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Tratschundlaber

Sonja Wenger – Man soll sich ja nicht der Schweizer Lieblingsbeschäftigung hingeben und klagen, doch manchmal bleibt einem dann doch die Luft weg. So titelte die Zeitung mit den grossen roten Buchstaben – wie heisst sie doch gleich, «Blind», «Blutt» oder «Blöd»? – auf ihrer kreativen letzten Seite kürzlich: «Kate kriegt ein Mösschen!» Böse, wer da Schlechtes denkt, könnte man meinen, denn Frau Moss ist einfach nur schwanger. Wieder einmal überrascht uns das Supermodel, schliesslich ist selber Kinderkriegen für Promis heute nicht mehr in. Wozu denn auch, wenn man querbeet in der Welt herumadoptieren kann: ein dunkles hier, ein helles da, gerade passend zum neuen Glitzerhalsband des Schosshündchens. Seltsam nur, das Paris Hilton noch nicht auf die Idee gekommen ist.


«Kate kriegt ein Mösschen!» Blutt oder blöd?

Andere wiederum haben das schon hinter sich. So will die Noch-Ehefrau Irina des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch sich wegen seiner ehelichen Untreue scheiden lassen – Putin hätte seine Freude daran – und verlangt glatte zehn Milliarden Franken für immerhin vier Kinder. Insofern stimmt die Rechnung auch für Paul McCartney. Seine Ehefrau Heather Mills will schon nach einem Kind ihren sauer verdienten Anteil an den geschätzten zweieinhalb Milliarden Franken Vermögen. Sonst erzählt sie dem «Blick», dass der Beatle sie gehauen hat, obwohl sie ja nur das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter haben will.

Trotzdem macht Tom Cruise jetzt endlich Schluss mit seinem schlampigen Verhältnis und heiratet die Mutter seines bereits existierenden Kindes Suri. Was soviel heisst, dass Katie Holmes ab November noch genau neun Jahre und elf Monate Zeit hat, das Beste aus der Ehe rauszuholen. Das ist nämlich die durchschnittliche Ehedauer ihres Versprochenen. Ab zehn Jahren müsste er mehr Abfindung bezahlen – wenn nicht, siehe oben.

Was also soll man in all diesen Märchenwelten denn noch anderes werden als eine Verzweifelte Hausfrau? Nur heissen sie hier anders. Da gibt es die Schöne und das Biest («Mein Mann ist ein Tier»), oder Cinderella, deren Liebster noch immer mit einem Kürbis rumfährt. Der Typ von Schneewittchen lässt sie bei den sieben Kleinen zurück, der von der Meerjungfrau verlangt, dass sie Fischnetzstrümpfe trägt, und Dornröschen weiss sich nur zu helfen, indem sie sich schlafend stellt.

Tratschundlaber erscheint im Berner Kult- und Kulturmagazin ensuite

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Ten Reasons to Impeach George Bush and Dick Cheney

Democrats.com – Ask Congress to impeach President Bush and Vice President Cheney for the following reasons:

1. Violating the United Nations Charter by launching an illegal „War of Aggression“ against Iraq without cause, using fraud to sell the war to Congress and the public, misusing government funds to begin bombing without Congressional authorization, and subjecting our military personnel to unnecessary harm, debilitating injuries, and deaths.

2. Violating U.S. and international law by authorizing the torture of thousands of captives, resulting in dozens of deaths, and keeping prisoners hidden from the International Committee of the Red Cross.

3. Violating the Constitution by arbitrarily detaining Americans, legal residents, and non-Americans, without due process, without charge, and without access to counsel.

4. Violating the Geneva Conventions by targeting civilians, journalists, hospitals, and ambulances, and using illegal weapons, including white phosphorous, depleted uranium, and a new type of napalm.

5.Violating U.S. law and the Constitution through widespread wiretapping of the phone calls and emails of Americans without a warrant.

6. Violating the Constitution by using „signing statements“ to defy hundreds of laws passed by Congress.

7. Violating U.S. and state law by obstructing honest elections in 2000, 2002, 2004, and 2006.

8.Violating U.S. law by using paid propaganda and disinformation, selectively and misleadingly leaking classified information, and exposing the identity of a covert CIA operative working on sensitive WMD proliferation for political retribution.

9. Subverting the Constitution and abusing Presidential power by asserting a „Unitary Executive Theory“ giving unlimited powers to the President, by obstructing efforts by Congress and the Courts to review and restrict Presidential actions, and by promoting and signing legislation negating the Bill of Rights and the Writ of Habeas Corpus.

10. Gross negligence in failing to assist New Orleans residents after Hurricane Katrina, in ignoring urgent warnings of an Al Qaeda attack prior to Sept. 11, 2001, and in increasing air pollution causing global warming.

Impeach Bush & Cheney @ Democrats.com

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Fidel Castros Tod steht schon fest

Harald Haack – Noch lebt er, der kubanische Staatschef Fidel Castro, doch für die US-Regierung steht sein Tod schon fest. Vor ziemlich genau einem Jahr wurde ihm von der CIA eine „fortschreitende neurologische Erkrankung des Gehirns und zentralen Nervensystems“ angedichtet. Nun, da er inzwischen wieder fidel und angeblich nahezu der alte war, gibt es rechtzeitig zum Jahresende eine neue Krankheit, die mutmaßlich die CIA per „Ferndiagnose“ erfand und ihm anhängte. Dramatisch klingt die neuerlich US-amerikanische Propaganda, die kürzlich aus „Regierungskreisen“ in die Nachrichten-Agenturen geschoben wurde, und die verbreiteten das böse Gerücht prompt als Tatsache.

Der alte Revolutionär soll Krebs haben. Alles in ihm soll inzwischen angegriffen sein – was genau, das wurde offen gelassen. Magen-, Darm- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium soll es aber doch sein, was man dem ständig verhassten Feind der USA wünscht. Womit die Hoffnung der US-Regierung vermeintlich wächst, ihn bald unter den Toten zu wissen. Und das Geschwätz klingt so, als wolle man ihm von einer Chemotherapie abraten. Damit habe er nämlich nicht mehr länger als 18 Monate zu leben, hieß es in Washington. Ohne eine solche qualvolle Behandlung sinke Castros Lebenserwartung jedoch auf drei bis acht Monate. Weshalb also soll er sich von Medizinern quälen lassen? Die US-Regierung hat schließlich seinen Tod in der Schublade – wie übrigens seit Jahrzehnten schon. Politische Morde wurden der CIA auf Befehl eines frühen Vorgängers von George W. Bush zwar untersagt, aber…

Fidel Castros Bruder Raul hatte die Gerüchte über ein Krebsleiden schon zurück gewiesen.

