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Für die Rettung bezahlen – Katastrophen-Apartheid droht

Naomi Klein – Soeben kündigt das Rote Kreuz eine Katastrophenhilfe Partnerschaft mit Walmart an. Wenn der nächste Hurrikan zuschlägt, werden wir folglich eine Koproduktion von Big Aid und Big Box erleben.

Anscheinend lautet die Lehre aus der jämmerlichen Reaktion der amerikanischen Regierung auf Hurrikan Katrina: Die Geschäftswelt ist besser für Katastrophen gewappnet.

„Bevor das vorbei ist, wird alles privatisiert sein“, so Billy Wagner, Leiter des Notfallmanagements der Florida Keys im April 2006. Derzeit stehen die Keys unter Hurrikan-Beobachtung (Tropensturm Ernesto). „Sie (die privaten Unternehmen) haben das Fachwissen. Sie haben die Ressourcen“.

Bevor der neue Konsens weiter gedeiht, wäre es vielleicht an der Zeit, sich anzusehen, wie die Privatisierung von Katastrophen begann und wohin sie unweigerlich führen wird.

Erster Schritt, die amerikanische Regierung verzichtete auf eine ihrer Kernaufgaben – die Pflicht, ihre Bevölkerung vor Katastrophen zu schützen. Unter der Regierung Bush wurden ganze Regierungsbereiche – allen voran die Heimatschutzbehörde – in hochgejubelte Teilzeitagenturen umfunktioniert. Mittels Verträgen wurden wichtige Funktionen an private Firmen ausgelagert. Die Theorie dahinter: Ein von Profitgier getriebener Unternehmer ist immer effizienter (bitte nicht hysterisch losprusten).

Wohin dies führt, haben wir vor einem Jahr in New Orleans gesehen – als sich Washington als beängstigend schwach und unentschlossen erwies. Das lag zum Teil an der rückständigen Technologie und Infrastruktur bzw. an Katastrophenmanagement-Experten, die sich in den privaten Sektor flüchteten. Zumindest im Vergleich hierzu wirkte der private Sektor modern und kompetent (ein Kolumnist der New York Times schlug sogar vor, die FEMA an Walmart zu übergeben).

Aber die Flitterwochen währten nur kurz. „Wo sind all die Gelder hin?“ – eine Frage, die sich die Menschen von Bagdad bis New Orleans, von Kabul bis Sri Lanka (Tsunami!) stellen. Ein beträchtlicher Teil des Geldes ist an private Vertragspartner geflossen, massive Kapitalaufwendungen. Weitgehend unter den Augen der Öffentlichkeit wurden so Milliarden von Steuerzahlerdollars in die Schaffung einer privaten Katastrophenhilfe-Infrastruktur investiert. Die Shaw Group errichtete in Baton Rouge ein Hauptquartier nach neuestem Stand, Bechtel erwarb ganze Bataillone von Erdbewegungsmaschinen und Blackwater USA schuf in North Carolina einen 6000-Acre-Campus (inklusive paramilitärischem Trainingscamp und 6000-Fuß-Rollbahn).

Ich nenne das den katastrophen-kapitalistischen Komplex. Egal wie ernst die Katastrophe, die Vertragspartner können mit allem dienen: Generatoren, Wassertanks, Feldbetten, Instant-Klos, mobile Heime, Kommunikationssysteme, Helikopter, Medizin und Männer mit Gewehren.

Hier entsteht ein Staat im Staate – fast ausschließlich über öffentliche Verträge finanziert. Finanziert wird auch das Mitarbeitertraining (bei den M. handelt es sich größtenteils um ehemalige öffentliche Angestellte, Politiker und Soldaten). Und das alles privat. Die Steuerzahler haben absolut keine Kontrolle und nichts zu melden – eine Tatsache, die den Leuten noch nicht klar ist. Diese Firmen kommen über Regierungsverträge an ihr Geld, deshalb ist der Service des katastrophen-kapitalistischen-Komplexes für die Öffentlichkeit erst einmal kostenlos.

Die Krux an der Sache: Dank irrer Ausgaben in dieser Richtung geht die US-Regierung in ernst zu nehmender Weise bankrott. Unsere Staatsverschuldung beträgt $8 Billionen. Das nationale Haushaltsdefizit liegt bei mindestens $260 Milliarden. Das heißt, früher oder später – eher früher als später – wird aus den Verträgen die Luft raus sein. Keinem ist dies bewusster, als den Firmen selbst. Ralph Sheridan ist Chefmanager von Good Harbor Partners, einer von mehreren hundert neuen Counterterrorismus-Firmen. Er erklärt: „Die Ausgaben von Regierungen verlaufen episodisch, sie kommen in Blasen“. Insider sprechen schon von der „Homeland-security-Blase“.

Und wenn die Blase platzt, verlieren Firmen wie Bechtel, Fluor oder Blackwater ihre wichtigste Einnahmequelle. Was ihnen dann noch bleibt, ist ihre Hightech-Ausstattung, mit der sie gut auf Katastrophen vorbereitet sind (während unsere Regierung wertvolles Knowhow in diesem Bereich verkommen lässt). Also wird man die ohnehin steuerfinanzierte Infrastruktur der Firmen anmieten müssen – zu einem Preis, den diese bestimmen.

Hier ein kurzer Blick in eine vielleicht nicht mehr allzu ferne Zukunft: Einmal Rettung vom Hausdach in einer überfluteten Stadt kostet $5 000 pro Person, $7 000 ist der Familientarif (Haustiere inklusive); Wasser in Flaschen und „Fertigmahlzeiten“ kostet $50 pro Person (eine Menge Moos, natürlich, aber die Nachfrage bestimmt den Preis); sie wollen ein Feldbett in einer Notunterkunft, Mobildusche inklusive, bitte hinterlegen Sie Ihren Ausweis mit biometrischen Merkmalen, die Rechnung wird nachgereicht (keine Sorge, wir finden Sie schon, auch die Spionage wurde ja outgesourct, und Ihr biometrischer Ausweis kam mittels eines lukrativen Vertrags mit der Heimatschutzbehörde zustande).

Vorbild ist natürlich unser amerikanisches Gesundheitssystem, bei dem Reiche Anspruch auf eine Erste-Klasse-Behandlung in Kurumgebung haben, während 46 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung dastehen. Thema Katastrophenhilfe: Hier hat unser Gesundheitsmodell bei der globalen Aids-Pandemie bereits Anwendung gefunden. Durch privaten Forschermut (und massive öffentliche Subventionierung) gelang es, lebensrettende Medikamente zu entwickeln. Dann hat man die Preise erhöht, so dass die überwiegende Mehrheit der Infizierten dieser Welt sich keine Behandlung mehr leisten kann.

Wenn das die Bilanz der Konzernwelt bei Slow-motion-Katastrophen ist, welchen Grund gäbe es anzunehmen, dass bei akuten Katastrophen andere Werte gelten – bei Hurrikanen oder selbst bei Terroranschlägen? Erinnern wir uns, als vor nicht allzu langer Zeit israelische Bomben auf den Libanon fielen, wollte die US-Regierung ihre Bürger ursprünglich für ihre Evakuierung selbst bezahlen lassen. Alle Menschen im Libanon ohne westlichen Pass hatten natürlich von vorne herein keine Chance auf Rettung.

