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Chávez calls Europe’s immigrant deportation law outrageous

onlineredaktion – President Hugo Chávez of Venezuelan said the so-called Returns Directive law passed recently by the European Union is “outrageous,” in comments after arriving in the northern Argentine province of Tucumán to attend the Mercosur Summit, the AFP reported.

“It is outrageous,” Chávez stated. “It is the law of shame, of ignominy,” he told journalists who met him at the airport, commenting that the law “is a reflection of the great hypocrisy of the European elite, as Fidel said recently.”

The Venezuelan president praised the angry opposition to the law that has been expressed in South America, and which Mercosur was to set down explicitly in a document at the end of its summit.

“I think it is very good how we Latin American governments have unanimously and firmly stood up to Europe’s ignominy and called on them to reflect,” he said.

A law providing for the deportation of undocumented immigrants was passed on June 17 by the European Parliament in Strasbourg. It stipulates that those accused of being in Europe illegally may be held for up to 18 months in jail and banned from Europe for five years.

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Default Swaps oder: Die nächste Weltfinanzkrise rückt näher

Dr. Alexander von Paleske – —30.6. 2008 —- Der Finanzguru George Soros hat in einer Stellungnahme vor einer neuen Finanzkrise gewarnt, welche die jetzige Krise mit den faulen Hypotheken, den sog Subprimes, noch in den Schatten stelle. Diese Subprime Krise in den USA hatte auch die SachsenLB zum Absturz gebracht und die BayernLB in die Krise getrieben.


Soros hat recht, die Gefahr für eine Weltfinanzkrise wächst

Handelt es sich um das Geschwafel eines alternden Spekulanten, der einst mit seinen Spekulationen die Bank von England in die Knie zwang und dabei Multimillionengewinne machte, oder handelt es sich um die berechtigten Warnungen eines Mannes, der wie kein anderer den spekulativen Markt mit so genannten Derivaten überblickt?
Aber Soros steht mit seinen Warnungen nicht allein.

Der US Grossinvestor Warren Buffett bezeichnete die Credit Default Swaps, die wir hier näher beleuchten wollen. bereits im Jahre 2002 als „finanzielle Massenvernichtungswaffen“.

Swaps, oder wie man mit Wetten Geld macht
Bevor wir uns mit der Frage, auseinandersetzen, ob eine Weltfinanzkrise bevorsteht, müssen wir uns erst einmal näher mit den sogenannten Credit Default Swaps beschäftigen.

Es handelt sich bei diesen Finanzprodukten um eine Kombination aus traditionellem Bankgeschäft, nämlich dem Ausleihen von Geld, einer Versicherung, in diesem Fall eine Versicherung gegen den Ausfall des Kredits, und einem Wettbüro wie bei einem Pferderennen oder einem Hunderennen, wobei auf ein Ereignis gewettet wird, nämlich dass das Pferd A oder der Hund B gewinnt.

Das traditionelle Bankgeschäft
Das Gewähren von Krediten bzw die Vermarktung von Anleihen war bis dato ein Geschäft zwischen der Bank und dem Kunden. Der Wechsel des Gläubigers, also der Bank, konnte im Regelfall nicht ohne Zustimmung des Kunden stattfinden. Und selbst wenn das möglich war, wie z. B. bei Hypotheken, so konnten diese nicht wie Wertpapiere an der Börse gehandelt werden. Spekulation also ausgeschlossen.

Um sich gegen die Fäulnis von Krediten, die ja im Riskobereich der Bank lagen, abzusichern, unterhielten die Banken aufwändige Kreditabteilungen, die sich der Mühe unterziehen mussten, die Bonität der Kredit nachfragenden Kunden zu prüfen, um damit zweifelhafte Kunden auszuschliessen bzw. grosse Risiken so weit wie möglich zu mindern. Das war bei Kleinkunden recht einfach, mit Hilfe einer Auskunftei, Schufa genannt, bei Grosskunden musste schon ein genauer Blick in die Bücher geworfen werden, bis dann schliesslich die grüne oder rote Lampe aufleuchtete.