Fidel bald wieder fidel
Raul Castro’s fidele Kokain Connection
CIA: Castros Gehirn schwer gestört

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„Sodomiter nach Sodom!“

Orthodoxe Proteste gegen Schwulenparade in Jerusalem

Malte Olschewski– Israel hätte derzeit andere Probleme, aber die für 11.11. geplante Parade Homosexueller durch Jerusalem rührt an den Wurzeln des Verständnisses von Staat und Gesellschaft. Ultraorthodoxe Juden, die so genannten Charedim, suchen seit Tagen mit Demonstrationen eine Absage der Parade zu erzwingen. Säkulare Kräfte sehen Demokratie und Meinungsfreiheit gefährdet. Die Polizei hat in einem Grosseinsatz vierzig Demonstranten verhaftet. Für die Parade wurde nun eine neue Route festgelegt, die ohne orthodoxe Wohnviertel zu berühren vom Parlament in das Universitätsstadion gehen soll. Rabbiner haben über die Teilnehmer der Parade einen „Todesfluch“ verhängt.

Radikale Rabbis aus dem Stadtteil Mea Shearim argumentieren schon seit Wochen gegen diese Veranstaltung. Als Zeichen der Trauer und Empörung haben sie sich nach biblischem Vorbild in grobes Sackleinen gehüllt. Sie sprechen Yiddisch bei ihren Aufrufen: Jerusalem sei eine Heilige Stadt und dürfe nicht durch eine derartige Veranstaltung entehrt werden. Die Homosexuellen könnten in vielen anderen Städten Israels ihre Parade abhalten. Bereits im Vorjahr war es bei einer ähnlichen Parade zu einem Messerattentat gekommen. Die Orthodoxen drohen diesmal, die Strassen zu blockieren. Man werde sich auf den Dächern postieren und die Parade unter Beschuss nehmen. In orthodoxen Stadtteilen nach Berichten der „Jerusalem Post“ sind Flugblätter aufgetaucht, in denen hohe Summen für den Tod eines „Sodomiters“ geboten werden.

Alles, was die Orthodoxen erregt, wird sofort in eine Beziehung zum Holocaust gezwungen. Es sei sei doch auffällig, rufen die Rabbiner, dass die Schwulenparade genau am 68. Jahrestag der Kristallnacht in Deutschland durch die heilige Stadt ziehen will. In Synagogen sind Plakaten mit der Behauptung affichiert, wonach der Polizeichef von Jersualem, Ilan Franco, der Enkel von Franz Stangl, des KZ-Kommandanten von Treblinka, sei. Höhepunkt der orthodoxen Verblendung ist das Argument, der Krieg gegen die Hisbollah im Libanon sei wegen dieser Parade ausgebrochen. Tatsächlich war die Parade für August geplant, musste aber wegen des Kriegsausbruchs verschoben werden.

Die Rabbiner berufen sich immer wieder auf Verbote der Homosexualität, wie sie im Alten Testament und in den Schriften des Talmuds festgelegt sind. In „Leviticus 18/22“ heisst es: „Du sollst nicht mit einem Mann schlafen, wie Du mit einer Frau schläfst. Ein Greuel ist das.“ Den Missetätern wird die Todesstrafe ange-droht. Der Talmud leugnet sogar, dass es jüdische Homosexuelle gibt. Wer homosexuell sei, könne kein Jude sein, heisst es. Die Homosexualität verstosse gegen Gottes Gesetz zur Fortpflanzung. Sie sei gegen die menschliche Natur und verhindere auch die Bil-dung einer Familie.

Da die Charedim das Alte Testament wörtlich nehmen, wird auch der Untergang der Stadt Sodom bemüht. Bei den Protesten gegen die Parade wurden Flugblätter ausgestreut, auf denen es hiess: „Sodomiter nach Sodom!“. Damit werden in einem Jahr-tausende alten Irrtum Bewohner der Stadt Sodom mit Homosexuellen gleichgesetzt.

Sodom ist heute eine kleine Stadt am Südufer des Toten Meeres, in der vor allem Kalium und Magnesium gewonnen werden. Sodom hiess aber auch die mythische Stadt aus dem Ersten Buch Moses, die wegen ihres sündhaften Treibens zusammen mit der Nachbarstadt Gomorrah von Gott zerstört wird. Einzig Lot entkommt dem Untergang, wobei sich seine Frau umdreht und zur Salzsäule erstarrt. „Es geht zu wie in Sodom und Gomorrah!“

Diese Redensart hat sich bis heute erhalten. Durch Jahrhunderte haben hebräische und auch christliche Gelehrte mit viel Fantasie darüber spekuliert, welchen Sünden man in Sodom und Gomorrah wohl gehuldigt haben könnte. Tatsache ist, dass die relativ reiche Stadt Sodom vor rund 5 000 Jahren in einem Erdbeben vernichtet worden ist. Durch die Erdstösse hatten sich im Boden Spalten geöffnet, worauf ausströmendes Methangas explodierte und die Stadt ins Wasser riss.

Ausdrücklich ist in der Bibel davon die Rede, dass es Schwefel und Feuer geregnet hat. In den letzten zwei Jahrzehnten hat man Spuren gefunden, die diesen Untergang bestätigen. Dass die Sodomiter allesamt zu Homosexuellen wurden, dürfte auf die Mehrdeutigkeit einer Übersetzung zurückgehen. Lot war als einziger Gerechter dieser Stadt von drei Engeln besucht worden. Die Bewohner Sodom umringten in der Legende das Haus Lots und verlangten die Auslieferung der Fremden. Was sie mit ihnen machen wollten, bleibt unklar. Sie riefen: “Gib sie uns, damit wir sie erkennen.“

Nun kann das fragliche Verb im alten Hebräischen Erkennen im Sinn einer Feststellung der Identität bedeuten. Es wird aber auch als Euphemismus für den Sexualverkehr eingesetzt. Luther hatte immer wieder übersetzt: „Und er erkannte sie.“ Wollten die Sodomiter die als Männer erschienenen Engel zum Sex auf die Lagerstatt zwingen? Oder wollten sie nur wissen, wer da in ihre wohl gehüteten Business-Geheimnisse einzudringen versuchte? In jedem Fall liegt ein Bruch des für heilig gehaltenen Gastrechtes vor.

An anderen Stellen des Alten und Neuen Testamentes wird Sodom immer wieder der Fremdenfeindlichkeit und des Bruchs der Gastfreundschaft beschuldigt. Moderne Forschung, die im Toten Meer auch nach Ruinen von Sodom fahndet, ist der Meinung, es könne keine Stadt geschlossen der Homosexualität huldigen und es sei damals vor allem das Gastrecht verletzt worden. Das Alte und auch das Neue Testament hatten jedenfalls nur von Sodoms Sünden, nicht aber von Spezialisierung der Stadt auf die Homosexualität gesprochen.

