglichst viele unterschiedliche Gemüsearten im Laufe einer Woche verzehren, ein geringeres Krebsrisiko haben.

Im Gegensatz dazu glauben die meisten Menschen, dass Zusatzstoffe in den Nahrungsmitteln und die Luftverschmutzung am häufigsten Krebs hervorrufen – Faktoren, die sie kaum beeinflussen können. Zusatzstoffe verursachen jedoch weniger als 1 Prozent, die Luftverschmutzung etwa 2 Prozent der Krebserkrankungen, erklärte Biesalski.

Verantwortlich für den protektiven Effekt von Gemüse und Obst sind die sekundären Pflanzenstoffe wie Carotinoide, z. B. Lycopin“>Flavonoide, das sind Stoffe, die die Pflanzen vor UV Strahlung, Fraßfeinden oder mikrobiellem Befall schützen und als Farb-, Duft- oder Lockstoffe fungieren.
(Quelle: Zusätzliche Präparate bei gesunder Ernährung unnötig, Ulrike Wagner, Pharmazeutische Zeitung Ausgabe 27/2000, Fünf Hände voll Obst und Gemüse schützen vor Krebs, Ulrike Wagner, Pharmazeutische Zeitung Ausgabe 22/2000, Die Praxis ist der Wissenschaft weit voraus, Gudrun Heyn, Pharmazeutische Zeitung Ausgabe 04/2003 Siehe dazu auch: 5 am Tag

Antioxidantien sind natürliche oder künstlich hergestellte Substanzen, die die Oxidation empfindlicher Moleküle zu verhindern, also die Reaktion mit dem Luftsauerstoff oder anderen oxidierenden Chemikalien. Meistens wirken sie als Radikalfänger

Die Mittelmeerdiät
Die so genannte Mittelmeer-Diät mit viel Gemüse, Obst und Getreide kann das Leben, einer Studie zufolge, tatsächlich verlängern. Nach den Berechnungen von Professor Antonia Trichopoulou und ihrem Team lebt ein gesunder 60 Jahre alter Mann, der sich relativ strikt an die mediterrane Ernährung hält, rund ein Jahr länger, als ein anderer Mann gleichen Alters. Die Forscher der Universität Athen hatten dafür Daten von 74.000 Menschen ab 60 Jahren aus neun europäischen Ländern ausgewertet. Liegt das nun an den Vitaminen? Wohl nicht nur, Grundlage der Mittelmeer-Diät sind pflanzliche Kost, insbesondere auch ungesättigte Fettsäuren, wie sie in Olivenöl enthalten sind. Zudem gibt es eher Fisch als Fleisch.

Die Anhänger verzichteten weitgehend auf Käse und Jogurt sowie auf gesättigte Fettsäuren, die sich hauptsächlich in tierischen Nahrungsmitteln finden. Neben dem lebensverlängernden Effekt stellten die Wissenschaftler auch fest, dass es bei der Mittelmeer-Diät unerheblich ist, ob ein Mensch einfach oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu sich nimmt. Die Forscher analysierten Daten aus Griechenland, Spanien, Dänemark, Italien, Deutschland, Schweden, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden. Die Angaben bezogen die Wissenschaftler aus der EPIC-Studie an der insgesamt mehr als eine halbe Million Menschen teilnahmen. Ziel der EPIC-Studie (European prospective investigation into cancer and nutrition) von 1992 bis 2000 war es, Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs sowie anderen chronischen Erkrankungen zu untersuchen.
(Quelle: BMJ 2005 (330) 991Modified Mediterranean diet and survival: EPIC-elderly prospective cohort study, Antonia Trichopoulou et al.)

Wie gesund ist Kaffee oder – Kaffee als Krebsbekämpfer?
Kaffe, so verkündete der US-Chemieprofessor Joe Vinson von der University of Scranton, sei für den menschlichen Organismus der effektivste Lieferant von Antioxidantien – und damit eine potente Substanz zur Krebsprävention.

Die Forschergruppe von der Universität Scranton hatte hundert verschiedene Lebensmittel auf ihren Gehalt an Polyphenolen analysiert. Dabei zeigte sich, dass Kaffee die meisten Antioxidantien liefert.

Laut Vinson reichen schon ein bis zwei Tassen am Tag für den Tagesbedarf aus. Dabei muss es nicht einmal der starke Muntermacher sein, selbst die entkoffeinierte Variante genüge vollauf, den Körper gegen schädliche Oxidationsprodukte zu schützen. So schlägt Kaffee der Studie zufolge andere Produkte, die ebenfalls als hochwertige Antioxidantien-Quellen gelten, wie Milch, Kakao, Tee und Cranberries.

Vorsicht ist trotz allem geboten, denn Kaffee hat auch Nebenwirkungen: von erhöhter Nervosität über Magenbeschwerden bis hin zu erhöhtem Blutdruck.
(Quelle: Charmayne Marsh und Michael Bernstein, American Chemical Society, Coffee is number one source of antioxidants )

Kaffee senkt das Risiko einer Leberkrebserkrankung um die Hälfte
So berichten Forscher um Manami Inoue vom Nationalen Krebsforschungszentrum in Tokio, dass die tägliche Dosis Kaffee das Risiko einer Leberkrebserkrankung um die Hälfte reduziere. Die Wirkung verbesserte sich, je mehr Kaffee getrunken werde [1].

Ob es das Koffein ist oder ein anderer Wirkstoff, der die Leber schützt, ist noch unklar, weil bei dieser Studie nicht zwischen entkoffeiniertem und normalem Kaffee unterschieden wurde. Ungeklärt ist auch die Frage, ob Kaffee oder Koffein zudem gegen andere Krebsarten wirken.

Diesbezügliche Theorien, nach denen dieser Genuss auch vor Tumoren im Dick- und Enddarm schützen soll, haben nun Forscher um Karin Michels vom Brigham and Women’s Hospital in Boston widerlegt [2]: Sie konnten keinerlei Effekt von Koffein in Tee oder Kaffee auf die Entwicklung dieser beiden Krebsarten feststellen und bestätigten damit frühere Studien.

