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Die Zinswende leitet das Abgleiten in die Weltwirtschaftskrise ein

Karl Weiss – Bereits seit Beginn des Jahres hat die Berliner Umschau und Journalismus – Nachrichten von heute von der auf uns zukommenden Weltwirtschaftskrise gesprochen. Der sogenannte „Mini-Crash“ vom 22. Mai 2006 wurde als eines der Markzeichen auf diesem Weg interpretiert und die Wahrscheinlichkeit hervorgehoben, daß es kaum noch 10 Monate bis zum endgültigen Ausbruch der Krise dauern kann.

Jetzt kommt die Stimme von Herrn Knight dazu, dem Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, der „Zentralbank der Zentralbanken“. Er spricht von kommenden harten Zeiten – und diese Art von Bankern pflegen sich immer extrem vorsichtig auszudrücken.

Die harten Zeiten hängen mit‚Conundrum’ zusammen, das ‚Rätsel’, von dem der frühere Chef der US-Fed, Greenspan sprach. Obwohl die Fed bereits seit über eineinhalb Jahren die Leitzinsen angehoben hatte, Stufe für Stufe, waren die international weit wichtigeren Langfristzinsen, also die Zinserwartungen für die Zukunft, weiter bis auf historische Tiefststände gesunken.

Eigentlich hätten sie, wenn auch mit Zeitverzögerung, ebenfalls steigen müssen. Inzwischen – und das hängt wahrscheinlich auch mit den Ereignissen seit dem 22. Mai zusammen – gibt es aber auch für die Langzeitzinsen eine Wende nach oben, wenn auch noch schwächlich. Die Langfristzinsen bewegen sich typischerweise spiegelbildlich zu den Kursen der Anleihemärkte. Anders ausgedrückt, nun würden mit dem Beginn des allgemeinen Anstiegs der Langfristzinsen die Anleihekurse fallen. Das aber sind eben vor allem schlechte Nachrichten für die „Emerging Markets“, allen voran Indien und Brasilien, denn das bedeutet, die Staatsanleihen diesen Länder werden als risikoreicher als vorher eingeschätzt und die Börsen gehen in den Keller.

Damit wird meist auch die Wirtschaftsentwicklung im Land beeinträchtigt, wenn dies allerdings auch noch nicht der Auslöser einer Wirtschaftkrise ist.

Das Ergebnis war, daß das „volatile capital“ dort am 22. Mai und in einigen weiteren Schüben abgezogen wurde und in AAA-Anleihen floß, das sind solche, die als „bombensicher“ gelten, z.B. die der US-Regierung. Dadurch wurde auch der scheinbar unaufhaltsame Anstieg des Euro gegen den Dollar kurzzeitig unterbrochen. Der Euro drohte schon über 1,30 gegen den Dollar zu kommen, fiel aber dann wieder auf ein Niveau von 1,26 zurück. Dies wird aber als nur kurze Unterbrechung angesehen. Das Dollar-Euro-Verhältnis scheint ein anderes Niveau anzupeilen und bisher kann noch niemand sagen, wo das liegen wird.

Wenn, wie zu erwarten, die US-Fed Ende Juni einen weiteren Zinsschritt nach oben für die Leitzinsen beschließt, kann das einen schnellen Verfall des Dollarkurses, zumindest zeitweise, aufhalten, es bleibt aber fraglich, ob das auf Dauer gelingt. Gleichzeitig ist das Signal weiterer Zinserhöhungen aber für die Wirtschaftswachstums-Entwicklungen äußerst negativ. Die Aktienkurse werden das nicht ein bißchen gut finden. Wer heute sein Geld auf langfristig sinkende Aktienkurse setzt, hat eine Chance, richtig zu liegen.

Wenn die Langfristzinsen wirklich dauerhaft in einen Aufwärtstrend umgeschwenkt sind, bedeutet das laut Knight, daß die Rohstoffpreise, das bezieht sich hauptsächlich auf Gold, aber auch andere (das Öl stellt hier einen Sonderfall dar) ins Trudeln geraten ebenso wie die Immobilienpreise, was das Platzen von Immobilienblasen in vielen Ländern bedeuten kann. Das wiederum wird aber die Binnennachfrage schwächen, sei es in den USA oder anderswo – und das wiederum ist dann der Beginn des Abwärtsstrudels für die Weltwirtschaft, fügen wir hinzu.

Speziell wird in dem Maße, wie andere Länder (das meint vor allem China, Japan und Südkorea) nicht mehr in gleichem Maße bereits sein werden, das Dollar-Defizit zu finanzieren, sich ein enormer Druck auf den Dollarkurs entwickeln, der zu einer massiven Abwertung führen könnte, was wiederum die Weltwirtschaftskrise deutlich vertiefen würde, denn die meisten Regierungen haben ihre nationalen Staatsschätze auf Dollars basiert. Es müßten starke Anpassungen vorgenommen werden, die wiederum den Regierungen die Möglichkeiten nehmen würden Investitionen anzuheizen.