Erst viel späte ist den Sodomitern eine Reihe von Sexualpraktiken zugeschrieben worden, die nicht der Fortpflanzung dienten, darunter auch Verkehr mit Tieren, Masturbation, „Befleckung zwischen den Schenkeln“ und der homo-sexuelle Verkehr. Päpste und Kirchenväter haben Sodomie als Homosexualität definiert und sehr hoch in der Hierarchie der Sünden eingereiht. Immer wieder kam es zu Verfolgungen und Exekutionen der Sodomiter. Zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten ist die gleichgeschlechtliche Liebe immer wieder toleriert worden. Im deutschen Sprachgebrauch wurde die Sodomie immer mehr zu einer Bezeichnung für den Sexualverkehr mit Tieren. Im Englischen blieb „sodomize“ das Verbum für den homosexuellen Verkehr.

Auch unter den Charedim leben wie in jeder Gesellschaft oder in jedem Volk Sodomiter in der Bedeutung von Homosexuellen. Viele Rabbiner haben darüber sinniert und befunden: Der Betroffene sei sündenfrei, müsse aber seinen Drang verinnerlichen und dürfe nicht zur Tat schreiten. Die Proteste der Charedim gegen die „Gay Pride Parade“ (wörtlich: Schwulen-stolzparade) führen auch verständ-liche Gründe an: Warum müsse man ausgerechnet in der für mehrere Religionen heiligen Stadt diese Parade veranstalten. Warum müsse man auf eine Veranlagung stolz sei, zu der man nichts aus eigenen Kräften beigetragen habe und die von einer launischen Natur wie etwa ein Muttermal verursacht worden seien.

Stolz könne man doch nur auf eigene Leistungen sein. Die Charedim kämpfen für ein ethnisch reines und religiöses Israel, das in den Küstenstädten schon seit langem als verloren gilt, aber durch die Siedlungen in palästinensischen Gebieten neue Kraft erhält. Die Charedims haben bisher schon Unruhe gestiftet: Mit Steinwürfen wollen sie immer wieder die Sabbathruhe verteidigen. Sie gehen auch gegen Restaurants vor, in denen nichtkoschere Speisen serviert werden. Viele Israelis lasten ihnen auch die Ermordung des Ministerpräsidenten Jitzhak Rabin an. Israel ist, wie seine Unabhängigkeitserklärung feststellt, ein jüdischer Staat und eine Demokratie. Es hat sich seit 1948 eine Verzahnung zwischen Religion und Staat entwickelt. Staatsgründer Ben Gurion hatte mit der Orthodoxie ein Abkommen geschlossen.

Demnach garantiert der Staat für die Einhaltung der Sabbatruhe, für koschere Speisen in Lokalen für ein religiöses Schulwesen und für die Befreiung der Talmudschüler vom Wehrdienst. Die Charedim lehnen im Prinzip den Staat ab, doch beteiligen sie sich an den religiösen Parteien, die in den letzten Jahren als Zünglein an der Waage zwischen Rechts und Links zunehmend an Einfluss gewonnen haben. Doch sind die religiösen Parteien immer wieder von Spaltungen bedroht, die in verschiedenen Interpretationen des Judentums, der Schoah und des Staates Israels ihre Wurzeln haben. Immer breiter wird die Kluft zwischen den orthodoxen Juden und den Israelis. Es könnte die Bedrohung durch die Araber und den Iran sein, die einmal in Israel eine strikte Trennung von Staat und Religion erzwingen.

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‚Nasa hackers‘ detained in Chile

The authorities in Chile have arrested four people who the police say are members of one of the world’s most successful groups of computer hackers.

The men are accused of breaching more than 8,000 websites, including that of US space agency Nasa. One of the men, who has used the alias „Net Toxic“, is alleged to be one of the most prolific hackers in the world.

The men were detained in simultaneous raids in three cities in Chile, including the capital Santiago. The Chilean police carried out the operation in co-ordination with Interpol and intelligence services from the US, Israel and several Latin American nations. The arrests came after an investigation lasting eight months, Chilean officials said.

The four men also allegedly managed to infiltrate the websites of the Chilean finance ministry and Berkley University in the US.

And they are accused of gaining access to government websites from a range of other countries, including Venezuela, Turkey and Israel.

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Ortega bringt Amerikas Albtraum zurück

Stephan Fuchs – Daniel Ortega ist neuer Präsident Nicaraguas. Damit bringt ein Alt-Revoluzzer die Sandinisten wieder an die Macht. Ein Links-Trend in Südamerika, der den Amerikanern Albträume beschert.

Castro, Chavez, Morales und Ortega. Mit dem 61 jährigen ehemaligen Guerillero Daniel Ortega hat sich Nicaragua als viertes linksregiertes lateinamerikanisches Land gegen die Interessen der USA gestellt. Was Ronald Reagen und Oliver North damals in den 80er Jahren den Schlaf raubte, wird Bush zur Weißglut ärgern. Viele in seinem republikanischen Regierungs-Team waren damals im Geheimkrieg gegen die Sandinisten aktiv, allen voran sein Geheimdienst-Zar John Negroponte. Der von den Amerikanern liebgehätschelte Eduardo Montealegreer, der Konkurrent um den Präsidentensitz und seine Anhänger, sprach denn auch bereits von Wahlverletzungen. Offensichtlich ist aber Ortega – verständlicherweise – die bessere Wahl. 16’000 nicaraguanische Wahlbeobachter, über 1’000 internationale Experten und Politiker unter ihnen der ehemalige amerikanische Präsident Jimmy Carter sowie 33’000 Soldaten überwachten die Wahl.

Nur dank dem Krieg gegen den Terror
Hätten die Amerikaner nicht alle Hände und schmutzigen Trickspieler im Krieg gegen den Terror und an den vielen unklaren Kriegs-Fronten einzusetzen, wäre es für Lateinamerika nie zu der Möglichkeit gekommen, ihre eigenen Regierungen zu wählen. Das Imperium ist abgelenkt und hat – trotz einiger unsauberer Interventionen in Venezuela – ihren Hinterhof regelrecht verstauben lassen. Gut so. Dank der prominenten Figur des ehemaligen Rebellen kann sich Nicaragua mit den anderen drei abtrünnigen Staaten als stärkende Macht gegenüber der amerikanischen Außenpolitik etablieren. Die bei den Amerikanern gefürchteten Sandinisten haben es geschafft, sich im eigenen Land mit den Liberalen und den Wirtschaftsvertretern zusammenzustellen und bilden so eine stabile Grundlage.

