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Wackelige Atomkraftwerke an der Donau

Michael Schulze von Glaßer – „Leistung die Leiden schafft.“ – So lautet der Vorschlag einiger Mitglieder der Anti-Atomkraft-Bewegung zum Slogan der Deutschen Bank. Es geht um Geld, Korruption in einem Erdbebengebiet an der rumänisch- bulgarischen-Grenze und einem zu Sowjet-Zeiten errichteten Betonfundament.

Auf der bulgarischen Seite des Grenzflusses Donau, der Rumänien von Bulagrien trennt, liegen zwei kleine Städte namens Belene und Svishlov. In der überwiegend landwirtschaftlich geprägten Region gibt es aber nicht nur Äcker und Felder, sondern auch ein massives Betonfundament, an dem schon ab 1992 keine Arbeiten mehr verrichtet werden. Zu diesem Zeitpunkt, sieben Jahre nach Beginn des Projekts „Belene“, stoppte das bulgarische Kabinett aufgrund von Protesten, Zweifel an der Wirtschaftlichkeit und anderen Bedenken, den Bau des Atomkraftwerkes Belene.


Die mutmaßlichen Bauruinen der AKWs von Belene, direkt an der Grenze zu Rumänien: Zwei Flächen, die wie Industriegebiete aussehen, sind auf dem Satellitenbild zu erkennen.
© 2006 TerraMetrics / Europa Technologies / Google Earth


Ausschnittvergrößerung 1: Eine bessere Auflösung des Satellitenfotos gibt es derzeit bei Google Earth nicht.


Ausschnittvergrößerung 2: Direkt an der Donau gelegen und auf Erdbeben gefährdeten Flächen, die zweite Industriefläche – vermutlich auch ein AKW.

Nachdem elf Jahre verstrichen, entschied sich 2003 die bulgarische Regierung, das Projekt „Belene“ wieder aufzunehmen. Zwei Reaktorblöcke vom Typ WWER-1000 sollen auf den alten Fundamenten errichtet werden. Dabei gibt es von einigen Seiten, und vor allem von Seiten der Umwelt- und Anti-Atomkraft-Verbände erhebliche Vorbehalte gegen den Bau. Einerseits ist die Region stark Erdbeben gefährdet. So starben 1977 unweit Belenes etwa 200 Menschen bei einem Erdbeben. Wann das nächste große Beben kommt, ist nicht voraussagbar. Anderseits ist der Reaktortyp WWER-1000 sehr umstritten, was das Atomkraftwerk in Kozloduj, das sich ebenfalls an der Donau befindet, zeigt.

Das Atomkraftwerk Kozloduj setzt sich aus sechs Reaktorblöcken zusammen (Kozloduj 1 – 6), wovon vier Reaktoren dem alten Typ WWER-440/230 entsprechen und laut Experten äußerst unsicher sind. Bis Ende 2006 sollen daher alle Reaktoren dieses Typs abgeschaltet werden, was aber auch eine Bedingung der Beitrittsverhandlungen zur EU war. Kozloduj 5 und 6 sind vom moderneren sowjetischen Typ WWER-1000/320 und sollen erst im Jahr 2018 beziehungsweise 2023 abgeschaltet werden. Das Kraftwerk deckt mit seinen gegenwärtig noch laufenden vier Blöcken 42 Prozent des bulgarischen Energiebedarfs. Um diesen Anteil nach der Abschaltung der letzten zwei WWER-440/230 Reaktoren zu halten, benötigt Bulgarien neue Reaktoren; das ist der Grund für das Projekt „Belene“. Der Meiler in Kozloduj genießt unter den Atomkraftwerken in aller Welt einen außergewöhnlich schlechten Ruf. Störfälle gab es etliche und im März 2006 war gar ein super – GAU denkbar als die Hauptkühlmittelpumpe versagte und das ebenfalls defekte Schnellabschaltsystem erst nach 6 Stunden funktionierte. Übrigens wurde das deutsche Atomkraftwerk Mühlheim-Kährlich auch abgeschaltet, weil es in einer seismisch aktiven Region lag.


Das Atomkraftwerk Kozloduy mit seinen sechs Reaktorblöcken, von denen momentan noch vier in Betrieb sind.


Ausschnittvergrößerung: Das AKW Kozloduy
© 2006 TerraMetrics / Europa Technologies / Google Earth

Der Typ der beiden Reaktorblöcke in Belene steht noch nicht genau fest. Entweder sollen es die Reaktoren vom Typ WWER-1000/320 sein oder das überarbeitete Model vom Typ WWER-1000/466B soll zum ersten Mal industriell genutzt werden. Wie auch in Deutschland gibt es in Bulgarien kein Endlager für atomar verseuchten Müll und es gibt folglich keinen Plan für die Entsorgung der radioaktiven Brennelemente. 2011 soll der erste Block in Belene ans Netz gehen, zwei Jahre später soll Belene 2 folgen. Vor diesem Szenario fürchtet sich vor allem die bäuerliche Bevölkerung, da die Region vor allem wegen ihrer natürlichen Öko-Landwirtschaft bekannt ist.

„Das ist doch grotesk: Der eine gefährliche, russische Reaktor muss abgeschaltet werden und soll durch einen anderen gefährlichen, russischen Reaktor ersetzt werden“, zitiert die taz die bulgarische Umweltaktivistin Albena Simeonova kürzlich. Simeonova nahm schon 1992 bei den Protesten gegen das Atomkraftwerk Belene teil, und war mitverantwortlich für den Baustopp der Reaktoren. Nun kämpft Sie wieder gegen den Bau und musste feststellen, dass der Ton inzwischen rauer ist. Simeonova erhielt mehrere Morddrohungen, und laut Greenpeace gab es schon zwei Mordversuche, die ihr galten und scheiterten. Wer genau hinter den Repressionen an der Goldman-Preis-Trägerin steckt, ist noch nicht bekannt. Die Aktivistin will sich jedoch nach eigenen Aussagen nicht von ihren Protesten abbringen lassen und hat vor weiter gegen den Bau des Meilers zu kämpfen.

Im Jahr 2004 kam es zum politischen Super–GAU: Das Projekt „Belene“ wurde wiederbelebt. Eine Umweltverträglichkeitsstudie, die laut Greenpeace und lokalen Umweltverbänden grobe Mängel aufweist, wurde der Regierung vorgelegt. Fast zur gleichen Zeit warf die bulgarische Regierung dem kanadischen Kraftwerksbauer AECL Bestechungsversuche vor. Das Unternehmen wiederum beschuldigt die bulgarische Regierung des Amtsmissbrauchs. Als Reaktion darauf verringerten sich die interessierten Unternehmen von fünf auf nur noch zwei. Die beiden verbleibenden Unternehmen sind der russische Kraftwerksbauer Atomstroyeksport und die tschechische Skoda Allianz – beide bauen Druckwasserreaktoren des sowjetischen Typs. An Atomstroyeksport hält der deutsche SIEMENS-Konzern 34 Prozent. Die Skoda Allianz ist vor allem durch den Bau des tschechischen Atomkraftswerks Temelín bekannt. Interessanterweise hält der russische Gazprom-Konzern an beiden Unternehmen große Anteile und ist energisch dabei, den Auftrag für die Reaktoren in Belene zu bekommen. Atomstroyeksport gehört zu 84 Prozent Gazprom, bei der Skoda-Allianz hält ein Tochterunternehmen einen Anteil von 53 Prozent. Bulgarien ist zurzeit abhängig von Energielieferungen des russischen Gazprom-Konzerns. Die Reaktoren in Belene sollen einen Teil zur Unabhängigkeit vom gigantischen Gazprom Konzern beitragen, doch wie es scheint wird Bulgarien sich nicht aus den Fesseln lösen können. Anfang des Jahres drohte Gazprom sogar mit einer Erhöhung der Energiekosten und erpresste auf diese Weise die Regierung. Das russische Unternehmen weiß nicht erst seit der Energiekrise in der Ukraine, wie es seine Ziele durchsetzen kann.


Auf dem 21 Jahre alten bröckeligen Fundament wird das neue Atomkraftwerk Belene gebaut (oben). Ein verrostetes Warnschild, das wahrscheinlich ebenfalls noch aus Sowjetzeiten stammt (unten).

Bei dem gesamten Projekt entstehen Kosten in Höhe von circa 2,5 Milliarden Euro; ein horrender Betrag wurde zuvor schon für das Fundament ausgegeben. Bis zum Zerfall des Warschauer Pakts wurden sogar 40 Prozent des Reaktorblocks Belene 1 fertig gestellt, 80 Prozent der Ausrüstung soll bis dato gar schon geliefert worden sein. Trotzdem blieb das Projekt „Belene“ lange eine Bauruine.

Um die Milliarden aufzubringen, muss auf Kredite zurückgegriffen werden. Vor allem die Deutsche Bank, die Commerzbank und die deutsche Hypo Vereinsbank zeigten sich sehr interessiert mit Geldern beim Aufbau der zwei Reaktoren in Belene auszuhelfen. Belene wird als Modelversuch der Banken angesehen. Mit der Hypo-Vereinsbank ist zwar eine weitere deutsche Bank an dem Risikoprojekt beteiligt, doch hier geht die Initiative vor allem vom italienischen Mutterkonzern der Uni-Credit Gruppe aus.

