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Mercedes-Kunde ballert wild mit MP um sich

Harald Haack – KFZ-Werkstätten sind entweder verdammt gut oder grottenschlecht. Ein Übermaß an Arbeit, der daraus resultierende Leistungsdruck verbunden mit Zeitmangel und schlechtes Betriebsklima sorgen nicht selten dafür, dass Mechaniker fahrlässig Fehler machen. Doch Fehler zu machen, wird gerne als „menschlich“ entschuldigt. Dem Kunden ärgert’s aber trotzdem, vor allem dann, wenn eine Werkstatt ihre Fehler nicht eingestehen will. Allerdings soll es auch nörgelige Kunden geben, die aus einer Mücke einen Elefanten machen und erst dann zufrieden sind, wenn sie ein „Glückseligkeitszäpfchen“ in den Allerwertesten geschoben kriegen.

Noch ist unbekannt, wie schwerwiegend der Rechtsstreit ist, den der 64-jährige Kunde eines Mercedes-Autohauses in Hamburg-Osdorf mit dessen Werkstatt hat. Bekannt wurde bis jetzt nur, dass es sich um eine Werkstatt-Rechnung handelt. Darüber sollte am Freitag-Mittag (22. Dezember 2006) eine Aussprache erfolgen. Anwesend bei dem Gespräch waren ein 35-jähriger Angestellter sowie der 44-jährige Junior-Chef.

Wahrscheinlich verlief das Gespräch nicht zur Zufriedenheit des Kunden. Plötzlich zog der eine Maschinenpistole und feuerte auf den Junior-Chef und den Mitarbeiter. Doch den beiden gelang es dem Kugelhagel zu entkommen: Der Junior-Chef sprang aus einem Nebenraum vom ersten Stock ins Freie, sein Mitarbeiter flüchtete über eine Treppe nach unten. So wurden beide nicht verletzt. Der Kunde, der 64-jährige, legte die Waffe ab, ging vor die Tür und ließ sich von den inzwischen alarmierten Polizeibeamten festnehmen.

Nun ermittelt die Hamburger Mordkommission wegen versuchten Mordes. „Wenn ich zu einem Schlichtungsgespräch gehe, nehme ich doch keine Maschinenpistole mit“, sagte Polizeisprecher Ralf Kunz der Nachrichtenagentur AP. Seiner Erfahrung nach lasse das auf eine bestimmte Absicht schließen. Vorher der Kunde seinen „Ballermann“ hatte, wird noch ermittelt.

Interessant aber dürfte auch die Klärung der Frage sein, ob und wie gut die Autohaus-Mitarbeiter auf den gewalttätigen Kunden vorbereitet waren. Der Hamburger Stadtteil Osdorf gilt nämlich gemeinhin als Brutstätte für Aggression und Gewalt. Neben teils gutbürgerlichen Einfamilien- und Reihenhäusern existiert dort auch das Ghetto der Hochhaus-Plattenbau-Großsiedlung am Osdorfer-Born, eine der vielen Bausünden der SPD, zwischen 1967 und 1972 errichtet. Neben den Plattenbau-Großsiedlungen Steilshoop und Mümmelmannsberg gilt besonders der Osdorfer Born als Elends-Quartier.

Wikipedia: „Aus Kostengründen strich der Senat unter dem damaligen Ersten Bürgermeister Hans-Ulrich Klose“ (SPD) „ein Projekt zum Anschluß des Osdorfer Borns an Hamburgs U-Bahn-Netz kurz vor dem auf 1974 angesetzten Termin zum Baubeginn.“

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NASA-Wissenschaftler: Der nächste Sonnenzyklus wird heftig

Science@NASA / Dr.Tony Phillips / Harald Haack – Der Erde steht in wenigen Jahren einiges bevor. Neben weiteren Klimaveränderungen drohen Ausfälle von Satelliten, Funkverkehr, Radio und Fernsehen und einiges mehr wie auch GPS-Navigation und Handy-Telefonie. Laut der NASA verdichten sich die Hinweise: Der nächste Sonnenzyklus wird ein sehr starker werden.

Seit Galileos Zeiten zählen Astronomen die Sonnenflecken und sahen die Sonnenaktivität alle 11 Jahre ansteigen und wieder fallen. Seltsamerweise wurden 4 der 5 stärksten Zyklen in den vergangenen 50 Jahren beobachtet. „Zyklus 24 sollte genau in dieses Muster passen,“ sagt der Sonnenphysiker David Hathaway vom Marshall Space Flight Center. Und er weiß, seinen Höhepunkt wird der Sonnenzyklus 24 um die Jahre 2010 oder 2011 erreichen wird, „Es sieht aus, als ob es einer der intensivsten Zyklen seit Beginn der Aufzeichnungen vor 400 Jahren wird,“

Hathaway und sein Kollege Robert Wilson präsentierten diese Schlussfolgerung letzte Woche auf dem Treffen der American Geophysical Union in San Francisco. Ihre Vorhersage basiert auf den historischen Aufzeichnungen von geomagnetischen Stürmen.


Eine explodierende Sonnenprotuberanz, fotografiert vom „Solar and Heliospheric Observatory“ (SOHO).

Hathaway erklärt: „Wenn eine Böe des Sonnenwindes das Magnetfeld der Erde trifft, schüttelt der Einschlag das Magnetfeld durch. Wenn es hart genug geschüttelt wird, nennen wir es einen geomagnetischen Sturm.“ Im Extremfall können diese Stürme zu Stromausfällen führen und Kompassnadeln abweichen lassen. Doch solche Sonnenstürme verursachen auch Polarlichter – ein hübscher Nebeneffekt.