Die Juli Revolution 1979
Die Sandinisten haben den korrupten und brutalen Diktator Anstasio Somoza nach einem langen blutigen Bürgerkrieg im Juli 1979 gestürzt. Somoza flüchtete nach Florida ins Exil, seitdem gehörte Daniel Ortega der fünfköpfigen Regierungsjunta an und diese bandelte mit Kuba an. Ein Schock für Amerika, das seinen Einfluss in Lateinamerika schwinden sah und die „Roten Teufel“ auf dem Südamerikanischen Kontinent Fuß fassen ließ. In Europa hingegen wurde, vor allem von jungen Linken und einer neuen Generation politisch motivierter Jugendlichen, fleißig gejubelt und sympathisiert. Nicht so die amerikanische Regierung, sie witterte das Ungeheuer – ein ähnliches wie sie es heute wittert: Damals den russischen Kommunismus, heute den islamischen Terror. Seit der Machtergreifung der Sandinisten antwortete Amerika mit der verdeckten Finanz-, Waffen- und Ausbildungshilfe für den Konter-Terror, der Tausenden das Leben kostete: die Contras.

Die sandinistische Hexenjagd
Kurz nach der Machtübernahme der Sandinisten kam es zur Festnahme und Inhaftierung von ca. 7’000 bis 9’000 Menschen durch Ortegas Revolutionstruppen. Die Inhaftierten waren hauptsächlich ehemalige Mitglieder der Nationalgarde, örtliche Polizeibeamte, Mitarbeiter der politischen Polizei, ehemalige Regierungsmitglieder und Teilhaber von Somozas Familienunternehmen. Viele der Inhaftierten wurden ohne Kontakt zur Außenwelt verwahrt. Amnesty International wies jedoch darauf hin, dass keine Fälle von systematischer Misshandlungen oder Folterungen Gefangener ausgemacht werden konnten.

Die Faust der Contras
Was folgte war ein langer blutiger Terrorkrieg der Contras, die sich vor allem aus ehemaligen Mitgliedern der Nationalgarde rekrutierten. Sie hatten Unterstützung der amerikanischen CIA, sie folterten und mordeten in Schichtarbeit, bis die Sandinisten 1990 zusammenbrachen und einer Wahl zustimmten, die nicht von internationalen Beobachtern begleitet war, dafür Violeta Chamorro, eine US-freundliche Puppe an die Macht stellte. Brisant: Einer der Hauptverantwortlichen, der die logistische und finanzielle Unterstützung für die Contras organisierte und ihnen in Honduras einen Zufluchtsort schuf, war der damalige US-Botschafter in Honduras, John Negroponte, der heutige Director of National Intelligence „DDI“, die mächtigste Position im Zirkel sämtlicher US-Geheimdienste.

Krieg mit allen Mitteln – Terror inbegriffen
John Dimitri Negroponte aufgrund seiner Beteiligung an der verdeckten Finanzierung der Contras (Iran-Contra-Affäre) und der Vertuschung von Menschenrechtsverletzungen der Todesschwadronen, die von der CIA ausgebildet wurden, Terror vorgeworfen. Er soll Berichte über Entführungen, Folter und Morde durch die vom US-Nachrichtendienst CIA ausgebildeten Todesschwadronen unterschlagen haben, um die US-Militärhilfe für die Machthaber nicht zu gefährden.

Als Botschafter in Tegucigalpa hat Negroponte geheime Regierungsaufträge umgesetzt und die illegale Finanzierung der Contra-Milizen über Honduras mit eingefädelt haben. Zwischen 1979 und 1989 verschwanden im Zuge der CIA-Operationen zahlreiche Menschen. Negroponte überwachte unter anderem die Errichtung der Luftwaffenbasis „El Aguacate“, auf der die Contras ausgebildet wurden. Im August 2001 wurden auf dem Gelände des Stützpunkts 185 Leichen ausgegraben, die nach den Worten des Menschenrechtsbeauftragten der Regierung von Honduras, Ramon Custodio, mit Kapuzen, Elektroschocks und Schlägen traktiert worden sein, bevor sie starben. Verblüffend ähnliche Foltermethoden wie sie von der Besatzungsmacht im Irak angewendet werden. Die britische Zeitung „The Guardian“ berichtete, die im Irak angewandten Foltermethoden stammten aus einem alten Handbuch der CIA für die Contras. Ein Zusammenhang mit Negropontes verdeckter Geheimkriegführung in Lateinamerika und Irak? Zwischen Juni 2004 und Februar 2005 war er der US-Botschafter im Irak. Am 17. Februar 2005 wurde Negroponte von US-Präsident George W. Bush für das Amt des Director of National Intelligence (Direktor aller 15 US-amerikanischen Nachrichtendienste) nominiert.


Einer der C-123 Kokain Transporter; jetzt ein Restaurant

Amerikanische Jugend vergiftet
Nicht genug, dass amerikanische Folter und Terrorhilfe in den Hinterhofstaaten für Verzweiflung sorgte, die Schattenkrieger sorgten auch für Verzweiflung zuhause: Dank ihnen begann das gigantische Transfergeschäft Waffen gegen Drogen. Wöchentlich gelangen Tonnagen von Kokain nach Amerika. Ein Netzwerk aus Geheimdienst, Mafia und korrupten Politikern. Am 5. Oktober 1986 wurde über Nicaragua der CIA-Contractor Eugen Hasenfus in einem Flugzeugfrachter C-123 von Sandinisten abgeschossen. Er trug als einziger, unter Missachtung der Vorschriften, einen Fallschirm und überlebte. An Bord der Maschine fand man Waffen und weitere militärische Ausrüstung. Interessanterweise, gehörte die Maschine Barry Seal, einem der größten Drogenhändler, der im Februar 1986 ermordet wurde. Barry Seal war ebenfalls CIA-Agent. Die Verhaftung von Hasenfus löste die folgenschwere Iran-Contra Untersuchung aus.

Ohne Hasenfus, wäre der immense Deal Drogen gegen Waffen nie entdeckt worden. Beendet indes wurde der Fall Iran-Contra nie: Noch heute sind die Schlüsselfiguren in der amerikanischen und seit heute auch wieder in der nicaraguanischen Politik tätig. Das Netzwerk, das wissen wir seit der mysteriösen Landung der Kokainmaschine N900SA in Mexiko, ist, von den gleichen Leuten besetzt, noch immer aktiv. Der CIA-Mann Hasenfus wurde damals in Nicaragua zu 25 Jahren verurteilt und man staune wie klein die Welt ist, von Daniel Ortega bereits im Dezember 1986 wieder begnadigt. Die bange Frage: Ist Oriega nicht doch am Rockzipfelchen der Amerikaner?