Natürlich würde in einer solchen Situation die Fed die Leitzinsen wieder erniedrigen, aber das würde den Druck auf den Dollar verschärfen. Insoweit könnte sogar das eintreten, was einige Finanzanalysten als „Worst-Case-Scenario“ ansehen, der Dollar in freiem Fall verbunden mit einer Weltwirtschaftskrise, die den Druck auf den Dollar erhöht usw. Es ist nicht einmal auszuschließen, daß die US-Wirtschaftsmacht, die wesentliche Grundlage ihrer Position als alleinige Supermacht, soweit geschwächt würde, daß andere imperialistische Mächte Anspruch auf die Weltherrschaft erheben könnten.

Kommt jetzt der Hedge-Fond-Crash?
Börsen und Währungen gehen in die Knie
25%-Fall des Dollar?

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Nur der Flügelschlag eines Schmetterlings?

Harald Haack – Angeblich reicht der Flügelschlag eines Schmetterlings aus, um laut Chaos-Theorie Unheil anzurichten. Aber sollten wir deshalb gleich alle Schmetterlinge vernichten? Immerhin bestünde die Möglichkeit, dass auch Gutes durch den zarten Schlag eines Schmetterlingflügels bewirkt wird.

Zufälle können im Grunde genommen keine Zufälle sein. Das haben Wissenschaftler herausgefunden. Statistisch lassen sie sich nicht beweisen. Wahrscheinlichkeitsrechnungen gaukeln nur eine gewisse Verteilung von Ereignissen vor, die aber keine zufällige Verteilung sind, sondern eine wahrscheinliche und gleichmäßige. Doch mit der statistischen Methode der stochaistischen Resonanz kommt man ihnen, den „Zufällen“, den Ausbrechern aus der Gleichmäßigkeit und ihrer „Lust“ zur Steigerung näher. Demnach ziehen sich „Zufälle“ an und steigern sich zu einem gemeinsamen Höhepunkt. Warum das so ist, weiß niemand. Und schon der Flügelschlag eines Schmetterlings kann alles verändern.

Wir Menschen glauben was wir sehen, hören, schmecken und fühlen. Unsere Sinnessorgane sind dafür ausgelegt. Doch uns fehlt offensichtlich ein weiteres, wichtiges Sinnesorgan – nämlich jenes, das den Zufall sinnvoll erfasst. Folglich drängt es uns in den Glauben. Forschungen ergaben kürzlich, dass religiöser Glaube eine bestimmte Funktion der Gehirnrinde ausschaltet.

Man fand heraus, dass vornehmlich das Gegenwartsempfinden durch Ausschaltung dafür verantwortlicher Hirnrindeteile manipuliert wird. So wird Gottesnähe erzeugt. Wer glaubt, der hat die Scheitellappen seines Gehirns lahm gelegt, und dies unabhängig von der Religion. Wer glaubt, fühlt sich nicht nur der Welt entrückt, er verliert mehr und mehr seinen Realitätsbezug und läuft Gefahr diese Entrückung zur Sucht werden zu lassen.

Wer glaubt, lügt sich in die eigene Tasche. Besonders Raucher tun dies. An Krebs werden sie natürlich nicht erkranken, so sagen sie sich, nur weil sie rauchen. Das sind doch immer die Anderen, weil sie keine guten Gene haben. Bei denen ist das dann angeblich vorprogrammiert, dass sie „wegen ein paar Zigaretten“ vorzeitig ins Gras beißen: „Richtige Deutsche können was ab!“

Besonders Frauen rauchen und in Deutschland sind es auffallend viele, die mit den Glimmstengel zwischen den Finger herumlaufen und ihr Heil im Rauchen suchen, weil Nichtrauchen ihrer Meinung nach dick macht. Selbst beim Joggen oder Radfahren wollen etliche deshalb nicht aufs Rauchen verzichten.

Es ist wahrlich kein Zufall, dass es so viel Nikotinsüchtige in Deutschland gibt. Die Tabaklobby geht zweifellos über Leichen und verteilt emsig Freikippen unter den Berliner Abgeordneten. Und die Nikotinsucht greift auch unter ihnen durch und führt recht schnell zu Steigerungen. Genau genommen ist die deutsche Politik also eine Politik der Süchtigen.


1991 wurde die psychiatrische Ambulanz einer großen Hamburger Klinik durch den Forschungsauftrag der Tabakindustrie voll ausgelastet. Zum Suizid neigende, nichtrauchende Hilfesuchende wurden prompt ins Programm integriert.

Um die Birne frei zu kriegen, wird geraucht. Um sich zu entspannen, wird geraucht. Um sich anzuregen, wird geraucht. Der Flügelschlag eines Schmetterlings aber kann das Chaos der Rauchgasschwaden beeinflussen. Gut, dass es in Europa noch Menschen gibt, die den massiven deutschen Raucher-Irrsinn stoppen.

Werbung für Suchtmittel ist im Grunde genommen und menschenrechtlich gesehen kriminell. Wer sich diesbezüglich über Werbeverbote empört, wie die deutsche Werbewirtschaft, Zigarettenlobby und Verleger, muss damit rechnen eines Tages wegen Beihilfe zu schwerer Körperverletzung und/oder Totschlags zum Zwecke der finanziellen Bereicherung zur Rechenschaft gezogen zu werden. Dieser Tag ist nicht mehr fern.