Hathaway und Wilson schauten sich die Aufzeichnungen der geomagnetischen Aktivität an, die fast 150 Jahre zurück reichten, und bemerkten etwas hilfreiches: „Die geomagnetische Aktivität heute sagt uns wie der Sonnenzyklus 6-8 Jahre später sein wird,“ sagt Hathaway. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:


Peaks in der geomagnetischen Aktivität (rot) sagen solare Maxima (schwarz) mehr als 6 Jahre vorher voraus.

In der Zeichnung oben, bezeichnen die schwarzen Kurven die Sonnenzyklen; die Amplitude ist die Anzahl der Sonnenflecken. Die roten Kurven sind der geomagnetische Index, speziell der „Inter-hour Variability Index““ oder IHV. „Diese Indizes stammen von Magnetometer-Daten, die an zwei sich gegenüberliegenden Punkten der Erde aufgezeichnet wurden: einmal in England und zum anderen in Australien. Die IHV-Daten werden seit 1868 täglich aufgezeichnet,“ sagt Hathaway.

Indem sie die Anzahl der Sonnenflecken gegenüber dem IHV verglichen, fanden sie, dass der IHV die Amplitude des Sonnenzyklus 6 Jahre vorher bestimmt, mit einem Korrelationskoeffizienten von 94%.

„Wir wissen nicht warum dies funktioniert,“ sagt Hathaway. Die dahinter liegende Physik ist ein Rätsel. „Aber es funktioniert.“

Ausgehend von ihrer Analyse sollte das nächste solare Maximum um 2010 seinen Höhepunkt erreichen, mit einer Anzahl von Sonnenflecken von 160 plus oder minus 25. Dies würde es zu einem der stärksten Sonnenzyklen der vergangenen 50 Jahre machen – genauer gesagt, zu einem der stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen.


Hathaway und Wilson’s Vorhersage für die Amplitude von Sonnenzyklus 24.

Diese Ergebnisse sind nur die neuesten Anzeichen dafür, dass es einen starken Zyklus 24 geben wird. Am aussagekräftigsten ist Hathaways Meinung nach die Arbeit von Mausumi Dikpati und seinen Kollegen am National Center for Atmospheric Research (NCAR) in Boulder, Colorado. „Sie haben Beobachtungen des ‚Nordatlantischen Stroms’ der Sonne mit einem Computermodell des inneren Dynamos der Sonne kombiniert, um so eine physikalische Vorhersage des nächsten Sonnenzyklus zu erhalten.“

Bald wird er also sehr stark sein. Und wir dürfen uns auf die Polarlichter über Mittel-Europa freuen. Normalerweise sind sie nicht in unseren Breiten zu sehen. Wenigstens etwas, worüber man sich freuen kann, denn die Störungen von Funkverkehr bis hin zu Ausfällen bzw. Beeinträchtigungen der GPS-Navigation können erhebliche Schäden verursachen.

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PINOCHET: A Declassified Documentary Obit

The National Security Archive – As Chile prepared to bury General Augusto Pinochet, the National Security Archive today posted a selection of declassified U.S. documents that illuminate the former dictator’s record of repression. The documents include CIA records on Pinochet’s role in the Washington D.C. car bombing that killed former Chilean ambassador Orlando Letelier and his American colleague Ronni Moffitt, Defense Intelligence Agency biographic reports on Pinochet, and transcripts of meetings in which Secretary of State Henry Kissinger resisted bringing pressure on the Chilean military for its human rights atrocities.

„Pinochet’s death has denied his victims a final judicial reckoning,“ said Peter Kornbluh, who directs the Archive’s Chile Documentation Project. „But the declassified documents do contribute to the ultimate verdict of history on his atrocities.“

Most of the documents posted today are drawn from a collection of 24,000 declassified records. Read more @ National Security Archive

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Die Indianer und der Rock n‘ Roll

Die Seminolen übernehmen „Hard Rock Cafe“
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Malte Olschewski – Tranken sie „Asi“, den Extrakt der Stechpalme, so stiessen die Indianer vom Stamm der Seminolen bald laute Schreie aus und begannen wild zu tanzen. Ähnliche Verhaltensweisen können auch durch Rock n’Roll hervorgerufen werden.

Es könnte auch das politisch korrekte Gesäusel, mit dem die Besitzer ihre Restaurantkette „Hard Rock Cafe“ umgeben hatten, ein Motiv gewesen sein. Der Stammesrat des Seminolen in Flodira hat jedenfalls dem Projekt zugestimmt. Die geschäftstüchtigen Rothäute werden die 120 Restaurants in vierzig Ländern um rund 800 Millionen Euro kaufen. Es ist das erste Mal, dass ein indigener Stamm der USA in ein internationales Geschäft einsteigt.


Das erste Mal, dasss ein indigener Stamm ins internationale Business einsteigt.

