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Hubbles Abschiedsfoto?

Harald Haack – Nicht weit von der Erde entfernt, in „nur“ 1.500 Lichtjahren Entfernung, in Nachbarschaft zur Galaxie, in der sich unser Sonnensystem befindet, existiert ein unheimlich schönes Sternenentstehungsgebiet. Mit bloßem Auge kann man es erkennen: Ein verschwommener heller Fleck im Sternbild Orion.


Alte Sternbildkarte (aus „Schlag nach“)

Die meisten von uns haben in der Schule gelernt, dass dieser verschwommene Fleck kein Stern, sondern ein „Nebel“ ist. Der Orion-Nebel. Wer schon älter ist, wird sich vielleicht erinnern, dass dieser Orion-Nebel als heller, unregelmäßiger Gas- und Staubnebel beschrieben wurde. In dem 1953 im VEB Leipziger Druckhaus erschienenden „Schlag nach“ findet sich folgender, aus heutiger Sicht lustiger Hinweis: „Der von Rigel angeleuchtete Orionnebel ist mit bloßem Auge sichtbar. Seine, im Fernrohr erkennbare, chaotische Form deutet darauf hin, dass ihn weitere lichtschwächere Massen umgeben. Diese dehnen sich über 35 Vollmondflächen aus.“ Offenbar sahen die Autoren dieses ostzonalen Nachschlagewerkes gemäß den Vorgaben der Sozialistischen Einheitspartei (SED), der Sollerfüllung, mehr als tatsächlich am Himmel existierte. So ist bekannt, dass M42, wie der Orionnebel im Messier-Katalog gelistet wird, nicht vom Fixstern Rigel beleuchtet wird, sondern durch Gravitationskräfte und ultraviolettes Licht von heißen Sternen inmitten des Orionnebels, die die Gaswolken erhitzen und zum Glühen bringen. Auch dehnt sich M42 nicht über 35 Vollmondflächen (visuell) aus, wenn auch seine Ausdehnung tatsächlich gewaltig ist: etwa 30 Lichtjahre, was das mehr als das 20.000-fache des Durchmessers unseres Sonnensystems entspricht.


Orionnebel, historisches Foto von 1948 in der damals gebräuchlichen negativen Abbildungsart für Publikationen

Der Orionnebel war der erste erfolgreich fotografierte Nebel: 1880 belichtete Henry Draper mit einem 11-Zoll-Refraktor 51 Minuten lang. Nun hat das Weltraumteleskop Hubble erneut zugeschlagen und den Orionnebel in 105 Erdumrundungen fotografiert. Das auf diese Weise entstandene Foto kommt für Sternefreunde gerade rechtzeitig, denn am Winterhimmel ist der Orionnebel leicht zu finden, direkt unter den markanten Gürtelsternen des Orions. Es gibt es (abgesehen vom Mond) wohl kaum ein anderes Objekt, das für die Amateurbeobachtung mit kleineren Fernrohren besser geeignet wäre. Aber „Hubble“ und die damit arbeitenden Wissenschaftler ist es gelungen, uns den Orionnebel in seiner ganz Farbpracht und Umfang zu zeigen. Niemand muss sich draußen in die eisige Kälte stellen, um dem Orionnebel näher zu sein.


Hubbles Blick in den „Hexenkessel“ des Orionnebels

Hell leuchtende Gasfahnen werden im Hubbles Foto, dem Blick in den „Hexenkessel“ des Orionnebels, sichtbar, in einer Farbenpracht wie Astronomen in der Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts nicht einmal zu träumen wagten. Da sind Dunkelwolken aus Staub, der das Licht verschluckt, und dünne Bögen aus Gas, durch interstellare Stoßwellen aufgesammelt. Im Orionnebel gibt es mehrere hundert Sterne in allen Stadien ihrer Geburt. Ein großer Teil dieser jungen Sterne ist von Gas- und Staubscheiben umgeben. Sie könnten jener Gaswolke ähneln, aus der vor viereinhalb Milliarden Jahren unser eigenes Sonnensystem entstand.


Bildausschnitte aus Hubble Superfoto

Wer ganz genau hinsehen möchte, dem bietet die Esa das Foto in grandioser Größen an. Rund 394 MB (!) warten darauf als TIFF-Datei herunter geladen zu werden: spacetelescope

Das Foto in dieser enormen Auflösung bietet die Möglichkeit visuell zu dem spektakulären Sternenentstehungsgebiet zu reisen. Seltsame Objekte und bislang unbekannte Sterne lassen sich dort entdecken. Für das an ein Füllhorn erinnernde Objekt gibt es möglicherweise noch keine wissenschaftliche Erklärung. Wir fanden es oberhalb der 5 hellen Sterne im Zentrum des Orionnebels, die in ihrer Anordnung die Form eines Trapezes bilden. Sehen wir da ein Schwarzes Loch von der Seite oder ein Wurmloch? Oder handelt es sich um Staub, der sich zu einer planetarischen Scheibe formen wird?


Kosmisches Füllhorn: Schwarzes Loch, Wurmloch oder sich bildende planetarische Scheibe?


Laut Esa handelt es sich bei diesem Objekt um Staub, der sich zu einer planetarischen Scheibe geformt hat und seinen Mittelpunkt, in dem die Kernfusion gezündet hat, rotiert.


Eines der geheimnisvollen Objekte im Orionnebel, von Hubble fotografiert.

Es ist eines der detailreichsten astronomischen Bilder aller Zeiten. Die spektakuläre Aufnahme zeigt Tausende bislang unentdeckter Sterne und Regionen infernalischer Energieausbrüche.

Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA hat das Weltraumteleskop „Hubble“ den Orionnebel auf ein extrem hochauflösendes Foto gebannt, das aus Milliarden von Bildpunkten besteht. Tausende Sterne sind erstmals im Bereich des sichtbaren Lichts erkennbar, einige von ihnen besitzen nur ein Hundertstel der Leuchtkraft bisher bekannter Sterne in dem Nebel. Und ausgerechnet dieses leistungsstarke Weltraumtelekop will die NASA aufgeben und in der irdischen Lufthülle verglühen lassen.

Hubble’s sharpest view of the Orion Nebula

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Die Luft war wie aus Feststoffen

Harald Haack – Die Welt kennt die Fotos der weißbestäubten New Yorker. Mehr als 3000 Menschen kamen bei dem Terrorangriff auf New York um. Als nach den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 in N.Y. die beiden Zwillingstürme fielen, war es, als hätte man gigantische Zementsäcke in die Luft geworfen. Viele Menschen fühlten, als bestünde die Luft nur noch aus Feststoffen. Kurz zuvor waren zwei Passagierflugzeuge, gesteuert von Terroristen in die Türme gerast, hatten schwarze Rauchwolken der Kerosinfeuer die Straße verdunkelt.


N.Y. 11. September 2001. Der Staub der kollabierten WTC-Türme konnte nicht gesundheitsförderlich sein.

Obwohl für alle Augenzeugen, egal ob nun direkt in N.Y. oder daheim vor den TV-Bildschirmen, klar war, dass das was da in die Luft geschleudert wurde, nicht gesundheitsförderlich sein könne, hatten Sprecher der Stadt versucht, die Gefahren herunter zu spielen. Man beruhigte mit dem Hinweis, der weiße Staub stamme aus den Gipskartonwänden der Gebäude. Doch als dann darüber debattiert wurde, weshalb die Türme kollabiert waren und heraus kam, wie die Stahlverstrebungen mit Asbest überzogen waren, kam die Wahrheit ans Licht der Öffentlichkeit. Die Luft war nicht nur voller Feststoffe gewesen, sondern voller Schadstoffe – darunter das bei Verbrennungen entstehende Dioxin und auch Asbest.

Nun, am Donnerstag vergangener Woche, ist der New Yorker Polizist James Zadroga, der am Ort des Grauens, am Ground Zero, bei den Bergungsarbeiten half, an einem Lungenleiden gestorben. Er wurde nur 34 Jahre alt.

Laut der Gewerkschaft, in der er organisiert war, kam James Zadroga als einer der ersten Retter am Morgen des 11. September 2001 am WTC an. Er überlebte zwar die Angriffe, starb aber an den Folgen. Wie viele andere Helfer auch, hatte er sich in den ersten vier Wochen nach dem Anschlag bis zu 16 Stunden am Tag an den harten Bergungs- und Aufräumarbeiten beteiligt. Sein Lungenleiden setzte unmittelbar danach ein und führte 2004, nach 13 Jahren Dienst, in die Frühpensionierung. Mediziner hatten bei ihm gefunden, was als „schwarze Lunge“ umschrieben wird. Bei der Obduktion seiner Leiche fand man außerdem Ablagerungen des giftigen Schwermetalls Quecksilber.