Ein Jahr ist es her, seit arme Bürger und Menschen der Arbeiterklasse in der Stadt New Orleans auf ihren Hausdächern strandeten. Diese Menschen warteten auf Hilfe, die nie eintraf, während sich Leute mit den nötigen finanziellen Mitteln in Sicherheit bringen konnten. Die politische Führung unseres Landes behauptet, es habe sich damals um einen tragischen Fehler gehandelt, die Kommunikation sei zusammengebrochen. Heute sei die Sache behoben. Die Lösung lautet „privatwirtschaftliche Lösung“. Dies ist ein weiterer Schritt auf dem Katastrophentrampelpfad.

Wird kein radikaler Kurswechsel eingefordert, so wird sich New Orleans als Blick in unsere miese Zukunft erweisen. Diese Zukunft heißt ‚Katastrophen-Apartheid‘: Die Reichen werden gerettet, alle andern bleiben auf der Strecke.

Naomi Kleins neues Buch zum Thema Katastrophen-Kapitalismus erscheint im Frühjahr 2007. Ein Auszug dieses Artikels ist in der LA Times erschienen.

Ersterscheinung in deutscher Übersetzung von Andrea Noll bei ZNet

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Bush scheitert mit Plänen für Terrorverhöre im US-Kongress

AFP – US-Präsident George W. Bush ist mit Plänen für die Lockerung der Vorschriften bei Terrorverhören auf starken Widerstand im Kongress gestoßen. Der Streitkräfteausschuss des Senats stimmte für einen eigenen Gesetzentwurf, der das Folterverbot klar festschreibt. Vier Senatoren von Bushs republikanischer Partei stimmten mit den Demokraten und verhalfen der Vorlage zur Mehrheit. Der innerparteiliche Widerstand wird angeführt von Senator John McCain, der sich stark für das Folterverbot einsetzt. Das Votum im republikanisch dominierten Senatsplenum steht noch aus.


Die Senatoren machten geltend, dass Bushs Neuregelung künftige US-Gefangene gefährden und das Ansehen der USA in der Welt beschädigen könnte.

Der Ausschuss stimmte mit 15 zu neun Stimmen für die Bush-kritische Vorlage. Der Entwurf des Präsidenten war von vier gemäßigten republikanischen Senatoren blockiert worden. Neben McCain waren darunter auch Lindsey Graham und der Ausschuss-Vorsitzende John Warner. Die Senatoren machten geltend, dass Bushs Neuregelung künftige US-Gefangene gefährden und das Ansehen der USA in der Welt beschädigen könnte.

Das Quartett erhielt dabei die Schützenhilfe des ehemaligen US-Außenministers Colin Powell. „Die Welt beginnt an der moralischen Basis unseres Kampfs gegen den Terrorismus zu zweifeln“, schrieb Powell in einem Brief an McCain. „Artikel 3 der Genfer Konvention neu zu definieren, würde zu diesen Zweifeln beitragen.“ Bush wies die Äußerungen mit dem Hinweis zurück, es würden „alle möglichen Briefe“ veröffentlicht.

Nun dürfte es zu schwierigen Verhandlungen zwischen Senat, Repräsentantenhaus und Regierung kommen. Senator McCain zeigte sich zuversichtlich, dass ein Abkommen möglich sei. „Wir wollen sicher gehen, dass die Genfer Konventionen nicht verändert werden“, sagte McCain im US-Nachrichtensender CNN. „Denn wenn wir Zusätze zu den Konventionen machen, werden das auch andere Nationen tun.“

Die US-Regierung reagiert mit dem neuen Gesetz auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs. Dieser hatte im Juni entschieden, dass die gegenwärtige Praxis der juristischen Verfolgung von Terrorverdächtigen illegal sei und die Genfer Konventionen verletzt. Bush hat vor kurzem die Existenz eines Programms des Geheimdienstes CIA eingeräumt, bei dem Terrorverdächtige in Geheimgefängnissen verhört werden. Dabei kommen von der US-Regierung als „alternativ“ bezeichnete Verhörmethoden zum Einsatz. Menschenrechtler werfen den USA vor, dass sich hinter dem Begriff Praktiken verbergen, die unter das Folterverbot fallen.

Missile fired at helicopter escorting Sen. McCain

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Full Crash – Immobilienpreise in den USA stürzen ab

Karl Weiss – Nach einigen Anzeichen scheint sich die von einer Anzahl von Beobachtern bereits vorausgesehene weltweite Wirtschaftskrise in diesem Moment zu entwickeln. War für den letzten Ausbruch einer Wirtschaftskrise im Jahr 2001 vor allem der Zusammenbruch der Blase (künstlich weit über Wert gehandelt) der „dotcom“-Gesellschaften in den USA der Auslöser, so scheint es diesmal die Immobilien-Blase in den USA zu sein, die der Weltwirtschaft den entscheidenden Anstoß gibt, in den Keller zu rauschen.

Die Werte von Häusern und anderen Immobilien in den Vereinigten Staaten haben innerhalb kurzer Zeit bis zu 30% nachgegeben. Die Zahl unverkaufter neuer Häuser ist auf dem höchsten Stand seit 10 Jahren. Der Absatz neuer Eigenheime, eine der wichtigsten US-amerikanischen Konjunkturindikatoren, ist im Juni stark gesunken. Jetzt kamen auch die Juli-Zahlen: Ein Einbruch von 22% im Jahresvergleich!. So einen starken Rückgang hat dieser Index seit Menschengedenken nicht gezeigt.

Aktienmärkte wie der wichtige japanische haben bereits nervös reagiert und einen steilen Abwärtsgang eingeschlagen. Auch der Aktienindex BOVESPA in Brasilien verlor deutlich an Wert.

Der Chefökonom des US-Brokerhauses Capital Economics wird vom britischen ‚Observer’ mit folgender Aussage zitiert: „Die Dinge laufen sehr schnell zur schlechten Seite. ‚Freier Fall’ ist ein starkes Wort, aber so muß man die Situation beschreiben.“

Über 12 % derer, die ihr Haus in den USA in den Jahren 2004 und 2005 auf Kredit gekauft haben, drohen es an die Bank zu verlieren.Diese Zahl dürfte Ende des Jahres noch einmal drastisch steigen, wenn die Hauskäufer von 2006 zum ersten Mal Marktzinsen zahlen müssen. In den USA ist es üblich, daß die Banken Hypothekenkredite anbieten, bei denen im Jahr des Erwerbs keine Zahlungen fällig sind. Dafür hat man aber nicht, wie in Deutschland, auf Jahre festgelegte Zinsraten, sondern frei floatende Zinssätze, die nun stark ansteigen. Anfang 2007 werden für Hypothekenkredite in Höhe von 300 Milliarden Dollar zum ersten Mal die Zinsen in Monatsraten fällig sein. Das dürfte einen Schock geben.

Im Jahr 2002, zum Zeitpunkt des Höhepunkts der letzten Weltwirtschaftskrise, waren die US-Leitzinsen auf fast 0 % gesenkt worden. Viele Hausbesitzer konnten mit neuen, niedrigen Zinsen umschulden. Dadurch wurde Kaufkraft frei. Auch der Kauf eines neuen Hauses wurde so erleichtert und die Bauwirtschaft angekurbelt. So konnte die US-Wirtschaft, wenn auch langsam, zurückfinden zu einem Wachstum. Kaum war aber ein deutliches Wachstum erreicht, nicht zuletzt angefacht durch die riesigen Ausgaben für die Hochrüstung zum Irak-Krieg ab Anfang 2003, begann die „Fed“, die Leit-Zinsen zu erhöhen, Monat für Monat, jedes Mal ein Viertel Prozentpunkt, 18 Monate lang. Im Juli 2006 erreichten die Leitzinsen 5,5 %. Erst im August wurde erstmals keine weitere Erhöhung durchgeführt.