In den USA kann man alles Mögliche mit Unmöglichem verbinden, um Geschäfte zu machen. Daher haben Isaak Tigrett und Peter Morton 1971 den Rock and Roll mit „guter amerikanischer Küche“ und der riskanten Behauptung verbunden, dass amerikanische Küche überhaupt gut sein kann. Das „Hard Rock Cafe“ expandierte rund um die Welt. Ein „bedingungsloses Willkommen“ wurde mit politisch korrekten Tönen wie „Save the Planet“ oder „Love All! Serve all!“ verbunden. Der Konzern sammelte 60 000 Memorabilia aus der Geschichte dieser Musik. Eine Wanderausstellung von ausgewählten Gitarren, Klamotten, Fotos und Notenskripten zieht von Restaurant zu Restaurant. Die Speisen blieben kalorienreich und keineswegs billig. Die Expansion mit Menüs wie „Legendary Burgers“, „Stormy Blue Burgers“ oder „Hickory Smoked Barbeque Baby Back Ribs“ kam vor einigen Jahren zum Stillstand. Nun übernehmen die Seminolen.

Die Seminolen lebten als ein kulturell hochstehender Stamm in einer harmonischen Symbiose mit den Sümpfen (Everglades) von Florida. Die spanischen Kolonialherren Mexikos liessen sie in Ruhe. Doch es drohte US-Präsident Thomas Jefferson Spanien in den Wirren der mexikanischen Unaghängigkeit mit Krieg. US-Privatmilizen wurden vorgeschickt, um den Osten von Florida zu besetzen. Spanien musste damals den Grossteil seiner Truppen aus Florida zum Kampf gegen die Unabhängigkeitsbewegungen in Südamerika einsetzen. US-Präsident James Monroe entsandte 1817 General Andrew Jackson, um einen Auftand der Seminolen auf spanischem Gebiet niederzuschlagen.

Jackson metzelt die Indianer nieder und besetzt alle spanischen Positionen. Er jagt spanische Gouverneure davon und erklärt die amerikanische Souveränität. Die Indianer entziehen sich ihrer Vernichtung mit einem Rückzug in die Everglades. Jackson kann ihnen nicht nachsetzen, da den Truppen der Proviant ausgeht. US-Aussenminister Quincey Adamas kann dem Madrider Gesandten Juan de Onis am 22.2.1819 einen Vertrag abringen, in dem Spanien für magere, fünf Millionen Dollar auf Florida verzichtet. Jackson wird als siegreicher Held gefeiert und am 3.12.1828 zum amerikanischen Präsidenten gewählt. Erstmals ist damit ein „Mann der Grenze“ und ein erklärter Feind der Indianer in das oberste Amt vorgerückt.

Jackson unterzeichnet am 28.5.1830 den „Indian Removal Act“, mit dem alle Stämme des Südens und Ostens in den Westen vertrieben werden. Die Stämme der Cherokee, Creek, Chikasaw, Naraganssett und Seminolen waren durchaus zivilisiert. Sie hatten Dörfer gebaut und Ackerbau betrieben. Vor allem die geschäftstüchtigen Seminolen konnten schon damals kleine Nischen in der Wirtschaft besetzten. Die meisten Stämme des Südens wurden unter Zwang umgesiedelt. Sie sind verhungert oder von der Armee ausgelöscht worden.

Da Andrew Jackson am 5.12.1832 für eine zweite Amtsperiode gewählt wird, kommen auch die Seminolen auf die Schlachtbank. Es wird ihnen ein zweifelhafter Vertrag unterschoben, wonach sie der Übersiedlung nach Arkansas zustimmen. Da die Seminolen unter Häuptling Osceola den falschen Vertrag nicht anerkennen, rücken im November Truppen an. Die Seminolen fügen der US-Armee eine beschämende Niederlage zu. Winfield Scott, der spätere Held des Feldzuges gegen Mexiko, scheitert mit einem Rache-feldzug, da sich die Seminolen in die Sümpfe zurückziehen. Sein Nachfolger Zachary Taylor setzt Bluthunde ein, um die Indianer in den Sümpfen aufzuspüren. Bisher hatten die US-Truppen wegen der Hitze in den Sommermonaten die Kämpfe eingestellt. Oberst Worth lässt auch im Sommer kämpfen. Er brennt Felder nieder und verhindert jeden Anbau. Er hungert die Seminolen in den Sümpfen aus. Erst im Sommer 1842 geben sie auf.

Viele sterben bei der Deportation in den Wilden Westen, der damals noch nein offenes Land ohne Grenzen gewesen war. Einige wenige bleiben zurück. Sie halten an ihrer Kultur und an ihren Bräuchen fest. Sie erliegen nicht den Versuchungen der US-Kultur. Ihr eingeborener Sinn für Handel und Gewerbe lässt sie später auf ihren winzigen Reservaten Spielkasinos und Bingohallen bauen, in denen die „Bleichgesichter“ ihr Geld verspielen. Sie organisieren „Big Swamp Safaris“ in die Sümpfe der Evergades. Bei einem „Seminole Motocross“ dürfen ihre ehemaligen Feinde freiwillig und bei hohen Gebühren Fahrzeug und Gesundheit beschädigen. Und in einem seminolischen Originalzelt im „Cypress Ressort“ kostete die Übernachtung zwanzig Dollar. Nur dass ihre Squaws in den Kasinos und in den Cafes vor den Bleichgesichtern als Stripperinnen ihre Kleider abwerfen, das haben die Seminolen strikt abgelehnt.

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USA: Kokain-Exporte via Venezuela verzehnfacht

Caracas – Kokain-Transporte durch Venezuela haben sich den USA zufolge in den vergangenen fünf Jahren verzehnfacht. Gemäss Schätzungen passierten derzeit jährlich zwischen 200 und 300 Tonnen Venezuela, sagte US-Botschafter William Brownfield am Sonntag im Fernsehen.