Zadroga hinterlässt eine vierjährige Tochter, die jetzt Vollwaise ist, da die Mutter des Mädchens 2004 an Krebs starb, und gilt als das erste Opfer der dichten Staub- und Asbestwolke, die sich nach dem Einsturz über Manhattan ausgebreitet hatte. Michael Palladino, Vertreter von Zadrogas Gewerkschaft, befürchtet, weil zahlreiche Rettungshelfer und Anwohner seit den Terrorangriffen unter teilweise erheblichen Atemwegsbeschwerden leiden, dass James Zadroga nicht das erste Opfer bleiben wird.

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Ultranationalist fordert zum Suizid auf

Der serbische Ultranationalist Tomislav Nikolic hat die mutmasslichen Kriegsverbrecher Ratko Mladic und Radovan Karadzic aufgefordert, sich nicht lebend an das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ausliefern zu lassen.

„Wenn sie an ihrer Türschwelle stehen, sollten sie Selbstmord begehen“, gab der Vizechef der Serbischen Radikalen Partei (SRS) Mladic und Karadzic laut den Nachrichtenagenturen Tanjug und Hina einen Ratschlag für den Fall des Versuchs einer Festnahme. „Eine Aufgabe wäre unmoralisch und unserbisches Verhalten“, erklärte Nikolic.

„Sie dürfen sich nicht ergeben. Wenn alles zusammenstürzt, wenn der serbische Mythos zusammenbricht, dann müssen sie wissen, was ihnen zu tun bleibt. Wenn sie auf irgendwelche Verhandlungen über eine Auslieferung eingehen, würden sie sich selbst und Serbien kompromittieren.“

Nikolic hat seit der Auslieferung seines Parteichefs Vojislav Seselj an das UNO-Tribunal im Februar 2003 die SRS-Parteileitung inne. Seselj hatte sich im Februar 2003 freiwillig gestellt.

Karadzic, der ehemalige politische Chef der bosnischen Serben, und Mladic, sein Armeechef, waren 1995 untergetaucht. Sie waren kurz vor ihrem Verschwinden vor dem UNO-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien angeklagt worden.

Sie werden unter anderem wegen Völkermordes im Zusammenhang mit dem Massaker in der ostbosnischen Kleinstadt Srebrenica gesucht. 1995 waren dort etwa 8000 bosnische Muslime ermordet worden.

Der Druck auf Belgrad, sie festzunehmen, ist gestiegen, nachdem Anfang Dezember der ebenfalls als Kriegsverbrecher gesuchte kroatische General Ante Gotovina auf den Kanarischen Inseln festgenommen wurde. Derzeit sind noch sechs vom Tribunal angeklagte Serben auf der Flucht.

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Terminator-Gouverneur Schwarzenegger hirngeschädigt und leberkrank?

Harald Haack – Als er jüngst nach seiner Ablehnung des Gnadenbesuches des Todeskandidaten Stanley Williams vor die Fernseh-Kameras trat, wunderten sich nicht wenige Zuschauer über seine seltsam straffen Gesichtszüge. Das war nicht mehr der beliebte vor Gesundheit strotzende Muskel-Star, das war ein offenkundig hirn- und lebergeschädigter Mann, der dann auch noch von seinem Leid als Gouverneur faselte, über Leben und Tod zu entscheiden zu müssen.

Er mag das vielleicht als „Collateral Damage“ bezeichnen, frei nach seinem eher zwiespältigen „Arnie-Kracher“, ein billiges B-Movie, USA 2002, in dem es lange nicht so rummste wie gewohnt. Als kreuzguter Feuerwehrmann kriegt darin er nach dem zufälligen Tod seiner Familie bei einem Bombenattentat die Wut, weil Polizei und CIA sich aus der Affäre ziehen. So nimmt er in alltagsheldenhafter Verzweiflung selbst die Spur der Terroristen auf. Der Film zum hitzigen Gouverneur. Doch offenbar hat ihn jemand ein Hormon des Todes gereicht.

Der bekannte Chicagoer Internist Dr. Bart Silverstein, MA, will ihn als Opfer und Unterstützer des umstrittenen California Healthspan Institute, einer Scientology nahe stehenden Quacksalber-Organisation, entlarvt haben. Gegen ein wahnwitzig hohes Honorar kann man sich dort mit menschlichen Wachstumshormonen so sehr vollballern lassen, dass beinahe wieder embryonale Schwimmhäute wachsen. Unter dem Label „Anti Aging“ und „Human Growth Hormone Replacement Therapy“ wirbt das California Healthspan Institute für sein Programm, das nach Auffassung von Bart Silverstein keinesfalls das Leben verlängert und jemanden „jünger“ macht, sondern im Gegenteil das Leben verkürzt und Gebrechen und besonders Hirn- und Leberschäden programmiert.

Die Angst vor dem Alter und besonders vor dem Tod müsse Arnold Schwarzenegger erfasst haben. Immerhin habe dieser für seine Filmrollen, um Top auszusehen, ständig an seiner Gesundheit gesündigt. Er unterstellt ihm, dass er, da er als Schauspieler keiner Doping-Kontrolle unterlag, Anabolika und andere Hormone konsumiert habe. Nur so könne dessen übermenschliche Kondition als Kraftmensch erklärt werden. Schwarzeneggers Äußeres sei völlig unnatürlich und mit Training und Ausdauer allein nicht zu erzielen. Selbst eine Diät unter ärztlicher Aufsicht könne nicht zu dieser Muskelmonstergestalt Schwarzeneggers geführt haben.

Gründer der Crips Hingerichtet

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Bush’s Schwierigkeiten im Irak

US-Präsident George W. Bush hat in einer Rede an die Nation Schwierigkeiten im Irak eingeräumt und zugleich den Siegeswillen der Amerikaner beschworen.

Sie sollten diejenigen ignorieren, die meinten, der Krieg sei verloren und nicht «noch einen Groschen oder einen weiteren Tag wert», sagte Bush am Sonntag aus dem Oval Office des Weissen Hauses.


Schreckliche Verluste

Zwei Optionen: Sieg oder Niederlage
«Ich weiss, dass meine Entscheidungen zu schrecklichen Verlusten geführt haben», sagte Bush über die mehr als 30’000 getöteten Zivilpersonen im Irak und mehr als 2100 dort umgekommenen US-Soldaten. «Keine dieser Entscheidungen ist leichtfertig getroffen worden.» Für die USA gebe es nur zwei Optionen: Sieg oder Niederlage.


Sieg oder Niederlage. Für wen was?

Auch die Parlamentswahl am vergangenen Donnerstag werde noch kein Ende der Gewalt im Irak bringen. Aber die Wahl bedeute auch, dass Amerika «einen stärker werdenden Verbündeten im Kampf gegen Terror» habe. Die Wahl würdigte er als Geburt der Demokratie im Nahen Osten. Um diesen Prozess zu schützen, dürften die US-Truppen nicht vorzeitig abgezogen werden.

Gegner seiner Irakpolitik bezeichnete Bush als Miesmacher.
Deren These, der Krieg sei verloren, glaube er nicht. Und auch die Offiziere und Soldaten im Irak glaubten nicht, dass Amerika verloren habe. «Nicht einmal die Terroristen glauben das. Wir wissen aus ihrer eigenen Kommunikation, dass sie spüren, wie sich die Schlinge zuzieht und dass sie den Aufstieg eines demokratischen Iraks fürchten.»

Gegen verfrühten Rückzug
Es sei wichtig, dass jeder Amerikaner verstehe, was die Konsequenzen für einen verfrühten Rückzug aus dem Irak seien, sagte Bush in seiner ersten Rede an die Nation aus dem Oval Office, seitdem er von dort im März 2003 den Einmarsch in das Land verkündete. «Wir würden unsere irakischen Freunde im Stich lassen und der Welt signalisieren, dass man dem Wort Amerikas nicht trauen kann. … Wir würden den Irak an unsere Feinde übergeben, die geschworen haben, uns anzugreifen und die terroristische Bewegung würde ermutigt und gefährlicher sein als jemals zuvor.»

Im Vorfeld der Wahl im Irak hatten die USA die Zahl ihrer Soldaten auf 150’000 aufgestockt. Bis Februar soll sie auf 138’000 verringert werden.

Stimmungswechsel bei Bushs Reden
Bush hat in den vergangenen Wochen eine Reihe von Ansprachen über seine Irak-Politik gehalten. Dabei war er von einer eher optimistischen Darstellung hin zu einer mehr realistischen Sichtweise umgeschwenkt.