Weiterführende Links zum Thema:

Mena Drug Connection / Iran Contra Affäre

The Crimes of Mena
Ollie North and the C-123 Story
Fallout an Heroin
Mit dem Flugzeugbomber, Oli North & Felix Rodriguez auf der Pista Coca
Pizza aus dem Hindukusch gefällig?
Islamische Mullahs & kalte Krieger in der Liebkosung
Krausköpfe mit Stinger-Raketen
Raul Castro’s fidele Kokain Connection

Kokainaffäre / Skyway / N900SA & Royal Sons Inc.
Koks in Mexiko – Heisse Kartoffeln in Clearwater
Bermudadreieck: Koks, Gambling & Politik
Mit Nebelgespenstern, Koks & Poker rund um die Welt
Skyway und die Räuberpistolen
Der seltsame Weg einer DC-9
Hasenfus Kokain? Oder kein Hasenfus Kokain?
Swissair DC-9 „Graubünden“ steckt mit in der Kokain Affäre
Special Operation Samurais & die 5.5 Tonnen Koks
Kokain nicht nur Straffrei sondern bald Pflicht?
Wer war denn Mr. Bramble?
In Coca Mekka Schnee bis in die Niederungen
Die Old Boys Dirigenten von Genf
Das Old Boys Netzwerk
CIA-Flieger in Mexiko mit 128 Koffern voll Kokain erwischt
Verbindung von US-Politiker zu 5,5 Tonnen Kokain

Meta Group & the Global Drug Traffic Serie:
Part I: History and the Political Requirements of the Global Drug Traffic
Part II: The Meta-Group, West, and East
Part III: The Meta-Group, BCCI, and Adnan Khashoggi
Part IV: Dunlop’s Account of the Beaulieu Meeting’s Purpose: The “Russian 9/11” in 1999
Part V: Dunlop’s Redactions of His Source Yasenev
Part VI: The Khashoggi Villa Meeting, Kosovo, and the “Pristina Dash”
Part VII: The Role of Anton Surikov: The Dunlop and Yasenev Versions
Part VIII: Saidov, Surikov, Muslim Insurrectionism, and Drug Trafficking
Part IX: Allegations of Drug-Trafficking and Far West Ltd.
Part X: Far West Ltd, Halliburton, Diligence LLC, New Bridge, and Neil Bush
Part XI: The U.S. Contribution to the Afghan-Kosovo Drug Traffic.
Last Part XII: Concluding Remarks: Meta-Groups and Transpolitics.

Waffen – Drogenhandel
Geheimer Waffendeal mit MEK Terroristen?

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America’s Slide to Totalitarianism

Robert Parry – With last-minute polls showing a strong Republican comeback, Election 2006 may yet serve as a ratification of George W. Bush’s dark vision of endless war abroad and an end to the American Republic at home.

Though Americans may not understand the stakes, Bush will surely interpret a Republican victory as an endorsement of his assertion of „plenary“ — or unlimited — powers and the effective elimination of the „unalienable“ rights enshrined in the U.S. Constitution.

For the full story about the Orwellian future looming in the very near future, go to Consortiumnews.com

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Ist China noch kommunistisch?

Michael Schulze von Glaßer – Vieles wurde schon über die neue Großmacht aus Fernost gesagt. Doch herrscht in China wirklich noch der einst von Mao eingeführte Kommunismus?

Das Wirtschaftswunderland China ist allgegenwärtig. Egal, ob man sich neue Schuhe, Kleidung oder auch High-Tech-Geräte wie mp3-Player oder DVD-Rekorder kauft, nahezu alles ist „Made in China“. Die Chinesen fluten mit ihren billigen und Qualität versprechenden Produkten die internationalen Märkte und verdrängen westliche Anbieter immer mehr vom Markt. Dabei werden Umweltstandards und die Menschenrechte nicht nur stets rücksichtslos umgangen, sondern chinesische Produkte gefährden, weil sie vielfach hochgradig toxisch verseucht sind und von ihnen eine große Gefahr ausgeht – wie Autos mit unzureichenden Knautschzonen -, die Gesundheit europäischer Verbraucher. Für die Herstellung von Konsumgütern und auch anderer Produkte werden in China Umwelt und Menschen in einer Weise geopfert, wie man das bisher nur von kapitalistischen Ländern vermutete, aber nicht von dem kommunistischen China erwartete.

Zweifellos boomt China.
Es stellt sich jedoch die Frage, warum es in China nicht schon viel eher einen solchen Wirtschaftsboom gegeben hat.

Doch es ist kein Zufall, dass die chinesische Wirtschaft zurzeit so stark wächst. Das kommunistische Land öffnet sich immer weiter dem Westen und liberalisiert seine Wirtschaft – dies begann schon im Jahr 1979 mit dem Kurswechsel, den Deng Xiaoping mit seiner Kommunistischen Partei einleitete. Wirtschaftsliberalisierungen unterstehen weiterhin der übermächtigen kommunistischen Partei Chinas (KPCh). In der Partei fand in den 80er Jahren ein umdenken statt das sich im neuen Jahrtausend besonders bemerkbar macht. Die Partei hält weiterhin alle Fäden in der Hand doch lässt sie lockerer. China ist ein Privatisierungsparadies und durch die mangelhaften Mitbestimmungsrechte der Bevölkerung zugleich ein Billiglohnland.


Im Ranking um das höchste Brutto Nationaleinkommen ist die Volksrepublik China mittlerweile mit 1.676,846 Mrd. US-Dollar auf dem 6.Platz vorgerückt. Jeder Chinese verdient zwar nur mäßig jedoch zählt die Bevölkerung Chinas über 1,3 Milliarden Einwohner. An höchster Stelle die USA mit 12.150,931 Mrd. US-Dollar, gefolgt von Japan mit 4749,91Mrd. US-Dollar. Deutschland auf Platz 3 mit 2488,974 Mrd. US-Dollar und auf Platz 4 Großbritannien mit 2016,393 Mrd. US-Dollar. Frankreich mit 1858,731 und Italien mit 1503,562 Mrd. US-Dollar. Die Schweiz – hier nicht aufgelistet – kommt auf Platz 17 mit 356,052 Mrd. US-Dollar. Österreich – hier ebenfalls nicht aufgelistet – steht auf Platz 21 mit 262,147 Mrd. US-Dollar.
Quelle: Weltbank 2004

China ist das El Dorado für Neoliberalisten, Menschen- und Arbeiterrechte werden mit Füßen getreten, die politische Lage ist stabil – das Volk wird konstant unterdrückt -, die Politiker sind bestechlich und korrupt und die Lebenshaltungskosten niedrig – deshalb können die Unternehmen in für sie angenehmer Atmosphäre ausbeuten wie noch nie zuvor. Fallen dann gelegentlich Chinesen auf, weil sie im großen Stil Flüsse verseuchten und westliche Medien berichten darüber, so werden diese von chinesischen Medien als „Kriminelle“ genannt. Dabei ist dies alles doch genau der Ansatzpunkt Marx’ Theorie vom Kapital – die auch der Grundsatz der KPCh ist. Ist das paradox?