Durch das südamerikanische Land führt eine der wichtigsten Exportrouten für Drogen aus Kolumbien in die USA und nach Europa. Einer der Gründe sei, dass Venezuela nicht mehr mit der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA zusammenarbeitet.

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hatte die Beziehungen vergangenes Jahr abgebrochen, nachdem er der DEA Spionage vorgeworfen hatte. Die US-Regierung hatte sich 2002 indirekt hinter Putschisten gestellt, die den gewählten Staatschef Chavez kurzzeitig gestürzt hatten. Nun verhandeln beide Länder über eine Wiederaufnahme der DEA-Kooperation.

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Buschmänner gewinnen Prozess in 1. Instanz

Dr. Alexander von Paleske – Der High Court von Botswana gab der Klage der Buschmänner auf Rückführung in den Kalahari Nationalpark statt.

Die Entscheidung kam überraschend, zeigt aber gleichzeitig die Unabhängigkeit des Gerichts. Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt, die Umsiedlung der Buschmänner oder San aus ihrem angestammten Gebiet sei rechtswidrig, weil sie nicht berücksichtigte, dass es sich um ein Stammesgebiet handelt, das von den San seit Urzeiten bewohnt wurde.

Gleichzeitig wies es die Behauptung zurück, die Buschmänner seien vertrieben wurden, um der Diamantensuche Platz zu machen. Auch sei die Regierung nicht verpflichtet, dort eine Infrastruktur aufzubauen.

Da das Rechtsmittel der Berufung gegen das Urteil zulässig ist, wird damit gerechnet, die Regierung werde davon Gebrauch machen.

Allerdings löst das Urteil in keiner Weise die Probleme, nämlich die mangelnde Infrastruktur im Nationalpark, keine Schulen keine Krankenstationen, in einem Gebiet – von der Größe Dänemarks -, in das die 900 Buschmänner nun zurückkehren dürfen.

Nur eine politische Lösung kann hier weiterhelfen. Sie könnte etwa so aussehen: Das Jagen werde wieder erlaubt, gleichzeitig aber bestünden die außerhalb des Nationalparks angelegten Siedlungen mit Schulen und Krankenstationen weiterhin. Allerdings dürfte die Regierung nicht daran interessiert sein, eine derartige Lösung mit Survival International auszuhandeln.
Denn diese Organisation hat mit der Verbreitung von Unwahrheiten einen Boykott des Verkaufs von Diamanten versucht zu erreichen, um damit die Regierung Botswanas in die Knie zu zwingen. 70% der Einnahmen des Staates stammen aus den Diamantenverkäufen.

Botswana, Survival International, Leonardo DiCaprio und die Buschmänner
Survival International, Leonardo diCaprio and the Bushmen

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Torture Inc. Americas Brutal Prisons

Deborah Davies – They are just some of the victims of wholesale torture taking place inside the U.S. prison system that we uncovered during a four-month investigation for BBC Channel 4 . It’s terrible to watch some of the videos and realise that you’re not only seeing torture in action but, in the most extreme cases, you are witnessing young men dying.

The prison guards stand over their captives with electric cattle prods, stun guns, and dogs. Many of the prisoners have been ordered to strip naked. The guards are yelling abuse at them, ordering them to lie on the ground and crawl. ‘Crawl, motherfuckers, crawl.’

If a prisoner doesn’t drop to the ground fast enough, a guard kicks him or stamps on his back. There’s a high-pitched scream from one man as a dog clamps its teeth onto his lower leg.

Another prisoner has a broken ankle. He can’t crawl fast enough so a guard jabs a stun gun onto his buttocks. The jolt of electricity zaps through his naked flesh and genitals. For hours afterwards his whole body shakes.

Lines of men are now slithering across the floor of the cellblock while the guards stand over them shouting, prodding and kicking. Second by second, their humiliation is captured on a video camera by one of the guards.

The images of abuse and brutality he records are horrifyingly familiar. These were exactly the kind of pictures from inside Abu Ghraib prison in Baghdad that shocked the world this time last year.

And they are similar, too, to the images of brutality against Iraqi prisoners that this week led to the conviction of three British soldiers. But there is a difference. These prisoners are not caught up in a war zone. They are Americans, and the video comes from inside a prison in Texas

They are just some of the victims of wholesale torture taking place inside the U.S. prison system that we uncovered during a four-month investigation for Channel 4 that will be broadcast next week. Our findings were not based on rumour or suspicion. They were based on solid evidence, chiefly videotapes that we collected from all over the U.S.

In many American states, prison regulations demand that any ‘use of force operation’, such as searching cells for drugs, must be filmed by a guard.

The theory is that the tapes will show proper procedure was followed and that no excessive force was used. In fact, many of them record the exact opposite.

Each tape provides a shocking insight into the reality of life inside the U.S. prison system – a reality that sits very uncomfortably with President Bush’s commitment to the battle for freedom and democracy against the forces of tyranny and oppression.

In fact, the Texas episode outlined above dates from 1996, when Bush was state Governor.

Frank Carlson was one of the lawyers who fought a compensation battle on behalf of the victims. I asked him about his reaction when the Abu Ghraib scandal broke last year and U.S. politicians rushed to express their astonishment and disgust that such abuses could happen at the hands of American guards.