Damit wurde der internationale Kurs des Dollar gestützt – und das war auch notwendig. Es wurde eine beginnende Inflation verhindert. Auch das hat geklappt. Aber gleichzeitig hat man für die Konjunktur schwerste Bremsen angezogen. Wer gerade neue Hypothekenkredite aufgenommen hatte – oder wer solche schon lange abzahlte -, sie alle müssen nun deutlich höhere Zinsen (Monatsraten) zahlen. Das zieht Kaufkraft aus der Wirtschaft und schaufelt Geld dahin, wo es sowieso im Überfluss vorhanden ist, bei Kreditinstituten und Großkonzernen. So brachen die Hausverkäufe und in der Folge die Neubauten ein. Das ließ nicht nur die Bauwirtschaft in eine Krise schlittern, sondern auch die Preise für Immobilien zusammenbrechen.

Nicht umsonst sind die Verkäufe von Neuwagen in den Vereinigten Staaten im Juni 2006 gegen den gleichen Monat des Vorjahres um über 2% eingebrochen. Im Moment kann der Verkauf von Neuwagen nur mit satten Abschlägen einigermaßen auf dem Stand des Vorjahres gehalten werden.Die durchschnittlichen Familien in den USA haben weniger Geld auszugeben. 68% der US-Amerikaner leben heute in Familien, die (wenigstens) ein Haus besitzen. Und ein großer Teil davon zahlt immer noch ab.

Von 2001 bis 2003 wurden in den USA nach Schätzungen der Harvard Universität 333 Milliarden Dollar als Kredite auf Hypotheken aufgenommen.

Dazu kam ein anderer Effekt. Durch die niedrigen Zinsen konnten Hausbesitzer einen extrem billigen Kredit bekommen, wenn sie dafür eine Hypothek aufs Haus gaben. Das führte damals zu einer Welle von Autokäufen und anderen Anschaffungen. Nun müssen für alle diese Kredite relativ hohe Zinsen und damit Monatsraten gezahlt werden. Auch das kostet Kaufkraft.

Nach Angaben des „Guardian“ wird geschätzt, daß in den USA ab Ende des Jahres jeden Monat etwa 73.000 Beschäftigte am Bau und im Zusammenhang damit ihre Jobs verlieren. Aus der gleichen Quelle kommt die Einschätzung: Dies alles könnte eine vernichtende Wirkung auf die Weltkonjunktur haben, schlimmer als der „dotcom-Crash“, der die letzte Wirtschaftskrise auslöste.

Nach einer Schätzung des Chef Ökonomen der Morgan Stanley Bank wird der Bau-Crash etwa zwei Prozent vom US-Wirtschaftswachstum auffressen. Kommt noch ein anderer Effekt dazu (es wurde schon vom Einbruch der Neuwagenverkäufe gesprochen, der eine andere Schlüsselindustrie betrifft), kann dies die Wirtschaftskrise für die USA auslösen, was ohne Zweifel anschließend die Weltwirtschaftkrise auslöst.

Was man genau unter einer Wirtschaftkrise versteht, hat nichts mit den Aktienkursen zu tun, sondern es wird objektiv gemessen an der Verringerung des „Gross National Product“ (so etwas ähnliches wie das „Bruttosozialprodukt“) in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen (gegenüber dem vorherigen Quartal). Das kann sowohl auf eine nationale Wirtschaft angewandt werden, wie die der USA, als auch auf die Weltwirtschaft (dann werden die Zahlen der OECD-Länder zusammengerechnet (die OECD-Länder sind die großen Industrieländer), was dann die Feststellung der Weltwirtschaftskrise ergibt.

Die objektive Feststellung einer Krise kann also erst mit einem Nachlauf von 3 bis 6 Monaten festgestellt werden. Wahrscheinlich wird unter diesen Umständen erst in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres diese definitive Feststellung möglich sein – wenn z.B. das erste und zweite Quartal 2007 diese Bedingungen erfüllen.

Dies alles aber bezieht sich darauf, daß keine anderen Maßnahmen ergriffen werden, die zum beschleunigten Ausbruch der Weltwirtschaftskrise führen. Weitgehende Sanktionen gegen den Iran oder ein Überfall auf dieses Land, was tiefgreifende Gegenmaßnahmen des Iran heraufordern würde, dürften nach aller Wahrscheinlichkeit den Ölpreis in die Stratosphäre schicken, was mit Sicherheit die Weltwirtschaftskrise unmittelbar auslösen würde.

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Es gab nie einen ‚Big Bang’

—- 7.9. 2006 — Karl Weiss – Die beiden Raumsonden ‚Pioneer’ 10 und 11, die seit Ende der 90er Jahre aus dem Sonnensystem hinaus und in die Unendlichkeit des Weltalls fliegen, haben schwere Abweichungen vom Kurs angezeigt. Sie wichen in Richtung der Sonne vom Kurs ab. Die heute im physikalischen Mainstream herrschenden Theorien können diesen Effekt nicht erklären.


Pioneer 10: Gucken was um die Ecke liegt

Fortschrittliche Physiker erklären das aber durch die moderne Äther-Theorie, wobei hier als fortschrittliche Physiker jene gekennzeichnet sind, die bewußt religiöse Vorgaben ablehnen, wenn es sich um Physik handelt. Die Äther-Theorie erklärt auch, warum das Licht von Sternen auf dem Weg zu uns im Spektrum nach Rot verschoben wird, was als die Ausdehnung des Weltalls interpretiert worden war, worauf die Idee des „Big Bang“ weiten Anklang fand. Aber die ist soeben endgültig widerlegt worden.

Der „Big Bang“, die Vorstellung eines Beginns des Universums viele Milliarden Jahre zurück in einer großen Explosion ausgehend von einer Zusammenballung aller Materie als Ausgangspunkt, wurde von einem katholischen Mönch, Georges Lemaître, im Jahr 1927 erfunden. Sie versucht die Lehren der Religion mit den Erkenntnissen der Physik in Einklang zu bringen. Zwei Jahre später, 1929, entdeckte Hubble die Rotverschiebung im Spektrum des Lichtes von den Sternen und auf den ersten Blick schien beides übereinzustimmen, jedenfalls wenn man die Rotverschiebung als Fluchtbewegung aller Sterne voneinander interpretiert.

Im Kern war die „Big-Bang-Theorie“bereits früh widerlegt, denn der aus der scheinbaren Ausdehnungsgeschwindigkeit errechnete Zeitpunkt des „Big Bang“ hatte sich bald als unmöglich herausgestellt. Man hatte bereits ältere Teile des Weltraums entdeckt. Dann aber wurde die „Big-Bang-Theorie“ von ihren Apologeten ständig neu variiert, um sie den Entdeckungen anzupassen, was aber schließlich mehr und mehr groteske Formen annahm und nun endgültig nicht mehr akzeptiert werden kann.

In letzter Zeit sind drei wichtige neue Ergebnisse der Weltraumforschung bekannt geworden, die zusammen genommen die Theorie von der Ausdehnung des Weltraums und die damit zusammenhängende „Big-Bang“-Theorie endgültig widerlegen und die von der Mainstream-Physik bisher abgelehnte moderne Äthertheorie belegen.

Das erste ist eben jene Kursabweichung der Pioneer-Sonden, die oben schon genannt wurde.