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Ach du liebe Güte, war das Brasilien?

Karl Weiss – So nun haben also alle oder fast alle Favoriten ihren Einstand gegeben bei der WM 2006 und man möchte dem internationalen Fußball wünschen, daß es in diesem Sport besseres gibt als das. Der am intensivsten erwartete Favorit Brasilien lieferte die schwächste Nummer von allen ab. Wie wäre es, wenn wir einfach zu Deutschland zurückkehren?

Natürlich war die Vorstellung Deutschlands im ersten Spiel schwer gestört durch die offensichtlichen Abwehrschwächen, aber mal ehrlich: Hat diese Weltmeisterschaft bisher Schöneres zu bieten gehabt als die vier Tore Deutschlands? Na gut, die Tschechen waren auch bestechend – aber Tschechien Weltmeister?


Auch nicht mehr die Besten – oder einfach zu viel Samba in der Schweiz?

Verkehrte Welt: Deutschland, traditionell eine fast unüberwindliche Abwehrmauer und ein eher schwächlicher Sturm, spielt plötzlich schön anzusehen vorne und zum Heulen hinten. Die Brasilianer dagegen, eigentlich als die Offensiv-Kanonen bekannt, brachten nach vorn so gut wie nichts zuwege, waren aber relativ geschlossen hinten. Brasilien aber wurde nur deshalb nicht von den Kroaten auseinandergepflückt, weil die selbst offenbar in einem Formtief sind und alle Chancen kläglich vergaben.

Oder ist das Ganze ein Problem der Auftaktspiele? Im ersten Spiel bleibt die Leistung immer bescheiden, wird dann aber immer besser? Man kann ja verstehen, daß die Brasilianer unter der Bürde des Super-Favoriten beinahe zerbrachen, aber wann hat man das letzte Mal eine so desaströse Leistung von ihnen gesehen? Wohl bei der Niederlage von 0:2 gegen Honduras.

Wann hat man schon einmal so einen hüftsteifen, unbeweglichen Ronaldo geshen? Ja richtig, beim 0:3 im Endspiel gegen Frankreich 1998.

Aber es gibt noch Spanien, niemand hat bisher von Spanien gesprochen. Spanien könnte noch positiv überraschen. Nun, die Chancen sind nicht groß, aber für den Fußball wäre es phantastisch, wenn jetzt wie Phönix aus der Asche Spanien am Fußballhimmel auftauchen könnte, alle überstrahlte und die Weltmeisterschaft gewänne.

Na gut, Argentinien war nicht wirklich fürchterlich schlecht, aber das große Argentinien, zum Ende des Spiels verzweifelt einen Ein-Tore-Vorsprung verteidigend gegen eine afrikanische Mannschaft, das kann doch wohl nicht wahr sein.

Auch die Holländer enttäuschten nicht auf der ganzen Linie. Ein neuer Stern am Fußballhimmel tauchte auf mit Robben. Das wars denn aber auch schon. Auch sie bedacht, das 1:0 zu verteidigen.

Eine Voll-Pleite das hochgeschätzte Portugal. Nur weil der Gegner auch portugiesisch sprach, blieb ihnen die Spucke weg? Auch sie eifrig besorgt, ein 1:0 zu verteidigen.

Oder Italien. Nicht wirklich schlecht. Aber wenn der undiskutable Schiedsrichter den Elfmeter für Ghana gegeben hätte, wie wäre das Spiel dann gelaufen? Und Ghana ist auch nicht annähernd ein Nachfolger von Kamerun.

Oder England. Man hatte es mit einem echten Gegner zu tun, aber die ganze Mannschaft in der Verteidigung, um das 1:0 zu verteidigen, gegen einen „Kleinen“, das war schon hart.

Oder war es einfach der Vollmond (war Vollmond, oder sah es nur so aus?)? Das ganze brasilianische Team war verzaubert und fast bewegungsunfähig durch das silberne Licht? War es das?

Werden wir anderntags aufwachen und man spielt wieder Fußball, wie wir ihn lieben, risikoreich und nach vorne – und schießt vier wunderschöne Tore, wenn man sich auch zwei einfängt von einem Costa Rica?

Der Welt beste Teams werden sich nie wieder verängstigt in die eigene Hälfte zurückziehen, um einen Ein-Tore-Vorsprung zu verteidigen? Falls sie denn überhaupt einen haben und nicht Schweden oder Frankreich heißen.

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Heute greift Brasilien in die WM ein

Karl Weiss – Die Fangemeinde in Brasilien, systematisch aufgeputscht durch die Medien, erwartet die Weltmeisterschaft, das sagenhafte „Hexa“ (sechsfacher Weltmeister) von ihrer Seleção, nicht mehr und nicht weniger. Tatsächlich ist Brasilien Hauptfavorit und kaum einer wird verneinen können, daß man die beste Mannschaft hat. Doch die absolute Sicherheit, mit der die brasilianischen Medien den Gewinn der Weltmeisterschaft als bereits feststehend herausposaunen, ist trotzdem unsinnig, um nicht zu sagen hirnverbrannt.