Atomkraft boomt zurzeit in den ehemaligen Ostblockstaaten. So will in den nächsten 25 Jahren die Ukraine 14 neue Reaktoren errichten, Russland plant sogar den Bau 40 neuer Reaktorblöcke. Wenn sich das Projekt „Belene“ für die deutschen Banken rechnet, werden diese wahrscheinlich auch bei der Finanzierung weiterer Atomkraftwerke helfen wollen – und ihren Profit daraus ziehen. Daher wurde gegen die deutsche Finanzierung des bulgarischen Kraftwerks ein Bündnis aus deutschen Umweltschutzverbänden gegründet, das nach eigenen Angaben mittlerweile 15.000 Unterschriften gegen die deutschen Banken sammeln konnte. Kritische Aktionäre informieren auf den Hauptversammlungen der Aktien Gesellschaften über das Projekt und warnen vor den Risiken. Wird das Atomkraftwerk Belene zu einer Gefahr für Mensch und Umwelt in der Grenzregion oder kommt es aufgrund eines Erdbebens oder einer anderen Katastrophe zum GAU, sind die Namen der Banken unwiderruflich mit einer Katastrophe á la Tschernobyl verbunden. Deren „gutes“ Image wäre dahin.

Das deutsche Umweltbündnis kooperiert auch mit lokalen Organisationen in Bulgarien und Rumänien, wo sich ebenfalls großer Widerstand regt. Vor allem das bulgarische Bündnis „BeleNE!“ (Nein zu Belene) kämpft vor Ort gegen den Kraftwerksbau. Zwar leben in der näheren Umgebung des Meilers „nur“ etwa 100.000 Menschen, doch auch in der Ferne regt sich Widerstand. Und wer sich in Erinnerung ruft, wie weit 1986 der Wind radioaktiven Staub aus Tschernobyl getragen hat, wird auch beim Kraftwerk Belene nachdenklich. Von Belene bis zur Grenze Österreichs sind es 800 Kilometer, bis nach Deutschland 1.000 Kilometer. Selbst die Befürworter des Projekts „Belene“ müssen ein erhöhtes Risiko aufgrund der Erdbeben und des alten Reaktors sowjetischer Bauart zugeben. Dieses erhöhte Risiko hat auch die Commerzbank erkannt, die sich vor kurzem aus dem Projekt zurückzog, um ihr Gesicht und ihrem Image nicht zu schaden.

Die Deutsche Bank und die Hypo Vereinsbank haben jedoch andere Taktiken im Umgang mit dem Thema. So informierte die Hypo-Vereinsbank ihre Angestellten über das Projekt „Belene“ und die Finanzierungsanfrage der Bank – zum bedauern vieler Mitarbeiter. Die Deutsche Bank fährt eine radikalere Taktik und hat ihre Angestellten nicht über die eigenen Machenschaften informiert. Außerdem schrieb die Deutsche Bank der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation „urgewald“ jüngst einen Brief, in dem es heißt, sie sei in eine Finanzierung für Belene „nicht involviert“. Die Presse in Bulgarien sagt jedoch das Gegenteil und so erschienen in Belene an Ort und Stelle schon Artikel, in denen sich die Deutsche Bank stolz als Produzent des Atomkraftwerkes präsentierte.

Doch nicht nur deutsche Banken beteiligen sich an dem Projekt, auch der deutsche Energieriese E.ON hat seine Finger im Spiel. In Deutschland ist E.ON dazu verpflichtet, sich langsam aus dem Geschäft mit atomarer Energie zurückzuziehen. Warum dann also nicht in anderen Ländern Atomkraft produzieren, müssen sich die Chefs des Konzerns gedacht haben als Sie sich für den Einstieg in das Projekt „Belene“ entschieden.

Viele Firmen treiben bei diesem Projekt ihre Machenschaften. Allein die Anzahl der Konzerne, die Interesse an dem Projekt haben, ist gigantisch und unübersichtlich. Über verzweigte Kanäle und Aktienbeteiligungen kann sich, wie in diesem Fall bei Gazprom, hinter zwei Unternehmen allein ein einziges verbergen. Diese Intransparenz allein schon macht Kritiker mürrisch.

„Deutsche Firmen und Banken sollten sich gut überlegen, ob sie sich an diesem Projekt beteiligen wollen. Schließlich lehnt die Bevölkerungsmehrheit in Deutschland Atomkraft ab.“ sagte Heffa Schücking, Finanzexpertin vom Umweltverband „urgewald“ zum Projekt „Belene“. Schücking spricht hier eine repräsentative Umfrage aus dem Jahr 2005 an, in der sich 70 Prozent der Befragten für einen Atomausstieg aussprachen. 26 Prozent dieser Befragten forderten sogar einen schnelleren Ausstieg als den von der Regierung bisher beschlossenen. Atomkraft ist in Deutschland immer noch unbeliebt, die deutschen Unternehmen, die eine Weiterverbreitung von Atomkraft unterstützen, machen sich keine Freunde in der Bevölkerung. Nach jüngsten Umfragen sind sogar 88 Prozent der EU-Bürger gegen weitere Investitionen in die Atomkraft. „Atomkraft – Nein danke!“ ist also aktueller denn je.

Urgewald
Ausgestrahlt
Greenpeace

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Die „Welt“ und die Wollust am Weltuntergang

Karl Weiss – Es gibt eine ganze Industrie von „Skeptikern der globalen Erwärmungs-Theorie“, die gesponsert von den Öl- und Energiekonzernen und anderen „Interessierten“, mit scheinwissenschaftlichem Anspruch versuchen, die feststehende Tatsache der globalen Erwärmung zu leugnen, die hauptsächlich durch den übermäßigen Ausstoß von Treibhausgasen verursacht wird.


Mehr als 63 Millionen US-Dollar für die Propaganda der Leugnung der aufkommenden Klimakatastrophe ausgegeben.

Ein Beispiel für Vereinigungen, die solchen Zielen der Desinformation nachgehen, ist die Globale Klima-Koalition (GCC), welche von den (im wesentlichen US)-Vereinigungen und -Konzernen Amoco, Automobile Manufacturers Association, Chevron, Chrysler, General Motors, Shell, Dow Chemical und vielen weiteren gegründet wurde. Zu den pseudowissenschaftlichen Instituten zählen auch der „Information Council for the Environment“ (ICE), das „Global Climate Information Project“ oder die „Advancement of Sound Science Coalition“ (TASSC). Regelmäßige Publikationen, wie z.B. der „World Climate Report“, werden finanziell unter anderem auch vom deutschen Verband der Braunkohle-Industrie finanziert.

In den Jahren 1994 bis 2001 hat alleine die „Global Climate Coalition“ mehr als 63 Millionen US-Dollar für die Propaganda der Leugnung der aufkommenden Klimakatastrophe ausgegeben.

Zwar haben einige Konzerne, wie zum Beispiel Daimler-Chrysler, inzwischen die GCC verlassen, aber ihre Anerkennung der globalen Erwärmung bleibt ein Lippenbekenntnis. Taten als Folge dieser Erkenntnis erfolgen nicht.

Die „Klimaskeptiker“ machen sich meist nicht die Mühe, selbst wissenschaftliche Arbeit zu betreiben. Sie suchen in der Literatur Beispiele, die mißinterpretiert werden können und versuchen vor allem mit immer neuen ‚alternativen Theorien’ die feststehende Tatsache in Zweifel zu ziehen, daß es eine globale Erwärmung gibt und daß sie im Wesentlichen von Menschenhand gemacht ist, oder genauer gesagt von Konzernhand.

So kommt es dann zu einer Situation, in der Wissenschaftler sich plötzlich als Leugner der globalen Erwärmung zitiert sehen, obwohl sie nie solche Aussagen gemacht haben.

Überraschender Artikel
In diese Zusammenhang erschien ein überraschender Artikel in der Sektion ‚Op-Ed’ der „New York Times“, wo jeden Tag andere eingeladenene Personen zu ihren speziellen Themen schreiben. Diesmal ist es Peter Doran. Er ist ein Antarktis-Wissenschaftler, der fast immer zitiert wird, wenn es darum geht, die globale Erwärmung zu leugnen. Seine Ergebnisse würden das Gegenteil belegen. Er schreibt, er würde darum bitten, aus der Reihe der „Global-Warming-Sceptics“ gestrichen zu werden.


„State of Fear“, ebenso wie „Godless: The Church of Liberalism“ und „The day after tomorrow“ basiert auf einer falschen Interpretation der Forschungsergebnisse.

Peter Doran und seiner Wissenschaftler-Gruppe von Antarktis-Forschern haben in bestimmten Teilen der Antarktis im Zeitraum zwischen 1986 und 2000 keine Erwärmung feststellen können, in einem kleinen, eisfreien Bereich sogar eine Abkühlung. Zur gleichen Zeit haben andere Wissenschaftler auf der antarktischen Halbinsel (das ist der weit nach Norden Richtung Südamerika vorstoßende Zipfel des Kontinents) eine massive Erwärmung festgestellt.

Der gesamte Südpol-Kontinent hat sich im Schnitt während dieses Zeitraums nicht erwärmt, was nun von der Industrie der „Global Warming Sceptics“ als Beweis genommen wurde: Es gibt gar keine globale Erwärmung, eher sogar eine Abkühlung. Dies hatte aber Dohan nie behauptet. Es gibt nämlich nach seiner Ansicht einen eindeutigen Grund dafür, warum die Antarktis und speziell ihre zentralen Teile eine Ausnahme bilden in der Reihe des ständigen Anstiegs der gemessenen Temperaturen auf der ganzen Erde: Das Ozonloch.