Die zweite ist eine mathematische Berechnung der Größe des notwendigen „Schwarzen Lochs“, daß am Anfang eines „Big Bangs“ hätte stehen müssen. Zwar hatten die Anhänger der Big-Bang-Theorie bereits eine Hilfstheorie entwickelt, nach der in den ersten drei Sekunden des Weltalls die physikalischen Gesetze noch nicht gegolten hätten, um die Unmöglichkeit der Expansion eines „Schwarzen Loches“ zu überspielen, aber diese neuen Berechnungen haben auch diese Hilfstheorie detoniert. Auch nach drei Sekunden konnte unmöglich eine Geschwindigkeit erreicht worden sein, die ein Entkommen aus der Schwerkraft des „Schwarzen Loches“ möglich machen würde, das den ganzen Weltraum beinhaltete, denn es hätte viele Lichtjahre Ausdehnung haben müssen. Wer interessiert an dieser Berechnung ist: Sie ist kurz auf der Site http://www.whatreallyhappened.com zusammengefaßt unter /bang.html.

Die dritte Entdeckung schließlich ist die genaue Untersuchung der Mikrowellenstrahlung, die von allen Seiten, schwach und gleichmäßig auf die Erde einströmt und die als Beweis eines „Widerhalls“ des „Big Bang“ angesehen wurde. Diese Mikrowellenstrahlung müßte also nach dieser Theorie von den Grenzen des Weltalls kommen. Damit müßten wir „Schatten“ auf dieser Strahlung aus den Richtungen finden, in denen – von uns aus gesehen – besonders intensive Cluster von Galaxien konzentriert sind. Forscher der University of Albama in Huntsville unter Dr. Richard Lieu haben nun modernste Meßmethoden auf diese Mikrowellenstrahlung angewandt, um jene „Schatten“ hinter (vor) den Clustern zu finden. Insgesamt wurden die möglichen Schatten von 31 Clustern untersucht. Es fanden sich nur bei einem Teil von ihnen Schatten, bei vielen anderen überhaupt keine. Damit kann ausgeschlossen werden, daß die Mikrowellenstrahlung ein „Echo“ eines „Big Bang“ darstellen könnte und der einzige scheinbare Beweis des „Big Bang“ hat sich in Luft aufgelöst. Einen Artikel hierüber findet man auf der Site http://www.physorg.com unter /news76314500.html.

Die moderne Äther-Theorie sagt: Der angeblich leere Raum im Weltall ist nicht leer, sondern gefüllt mit einer leichten, unsichtbaren Materie, die ähnlich den früher herrschenden Theorien als Äther bezeichnet wurde. Im Gegensatz zu den alten Äther-Theorien, die längst widerlegt sind, konstatiert die moderne einen bisher unbekannten Zustand von Materie bei diesem Äther, der es bisher unmöglich gemacht hat, diesen Äther nachzuweisen. Nur indirekte Nachweise sind bisher möglich.

Man weiß aber schon seit vielen Jahrzehnten, daß die Masse der sichtbaren oder erkennbaren Objekte im Weltraum bei weitem nicht mit dem übereinstimmt, was beobachtet wird – es muß weit mehr Masse vorhanden sein, als erkennbar ist. Es wurden Theorien über angebliche dunkle Materien im Weltraum aufgestellt, die jene fehlende Materie darstellen würde. Aber es wurden nirgends solche Massen von dunkler Materie gefunden, die jene große Abweichung erklären könnte (sie müßte ja die dahinter liegenden Sterne verdunkeln). Mit der modernen Äther-Theorie aber läßt sich dieses Phänomen leicht erklären.

Auch die Abweichung der Flugbahnen von Pioner 10 und 11 ist so erklärlich: innerhalb des Sonnensystems existiert der Äther, der insgesamt eine Masse von etwa 30 Erdmassen im Sonnensystem ausmacht. Diese Masse war nicht kalkuliert worden und verursachte die Bahnänderung.

Es gibt auch eine einleuchtende andere Theorie, woher die Mikrowellenstrahlung kommt, die uns wie eine „Hintergrundstrahlung“ vorkommt. Nach allem, was wir heute wissen, können schwere Elemente im Weltraum nur aus Supernova-Explosionen entstehen. Da wir hier in der Umgebung des Sonnensystems aber eine starke Zusammenballung schwerer Elemente feststellen (Die Erde ist ja zum größten Teil ein Brocken aus Eisen und Nickel, also schwerer Elemente), geht diese Theorie davon aus, daß hier eine Supernova-Explosion stattfand und die Mikrowellenstrahlung der „Widerhall“ dieser Explosion ist.

Immer wieder trifft man man auf die gleiche Erscheinung: Wenn religiöse Kriterien an Wissenschaft angelegt werden, kann dies nur hinderlich sein. Das traf zu, als man Giordano Bruno acht Jahre folterte und dann bei lebendigem Leib verbrannte, weil er religiöse Dogmen durch wissenschaftiche Erkenntnisse ersetzen wollte und das gilt heute noch genauso. Giordano Bruno basierte auf den Erkenntnissen von Kopernicus und hat als erster festgestellt: Das Weltall ist ewig und unendlich, die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Weltalls, die Sonne ist ein Stern, nur näher, und andere Sterne könnten auch Planeten haben.

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Missile fired at helicopter escorting Sen. McCain

AP – Georgia’s defense minister said a helicopter in which he was riding came under fire Sunday as it flew over the separatist province of South Ossetia, but it landed safely and nobody was hurt.

Defense Minister Irakli Okruashvili spoke hours after South Ossetian officials said their forces shot down a Georgian government helicopter that invaded the breakaway region’s airspace. Georgian military officials swiftly denied it was shot down.


Senator John McCain (right)

Georgia’s Interior Ministry also said Sunday that in a similar incident last week, a surface-to-air missile was fired at a helicopter escorting a U.S. Senate delegation led by Republican Sen. John McCain of Arizona. The aircraft was not damaged and U.S. authorities had been notified, the ministry said.

In Washington, State Department spokeswoman Joanne Moore said she had no information about the incident.

Speaking to reporters in Gori, a town near South Ossetia, Okruashvili said the Mi-8 helicopter came under large-caliber machine-gun fire from a forested area during a flight to a base in western Georgia.

He said the craft was hit and the pilots struggled to control it and keep it flying for 15 minutes, but were able to land safely with no casualties. He showed reporters a helicopter with several bullet holes in its body.

Earlier, South Ossetian government spokeswoman Irina Gagloyeva said a Georgian Interior Ministry helicopter was downed after its crew failed to respond to requests to land or change their route.

The incident was certain to deepen tensions between the Georgian government and the separatist leadership of South Ossetia, which has close ties to Russia and has run its own affairs since breaking away in a war in the early 1990s.

Georgian President Mikhail Saakashvili, a staunch U.S. ally who was elected in January 2004, has vowed to establish control over South Ossetia and another breakaway region, Abkhazia.

Georgian Interior Ministry representative Shota Khizanishvili initially confirmed that a ministry helicopter had been shot down, but two Georgian military officials soon contradicted his statement.

Okruashvili said the deputy chief of staff of Georgia’s armed forces also was on the helicopter, but he did not say how many people were aboard.

The military chief, whose statements have angered South Ossetian leaders and Russian officials in the past, said that he does not recognize any airspace as belonging to the separatist government.

Georgian Prime Minister Zurab Nogaideli called the incident „one more provocation in a series of many provocations,“ the ITAR-Tass news agency reported.

The Georgian government accuses Russia of supporting the separatists in a bid to prolong its centuries-old domination of Georgia, which is courting the United States and NATO under Saakashvili.

Clashes erupted in 2004 after a military buildup on both sides that followed a Georgian operation to combat smuggling through South Ossetia, which borders Russia. Sixteen people were reported killed.

About 10 people also were wounded last September during shelling of South Ossetia’s capital, Tskhinvali, and an armed standoff erupted between a Georgian military unit and Russian peacekeepers in May.