Fußball ist eine der wenigen Sportarten, in der nicht immer die Besten gewinnen, oder anders ausgedrückt, der Begriff „Die Besten“ ist in dieser Sportart am wenigsten zu fassen.

Es ist nicht übertrieben zu sagen, daß der Fußball sogar eine Tendenz hat, die großen Favoriten nicht gewinnen zu lassen – nicht generell, es gibt auch die Fälle, wo die Favoriten gewinnen, aber in ausgeprägter Zahl eben auch jene, wo die Favoriten enttäuschen.

Speziell gilt dies bei Turnieren und Pokalen, wenn sich also schwache Tage direkt auswirken und nicht, wie bei einer Meisterschaft mit Hin-und Rückspielen, auf die Dauer wieder ausgleichen. Insofern ist es eigentlich ein Wunder, daß noch nie ein Außenseiter die WM gewonnen hat. Ins Spiel um den dritten Platz kamen schon eine ganze Reihe „nicht Gesetzter“, aber zu mehr hat es nie gereicht. Dabei sind Ereignisse wie die Griechen, die die letzte Europameisterschaft gewannen oder die Kolumbianer, die die vorletzte Version der Südamerikameisterschaft für sich entschieden, normal im Fußball.

Speziell der moderne Fußball, der immer zunächst von der Verhinderung von Toren der anderen ausgeht und erst in zweiter Linie vom selbst Tore schießen, führt fast automatisch zu einer Nivellierung, einer Angleichung der Chancen, auch wenn eine Mannschaft technisch überlegen ist. Überhaupt tendieren die brasilianischen Medien, und nicht nur die, dazu, die Bedeutung der technischen Fähigkeiten der Spieler zu überschätzen. Ob einer 180 Mal den Ball von einem Fuß auf den anderen legen kann, ohne daß er den Boden berührt, sagt noch nicht viel über seine fußballerischen Fähigkeiten.

Luft für 120 Minuten
Die wesentlichen Grundlagen des heutigen Fußballs sind hohe Bewegungsintelligenz, Blick für das Spiel, Fähigkeit, seinen Ärger zu schlucken, überragende Kondition, Sprintschnelligkeit, Luft für 120 Minuten, speziell entwickelte und trainierte Muskulatur, Bereitschaft, alles zu geben, völliges Aufgehen in der gestellten Aufgabe, Knochen und Sehnen aus Stahl (bei den Fouls, die heute die Schiedsrichter durchgehen lassen, unabdingbar) und schließlich dann auch noch technische Fertigkeiten wie Fähigkeit zum korrekten Paß, zur korrekten Flanke, zur korrekten weiten Vorlage, Schußstärke und –Genauigkeit, Kopfballstärke und Schnelligkeit am Ball. Demgegenüber völlig untergeordnet (mit Ausnahmen) ist z.B. die Fähigkeit, dribbeln zu beherrschen oder Kunststückchen, wie das Heben des Balles über den Gegenspieler.

Wendet man dies auf die Unterschiede der brasilianischen Mannschaft von den anderen an, so schrumpft der scheinbare Riesenvorsprung auf einen recht mäßigen zusammen, der an einem schlechten Tag sogar verschwinden kann.

Z.B. sind die Spieler der Seleção mit Ausnahme der beiden Innenverteidiger schwach im Kopfball. Dazu kommt der Druck, der immer auf einem Favoriten lastet und der sich bis fast ins Unerträgliche steigern kann, wenn der Gegner durch irgendeinen dummen Zufall plötzlich in Führung geht. Manchmal funktioniert dann einfach gar nichts mehr. Es gibt auch den umgekehrten Effekt bei favorisierten Mannschaften: Hat man schon zwei Tore vorgelegt, fällt plötzlich alle Spannung von den Spielern ab und sie glauben, sie können das Spiel heimschaukeln. Es ist Legion die Zahl der Spiele, wo das schiefging, angefangen vom WM-Endspiel 1954 in der Schweiz, als die Ungarn, haushohe Favoriten, nach 10 Minuten 2:0 führten und ihre Konzentration nachließ. Der spätere Trainer und damalige Spielführer Koscic sagte später darüber: „In diesem Moment hatten wir das Spiel bereits verloren.“

Spielkultur
Nun, niemand wird die extrem hohe Spielkultur der Brasilianer in Frage stellen können. Ein vorderes Mittelfeld und Sturm mit Ronaldinho, Kaká, Ronaldo und Adriano ist sonst niemandem gegeben, auch die beiden Außenverteidiger Cafú und Roberto Carlos sind weiterhin absolute Spitze, auch wenn es schon ihre dritte Weltmeisterschaft ist (bei Cafú sogar die vierte; er könnte als einziger Spieler Pelés Rekord einstellen mit drei Weltmeistertiteln – und hätte sogar mit vier Finalteilnahmen hintereinander einen für alle Zeiten gedachten Rekord aufgestellt, wenn, wenn, wenn). Ansonsten aber, bei den beiden in Deutschland spielenden Innenverteidigern und den beiden defensiven Mittelfeldspielern ist von absoluter Weltspitze nicht die Rede, beim Torwart wird man sehen müssen, immerhin ist Dida beim AC Mailand seit geraumer Zeit Stammtorhüter.