Bekanntlich tat sich im erwähnten Zeitraum hauptsächlich über den Polen, mit besonderer Intensität über dem Südpol, ein Loch in der Ozonschicht der Erde auf, die sich in der Stratosphäre befindet. Diese Ozonschicht ist eine Art von Schutzschild gegen die intensive UV-Strahlung von der Sonne, die ohne einen solchen Schutz das Leben auf der Erde bedrohen würde.

Durch die weltweite intensive Anwendung chlor-fluorierter Kohlenwasserstoffe, vor allem als Gas in Kühlgeräten, war diese Ozonschicht in Gefahr geraten, denn diese Gase steigen nach der Nutzung in die Stratosphäre auf, reagieren mit dem dortigen Ozon und verbrauchen es dadurch. Nachdem diese Tatsachen bekannt geworden waren, hatte man begonnen, weltweit diese „ozonkritischen“ Substanzen durch andere zu ersetzen, die weniger schädlich für die Ozonschicht sind. Dadurch wurde auch bereits das weitere Anwachsen des Ozonlochs gestoppt, wenn auch bisher noch keine Verkleinerung, speziell nicht über der Antarktis, eingetreten ist.

Unterschlagung ?
Es gibt nun nach Dorans Angabe in seinem Artikel in der New York Times überzeugende wissenschaftliche Daten, die einen Zusammenhang des Ozonlochs mit einer Abkühlung im betroffenen Gebiet nahelegen. Er weist darauf hin: Die „Skeptiker“- Literatur unterschlägt bewußt diese Erkenntnisse. Doran folgert, der antarktische Kontinent würde sich mit einem Abbau des Ozonlochs in die allgemeine Datentendenz einer globalen Erwärmung einreihen.

Doran beschreibt im Einzelnen, wie die Erkenntnisse seiner Forschergruppe von den Interessierten der Industrie der Skeptiker der globalen Erwärmung systematisch mißbraucht und verfälscht wurden. Damals, im Jahre 2002, war die Studie von Dorans Gruppe in „Nature“ erschienen, während fast zeitgleich in „Science“ eine Untersuchung anderer Wissenschaftler veröffentlicht worden war, die in der Antarktis an einigen Stellen sogar eine Zunahme der Dicke des Eises festgestellt hatten.

Auf der Basis dieser beiden wissenschaftlichen Untersuchungen wurde nun die „Industrie“ in Gang gesetzt: In einer Zeitung in den USA schrieb ein „konservativer Autor“: „Es ist eine Ironie, daß zwei Studien nahe legen, daß eine neue Eiszeit im Kommen sein kann und die Diskussion über eine globale Erwärmung beenden.“ In einer anderen Zeitung wurde geschrieben: „Wissenschaftliche Ergebnisse deuten gegen die Theorie von der globalen Erwärmung.“

Doran schreibt, er habe damals zusammen mit dem verantwortlichen Autor der anderen Studie reagiert und einen Artikel veröffentlicht, in dem beide klarstellten, in keiner Weise würden ihre Ergebnisse eine globale Abkühlung nahe legen, aber es war bereits zu spät. Die Richtigstellung wurde einfach ignoriert und seitdem blüht die „Industrie“ mit der Behauptung, ganz im Gegenteil zur allgemeinen Theorie einer globalen Erwärmung sei eine neue Eiszeit zu erwarten.

The Day After Tomorrow
Der Autor Michael Crichton benutzte diese These in seinem Roman „State of Fear“, ebenso wie Ann Coulter in ihrem neuen Buch: „Godless: The Church of Liberalism.“ Der ganze Film „The day after tomorrow“ basiert auf dieser falschen Interpretation der Forschungsergebnisse. Und so geht es weiter: Tausende, Zehntausende von Veröffentlichungen behaupten wieder und wieder: Die Wissenschaft habe die These der globalen Erwärmung widerlegt, es sei eventuell sogar eine neue Eiszeit zu erwarten. In Tausenden von Internet-Foren wird die These verbreitet.

Der verantwortliche Autor der mißinterpretierten Studie, Doran, schreibt: Wenn man seinen Namen googelt, findet man seitenweise Links zu Artikeln, Internet-Seiten, Forum-Einträgen usw., sogar zu einem Hearing des US-Senats, die alle seine Arbeit als Beleg gegen die globale Erwärmung nehmen. Auf einer Internetsite wurde ihm sogar in den Mund gelegt, was er, wie er versichert, nie gesagt und nie gedacht hat: „Das unerwartete kältere Klima in der Antarktis kann möglicherweise ein Anzeichen für eine Abschwächung der weltweiten Erwärmung sein.“

Hier bekommt man einen kleinen Eindruck davon, was „Industrie der Skeptiker der globalen Erwärmung“ bedeutet.

Inzwischen hat jene Industrie eine neue Studie gefunden, die man mißinterpretieren kann: Wie die „Welt“ am 13. Oktober 2006 meldet, hat das dänische National Space Center erstmals experimentell nachgewiesen, wie kosmische Strahlung zur Wolkenbildung beitragen kann. In einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht, bezieht man sich auf die Erscheinung, das Magnetfeld der Sonne habe sich im Laufe des 20. Jahrhunderts verstärkt. Diese verstärkt magnetische Sonne schirme nun die Erde vermehrt gegen den Partikelsturm der kosmischen Strahlung ab (dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis, aber nehmen wir es einmal so hin). Das führe zu weniger kosmischer Strahlung, welche die Erde trifft und damit – und jetzt wird es abenteuerlich – würden sich weniger Wolken auf der Erde bilden und es würde wärmer.

Man braucht kein Metereologe zu sein, um den Trick der Argumentation zu erkennen: Kosmische Strahlen – ebenso wie das zum „Regenmachen“ verwendete Silberjodid, das in Wolken gesprüht wird, können lediglich Keime zur Bildung von Wassertröpfchen provozieren und damit den ORT der Wolkenbildung und des Regens verändern, aber nicht Wolkenbildung oder Regen vermehren – oder im negativen Fall vermindern. Der von der Strahlung oder dem Silberjodid provozierte Kondensationskeim sorgt dafür, daß die von Wasserdampf übersättigte Luft Wassertröpfchen (Wolken, Regen) bilden kann – was sie an einem anderen Ort, ein wenig später, sowieso gemacht hätte.

Das ist jedem vernünftigen Menschen einsichtig, aber nicht den „Welt“-Autoren. Sie fabrizieren hieraus einen ironisch gemeinten zynischen Artikel gegen die wissenschaftlich abgesicherte These: Die globale Erwärung ist nachweisbar, sie geht u.a. einher mit einem Anstieg des Kohlendioxid-Gehalts in der Luft und dieser Anstieg ist im wesentlichen durch die ungebremste Verbrennung fossiler Stoffe aus Erdöl und Kohle (und Abfall) verursacht.

Die beiden „Welt“-Autoren Maxeiner und Miersch schreiben u.a.:

„Eine von Zivilisationsekel befallene Wohlstandsgesellschaft nimmt die Kunde vom dräuenden Weltuntergang geradezu wollüstig auf. Ungemütlich wird es höchstens für den, der den Katastrophenkonsens infrage stellt. Das kann nur ein „Leugner“ sein, ein Irrer oder ein von Exxon gekaufter Finsterling.“ „Wer am Dogma kratzt, für den wird es wirklich unbequem. Das erfuhren beispielsweise Jan Veizer (Universität Bochum) und Nir Shahiv (Universität Tel Aviv), beide hochseriöse und preisgekrönte Wissenschaftler, die 2003 in einer Studie der Klimawirksamkeit der kosmischen Strahlung größeres Gewicht einräumten. Eine Riege deutscher Klima-Professoren warf den Kollegen in einer Pressemitteilung „äußerst fragwürdige Methoden“, „spekulative Daten“ und „unhaltbare Schlüsse“ vor.“

Das ist schon ein gerüttelt Maß an Kaltschnäuzigkeit: Der selbst für einen Laien sehr einfach nachzuvollziehende Mangel an Zusammenhang der kosmische Strahlen mit der Gesamtmenge an Wolken auf der Erde wird als wissenschaftliche Tatsache genommen und die von millionenschweren Kampagnen gesponsorten Scheinwissenschaftler werden als arme Verfolgte der diabolischen „Klima-Professoren“ dargestellt.

Doch die beiden famosen Springer-Journalisten haben in ihrem verzweifelten Versuchen zu beweisen, Journalisten seien Prostituierte, einen noch viel grundlegenderen Fehler in den Artikel gebracht: Sie ironisieren die wissenscaftliche Gemeinde, die eine hauptsächlich durch Kohlendioxid verursachte globale Erwärmung konstatiert, nicht am Kohlendioxid, sondern an der Erwärmung („nimmt wollüstig (…) die Kunde vom dräuenden Weltuntergang auf“)!

Dabei haben sie glatt übersehen: Die von ihnen propagierte Theorie mit der angeblich verringerten Wolkenbildung konstatiert ebenfalls die globale Erwärmung, nur aus anderer Ursache! Wer ist es nun, der „Wollust am Weltuntergang“ findet? Der ihn zu verhindern trachtet oder der ihn als unabwendlich prognostiziert, denn er werde von verringerter kosmischer Strahlung verursacht?

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Türken türken den armenischen Genozid

Zwei Signale an Ankara: Nobelpreis und Pariser Beschluss

Malte Olschewski – Die Türkei hält an der getürkten Version des Völkermordes an den Armeniern fest. Es seien „kriegsbedingte Deportationen“ gewesen, die 1915/16 etwa „300 000 Armeniern“ das Leben gekostet hätten. Am 12.10. erhielt die Türkei von Europa zwei deutliche Hinweise für eine Textänderung. Der Romanschriftsteller Orhan Pamuk, der mehrfach für ein türkisches Schuldgeständnis eingetreten war, wurde mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Am gleichen Tag beschloss die französische Nationalversammlung, dass die Leugnung des Genozids an der Armeniern mit Haftstrafen geahndet werden kann.