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China investiert 11 Milliarden Dollar in Venezuela

Karl Weiss – Vergangene Woche kam der venezulanische Präsident Hugo Chávez aus China zurück. Im Gepäck brachte er aus Peking Verträge mit, die seinem Land einen wichtigen Vorwärtsstoß in der Entwicklung geben könnte. China wird 11 Milliarden Dollar in Venezuela investieren.

Insgesamt hat Venezuela, weltweit fünftgrößter Erdölexporteur und das Land mit den größten noch nicht erschlossenen Erdölvorkommen auf der Erde, 9 Verträge mit China geschlossen. Der wichtigste davon ist der über den gemeinsamen Bau einer Eisenbahnlinie, in die China 9 Milliarden Dollar investieren wird. Die Verträge über Investititionen in die Öl-Infrastruktur summieren sich zu 2 Milliarden Dollar, die nach Venezuela fließen werden. Dazu kommen Verträge über finanzielle Zusammenarbeit und über die Lieferung von Erdöl an China.

Die Erdöllieferungen werden zunächst für 2007 auf 300 000 Barrels täglich erhöht, um dann im Verlauf von 5 Jahren auf 500 000 gesteigert zu werden. Im Moment sind es 150 000 Barrels, die an China gehen. Dies stellt bereits einen gewaltigen Schritt gegenüber den 14 000 Barrels täglich von 2004 dar.

Interessantes Joint Venture
Es wird aber nicht nur Öl von Venezuela gekauft, sondern auch in Öl investiert. Die venezuelanische Staats-Ölfirma ‚Petroleos de Venezuela’ und die chinesiche staatliche ‚China National Petroleum Company’ haben ein ‚Joint Venture’ gegründet, das neue Ölfelder in der venezuelanischen Region Zumano und im Orinoko Heavy Oil Belt erschließen soll. Es war eines der wichtigsten Anliegen Chávez, möglichst schnell mit der Erschließung der weltweit größten Ölreserve mit Schweröl im Orinko-Becken beginnen zu können.

Die Zumano Region hat nachgewiesene Reserven von 400 Millionen Barrels von leichtem Erdöl, von denen im Moment erst 25.000 Barrels täglich gefördert werden. Außerdem gibt es dort Erdgas in der Größenordnung von 4 Trillionen Kubik-Fuß.
China hat nach Aussagen eines Spezialisten Erfahrungen in der Ausbeutung bereits seit längerer Zeit angezapfter Erdölvorkommen, was in diesem Fall Venezuela sehr zugute kommen könnte.

Der Schwerölgürtel im Orinoko-Becken ist praktisch unerschlossen. Schweröl benötigt eine Reihe zusätzlicher spezieller Maßnahmen und Raffinerie-Anlagen, um gefördert, transportiert und in Benzin und Diesel sowie Chemie-Rohstoffe umgewandelt zu werden. All diese neue Infrastruktur gibt es bisher in Venezuela nicht.

Das neue Joint Venture soll den Junin 4-Block erschließen. Insgesamt gibt es 27 Schwerölblöcke, die nach Aussagen von Cháves wahrscheinlich um die 235 Billion Barrels verwertbaren Schweröls enthalten.

Venezuela wird sich außerdem eine eigene Flotte von Öltankern zulegen, wofür Chávez bereits eine Investition von 1,3 Billions of Dollars angekündigt hat. Ebenso wird eine große Anzahl von Bohr-Anlagen gekauft bzw. selbst konstruiert.

Venezuela ist im Moment neben Libyen, Großbritannien und Norwegen ein wichtiger Lieferant leichten, besonders hochwertigen Erdöls. Das Schweröl dagegen wird mit deutlichen Preisabschlägen gehandelt. China hat bisher keine Raffinerien, die Schweröl verarbeiten können.

Venezuela ist bis jetzt trotz seiner Ölvorkommen, seiner Ölexporte und sogar einer eigenen Ölfirma in den Vereinigten Staaten, der Citgo, ein Entwicklungsland mit allen Begleiterscheinungen wie schreiendes Elend und hoher Kriminalität geblieben. Das liegt vor allem daran, daß die venezuelanische Oligarchie, die vor Chávez ohne Ausnahme an der Macht war, die Reichtümer des Landes den Imperalisten für einen Appel und ein Ei zur Verfügung gestellt hatten.

Die Lage des Volkes hat sie nie interessiert, so wie auch in allen anderen Lateinamerikanischen Ländern. Zum Lohn bekamen die Oligarchen das Know-How aus Washington, wie man das eigene Volk ausbeutet, dabei steinreich wird und im Zweifelsfall einen Militärputsch durchführt, wenn das Volk anfängt sich zu weigern, seine Unterdrücker zu wählen.

Neue Epoche dank Putschversuch der USA
Erst als Cháves als gewählter Präsident Venezuelas sein „Saulus/Paulus-Erlebnis“ hatte im Jahre 2002, als die US-Regierung einen Putsch gegen ihn sponsorte, der aber niedergeshlagen werden konnte, begann eine neue Epoche in dem südamerikanischen Land.

Cháves erhöhte drastisch die Entgelte für die Ausbeutung der Ölreserven und verstaatlichte die Anlagen jener Konzerne, die mit den neuen Bedingungen nicht einverstanden waren. So kommt nun langsam mehr Geld in die Staatskassen, das Chávez auch zur Verbesserung der Lebenslage des Volkes einsetzt. Angesichts der verbreiteten Armut, die in Venezuela wie in anderen Entwicklungsländern herrscht, ist dies aber ein langsamer Prozeß.

Dabei muß Chávez auf zwei Seilen gleichzeitig balanzieren, ständig von Absturz bedroht: Einerseits kommt er nicht darum herum, sich mit der US-Regierung anzulegen, will er eine unabhängige Politik machen, die nicht von den Imperialisten diktiert ist, anererseits muß er versuchen, einem offenen Konflikt auszuweichen, solange er die eigenen Reihen nicht ausreichend gestärkt hat.

Auf der anderen Seite fordert er mit seiner sozialen Politik natürlich die traditionell Mächtigen Venezuelas heraus, die Zeitungen und Radio- und Fernsehstationen in ihren Händen haben und außerdem durch die US-Regierung unterstützt werden. Da er ihnen zwangsläufig Resourcen abschneidet, die sie traditionsgemäß aus dem Staatshaushalt abzweigten, sieht er sich dem wutschnaubenden Haß dieser Einflußreichen gegenüber. Sie sind stark in der Armee, der Polizei, an den Universitäten und in den Gerichten. Er muß sich jeden Schritt zweimal überlegen, um ihnen keinen Vorwand zu geben.

Aufstieg in der Liga
Ein wichtiger Schritt muß es jetzt für Chávez sein, eine neue, große Raffinerie zu bauen. Im Moment sind die gesamten Raffineriekapazitäten Venezuelas gerade ausreichend, den heimischen Kraftstoffbedarf zu decken. Solange man immer nur Rohöl auf dem internationalen Markt anbieten kann, kommt man über die Rolle eines Rohstofflieferanten für die „Big Players“ nicht hinaus. Erst in dem Moment, wenn man mit Benzin, Diesel, Heizöl, schweren Heizöl, Schmierölen und den verschiedensten Petrochemie-Rohstoffen im Massenumfang handeln kann, steigt man selbst in diese Liga auf.

Es gibt Verhandlungen mit der staatlichen brasilianischen Petrobras über den Bau einer gemeinsamen Großraffinerie durch das bereits bestehende Joint Venture.