Wir merken uns, Kaffee reduziert zwar das Risiko einer Leberkrebserkrankung, vor Darmtumoren bewahrt er allerdings nicht. Aber schon allein die Aussage, das Risiko einer Leberkrebserkrankung sei um die Hälfte reduziert, mag ja nicht allzu schlecht sein!
(Quelle:
(1)Influence of Coffee Drinking on Subsequent Risk of Hepatocellular Carcinoma: A Prospective Study in Japan, Manami Inoue et al, Journal of the National Cancer Institute 97; 293-300 (2005)
(2)Colon and Rectal Cancer, K. Michels et al, Journal of the National Cancer Institute 97; 282-292 (2005)

Allerdings sollten Sie auf die Zubereitungsart des Kaffees achten. So heißt es in spectrumdirekt vom 25. April 2000, dass ungefilterter Kaffee den Cholesterinspiegel erhöhen kann. Ursache dafür sei der Wirkstoff Cafestol (siehe auch Wiki). Nach Aussagen der niederländischen Wissenschaftler erhöht der Konsum von täglich fünf Tassen an ungefiltertem Kaffee den Blutcholesterinspiegel um rund sechs Prozent.

Cafestol ist in Kaffee enthalten, der auf griechische, türkische, arabische oder auch skandinavische Art gebrüht wird. Dabei wird das Wasser direkt auf den gemahlenen Kaffee gegossen. Aber auch in Kaffee, der in Glaszylindern aufgebrüht und der Sud mittels Metallfilter abgetrennt wird, ist Cafestol enthalten. Lediglich Papierfilter halten den Stoff zurück.
(Quelle: spectrumdirekt, 25.04.2000, sowie Wageningen University)

Schokolade gegen Herzinfarkt?
Dass Schokolade nicht nur dick macht, sondern wegen der antioxidativen Effekte des Kakaos auch durchaus positiven Einfluss auf die Gesundheit ausüben kann, haben verschiedene Studien gezeigt. So haben Schweizer Forscher herausgefunden, dass auch Raucher von den gesunden Effekten der Schokolade profitieren können: Weil bei ihnen die Funktion der die Gefäße auskleidenden Endothel-Zellen und Blutplättchen dauerhaft gestört ist, neigen sie eher zu Arterienverhärtung und kardiovaskulären Erkrankungen als Nichtraucher.

Wie die Studie jetzt zeigte, genügen schon wenige Riegel einer Schokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 74 Prozent, um dieses Risiko zu reduzieren. Bei dunkler Schokolade ist der Anteil der Antioxidantien höher als in den meisten anderen antioxidativen Lebensmitteln wie Rotwein, Grünem Tee und Beerenobst, so die Forscher. Im Rahmen ihrer Studie mussten die Teilnehmer täglich vierzig Gramm dunkle Schokolade konsumieren. Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, durften sie in dieser Zeit keinerlei weitere Lebensmittel zu sich nehmen, die eine antioxidative Wirkung besitzen.

Schon zwei Stunden nach dem Schoko-Genuss zeigten Ultraschall-Aufnahmen einen deutlich geschmeidigeren Blutfluss in den Arterien. Dieser Effekt hat nach Beobachtung der Forscher acht Stunden lang angehalten. Allerdings hätten Versuche mit weißer Schokolade keinerlei positive Effekte auf die Arterien gezeigt.
(Quelle: Heart 92, 119-120 (2006), Dark chocolate improves endothelial and platelet function, R. Corti et al)

Walnüsse gegen Arterienverkalkung?
Im Rahmen einer Studie fand ein Spanisches Forscherteam um Emilo Ros heraus, dass Walnüsse die Gefäße sogar besser schützen als das hoch gelobte Olivenöl! So erklärt der Forscher, „immer, wenn wir eine fettreiche Mahlzeit zu uns nehmen, lösen die Fettmoleküle Minientzündungen aus, die neben anderen krankmachenden Effekten die Elastizität der Arterien vermindern“. Die besondere Gefahr liegt dabei beim Salamibrot, Butter & Co.

Alle 24 Studienteilnehmer ernährten sich zwei Wochen vor dem Untersuchungsbeginn und während der gesamten Studiendauer nach der mediterranen Diät. D. h. Verzicht auf gesättigte Fettsäuren, wie in fettem Fleisch oder in Käse, da diese die Cholesterinwerte in die Höhe treiben. Stattdessen war die Kost reich an vollwertigen Produkten, Gemüse, Obst und Olivenöl.

Nach dieser Vorbereitungsphase teilten die Forscher die Teilnehmer in zwei Gruppen ein. Beide Gruppen verzehrten ein Salami-Käse-Sandwich auf weißem Brot und einen vollfetten Yoghurt – und damit reichlich gesättigte Fettsäuren. Die eine Gruppe erhielt zusätzlich 25 ml Olivenöl zu ihrer Mahlzeit, die andere 40 g Walnüsse.

Anschließende Untersuchungen ergaben, dass Walnüsse wie auch Olivenöl die Minientzündungen in den Gefäßen reduzierten. Die Gefäße der Walnusskonsumenten profitierte jedoch doppelt: Die Nüsse hielten die Arterien flexibel. Das ermöglichte es den Blutbahnen, sich bei Bedarf auszudehnen, um den Blutfluss im Körper zu erhöhen.

Auf der Suche nach dem Grund für diesen positiven Effekt stießen die Forscher auf die Aminosäure Arginin, die in Walnüssen enthalten ist. „Diese Substanz benötigen die Gefäßinnenwände, um Stickoxid herzustellen, einen Stoff, der die Arterien elastisch hält“, erläutert Emilio Ros.

Eine fettreiche Mahlzeit legt die Produktion des natürlichen Gefäßschutzes normalerweise zeitweilig lahm. Dieses Problem könnte der Verzehr von Walnüssen verhindern. Außerdem enthielten die Walnüsse im Gegensatz zum Olivenöl Alphalinolensäure, eine pflanzlich basierte Omega-3-Fettsäure, die ebenfalls die Gefäße schützt.
(Quelle: Walnüsse halten Gefäße elastisch, C. Fux, Focus-online vom 10.10.06 und
Acute Effects of High-Fat Meals Enriched With Walnuts or Olive Oil on Postprandial Endothelial Function, Emilio Ros et al, Journal of the American College of Cardiology, 2006; 48:1666-1671

Was hat Rotwein mit Zahnfleischentzündungen zu tun?
Die in Rotwein enthaltenen Polyphenole können helfen, Zahnfleischentzündungen vorzubeugen und zu heilen. Kanadische Wissenschaftler haben diese positive Wirkung der vor allem aus roten Trauben stammenden Substanzen an Zellen von Mäusen nachgewiesen. Die Polyphenole fangen freie Radikale ab, die sich bei einer Zahnfleischentzündung bilden, berichteten die Forscher auf einem Treffen amerikanischer Zahnmediziner.