Das Europa-Parlament hat ein Schuldgeständnis zu einer Voraussetzung eines EU-Beitritts gemacht. Drohungen Ankaras mit einem Wirtschaftsboykott und das hartnäckige Festhalten an der längst schon widerlegten Version werden nun zu einer Hürde. Die historische Wahrheit kam schon nach Ende des Ersten Weltkrieges ans Licht. Die Opferzahl von über einer Millionen Armenier ist seitdem durch unzählige Dokumente und Untersuchungen erhärtet worden. Dabei neigen jüdische Historiker wie Bernard Lewis oder Gilles Veinstein eher zur türkischen Version, da der Genozid an den Armeniern die von ihnen vertretene Theorie der Einzigartigkeit oder Singularität des jüdischen Holocausts in Frage stellen könnte.

Die Ursache des langsamen Niedergang des Osmanischen Reiches lag wie bei anderen grossen Staatskonglomeraten in seiner Überdehnung. Die jungtürkische Bewegung, die seit 1908 in Istanbul an der Macht war, sah in den vielen, unruhig gewordenen Minoritäten die Ursache des Verfalls.

Hierbei gerieten die Armenier ins Fadenkreuz. Sie kontrollierten im Osmanischen Reich durch Tüchtigkeit und auch Rafinesse den Handel. Ausserdem waren sie als Nachkommen Urartus ein antikes Volks, das als erstes das Christentum als Staatsreligion angenommen hatte. Armenien hatte nie Eroberungsfeldzüge durchgeführt, da es sich ständig zwischen Byzanz, den Persern und den aus Zentralasien herankommenden Osmanen zu behaupten hatte. Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Armenier in vielen Gebieten der Türkei Enklaven der Aus-schliesslichkeit gebildet. Das führte zu Aggressionen und zu Massakern durch die benachbarte Mehrheit, womit sich eine Parallele zum Schicksal der Juden anbahnte.

Mit dem Kriegsausbruch 1914 kämpften armenische Freiwillige auf Seiten der russischen Armee. Auch hinter den russisch-türkischen Kampflinien wurden Armenier aktiv. Das Zentralkomitee der Jungtürken beschloss Anfang 1915 ein Programm zur Vernichtung der Armenier. Dazu wurden eigene Sonderkommandos, meist aus Kurden, aufgestellt. Armenische Soldaten in der türkischen Armee wurde entwaffnet und exekutiert.

Die armenische Zivilbevölkerung wurde an sieben Plätzen konzentriert. Alte Männer, Frauen und Kinder wurden zu Gewaltmärschen in Richtung Süden und in syrische Wüste gezwungen. Hierbei ist es zu ungeheuerlichen Verbrechen gekommen. Neben den Marschkolonnen ist auch in anderen, armenischen Enklaven die Bevölkerung niedergemetzelt worden. Franz Werfel hat in seinem Roman: „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ das Schicksal einer solchen Enklave geschildert. Nur 100 000 Armenier haben den als Deportation getarnten Marsch überlebt. Vielleicht 200 000 konnten flüchten.

Zehntausende Frauen wurden von den am Wegrand lauernden Moslems vergewaltigt oder als Nebenfrauen genommen. Und immer wieder kamen freiwillige Kurden, um mit zu morden im grossen Genozid.

Die deutschen Verbündeten waren informiert. Pastor Johannes Lepsius suchte Berlin mit Dokumenten und Augenzeugenberichten zum Eingreifen zu bewegen. Die deutsche Heeresleitung aber hatte rund 800 Offiziere als Militärhilfe nach Konstantinopel entsandt. In fünfzig türkischen Städten arbeiteten deutsche Konsulate. Berlin war informiert und ist dem Verbündeten aus strategischen Gründen nicht in die Zügel gefallen. Die Rolle der deutschen Offiziere war unterschiedlich.

Einige wie Liman von Sanders sollen zu retten versucht haben. Goltz-Pascha und Fritz von Schellendorf sollen am Deportationsplan mitgewirkt oder ihn gar erfunden haben. Gesichert ist die Tatsache, dass Deutschland die Flucht jener Paschas ermöglicht hat, die nach dem Krieg von einem Sultansgericht zum Tod verurteilt worden waren. Der Hauptverantwortliche, Talaat Pascha, fand Asyl in Berlin.

Dort wurde er bald von einem jungen Armenier erschossen, der unter einem Haufen ermordeter Landsleute überlebt hatte. In Nordostanatolien und im Kaukasus wogten die Kämpfe in einzigartigen Verzahnungen hin und her, wobei die Armenier auch Rache geübt haben. Der Vormarsch der Türken wurde von Armeniern zusammen mit der neuen Sowjetarmee bei Sardarapat aufgehalten. 1922 wurde Armenien ein Teil der neu gegründeten Sowjetunion.

Kemal Atatürk hatte nach Feldzügen gegen die Siegermächte im anatolischen Kernland des Osmanischen Reiches die Republik gegründet. Er hat die Armeniermorde als „Schandtat der Vergangenheit“ bezeichnet. Und mit diesem Ausspruch des vergötterten Staatsgründers lebte die Türkei bis heute relativ bequem. Kemal war 1906 Mitglied des jungtürkischen Komitees geworden. Er stritt mit mit Kriegsminister Enver und wurde nach Kriegsausbruch 1914 als Militärattache nach Sofia verschoben.

Er kann in dieser Position von den Beschlüssen zu den Deportationen höchstens gewusst haben. Er vollbrachte 1915 Heldentaten bei der Abwehr der alliierten Landung bei Gallipoli. Er wurde als Retter von Istanbul zum Pascha ernannt und ab 1916 mit der Führung der Front im Kaukasus beauftragt. Hier und auch später hatte er immer wieder mit der armenischen Frage zu tun. Kemal Atatürk und die Armenier sind als ein extrem heikles Thema in der Staatswerdung der Türkei verborgen worden.

Wenn eine derart offenkundige, historische Wahrheit von einem Staat des Jahres 2006 mit derartiger Vehemenz geleugnet wird, muss es tief reichende Gründe dafür geben. Noch immer wirkt hier der Zusammenbruch des riesigen Osmanen-reiches. Es mag auch die historische Nähe des vergotteten Staatsgründers Atatürk zu den Massenmorden sein. Es sind trotz der von Atatürk erzwungenen Säkularisierung in den letzten Jahren islamische Kräfte immer stärker geworden. Die Türkei hat sich in letzten Jahrzehnten als regionale Grossmacht und Führer pantürkischer Bewegungen vielleicht nicht nur in Zentralasien gesehen.

Atatürk und die Armenier

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Weltweit werden Kinder zu Tode geprügelt

Harald Haack – Eine UNO-Studie zur Gewalt an Kindern beschreibt Ausmaß, Erscheinungsformen und Ursachen von Gewalt gegen Kinder. Demnach litten Millionen von Kindern an den Folgen von Vernachlässigung und Gewalt, die keinen Halt vor den Türen des trauten Heims machten und die Mehrheit der Gewaltakte erfolgten durch „Vertrauenspersonen“ der Kinder: Onkel und Tanten, Erzieher, Lehrer und vor allem Eltern. Aber auch ältere Kinder zählen zu den Tätern.

Die Ergebnisse dieser UNO-Studie legen einen dringenden Handlungsbedarf nahe, doch während weiterhin Kinder, wie kürzlich in Bremen, zu Tode geprügelt werden und Jugendämter, die sonst so schnell in Sachen Kindesentzug sind, ausgerechnet in solchen Fällen untätig bleiben, empfehlen die Verfasser der Studie lediglich die Ernennung eines UNO-Sonderbeauftragten. Das erinnert stark an die Vergabe von „Zertifikaten“, um logistische, technische und veterinärmedizinische Schwachstellen, mit denen gezeigt werden soll irgendetwas geregelt zu haben, zu kaschieren. Offensichtlich geht es der UNO nur eine juristische Regelung, denn jener Sonderbeauftragter soll als „unabhängige Stimme“ die Durchsetzung der Rechte des Kindes fordern.

Auf dem Papier mag das vernünftig klingen; immerhin erhielte die UNO etwas mehr an Gewicht in der Welt. Doch wenn sich schon Kriminelle nicht an existierende Gesetze halten, wie sollen dann Kinder vor ihren nächsten Verwandten und auch oftmals stärkeren Altersgenossen geschützt werden? Und so scheint es, als ginge es der UNO nur mehr Macht.

Unklar bleibt also weiterhin, wie man Gewalt unter Kindern und besonders von Erwachsenen gegen Kinder vermeidet. Kein Kind wird mit dem Gesetzbuch unter dem Arm, in dem seine Rechte festgelegt sind, die es vor Gewalt schützen sollen, geboren. Das Papier, auf dem die Gesetze gedruckt sind, ist ebenso praktisch nicht als Schutzschild gegen prügelnde, drogensüchtige Väter – wie im aktuellen Fall in Bremen – wirksam. Es wird wohl so sein: Papier bleibt für verprügelte und totgeschlagene Kinder weiterhin geduldig, wenn Sozialdienste, Jugendämter und vor allem, wenn unsere Gesellschaften auf diesem Planeten, den wir „Erde“ nennen, nicht gewissenhafter gegenüber Kinder werden. Nicht nur, um deren Wohl zu sichern, um ihnen Leid zu ersparen und um sie vor Prügel und Ausbeutung zu bewahren, sondern auch, um sie zu Menschen zu erziehen, die später als Erwachsene Kinder achten, sie nicht missbrauchen und sich um sie sorgen anstatt ihr Leben willkürlich zu beenden – Menschen folglich, die künftig an einer konstruktiven Evolution des Sozialverhaltens von Menschen arbeiten und nicht an einer destruktiven, die zum Beispiel ein Lernen in der Schule unmöglich macht.

