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Konflikt strenggläubiger Christen mit Bush

Harald Haack – Von den Liberalen werden sie gefürchtet: Die christlichen Konservativen der USA. Ihre Kampagnen waren stets heftig. Nun trampeln sie auf ihren Präsidenten, George W. Bush, herum – bislang aber nur verbal. Der erntete in der Klimadebatte von ihnen, seinen bisher treuesten Verbündeten, reichlich Kritik. Zum Schutz der Umwelt verlangten 85 deren Führer neue Gesetze.


Wird es dunkel um George W. Bush?


Dicke Luft im Capitol?

Aber nicht erst jetzt haben Teile dieser religiösen Rechte den Klimaschutz als Thema entdeckt und Kampagnen wie „What Would Jesus Drive?“ („Was würde Jesus fahren?“) gestartet. Nachdem die Folgen des Hurricans „Katrina“ die Spritpreise nach oben klettern ließen, haben die Strenggläubigen plötzlich weiche Knie gekriegt. Ihr „Umweltgewissen“ regt sich, was man aber auch als Umschreibung für die Unlust verstehen kann, mit einem Mal mehr Geld fürs Auto fahren auszugeben.

Mit „Gottes Hilfe“…
Ließen viele Amerikaner ihr Auto in der Garage stehen und stellten fest, dass die Luft um sie herum dadurch im Nu sauberer geworden war? Ihr Statement, als ganzseitige Anzeige frech in der eher liberalen „New York Times“ publiziert, schiebt den Umweltschutz in seiner Relevanz auf eine Stufe mit dem Verbot von Abtreibungen und Homosexuellen-Ehen. Mit „Gottes Hilfe“ glauben sie ihre Probleme lösen zu können und wollen die globale Erwärmung stoppen – mal eben so und ganz schnell, als sei es dafür noch nicht zu spät – „für unsere Kinder, unsere Welt und unseren Herrn“. Doch wer ist dieser „Herr“, den sie mit „Gottes Hilfe“ beglücken wollen? Bush ganz bestimmt nicht. Denn der ist für die Strenggläubigen nun ein erkennbar „auslaufendes Modell“.

Ihre Kritik und Forderungen, darunter Gesetze zur Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen, richten sich zweifelsfrei offen gegen die Politik des Weißen Hauses. Ihr Glaube habe sie zu diesem Schritt bewegt, da die Folgen des Klimawandels besonders die Armen der Welt bedrohten, betonen die Unterzeichner in der ganzseitigen Anzeige; was fast wie Heuchelei klingt, wenn man daran denkt, wie schnell steigende Erdölpreise aus reichen Amerikanern arme machen könnten. Und welcher der wirtschaftlich gut situierten Unterzeichner möchte seinen Reichtum aufgeben? Aber die Angst ist jetzt da und sie nagt an der Seele.

Duane Litfin, Präsident des Wheaton College in Illinois sagte über das bisherige Schweigen der religiösen Rechten in Sachen Klimaschutz.: „Wir von der evangelikalischen Bewegung haben uns erlaubt, einen toten Winkel zu haben.“ Und Paul de Vries, Präsident der New York Divinity School, ergänzte: „So wie wir die Welt behandeln, behandeln wir Jesus, denn er hält den Kosmos zusammen.“

…ABC-Alarm
US-Präsident Bush hatte während seiner bisherigen Amtszeit etliche von seinem Vorgänger Clinton erlassene Gesetze zur Reinhaltung der Luft aufheben lassen. Dazu zählten auch Gesetze zum Schutz der Bevölkerung vor Lösemitteldünsten, wie sie zum Beispiel von Bohnerwachsen, die in öffentlichen Gebäuden verwendet werden, ausströmen.