Frühere Studien hatten schon gezeigt, dass Rotwein zum Beispiel die Entwicklung von Tumoren aufhalten und Herzkrankheiten vorbeugen kann. Urheber der schützenden Wirkung sind so genannte Polyphenole, die in den Schalen von roten Weintrauben in großer Menge vorkommen. Die dunkle Farbe des Rotweins beruht auf im Wein enthaltenen Farbstoffen, den Anthocyanen (gehören ebenfalls zu den Polyphenolen). Beim Rotwein werden die Traubenhüllen mit vergoren, weshalb er im Vergleich zu seinem weißen Gegenstück besonders viele Polyphenole enthält. Diese Substanzen gehören zu den Antioxidantien, die im Körper schädliche freie Radikale auffangen. Eine wichtige Substanz aus dieser Gruppe heißt Resveratrol und ist u. a. für das „Französische Paradoxon“ verantwortlich.

Seitdem bekannt ist, dass in Frankreich die Sterblichkeit durch Herzerkrankungen trotz fettreicher Mahlzeiten bedeutend geringer ist als in anderen Industrieländern, spricht man vom „Französischen Paradoxon“. Dies wird durch den höheren Verbrauch von Rotwein erklärt.

Polyphenole sind aromatische Verbindungen mit mehr als einer an den aromatischen Ringen gebundenen Hydroxylgruppe. Natürliche Polyphenole kommen in Pflanzen als bioaktive Substanzen wie Farbstoffe (Flavonoide, Anthocyane), Geschmacksstoffe und Gerbsäuren (Tannine) vor. Sie sollen die Pflanze vor Fraßfeinden schützen oder durch ihre Farbe Insekten zur Bestäubung anlocken.

Polyphenole wirken unter anderem entzündungshemmend und krebsvorbeugend. Flavonoide und Anthocyane schützen Körperzellen vor freien Radikalen und verlangsamen die Zelloxidation. Sie vermindern die Fettablagerungen (Plaques) in den Blutgefäßen und beugen damit der Arteriosklerose vor.

Polyphenol hemmt die Bakterienart Streptococcus mutans, die zum Aufbau von Zahnbeläge beitragen. Polyphenol ist also auch vorbeugend gegen Zahnfäule und Karies.
(Quelle: Anna-Lena Gehrmann, Was Rotwein im Mund bewirken kann, ddp/wissenschaft.de)

3 apples a day keep medication away
Äpfel sind nicht nur schön grün, sondern können auch noch dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen, wie eine Studie von Shea et al. zeigt. Äpfel schützen vor Demenz! In der Untersuchung erhielten Mäuse drei verschiedene Diäten. Ein Drittel futterte wie immer. Ein Drittel erhielt eine nährstoffarme Diät. Und ein weiteres Drittel nahm ebenfalls eine nährstoffarme Diät zu sich, die allerdings durch Apfelsaftkonzentrat ergänzt wurde, das die Wissenschaftler dem Trinkwasser beimengten. Die Menge lag, auf Menschen hochgerechnet, bei zwei Gläsern Apfelsaft oder drei Äpfeln pro Tag. In jedem Fall zeigte die Apfelinfusion Wirkung: Die Tiere mit der Apfeldiät schnitten in Maze-Tests am besten ab.

Maze-Tests sind eine in der Verhaltensforschung häufig eingesetzte Sorte von Gedächtnistests.
Der Unterschied war aber nicht nur klinisch, sondern auch biochemisch nachweisbar. Der Acetylcholin-Gehalt im Gehirn jener Mäuse, die Apfelsaft bekamen, blieb nämlich mehr oder weniger konstant. Die Kontrollmäuse mit nährstoffarmer Diät zeigten dagegen eine Verringerung dieses Parameters. Das ist interessant, weil moderne Antidementiva auf genau die gleiche Weise wirken: Cholinesterasehemmstoffe blockieren den Abbau des Acetylcholins und sorgen so für zusätzliche Neurotransmitter (Botenstoffe) im Gehirn von Alzheimerpatienten. Shea zieht denn auch gleich die klinische Konsequenz: „Wir erwarten, dass Äpfel, Apfelsaft oder andere Apfelprodukte eines Tages für Alzheimerpatienten empfohlen werden“!
(Quelle: Shea et al, Apple juice concentrate maintains acetylcholine levels following dietary compromise, Journal of Alzheimer Disease, Vol 9, p. 287 – 291, 2006)

Das Unglaubliche – Polyphenole bieten mehr Schutz als Vitamin C!
Eine andere Studie zum Thema Alzheimerrisiko sagt, wer regelmäßig Frucht- und Gemüsesäfte konsumiert, senkt sein Alzheimerrisiko um 76 Prozent (siehe BBC).

Die Natur hilf mit, ob Äpfel, Trauben oder Orangen, Karotten, Tomaten oder Sellerie – Obst und Gemüse verfügen in flüssiger Form über erstaunliche Kräfte im Kampf gegen das Vergessen. 1836 demenz- und alzheimerfreie Amerikaner japanischer Herkunft wurden in einer groß angelegten klinischen Studie am Vanderbilt University Medical Center untersucht. Über einen 10-jährigen Beobachtungszeitraum folgten in regelmäßigen Abständen weitere Tests. Auf diese Weise waren die Forscher in der Lage, die Alzheimerentwicklung innerhalb der ursprünglich gesunden Gruppe zu beobachten.

Gleichzeitig mussten die Studienteilnehmer Angaben über ihre Ernährung machen. Anhand standardisierter, bebilderter Fragebögen ließ sich auf diese Weise am Ende der Studie rekonstruieren, welche Patienten nach 10 Jahren immer noch keine Anzeichen von Alzheimer zeigten.

Das Ergebnis: 76 Prozent aller Studienteilnehmer, die mindestens drei Mal pro Woche Obst- oder Gemüsesäfte konsumiert hatten, waren frei von Alzheimer – obwohl 1047 davon das Risikoallel ApoE-ε4 besaßen, ein wichtiger Risikofaktor für die Bildung und Ablagerung von senilen Plaques.