Theoretisch müßte es für Brasilien reichen. Aber grau ist alle Theorie. Vielleicht könnte eine Niederlage heute gegen Kroatien den richtigen Warnschuß abgeben, den man brauchen könnte, um dann zu großer Form aufzulaufen. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß heute ein lockerer Durchmarsch der brasilianischen Mannschaft beginnt, die einen Gegner nach dem anderen wegputzt. Und dabei auch noch den Eindruck hinterläßt, daß sie sich nicht einmal voll ausgegeben hat. Wenn diese brasilianische Mannschaft ins Spielen kommt, wenn plötzlich alles funktioniert, dann ist sie unschlagbar. Die Argentinier können ein Lied davon singen seit dem Endspiel im Confederations-Cup letztes Jahr in Deutschland.

‚Worst-Case-Szenario’ wäre ein 1:0-Sieg heute gegen Kroatien und danach ein Einbruch mit einem frühen Ausscheiden. – genau das, was Topfavorit Argentinien bei der letzten Weltmeisterschaft in Japan und Süd-Korea widerfuhr.

Die Medien in Brasilien skandieren im Minuten-Takt: „A taça é nossa!“ ‚Der Pokal ist unser!’. So als ob alles schon gegessen sei. Ist es aber nicht. Wenn die Spieler sich davon beeinflussen lassen und aufs Spielfeld gehen mit dem Eindruck, schon fast gewonnen zu haben, ist das Desaster vorprogamiert.Andererseits möchte man es dem bescheiden und natürlich gebliebenen Ronaldinho, zum besten Spieler der Welt gewählt, gönnen, wiederum zu triumphieren. An einem guten Tag entscheidet er Spiele alleine.

Von Costa Rica übertölpeln lassen?
Jedenfalls wird der deutsche Fußballfan wohl kaum Gelegenheit haben, wieder ein Endspiel Deutschland-Brasilien zu sehen. Wenn unsere Verteidigung sich zwei Mal von Costa Rica übertölpeln läßt, wie viel wird die wohl von einem Argentinien eingeschenkt bekommen, das im Viertelfinale droht – wenn man denn überhaupt ins Viertelfinale kommt?

Jedenfalls ist Brasilien das einzige Land, in dem die Fans nichts außer dem Gewinn der Weltmeisterschaft akzeptieren. Ob man in der Vorrunde ausscheidet, wie 1966, im Achtelfinale, wie 1990, im Viertelfinale, wie 1986, in der Runde um den Einzug ins Finale, wie 1982 und 1978, oder im Endspiel unterliegt, wie 1998, ist völlig egal. Verloren ist verloren. Danach beginnt dann das Suchen nach Fehlern, nach Schuldigen und das ewige: Was wäre gewesen, wenn?

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Chinesischer Aktivist nach ARD-Interview schwer verletzt worden

Peking / SDA – Ein chinesischer Aktivist, der in einem Bericht des deutschen Fernsehens über den umstrittenen Drei-Schluchten-Damm mangelnde Entschädigung für die Umsiedlung beklagt hatte, ist brutal zusammengeschlagen und schwer verletzt worden.

Das Studio des Ersten Deutschen Fernsehens in Peking berichtete, Fu Xiancai sei nach der Attacke am vergangenen Donnerstag offenbar die Wirbelsäule angebrochen. Der NDR-Intendant wollte beim chinesischen Botschafter in Berlin formellen Protest einlegen.

Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Human Rights in China (HRiC) ist Fu Xiancai von den Schultern abwärts gelähmt. Er sei auf dem Rückweg von einem Polizeiverhör wegen des Interviews von einem Angreifer mit einem schweren Objekt von hinten niedergeschlagen worden. Ihm seien Halswirbelknochen gebrochen.

Der Aktivist habe mehrfach Todesdrohungen erhalten und sei unter Androhung von Gewalt aufgefordert worden, seine Proteste gegen die Umsiedlung für das Staudammprojekt am Jangtse-Strom in Zentralchina einzustellen.

Das Spital in Yichang wolle die weitere Behandlung einstellen, falls die Familie nicht die Kosten von 80 000 Yuan (12 000 Franken) zahle. Seine Angehörigen könnten aber nur 7000 Yuan (10 000 Franken) aufbringen. Das ARD-Studio bemüht sich, Kontakt aufzunehmen und der Familie Geld für die medizinische Behandlung zukommen zu lassen.

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Außerirdische fordern Beschneidung

Harald Haack – Glaubt man der Bibel, so sind sie längst unter uns Menschen: Die Außerirdischen. Seit mehr als zweitausend Jahren treiben sie Menschen in den Wahn. Nun fordern deren Famuli die Beschneidung der freien Meinungsäußerung.