Nein, die Chinesen kennen Marx’ Texte über das Kapital; ulkigerweise kennt sogar beinahe jeder Chinese die deutsche Stadt Trier, in der Marx’ Geburtshaus steht.

Seltsame Wandlungen
Die Führungsriege der Kommunistischen Partei hat jedoch eine mehr als fragwürdige Theorie erstellt. Um den Kommunismus einzuführen, braucht China ihrer Meinung nach erst einmal einen liberalen Kapitalismus. Kommunisten in aller Welt sind erstaunt und verwirrt zugleich. Man glaubt den Parteiobersten nicht wirklich mit dieser Theorie, und so ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, wann sie Marx’ Theorie vom ausbeuterischen Kapitalismus ganz vergessen. Manch einer munkelt schon von China als dem „wirtschaftsliberalsten Land der Welt“. Die „Diktatur des Proletariats“ wandelt sich in eine Diktatur der Kapitalisten.


Kann es für Kapitalisten etwas Schöneres geben als ein Land, das die Menschenrechte mit Füßen tritt und in dem Gewerkschaften verboten sind? Dies hat auch der amerikanische Wal-Mart-Konzern erkannt und baut neue Filialen in ganz China.

Wenn sich Europäer, die selbst als „links“ bezeichnen, oder andere Nicht-Chinesen die selbst ernannte Volksrepublik betrachten, so wird ihnen übel. Wenn man beispielsweise in Deutschland von einer „linken“ Politik spricht, meint man die Erkämpfung von Arbeiterrechten, die Kritik am Kapitalismus und an Privatisierungen. Deutsche Sozialisten und Kommunisten fordern beispielsweise einen Mindestlohn und viele sogar ein bedingungsloses Grundeinkommen. Der chinesische Kommunismus aber ist in den Augen der meisten Nicht-Chinesen nie und nimmer als links zu bezeichnen. Ganz im Gegenteil scheint die KPCh eher der deutschen FDP näher zu stehen als der Linkspartei. Im Übrigen sind Gewerkschaften in China verboten! Schulen werden schon heute von Unternehmen gesponsert, weil der chinesische Staat kein Geld für die Bildung hat. Ein weiteres klassisches Thema der Linken, die Demokratie, ist in China hinter keinem Reiskorn zu finden.

Skrupelloses China
China scheint seinen eigenen Weg zu beschreiten, momentan einen großen Sprung nach vorn, doch es bleibt zu hoffen, dass die Bevölkerung auch ihren Wohlstand aus diesem Sprung zerren kann. Doch westliches Kapital trägt dazu bei, dass die Chinesen weiterhin in Armut und zu unmenschlichen Bedingungen leben müssen. Westliches Kapital trägt in China auch dazu bei, die Menschenrechte nicht zu achten und die Menschen zu unterdrücken!

Ein Beispiel zeigt, wie skrupellos in China mit Menschenrechten umgegangen wird: Nach Schätzungen werden in China jährlich 8.000 Menschen hingerichtet. Der Tod droht den Angeklagten in China selbst dann, wenn sie „nur“ gewaltlose Delikte begangen haben wie Steuerbetrug, Veruntreuung oder Drogenvergehen. 80 Prozent der weltweiten Hinrichtungen finden in China statt. Zudem wird China immer mehr zur Drehscheibe des internationalen Organhandels – die meisten „Käufer“ sind reiche Europäer, Japaner, Süd-Koreaner oder Amerikaner. Im April 2006 war auf der Website des „Transplantationszentrums des Ostens“ zu lesen: „die durchschnittliche Wartezeit (für eine passende Leber) beträgt zwei Wochen.“ Das Changzheng-Hospital in Shanghai unterbot dies sogar noch: „Die durchschnittliche Wartezeit für die Bereitstellung einer Leber beträgt für alle Patienten eine Woche“.

In Deutschland wartet man im Durchschnitt fünf Jahre lang auf eine Niere.

Das empfindliche Organ überlebt außerhalb des Körpers nur 24 – 48 Stunden, eine Leber nur 12 Stunden. Also müssen die chinesischen Kliniken einen riesigen Spenderkreis haben, oder – und dieser Verdacht liegt näher – es werden die zu Tode verurteilten je nach Bedarf an Organen hingerichtet. Rupert Wingfield–Hayes, ein China-Korrespondent der BBC hat mit versteckter Kamera ein Gespräch mit dem Chefchirurgen des Zentralhospitals Nr.1 in Tinanjin aufgezeichnet. Das Video bestätigte den Verdacht des gezielten Organraubs. Im „heute – journal“ vom ZDF wurden die Bilder am 1. Oktober 2006 ausgestrahlt. In China präsentierte die BBC das Video ebenfalls. Doch dort schritt die Zensurbehörde ein und mitten in der Ausstrahlung gingen die „Fernsehschirme aus“ – auch die Wiederholungen wurden in China nicht gezeigt.

Der BBC-Reporter hatte sich als Sohn eines Leberkranken ausgegeben und so erfahren, dass eine Leber in dem Zentralhospital für 75.000 Euro zu erwerben ist.

Chinesischen Presseberichten zufolge reisten in den letzten drei Jahren allein 3.000 Südkoreanische Organtouristen nach China. Auf der Angebotsliste sind auch Nieren für 50.000 Euro zu finden und eine neue Lunge kann man für 125.000 Euro erwerben. Dieser Organraub ist nur ein Fall von Missachtung der Menscherechte in China.


Hinrichtungen sind in China an der Tagesordnung, gerade bei hoher Nachfrage an Organen für zahlungskräftige westliche Patienten.

Missstände in den chinesischen Zuliefererbetrieben westlicher Konzerne
Doch die meisten schwerwiegenden Verletzungen der Menschenrechte fallen im Bereich der Wirtschaft an. Egal, ob Spielzeug-Autos oder „Disney“ Figuren, alle werden in chinesischen Spielzeugfabriken unter miserablen Zuständen hergestellt. Nicht umsonst nennt man diese Hinterhoffabriken „Schweißläden“, denn gearbeitet wird, wie es der Arbeitgeber verlangt – ohne Pausen und ohne Rechte und mit einem Lohn von 30 Cent am Tag. Gerne werden auch Kinder eingestellt, die besonders fleißig und anspruchslos sind. Die Missstände in den Zuliefererbetrieben der großen westlichen Konzerne sind oftmals so groß, dass sie zum Tod der Angestellten führen. So kommt es häufig zu Bränden in den mit Chemikalien arbeitenden Betrieben. Notausgänge gab es nicht: Fast 200 Arbeiterinnen kamen 1993 bei einem Brand in einer dieser „Schweißläden“ ums Leben. In der betreffenden Fabrik wurden übrigens Baby- und Kinderspielzeuge für die italienische Firma „chicco“ hergestellt.