Der Glaube der Mainstream-Medien, mit dem Rücktritt eines Politikers könnten Probleme beseitigt werden, wurde gestern in dem Beitrag des ARD-Politmagazins „Panorama“ wieder einmal deutlich. Wegen des Falls des von seinem drogensüchtigen Vater misshandelten und erschlagenen Kindes, das man in Bremen in einer Kühltruhe fand, trat die verantwortliche Bremer Sozialsenatorin zurück. Der lapidare Kommentar der Panorama-Moderatorin in ihrer Anmoderierung: „Die politischen Konsequenzen sind also gezogen. Aber trotzdem bleibt die Frage: Wie kann es sein, dass ein Junge sterben muss obwohl er seit Jahren unter Beobachtung des Jugendamtes steht.“

Seit Jahren unter Beobachtung? Das klingt nach etlichen Jahren, doch das Kind war gerade einmal zwei Jahre alt. So oberflächlich und abgedroschen kann die Sprache der Kollegen vom Fernsehen sein. Dies zeigt schon, wie ich meine, wie wenig sich Menschen heutzutage mit dem Kinderschutz beschäftigen. Routiniert werden die Schubladen von jenen gezogen, die sich als professionelle Journalisten ausgeben und sich auch als solche empfinden und möglicherweise nicht mehr lernwillig sind.

Auch in dem Panorama-Beitrag wurde dies wieder einmal deutlich: Anklagend, wenn auch in eiskalter Weise – was mich an die Pedanterie der KZ-Bürokraten vom Nazi-Deutschland erinnert – wurde den Zuschauern eine Todesliste präsentiert:

„Die siebenjährige Jessika aus Hamburg, von ihren Eltern zu Tode gequält“;

„der kleine“ (zweijährige) „Tim aus Elmshorn, vom Lebensgefährten seiner Mutter misshandelt bis er tot war“;

„in einem Schuppen sperrten Eltern aus Brandenburg ihre vier- und sechsjährigen Jungen – wenigstens sie konnten gerettet werden“.

Nicht minder pedantisch listeten die Panorama-Autoren den Leidensweg von Kevin, dem getöteten Kindes, das in Bremen in einer Kühltruhe gefunden wurde, auf. Im weiteren Verlauf verkam der Beitrag zu einem vorverurteilenden Zusammenfügen eines umfassenden Scherbenhaufens. Tenor: Da die Sozialsenatorin zurückgetreten war, muss die Schuld bei den Behörden liegen. Wahrscheinlich sind Versäumnisse dort auch zu suchen. Doch damit bleibt das Ganze nur ein Kratzen an der Oberfläche und hinterlässt schockierte Fernsehzuschauer, die genau diese Anklage sehen wollten, die das Gruseln suchten, in denen generell die Wut keimt – eine Wut, die wohl das eigentliche Problem sein dürfte. Aber dafür sind die Sendezeit von Panorama und möglicherweise auch das Denkvermögen derart manipulierter Fernsehzuschauer zu kurz.

Vorschläge für umfassende und tiefgreifende Features, die über den Schockeffekt und die Voyeurbefriedigung hinaus gehen, werden von den Verantwortlichen der Sendeanstalten – egal, ob nun öffentlich-rechtlich oder privat – entweder als „zu trocken“ oder als „zu abenteuerlich“ abgelehnt. Schließlich geht es geht um Einschaltquoten, und erschlagene Kinder und die Berichterstattung über jene Fälle sind offenbar sehr beliebt; bei den TV-Machern und bei den TV-Konsumenten. Dagegen hilft auch kein Strafgesetzbuch.

Was ebenso fehlt, ist, um Kinder und auch die Pressefreiheit zu schützen, ist eine freie ethische Erziehung, die ihre Basis in der philosophischen Disziplin hat, die der Logik und Vernunft folgend das Gute sucht und keineswegs wie bisher die theologische Ethik, die sittliche Prinzipien „als in Gottes Willen begründet annimmt und insofern den Glauben an eine göttliche Offenbarung voraussetzt“ und sich damit aus der sozialen Verantwortung stiehlt. Verbote allein nützten also wenig. Oder haben die zehn Gebote (Verbote), die Moses seinem Volk einst auf schweren Steintafeln als von Gott gesandt präsentierte, wie es die Bibel der Christen erzählt, seitdem in den mehreren Tausend Jahren die Menschheit bessern können?

Es müssen also bessere Vorschläge her, als einen neuen, möglicherweise unnützen Bürokratenposten bei der UNO zu schaffen – im einlullenden Glauben, damit Kindern zu helfen. „Potemkinsche Dörfer“ hat unsere Welt längst genug.

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37 Offiziere aus 17 Ländern zur Militärbeobachterausbildung im schweizerischen Stans

Vom 9. bis 27. Oktober findet im Grossraum Stans der 15. Schweizer Militärbeobachterkurs statt. Schweizer und internationale Instruktoren bilden die Offiziere, normalerweise ab Rang eines Hauptmannes, zu UNO-Militärbeobachtern aus.
Während der kommenden drei Wochen lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Besonderheiten der Aufgabenschwerpunkte „Patrolling“ (Patrouillieren) „Observing“ (Beobachten), „Reporting“ (Rapportieren), und „Negotiation“ (Verhandeln). Die Auffrischung medizinischer Grundkenntnisse, Geländefahrschule, Übermittlungstechniken, Landnavigation (Kartenlehre und Funksprechregeln) und Lektionen über die UNO und deren friedenserhaltenden Missionen runden die Ausbildung ab. Kurssprache ist ausschliesslich englisch.

Militärbeobachter sind stets unbewaffnet. Als militärische Experten überprüfen sie die Einhaltung von Waffenstillstandsvereinbarungen und Friedensverträgen. Sie werden landläufig als „Blaumützen“ bezeichnet und gelten als „Augen und Ohren“ der jeweiligen UNO-Mission. Voraussetzung für eine Militärbeobachtermission sind ein klar definiertes Mandat (UNO-Resolution), das Einverständnis der ehemaligen oder möglichen Konfliktparteien, das Einverständnis der Truppen stellenden Staaten und eine gesicherte Finanzierung.

Zurzeit stehen 20 Schweizer Offiziere als UNO-Militärbeobachter im Einsatz: zehn im Nahen Osten (UNTSO), vier in Georgien (UNOMIG), zwei in der Demokratischen Republik Kongo (MONUC) und vier in Eritrea/Äthiopien (UNMEE).

Für die Auswahl, Ausbildung, Ausrüstung und Ablösung der Schweizer Militärbeobachter zeichnet das Kompetenzzentrum SWISSINT verantwortlich, das Einsatz führende Kommando der friedensfördernden Einsätze der Armee.

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Klein-Flugzeug fliegt in New Yorker Gebäude

CNN / Meldung – In Manhattan ist ein Klein-Flugzeug in ein Hochhaus geflogen. Teile des Gebäudes stehen in Flammen – die Ursache des Absturzes ist noch völlig unklar, ein Terrorakt wird aber ausgeschlossen. Kampfflugzeuge wurden über mehrere US-Städte beordert.

Das Flugzeug sei auf der Höhe der 72. Straße in ein Wohnhaus gestürzt, berichtete der Fernsehsender CNN. Das Haus an der Upper East Side von Manhattan in der Nähe des East Rivers hat 50 Stockwerke und liegt nur rund eineinhalb Meilen vom Sitz der Vereinten Nationen entfernt.

Auf den Fernsehbildern ist zu sehen, wie zwei Stockwerke in der Mitte des Gebäudes in Flammen stehen. Zeugen berichten, dass brennende Trümmer auf die Straße herabfallen. „Es ist richtig schlimm“, sagte eine Augenzeugin. Die New Yorker Polizei bestätigte inzwischen, dass ein Kleinflugzeug in das Gebäude gerast sei.

Die Adresse des Appartment-Komplexes lautet: 524 East 72 Street, in der Nähe der York Avenue. Der Komplex soll über 183 Appartments verfügen. Fernsehbilder zeigen, wie Dutzende von Rettungsfahrzeuge zum Unfallort geeilt sind.

Die Ursache des Absturzes war zunächst völlig unklar, es gab auch keine Informationen über mögliche Tote oder Verletzte.

CNN berichtet, dass es nach Angaben der US-Bundespolizei FBI bisher keine Hinweise auf einen Anschlag gebe. Ähnlich äußerte sich Michael Collins, Chef der New Yorker Polizei. Es gebe derzeit „keinen Grund“, einen terroristischen Hintergrund zu vermuten, sagte Collins.

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Nordkorea: Forderungen der USA ist Kriegserklärung

SDA New York – In einer Debatte der UNO-Generalversammlung über Atomwaffen hat die Schweiz den Atomtest Nordkoreas aufs Schärfste verurteilt. Die Schweiz befürchtet einen neuen Rüstungswettlauf.