Nehmen wir einmal an, da gebe es Menschen die nicht nur Kühe, sondern auch das was die Kühe hinten heraus drücken, die Kuhfladen, für heilig hielten. Diese Menschen wären verärgert, wenn ein Ungläubiger einen Kuhfladen als wahrhaftiges Stück Scheiße verstünde und auch so behandeln würde. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) verlangte nun „einen Grundkonsens, dass nicht alles mit Füßen getreten werden darf, was anderen heilig ist“. Wahrscheinlich weiß er nicht, dass kein Mensch freiwillig in einen Kuhfladen tritt. Aber zusammen mit den „Weihrauch schwenkenden Fischern“ und den ganz „Durchtriebenen“ und den „Altgläubigen“ wie auch den „Hütern des unreinen Fleisches“ soll er mit ihnen am satanischen Tag, dem 6.6.2006, gut zwei Stunden lang im Vorzimmer zum Himmel, in der bayerischen Staatskanzlei, diskutiert haben, darüber nämlich, wie man Humor und freie Meinungsäußerung verbieten könnte und über einen besseren Schutz religiöser Überzeugungen.

Er, dessen teuflisch guten Witze Zuhörer einschläfern, fordert nun eine Verschärfung des deutschen Strafgesetzbuches, die Erweiterung des Paragrafen 166 dahingehend, dass, hier genannt im übertragenden Sinn, um beim Beispiel zu bleiben, künftig niemand mehr einen Kuhfladen als Kuh-Kacke bezeichnet und hinein tritt. Die Beschimpfung eines solchen religiösen Bekenntnisses soll künftig unter Strafe gestellt werden. Doch eine Neuauflage des früheren Gotteslästerungsparagrafen aber sei für Stoiber „keine wünschenswerte Option““: „Wir haben das drei Mal versucht und sind drei Mal gescheitert.“

Welch satanische Offenbarung!

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Kommt jetzt der Hedge-Fond-Crash?

Karl Weiss – Die Europäische Zentralbank (EZB), sonst sehr vorsichtig mit Vorhersagen, hat jetzt in einem Finanz-Bericht ausdrücklich vor einem Finanzcrash gewarnt, der von dem Zusammenbruch eines großen Hedge-Fonds ausgehen könnte. Damit würde sich bereits das zweite wesentliche Ereignis der Vor-Krisen-Entwicklung von 1998 wiederholen.

Die EZB warnt, es drohe durch „den Kollaps eines großen Hedge-Fonds oder mehrerer kleiner Fonds“ zu „ungeordneten Marktkorrekturen“ zu kommen. Wenn man die vorsichtige Sprache der Finanzwelt in Deutsch übersetzt, wird damit vor einem weltweiten Finanzcrash gewarnt, der umweigerlich eine Weltwirtschaftskrise auslösen würde. Die EZB weist dabei besonders daraufhin, daß im Gegensatz zu der Situation 1998, als der große Hedge-Fond LTCM zusammenbrach und ein Crash nur durch ein konzertiertes Eingreifen der US-Notenbank und mehrerer Wallstreet-Banken verhindert werden konnte, heute die Menge in Hedge-Fonds angelegten Kapitals weit höher liegt, nämlich bei 1,2 Billionen Dollar (1 Billion sind eine Million Millionen, englisch: 1.2 Trillion of Dollars).

Damit hat die EZB ebenfalls eine Parallele zu der Situation 1998 gezogen, was wir bereits letzte Woche getan hatten. Den Anfang machten damals die Brasilien-, die Rußland- und die Asien-Krise. Als nächstes kam der Zusammenbruch von LTCM, der aber damals noch „bereinigt“ werden konnte. Das verhinderte aber nicht, daß im weiteren Verlauf die Weltwirtschaftskrise 2000 bis 2002/3 doch ausbrach. Diesmal aber ist, wie schon die Zahlen der EZB belegen, weit mehr „flüchtiges“, bewegliches Kapital weltweit unterwegs auf der Suche nach gewinnträchtigen Anlageformen.

Kleiner Crash für die Schwellenmärkte
Wenn nun im Mai also ein „kleiner Crash“ erfolgte, der hauptsächlich die Märkte der Schwellenländer traf, aber auch die Börsen weltweit in den Keller schickte, ebenso wie das Gold, so zeigt dies schon, daß die von den Finanzern „Volatilität“ genannte Eigenschaft, daß das Spekulationskapital sich beim geringsten Anlaß in „sichere Häfen“ flüchtet, heute einen Kapitalumfang betrifft, wie er noch nie in der kapitalistischen Geschichte unterwegs auf Suche nach profitablen Anlagen war. Sicherer Hafen jetzt im Mai waren US-Bonds, was die leichte Erholung des Dollar gegen den Euro anzeigte.

Deshalb auch unsere Vorhersage, daß es diesmal kaum noch einmal zwei Jahre dauern wird, bis die Weltwirtschaftskrise ausbricht. Unsere Schätzung war höchstens 10 Monate. Daß die EZB jetzt auch eine ernste Warnung herausgegeben hat, zeigt die Brisanz der Situation. Bereits die jetzige aktuelle Lage ist offensichtlich ein Balanceakt am Rande des Abgrunds.

In diese Situation hinein platzte nun das Gerücht, verbreitet u.a. von der Site stock-world.de, daß ein größerer Hedge-Fond in Schwierigkeiten ist und im Moment ein Auffang-Paket geschnürt würde.