China vergiftet die Welt
Neben Spielzeug wird in China vor allem Elektronik und Kleidung für den westlichen Markt hergestellt. „Geiz ist Geil“ ist auch hier die traurige Realität und so werden neben der Missachtung von grundlegenden Menschenrechten auch Umweltstandards gebrochen. Kleidung ist chemisch kontaminiert und so verursachen Büstenhalter des schwedischen Bekleidungs-Konzern H & M und anderer Marken durch die mit toxischen Chemikalien, deren Verwendung in Europa illegal ist, verseuchten BHs bei Frauen Brustkrebs. Erschreckend ist, dass solche Waren aus China überhaupt die europäischen Grenzen passieren. Man könnte argwöhnen, europäische Zöllner hätten die Anweisung, chinesische Waren ungehindert und ohne nähere Untersuchungen hinsichtlich gesundheitlicher Gefahren passieren zu lassen. So wird jede Gesundheitsfürsorge torpediert und Gesundheitsreformen erhalten einen zyanid-bitteren Beigeschmack.

Dass China mit der Umwelt umgeht als hätte es eine zweite im Keller, sieht man nicht nur daran, dass es sich weigert das Kyoto-Protokoll zu unterzeichnen (ebenso wie die USA) obwohl China der zweit größte Umweltverschmutzer der Welt ist.

China stinkt.
Im Februar kam es im Norden des Landes zu einem schweren Chemieunfall. In Mizhi (Provinz Shanxi) stürzten Sinkbecken eines Chemieunternehmens ein, wodurch 2.000 Tonnen hochgiftiger Abfälle in den Fluss Wuding gelangten und zur Gefährdung von Mensch und Umwelt führten. Noch nach Wochen war der Fluss giftig. Die nächste Hiobsbotschaft folgte im Oktober. Auf der Höhe von Lanzhou in der Provinz Gansu ist der „Gelbe Fluss“ auf einem Kilometer Länge rot gefärbt. Anwohner sprachen von einer stinkenden und angeblich auch giftigen Flüssigkeit. Das zuständige chinesische Umweltamt spielte den Vorfall herunter und sprach von einer harmlosen Verfärbung des Wassers.

Doch was verspricht sich die chinesische Regierung von ihrem neuen radikalkapitalistischen Kurs?

Das Volk bezahlt den wirtschaftsliberalen Kurs mit seinem Schweiß und Blut, und der erhoffte Wohlstand ist nicht mehr in Sicht. Seit 1990 verschärft sich die soziale Ungleichheit im Land. Wie es bei Diktaturen immer der Fall ist, versucht die chinesische Regierung ihre Übermacht zu vergrößern. China hat Weltmachtansprüche! Sein Ziel ist es, die USA hinter sich zu lassen. Wer weiß, ob nicht schon der eine oder andere General der 2,5 Millionen Mann starken chinesischen Volksbefreiungsarmee an die Weltherrschaft denkt?

So gesehen erscheint die Forderung „Die Menschenrechte müssen in China endlich anerkannt und geachtet werden“ wie der Tropfen Wasser auf einen heißen Stein.

Empfohlene Literatur:
„Das neue Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne“ von Klaus Werner und Hans Weiss;
„Der neue Atlas der Globalisierung“ von LE MONDE diplomatique.

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MP says Iran should fingerprint US nationals

Iran – The Islamic Republic should fingerprint American nationals upon their arrival in the country, Rapporteur of Majlis National Security and Foreign Policy Commission said on Sunday.

Kazem Jalali pointed to the US officials‘ impolite behavior towards Iranian nationals at American airports, adding that the US officials have recently detained one Iranian reporter at an airport for about 36 hours.

„They handcuffed him for a log time and deported him to Iran. All passengers on the plane carrying him to Iran thought he had been a terrorist,“ he said.

The MP who represents Shahroud in the Majlis further noted that hey did not permit a group of Iranian academics to enter the US and deported them.

„The US officials claims that they observe human rights regulations, but their inhuman behaviors towards prisoners at Guantanamo Bay betray their real face,“
he underlined.

He added that the Majlis commission would insist on having the bill approved, adding that according to the bill the government is obliged to fingerprint all US nationals at Iranian entrance points.

MPs approved the single urgency of the bill on October 3.

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Die “Bring-die-Trottel-zum-Kaufen-Periode”

Viertes Anzeichen für die kommende Weltwirtschaftskrise

Karl Weiss – Nachdem Journalismus – Nachrichten von Heute schon die ersten drei Anzeichen veröffentlicht hat, die auf eine bevorstehende Weltwirtschaftskrise hindeuten, kann man nun ein viertes Anzeichen beobachten: Wir stehen mitten in der Aktien-Kauf-Periode, die wir “Bring-die-Trottel-zum–Kaufen-Periode”getauft haben.

Das erste klare Anzeichen einer möglicherweise bevorstehenden Weltwirtschaftskrise war der deutliche Einbruch der Neuwagenverkäufe in den USA im Juni im Vergleich zum Vorjahr: über 2 %.

Das zweite Anzeichen ist der Einbruch, man könnte auch sagen freie Fall des Immobilienmarktes in den USA, der sich immer noch beschleunigt und inzwischen selbst die erklärtesten Optimisten nachdenklich gemacht hat. Um nur einen Eindruck von dem zu geben, was dort im Moment vor sich geht: Nachdem im ersten Quartal noch ein Wirtschaftswachstum von 6% geherrscht hatte, liegt es jetzt bei 1,6%. Die Immobilieninvestitionen fielen um 17%, höchster Rückgang in 15 Jahren. Der Durchscnittspreis für neue Häuser ist im September um 9,7% gefallen (Vorjahresvergleich).

Das dritte Anzeichen war die Inversion der Zinsstruktur: In den USA wird für Geld, das in Staatspapieren auf 10 Jahre angelegt wird, weniger Zinsen gezahlt als für solche mit 2 Jahren Laufzeit. Daraus folgt: Die Märkte (das heißt jene, die die Märkte bewußt bewegen können) erwarten, daß die Zinsen in der Zukunft deutlich fallen, wie dies in Wirtschaftskrisen der Fall ist.

Soros Spekulation gegen Silber
Damit sind wir auch bereits beim Stichwort, das wir zum Verständnis des vierten Anzeichens brauchen: Die Markt-Macher, jene, welche die Märkte bewußt bewegen können. Hierbei handelt es sich um die großen privaten Vermögensinhaber, wie z.B. George Soros, um die Groß-Banken und um die Finanzabteilungen der Großkonzerne. Sie haben genug Kapital, um in allen Typen von Finanz-Märkten, Währungen und Marktpreisen bestimmen zu können, wohin die Richtung geht.