Der Test bedrohe nicht nur die Sicherheit der Region, sagte UNO-Botschafter Peter Maurer in einer Rede am Nachmittag (Ortszeit) im Hauptquartier der UNO in New York. Durch Nordkoreas Handlung könnte gar eine Aufrüstung ausgelöst werden, deren Konsequenzen sich dem Einfluss der Staaten entziehen würden.

Der Test missachte zudem die Weisungen des Sicherheitsrates und widerspreche völlig der Idee des Atomsperrvertrages, der von 176 Ländern unterschrieben worden ist.

Zuvor hatte Nordkorea hat ihre Drohgebärden verschärft. Das Land bezeichnete die Bemühungen der USA um UNO-Sanktionen als Kriegserklärung.

„Wenn die USA uns weiter schikanieren und den Druck auf uns erhöhen, werden wir dies als eine Kriegserklärung betrachten und hierauf handfeste Massnahmen ergreifen“, sagte ein Sprecher des Aussenministeriums der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zufolge.

Nordkorea sei sowohl auf einen Dialog als auch auf eine Konfrontation vorbereitet. Der Sprecher drohte mit neuen Atomtests. Erstmals äusserte sich auch ein Spitzenvertreter des kommunistischen Regimes zum am Montag vermeldeten Test.

Die Nummer zwei Nordkoreas, Kim Yong Nam, sagte der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo, sollten sich die USA weiter feindlich verhalten, „dann haben wir keine andere Wahl als darauf mit handfesten Schritten zu reagieren“. Er machte auch eine Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche von den USA abhängig.

Nordkorea hatte erklärt, der unterirdische Atomwaffentest sei erfolgreich gewesen. Im Westen wuchsen indes die Zweifel, ob ein solcher tatsächlich stattgefunden hat.

So geht Frankreichs Regierung davon aus, dass dieser entweder fehlgeschlagen ist oder gar keine Atombombe gezündet wurde. „Wenn es eine Atomexplosion war, dann ist sie misslungen“, sagte Verteidigungsministerin Michele Alliot-Marie. Die Lage sei dennoch ernst.

Weltweiter Zweifel am Atomtest
Nordkoreas großer Bluff?
Nordkoreanischer Atomtest verursachte mutmaßlich eine Reihe von Erdbeben
Ein unterernährter Atomtest – Nordkorea hat in einem Bergwerk seinen ersten A-Versuch gezündet
Atomtest in Tiefe Null

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Flugzeugabsturz Brasilien: Fast unglaubliche Ansammlung von Fehlern

Karl Weiss – Am Anfang war der Flugzeugabsturz einer Boeing 737 mit 155 Menschen an Bord über dem Amazonasurwald in Brasilien vor allem von der Vielzahl der ungeklärten Fragen charakterisiert. Jetzt geht das mehr und mehr in eine Polemik über die Ursachen über. Anscheinend hat sich, wie bei Unglücken häufig, ein tragisches Zusammenspiel von mehreren Irrtümern, Fehlern bzw. Fehlleistungen ereignet.

Das erste größere Mißverständnis kam auf, als am Morgen des 4. Oktober die europäischen Medien (so unter anderem auch AFP) übereinstimmend meldeten, die beiden Piloten der Legacy seien festgenommen worden. Sie wurden bis heute nicht festgenommen. Man hat ihnen lediglich die Pässe abgenommen, damit sie sich während der Zeit der Untersuchungen nicht aus dem Land absetzen können. Dies ist internationale Norm. Wer unter dem Anfangsverdacht eines Verbrechen steht, darf als Ausländer das Land solange nicht verlassen, bis er vom Verdacht befreit wurde oder er wird eben wirklich festgenommen.

Es wurde versucht, dies als Besonderheit Brasiliens darzustellen.Das ist aber nicht der Fall. Brasilien folgt in diesem Fall lediglich internationalen Regeln.

Die in einem früheren Artikel geäußerte Vermutung, es könne sich bei „Excel Aire“, dem Käufer der Legacy, um eine CIA-Tarnfirma handeln, konnte nicht bestätigt werden. Es gibt dafür keinen Anhaltspunkt.

Die hauptsächliche Polemik wurde von dem Journalisten der New York Times, Joey Sharkey, eingeleitet, der als Gast in der Embraer 600 „Legacy“ mitgereist war, die mit der Boeing zusammenstieß. Er hatte von Brasilien aus noch einen einfühlsamen Artikel an seine Zeitung geschickt, über den Journalismus Nachrichten von heute schon berichtet hat. Kaum war er aber in den USA angekommen, begann er in Interviews am Fernsehen, am Telephon und mit Zeitschriften und Zeitungen in unerhörter Weise die brasilianischen Behörden anzugreifen, obwohl der Inhalt seiner Berichte aus Brasilien nicht den geringsten Anhaltspunkt für irgendeine sachliche Begründung hierfür ergibt.

So erklärte er u.a. in der Sendung „Today Show“ des TV-Senders NBC am Abend des 4.Oktobers, die brasilianische Flugkontrolle sei extrem schlecht und fehlerhaft. Woher er diese Weisheit hat, bleibt sein Geheimnis. Es gibt keinerlei Anzeichen, daß die brasilianische Flugkontrolle schlechter wäre als die in den USA oder in Europa. So hat sich zum Beispiel in Brasilien – zumindest in den letzten 20 Jahren – kein einziger Flugzeugabsturz ereignet, der eindeutig auf Fehler der Fluglotsen zurückzuführen gewesen wäre, wie etwa der Absturz vor einigen Jahren im deutsch-schweizerischen Grenzgebiet bei Überlingen am Bodense.

Eine andere Bemerkung Sharkeys, die auf Unverständnis stieß, war, der ‚Transponder’ der fabrikneuen „Legacy“ des brasilianischen Herstellers Embraer müsse wohl einen Defekt gehabt haben. Ein wichtiger Umstand des Unglücks ist: Der Transponder des Exekutiv-Jets gab zum Zeitpunkt der Annäherung an den Punkt des Zusammenstoßes keine Signale ab (vorher und hinterher funktionierte er einwandfrei). Diese Signale hätten dazu geführt, daß der Pilot der Boeing noch rechtzeitig auf die sich auf gleicher Flughöhe annähernde Legacy aufmerksam geworden wäre. Die brasilianische Luftfahrtbehörde gab hierzu am 5. Oktober folgende Information heraus: Man habe den Transponder untersucht und keinerlei Fehler gefunden. Da er nach übereinstimmenden Aussagen keine Signale abgab, müsse er ausgeschaltet gewesen sein.

Es gibt nicht den geringsten Hinweis, daß brasilianische Embraer-Flugzeuge in irgendeiner Art weniger zuverlässig seien als solche aus Industriestaaten. Der letzte große Absturz eines Passagierflugzeugs vor diesem war der einer Fokker 100 der Gesellschaft TAM, die mitten in der Großstadt São Paulo unmittelbar nach dem Start niederging und unter Insassen und getroffenen Anwohnern 99 Tote forderte. Es stellte sich heraus, daß die Hauptursache des Absturzes ein Konstruktionsfehler der Fokker war, zusammen mit einem technischen Versagen im Flugzeug. Zu diesem Zeitpunkt stand die inzwischen bereits Pleite gegangene Fokker-Gruppe unter deutscher Verwaltung: Die damalige Daimler-Benz AG, heute Daimler-Chrysler, hatte sie gekauft.

In Brasilien gehen Zivilpolizei, Bundespolizei und Staatsanwaltschaft davon aus, daß der US-Pilot der Legacy den Transponder abgeschaltet hatte – eventuell, um in einer anderen Höhe als vorgesehen fliegen zu können (was aber nicht viel Sinn ergibt).

Die dritte und nun in Brasilien mit besonderem Befremden aufgenommene Aussage von Sharkey ist, die beiden US-Piloten der Legacy würden in Brasilien „Gefahr laufen“. Man müsse speziell auf die von brasilianischen Behörden gesammelten Beweise des Zusammenstoßes achten. Hierzu bemühte sich sogar der brasilianische Verteidigungsminister an die Mikrophone der TV-Anstalten und erklärte, diese Aussage sei „bedauerlich“.

Soweit Sharkey damit andeuten wollte, in Brasilien würden eventuell ausländischen Piloten Beweise untergeschoben, um eine Schuld zu konstruieren, so ist da Vorsicht mit einer solchen Ausage geboten. Sie könnte als Vergehen aufgefaßt werden. Falls das „Gefahr laufen“ auf mögliche Verhörmethoden abzielte, so muß man sich wirklich fragen, was in diesen Journalisten gefahren sein könnte.

Tatsächlich gab es in Brasilien eine Epoche, als Beweise unterschlagen oder verfälscht wurden und als Folter von Verdächtigen an der Tagesordnung waren. Das war während der Militärdiktatur von 1964 bis 1985. Allerdings war diese Militärdiktatur auf „Einflüsterungen“ genau jenes Landes zustande gekommen, aus dem Sharkey kommt. Genau dort, in den Vereinigten Staaten, waren den Militärs die Methoden des Putsches beigebracht worden und genau dort lernten sie foltern.

Wenn du mit einem Finger auf den anderen zeigst, zeigen immer die anderen Finger der gleichen Hand auf dich zurück. Die nächste Unklarheit tauchte auf, als der Polizist an die Öffentlichkeit ging, der alle 7 Insassen der Legacy bereits am Samstag, dem Tag nach nach dem Unglück, zum Ablauf vernommen hatte. Er sagte aus, daß der Journalist Sharkey ihm gegenüber nicht erwähnt hatte,was er in seinem Artikel schrieb: Er sei kurz vor dem Zusammenstoß im Cockpit gewesen und habe gesehen, daß der Höhenmesser der Legacy 37 000 Fuß angezeigt hätte. Sollte der Journalist eventuell versucht haben, den Landsleuten mit einer scheinbar entlastetenden Aussage zu helfen?