Venezuelas Faustpfand und zugleich Achillesferse ist, daß fast zwei Drittel seiner Ölexporte in die USA gehen. Venezuela ist einer der vier großen Öllieferanten für den größten Ölimporteur weltweit, die Vereinigten Staaten. In einigen Monaten liefert Venezuela sogar das meiste Öl dort, noch vor Saudi-Arabien.

Einerseits kann man dadurch glaubhaft mit der Ölwaffe drohen und die Chávez-Regierung macht ausführlich davon Gebrauch. Es wurde nicht nur für den Fall eines Überfalls der US-Truppen auf Venezuela, sondern auch für den Fall eines neuen Versuchs eines Militärputschs gegen Chávez bereits mit dem Stop der Öllieferungen gedroht. Sogar für den Fall eines Überfalls auf den Iran hat Chávez bereits mit dem Öl gewinkt.

Andererseits würde aber die venezuelanische Wirtschaft sofort in den Kollaps treten, wenn die Einnahmen aus den Ölverkäufen an die USA ausfielen. So versucht Chávez also, seine Abhängigkeit von den USA zu vermindern. Der Vertrag mit China reiht sich zweifellos in diese Bemühungen ein. Allerdings sind die Ölexporte in die USA im ersten Halbjahr lediglich um 6,3% gesunken. Auch dies also ein langsamer Prozeß.

Damit steht das Zeitfenster des US-Imperialismus, Venezuela wieder auf Kurs zu bringen, immer noch offen. Noch ist Venezuela weitgehend von den Dollar-Einnahmen aus den USA abhängig, noch hat Chávez seine Macht im Inneren nicht zweifelsfrei konsolidiert, noch gibt es keine große und mächtige Volksmiliz, die einen Überfall zwangsläufig zum Albtraum machen würde, noch muß Chávez mit dem Militär im eigenen Land lavieren, noch ist die Armut im land nicht grundlegend bekämpft, noch ist Venezuela nicht der größte Ölexporteur der Erde.

Wenn irgendetwas die US-Regierung daran hindert, Venezuela jetzt zu „kassieren“, so ist es das Desaster im Irak. 150.000 Mann der Truppen sind dort „gefangen“ in ihren Bastionen, während die Milizen der Vasallenregierung ein Massaker nach dem anderen begehen Große andere Teile der aktiven Truppen werden gebraucht, um die Stützpunkte und Foltergefängnisse weltweit zu bestücken und zu bewachen. Es stehen einfach nicht genug Truppen bereit, um einen Überfall zum leichten Sieg zu machen. Und hier in Südamerika kann man auch nicht den Bluthund Israel einsetzen.

So unglaublich es klingt, aber Chávez hat hauptsächlich eine Chance wegen der Widerstandsbewegung im Irak.

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Strafverfahren gegen Gutachter-Seilschaft eingestellt

Harald Haack – Einer Gruppe namhafter medizinischer Gutachter drohte in Deutschland Knast – vorausgesetzt, dass die Staatsanwaltschaft in Würzburg die Anzeige der Initiative kritischer Umweltgeschädigter e.V. (IKU e.V.) das Strafverfahren nicht einstellte, sondern weiter führte. Der Vorwurf der IKU: Die Gutachter sollen falsche Gesundheitszeugnisse zugunsten von Berufsgenossenschaften und zum Schutz von Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter mit ungenügenden Arbeitsschutzmaßnahmen sicherten, ausgestellt haben. Wurden die Gutachter bestochen oder sind sie Überzeugungstäter? Das lässt sich jetzt nicht mehr juristisch klären, denn die Staatsanwaltschaft Würzburg stellte die Verfahren ein, wie mir der Sprecher der IKU, Peter Röder, in einem Telefonat mitteilte. Als Grund für die Einstellung soll die ermittelnde Staatsanwältin die bereits eingetretene Verjährung genannt haben.

Menschenfeindliches Verhalten einiger Berufsgenossenschaften
Die IKU wies schon 2004 nach, dass Ärzte bei der Erfassung von Berufskrankheiten nach einem inhaltlich fehlerhaften Merkblatt urteilten. Da dieses Vorgehen unhaltbar schien und aus Sicht der IKU einer dringenden Änderung bedurfte, wandte sich der Verein an das dafür zuständige Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung (BMGS). Das damals noch rot-grüne Ministerium betraute seinen Sachverständigenrat damit. Dieser fand heraus, dass die Einwände der IKU gerechtfertigt waren. Es gab eine offizielle Überarbeitung des Merkblattes. Und so wurde dann im Mai 2005 das neue Merkblatt zur Berufskrankheit „1317“ im Bundesarbeitsblatt veröffentlicht.

„1317“ beschreibt Nerven- und Hirnschäden, die durch den berufsbedingten Umgang mit Lösemitteln und deren Gemische verursacht werden. „Im neu überarbeiteten Merkblatt ist nun Jahrzehnte altes Wissen zu lesen, nämlich dass Lösemittel bleibende Nervenschäden hervorrufen, die sich auch fortentwickeln, d.h. sich verschlimmern können“, erklärt Peter Röder. Und sind Nervenschäden berufs- und lösemittelbedingt, muss die zuständige Berufsgenossenschaft nun Schadenersatz als Rente leisten.

Anders jedoch verhielt es sich nach dem vorherigen, alten Merkblatt, dass die IKU als „gefälscht“ bezeichnet. Danach galt ein Geschädigter zwei Jahre nach Expositionstopp als vollständig ausgeheilt. Eine nicht nur menschenfeindliche, sondern auch kriminelle Vorgehensweise! Mit dem nachweislich falschen Argument, Lösemittel könnten keine bleibenden Nervenschäden verursachen, wurden Tausende Anträge auf Rentenzahlungen seitens der Berufsgenossenschaften abgelehnt. Und selbst nach der Publikation des neuen Merkblattes zur Berufskrankheit „1317“ blieben zahlreiche Berufsgenossenschaften stur und hielten sich an den Inhalt des alten Merkblattes und verweigerten Entschädigungszahlungen.

Häufig sei es aber nicht der böse Wille, sondern schlichtweg die Dummheit von Mitarbeitern der Berufsgenossenschaften, die ihre Arbeitgeber vor dem Kadi brächten, meint Röder.

Vom Opfer zum Ankläger
Der Sprecher der IKU, Peter Röder, war während seiner Lehre zum Bauschreiner über Jahre hinweg dem lindanhaltigen Holzschutzmittel Xylamon, das von der Firma Desowag hergestellt wurde, ausgesetzt. Auf Anweisung des damaligen Ausbilders kam es zu einem großflächigen, intensiven Kontakt von Xylamon mit der ungeschützten Haut von Röder. Er erkrankte schwer und wurde arbeitsunfähig. Weil er daraufhin mangels Einkommen seine Unterhaltszahlungen nicht leisten konnte, wurde er als schwerkranker Mann in ein Gefängnis gesteckt. Seine flehenden Hinweise auf seine Krankheit wurden wenig beachtet – weder von der Gefängnisleitung noch von einem Amtsarzt. Chemisch belastete Gefängniskost, die andere Menschen größtenteils schadlos überstehen, machte ihn, dessen Organismus durchs Xylamon geschädigt und sensibilisiert war, noch kränker. Schwere Magen- und Darmblutungen, nur um einige Symptome seines Leids zu nennen, waren die Folge und nach seiner Entlassung bescheinigten Mediziner ihm einen teilweise perforierten Darm.

Dass er überlebt hat, grenzt wohl an ein Wunder. Man kann es aber auch Röders Lebenswillen zuschreiben, die in eine Art tiefste Empörung über das gründet, was man ihm angetan hat. Röder ließ das keine Ruhe und forschte nach dem Wieso und dem Warum und stieß dabei auf die Machenschaften einer Gruppe von Gutachtern.