Weil sich ein bislang Unbekannter vermutlich in der Menge des von ihm favorisierten After Shaves vergriffen habe, so ein Sprecher vom FBI, soll am Abend von Mittwoch, dem 8. Februar 2006, ein Detektor in einem zum Senat gehörenden Bürogebäude nahe des Kapitols in Washington Spuren von Nervengift festgestellt haben, woraufhin sich das Alarmsystem einschaltete. Der ABC-Alarm sorgte dafür, dass mehrere Senatoren und rund 200 Verwaltungsangestellte nahezu drei Stunden in einer Tiefgarage ausharren mussten, bis die Polizei Entwarnung geben konnte. Rettungsteams und ABC-Waffen-Experten in Schutzkleidung bestimmten während des Einsatzes das Bild vor dem Gebäude, das über einen unterirdischen Tunnel mit dem Kapitol verbunden ist. Wie dramatisch es drinnen zuging, darüber schweigen die Betroffenen. Ob es einen Zusammenhang mit dem Statement der religiösen Rechte gibt, ist noch nicht geklärt; denkbar aber wäre es. Die in After Shaves enthaltenen Parfüme sind Lösemittel, die dafür bekannt sind Nervenschäden zu verursachen. Sie entsprechen der chemischen Signatur von Nervengiften, auf die elektronische Detektoren reagieren müssen.

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Dänische Muslime entlarvt

Harald Haack – Der Kopenhagener Imam Ahmed Akkari hat jetzt allen Grund seinen Kopf einzuziehen und zwar ganz weit. Zusammen mit Imam Abu Laban führte er jene Delegation an, die kürzlich die Reise in einige arabische Staaten machte, um den Hass auf Muslime in Dänemark zu belegen. Laban hatte sich schon dahingehend geäußert, dass nicht alle Karikaturen aufs Konto der dänischen Tageszeitung Jylland Posten gingen. Die schlimmeren Bilder seien von dänischen Muslimen geliefert worden und er hatte sie in Ägypten als Schmähung Mohammeds angeprangert. Man habe sie dort für die Karikaturen der „Jylland Posten“ gehalten. Daraufhin war es zu den blindwütigen Ausschreitungen ins islamischen Ländern gekommen. Von der Meute angezündet brannten mehrere Botschaftsgebäude, in der Türkei wurde ein katholischer Priester erschossen, mehrere Wütende starben in Afghanistan im Kugelhagel der Polizei.

Nun will die dänische Boulevard-Zeitung „Ekstra Bladet“ die Beweise für das falsche Spiel der Imame gefunden haben. Darunter eine Karikatur, die Imam Ahmed Akkari von dänischen Muslimen erhalten haben will und die ausschlaggebend war, um Muslime der arabischen Länder aufzustacheln.

Unklar bleibt jedoch, ob Unbekannte dieses Bild in verhöhnender Absicht den dänischen Muslimen zugesandt hatten und ob folglich jene Muslime nun, möglicherweise unberechtigt, der Vorwurf der Fälschung oder Beweisunterschiebung anlastet.

Immerhin lässt sich deren impulsives, dummes Handeln nicht mehr bestreiten, denn das Bild, ein Foto, entstammte dem jährlichen Wettbewerb im Schweinequieken in Trie-sur-Baise – fotografiert von einem Agenturfotografen der AP.


Der französische Hobbykomiker Jacques Marrot im AP-Foto. Ein Vollbart macht keinen Propheten.

Die dänischen Muslime waren es denn auch, die den Grimasse schneidenden und mit aufgesetzter Schweinenase und dazu passenden Ohren maskierten französischen Automechaniker und Hobbykomiker Jacques Marrot mit dem Propheten in Verbindung brachten. Sie hatten das harmlose Foto einer Jux-Meisterschaft des französischen Ortes in der Region Pyrenäen, in der es ganz einfach nur um Schweine und Schweinequieken ging, missbraucht.

Die Macht der Bilder beherrscht nicht nur mehr unser Alltagsleben. Bislang galten die Puritaner, eine christliche Sekte der USA, als extrem bilderfeindlich. Dass nun auch Muslime bilderfeindliches Verhalten zeigen, entspricht sicherlich nicht der bilderreichen Sprache des Korans und dürfte, wenn man den dämpfenden Worten afghanischer Imame folgt, im übertragenen Sinne als „Eigentor“ der Muslime gewertet werden können. Alle wortreichen Gefechte aufgebrachter und selbsternannter Sprecher des Islam wirken damit nur noch kindisch und grundlos kriegslüstern.