Nun, wie auch immer, es hat nicht geklappt, denn diese Aussage entlastet nicht mehr.

Von wem man die ganze Zeit bis heute nichts mehr hörte, ist der Fluglotse, der für die Luftraumüberwachung des zivilen Passagierverkehrs zuständigen brasilianischen Behörde „Agência Nacional de Aviação Civil“ (Anac). Es war gemeldet worden, er sei vom Dienst suspendiert und in psychologische Behandlung gebracht woden. Dann verschwand er aus den Meldungen. Er hätte auf seinem Bildschirm ja sehen müssen, daß da ein unidentifiziertes Objekt genau auf „seine“ Boeing zukam und warnen müssen, oder? Aus Kreisen der Luftüberwachung kommt folgende Erklärung: Da der Transponder ausgeschaltet war, erschien die Legacy auf einer anderen Höhe als die Boeing. Der Lotse konnte nicht erkennen, daß beide auf gleicher Höhe unterwegs waren.

Ein Fachmann weist auch noch daraufhin, daß die Stelle des Zusammenstoßes genau in der Zone liegt, in der sich die Zuständigkeiten der Luftüberwachungsstelle in Brasilia und jener in Manaus überlappen. In dieser Zone kann es schon mal vorkommen, daß sich für eine kurze Zeit beide Fluglotsen als nicht (noch nicht bzw. nicht mehr) zuständig für ein Flugzeug
ansehen.

Die wichtigste Meldung vom 5. Oktober in Brasilien war aber, daß eine gemeinsame US-/Brasilianische Kommission zur Aufklärung der Ursache(n) des Desasters eingesetzt wurde. In ihr sind nicht nur die Luftüberwachungsbehörde Brasiliens ANAC und die Luftwaffe Brasiliens (zuständig für die Exekutiv-Jets) sowie die Vereinigung der brasilianischen Luftfahrtgesellschaften vertreten, sondern auch die Gewerkschaft der brasilianischen Luftfahrtbeschäftigten, die Boeing, die Embraer sowie ein Beauftragter der US-Regierung.

Das ist ungewöhnlich. Es ist keineswegs normal, daß bei Untersuchungen über Flugzeugabstürze Vertreter ausländischer Regierungen einbezogen werden. Aber die USA als Herrscher der Welt haben eben Sonderrechte.

Ebenso wurde gemeldet, daß die beiden „Black Box“ bereits an die international zuständige Untersuchungsstelle in Kanada weitergegeben wurde. Für eine endgültige Beurteilung wird man auf jeden Fall die Ergebnisse dieser Auswertung abwarten müssen.

In den darauffolgenden Tagen kamen nur noch Berichte über Meinungen.

Nun aber, am 9.Oktober, traf endlich eine konkrete Tatsachenmeldung in den Nachrichten ein: Der Flugplan der „Legacy“ wurde als Kopie in den Fernsehnachrichten gezeigt. Er sieht für den Flug von São Paulo nach Brasilia die 37.000 Fuß vor, die als Höhe des Zusammenstoßes jetzt endgültig feststeht. Doch dann, als sie in den Korridor von Brasilia nach Manaus einbog, so steht da geschrieben, hätte die Legacy für etwa 400 km auf 36.000 Fuß fliegen müssen, um dann, beim Funksignal Terez, auf 38.000 Fuß zu steigen. Von Terez bis zum Ort des Zusammenstoßes sind es noch einmal 600 km, so daß der Flughöhenwechsel als Unglücksursache ausfällt.

Sie blieb aber die ganze Zeit auf 37.000 Fuß. Der Korridor zwischen Brasilia und Manaus ist aufgeteilt in geradzahlige Höhen (in Tausend Fuß) für den Verkehr von Brasilia nach Manaus und in ungeradzahlige Höhen für den Gegenverkehr.

Nach Aussagen eines Fachmannes ist das internationaler Standard: Eine Höhenschichtung von 1000 Fuß (etwa 330 Meter) für Hin- und Gegenverkehr wird allgemein als ausreichend angesehen.

Damit haben wir nun folgende Fehlhandlungen bzw. Fehlfunktionen:

1. Die Legacy hielt sich nicht an die Höhen des Flugplans. Grund: ungeklärt
2. Die Legacy war über Funk nicht zu erreichen. Grund: ungeklärt
3. Der Transponder der Legacy gab keine Signale ab. Grund: ungeklärt
4. Die Passagierluftverkehr-Flugkontrolle erkannte nicht, daß die Legacy auf der gleichen Höhe mit der Boeing unterwegs war oder war nicht aufmerksam. Grund: ungeklärt
5. Die Piloten beider Flugzeuge sahen sich nicht auf dem Radar. Grund: ungeklärt
6. Die automatischen Annäherungswarnungen haben nicht funktioniert. Grund: ungeklärt

Hätte auch nur eine dieser Fehlfunktionen oder Fehlhandlungen nicht stattgefunden, wäre das Desaster wahrscheinlich verhindert worden.

Man kann gespannt sein, zu welchen Schlüssen die internationale Untersuchungs-Kommission kommt.

Neues zum Flugzeugabsturz in Brasilien
Mysterium um den Flugzeugabsturz in Brasilien – Mehr offene Fragen als Passagiere in einer Boeing

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Weltweiter Zweifel am Atomtest

Harald Haack – Hat Nordkorea nun eine Atombombe testweise gezündet oder nicht? Weltweit gibt es Zweifel darüber, ob die Atombombe echt war oder nur eine solche Bombe vorgetäuscht wurde. Besonders in den USA ist der Zweifel groß. Noch immer gingen die US-Geheimdienste davon aus, es habe keinen wirklichen nuklearen Test gegeben, berichtet die „Washington Times“ unter „Berufung auf namentlich nicht genannte Geheimdienstexperten“.

Die seismographischen Messungen aber sind zweifellos eindeutig. Der Ort der Explosion und auch deren Tiefe – kurioserweise befand sich das Epizentrum des von dem angeblichen unterirdischen Atomtest ausgelösten Erdbebens in einer Tiefe von Null – sind bekannt. Auch über den Verlauf der Explosion gibt es grafische Aufzeichnungen. Aus ihnen lässt sich ablesen, dass es nicht eine Explosion, sondern drei aufeinander folgende Explosionen gab, von denen zwischen den beiden ersten ca. 9 Sekunden lagen. Diese 9 Sekunden sind eine verdammt lange Zeit für einen solchen Explosionsverlauf.

Gestern publizierte“>mp3-Datei, die nach den aufgezeichneten Amplituden vom National Earthquake Information Center (USGS) erstellt wurde. Deutlich sind drei Explosion zu hören, gefolgt von den Echos der von diesen drei Explosionen durch den Erdball gelaufenen seismischen Wellen; vermutlich entstanden die Echo aber schon in der Nähe des nordkoreanischen Testgebiets an unterirdischen Gesteinsschichten, denn das Testgebiet, in dem der Atomtest stattfand, ist ein rund 1.236 Meter (über NN) hoher abgeflachter Berg.

Alles Fakten, die auf die Sprengung konventionellen Sprengstoffs hin deuten.

Das Pentagon soll, wie der Nachrichtensender CNN weiß, nicht ausschließen, dass Nordkorea den Atomtest nur aus Propagandagründen vorgetäuscht habe; Zweifel an der nordkoreanischen Darstellung würden durch die „ungewöhnlich schwachen Auswirkungen“ geschürt.

Der südkoreanische Wiedervereinigungsminister Lee Jong Seok unterrichtete einem Parlamentsausschuss, nach Angaben des Präsidialamts in Seoul werde es etwa zwei Wochen dauern, um alle Zweifel über den erfolgreichen Atomtest im stalinistischen Nachbarland zu zerstreuen. Bis dahin gehe die Regierung davon aus, dass Nordkorea tatsächlich einen atomaren Sprengsatz gezündet habe.

Doch schon am Wochenende könnte das Ergebnis einer Radionukleid-Untersuchung der Atmosphäre von der Comprehensive Nuclear Test Ban Treaty (CTBT), die ihren Sitz in Wien hat, vorliegen, wie die Sendung 3Sat-Sendung „nano“ am Dienstag berichtete. Dann könnte erwiesen sein, dass alles nur ein fetter Bluff war, der Hysterie und Angst verbreitete.

Aber man weiß schließlich nie, ob nicht doch…

Und wahrscheinlich deshalb verlegten die USA inzwischen ein Raketenabwehrsystem vom Festland auf eine Hawaii-Insel und damit in größere Nähe zu Nordkorea. Aber nach etlichen Stunden der Besinnung, nachdem sich unter den führenden Köpfen die Hysterie wieder legte und ihre Angst sich löste, hielten die USA es für angebracht ihre „Haltung“ zu bekräftigen, keine Militäraktionen gegen das Nordkorea zu planen. Doch US-Außenministerin Condoleezza Rice Pjöngjang konnte es allerdings nicht lassen, das kommunistische Land vor einem Atom-Angriff auf ein anderes Land zu warnen.

Ein anderes Land wäre Japan. Es ist, neben China und Südkorea, das nächstliegende Angriffsziel Nordkoreas.