Er stellte Strafanzeige gegen die Gruppe von angeblich gerichtlich
vereidigten Gutachtern, insgesamt drei Beschuldigte. Alle diese Drei behaupten, wie Röder in einer Presse-Mitteilung der IKU bekannt gab, dass seine Krankheitssymptome „nicht typisch für eine Löse- oder Holzschutzmittelvergiftung“ seien. Röder fand jedoch heraus, dass sie damit das Wissen seit Jahrzehnten anerkannter schulmedizinischer Fachliteratur übergehen und diese willkürlich und selbstherrlich negieren. Auch sollen sie Schweregrad und Umfang der tatsächlich vorliegenden Gesundheitsschäden von Antragstellern einer Invalidenrente zugunsten der Berufsgenossenschaften verfälscht haben.

Peter Röder, hatte während seiner Zeugenvernehmung mehrfach betont, dass es ihm bei diesen Anzeigen nicht um die Frage geht, ob die bei ihm vorliegenden Gesundheitsschäden durch Holzschutz- oder Lösemittel hervorgerufen wurden – oder nicht. Es sei aber zu klären, ob die Gutachter alle vorliegenden Befunde beachtet und das Krankheitsbild in den Gutachten korrekt wiedergegeben haben sowie ob die beim Anzeigeerstatter erhobenen Befunde und dokumentierten Symptome typisch für eine solche Vergiftung sind – oder nicht. Er könne nachweisen, so die IKU in ihrer Presse-Mitteilung, die Gutachter hätten dutzendweise die fachärztlich erhobenen Befunde und Diagnosen in den Gutachten ignoriert oder verleugnet und nachweislich vorhandene Gesundheitsschäden erheblichen Ausmaßes verharmlosend dargestellt. Als Beispiel führte die IKU einen fachärztlich befundeten walnußgroßen Tumor (Weichteilsarkom) am Unterkiefer von Peter Röder an, der im Gutachten eines der Beschuldigten zu einem harmlosen „Doppelkinn“ gemacht wurde. Weichteilsarkome aber sollen, so die IKU, laut Fachliteratur typisch für Lösemittelvergiftungen sein.

Gutachter sollte immer persönlich vor Gericht aussagen
Peter Röder stellte den Ermittlungsbehörden umfangreiche Unterlagen zur Verfügung, doch, wie schon erwähnt, wegen der bereits eingetretenen Verjährung musste die Staatsanwaltschaft Würzburg das Ermittlungsverfahren einstellen.

In einem Gespräch mit der Staatsanwältin will Peter Röder erfahren haben, dass vereidigte medizinische Gutachter in Deutschland ungestraft ausgehen, wenn sie falsche oder verfälschende Aussagen einem Gericht nur schriftlich übermitteln. Folglich sollte man bei entsprechenden Zivilprozessen medizinische Gutachter, deren Aussagen einem auffallend falsch erscheinen, immer vom Gericht laden lassen, um sie des Meineids überführen zu können. Auch sollte man, so will Röder zusätzlich erfahren haben, dass Prozeßbetrug so lange im Verfahren – ohne eintretende Verjährung – fortbestehe, wie das betreffende Gutachten Teil eines laufenden Verfahrens sei. Ein namhafter Ex-Staatsanwalt habe ihm das bestätigt. Aber um die Rechtsberatung eines versierten Rechtsanwaltes kommt man in einem solchen juristischen Problembereich derzeit wohl noch nicht herum.

Initiative kritischer Umweltgeschädigter e.V. (IKU e.V.)
Zusammenarbeit zwischen dem AK Konzernentmachtung und der IKU – Initiative kritischer Umweltgeschädigter e.V.
taz – Der Panter 2005 – Galerie Nominierte. Die zehnte Nominierung / Helden-Steckbrief
taz – Ausgebremst von Sachverständigen

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Fidel bald wieder fidel

Harald Haack – In Kuba herrsche absolute Ruhe, wie Raul Castro, der Bruder des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro, jetzt einer syrischen Delegation erklärte. Außerdem, so berichtet die Parteizeitung „Granma“, erhole sich Fidel „allmählich und zufrieden stellend“. Raul ist der derzeit amtierende Präsident von Kuba. Fidel Castro hatte ihm, da schwer erkrankt, den Posten übertragen. Unter Raul Castros Führung wird zurzeit das Gipfeltreffen der Blockfreien vorbereitet, das vom 11. bis 16. September 2006 in Havanna stattfinden soll. Damit wird es das dritte Mal sein, dass sich diese Staatsgruppe in Havanna trifft. Angesagt haben sich Delegationen aus 116 Staaten. Fidel Castro hatte dieses Treffen zu einem Forum gegen die USA machen wollen, wie die „Basler Zeitung“ schreibt. Wir dürfen also gespannt sein, in wie weit sein Bruder Raul sein Vorhaben realisiert und ob Fidel Castro bald wieder fidel genug ist, um wieder mit großen Worten gegen die USA ätzen zu können.

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Flugzeugabsturz in Kentucky – Erinnerungen an Hasloh

Harald Haack – In Lexington im US-Staat Kentucky stürzte am vergangenen Sonntag um 06.07 Uhr Ortszeit (12.07 MESZ) ein Regionaljet vom Typ CRJ-200 ab. An Bord befanden sich gemäß der US-Luftfahrtbehörde (FAA) 50 Menschen: 47 Passagiere und drei Crew-Mitglieder. Davon kamen 49 ums Leben, der erste Offizier überlebte schwer verletzt. Sein Zustand sei kritisch, erklärte ein Sprecher. Der Jet, eine Maschine mit zwei Heckdüsen der Gesellschaft Comair stürzte kurz nach dem Start ab.

Experten der FAA und der Flugsicherheitsbehörde (NTSB) nahmen an der Unglücksstelle sofort ihre Untersuchungen auf und sie fanden beide Flugschreiber noch am Sonntag, wie ein Behördensprecher erklärte. Doch über die Unglücksursache wurde noch nichts bekannt.

Das Linien-Flugzeug war auf dem Weg nach Atlanta, als es in leichtem Regen abstürzte. Don Bornhorst, der Chef der Fluggesellschaft Comair, eine Tochter der Delta Airlines, erklärte, die Maschine sei regelmäßig gewartet worden, zuletzt am Samstag.

Dieses Unglück, das als der schwerste Flugzeugabsturz in den USA seit fast fünf Jahren gilt, könnte eine vorangegangene Dublette haben: Am späten Nachmittag des 6. September 1971 kam es in Norddeutschland bei Hasloh/Kreis Pinneberg unmittelbar über und neben der Autobahn A7 zu einem Flugzeugabsturz. Die Piloten einer zweistrahligen BAC 1-11 mit Rolls-Royce-Triebwerken am Heck versuchten nach dem Start in Fuhlsbüttel eine Notlandung auf der A7. Die Maschine kam dabei auf die Gegenfahrbahn des fließenden Verkehrs, kollidierte mit einem Brückenpfeiler, brach auseinander und ging auf einer Wiese in Flammen auf. Etliche Passagiere wurden regelrecht zerrissen dabei. Leichenteile lagen verstreut auf der Wiese, als die Freiwillige Feuerwehr aus Hamburg-Niendorf mit den Löscharbeiten begann. 96 von 119 Insassen des Flugzeuges überlebten.

Damals lebte ich am Rand des Niendorfer Geheges in Hamburg und wurde zunächst Ohrenzeuge, später Augenzeuge der Rettungs- und Untersuchungsarbeiten.