Er räumt nun Fehler in seinem Vorgehen ein und verweist auf einen langen und schwierigen Weg, der noch zu gehen sei. Vor wenigen Tagen hatte er in ungewohnt deutlicher Form die Verantwortung dafür übernommen, dass die USA auf der Basis falscher Informationen in den Irak einmarschiert sind. Die USA hatten den Krieg mit der Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen begründet. Diese Waffen wurden aber nie gefunden.


Ende gut alles gut

Bush will sich mit seinen Reden auch gegen seine politischen Gegner zur Wehr setzen. Der Präsident hat seit Monaten mit schlechten Umfrageresultaten zu kämpfen. Dazu trugen auch die zögerliche Reaktion auf den Hurrikan Katrina, hohe Benzinpreise und Korruptionsvorwürfe gegen seine Republikanische Partei bei.

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Am Gittertor von San Quentin

Norman Solomon – Nein, keine Bussarde kreisen am Himmel, nur ein paar Helikopter. Der Himmel ist schwarz mit einem Stich ins Blaue, darunter die beeindruckende Küstenlinie der Bucht von San Francisco. Ein friedlicher Moment – in dem sich der Staat zum Töten anschickt.

Vor den Toren von San Quentin versammeln sich die Menschen, um gegen die bevorstehende Hinrichtung von Stanley Tookie Williams zu protestieren. Je näher Mitternacht rückt, desto mehr Menschen sind es – zuerst Hunderte, dann Tausende. Zorn liegt in der Luft aber auch beruhigende Gebete.

In dieser Nacht heißt der Herrgott vom Dienst Gouverneur Schwarzenegger: „Ohne eine Entschuldigung (des Delinquenten) und ohne Buße für die sinnlosen und brutalen Tötungen kann es keine Erlösung geben“, hatte Arnold Schwarzenegger erklärt. Wenige Stunden nach dieser Aussage kam es zu einer weiteren Tötung – diesmal abgesegnet vom Gesetz und legitimiert durch einen Euphemismus (kurz vor Morgengrauen sendet NPR ‚Morning Edition‘ die Aussage eines Medien-Augenzeugen, der bei der Giftspritzen-Hinrichtung anwesend war: Williams sei durch einen „medizinischen Eingriff“ getötet worden, sagt der Zeuge live ‚on air‘, er gebraucht diesen Ausdruck gleich zweimal innerhalb weniger Sekunden).

Draußen, vor dem Gefängnistor, tauchen Schilder auf.

„Nur die Schwachen können niemals vergeben“.

„Tod nicht in meinem Namen“.

„Hinrichtungen lehren uns Gewalt und Rache“.

Für den Warfare-Staat sind Rache und Gewalt Rudimente einer Politik, deren Lektionen uns tagtäglich begegnen – vor allem in Gestalt von Akzeptanz, Passivität und Budgetfragen. Dabei ist der Warfare-Staat selbst, in der Ära der großen Regierung, ein Relikt der Vergangenheit – ausgenommen Pentagon, Polizei und Gefängniswesen.

Die Hinrichtung ist auf exakt eine Minute nach Mitternacht angesetzt. 25 Minuten vorher beginnen die Menschen vor den Toren, „We shall overcome“ anzustimmen. „We shall live in peace…“

Über den Köpfen kreisen immer noch die Bussarde – Hightech-Bussarde. Auf einem Schild steht: „Auge um Auge – und die Welt wird blind“. Irgendwer aus der Menge fragt: „Sind wir vielleicht schon blind?“ 7 Minuten vor Mitternacht. Mir kommt in den Sinn, wie sehr diese Exekutions-Countdowns doch an die Uhr des ‚Jüngsten Gerichts‘ (Doomsday Clock) erinnern – jene Uhr, die Atomwissenschaftler vor mehreren Jahrzehnten erfanden, um uns klarzumachen, wie nah die Welt der atomaren Auslöschung schon gerückt ist. Auf dem Podium preisen Redner Williams Absage an die Gewalt und sein Eintreten für Gewaltlosigkeit. Noch 2 Minuten bis Mitternacht. Ein TV-Nachrichtenreporter klettert auf das Dach eines weißen Van und bereitet seinen Beitrag vor – die Topnachricht der Stunde. Genau um Mitternacht startet sein Live-Report, genau zwei Minuten nach Mitternacht endet er.

Ein Redner fordert ein Todesstrafen-Moratorium in allen Bundesstaaten der USA. Auf einem Schild steht: „Keine Karrieren auf Todesmaschinen aufgebaut“.

„Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“, steht auf einem andern.

Um 24 Minuten nach Mitternacht wird es plötzlich vollkommen still. Dann erklingt wieder das alte Lied: „We shall… overcome… some… day“.

Um 38 Minuten nach Mitternacht gibt es eine Erklärung: Stanley Tookie Williams ist tot.
Das Land ist dadurch nicht sicherer geworden, nur brutaler. Der Unantastbarkeit menschlichen Lebens wurde nicht Rechnung getragen, diese Unantastbarkeit wurde verletzt.

Ein Redner sagt: „Es ist vorbei – aber es ist nicht vorbei…“

Von San Quentin bis Irak – der Tod als politisches Ziel. Im Namen der Mordopfer wird staatlich gemordet. Im Namen der Gefallenen müssen noch mehr Soldaten töten, müssen noch mehr Soldaten sterben.

Gründer der Crips Hingerichtet

Dieser Artikel von Norman Solomon erschien auf Deutsch erstmals bei Zmag. Übersetzung: Andrea Noll.
Von Norman Solomon erschien aktuell das Buch War Made Easy

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Parfüm und Weichmacher im Gehirn

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Harald Haack – Nach den neusten Ergebnissen der PISA-Studie schnitten Schulkinder in Berlin und Brandenburg am schlechtesten ab. Ob diese Kinder auch am aggressivsten sind, sollte untersucht werden. Doch welcher Politiker möchte sich dafür stark machen, damit Forschungsgelder fließen können? Berichte über den Terror der Schüler in Berliner Schulen, besonders jene im Stadtteil Kreuzberg, gab es etliche. Doch Boulevard-Nachrichten verzerren die Realität, weil so gut wie nichts darin hinterfragt wird.

Warum Kinder aggressives Verhalten zeigen, darüber gibt es weltweit Forschungsergebnisse. Besonders in den USA, den Homelands wild um sich schießender Schulkinder, wurde nach den Ursachen geforscht. Die Ergebnisse wurden jedoch meistens für die Öffentlichkeit unter Verschluss gehalten. Will man mehr erfahren, muss man sich durch medizinische Fachbücher quälen und Wissenschaftler direkt befragen.

Quellensuche
Eine exzellente Quelle stellt ein Buch über Kindermedizin dar, das nach etlichen Neuauflagen inzwischen ebenso zum Standardwerk wurde wie die „Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie“ des Bibliographischen Instituts Mannheim/Wien/Zürich. In dem von LANGE-Medical-Books/McGraw-Hill veröffentlichten Buch „Current Pediatric Diagnosis & Treatment“ berichten die Professoren William W. Hay, Jr,, MD, Anthony R. Hayward, MD, PhD, Myron J. Levin, MD und Judith M. Sondheimer, MD, über plötzliche „Stimmungsveränderungen“ bei Kindern wie auch über „Angst- und Panikattacken“, deren Kausalität sie als Überempfindlichkeits-Reaktion auf Parfüme und anderen toxischen Chemikalien erkannt haben. Besonders Parfüm machen sie dafür verantwortlich.

Laut des in Trier ansässigen Nervenarztes Dr. Peter Binz werden die Folgen solcher schweren Überempfindlichkeiten gegenüber Parfüm häufig „als böse Absicht gedeutet“ und als Aggression missverstanden, was „nicht selten“ sei und „zu schweren Konsequenzen“, besonders in strafrechtlicher Hinsicht, führen kann. Seiner Ansicht nach gibt es gegenwärtig „nur eine kausale Behandlung, nämlich Expositionsvermeidung“. Leider aber stellt dies die Betroffenen, in unserer heutigen vom Parfüm-Terror beherrschten Welt, vor ein schier unlösbare Problemen.

In den USA erkannten international anerkannte Wissenschaftler, darunter die Professorin Betty Bridges, wie auch in Deutschland beispielsweise Dr. Runow von der Klinik Bad Emstal und Doz. Dr. sc. Med. Bodo Kuklinski, vom Diagnostik- und Therapiezentrum für umweltmedizinische Erkrankungen in Rostock, dass Parfüme und viele andere Chemikalien, mit denen wir im täglichen Leben in Kontakt geraten, zum Beispiel Weichmacher in Kunststoff-Laminat-Fussböden, Hirnzellen dauerhaft schädigen.