Dass ausgerechnet diese Hochrisikogruppe durch regelmäßigen Obst- und Gemüsesaftkonsum gesund bleibt, stellte die Mediziner zunächst vor ein Rätsel. Denn die ursprüngliche Annahme, antioxidative Vitamine allein würden die Plaques-Bildung verhindern, ließ sich nicht bestätigen: Probanden, die Vitamine zu sich genommen hatten, ohne die Säfte zu trinken, waren weitaus häufiger an Alzheimer erkrankt als die Saft-Konsumenten!

Nach Auswertung der Daten scheinen in der Biochemie der Alzheimerprävention Polyphenole (siehe Rotwein) die entscheidende Rolle zu spielen. Vor allem der in Äpfeln und Trauben vorkommende gelbe Naturstoff Quercetin, eine zur Untergruppe der Flavonoide gehörende Substanz, vermag die Blut-Hirn Schranke des Menschen zu überwinden. Dort greift Quercetin direkt in den Entstehungsprozess von Alzheimer ein – und blockiert die Bildung der gefürchteten Plaques.

Die Ergebnisse sind im Fachblatt „American Journal of Medicine“ publiziert. Sie lassen zudem vermuten, dass Polyphenole einen weitaus stärkeren oxidativen Schutz bieten als beispielsweise Vitamin C.

Warum Säfte die Entstehung der Erkrankung besser aufhalten als die Früchte selbst, lässt sich auch erklären: Die potenten Polyphenole sind als Naturfarbstoffe in den Schalen enthalten (ähnlich wie bei den Trauben für den Rotwein!) – und die gelangen, anders als etwa bei einem geschälten Apfel, in konzentrierter Form in den menschlichen Organismus. Wer sich demnach gegen den geistigen Verfall schützen möchte, sollte eine simple Regel befolgen: jeden Tag einen anderen Fruchtsaft konsumieren!
(Quelle: Qi Dai et al, Fruit and Vegetable Juices and Alzheimer’s Disease: The Kame Project, The American Journal of Medicine, Vol 9, September 2006, Pages 751-759)

Wozu brauchen wir dann noch Dr. Rath und seine Pillen?
Die Natur hat uns also bestens ausgestattet, um mit den richtigen Lebensmitteln gesund und fit zu bleiben, wie uns nur einige Beispiele zeigen. Wozu dann noch Dr. Rath?

Dr. Raths Vitaminprogramm ermöglicht den „Sieg über den Herztod“, wie es so viel versprechend in seinem „Warumbuch“ heißt.

Rath`s Lösungen hören sich einfach an: „Herzkreislauferkrankungen sind keine echten Krankheiten, sondern die zwangsläufige Folge von einem Mangel an Vitaminen und anderen Biostoffen, welche die Zellen brauchen. Und wenn sie die nicht bekommen, dann wird das Organ krank.“ Bei Dr. Rath gibt es die Vitamine (hauptsächlich Vitamin C) und Biostoffe (z.B. Lysin und Prolin) zu kaufen.
(Quelle: Atherosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall: Dr. Raths Vitaminprogramm zur Vorbeugung und unterstützenden Therapie)

Dass man sich irren kann, haben Qi Dai und Kollegen mit ihrer Annahme gezeigt, dass antioxidative Vitamine allein die Plaques-Bildung bei Alzheimer verhindern würde. Dies ließ sich nicht bestätigen, da die Probanden, die Vitamine zu sich genommen hatten, ohne die Säfte zu trinken, weitaus häufiger an Alzheimer erkrankten als die Saft-Konsumenten!

Und Dr. Rath hat in seiner Studie (Journal of Applied Nutrition, Vol 48, 1996), nicht gezeigt, was mit der Vergleichsgruppe passiert. Wie auch, es gab keine! (siehe Dr. Rath ).

Dass diese „erste klinische Studie, die zeigt, dass eine definierte Vitamintherapie die koronare Herzerkrankung innerhalb eines Jahres zum Stillstand bringt“ wissenschaftlich ohne Aussagewert ist, hat auch das „Journal of the American Medical Association“ (JAMA) erkannt. Rath`s Veröffentlichung wurde vom JAMA abgelehnt, was er geschickt in seine Verschwörungstheorie einarbeitete.
(Quelle: Arzneimitteltelegramm, blitz-a-t, 16. Juni 2000, und
Openletters )

Bedenklich jedoch ist, dass in manchen Naturheilpraxen mit Rath`s Studien geworben wird, wie hier“>hier
Mit dem Zusatz: Die Anwendung der Zell-Vitalstofftherapie ist für alle Menschen möglich, wirksam, Nebenwirkung frei und erschwinglich. Informationen zu diesem Thema oder Terminvereinbarungen über natürliche Therapien an das Naturheilzentrum Böhmerwald.

2. Teil: Warum kennen Tiere keinen Herzinfarkt – Mythos oder Wahrheit?

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Outline the role of social factors in the formation of identities

Abigail Cowen – After recovering from the second World War, Britain regained it’s strength, building up a strong economy and increasing consumption possibilities. But this period of social stability was not to last. A quote from a miner, John Greaves, who spent his working life in the mines and witnessed the crumbling of the mining industries reflects this- “…odd bits of rubble left of what was the life blood of the local community” (Greaves, 1997, p.29). This essay will explore the breakdown and creation of new identities in relation to social influences.


There are a multiple of different ethnic identities now living in the UK, many of whom own a UK Passport.

From the moment we are born we enter a category- “Is it a boy or a girl?” How our individual identities are developed through our lives is dependent on many social and economic factors, the most dominant being- what social class we are born into, what ethnicity we are born with, the place we are born and what sex we are. We are given our sexual identity through our Birth Certificate and then our Passports. What these official documents fail to include are our ethnicities, be it Irish, native Caribbean or Pakistani, very important factors in our identities, and any personality traits we might carry. There are a multiple of different ethnic identities now living in the UK, many of whom own a UK Passport.

So we see that our sexual and gender, and even to a certain extent our ethnic identities are imposed upon us, but that does not mean to say that we have no control over our identities. The whole advertising industry is based upon people taking control of their identities through identifying with the product being sold. This process is called Interpellation, a concept created by Louis Althusser, (see Althusser in Woodward, K., 2004, p.19) and put to much use after the second World War when women were urged to stay at home in their traditional roles.