Es gibt keinerlei Bestätigung hierfür, aber es wäre kein Wunder. Ein Hedge-Fond, der für Gelder, die keine profitträchtige Anlage in Unternehmen gefunden haben, höchste Renditen suchte, hat sie zweifellos am ehesten in den Schwellenländern gefunden, z.B. in Brazil-Bonds oder in indischen Aktien. Da diese (die brasilianische Währung und der indische Aktienmarkt) aber am vorletzten Montag zusammengebrochen sind, könnte es also absolut Hedge-Fonds geben, die in Schwierigkeiten sind.

Eventuell bezieht sich die Warnung der EZB sogar auf ihre bekannten konkreten Fälle.

Es kann also nur wiederholt werden, daß wahrscheinlich eine Weltwirtschaftskrise imminent ist. Ebenso ist inzwischen klar, daß es dafür nicht die Voraussetzung eines Überfalls auf den Iran und den entsprechenden Anstieg der Ölpreise braucht, auch wenn dies wahrscheinlich die Weltwirtschaftskrise unmittelbar auslösen würde.

Finanzkarussell & Schreckschuss
Es sei auch noch einmal hervorgehoben, was diese Situation so zugespitzt hat: Die US-Regierung hat die Gelddruck-Maschine angeworfen, um ihre immensen Ausgaben im Irak-Krieg zu finanzieren. Dies hat zwar nicht eine galoppierende Inflation in den USA hervorgerufen, aber nur weil die asiatischen Länder, die ihre Währungen durch US-Dollar Anlagen abgesichert haben, die ganzen neu ausgegebenen US-Anleihen aufkaufen mußten, um nicht ihre eigenen Währungen zu gefährden (das bezieht sich hauptsächlich auf China, Japan und Südkorea). Damit ist aber das Gleichgewicht der internationalen Finanzen ins Schwanken geraten. Der Dollar begann seit März langsam, aber sicher, nachzugeben gegenüber allen wichtigen anderen Währungen und auch die kurzzeitige Erholung durch den Fluß von Geldern aus den Schwellenländern in der zweiten Maihälfte in die USA hat diesen Trend nicht aufhalten können. Jetzt steht der Euro schon wieder auf 1,29 Dollars.

Damit fehlt aber im internationalen Finanzkarussell nur ein mehr oder weniger großer Schreckschuß und die Kapitalmengen beginnen in alle Richtungen zu rennen. Die Börsen würden noch weitere Einbrüche der Größenordnung haben, wie sie jetzt im Mai geschahen, die Immobilienpreise würden überall ins fast Bodenlose fallen, wo sich ‚Blasen’ gebildet haben, die hohen Rohstoffpreise würden absacken usw. usw. Vor allem aber würde der Dollar in einen Abwärtssog geraten, von dem man nicht wissen kann, wo er aufhören wird.

Das alles hätte massive Auswirkungen aufs Wirtschaftswachstum und damit wäre die Weltwirtschaftskrise eingeleitet.

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Schweizer UMTS-Studie eine Posse

Harald Haack – Die Mobilfunkindustrie und Mobilfunkbetreiber finden immer wieder Möglichkeiten, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Obwohl eine 2003 publizierte niederländische Studie ergeben hatte, dass es bei Betrieb von UMTS-Sendeantennen aufgrund der Strahlung zu Gesundheitsbeeinträchtigungen bei in der Nähe solcher Antennen wohnender Menschen gibt, negiert eine Studie der Universitäten Zürich und Bern, die am Dienstag in Zürich den Medien vorgestellt wurde, das niederländische Ergebnis und greift damit das von einigen Schweizer Gemeinden verhängte Moratorium gegen den Bau von Mobilfunkantennen der dritten Generation an.

Die Schweizer Forscher des Forschungskonsortiums unter der Leitung von Peter Achermann vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich wollen die niederländische Studie nicht bestätigen können. Seltsam ist, dass sich in der Schweiz Pharmakologen mit den Strahlungsfolgen der UMTS-Antennen beschäftigten. Vielleicht erklärt sich damit die Aussage von Achermann, demnach die Strahlung der UMTS-Antennen „keine Auswirkungen auf das Wohlbefinden“ von Menschen habe.

Für die Untersuchung will man 117 Personen mehrfach für eine Dreiviertelstunde einer bestimmten Strahlung ausgesetzt haben. Die Probanden wurden vor und nach den Tests nach ihrem Wohlbefinden befragt. Dabei konnte kein Zusammenhang zwischen der Stärke des Strahlenfelds und dem empfundenen Wohlbefinden festgestellt werden. Wie denn auch? Wo doch hinreichend bekannt ist, dass hohe elektromagnetische Strahlung zu Langzeitschäden in der Gesundheit führt – vergleichbar mit radioaktiver Strahlung, die man nicht schmecken, fühlen, hören, sehen oder riechen kann. Zellschäden werden jedoch später sichtbar und immer dann, wenn es längst zu spät ist für Vorsorgemaßnahmen.