Zu solchen Schäden käme es, wie die Autoren Kuklinski, Schiefer und Beyer in ihrem Aufsätzen „Hirnschrankenprotein S-100 und Xenobiotika-Suszeptibilität“ und „Zur Praxisrelevanz von nitrosativem Stress“ erklären, dass die in Parfümen enthaltenen toxischen Lösemittel Stress im menschlichen Körper auslösen – nitrosativer Stress – der die Hirnrinde veranlasst (die ihre Funktion als Bluthirnschranke hat und verhindern soll, dass toxisches Stoffe ins Gehirn gelangen und damit unmittelbar in den Stoffwechsel eingreifen können) das saure und hirnzellenschädigende Protein S-100 zu produzieren. Dr. Kuklinski teilte auf Anfrage mit: „Wenn S-100 pathologisch erhöht ist, liegt eine offene Bluthirnschranke und eine gesteigerte Schadstoffempfänglichkeit vor, da Fremdsubstanzen sofort ins Gehirn gelangen und toxische Reaktionen auslösen“, zum Beispiel solche, die allgemein als psychisch fundierte Aggressivität mißgedeutet werden.

Wissenschafts-Zirkus
In der Tiermedizin waren die Auswirkungen von S-100 schon lange bekannt, ja, anfangs hielten einige Forscher es für die Ursache des Rinderwahnsinns, der BSE. Dass sie damit nicht so falsch lagen, bestätigten nachfolgende Forschungsergebnisse, demnach eine andere Art von Protein, so genannte Prione, sich rasant vermehren können, womit die BSE zumindest in neurologischer Hinsicht erklärt wurde. Die Erkenntnisse der Veterinäre landen aber leider immer wieder zu spät auf den Tischen der Humanmediziner, weil offensichtlich Interessen der für Gesundheitsschäden verantwortlichen Chemischen Industrie eine Verbesserung interdisziplinärer Zusammenarbeit verhindern. Allzu oft müssen Tiere leiden und sterben für hirnrissige Studien, deren Ergebnisse von den Auftraggebern lange vorher festgelegt wurden. An Studien beteiligte Wissenschaftler werden oftmals in ein Scheuklappendenken gezwungen, welches wichtige Randergebnisse unberücksichtigt und nur solche Ergebnisse gelten lässt, die bewiesen werden sollen. In den Medien, in denen dann die „erfolgreichen“ Studien breitgetreten werden, wagt so gut wie kein Journalist – vielleicht aus Nichtwissen und Ehrfurcht vor dem Rang der beteiligten Wissenschaftler – Studien zu hinterfragen.

Verbrauchern kann man nur raten, bei Berichten über Studien, in denen irgendwelche Lebens- und Genussmittel hochgelobt und ihnen wundersame Wirkungen auf die Gesundheit zugeschrieben werden, als plumpe Public-Relation aufzufassen.

Industrielle Quacksalberei
Scheinbar über Leichen scheinen die spanischen Verfasser einer jüngsten Studie zu gehen, in der „bestimmte Inhaltsstoffe“ von Olivenöl nach fettem Essen die Blutzirkulation „ankurbeln“ sollen. Einmal davon abgesehen, dass Ernährungsberater von fettem Essen abraten und zu leichter mediterraner Kost raten, in denen Öle und Fette sparsam verwendet werden, dreht der PR-Text über die angebliche Olivenöl-Studie die Fakten um. Es wird suggeriert, als sei Olivenöl Hauptbestandteil einer „Mittelmeer-Diät“, dessen „positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System seit langem bekannt“ sei. Schnell wird vom Phenolgehalt des Olivenöls gesprochen und Phenol, als Biozit und Nervengift bekannt, zum Elixier erhoben, das den Cholesterinspiegel senken soll. Während in seriösen Studien mit Hunderten von Probanden gearbeitet wird, um zu verlässlichen Ergebnissen zu kommen, werden für die Olivenölstudie lediglich 5 Männer und 16 Frauen genannt. Dennoch sei das Ergebnis der „Studie“ eindeutig gewesen. Klar doch, das Ergebnis stand mutmaßlich schon zu Beginn fest. Demnach soll Phenol „die Anpassungsfähigkeit der Gefäßwände an schnelle Schwankungen der Blutmenge“ verbessern. Die Tatsache, dass Phenol gefässwanderweichend wirkt, war schon im 19. Jahrhundert als Symptom für eine akute Vergiftung bekannt.

Phenol wird auch als Karbolsäure bezeichnet. In Konzentrationen über 3 Prozent kann es auf der Haut zu Gewebsschädigungen führen. Bei Aufnahme über den Magen führt Phenol zu Nierenschäden und in schweren Fällen zu Störungen des Zentralen Nervensystems, besonders der Bluthirnschranke, deren Zellen unrettbar geschädigt werden und damit anderen Schadstoffen den Zutritt zum Gehirn und zum Stoffwechsel ermöglichen. Der Tod aufgrund einer Phenol-Vergiftung tritt somit durch Atemlähmung ein.

Wer sich also unbedingt mit Olivenöl vergiften will, der sollte so dumm sein und die Ausführungen der von der spanischen Olivenölindustrie in Auftrag gegebenen Studie glauben und „daher nach Olivenölsorten greifen, die mit VIRGIN oder EXTRA VIRGIN bezeichnet werden: Sie weisen den höchsten Phenolgehalt auf.“ Wie gut, dass es toxikologisches Wissen gibt, auf das trotz solcher industriellen Quacksalbereien und Verblödungskampagnen zugegriffen werden kann. Wer solchen kommerziellen Unsinn, wie der Olivenöl-Studie“ folgt, für den kann es rasch zu spät sein.

Babykiller und Verblöder
Als zu spät könnte man auch die Erkenntnis eines Forscherteams um Scott Belcher von der Universität von Cincinnati bezeichnen. Die Forscher konnten in Tierversuchen nachweisen, dass der Weichmacher Bisphenol A(BPA) gerade in kleinsten Dosierungen die Hirnentwicklung von Kindern beeinflusst. Die Ergebnisse ihrer im Fachblatt „Endocrinology“ veröffentlichten Studie erklären die Substanz zum Hirnkiller. Dies könnte nun endlich massive Auswirkungen auf den europäischen Verbraucherschutz haben, denn Experten verdächtigten Bisphenol A schon länger, die Gesundheit von Verbrauchern nachhaltig zu schädigen. Wie die Forscher schreiben, blockiert die über die Nahrung aufgenommene Chemikalie die Aktivität des körpereigenen Hormons Östrogen, das für die Entwicklung bestimmter Hirnregionen unerlässlich ist.

Das Ergebnis der Untersuchung der von BPA geschädigten Rattenhirne könnte sich als „kleine Sensation in der BPA-Diskussion erweisen, falls es auch anderen Forschergruppen gelingt, die Ergebnisse zu reproduzieren“, kommentiert Jürgen Kundke, Sprecher des Berliner Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

Zu ihrem Ergebnis gelangten die Forscher über Tierversuche. Über einen Zeitraum von lediglich sechs Minuten hatte man Ratten eine hoch verdünnte BPA-Lösung in den Teil des Gehirns gespritzt, der bisher als unempfindlich gegenüber BPA galt: den so genannten zerebralen Kortex. Schon wenige Minuten nach Verabreichung erzeugte der Weichmacher eine verheerende Wirkung: Der Signalweg des weiblichen Sexualhormons Östrogen wurde gestoppt und damit die natürliche Entwicklung der Gehirnzellen. Das Geschlecht der getesteten Tiere spielte hierbei keine Rolle, da Östrogen bei beiden Geschlechtern erzeugt und genutzt wird.

Seit den fünfziger Jahren setzt die Chemische Industrie den Weichmacher Bisphenol A bei der Herstellung von Plastikverpackungen aller Art ein. Jährlich werden Millionen Tonnen dieses Hirnkillers produziert. Immer wieder wurde vor der Gefahr der Weichmacher gewarnt. Dennoch fand er ungehindert Verwendung in unzähligen Produkten, vom Kunststoff-Laminat-Fussboden bis hin zu Plastikflaschen, wie sie für die Ernährung von Säuglingen genutzt werden.

Die Unverbesserlichen
In Deutschland scheint es aber immer noch unverbesserliche Ignoranten zu geben. Thomas Simat, Professor am Institut für Lebensmittelchemie der TU Dresden, hält die Grundchemikalie für toxikologisch „sehr gut untersucht“. Dem widerspricht jedoch das Ergebnis der amerikanischen Studie zweifellos.