With the arrival of new social movements in the 1960s, society`s images of women and black people were challenged. Moreover, in the 70s and 80s other movements such as gay rights, peace campaigns, rights for the disabled, the environmental movement, and more recently the animal rights movement, have all sought to change the identities of their group through protesting with a common voice, something the British seem to do very well.

The sociologist, Max Weber (see Weber in Woodward, K. 2004, p. 100) constructed a theory that all individuals gravitate towards others who they see as similar to themselves, or on the same social status level as them. He refers less to class as did Marx (see Marx in Woodward, K. 2004, p. 97) a socialist revolutionary in the nineteenth century, who saw two clear-cut levels of class- the ruling class and the working class. Weber`s theory can be applied to these new social movements, in that whatever class a person belonged to was seemingly irrelevant when it came to protesting to change a group identity.


A result of Thatcherism was the growing inequality of income distribution.

Governmental policy in the 1970s, and namely Margaret Thatcher, brought with it significant changes in society. Privatisation saw the collapse of many mining and industrial industries throughout Britain.

With these collapses came the loss of identity for many working within these communities, as shown in the quote above by John Greaves. Another result of Thatcherism was the growing inequality of income distribution. Today in the UK the majority of wealth is owned by a very few, with a great many people living on the poverty line. Being poor has a stigma attached so is not a common identity that people will readily take on.

Although there has been the formation of new identities through group action, the rise in consumption has made our identities not only more individual but also more unstable . The idea that we know who we are because of the job we do no longer stands true. Many people have a few jobs at any one time because that is the only way they can get by, and a “job for life” just does not exist anymore. This insecurity can also be seen as an opportunity to carve a new identity, as the stereotypical values of the twentieth century are no longer so visible.

To sum up how social factors influence our identity formation, it would seem it is dependent on many factors. Who is in government, the economic situation, the role of the media in presenting identities and the action of social movements depending on what is credible at the time, as well as the personal life situation of the individual, are all identity forming factors. The driving force behind these changes is happening on a global level and will continue to waver for a while to come.

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Vogelgrippe: Mutation mit Tamiflu-Resistenz entdeckt

SDA – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bei zwei verstorbenen Vogelgrippe-Patienten Mutationen des H5N1- Virus entdeckt, die den Erreger möglicherweise resistent gegen das Roche-Medikament Tamiflu gemacht haben.

Das Virus sei zwar nicht so ansteckend geworden, dass eine Pandemie drohe, erklärte die WHO am Donnerstag. Weitere solche Mutationen könnten allerdings die derzeitigen Behandlungsmethoden in Frage stellen.

Proben von zwei verstorbenen Ägyptern hätten bei Tests nicht wie das bekannte H5N1-Virus auf Tamiflu reagiert, sagte der WHO-Experte Fred Hayden in London. Die beiden Patienten, ein 16-jähriges Mädchen und ihr 26 Jahre alter Onkel, waren Ende Dezember gestorben.

Eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch könne nicht ausgeschlossen werden, sagte Hayden. Die meisten Patienten haben sich bisher bei krankem Geflügel angesteckt. Wissenschaftler befürchten allerdings, dass sich der Vogelgrippe-Erreger derart verändert, dass eine Infektion von Mensch zu Mensch möglich wird.

Die untersuchten Erreger veränderten sich laut Hayden vermutlich, als die beiden Ägypter im Spital mit Tamiflu behandelt wurden. Weitaus Besorgnis erregender wäre, wenn sich bereits Tamiflu-resistente Typen des Virus bei Vögeln im Umlauf befänden.

Die entdeckten Mutationen wiesen Unterschiede zu denen auf, die vor zwei Jahren bei Patienten in Vietnam beobachtet wurden, wie Hayden betonte. Die Erreger dort waren vollkommen resistent gegen Tamiflu.

Viren, die auf dieses Grippemedikament nicht ansprechen, können häufig mit einer Reihe älterer und billigerer antiviraler Grippemittel behandelt werden, die den Wirkstoff Amantadin enthalten.

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Sturmwarnung für Orkan Kyrill nach oben korrigiert

Das Orkantief «Kyrill» wird die Schweiz stärker treffen als zunächst angenommen. MeteoSchweiz erwartete für die Nacht auf Freitag im Flachland Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde (km/h). Damit liege man aber noch unter «Lothar», hiess es. In England ist ein Autofahrer durch den Sturm ums Leben gekommen.

Aktuelle Sturmwarnungen in der Schweiz von Meteosat
Live Web Cam von Dover UK
Charmey (Schweiz)
Urnersee

Bereits in der Nacht auf Donnerstag und am Donnerstagmorgen wurden an mehreren Stationen in der Schweiz starke Böen verzeichnet. Der Sturm «Jürgen» sorgte in Zürich für Windstärken bis 80 km/h, im freiburgischen Plaffeien bis 84 km/h. Nach «Jürgen» folgt bereits das Orkantief «Kyrill». Für den Donnerstagnachmittag rechneten die Meteorologen von MeteoSchweiz mit Geschwindigkeiten im Flachland bis 100 km/h.

Den Höhepunkt des Sturms sagten die Meteorologen für den Abend und die erste Hälfte der Nacht auf Freitag voraus. MeteoSchweiz rechnete in den Niederungen mit Böen bis 120 km/h, an erhöhten und exponierten Stellen gar bis 140 km/h. Über dem Jura und über den Alpen wurden Windspitzen bis 160 km/h vorausgesagt. Damit liege man aber noch unter Lothar, sagte Jacques Ambühl, Meteorologe bei MeteoSchweiz, auf Anfrage. Damals waren beispielsweise in Brienz Windgeschwindigkeiten von 180 km/h und in Schaffhausen 162 km/h gemessen worden.

Dennoch ordnete der nationale Wetterdienst den Sturm am Donnerstag in der Gefahrenstufe zwei ein, nachdem am Mittwoch noch von einem Sturm der Gefahrenstufe eins ausgegangen worden war. Gefahrenstufe zwei bedeutet, dass es zu umstürzenden Bäumen, Beschädigungen einzelnener Gebäudeteile und einer Behinderung des Schienenverkehrs kommen kann. Auslöser für das Unwetter ist ein Tief, das von den Britischen Inseln zur Ostsee zieht. Am Freitag werden die Winde im Verlaufe des Tages abnehmen.