In diesem Zusammenhang dürfte die Aussage eines Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst interessant sein. Er erklärte kürzlich im Deutschen Fernsehen, man habe mittels der UMTS-Netze die Möglichkeit eine weiteren und verbesserten Niederschlagsortung entdeckt. Im Gegensatz zum bisher angewendeten Wetterradar, das den Meteorologen zu ungenau arbeitet, ist es mittels UMTS möglich im lokalen Bereich die Verteilung von Niederschlagswolken in hoher Auflösung darzustellen. Möglich sei dies durch die Tatsache, dass UMTS bei Regen schlechter arbeitet. Regen schwächt die Sendeleistung. Deshalb wurden die Anlagen so konstruiert, dass sie automatisch bei diesen Beeinträchtigung die Sendeleistungen um eine Vielfaches erhöhen. Aus der gemessenen Differenz von der normalen Strahlungsleistung zur Erhöhten sei der Rückschluss aufs Wettergeschehen mit Hilfe spezieller Software Hilfe möglich.

Es handelt sich vermutlich um solche gravierenden Werte, die bislang noch in keiner UMTS-Studie auftauchten. Demnach wurde nicht untersucht, ob Strahlung in so hoher Intensität zu Gesundheitsschäden und Befindlichkeitsstörungen bei Menschen und Tieren führt. Verständlich dürfte sein, dass die Industrie diese Anforderungen für Studien gar nicht erst gestellt hat. Wer schießt sich schon gerne selbst ins Knie, um eine Schusswaffe zu verkaufen? Somit ist besonders die Schweizer Studie jetzt eine Posse.

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Kuba und Bolivien helfen sich

Von Karl Weiss – 20 Krankenhäuser in Bolivien werden mit kubanischer Hilfe gebaut und ausgestattet. Dies haben die beiden Regierungen Fidel Castros und der neue bolivianische Präsident Evo Morales vereinbart. Zur Einweihung des ersten der Krankenhäuser in Escoma, nahe der peruanischen Grenze und des Titicacasees, kam der kubanische Botschafter. Kuba wird Bolivien helfen, ein soziales Versorgungs- und Bildungssystem aufzubauen. Bolivien will dafür mit Erdgas bezahlen.

Wie wichtig journalistische Sorgfalt gerade und auch ist, wenn man alternativ berichten und sich ausdrücklich vom Mainstream-Journalismus unterscheiden will, zeigt eine Meldung im „redblog“ vom 30. Mai. Dort wird die Zusammenarbeit von Kuba und Bolivien der Republik Ecuador zugeschrieben und deren Präsident mit Evo Morales benannt.

Zwar hat Ecuador und sein Präsident Palácios soeben auch einen US-Konzern die Rechte auf Ausbeutung der ecuadorianischen Ölfelder aberkannt, aber nicht die Einrichtungen nationalisiert, sondern nur einen vertragsbrüchigen Partner abgestraft. Palácios war dabei, mit den USA einen zweiseitigen Freihandelspakt auszuhandeln. Die Verhandlungen wurden aber nun unterbrochen, weil es den US-Herren nicht paßt, daß man ihren Konzernen, in diesem Fall dem OXY-Konzern, mit so kleinlichen Dingen wie Vertragstreue kommt. Demonstrationen, vor allem der einheimischen Indio-Bevölkerung, gegen die Ausbeutung durch ausländische Konzerne ließ Palácios mit Waffengewalt niederschlagen.

Im Gegensatz dazu hat der neue bolivianische Präsident Evo Morales kurz nach seinem Amtsantritt sein Wahlversprechen wahrgemacht, die heimischen Gasquellen zu verstaatlichen und neue Verhandlungen mit den ausbeutenden Firmen zu beginnen. Ebenso hat er bereits umfangreiche Verträge mit Kuba und Venezuela abgeschlossen im Versuch, etwas ähnliches wie die bolivarianische Revolution in Venezuela auf Bolivien zu übertragen.

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Tödlicher Heroincocktail

Stephan Fuchs & dpa – Ein giftiger Drogencocktail hat in Detroit und Umgebung innerhalb von zehn Tagen mindestens 48 Menschen das Leben gekostet.

Bei dem tödlichen Cocktail handelt es sich nach Angaben der Behörden um eine Mischung aus einem starken Schmerzmittel und Kokain oder Heroin. Man habe jetzt eine Informationskampagne gestartet, um die Abhängigen zu warnen, so eine Sprecherin. Das Schmerzmittel mit dem Namen ist verschreibungspflichtig und 80 mal stärker als Morphium.

Es ist ein synthetisches Opioid, das vor allem in der Anästhesie bei Narkosen, sowie in der Krebs-Therapie angewandt wird. Fentanyl verstärkt den Rausch durch Heroin und Kokain extrem. In April und Mai 2006 wurde in den USA eine Häufung von Fentanylvergiftungen bei Drogenkonsumenten beobachtet; betroffen waren dabei insbesondere die Ostküstenstädte Detroit, Philadelphia und Chicago. Das Fentanyl, das meist zum Strecken von Heroin und vereinzelt auch bei Kokain verwendet wurde, soll illegal hergestellt worden sein.

Neben ihrem Einsatz in der Medizin wurden Fentanyl-Derivate möglicherweise auch auf ihre Verwendbarkeit als chemische
Kampfstoffe„>Dubrowka-Theater im Oktober 2002 zum Einsatz kam und dabei für 127 Todesfälle mitverantwortlich war.

Psychopharmazeutische Drogen als Waffe gegen zivile Ziele.
Im Labyrinth der Glücksritter