George Soros zum Beispiel hat den ersten, wirklich gewaltigen Teil seines Vermögens gemacht, als er gegen den Silberpreis spekulierte. Er legte Geld und immer mehr Geld in Verkaufsoptionen für Silber an, bis jenen, die auf großen Silbermengen saßen, die Luft ausging. Der Verfall des Silberpreises machte Soros zu einem der reichsten Männer in der Welt. Später hat er, wie er selbst zugibt, gegen das Britische Pfund spekuliert. Er hatte einen so langen Atem (sprich so viel Kapital), daß selbst der britische Schatzkämmerer nicht mehr gegenhalten konnte und eine deutliche Abwertung des Pfundes vornehmen mußte.

Man kann davon ausgehen, es wird diesen Riesenkapitalien nicht entgangen sein: Es steht mal wieder eine der für den Kapitalismus charakteristischen weltweiten Wirtschaftskrisen an. Für sie heißt das nun, wie können sie diese so gut wie unbeschädigt überstehen, wie die Verluste, die das automatisch mit sich bringt, verringern oder sogar ganz auf Andere abschieben.

Die Puppenspieler
Da sie die Macher sind, nicht nur die Märkte manipulieren können, sondern auch die Massenmedien in den Händen haben, ebenso wie die Regierungen, haben sie nun eine Scheinblüte eingeleitet, eine Aktien-Hausse, wie sie kaum zuvor je gesehen wurde, um die Trottel mit Geld dazu zu bringen, Aktien zu kaufen. Dazu brauchten sie nur für eine relativ kurze Zeit die Ölpreise etwas zu senken, so daß ihnen (jedenfalls den Ölkonzernen) zwar vorübergehend nicht ganz so viel Geld zufließt, aber das lohnt sich.

In allen Zeitungen, den Nachrichtenmagazinen, in den Geld-Zeitschriften, im Fernsehen, am Radio, überall werden Feuerwerke abgebrannt: Der Dow Jones auf Allzeit-Hoch, der Nasdaq steigt und steigt, der Dax: Nie gesehene Gesundheit usw. usw. Überall wird nahegelegt: Kauft Aktien, Leute, wir gehen goldenen Zeiten entgegen. Der Riesen – Bulle ist los [der Bulle ist das Symbol für die Hausse: Er hebt mit seinen Hörnern die Aktienkurse], es geht nur noch aufwärts. Die 20.000 Punkte werden angesteuert. Spring schnell auf, der Zug fährt schon!

Alle vergessen nur hinzuzusetzen: Trottel.
Sie selbst, die diese Euphorie verbreiten lassen durch ihre Massenmedien, sie haben schon begonnen, ihre Aktien zu verkaufen, jetzt, da die Kurse hoch sind. Sie brauchen eine geraume Periode der Hausse, um sich in kleinen Paketen weitgehend aller Aktien zu hohen Preisen zu entledigen, ohne dadurch starke Kursverluste hervorzurufen und sie brauchen Heerscharen von mittleren und kleineren Anlegern, die auf die Botschaft reinfallen: Die Trottel, die nun Aktien kaufen.

Bisher gab es noch vor jeder Wirtschaftskrise diese Periode, die Analysten später mit tadelndem Ton in der Stimme „Überhitzung des Marktes“ oder „Bubble“ (Seifenblase) nennen werden. Daß sie selbst auf dem Schaum der Woge mitgeschwommen sind, werden sie vergessen oder jedenfalls nicht erwähnen.

Denn sobald die Krise wirklich ausbricht, werden die Aktien in mehreren Kaskaden nach unten rauschen.Es wird eine Pracht sein. Wer dann rechtzeitig sein Geld in sichere Häfen gebracht hat, braucht sich nicht viel Kopfzerbrechen machen. Die Trottel dagegen, die mittleren und kleineren Anleger, die sich bis jetzt noch jedes Mal haben täuschen lassen, werden auf den Aktien sitzen und verzweifelt hoffen, es seien nur Zwischentiefs, bis sie wesentliche Teile ihres Geldes in Nichts aufgelöst sehen.

Vor der letzten Krise, die sich im Verlauf des Jahres 2001 manifestierte, hatte man vor allem mit den Technologie-Werten ein Hausse-Spiel veranstaltet und die Trottel dazu gebracht, die vielversprechenden Technologie–Werte „Dotcom“ zu kaufen. Die „Dotcom“-Bubble platzte und so mancher verlor einen Batzen Geld.

Dieses Mal scheint eine weit umfassendere Wirtschaftskrise bevorzustehen und man lässt nicht nur einen Teil des Aktienmarktes in schwindelnde Höhen steigen, sondern fast alle Aktienmärkte. Am 26. Oktober 2006 wurden Allzeit-Rekorde des Dow-Indexes und von vier weiteren Aktienindices bekanntgegeben, während fast alle andern wichtigen Aktienmärkte nahe den Allzeit-Höchstständen schlossen. Das ist das brillianteste Aktienspektakel, das es bisher gab. Offenbar braucht man diesmal eine nie gekannte Anzahl von Trotteln, die darauf hereinfallen, um für sich die Verluste der Wirtschaftskrise in Grenze zu halten.

Wer jetzt zum Beispiel extrem konservativ sein Geld in 4-jährigen US-Staatsanleihen anlegt, kann die Krise ohne allzu heftige Schäden überstehen und sogar noch ein wenig Zinsen einstreichen. Die Jahreszinsen liegen für so etwas bei über 4%.

Aber wer, wenn er ein Trottel ist, würde sich mit jährlichen 4% zufriedengeben, wenn die Aktienmärkte zum Spekulieren locken.

Zwar sind die Aktien eben auch die Werte der Firmen, die in den Keller rauschen werden, aber im Kern kann es einer Firma egal sein, ob sie an der Börse 100 Milliarden oder nur noch 90 Milliarden wert ist. Sie muß sich um ganz andere Dinge in einer Weltwirtschaftskrise kümmern, nämlich den Einbruch des Absatzes. Man muß stilllegen, schließen, verkleinern, entlassen usw., kurz: Kapital vernichten, denn das ist der eigentliche Zweck der Wirtschaftskrise. Stellt man es einigermaßen geschickt an, hat ein wenig Glück und reagiert man immer schnell, kann man so eine Krise überstehen, ohne die Profite allzu sehr in den Keller gehen zu sehen. Die Hauptlast der Krise wird abgewälzt auf die Beschäftigten, die Konsumenten, die Arbeitslosen, die Staaten und – natürlich auf die Trottel.

Sich entwickelnde Wirtschaftkrise: Drittes Anzeichen
Full Crash – Immobilienpreise in den USA stürzen ab
Die Zinswende leitet das Abgleiten in die Weltwirtschaftskrise ein
Kommt jetzt der Hedge-Fond-Crash?
Börsen und Währungen gehen in die Knie
25%-Fall des Dollar?