Behörden warnen vor Waldspaziergängen
Die Behörden haben am Donnerstagmorgen vor dem herannahenden Sturm gewarnt. Die Solothurner Kantonspolizei warnte die Bevölkerung mit Radiodurchsagen «dringend davor, Waldspaziergänge zu unternehmen oder sich in der Nähe von Baumgruppen aufzuhalten». Es sei durchaus möglich, dass Bäume umstürzen. Wer sich während der Stürme in den Wald begebe oder sich in der Nähe von Baumgruppen aufhalte setze sich einer grossen Gefahr aus.

Auch der Waadtländer Forstdienst forderte dazu auf, Waldspaziergänge bis Freitagabend zu unterlassen. Auch auf den Strassen sei Vorsicht geboten. Die St. Galler Kantonspolizei erliess eine Verhaltensanweisung für den erwarteten Sturm. So seien unter anderem gefährdete Gegenstände zu sichern, Wälder und exponierte Orte wie Dächer, Gebäude- oder Felsvorsprünge zu meiden.

Autofahrer in Grossbritannien getötet
Bei dem schweren Sturm über Europa ist in Grossbritannien ein Autofahrer ums Leben gekommen. Der 54-jährige Mann wurde auf einer Landstrasse in der Nähe der mittelenglischen Stadt Bridgnorth getötet, als ein Ast die Windschutzscheibe seines Autos durchschlug.

Durch den Sturm kam es auf der britischen Insel in allen Landesteilen zu erheblichen Behinderungen im morgendlichen Berufsverkehr. Vielerorts gingen schwere Regenfälle nieder. Die Meteorologen erwarten Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern.

Frachtschiff in Seenot
Im Ärmelkanal ist zwischen England und Frankreich ein britisches Frachtschiff in Seenot geraten. Das Schiff mit insgesamt 26 Mann Besatzung an Bord droht nach Informationen der BBC vor der Küste von Cornwall zu sinken. In die Rettungsversuche sei auch die französische Küstenwache eingeschaltet, hiess es.

Der Schiffsverkehr von Dünkirchen und Calais nach England wurde wegen des Sturms und der Schliessung des Hafens Dover am Donnerstag eingestellt. In Paris wurden alle Friedhöfe und Parks geschlossen, um eine Gefährdung durch abbrechende Äste zu vermeiden.

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Wieder Erdbeben in Basel wegen Geothermieprojekt

SDA – Die Stadt Basel ist am Dienstagmorgen um 1.09 Uhr erneut von einem Erdbeben erschüttert worden. Nach Angaben des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED) hatte das Beben eine Stärke von 3,2 auf der Richterskala.

Auch diesmal lag das Epizentrum neben dem Bohrloch des Erdwärme- Projektes im Basler Stadtteil Kleinhüningen. Anfang Dezember war dort Wasser durch eine fünf Kilometer tiefe Bohrung in das Gestein gepumpt worden, um die Durchlässigkeit des Gesteins zu erhöhen.

Das Erdwärme-Projekt wurde nach dem ersten grösseren Beben am 8. Dezember zwar vorläufig gestoppt.

Das Wasser im Untergrund habe aber nach wie vor eine destabilisierende Wirkung, sagte ein SED- Seismologe in der Nacht auf Anfrage.

Die Erde hatte seither in Basel noch mehrere Male gebebt, das letzte Mal vor rund einer Woche. Bis der Druck des noch vorhandenen Wassers sich abgebaut habe, seien weitere Beben dieser Art nicht ausgeschlossen, sagte der Seismologe. Gemäss SED sind Beben dieser Stärke in der Nähe des Epizentrums zwar deutlich zu spüren, es sind jedoch keine Schäden zu erwarten.

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Komet McNaughs Reise durchs Licht

Harald Haack – Der erst vor wenigen Monaten von dem Australier McNaugh entdeckte und nach ihm benannte Komet zeigt wieder einmal drastisch, welcher Gefahr die Erde ausgesetzt ist und wie unwichtig alle Kriege gegenüber den Katastrophen wirken, die entstehen könnten, wenn solch ein himmlischer Brocken herunter kracht. Während kleinere Gestein- oder Eisklumpen als Sternschnuppe in der Atmosphere verglühen, wären solche Kometen wie McNaugh in der Lage mit einem Schlag nahezu alles Leben auf der Erde auszulöschen.

McNaugh wird sich wohl erst in jüngerer Zeit aus der Oortschen Wolke gelöst haben – die zirkumsolare Kometenwolke, die unser Sonnensystem schalenförmig umgibt – um dann in eine Bahn zur Sonne einzuschwenken. Dabei kam er zwar der Erdbahn ziemlich nahe, doch noch nicht nah genug für eine Kollision. Dennoch gilt er als einer der hellsten Kometen, die jemals von Menschen beobachtet wurden.

Für wenige Tage war er jeweils morgens und abends jeweils vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang in Nähe der Sonne zu sehen; leider nicht in Norddeutschland, denn dichte Regenwolken verhinderten die Beobachtung. Dann flog er – von der Erde aus gesehen – ins Licht und konnte nicht mehr mit bloßem Auge beobachtet werden.

Wayne Winch aus Bishop, Kalifornien, entdeckte ihn trotzdem am Himmel, indem er sich im Schatten eines hohen Gebäudes so hinstellte, dass die Hauskante gerade eben die aufgehende Sonne abdeckte, seine Augen schütze und McNaugh sichtbar werden ließ.


Hätten wir eine Sonnenfinsternis, so könnten wir McNaugh auch tagsüber in den Minuten der Verfinsterung sehen. So aber dient diese Karte nur der Orientierung.

Im Weltall zwischen Erde und Sonnen aber gibt es keine Gebäude, die Schatten werfen. Doch dort existiert SOHO, ein Weltraumteleskop zur Beobachtung der Sonne. Mit an Bord ist auch ein Instrument, das Koronograph genannt wird. Was eine Hauskante kann, nämlich die Sonne verdecken, das macht eine kleine Blende in diesem Gerät. Nahezu stündlich gibt es ein Bild, das zur NASA gefunkt wird. Viele Bilder in der richtigen Reihenfolge ergeben einen Film. Mit Hilfe des ULEAD Animators habe ich nun aus den Bildern des SOHO-Koronographen nun einen Film erzeugt.