Drohungen nicht-islamischer Staaten wären demnach extrem dumm und die Erbsenzählereien des Psychoanalytikers Horst-Eberhard Richter (82), der davor warnt, die islamische Welt im Karikatur-Streit weiter zu provozieren und zu demütigen, als überflüssig und senil, wenn Muslime nicht weiterhin blind den berüchtigten dänischen Imamen folgen anstatt den ihnen seit Jahrhunderten heiligen Worten des Propheten. Hatte der nicht von seinen Söhnen besonders Besonnenheit verlangt?

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Das vergessene Foto der Freundin

Harald Haack – Der unentwickelte Fotoabzug lag in der Bibel. Vor 30 Jahren hatte ich das Bildchen in das alte Buch gelegt.

Zwei Jahre zuvor hatte ich meine Freundin fotografiert. Sie brauchte Bewerbungsbilder. Ich schoss mit meiner Zenit-80, einem russischen Hasselblad-Nachbau, eine Serie von 12 Fotos. Mehr gingen auf einen 6×6-cm-Rollfilm nicht drauf. Eines der Fotos, fachmännisch auf gutem Fotopapier vergrößert und sauber entwickelt, fixiert, lange mit leider eisenhaltigem Brunnenwasser gewässert und getrocknet, hatte Erfolg. Meine Freundin kriegte damit den Job, für den sie sich beworben hatte.

Etwas anderes als dieses eisenhaltige Brunnenwasser, das in Waschbecken und Badewanne ständig hässliche rostbraune Flecken hinterließ, gab es in jener Zeit in der „Durchgangswohnung“ in der Bredenbekstraße in Hamburg-Ohlstedt nicht. Jedes Haus hatte dort seinen eigenen Brunnen und seine eigene Sickergrube für die Fäkalien. Die von mir für eine Monatsmiete von 450 D-Mark gemietete Wohnung erstreckte sich über zwei Etagen. Ganz unten, mit nicht zulässiger, niedriger Deckenhöhe, gab es ein ganz kleines Zimmer, ein Badezimmer mit uralter Badewanne und eine Küche mit Steingut-Spüle, schrottigem, alten Küchenschrank und eine Art Speisekammer. Der Fußboden wies an einer Stelle eine Aufwölbung auf, wie sie Kriminalisten häufig in Häusern vorfinden, wenn Leichen unter dem Estrich verscharrt wurden. Der cholerische Vermieter bestritt jedoch dort eine Leiche zu haben. Das Haus sei immerhin in der baustoffearmen Zeit der Zwanziger Jahre errichtet worden. Wenn man versuchte Löcher in die Wände zu bohren, um zum Beispiel ein Regal zu installieren, dann rieselte einem der Sand nur so entgegen und man glaubte es ihm. Und er nannte es „Durchgangswohnung“, weil ganz oben unter dem Dach eine Diakonisse hauste. Die musste zwangsläufig den selben Wohnungsflur benutzen, um in ihre beiden Zimmerchen zu gelangen.

Meine Filme entwickelte ich gelegentlich im Badezimmer. Das Fenster war nur eine schmale Luke und ließ sich problemlos abdunkeln. Aber die Frau des Vermieters stellte mir immer gerade dann, wenn ich das Wasser zur Wässerung der Filme dringend brauchte, die Wasserversorgung ab. Es nervte sie, dass die Pumpe, die nebenan im Keller des Haupthauses unter ihrer Küche anlief, dröhnte. Dort Filme zu entwickeln, wurde also zu einem Wagnis. So war ich froh, dass ich bald das Fotolabor eines Freundes, das sich im „wilden“ Schanzenviertel befand, nutzen durfte.

Nachdem ich dort für die Fotozeitschrift „Color-Foto“ des Verlages Laterna Magica mit „Colorvir“, das waren Chemikalien zum nachträglichen Einfärben von Fotoabzügen auf Kunststoffbasis, experimentiert hatte, kam ich eines Tages auf die Idee, eine andere Möglichkeit auszuprobieren. Ich wollte, wie ich das schon mittels der „Colorvir“-Chemikalien getan hatte, unter Verzicht der Entwicklerchemikalien aus Schwarzweiß-Fotos „farbige“ Fotos machen. Die Bilder sollten absolut trocken entstehen und die von mir verwendeten Materialien der Schwarzweiß-Fotografie angehören.