‘I thought: “What hypocrisy,” Carlson told me. ‘Because they know we do it here every day.’

All the lawyers I spoke to during our investigations shared Carlson’s belief that Abu Ghraib, far from being the work of a few rogue individuals, was simply the export of the worst practices that take place in the domestic prison system all the time. They pointed to the mountain of files stacked on their desks, on the floor, in their office corridors – endless stories of appalling, sadistic treatment inside America’s own prisons.

Many of the tapes we’ve collected are several years old. That’s because they only surface when determined lawyers prise them out of reluctant state prison departments during protracted lawsuits.

But for every ‘historical’ tape we collected, we also found a more recent story. What you see on the tape is still happening daily.

It’s terrible to watch some of the videos and realise that you’re not only seeing torture in action but, in the most extreme cases, you are witnessing young men dying.

In one horrific scene, a naked man, passive and vacant, is seen being led out of his cell by prison guards. They strap him into a medieval-looking device called a ‘restraint chair’. His hands and feet are shackled, there’s a strap across his chest, his head lolls forward. He looks dead. He’s not. Not yet.

The chair is his punishment because guards saw him in his cell with a pillowcase on his head and he refused to take it off. The man has a long history of severe schizophrenia. Sixteen hours later, they release him from the chair. And two hours after that, he dies from a blood clot resulting from his barbaric treatment.

The tape comes from Utah – but there are others from Connecticut, Florida, Texas, Arizona and probably many more. We found more than 20 cases of prisoners who’ve died in the past few years after being held in a restraint chair.

Two of the deaths we investigated were in the same county jail in Phoenix, Arizona, which is run by a man who revels in the title of ‘America’s Toughest Sheriff.’

His name is Joe Arpaio. He positively welcomes TV crews and we were promised ‘unfettered access.’ It was a reassuring turn of phrase – you don’t want to be fettered in one of Sheriff Joe’s jails.

We uncovered two videotapes from surveillance cameras showing how his tough stance can end in tragedy.

The first tape, from 2001, shows a man named Charles Agster dragged in by police, handcuffed at the wrists and ankles. Agster is mentally disturbed and a drug user. He was arrested for causing a disturbance in a late-night grocery store. The police handed him over to the Sheriff’s deputies in the jail. Agster is a tiny man, weighing no more than nine stone, but he’s struggling.

The tape shows nine deputies manhandling him into the restraint chair. One of them kneels on Agster’s stomach, pushing his head forward on to his knees and pulling his arms back to strap his wrists into the chair.

Bending someone double for any length of time is dangerous – the manuals on the use of the ‚restraint chair’ warn of the dangers of ‘positional asphyxia.’

Fifteen minutes later, a nurse notices Agster is unconscious. The cameras show frantic efforts to resuscitate him, but he’s already brain dead. He died three days later in hospital. Agster’s family is currently suing Arizona County.

His mother, Carol, cried as she told me: ‘If that’s not torture, I don’t know what is.’ Charles’s father, Chuck, listened in silence as we filmed the interview, but every so often he padded out of the room to cry quietly in the kitchen.

The second tape, from five years earlier, shows Scott Norberg dying a similar death in the same jail. He was also a drug user arrested for causing a nuisance. Norberg was severely beaten by the guards, stunned up to 19 times with a Taser gun and forced into the chair where – like Charles Agster – he suffocated.

The county’s insurers paid Norberg’s family more than £4 millions in an out-of-court settlement, but the sheriff was furious with the deal. ‘My officers were clear,’ he said. ‘The insurance firm was afraid to go before a jury.’

Now he’s determined to fight the Agster case all the way through the courts. Yet tonight, in Sheriff Joe’s jail, there’ll probably be someone else strapped into the chair.

Not all the tapes we uncovered were filmed by the guards themselves. Linda Evans smuggled a video camera into a hospital to record her son, Brian. You can barely see his face through all the tubes and all you can hear is the rhythmic sucking of the ventilator.

He was another of Sheriff Joe’s inmates. After an argument with guards, he told a prison doctor they’d beaten him up. Six days later, he was found unconscious of the floor of his cell with a broken neck, broken toes and internal injuries. After a month in a coma, he died from septicaemia.

‘Mr Arpaio is responsible.’ Linda Evans told me, struggling to speak through her tears. ‘He seems to thrive on this cruelty and this mentality that these men are nothing.’

In some of the tapes it’s not just the images, it’s also the sounds that are so unbearable. There’s one tape from Florida which I’ve seen dozens of times but it still catches me in the stomach.

It’s an authorised ‘use of force operation’ – so a guard is videoing what happens. They’re going to Taser a prisoner for refusing orders.

The tape shows a prisoner lying on an examination table in the prison hospital. The guards are instructing him to climb down into a wheelchair. ‘I can’t, I can’t!’ he shouts with increasing desperation. ‘It hurts!’

One guard then jabs him on both hips with a Taser. The man jerks as the electricity hits him and shrieks, but still won’t get into the wheelchair.

The guards grab him and drop him into the chair. As they try to bend his legs up on to the footrest, he screams in pain. The man’s lawyer told me he has a very limited mental capacity. He says he has a back injury and can’t walk or bend his legs without intense pain.

The tape becomes even more harrowing. The guards try to make the prisoner stand up and hold a walking frame. He falls on the floor, crying in agony. They Taser him again. He runs out of the energy and breath to cry and just lies there moaning.