An jenem Tag war ich gerade heim gekommen und hörte die startende Maschine, deren Turbinenlärm sofort in ein hohes Heulen wechselte, dann gab es einen Knall und unmittelbar darauf einen zweiten. Das Turbinenheulen war damit schlagartig verstummt. Als Kameraassistent der Nachrichtensendung einer ausländischen Fernsehanstalt kam ich am Abend und am nächsten Morgen zur Unglückstelle. Ein Jahr danach arbeitete ich in einem Hamburger Filmkopierwerk und überprüfte die kopierten Film von Kunden auf Entwicklungsfehler. So erhielt ich eines Tages auch einen 16mm-Film der Hamburger Polizei zur Prüfung. Die Polizei hatte damals Kodachrome zum Filmen verwendet. Kopien dieses Umkehrmaterials wiesen durchweg knallige Farben auf. Blut leuchtete in dem Film grell rot in knallig grünem Gras. Das war sehr schrecklich. Hatte ich meine Arbeit an der Unglückstelle ohne Trauma überstanden, erlitt ich im Filmkopierwerk einen leichten Schock.

Auch Jürgen, damals 8 Jahre alt, wurde nach seinen Angaben „Augenzeuge“. Er schreibt auf seiner Webseite: „Kurz nach dem Start, noch im Steigflug, fielen beide Rolls-Royce-Triebwerke im Sekundenabstand mit einem scharfem Knall aus. … Das Flugzeug setzte auf, aber es kam nicht rechtzeitig zum Stehen und kollidierte mit einer Brücke. Tragflächen und Cockpit wurden abgerissen, der gesamte Rumpf wurde in Stücke gerissen und brannte aus. Die Passagiere versuchten, aus dem brennenden Wrack zu flüchten. 99 Menschen schafften es – sie überlebten. 21 Fluggäste und 1 Besatzungsmitglied starben. Im abschließenden Unfallbericht wurde festgestellt, dass irrtümlich vom Bodenpersonal statt der benötigten Kühlflüssigkeit, Flugbenzin in die Kühlmitteltanks der Triebwerke gefüllt wurde.“

Damals wie am vergangenen Sonntag waren die Unglücksmaschinen vor dem Start gewartet worden. Die Heckdüsen betreffend ähneln sich beide Flugzeugtypen. Die Maschine der Gesellschaft Comair wurde einen Tag zuvor gewartet und blieb bis zum Start am Sonntag am Boden, wie meine Nachfragen ergaben. Sollte es auch bei dieser Maschine zu einer Verwechslung der Tank-Einfüllstutzen gekommen sein?

SPIEGEL-Online will erfahren haben, dass es möglicherweise ein Pilotenfehler war. Der Pilot soll die falsche Startbahn genommen haben. Doch, so der Spiegel: „Das Flugzeug der Airline Comair sei kurz nach dem Start etwa eine Meile von der Rollbahn entfernt in ein Waldgebiet gestürzt und in Flammen aufgegangen.“

Folglich kann es, nachdem das Flugzeug abgehoben hatte und in der Luft war, nicht die Wahl der falschen Startbahn gewesen sein. Auch damals, 1971 in Hasloh, lag die Absturzstelle gut eine Meile von der Startbahn entfernt.

Plane crash kills 49
US-Luftfahrtbehörde FAA
Jürgens WebSeite

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Independent Journalist Jailed for Resisting Grand Jury Subpoena

San Francisco – Independent journalist Josh Wolf was jailed today for refusing to provide video footage to a federal grand jury convened in January. U.S. District Court Judge William Alsup denied Wolf’s First, Fourth, Fifth, and Sixth Amendment arguments, found him in civil contempt, and ordered him immediately jailed. Wolf, 24, was taken to the Dublin federal detention center, and could remain there until July 2007, for the duration of the grand jury.


Wolf’s incarceration has an undeniable chilling effect on his work, the work of other journalists, and people wanting to speak out against U.S. policies.“

Wolf was present at, and reporting on, a protest on July 8, 2005, in the Mission district against the Group of 8 (G8), meeting in Scotland at the time. Numerous witnesses at the demonstration reported that a police vehicle was driven into the crowd of protesters.

This action was followed by two police officers exiting the vehicle and violently assaulting multiple people on the street. Assistant U.S. Attorney Jeffrey Finigan is supposedly seeking video footage for what the government claims is attempted arson on a San Francisco Police Department (SFPD) vehicle. However, no damage has ever been reported by SFPD.

„It’s outrageous that the court is compelled to jail someone, let alone a journalist, over an incident that involved no property damage or harm to anyone,“ said Kris Hermes of the Grand Jury Resistance Project (GJRP), a coalition in support of Wolf and activists being harassed by the government. „Wolf’s incarceration has an undeniable chilling effect on his work, the work of other journalists, and people wanting to speak out against U.S. policies.“

Activists and Lawyers supporting Wolf have contended that this grand jury is an attempt to avoid California’s strict Reporter Shield Law, which protects journalists? files and notes. „Local police could be investigating this incident, but they’re not,“ continued Hermes. „the federal government absurdly asserts that this incident rises to the level of a federal crime because SFPD receives federal funds.“ Although similar shield laws exist in a majority of the state, no federal shield law exists to protect reporters.

At the close of today’s hearing, Judge Alsup abruptly denied Wolf’s request for bail. Alsup also denied a motion by Wolf’s attorney, Jose Luis Fuentes, to stay the incarceration until an attempt to overturn the contempt ruling could be heard by the U.S. Ninth Circuit Court of Appeals.

Later in the day, the San Francisco Board of Supervisors were due to vote on a resolution introduced by Supervisors Ross Mirkarimi and Tom Ammiano aimed at „resisting the federal government’s intervention in the City and County of San Francisco’s investigation of the July 8th, 2005 G-8 protest and expressing support for the California Shield Law.“ The Supervisors charge that the grand jury is an ?attempt to circumvent the local judicial system,? and they opposed federal government intervention in this matter. The resolution was sent to committee and will be heard within the next two weeks.

Wolf’s experience with the federal government and this grand jury is not isolated, and comes as dozens of journalists and activists across the country are being threatened with ndictments and jail time. „The U.S. government’s harassment of Josh Wolf is part of a broader, renewed use of the federal grand jury to suppress dissent,“ said Samantha Levens of the GJRP. In May, Jeff Hogg, a full-time nursing student who works with evelopmentally disabled adults in Eugene, Oregon, was jailed for refusing to comply with federal grand jury investigating environmental and animal rights activists. In San rancisco, a federal grand jury has recently been reconvened to investigate the animal iberation movement. Many activists refused to testify for the previous grand jury that xpired in May. However, new subpoenas to appear in August have been served on multiple animal rights activists.

Information compiled by the Grand Jury Resistance Project (GJRP), a coalition that provides education on politically motivated attacks by government and support to people targeted by these attacks, shows that grand juries are currently being used against environmental and animal rights activists, as well as groups that have historically struggled for self-determination.

The GJRP reports that in the past year, at least 66 individuals have been subpoenaed and/or indicted in Atlanta, Denver, Eugene, Sacramento, San Francisco, San Diego, Tampa, FL, and Trenton, NJ. At least fourteen people have refused to testify, and some were jailed for contempt. In an affidavit filed in connection with the indictment of three environmental activists in Auburn, CA, the FBI irrelevantly referenced “anarchists” and “anarchism” 26 times.

GJRP believes that the grand jury to which Josh Wolf has been subpoenaed is part of the same broad and unconstitutional federal investigation into anarchist and antiwar activity and other political movements that oppose U.S. policies.

Josh Wolf