Ich erinnerte mich, wie meine Großmutter, von der ich die Bibel geerbt hatte, als Fotolaborantin meines Urgroßvaters dessen Negative zusammen mit Fotopapier in einen Rahmen gesteckt und stundenlang dem Licht ausgesetzt hatte. Mit den damals gebräuchlichen Papieren – ich glaube, das waren die ersten Chorsilberpapiere – war das möglich und es entstanden auf diese Weise die Abzüge; daher auch die Bezeichnung „Abzug“. Aber diese Papiere gab es längst nicht mehr. Die Welt war auf Bromsilberpapier umgestiegen. Die waren wesentlich lichtempfindlicher, brauchten allerdings auch Chemikalien, um aus dem latenten Bild ein sichtbares zu machen.

Doch auch Bromsilberpapiere verfärbten sich bei Lichteinwirkung. Häufig wurden sie rosa. Dies brachte mich auf die Idee.

Und so legte ich ein Negativ aus der Fotoserie, auf der meine Freundin zu sehen war, auf ein Blatt Fotopapier und setze es nicht nur stundenlang, sondern tagelang dem Tageslicht aus. Das was ich mir erhofft hatte, funktionierte tatsächlich: Das positive Abbild des Negativs wurde durch die extrem lange Belichtung nahezu lichtbeständig. Jedenfalls verblasste es nicht sofort. Doch wenn man es ohne Negativ weiterhin belichtete, dann verfärbten sich auch die Stellen, die weniger Licht erhalten hatten. Das dauerte allerdings länger als bei einem frischen, unbelichteten Blatt Brompapier.

Ich schilderte dem damaligen Chefredakteur von „Color-Foto“ von meinem Experiment. Doch der hielt mein Vorhaben, mittels Schwarzweiß-Fotomaterials ohne Einsatz von Chemikalien „Farbbilder“ herzustellen, für Spinnerei und brach den Kontakt zu mir ab.

In jener Zeit hatte noch niemand es für möglich gehalten, dass es die auf lichtempfindliche Chemie-Materialien basierende Fotografie, die viele gesundheitsgefährdende Stoffe benötigte, zum Sterben verdammt war. Heute, wo wir digital fotografieren, umschreiben wir die alten fotografischen Verfahren mit dem Begriff „analog“.


Nach 30 Jahren in einer Bibel wiederentdeckt: Das Bild im unbearbeiteten Zustand. Fotoabzug ohne Entwicklerchemikalien.


Das fotografische Mädchenbildnis nun digitalisiert und im Tonwertumfang bearbeitet – im Stil zwischen Pop und Nostalgie der Siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts.


Weitere Version nach umfangreicher digitaler Bearbeitung. Die Risse in der Gelatineschicht des Bromsilberpapieres treten deutlicher hervor.

Ich hatte den kleinen Abzug mit dem Bild meiner Freundin, die inzwischen meine Ehefrau ist, in die Bibel gelegt. Nicht aus religiösen Gründen, sondern weil es mir nach meinem Kirchenaustritt als sicherster Ort für dieses Bild erschien. Wer sollte denn bitteschön in diesem angeblichen „Buch der Bücher“ blättern und das Bildchen erneut dem Licht aussetzen? Irgendwann später, so ahnte ich, gäbe es eine Möglichkeit das Bild vollends zu fixieren und sogar um es zu vergrößern. Das Bild überdauerte die Zeit, und ich hatte es schon längst vergessen. Nur meine Recherchen brachten mich dazu, die Bibel durchzublättern…

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Skandal? Keiner regt sich über Bibel-Karikaturen auf

Harald Haack – Nancy Schwartzman, eine der Gründerinnen des New Yorker Magazins hipper Juden „Heep“, behauptet, es habe sich noch keiner über die sexistischen Bibel-Karikaturen aufgeregt, die in einem einen zwölfseitigen Comic zu sehen sind. Junge, „urbane, säkulare Juden“. Die jüdische Heep-Redaktion macht sich angeblich über selbst lustig, spielt mit Stereotypen, will ihren Spaß haben und die anderen provozieren. Laut SPIEGEL ist Nancy Schwartzman nicht nur die typische „Heeb“-Macherin, sondern auch eine typische „Heeb“-Leserin. Sie freut sich natürlich über die lustigen Schmuddelbilder, aber vermutet, dass niemand außerhalb der Redaktion, trotz der Verbreitung von mehr als 25.000 Hefte, „Heeb #9, October 2005“ liest. Wozu wurde das Heft aber dann gekauft? Vom Vatikan, um es der Öffentlichkeit vorzuenthalten oder um es nicht in die Finger der sexentwöhnten Priester gelangen zu lassen?