One of the most recent video tapes was filmed in January last year. A surveillance camera in a youth institution in California records an argument between staff members and two ‘wards’ – they’re not called prisoners.

One of the youths hits a staff member in the face. He knocks the ward to the floor then sits astride him punching him over and over again in the head.

Watching the tape you can almost feel each blow. The second youth is also punched and kicked in the head – even after he’s been handcuffed. Other staff just stand around and watch.

We also collected some truly horrific photographs.

A few years ago, in Florida, the new warden of the high security state prison ordered an end to the videoing of ‘use of force operations.’ So we have no tapes to show how prison guards use pepper spray to punish prisoners.

But we do have the lawsuit describing how men were doused in pepper spray and then left to cook in the burning fog of chemicals. Photographs taken by their lawyers show one man has a huge patch of raw skin over his hip. Another is covered in an angry rash across his neck, back and arms. A third has deep burns on his buttocks.

‘They usually use fire extinguishers size canisters of pepper spray,’ lawyer Christopher Jones explained. ‘We have had prisoners who have had second degree burns all over their bodies.

‘The tell-tale sign is they turn off the ventilation fans in the unit. Prisoners report that cardboard is shoved in the crack of the door to make sure it’s really air-tight.’

And why were they sprayed? According to the official prison reports, their infringements included banging on the cell door and refusing medication. From the same Florida prison we also have photographs of Frank Valdes – autopsy pictures. Realistically, he had little chance of ever getting out of prison alive. He was on Death Row for killing a prison officer. He had time to reconcile himself to the Electric Chair – he didn’t expect to be beaten to death.

Valdes started writing to local Florida newspapers to expose the corruption and brutality of prison officers. So a gang of guards stormed into his cell to shut him up. They broke almost every one of his ribs, punctured his lung, smashed his spleen and left him to die.

Several of the guards were later charged with murder, but the trial was held in their own small hometown where almost everyone works for, or has connection with, the five prisons which ring the town. The foreman of the jury was former prison officer. The guards were all acquitted.

Meanwhile, the warden who was in charge of the prison at the time of the killing – the same man who changed the policy on videoing – has been promoted. He’s now the man in charge of all the Florida prisons.

How could anyone excuse – still less condone – such behaviour? The few prison guards who would talk to us have a siege mentality. They see themselves outnumbered, surrounded by dangerous, violent criminals, so they back each other up, no matter what.

I asked one serving officer what happened if colleagues beat up an inmate. ‘We cover up. Because we’re the good guys.’

No one should doubt that the vast majority of U.S. prison officers are decent individuals doing their best in difficult circumstances. But when horrific abuse by the few goes unreported and uninvestigated, it solidifies into a general climate of acceptance among the many.

At the same time the overall hardening of attitudes in modern-day America has meant the notion of rehabilitation has been almost lost. The focus is entirely on punishment – even loss of liberty is not seen as punishment enough. Being on the restraint devices and the chemical sprays.

Since we finished filming for the programme in January, I’ve stayed in contact with various prisoners’ rights groups and the families of many of the victims. Every single day come more e-mails full of fresh horror stories. In the past weeks, two more prisoners have died, in Alabama and Ohio. One man was pepper sprayed, the other tasered.

Then, three weeks ago, reports emerged of 20 hours of video material from Guantanamo Bay showing prisoners being stripped, beaten and pepper sprayed. One of those affected is Omar Deghayes, one of the seven British residents still being held there.

His lawyer says Deghayes is now permanently blind in one eye. American military investigators have reviewed the tapes and apparently found ‘no evidence of systematic abuse.’

But then, as one of the prison reformers we met on our journey across the U.S. told me: ‘We’ve become immune to the abuse. The brutality has become customary.’

So far, the U.S. government is refusing to release these Guantanamo tapes. If they are ever made public – or leaked – I suspect the images will be very familiar.

Abu Ghraib, Guantanamo – or even Texas. The prisoners and all guards may vary, but the abuse is still too familiar. And much is it is taking place in America’s own backyard.

Deborah Davies is a reporter for Channel 4 Dispatches. Her investigation, Torture: America’s Brutal Prisons, was shown on Wednesday, March 2, at 11.05pm.

(In accordance with Title 17 U.S.C. Section 107, this material is distributed without profit to those who have expressed a prior interest in receiving the included information for research and educational purposes. Information Clearing House has no affiliation whatsoever with the originator of this article nor is Information Clearing House endorsed or sponsored by the originator.)

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Ex-Diktator und Folterpapst Augusto Pinochet tot

Chile – Der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet ist tot. Der 91-Jährige sei im Kreise seiner Familie gestorben, teilte ein Arzt des Militärspitals in Santiago mit.

Vor einer Woche hatte Pinochet einen Herzinfarkt erlitten und war ins Spital eingeliefert worden. Nach Auskunft der Ärzte wurde er am Sonntag erneut auf die Intensivstation gebracht, wo er um 14.15 Uhr Ortszeit (18.15 Uhr MEZ) starb. In den Tagen zuvor hatten die Ärzte seinen Zustand als stabil bezeichnet.

Der Ex-General, der durch einen Putsch an die Macht kam, regierte das lateinamerikanische Land von 1973 bis 1990 mit harter Hand. Ihm werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die Zahl der Toten und Verschwundenen unter seiner Herrschaft beläuft sich auf rund 3000.