Endlich wurde jetzt erforscht wie der Weichmacher BPA in kleinsten Dosierungen wirkt. Bis vor kurzem noch hieß es – manchmal als Verkaufsargument -, die toxisch wirksame Menge des BPA in den Produkten sei zu gering, um Schäden verursachen zu können. Eine tückische Meinung, keine wissenschaftliche Erkenntnis! So kam bisher (in Deutschland) niemand auf die Idee ein entsprechendes Forschungsprojekt einzuleiten.

Der Professor für Pharmakologie und Zell-Biophysik, Scott Belcher, erklärt, dass die Gefährdung des Menschen schon vor der Geburt einsetzt, weil BPA die Embryonalentwicklung des Gehirns stört. Aus diesem Grund hatte sein Team auch das Fötenwachstum der Ratten verfolgt und die Tiere nach Ablauf bestimmter Fristen seziert. Junge Ratten gelten als außerordentlich gutes Tiermodell. Aus ihnen lassen sich Rückschlüsse auf die Entwicklung des menschlichen Fötus ziehen. Die Zeit vom Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels bis zu den ersten Lebensjahren des Kindes kann so nachvollzogen werden. Es gebe zwar Unterschiede zwischen Menschen und Ratten, sagt Belcher, doch BPA habe bisher bei jeder Art von Tieren zu ähnlichen schädlichen Effekten geführt, und damit bestünde Grund zur Sorge.

Wie SPIEGEL-ONLINE berichtet, sieht PlasticsEurope, der Verband der Kunststofferzeuger in Deutschland, das, wie sollte es auch anders sein, anders. In einer internen Bewertung, die der Redaktion von SPIEGEL ONLINE vorliegen soll, heißt es über Belchers Arbeit: „Aus der Studie liegen keine Hinweise vor, dass die Beobachtungen beim Menschen zu nachteiligen Folgen führen“. Belchers Methodik bei den Versuchen werde angegriffen. Direkte Injektionen ins Hirn seien nicht mit oraler Aufnahme zu vergleichen.

Bei PlasticsEurope übersieht man offensichtlich gerne, dass die direkte Injektion von BPA ins Gehirn mit der Aufnahme über den Luftweg zu vergleichen ist, wenn die Bluthirnschranke mittels Parfüme und anderer Schadstoffe geöffnet wurde, was heutzutage der Fall bei Kindern ist, deren Mütter und Väter geradezu fanatisch und unbedenklich Parfüme verwenden. Es trifft zu, dass u.a. Parfüme in Weichspülern, mit denen die Wäsche der Kleinen behandelt wird, den Weichmacher Bisphenol A seinen Weg ins Gehirn – von Kindern und Erwachsenen – selbst in sehr geringen Mengen ermöglichen – als sei es eine direkte Injektion.

So werden Kinder noch vor ihrer Geburt im Leib der Mutter chemisch verblödet und viele werden es lebenslang bleiben. Daran zu ändern vermag die PISA-Studie, für deren Namen die Microsoft-WORD-Rechtschreibhilfe (neue Rechtschreibung) die Alternative „Piss-Studie“ vorschlägt, allein nichts zu ändern.

Literatur:

Allgemeine und spezille Pharmakologie und Toxikologie
Herausgeben von W. Forth, D. Henschler und W. Rummel im B.I. Wissenschaftsverlag, Bibliografisches Institut, ISBN 3-411-01660-4

Current Pediatric Diagnosis & Treatment
Hay, William W., Levin, Myron J., Sondheimer, Judith M., Deterding, Robin R. ISBN 0071429603

Hinrschrankenprotein S-100 und Xenobiotika-Suzeptibilität.
Erste eigen Ergebnisse, Bodo Kuklinski, Raimund Schiefer, Holm Bleyer
umwelt – medizin – gesellschaft 2/2003

Zur Praxisrelevanz von nitrosativem Stress
umwelt – medizin – gesellschaft 2/2005

Links:

Betty Bridges, RN Fragranced Products Information Network (FPIN) For information on health effects of fragrances
Hazardous pleasant odors. Scented substances cause asthma in asthma patients
A common fragrance component increases airway responsiveness after skin sensitisation
Young worker first to be granted chemical sensitivity compensation
chemical-survivors
chemical-survivors
Endocrinology
University of Cincinnati

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Gründer der Crips Hingerichtet

Stephan Fuchs – Heute morgen um 09.01 MEZ wird Stanley „Tookie“ Williams (51) mit der Giftspritze hingerichtet. Tookie wurde 1981 wegen vierfachen Mordes schuldig gesprochen. Prominente – vom südafrikanischen Erzbischof Desmond Tutu bis Schauspieler Russell Crowe – setzten sich für Tookie ein. Der Schweizer SP-Nationalrat Mario Fehr schlug ihn 2001 gar für den Friedensnobelpreis vor.


Der Terminator hätte die Möglichkeit gehabt die Tötung in letzter Minute zu verhindern. Er tat es nicht.

Williams ist die Ikone einer ganzen Generation: er gilt als Mitbegründer der legendären Grossstadt Jugendgang Crisp. Die Crips wurden 1969 unter anderem von Raymond Washington, LoC Daddy Angelo, Joe „Hover“ Ben, als Antwort auf die herrschende Gewalt in Los Angeles‘ Straßen gegründet und wurden sehr schnell populär. Schon bald stieg ihre Dominanz auf L.A.s Straßen auf das dreifache aller anderen Jugendbanden zusammen. Als bis 1972 immer wieder Mitglieder der kleineren Gruppen von Mitgliedern der Crips ermordet wurden, schlossen sich die meisten dieser Gruppen zu den Bloods zusammen, so die L.A. Brims, Denver Lanes, Bishops, Lueders Park Hustlers, Athens Park Boys, Pueblos und die Inglewood Family.


Noldi endlich wie im Film: Judgment Day

Von da an gab es über Jahre immer wieder blutige Bandenkriege, die jährlich viele hundert Bandenmitglieder das Leben kosteten (über 800 allein im Jahr 1995).

Bemerkenswert an dieser Stelle ist, dass Gewalt zwischen Crips und Bloods bei weitem nicht der Hauptgrund für die Opferzahlen ist – die knapp 200 Crip Gangs in Los Angeles sind zum größten Teil untereinander verfeindet – so sterben sehr viel mehr Crips durch Angriffe anderer Crips als durch Bloods. Als erster großer Konflikt von Crips untereinander gilt die Feindschaft der Rollin´ 60s N-Hood Crips und der Eight Tray Gangster Crips, die bis ins Jahr 1979 zurückreicht und bis heute allein über 500 Bandenmitgliedern den Tod gebracht hat.

Gewalt unter Blood Gangs ist im Gegensatz dazu sehr selten. Im Jahr 1992 wurde unter dem Eindruck der Rassenunruhen ein Friedensvertrag auf den Weg gebracht, der für den Nobelpreis nominiert wurde. Auf Dauer hatte diese Übereinkunft jedoch keinen Bestand, so dass die Zustände und Opferzahlen heute wieder dem Stand von vor 1992 entsprechen. Die dritte große US-amerikanische Gang ist die Mara salvatrucha, die jedoch im Zusammenhang mit den Bloods und Crips seltener erwähnt wird.

Stanley „Tookie“ Williams indes, wurde 1981 wegen Mordes verhaftet, seither sitzt er in der Todeszelle. Der Terminator, Arnold Schwarzenegger, hätte die Möglichkeit gehabt die Tötung in letzter Minute zu verhindern. Er tat es nicht.

Kinderbücher schreiben
Stanley Williams brachte sich im Gefängnis sich Lesen und Schreiben bei und begann dann mit dem Schreiben von Kinderbüchern, in denen er sich gegen Drogen, Gewalt und Rassismus ausspricht. Aufgrund dessen ist er insgesamt zehnmal für einen Nobelpreis nominiert worden (sechsmal für den Friedensnobelpreis und viermal für den Literaturnobelpreis). Erstmals wurde er im Jahr 2001 von Mario Fehr nominiert. Er bestreitet bis heute die ihm vorgeworfenen Morde begangen zu haben, dennoch hat er sich für die Gründung der Crips in aller Öffentlichkeit entschuldigt.

Das Einsitzen in der Todeszelle ist grauenhaft:
Die Psycho-Qual begann für Williams schon am 26. Oktober. Da liest ihm Gefängnis-Direktor Warden Stokes die Hinrichtungs-Vorschrift vor. 43 Seiten: «San Quentin Verfahrens-Prozedur Nr. 770». Zuerst kommt der Geistliche, um die «Gedanken über Sterben und Tod» des Häftlings zu erforschen. Dann wird Williams aus der Zelle, in der er 24 Jahre sass, in eine grössere verlegt – ein «Geschenk».