So kam Japan nun auf den Geschmack und signalisierte, sich trotz der unter Japanern allgemeinen Ächtung gegenüber Nuklearwaffen mit solchen Waffen bewaffnen zu wollen. Die ersten Atombomben, abgeworfen von US-Bombern, einst auf Hiroshima und Nagasaki und töteten viele der dort lebenden Menschen. Doch auch hier: Nach etlichen Stunden der Besinnung ruderte die japanische Führung zurück und dementierte sein Interesse auch die Atombombe besitzen zu wollen, wie Kay Möller von der Stiftung Wissenschaft und Politik in der Berliner Runde („Nordkorea und die Atombombe – Gefahr für den Weltfrieden?“) von PHOENIX erwähnte.

Aber: Gleich nach dem angeblichen Atomtest verhängte China eine Urlaubssperre für seine Soldaten entlang der Grenze zum Nachbarland Nordkorea. Davon betroffen sollen die nordöstliche Provinz Jilin sein, wo 80 Prozent der 1.300 Kilometer langen Grenze zu Nordkorea verlaufen, schreibt die regierungstreue Zeitung „Wen Wei Po““ in Hongkong. Einige chinesische Truppenteile sollen auch, wie die Zeitung weiß, gegenwärtig das Verhalten bei Angriffen mit chemischen Waffen trainieren. Einzelheiten oder Gründe für die Maßnahme aber nannte man nicht. Wozu denn auch! Die chinesische Machtdemonstration ist deutlich genug.

Atomtests führen zu genetischen Veränderungen.
Falls Nordkorea allen Zweifeln zum Trotz dennoch eine nukleare Bombe am Montag gezündet hatte, so wird es seine Bevölkerung damit besonders genetisch belasten. Nordkorea müsste mit einer hohen Anzahl missgebildeter Kinder rechnen.

Die radioaktiven Niederschläge der Atomtests in der ehemaligen Sowjetunion lassen sich noch im Erbgut von Kindern damals bestrahlter Eltern nachweisen, wie ein internationales Forscherteam im US-Wissenschaftsjournal „Science“ (Bd. 295, S. 1037) berichtete. Atomtests führen also zu genetischen Veränderungen. So stieg bei der ersten Generation von Anwohnern des Atomtestgeländes Semipalatinsk in der Beskaragai-Region von Kasachstan die Zahl genetischer Veränderungen an bestimmten DNA-Abschnitten um rund 80 Prozent und die Generation ihrer Kinder weisen noch eine um 50 Prozent erhöhte Mutationsrate auf. Einschränkend wies das Forschungsteam darauf hin, die genetischen Veränderungen könnten auch nur „Biomarker“ sein, die auf das Befinden der Menschen keinen Einfluss hätten. Die Häufung der missgebildeten Kinder der betreffenden Regionen in der Sowjetunion lässt allerdings einen anderen Schluss zu.

Nordkoreas großer Bluff?
Nordkoreanischer Atomtest verursachte mutmaßlich eine Reihe von Erdbeben
Ein unterernährter Atomtest – Nordkorea hat in einem Bergwerk seinen ersten A-Versuch gezündet
Atomtest in Tiefe Null
Nordkorea hat erfolgreich Atombombe getestet

vermischtes

Ein unterernährter Atomtest – Nordkorea hat in einem Bergwerk seinen ersten A-Versuch gezündet

Malte Olschewski – Es sei eher ein „Zischen“ als ein Knall gewesen, sagen amerikanische Militärexperten, die den ersten Atomtest Nordkoreas belauscht hatten. Am 9.10. um 01: 35: 27 habe es im Nordosten des Landes eine Erschütterung mit Stärke 4,2 gegeben. Gleichzeitig verkündete die nordkoreanische Agentur KCNA: Der Test nahe der Stadt Kilju habe eine Stärke von 550 Tonnen TNT (Hiroshima: 12 500 Tonnen TNT) gehabt.

Er sei ein „Ereignis gewesen, das unser Volk glücklich macht.“ Das unterernährte Volk wäre wohl über etwas mehr Reis und Fisch glücklicher gewesen als über diesen schwach zischenden Test. Auch der Rest der Welt zeigte sich mit einem Hagel von Protesten alarmiert, besorgt und unglücklich über die Tatsache, dass sich der bizarre Diktator Kim Chong Il über langwierige Verhandlungen hinwegsetzt und nach Atomwaffen greift.

Das atomare Zischen in nicht sehr grosser Tiefe eines aufgelassenen Bergwerks im Nordosten geschah zur Feier eines neunten Jahrestags. Am 9.10.1997 war Kim Chong Il nach dem schon drei Jahre zuvor erfolgten Tod seines Vaters Kim Il Sung zum Chef der Arbeiterpartei gewählt worden. Die Explosion geschah aber auch vor einem historischen Hintergrund, von dem nur wenige wissen und der gern verschwiegen wird. (Siehe dazu: Kiyoshi,Inoue: „Geschichte Japans“ Parkland, Köln, 2002) Das seit der Meji-Restauration dem Westen und hier vor allem Deutschland nacheifernde Japan hatte mindestens seit 1940 ein eigenes Atomprogramm laufen. Informa-tionen mit dem verbündeten Deutschland wurden ausgetauscht.

Japan hatte 1910 nach einer militärischen Invasion das in sich zer-rissene Korea annektiert und ausgebeutet. Im Norden des Landes wurde grosse Vorkommen an Uran entdeckt, die Japan mit Heran-nahen des Krieges auszubeuten begann. Japan begann wie die USA, die UdSSR und Deutschland an der Bombe zu basteln. Die USA hatten im April 1945 im Atlantik das deutsche Unterseeboot „U 234“ abgefangen, das Waffentechniker samt einer Ladung Uran an Bord hatte und mit Endziel Tokio ausgelaufen war. Die USA hatten die finanziellen Mittel und auch die nötige Entschlusskraft, um als erste die Atombombe zu realisieren.

Obwohl Japan bereits die Kapitulation beschlossen hatte, warfen die USA zwei Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Nach der Kapitulation Japans besetzten die USA den Süden und die Sowjets den Norden Koreas. Es war die sowjetische Militärmacht, die den brutalsten Partisanenführer Kim Il Sung als Machthaber im Norden installierte. Die Sowjets wussten von der Bedeutung des Urans für den Bau von Atombomben und haben alle ehemals japanischen Bergwerke übernommen. Kim Ir Sen, wie er aus russisch hiess, bekam dafür von den Sowjets riesige Mengen konven-tioneller Waffen. Die USA hatten ihren Statt-halter im Süden, Syngman Rhee, zu einer Reform des Erziehungs- und Universi-tätswesens gedrängt, um linksorientierte Wissenschafter auszuschalten. Kim Il Sung begann eine erfolgreiche Abwerbung, worauf über hundert erstrangige Chemiker und Physiker nach Nordkorea gingen, um dort in der Rüstung zu arbeiten.

Die Grenzen zwischen dem Norden und den Süden waren damals noch sehr leicht zu passieren. So aufgerüstet und von Stalin unterstützt, riskierte Kim Il Sung 1950 die Invasion des Südens und den Koreakrieg. Der Sowjetgesandte in der UNO verschlief die Vetomöglichkeit. Die USA konnten den Kriegseinsatz gegen den Norden als UNO-Aktion durchbringen. Kims über-raschender Angriff drängte die schwache Armee Südkoreas und die im Land stehenden US-Truppen bis auf die südliche Hafenstadt Pusan zurück. Oberbefehlshaber Douglas MacArthur gelang der Ausbruch aus dem Kessel von Pusan bei gleichzeitiger, amphibischer Landung bei Inchon. Die US/UN-Truppen trieben nordkoreanische Armee bis nach China zurück, worauf dann Peking eingriff.

MacArthur verlangte damals von US-Präsident Truman den Einsatz von Atombomben gegen Nordkorea. Obwohl Truman das ausschloss, spielte die amerikanische Delegation bei den Friedensverhandlungen von Panmunjon immer wieder mit dieser Möglichkeit. 1956 wurden erste Kooperationsverträg mit der UdSSR über Erschliessung nordkoreanischer Uranvor-kommen und gemeinsame Forschung unter-zeichnet. Seitdem strebt Nordkorea die Atombombe an. Über Jahre hindurch suchten die USA, die UNO und die IAEA in zahllosen Manövern eine Atommacht Nordkorea zu verhindern.

Das Regime in Pyöngyang hat vom Vater der pakistanischen Atombombe,Abdul Qader Khan, Technologie nachgekauft. Das Nuklearzentrum von Yongbon wurde ausgebaut und teilweise unter die Erde in Felshöhlen verlegt. Mit anfänglicher Hilfe Chinas hat Nordkorea auch Raketenträgersysteme weiter-entwickelt und im letzten Sommer über dem Pazifik getestet.

Strategisch gesehen ist eine atomare Aufrüstung Nordkoreas unnötig. Schon nach dem Krieg wurde ab 1953 entlang der „Demilitarisierten Zone“ (DMZ) eine feuerstarrende Abschusslinie errichtet. Mit einem Knopfdruck können hier etwa tausend mit einander verbundene Geschütze auf die nur 30 Kilometer entfernte Zehnmillionenstadt Seoul zu feuern beginnen. Allein diese Drohung genügt, um Nordkorea vor einem Angriff der USA, Japans oder Südkoreas zu bewahren.

Nordkoreanischer Atomtest verursachte mutmaßlich eine Reihe von Erdbeben
Ein unterernährter Atomtest – Nordkorea hat in einem Bergwerk seinen ersten A-Versuch gezündet
Atomtest in Tiefe Null
Nordkorea hat erfolgreich Atombombe getestet