Dennoch musste sich Pinochet nie im Zusammenhang mit den Vorwürfen der Menschenrechtsverletzungen vor Gericht verantworten. Seine Anwälte argumentierten immer erfolgreich, der ehemalige Diktator sei zu krank für ein Verfahren.

Nach der Nachricht vom Tod Pinochets haben sich Anhänger und Gegner des Generals im Ruhestand in Santiago und anderen Städten des Landes versammelt.

Vor dem Militärspital sangen Menschen die Nationalhymne und hielten Fotos von Pinochet mit der Aufschrift „inmortal“ (unsterblich) in die Höhe. Die Menschen forderten ein Staatsbegräbnis für Pinochet als ehemaliger Staatschef.

Während der Militärdiktatur ersuchten auch 5800 Chilenen in der Schweiz um Asyl. Gemäss Angaben des Bundesamtes für Migration (BFM) wurden rund 1500 als Flüchtlinge anerkannt. Nach dem Putsch Augusto Pinochets hatte der Bundesrat nur 200 Chilenen aufnehmen wollen. Da sich dagegen Widerstand regte, „wurden die Behörden gezwungen, die Tore für diese Flüchtlinge doch weiter zu öffnen“, schreibt das BFM zum Thema Chile auf seiner Website. Über die Gründe des Bundesrates schweigt es sich aus.

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Israel reagiert gereizt auf Gates‘ Äußerungen zu Atomwaffen

Israel hat gereizt auf Äußerungen des designierten US-Verteidigungsministers Robert Gates reagiert, denen zufolge der jüdische Staat über Atombomben verfügt.

„So was gab es noch nie“, kommentierte ein israelischer Ex-Diplomat am Donnerstag die Worte des künftigen Ministers. Gates müsse sich noch mit dem Grundverständnis auseinander setzen, das zwischen den USA und seinem Lande herrsche. Gates hatte am Dienstag in seiner Senatsanhörung als Grund für das mögliche Streben des Iran nach Atomwaffen gesagt: „Sie sind umgeben von Mächten mit Atomwaffen – Pakistan im Osten, Russland im Norden, Israel im Westen und uns im Golf.“

Der staatliche israelische Rundfunk hatte gemutmaßt, Gates habe mit seinen Äußerungen die lange verfolgte Politik der USA verlassen, sich zu den Atomwaffen Israels öffentlich nicht zu äußern. Israel nimmt grundsätzlich nicht zu der Frage Stellung, ob es im Besitz von Atomwaffen ist. Damit will es seine Nachbarn über seine strategischen Fähigkeiten im Unklaren lassen. Diese von den USA sanktionierte israelische Verschwiegenheit irritiert Araber und Iraner gleichermaßen. Sie sehen darin eine Doppelbödigkeit der USA.

Nach Angaben der US-Botschaft bedeuten Gates‘ Äußerungen keine Kehrtwende in der Haltung zu Israels offenem Geheimnis. Ähnlich sieht das auch der stellvertretende Ministerpräsident Schimon Peres, der in den 50er Jahren am Bau des größten israelischen Atomreaktors beteiligt war. „Die Erklärung bedeutet keinen grundlegenden Unterschied“, sagte er Radio Israel. Ganz gleich, ob Israel über Atomwaffen verfüge oder nicht, sei es das einzige von Zerstörung bedrohte Land. Israel bedrohe dagegen niemanden. Peres fügte hinzu: „Waffen schießen nicht, Menschen schießen.“

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Uranpreis in der Senkrechten

Aus für die Atomkraftwerke?

Karl Weiss – Wenn die FAZ schreibt „Der Uranpreis hat abgehoben.“ und „[Er] … ist förmlich in die Vertikale übergegangen.“, so muss schon wirklich etwas passiert sein. Fünf wesentliche Gründe haben zu einer Vervielfachung des Preises von Uran innerhalb kurzer Zeit geführt:

Die leicht erreichbaren Vorkommen des radioaktiven und giftigen Metalls sind weitgehend erschlossen und beginnen langsam weniger ergiebig zu werden.- Die generell steigenden Energiepreise haben sich auch auf den Uranpreis als einem der ausschlaggebenden Energiepreise ausgewirkt.

Der Bedarf angesichts des weltweiten Booms der Atombomben ist steigend.

Es wird in verschiedenen Ländern massiv in neue Atomkraftwerke investiert, was ebenfalls den Bedarf ansteigen lässt. China, Russland und Indien haben den Bau einer Reihe von Kernkraftwerken angekündigt.

Russland hat einen Lieferstop für Uran verhängt, womit einer der wesentlichen Exporteure ausfällt.

Ein riesiges neu erschlossenes Bergwerk in Kanada, Cigar Lake, in der Provinz Saskatchewan, ist am 23.Oktober von einem Wassereinbruch betroffen worden, der die Inbetriebnahme auf unbestimmte Zeit verschiebt.

Im Moment (Ende November) liegt der Uranpreis (Uranoxidpreis) bereits bei etwa 60 US-Dollar pro Pound, mit einem 7%-Anstieg nur in der letzten Oktoberwoche nach der Nachricht aus Kanada, das sind also größenordnungsmäßig 105 Euro pro Kilo. Im Jahr 2001 lag der Preis in der Nähe von 6 Dollar pro Pound. Er ist also innerhalb von 5 Jahren auf das etwa 10fache gestiegen. Dieser Preis bezieht sich auf den Gehalt von U3O8 in Uranerz.

Man sehe sich nur das Chart an. Die Steigerung verlief nicht linear, sondern fand fast vollständig in letzter Zeit statt.