McNaugh am 13. Januar 2007 neben der Sonne. Die horizontale Linie ist ein Überstrahlungsfehler, der typisch ist für Bildsensoren. In modernen Kameras gleicht die Firmware der Kamera diesen Fehler aus. © 2007 SOHO

Links im Bild ist der Komet McNaugh bei seinem Vorbeiflug an der Sonne zu sehen. Der „Stern“ links unterhalb der Sonne ist der Planet Merkur. Zu sehen sind auch kleinere, unbekannte Himmelkörper. Sie wurden wegen ihrer hohen Geschwindigkeit nur als Striche abgebildet. In dem Film blitzen sie nur für eine Sechszehntel Sekunde auf, denn ich habe die Animation so eingestellt, dass 16 Bilder eine Sekunde Film ergeben.

 http://www.newsbattery.de/Komet.swf

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© 2007 Copyright by Harald Haack – Alle Rechte vorbehalten. Die Übernahme und Nutzung des Artikels und der Fotos zu anderen Zwecken und auf anderen WebSeiten und in Print-Medien sowie Fernsehen und Hörfunk bedarf der schriftlichen Zustimmung des Autoren.

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Saddam’s Well-Timed Execution

Robert Parry – The rushed hanging of Saddam Hussein appears even more sinister after the genocide trial resumed for his co-defendants with the playing of a tape recording in which the dead dictator chillingly describes the lethality of chemical weapons on civilians.

If George W. Bush hadn’t turned over Hussein for that hasty execution, the dictator might finally have been asked questions about how Iraq obtained its chemical arsenal and which American officials helped.

Instead a number of U.S. leaders, including the President’s father, could breathe a sigh of relief that the hangman’s rope choked the life out of Hussein before he could speak. Read the Report @ Consortiumnews

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Wenn der Wolferl mit dem Gusi….

Malte Olschewski – Die Macht macht manches möglich: Österreichs bisheriger Kanzler Wolfgang Schüssel hat nach einem kunstvollen Verhandlungsmarathon seiner Partei alle Schlüsselminsterien gesichert, um im Amt eines ÖVP-Klubobmanns auf einen Ruf nach Brüssel zu warten. Österreich scheint ihm vor allem nach der Wahlniederlage vom 1.10.2006 zu klein geworden zu sein.

SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer, auch „Gusi“ gerufen, hat sich das Kanzleramt durch die Preisgabe aller Schlüsselministerien erkauft. Neuer Finanzminister, Vizekanzler und ÖVP-Chef wird der bisherige Klubobmann im Parlament, Wilhelm Molterer. Der Wille der Wähler ist bei einem relativen Sieg der Sozialdemokraten (SPÖ „35,3“ minus 1,2 Prozent) und bei Abwahl Schüssels (ÖVP „34,3“ minus 8 Prozent) durch „Wolferls“ Verhandlungsgeschick umgedreht worden. Erstmals in der Geschichte der Republik überlässt der Kanzler die drei Schlüsselministerien dem Koalitionspartner.

Das unbändige Verlangen nach der Kanzlerwürde trieb den Bauarbeitersohn zum Opferdienst. Die ÖVP stellt nach dem Ende dreimonatiger Verhandlungen die Minister für Finanzen, das Äussere, das Innere, für Gesundheit, Wissenchaft und Wirtschaft. Dieweil dürfen sich SP-Minister in wenig schickalshaften Restdisziplinen üben, als da sind: Das Ministerium für Frauen, für Soziales, für Infrastruktur, für Unterricht, Justiz und Verteidigung. Die Forderungen der überaus einflussreichen SPÖ-Frauenlobby nach einem eigenen, neu einzuführenden Ministerium wurde von Schüssel schnell erkannt und mit einem hohen Preis ausgestattet.

Für das neuen Frauenministerium müssen anderen Ressorts Agenden entwendet oder neue Aktivitäten wie etwa das „Gender Mainstreaming“ erfunden werden. Bizarrer Höhepunkt der austriakischen Ressortverteilung ist die Tatsache, dass die SPÖ das Verteidigungsministerium übernehmen musste, da durch einen Untersuchungsauschuss klar gewor-den war, dass die Republik aus dem Liefervertrag des Eurofigthers nicht würde aussteigen können. Nun wird die SPÖ, obwohl sie nichts mit der Bestellung zu tun hatte, post festum an dem Milliardendebakel beteiligt.

Grasser grassiert nicht mehr
Für weite Kreise denkender und Steuer zahlender Staatsbürger ist Abgang des unerträglichen, in Skandale verwickelten Finanzministers Karl Heinz Grasser nur ein kleiner Trost. Grasser, der von Haiders FPÖ kam und von Schüssel als Parteiloser engagiert wurde, ist mit der Kristallerbin Fiona Swarowski verheiratet. Als „Fionanzminister“ tummelte er sich vorwiegend auf Events der Wiener Parvenü-Gesellschaft. Karlheinz wäre wohl gern geblieben, musste sich aber trotz Schüssels Unterstützung dem Willen des VP-Parteivorstandes beugen. Auch „Mizzi“ wurde hingeopfert: Die Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat-Mensdorf-Poilly schien den neuen Anforderungen, die auf das Krankenwesen zukommen, nicht mehr gewachsen zu sein.

Neue Gesundheitsministerin wurde die Managerin einer Spitalsholding, Andrea Kdolsky. Der neoliberale Milliardär und Chef eines Pharma-konzerns, Martin Bartenstein, bleibt zum Leidwesen vieler Arbeitsnehmer weiter Minister für Arbeit- und Wirtschaft. Der Wiener Parteichef Johannes Hahn wird schliesslich Wissenschaftsminister.

Da der eher klein gewachsene Wolfgang grosse, blonde Frauen bevorzugt, durfte auch die sehr oft hilflos wirkende Aussenministerin Ursula Plassnik auf ihrem Posten bleiben. Mit dieser Riege kann die ÖVP ohne grosse Störung durch den Kanzler ihren bisherigen Kurs von „Reich und Schön“ fortsetzen. Etablierte Grossverdiener und Neuankömmlinge streichen enorme Summen ein, während den Anteil der armen, alten und kranken Menschen unerbittlich anwächst. Bisherige Hilfe der Regierung für die sozial schwachen Menschen kann oft nur mehr als Verspottung angesehen werden.