Am letzten Donnerstag zieht dann ein Spezial-Team von Gefängniswärtern auf, das alle 15 Minuten über die Lage in der Todeszelle Protokoll führt. Um Selbstmord zu verhindern.

Ein Privileg für Todeskandidaten: Sie dürfen mehr Besucher empfangen. Aber auch für Tookies Freunde wie Rapper Snoop Dogg oder Schauspieler Jamie Foxx gilt: «Der Häftling und seine Besucher dürfen sich zu Beginn und am Ende der Visite kurz umarmen oder die Hände schütteln. Kein anderer Kontakt ist erlaubt.»

Vor drei Tagen beginnt Tookies Isolierung. Schon seit Donnerstag darf er keine persönlichen Gegenstände mehr bei sich haben – nicht einmal seine Zahnbürste. Am Sonntag inspizierte der Aufseher die Henkers-Utensilien: «12 Rollen Klebeband, 20 Spritzen, 10 Nadeln, 4 Behälter mit Kochsalzlösung, 6 Binden, 2 Kästen Gummihandschuhe, je 1 Kasten mit Operationsmasken und alkoholgetränkten Wischtüchern.»

Letzter Absatz von Prozedur 770: «Der Leichnam soll mit Vorsicht und Würde entfernt und die Todeskammer sorgfältig gereinigt werden.»

Tookie’s Corner
On death row, an author and Nobel nominee
Stanley „Tookie“ Williams
What is the relationship between prisoner and guard? Is it slave versus master?

Foremost, the interactions between captor and captive can vary from person to person. All guards do not behave the same way; neither does every prisoner exhibit an identical pattern of behavior. But a relationship of any kind that is based on distrust, caution or fear will eventually give rise to open hostility.

In prison, the basis of the so-called relationship between guards and prisoners is that guards issue institutional orders and prisoners must comply – or the prisoners suffer the consequences. These consequences include prisoners being placed in solitary confinement in „The Hole,“ which is known as receiving „hole time,“ or prisoners are forced to comply through violence inflicted on prisoners.

In the matter of the master-slave concept, there are commonalities between a guard as master and a prisoner as slave.

Similarity between the guard’s role and the master’s role can be found in the guard’s absolute power to control the prisoner. This control is carried out by enforcing rules on the prisoner; closely watching the prisoner to ensure compliance with those rules; punishing, abusing and, if need be, eliminating the prisoner through banishment to solitary confinement or through violence.

On the other hand, the resemblance of the prisoner to the slave is that both are subjected to strict rules, confined like animals, controlled, often brutalized physically as well as psychologically, and deprived of basic human rights.

Dare I take the master-slave connection a step further to point out that many people – of all races and ethnicities – have allowed themselves to be modern-day slaves. Indeed, a person does not have to be Black to exhibit a slave mentality. Unwittingly, too many of us – and it does not matter whether we are Black, Asian, Chicano or White – perpetuate „the Master’s will“ through our own self-hatred and destructive behavior. For those individuals who are in denial, here are some recognizable signs of self-perpetuation of slave behavior, be it in prison or in society.

Modern-Day Slave Traits

1. A modern-day slave will neglect to educate himself, which in turn creates mental slavery. (During slavery, Blacks were prohibited from learning to read or write. So, these days, everyone should take advantage of the opportunity to get an education.)
2. A modern-day slave will swindle and commit other crimes against his own people and others instead of helping to break the chains of poverty by earning an honest living.
3. A modern-day slave will perpetuate self-hate through committing violence on people of his same ethnicity, such as black-on-black violence, including murder, which is a form of genocide.
4. A modern-day slave will deal, buy and/or use drugs that will make him and others function as slaves (addicts) to drugs, slaves to misery and slaves to defeat.
5. A modern-day slave will adopt the wicked ways of the slave master, who disrespected and abused women.
6. A modern-day slave will abandon his children – leaving them for someone else to raise – just as the old masters abandoned Black children by selling them off to other slave owners, not caring about their fate.
7. A modern-day slave will foolishly commit crimes that cause him to end up behind bars, incarcerated, in mental and physical bondage.

Take a look at this list and then read it again. Look within yourself for any similarities and eliminate your modern-day slave traits. If you cannot admit to any of the seven signs, you are in denial. But all is not lost. The first step toward defeating a slave mentality begins with your acknowledgment that it exists.

vermischtes

Zur sozialen Jugend-Revolte in Frankreich

Elmar Getto – Wer genau sind die Jugendlichen, die da in den Pariser Vorstädten, aber auch in vielen Provinzstädten Frankreichs, Autos anzündeten und auch anderes? Was trieb sie zu solchen scheinbar sinnlosen Destruktionsakten? Die Erklärungen sind weit gestreut. Da wird von Vandalen und Abschaum gesprochen, von Migranten und Islamisten, von Subproletariat und Lumpenproletariat. Es wird die Architektur als Ursache angegeben oder auch die mangelnden Integration von Zuwanderern oder aber der Kolonialgeschichte Frankreichs die Schuld gegeben. Doch all dies überzeugt nicht.

Zum einen kann man aus den Fernsehbildern, auf denen etwas zu erkennen ist, leicht feststellen, daß ein Teil der Jugendlichen weder schwarz noch „arabisch“ aussieht. Die Statistik der Festgenommenen zeigt: Es handelt sich fast ausschließlich um französische Staatsbürger. Es geht also in keiner Weise um ein Problem der Migration oder des Rassismus, auch wenn dies manchen Ultrarechten nicht paßt. Das gleiche konnte man auch seriösen Analysen über die französischen Vorstädte entnehmen: Dort leben zwar überwiegend Jugendliche, deren Familien erst seit ein, zwei oder drei Generationen in Frankreich sind, aber es leben dort auch um die 20% „normale“ Franzosen, deren Lebensbedingungen allerdings genauso schlecht sind.

Es mag jemand einwenden, daß ein wesentlicher Teil der Jugendlichen Kinder oder Enkel oder Urenkel von Migranten sind, aber das bringt uns in der Analyse nicht voran, denn wo will man da Grenzen ziehen? Auch 99% der US-amerikanischen Bevölkerung sind Nachkommen von Immigranten – ja und? Wenn sie Seite an Seite mit Jugendlichen, deren Familien seit Generationen in Frankreich leben, Steine gegen Polizisten werfen, kann es sich nicht vornehmlich um eine Anti-Rassismus- oder Islamismus- oder Anti-Ausländerfeindlichkeit-Revolte handeln.

Ja, es sind praktisch nur Jugendliche. Die Jugend war schon immer ein Seismometer der Gesellschaft. Die Jugend, leichter als angepaßte Erwachsene, drückt am ehesten Wut und Empörung über unhaltbare Zustände aus. Bei der Jugend haben Hemmungen und die Resignation noch nicht so häufig Platz gegriffen. Es sollen sogar 11-jährige dabei sein und kaum einer sei schon dreißig, wird berichtet. Es ist der Aufschrei der geschundenen Kreatur, ein Protest gegen die Ausgestoßenheit aus der Gesellschaft und nicht zuletzt auch gegen die brutalisierte und faschistoide Polizei.

Es ist eine Revolte, es ist eine Massen-Revolte und es ist eine Jugendrevolte, in diesem Fall eine spontane Revolte. Spontane Revolten sind in der Geschichte der Menschheit Legion. Die unterdrückten Klassen haben ihre Wut immer wieder in Revolten zum Ausdruck gebracht, manche rein spontan, manche mehr oder weniger organisiert. Die Spartakus-Sklavenrevolte im alten Rom erlangte Berühmtheit. Während der Zeit des Feudalismus gab es Hunderte von Bauernrevolten allein in Europa. Selbst jene, die organisiert waren, hatten keine Chance. Luther machte seine neue Religion hoffähig, als er die brutale Unterdrückung einer solchen Revolte empfahl. Goethe hat in seinem „Götz von Berlechingen“ einer sogar recht organisierten Revolte ein Denkmal gesetzt. Alle diese Revolten waren und sind im Kern soziale Revolten.

Es sind Arbeiterjugendliche, die da Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen. Die Tatsache, daß sie keine Arbeit haben, macht sie nicht zu Lumpenproletariern. Ihnen wird wohl auch kaum je geregelte Arbeit angeboten werden (bestenfalls einmal irgendwelche Zeit- und Hilfs-Jobs), aber das macht ja gerade die Aussichtslosigkeit aus, die sie zur Revolte treibt. Lumpenproletarier dagegen sind heruntergekommene Kleinbürger, die niemals eine Handarbeit annehmen würden. Nein, dies ist ein Teil der Arbeiterjugend Frankreichs.