Heep-Karikatur über die Bibelstelle, Samuel, 2. Kapitel, 11,2: „Und es begab sich, *dass David um den Abend aufstund von seinem Lager, und ging auf dem Dach des Königshauses, und sah vom Dach ein Weib sich waschen; und das Weib war sehr schöner Gestalt.“ * Matth.5,28,29.

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„Duck and Cover“ auf dänisch

Harald Haack – Es wurde keine Atombombe gezündet. Aber die Dänen gehen in Deckung. Duck and Cover, ohne es jemals geübt zu haben: Seit Beginn der blindwütigen islamischen Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen müssen dänische Urlauber, Kaufleute, Soldaten und Entwicklungshelfer ihrer nationalen Herkunft auf jede nur erdenkliche Weise tarnen. Alle derzeit im Ausland tätigen dänischen Uno-Beobachter haben vom dänischen Verteidigungsminister Søren Gade die offizielle Aufforderung erhalten haben, die rotweiße „Dannebrog“ von ihren Uniformen zu entfernen. Auch für dänische Helfer bei Erdbebenopfern in Pakistan gilt dies. Schiffe aus Dänemark müssen bei Fahrten in internationalen Gewässern sowie beim Anlaufen von Häfen in islamischen Ländern ihre nationale Flagge einholen, wie der Reedereiverband in Kopenhagen mitteilte. Freiwillig versuchen die in islamischen Ländern lebende Dänen, ihre Kleidung und ihr sprachliches Verhalten den Ländern anzupassen, um ihre nationale Herkunft zu kaschieren. Dazu zählt auch Verschleierung.

Stets galt die rot-weiße „Dannebrog“ weltweit als eine Empfehlung, waren die Dänen freundlich, selbstironisch und tolerant. Nun sind sie bedrückt und machen im Ausland lieber ein Geheimnis aus ihrer Herkunft. Die Angst vor Übergriffen reist mit. Deshalb haben die meisten dänischen Reiseveranstalter wegen der Reisewarnung ihrer Regierung alle Reisen nach Ägypten, Tunesien und Marokko abgesagt. Rund 2500 dänische Touristen sind wahrscheinlich davon betroffen und müssen zu Hause bleiben, wie ein Sprecher des Verbandes der dänischen Reiseveranstalter sagte. Besonders Ägypten zählt zu den beliebtesten Winterreisezielen der Dänen. Es sei sogar mit bis zu 15.000 Reiseabsagen zu rechnen, wenn die Maßnahme bis Ende März verlängert wird.


Wegen der Mohammed-Karikaturen: Für Dänen gilt jetzt „Duck and Cover“. Illustration © 2006 faceworks.de

Am Montag, den 6. Februar 2006, hatte das dänische Außenministerium seine Reisewarnung auf 16 islamische Länder erweitert. Seit dem versucht die dänische Regierung mit Muslimen ins Gespräch zu kommen. Ministerpräsident Rasmussen, dem Muslime vorwerfen, er habe ihre Gesprächs-Bemühungen gröblich missachtet, rief Muslime jetzt weltweit zum Dialog auf.

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Jahresbewilligung für die USA zur Benützung des schweizerischen Luftraums

Bern – Der Bundesrat wurde an seiner heutigen Sitzung von UVEK und EDA darüber informiert, dass die Jahresbewilligung für die USA zur Benützung des schweizerischen Luftraums bis zum 31. Dezember 2006 erteilt worden ist. Diese Bewilligung nimmt explizit Bezug auf die Einhaltung des Völkerrechts.