Bei diesem Triumph Schüssels ist es gleichgültig, wer die der SPÖ zugefallenen Ministerämter besetzt. Dass mindestens drei Frauen Ministerinnen werden, schien der SPÖ am wichtigsten zu sein. Eine gestaltende Politik ist mit den Ministerien für Frauen, Soziales, Infrastruktur, Unterricht, Justiz und Verteidigung allein nicht möglich. Die Landesverbände der SPÖ, die Gewerkschaften und die Parteijugend haben gegen Gusenbauers Fussfall protestiert, dennoch hat am 9.11. der Parteivorstand das Ergebnis mit 75 Prozent abgesegnet. Zahllose Kandidaten drängen heran, die nun ihr „Ja“ zu dem katastrophalen Verhandlungsergebnis honoriert haben wollen.

Auch Wahlversprechen gebrochen
Das Verhandlungsdebakel Gusenbauers inkludiert auch die Aufgabe mehrerer Wahlversprechen: So etwa wurde für ein Ausstieg aus dem Vertrag zur Lieferung von 18 Eurofightern angekündigt. Österreich braucht diese Kampfflugzeuge ungefähr ebenso dringend wie einen Kropf am Hals. Wie bei bisher allen Waffenkäufen der Republik war auch diese Bestellung in düsteres Licht getaucht.

Ein Untersuchungsausschuss des Parlamentes sucht bisher vergeblich nach Erhellung. Nur soviel steht fest: Ein Ausstieg aus dem Geschäft in Höhe von zwei bis drei Milliarden Euro ist nicht mehr möglich. Ein weiteres Wahlversprechen betraf die Abschaffung der Studiengebühren. Da fast jeder Maturant in Österreich zu studieren wünscht, werden die Universitäten von Studenten überschwemmt, die nach Abschluss meist das Heer arbeitsloser Akademiker verstärken dürfen. Hier ist es der bisherigen Regierung nicht gelungen, aus dem Andrang die konkret begabten und von der Wirtschaft benötigten Studenten herauszufischen und zu fördern. Die SPÖ hatte auch eine Rentenreform versprochen, von der ebenfalls keine Rede mehr ist.

In Österreich werden die Renten durch die Lohnsteuer und den Sozialversicherungsbeitrag extrem verkürzt: So etwa werden von einer Rente in Höhe von 2000 Euro rund hundert Euro an Versicherungsbeitrag und 370 Euro an Lohnsteuer abgezogen. Erst bei Pensionen nahe des Existenzinimums wird auf Lohnsteuer verzichtet. Gusenbauer hat also nicht nur die Schlüsselressorts, sondern auch mehrere Wahlversprechen für das Amts geopfert. Die Koalition „Schüsselbauer“ dürfte die von vier auf fünf Jahre erweiterte Legislaturperiode kaum durchhalten.

Gusi, der Angsthase
Schüssel hat als zäher und raffinierter Verhandler hat in den hundert Tage nach der Wahl am 1.10. sein Meisterstück geliefert. Anfangs bezeichnete er es als grösste Konzession seiner Partei, dass sie überhaupt an den Gesprächen teilnehmen würde. Keine Schwäche der SPÖ blieb ihm verborgen. Er schien sich als Interimskanzler wohl zu fühlen. Er deutete an, dass die Verhandlungen ohne weiteres noch länger dauern könnten. Oft schien es in den letzten Jahren, als ob ihn die tägliche Regierungsarbeit langweilen würde. In endlosen Mantras mit vielen Ziffern und Statistiken zählte er immer wieder die Verdienste seiner Regierung auf. Eine gewisse Arroganz und Abgehobenheit haben dann wesentlich zur Niederlage der ÖVP beigetragen. Österreich schien Schüssel nach zwei einzigartigen Kabinettsstücken zu klein geworden zu sein.

Bei den Wahlen 1999 war die ÖVP mit einem Tiefstand von 26,9 Prozent auf dem dritten Platz gelandet, während die FPÖ unter Jörg Haider mit 27,2 nach der SPÖ mit 33,4 auf den zweiten Platz kam. Es gelang Schüssel, aus dem dritten Platz über ein Bündnis mit Haider der Sprung ins Bundeskanzleramt. Bei den Wahlen von 2002 legte die ÖVP 15 Prozent zu und kam auf 42,3 Prozent, während die FPÖ auf 10 Prozent abstürzte. Wieder konnte Schüssel mit der FPÖ die Regierung bilden. Die Spannungen innerhalb der FPÖ führten zum Bruch. Der Kärntner Landeshauptmann Haider war schon 1999 mit einer feierlichen Vereinbarung von einer Teilnahme an der Regierung ausgeschlossen worden. Die als Vizekanzlerin agierende Susanne Riess-Passer steuert einen eigenen Kurs.

Im sogenannten „Putsch von Knittelfeld“ spaltete sich Haider mit dem BZÖ (Bündnis Zukunft Österreich) von der FPÖ ab. Schüssel und Haider gelang es, alle bisherigen FPÖ-Minister an das BZÖ zu ketten. Bei dem Urnengang 2006 blieb das BZÖ wegen seiner starker Position im notorisch dissidenten Bundesland Kärnten mit 4,1 Prozent knapp im Parlament. Auf die FPÖ unter Christian Strache und auf die Grünen unter Alexander Van der Bellen entfielen jeweils elf Prozent der Stimmen.

Es wären auch andere Konstellationen als eine ÖVP-Regierung unter einem roten Kanzler möglich gewesen, so etwa ÖVP-Grüne-FPÖ oder SPÖ-Grüne-FPÖ. Weiters hätte auch eine SPÖ-Minderheitsregierung mit wechselnder Unterstützung durch Grüne und das BZÖ antreten können. „Wolferl“ hatte auch die Möglichkeit einer extrem knappen Koalition mit der FPÖ und mit dem BZÖ als Damoklesschwert über dem Verhandlungstisch pendeln lassen, obwohl auch diese Variante wegen der giftigen Feindschaft zwischen beiden kleineren Partnern nicht lange gehalten hätte. Für Neuwahlen war Gusenbauer zu ängstlich, obwohl für diesem Fall alle Umfragen weitere Gewinne für die SPÖ ergaben. Österreich hat jedenfalls ein neues Wappentier: Gusi, der Angsthase.