Die Eröffnung der neuen gewaltigen Mine in Kanada, eine Mine der Cameco, einem der grössten Uranförderer der Welt, an der über eine Beteiligung auch die Siemens Anteile besitzt, war die große Hoffnung auf eine Änderung des Uran-Preistrends. Dort ist Uranerz mit dem extrem hohen Gehalt von 16,8% (Uranoxid, nicht Uran) vorhanden und das Gesamtvorkommen macht etwa 150 000 Tonnen aus (Erz, nicht Uran). Nun ist aber ein Erdrutsch passiert, der einen Wassereinbruch verursacht hat. Zwar konnten sich alle Menschen aus der Mine retten, aber eines der Schotts konnte nicht ganz geschlossen werden und barst unter dem Wasserdruck. Damit wird jetzt die ganze Mine volllaufen.

Es wird Jahre dauern und Millionen kosten, das Wasser abzupumpen und zu reinigen. Man kann das uranhaltige, giftige und strahlende Wasser, das abgepumpt wird, ja nicht einfach in die Landschaft lassen, sondern muss es reinigen. Der Aufwand dafür könnte so riesig sein, dass sich der ganze Abbau nicht mehr lohnt. Der Uranpreis hat jedenfalls weiter eine Aufwärtstendenz.

Dieser hohe Uranpreis ist bisher bei laufenden Atomkraftwerken noch nicht angelangt, weil die ja angereichertes Uran aus Anreicherungsanlagen beziehen und jene wiederum langfristige Lieferverträge mit Minengesellschaften haben. Wenn dieser Preis aber dort ankommt, wird die alte und immer wieder aufgewärmte Sage, die Kosten der Atomenergie seien die niedrigsten, endgültig zu den Akten gelegt sein.

Zwar kann es für ein Land wie Russland oder Kanada, wie Australien oder Brasilien, in Zukunft eventuell auch dem Iran, die sowohl eigene Uranerzvorkommen als auch eigene Anreicherungsanlagen besitzen, trotzdem noch preislich interessant sein, Atomkraftwerke zu benutzen, aber für ein Land wie Deutschland, das alles importieren muss, ist der gesamte Traum von der Atomenergie damit ausgeträumt.

Extrem alte Atomkraftwerke, wie fast alle deutsche, die bereits seit zig Jahren abgeschrieben sind, können nach der absurden Rentabilitätsrechnungen der Energiekonzerne immer noch mit Profit betrieben werden, aber nur, weil man die Kosten der Aufbereitung und der Lagerung des Atommülls für Zehntausende von Jahren einfach nicht mitgerechnet hat.

Es besteht auch die Gefahr, dass die Wassermassen in der neuen Mine in Kanada sich selbst einen Ausweg suchen und beginnen herauszusickern, was eine gewaltige Umweltkatastrophe mit sich bringen würde. Es gibt auch die Möglichkeit des Einstürzens des Deckgebirges, welches dann das kontaminierte Wasser aus der Mine drückt.

Hier gibt es auch eine Gemeinsamkeit mit Deutschland. In Deutschland ist bereits vor der endgültigen Zulassung als atomares Endlager für hoch radioaktive Abfälle ein wesentlicher Teil des höchst gefährlichen Atommülls im Salzstock Gorleben eingelagert worden und es gibt auch das Atommüll-Lager Asse II. Bei beiden ist nach Angaben von anti-atom-aktuell.de mit ähnlichen Vorgängen wie Wassereinbrüchen zu rechnen, was dann zu ähnlichen Folgerungen wie in Kanada führen könnte – nur eben im dicht besiedelten Deutschland, nicht in Saskatchewan mit einer Bevölkerungsdichte von größenordnungsmäßig 1 Einwohner pro Quadratkilometer.

In Deutschland müsste ein Atomunfall dieses Kalibers zur Evakuierung wesentlicher Teile Norddeutschlands führen, wenn man nicht den Weg Tschernobyls gehen wollte, die Gefahr zu leugnen und Tausende von Toten und Vergiftungen und Hunderttausende von Krebskranken und Langzeit-Strahlungskranken in Kauf nehmen wollte.

Nach Angaben der FAZ sind im Moment weltweit 28 Atomkraftwerke in Bau. Wenn das stimmt, würde allein der zusätzliche Uran-Bedarf dieser Anlagen den Uranpreis bereits zumindest auf dem jetzigen Niveau halten, wen nicht noch zu weiteren Erhöhungen führen. Selbst wenn es Cameco gelingen sollte, die abgesoffene Mine innerhalb von ein oder zwei Jahren wieder in Gang zu bringen, dürfte damit die Kostenrechnung vieler jener Regierungen, welche da nun fieberhaft Atomkraftwerke bauen (wollen), innerhalb dieses Zeitraums bereits aus dem Ruder laufen. Der Bau eines Teil der noch in Planung befindlichen davon dürfte abgeblasen werden.

Interessant ist es auch die Entwicklung der Aktienkurse der großen Uranabbaugesellschaften bzw. jener weltweiten Minengesellschaften, die wesentlich im Uranbergbau involviert sind. Auch deren Aktien steigen mit dem Uranpreis in letzter Zeit steil an. Wenn man allerdings die anstehende Wirtschaftskrise in Betracht zieht, werden sowieso nicht nur der Aktienkurse, sondern auch viele anderen Planungen in die Negativen geraten.