Es handelt sich um eine Überflugsbewilligung für offizielle amerikanische Flugzeuge im Sinne von Art. 4 der Verordnung über die Wahrung der Lufthoheit (VWL). Die Bewilligung sieht ein vereinfachtes Verfahren für die Erteilung von Überflugsrechten vor, für eine definierte Anzahl von Flugzeugen und unter Angabe von allen relevanten Daten. Das anwendbare Recht behält den Schweizerischen Behörden die Möglichkeit vor, in begründeten Verdachtsmomenten Kontrollen durchzuführen.

Ende 2005 wurde die bestehende Bewilligung bis Ende Januar 2006 vorläufig verlängert, und zwar vom BAZL (Bundesamt für die Zivilluftfahrt) nach Absprache mit dem EDA. Die Erneuerung der Jahresbewilligung war ausdrücklich an die eingeforderten Erklärungen gebunden.

Mitte Dezember 2005 hatte die amerikanische Aussenministerin Frau Condoleeza Rice erklärt, dass die USA keine Gefangenentransporte zum Zwecke von Verhören mit Folteranwendung durchgeführt haben und die Anwendung von Folter unter keinen Umständen tolerieren. Die amerikanischen Behörden haben darüber hinaus der Schweiz am 30. Januar 2006 Zusicherungen erteilt, dass sie in der Vergangenheit die Souveränität der Schweiz stets respektiert haben und in Zukunft weiterhin respektieren werden. Zudem haben sie bestätigt, dass sie den Schweizerischen Luftraum oder Schweizerische Flughäfen nicht für Gefangenentransporte benutzt haben.

Die durch die US-Behörden erteilten Zusicherungen erlauben die Erneuerung der Jahresbewilligung gemäss geltendem Recht und in voller Einhaltung des Völkerrechtes. Das Erneuerungsverfahren ist somit abgeschlossen.

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Todesstrafe für psychisch Kranke: Amnesty kritisiert USA

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) hat die USA aufgefordert, die Todesstrafe für psychisch Kranke unverzüglich abzuschaffen. Amnesty veröffentlichte heute einen neuen Bericht zur Todesstrafe in den USA.


Fünf bis zehn Prozent der Todeskandidaten in den USA psychisch krank

Obwohl der Oberste Gerichtshof der USA im Juni 2002 die Todesstrafe für Straftäter mit einem gestörten geistigen Entwicklungsstand für nicht mit der Verfassung vereinbar erklärt habe, werde sie für diesen Personenkreis weiter angewandt, sagte USA-Expertin Eva Markwig.

Nach Angaben der National Association of Mental Health sind fünf bis zehn Prozent der Todeskandidaten in den USA psychisch krank, wie es in dem ai-Bericht heisst. Demnach warten derzeit mehrere hundert psychisch kranke Straftäter auf ihre Hinrichtung.

Wie ai betonte, können viele psychisch Kranke die Verbrechen, derer sie angeklagt sind, nicht nachvollziehen oder sind unfähig, die Schwere ihrer Verbrechen einzuschätzen. Daher erschienen die Täter den Geschworenen oft reuelos.

The execution of mentally ill offenders
Gründer der Crips Hingerichtet
Am Gittertor von San Quentin
Schwarzenegger in Fahrt
Tausende nahmen Abschied von Stanley „Tookie“ Williams

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Schweizer Bundespersonal wurde um den Teuerungsausgleich betrogen

Bern – Der heute von Finanzminister Hans-Rudolf Merz präsentierte Rechnungsabschluss macht zumindest eines klar: Die Bundesangestellten sind mit negativen Prognosen um den Teuerungsausgleich betrogen worden. Die Gewerkschaften PVB, garaNto und vpod der Verhandlungsgemeinschaft Bundespersonal (VGB) haben sich Ende 2005 gegen das Diktat des Bundesrates gewehrt.

Während ausserhalb des Bundes 2006 zwischen 1% und 3% ordentliche und versicherte Lohnerhöhungen bezahlt werden, begründete der Bundesrat seine nur um 0,5% erhöhte „einmalige Zulage“ ans Bundespersonal mit der angeblich miserablen Finanzlage, die keinerlei Spielraum lasse.

Heute, nur ein paar Wochen später, präsentiert Herr Merz einen „unerwartet“ guten Rechnungsabschluss jenseits seiner gezielt pessimistischen Budgetschätzung mit über 500 Millionen Mehreinnahmen und Minderausgaben von 1,1 Milliarden. Dies ohne die über 8 Milliarden Zusatzeinnahmen von Nationalbank und Swisscom.