Es wäre Unsinn anzunehmen, Arbeiterjugendliche würden keine spontanen Revolten anzetteln , sondern nur organisierte. Wer hätte sie denn organisiert? Die „Sozialisten“ oder die agonierende „kommunistische“ Partei Frankreichs haben mit ihnen nichts am Hut. Eine marxistisch-leninistische Organisation ist noch zu schwach, um die Organisation von sinnvollen Protesten anzuleiten. So machen sie eben unsinnige Revolten.

Nun, einen gewissen Sinn macht es, haufenweise Autos anzuzünden. Die Aufmerksamkeit der Medien haben sie jedenfalls. Eine Demonstration, die kurz vor Ausbruch der Revolte in einem der Vorstadt-Ghettos durchgeführt wurde, kam in keinem der Mainstream-Medien. Es sage also keiner, Autos anzuzünden sei sinnlos. Daß es kontraproduktiv ist, die Autos der Nachbarn abzufackeln, steht auf einem anderen Blatt. Es mögen sich auch Lumpenproletarier und kriminelle Elemente daruntergemischt haben, vielleicht auch ‚agents provocatoire’ der französischen Stasi-Dienste, aber das ändert nicht den Charakter.

Natürlich hat diese soziale Revolte – so wie es bei Revolten fast immer ist – keine Perspektive. Aber – keine Perspektive, das hatten diese Jugendlichen auch vorher – darum begannen sie ja gerade die Revolte. Wie sagte einer der Redner auf der Demonstration am 5.11. in Berlin so richtig: „Ein System, das keine Zukunft für die Jugend hat, hat selbst keine Zukunft!“

Es zeigt sich, wie notwendig es ist, diese Jugendlichen zu organisieren, zu überzeugen, daß es wirklich eine Perspektive gibt – den Sozialismus.

Die Jugendrevolte in Frankreich stellt eines der ersten klaren Anzeichen dar, daß der Kapitalismus ans Ende seiner höchsten und Endphase gekommen ist. Er beginnt bereits in bestimmten Bereichen in die kapitalistische Barbarei überzugehen. Zustände, in denen ganze kommende Generationen keinerlei Perspektive mehr haben als Elend und Tod, das ist ja gerade die Essenz der kapitalistischen Barbarei.

Mehr und mehr offen zeigen die Großkonzerne und Bank-Agglomerationen ihr nacktes, brutales Gesicht. Ihr Profit ist das einzige, was die Gesellschaft noch zu interessieren hat – man sehe sich nur den diesjährigen Profit der deutschen Bank an. Der Aufwand, der für den Betrug der Massen getrieben wird, nimmt ab. Während 12 Milliarden Menschen von der heutigen Lebensmittelproduktion leben könnten, läßt man einen Teil der 6 Milliarden hungern und sterben.

Schon ausgerottete und weitgehend zurückgedrängte Krankheiten beginnen sich wieder auszubreiten. Die globale Erwärmung – der Klimawandel? „Seis drum, wir machen Profit.“ Nackte blanke Gewalt, Überfälle auf arme Völker wie in Afghanistan und im Irak treten auf die Tagesordnung. Die größten Konzerne haben fast alle Ihre Profite um 50 bis 500% in einem Jahr erhöht – wer nicht mitkommt, wird erbarmungslos abgehängt.

>>Arbeitslosenunterstützung – für was? Sozialhilfe? Kürzen! Empfehlen Sie den Kirchen, Suppenküchen einzurichten!

Wir tanzen auf dem Vulkan! 2005 wird die ExxonMobil den höchsten Profit einfahren, den je irgend eine Firma gemacht hat! Das ist es, worauf es ankommt! Und die Politiker? Laß sie einfach ununterbrochen wiederholen, sie würden Arbeitsplätze schaffen. Vielleicht glaubt ihnen das Volk ja noch. Und wenn nicht – auch nicht weiter schlimm. Wir haben eine brutalisierte Polizei – wir haben modernste Armeen.<<

Es hat begonnen die Zeit, in der wir nur noch zwei Alternativen haben: Hilflos zusehen, wie der Kapitalismus in die kapitalistische Barbarei übergeht und zu lamentieren oder für den Sozialismus zu kämpfen.

vermischtes

Alle Jahre wieder stinkt Ihr wieder

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Harald Haack – Leider gibt es viele Zeitgenossen, die das umweltmedizinische Problem nicht begriffen haben und denken, dass Menschen, die parfümempfindlich wurden, nur geruchsempfindlich sind. Wenn es den Chemisch Verletzten, den Chemikalienempfindlichen, nur um Gerüche ginge, dann wären sie sicherlich alle psychisch gestört. Und das ist genau das, was die Chemische Industrie, die verantwortlich für die enormen Körperverletzungen ist, möchte, um sich aus der Affäre zu ziehen. Bei kaum einem Patienten mit MCS (Mehrfache Chemikalien Empfindlichkeit) oder MS (Multiple Sklerose) liegt die Erkrankungen in der Psyche begründet. Denn: Geruch und Gift sind zweierlei! Geruch tötet nicht, Gift dagegen sehr. Nicht der Geruch von Giftgas, das verschiedene, sehr angenehme Gerüche – zwischen grünem Apfel und frischem Heu – haben kann, tötet, sondern die Chemie des Giftgases, die lebenswichtige Enzyme des Organismus‘ blockiert und damit den Tod herbei führt.


Geruch tötet nicht, Gift dagegen sehr.

Über “Die weitgehend verdrängte Bedrohung der menschlichen Intelligenz durch die Vergiftung der Umwelt” schreiben Ulrich Berger und Christoph Stein in ihrem Artikel “Die Verblödung schreitet voran”: “Schwermetalle, radioaktive Stoffe, chemische Umweltgifte und Mangelernährung zerstören die menschliche Intelligenz. Weltweit ist das zentrale Nervensystem des Menschen bereits so stark geschädigt, dass ein globaler Rückgang der menschlichen Intelligenzleistung nicht mehr verhindert werden kann. Das menschliche Gehirn zerfällt. Dieser Zerfall wird seit Jahren von Ärzten und Neurophysiologen beobachtet. Die gesellschaftlichen Schutzinstitutionen, Recht, Wissenschaft und Politik haben versagt. Die Menschheit verblödet.”

Parfüme – ein tückischer Trugschluss
Völlig übersehen in der Liste all jener Stoffe, bei denen “Auswirkungen auf die innere Sekretion nachgewiesen worden sind” haben Ulrich Berger und Christoph Stein jene hochtoxischen Lösemittel-Mixes, die als “Parfüme” frei erhältlich sind und die von die meisten Menschen für gesundheitlich unbedenklich gehalten werden. Ein tückischer Trugschluss, denn gerade Parfüme verändern nachhaltig und in tragischer Weise das Leben und gehen im wahrsten Sinne des Werbeslogans eines Herrenduftes unter die Haut.

Parfüme werden seit den Zwanziger Jahren aus synthetischen Lösemitteln hergestellt. Die Parfümindustrie sucht zwar ständig nach neuen natürlichen Duftstoffen, doch die werden nie in einem Parfüm verwendet. Was später drin steckt, sind billige synthetische Nachahmungen. Leider sind diese Stoffe dann giftiger als die natürliche Vorlage. Wenn sie chronisch auf den Organismus einwirken, dann schädigen sie vor allem die Bluthirnschranke. Sie besteht aus Gliazellen, die die Blutkapillaren im Gehirn und im Rückenmark umgeben und sie fungiert als Barriere zwischen Gehirn und Blut; ein Schutzwall gegenüber giftigen Substanzen in der Atemluft. Ist die Bluthirnschranke aber erst einmal geschädigt, dann wirken Gifte, wie sie in Parfümen hundertfach enthalten sind, direkt aufs Gehirn und erzeugen ein körpereigenes Nervengift, das S-100-Protein. Das ist in etwa so, als würde man einem Menschen den Schädel trepanieren und ihm mittels einer Spritze zum Beispiel Nitroverdünnung ins Gehirn spritzen; zugegebenermaßen ein ziemlich heftiger Vergleich, aber keineswegs unpassend. Parfüm ist chemisch nichts anderes und besseres als Nitroverdünnung, es duftet manchmal scheinbar angenehmer. Es muß in Glasflakons aufbewahrt werden, weil es Kunststoffe angreift und zersetzt.