Die tieferen Ausgaben liegen noch 1,8 Milliarden unter den harten parlamentarischen Vorgaben zur Schuldenbremse. Genug Spielraum für mehr Lohnausgaben fürs Personal. Der Verdacht liegt nahe, dass der Bundesrat Ende 2005 die Finanzlage gezielt schlecht geredet hat, um dem Personal den Teuerungsausgleich zu verweigern. Das ist angesichts der Tatsache, dass der Bund 2005 beim Personal zusätzlich 2% und 865 Stellen weggespart hat, ein Affront.

Die Verhandlungsgemeinschaft Bundespersonal fordert nun vom Bundesrat, diese Lohnabbaupolitik für 2007 entsprechend zu kompensieren und dem Bundespersonal die seit 15 Jahren verweigerte Reallohnerhöhung zuzugestehen.

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Brandstifter der UMP

Harald Haack – In Ensisheim regiert der Mob. Anders ist es nicht mehr erklärbar, dass der Bürgermeister des kleinen elsässischen Ortes eigenhändig Wohnwagen in Brand steckte, die ihm nicht gehörten. Sie gehörten Fahrenden aus Rumänien und Kroatien. Die hatten, wie die Basler-Zeitung schreibt, „ohne Erlaubnis auf einem Gelände des Ortschaft Ensisheim geparkt“.

Bei dem Brandstifter soll es sich um Bürgermeister Michel Habig handeln, der als Mitglied der konservativen Regierungspartei UMP offensichtlich dem als Maulhelden bekannt geworden Innenminister Nikolas Sarkosy (UMP) nachzueifern versucht. Nach Sarkosys hämischen Äußerungen war es Ende 2005 in Frankreich massenhaft zu Brandstiftungen gekommen, die zumeist jugendlichen Muslimen zugeschrieben wurden. Doch auch Polizisten, so berichteten Zeugen, sollen Fahrzeuge in Brand gesteckt haben, was seitens der Polizeiführung jedoch bestritten wurde. Ermittlungen in dieser Richtung aber fanden nicht statt.


Bürgermeister Michel Habig (UMP) wird der vorsätzlichen Brandstiftung beschuldigt. [M]

Doch hier nun lässt sich die Tat eines Beamten nicht mehr bestreiten. Die Justiz ermittelt bereits gegen ihn. Der Bürgermeister hatte ohne Gerichtsbeschluss gehandelt. Ihm werden Sachbeschädigung und vorsätzliche Brandstiftung vorgeworfen. Dafür drohen ihm laut französischen Strafrechts bis zu 10 Jahre Gefängnis und bis zu 150 Millionen Euro Geldbuße.

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Schwarzenegger in Fahrt

Stephan Fuchs – Nachdem Gouverneur Schwarzenegger bereits das Gnadengesuch des Crips Gründers Stanley „Tookie“ Williams ablehnte und ihn in den Tod schickte kommt heute ein Betagter an die Reihe. Der herzkranke, blinde und im Rollstuhl sitzende Verurteilte soll eine Minute nach dem Ende seines Geburtstages um kurz nach Mitternacht (09.01 Uhr MEZ) mit der Giftspritze hingerichtet werden.


Noldi wie im Film: Judgment Day

Das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten hat einen Vollstreckungsaufschub für den Todeskandidaten Clarence Ray Allen abgelehnt. Das Gericht wies damit den letzten Einspruch des 76 Jahre alten Allen ab.

Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger hatte ein Gnadengesuch am Freitag abgelehnt und dies damit begründet, dass Allen ein Verbrecher der „gefährlichsten Sorte“ sei. Allen war vor Jahrzehnten für schuldig befunden worden, im Gefängnis einen dreifachen Mord organisiert zu haben.

Mitte Dezember hatte der aus Österreich stammende Schwarzenegger ein Gnadengesuch des zum Tode verurteilten ehemaligen Bandenchefs Stanley „Tookie“ Williams abgelehnt. Er setzte sich damit über zahlreiche Gnadenaufrufe aus aller Welt hinweg.

Gründer der Crips Hingerichtet