In synthetischen Parfümen gibt es mehr als 5.000 Gifte, die ihrerseits zu 95 % aus Petroleum hergestellt werden. In einem einzigen viel benutzten Parfüm wurden 182 verschiedene giftige Lösemittel gefunden. Parfüme sind ähnlich langlebig und fettlöslich wie Chlorpestizide. Sie verursachen reizende, sensibilisierende und phototoxische Reaktionen und können selbst in winzigen Dosen Wirkungen im Zentralen Nervensystem auslösen. Parfüme machen nicht nur süchtig, sondern auch aggressiv. Etliche Menschen wurden durch Parfüme zu Amokläufern. Wildtiere flüchten vor parfümierten Menschen, während sie zu nicht parfümierten Menschen unglaublich zutraulich sein können. Der weiße Tiger „Montecore“, ein ganz großer Liebling des 59-jährigen Magiers Roy Horn, fiel diesen Anfang Oktober 2003 vor mehr als 1500 Zuschauern an. Es war dies der erste Auftritt dieses Tieres vor Publikum in Las Vegas. Die Parfüme der Zuschauer hatten es sehr wahrscheinlich ausrasten lassen.

Der schiere Wahnsinn – “Duft-Marketing”
Es gibt Firmen, die Parfüme zur Verkaufsförderung anbieten. In Duftsäulen kommen sie bereits in vielen bekannten Kaufhäusern und Mode-Läden zum Einsatz – trotz ihrer gesundheitsschädlichen Wirkung. Eine kriminelle Manipulation der Verbraucher! Angeblich sollen die verwendeten Substanzen unschädlich sein. Fragt sich nur: Unschädlich wofür? Für die Geräte? Jedenfalls tragen die Metallflaschen, in denen die Parfüm-Lösungen für solche Duftsäulen aufbewahrt werden, einen roten Warnaufkleber mit Totenkopf-Symbol – wie das RTL-Fernsehen in einer Reportage im Mai 2001 zeigte.

Doch wer sich bei Ärzten auf der sicheren Seite vor solchen kriminellen Taten wähnt, irrt. Wie die Ärzte-Zeitung schreibt, wollen bzw. sollen Patienten “von kaum wahrnehmbaren Düften” in die Arztpraxen gelockt werden. Wie gesagt: Duft und Duft ist nicht das selbe. Es gibt viele Gerüche in der Natur, die harmlos sind und nicht die Gesundheit schädigen. Es gibt allerdings auch in der Natur fleischfressende Pflanzen, die Düfte als Lockmittel einsetzen, um Insekten anzulocken und um diese dann zu verspeisen. Und es gibt Gerüche in der Natur, die für Menschen sehr interessant und lieblich duften, aber bei entsprechender Konzentration töten können. Der Duft von Maiglöckchen zum Beispiel.

Das Prinzip einiger Pflanzen Düfte als Lockmittel einsetzen, soll nun also auch Einzug in Arztpraxen halten. So werden aus vermeintlichen “Heilern” Handlanger einer weltweiten kriminellen Vereinigung, die auch noch von Politikern geschützt werden.

Die Ärzte-Zeitung schreibt:
“Ein Anbieter brachte sogar einen entspannenden Duft speziell für das Wartezimmer in Arztpraxen mit dem Namen „ohne Angst“ auf den Markt. Auch in den Praxen von Kinderärzten können die Verkäufer der Duft-Stoffe immer häufiger ihre Ware absetzen. Ärzte sind eine lukrative Zielgruppe für Duft-Marketing-Firmen. So zählt einer der führenden Anbieter am deutschsprachigen Markt etwa 80 Arztpraxen zu seinen Kunden.”

Alle Parfüme, egal, ob sie nun heftig duften oder angeblich nicht wahrgenommen werden, wirken direkt auf das Zentrale Nervensystem. Wenn es nicht so wäre, so wäre bislang niemand auf die Idee gekommen damit Menschen zu manipulieren. Chronische Einwirkung solcher “Kampfstoffe” – das Pentagon verfügt übrigens über chemische Kampfstoffe, deren Stärke im Duft liegt – schädigen, wie etliche Studien zeigten (siehe hierzu auch: “Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie”, BI Wissenschaftsverlag) alle Organe, besonders Leber, Herz und Gehirn. Wie Dr. Kuklinski (Rostock) kürzlich in mehreren Vorträgen mitteilte, habe man heraus gefunden, dass die Chemikalienempfindlichkeit aus einer Schädigung der Bluthirnschranke resultiere. Diese stelle eine Schutzmauer zwischen Schadstoffen in der Atmungsluft dar. Ist sie geschädigt, so können toxische Fremdstubstanzen – und dazu zählen auch die “kaum wahrnehmbare Parfüme” in Arztpraxen – direkt ins Gehirn gelangen und hier toxische Reaktionen auslösen. Werden solche Einwirkung nicht gestoppt, so Dr. Kuklinski, könnten die Patienten durch die dadurch entstehende Schädigungen von Hirnsubstanz in Demenz geraten. Auch Alzheimer könne eine Folge davon sein.

Dr. Kuklinski und auch andere umweltmedizinische Spezialistin empfahlen neben einer Kontaminationsvermeidung die Einnahme des Q10-Enzyms. In der ARD-Sendung „Plusminus“ wurde kürzlich behauptet, der Körper brauche es nicht. Der Verkauf von Q10-Enzym in Apotheken sei reine Geldmacherei. Prompt behaupte eine Apothekrin mir gegenüber etliche Tage später, als ich Q10 verlangte, sie führe das Produkt nicht, weil der Körper es nicht brauche.

Ich entgegenete: „Ihr Körper braucht es wohl nicht, doch meiner, da der vor einigen Jahren bei einem Bahnunfall chemisch verletzt wurde.“ Sie erwiderte: „Es sei nicht erwiesen, dass Q10 vom Körper angenommen und genutzt werde.“ So erklärte ich ihr, dass Dr. Runow (Klinik Bad Ems) den Fall einer Patientin erwähnte, deren S-100-Wert bei 0,58 lag. Nach einjähriger Einnahme von Q10 sei der dann auf die Hälfte zurück gegangen. Und ich hätte vor zwei Jahren meinen S-100-Wert im Blut messen lassen. Damals war der bei 0,14 gewesen. Täglich hätte ich 60 mg Q10 geschluckt. Nun wurde mein S-100-Wert erneut festgestellt und der sei auf 0,03 abgerutscht.


Das Medizinische Labor Bremen ermittelte am 23.9.2003 im Blut von Harald Haack einen S-100-Wert von 0,14. Gut zwei Jahre später, nach täglicher Einnahme von 60 mg Q10-Enzym fand das Labor Prof. Arndt & Partner am 18.10.2005 nur noch einen Wert von 0,03.

Dr. Kuklinski nennt in einem seiner Aufsätze den Tumormarker-Wert von 0,20. Der gelte für Patienten mit Schwarzem Hautkrebs. Werte von 0,07 und darüber könnten für eine offene Blut-Hirn-Schranke verstanden werden. Und da mein Wert inzwischen auf 0,03 dank der Einnahme von Q10 abgerutscht sein, muss mein Körper das Q10 also sinnvoll genutzt haben. Davon war die Apotherin überrascht und sagte, sie hätte die Behauptung, dass Q10 nichts bewirkt, aus dem Fernsehen erfahren. Ich konnte nicht anders und fragte sie, ob sie ihr Fachwissen nur vom Fernsehen bezieht, schließlich gebe es noch viele andere Sendungen mit zweifelhaften medizinischen Kenntnissen, zum Beispiel „Schwarzwaldklinik“, „Rettungsflieger“…

Übrigens, falls Sie es noch nicht wußten: In After Shaves, Haargels, Weichspüler, Geschirrspülmittel etc. sind Parfüme enthalten. In einigen Geschirrspülmitteln sind neuerdings Alkylpolyglycoside (APG) enthalten. Die werden aus Kokosöl und Maisstärke hergestellt und gelten als hautfreundlich. Doch die Industrie kann es nicht lassen und kompensiert den Verbrauchervorteil der Hautfreundlichkeit mit Parfüm und anderen Schadstoffen – wie zum Beispiel mit dem Biozit Isothiazolon, welches das Spülmittel konserviert und dem Geschirr (als wenn wir nur noch Plastikteller verwenden) antistatisch machen soll. Isothiazolon führt (bei sensibilisierten Personen, also Menschen, die schon durch andere Gifte geschädigt wurden) zu Hautekzemen.

Mehr über Isothiazolone berichten Markus Binder, Wigbert Maraun und Herbert Obenland vom Arquk-Umweltlabor:
„Isothiazolone werden häufig in Dispersionsfarben als Konservierungsstoff eingesetzt. Aufgrund ihres allergenen Potenzials ist diese Anwendung jedoch nicht unproblematisch, da sie bei Innenraum-Anwendungen auch noch nach dem Trocknungsprozess in die Raumluft freigesetzt werden. Sensibilisierte Menschen können mit Allergien und Hautekzemen reagieren.“

Aequk-Umweltlabor: Isothiazolone aus Wandfarben
Telepolis: Die Verblödung schreitet voran