Offenbar war das war nun für viele Banken viel zu aufwändig, also weg damit. Die Abteilungen der Banken, die sich mit der Kreditwürdigkeit von Kunden beschäftigen, wurden bis zur Unkenntlichkeit verkleinert, stattdessen her mit einer Versicherung gegen die Fäulnis von Krediten. Und wie bei den Subprime Hypotheken wurden überhaupt keine bzw. völlig ungenügende Prüfungen der Objekte, der Zahlungsfähigkeit der Kunden etc. vorgenommen.

War ja alles – hoffentlich – versichert
Damit wurde der natürliche Teil des Bankgeschäfts völlig auf den Kopf gestellt, denn es ist ja gerade die Bank, welche die Risiken des Ausfalls eines Kredits als Teil ihres Geschäftsbetriebes tragen muss, genau so wie jede Firma das Risiko von Verlustgeschäften bis hin zum Konkurs trägt, und sich nicht dagegen versichern kann.

Für diese neuartige „Versicherung zur Kreditabsicherung“ in den 90er Jahren von den Banken erfunden und hochtrabend „Credit Default Swaps“ genannt, muss die Bank an eine „Versicherung“ zahlen, und zwar dauerhaft, halbjährlich oder vierteljährlich, und diese Versicherung war nicht etwa die Allianz, sondern wieder eine Bank.

Aber nicht wie bei der Allianz mit einem Versicherungsvertrag, sondern durch Ausstellung eines Wettscheins, der damit handelbar wurde. Die kreditgewährende Bank war das Kreditrisiko los, es hatte sich wie durch einen Zauberstab berührt in ein Zockerpapier verwandelt

Topp die Wette gilt
Ich, der Kreditgeber zahle die Prämien und Du, der Versicherer hoffst, dass das Ereignis, nämlich die Fäule des Kredits nicht eintritt. Und ich bekomme von Dir, falls das Ereignis eintritt, die Versicherungssumme.

Da diese Risiken von keiner normalen Versicherung übernommen worden wären, denn die Summen waren einfach nicht mehr versicherbar, geht die Sache nur so lange gut, wie sich die Schadensfälle, sprich Pleiten, in sehr geringem Rahmen bewegen. Sobald sich aber die Pleiten über einem gewissen Rahmen bewegen, bricht das ganze System zusammen und mit ihm die Banken. Und das droht offenbar in der nahen Zukunft.

Im normalen Versicherungsgeschäft schützen sich Versicherungen bei Massenschadensfällen durch eine Rückversicherung bei einer Rückversicherungsgesellschaft, z.B. Münchener Rück, die gibt es aber bei diesen Swaps nicht und kann es auch gar nicht geben, da es schon eine traditionelle Versicherung selbst nicht gibt.

Es geht ein Zockerpapier auf Reisen
Nun sind wir beim dritten Teil des Swapgeschäftes angekommen, nämlich der Zockerei.

Diese Swaps sind handelbar, und deren Bewertung ändert sich täglich, das wäre bei einer Lebensversicherung so, als hinge deren Bewertung davon ab, ob der Versicherte gerade in einer Lebenskrise sich befindet, das Rauchen angefangen, bzw. aufgegeben hat….. Insofern ähneln die Swaps wieder Aktienkursen, die sich ja auch täglich andern, nur dass hinter Aktien Gesellschaften stehen, die produzieren oder Dienstleistungen erbringen. Hinter den Swaps steht aber nur ein sogenanntes Risiko, sonst nichts.

Und weil heute das traditionelle Bankgeschäft ja angeblich nicht genug einbringt, sondern erst die Zockerei, feiner ausgedrückt als Investmentbanking, wird gezockt, was das Zeug hält.

Mittlerweile ist in der Swap-Abteilung des „Casinobetriebs“ Investmentbanking, die unvorstellbare Summe von 62.000 Milliarden Dollar angekommen (62.000.000.000.000,–), das ist, wie die ZEIT schreibt, doppelt so viel wie der Aktienwert von 2500 Unternehmen, die an der New Yorker Börse gelistet sind.

40% der von den Banken vergebenen Kredite gingen als Resultat an nicht kreditwürdige Kreditnehmer, wie die Ratingagentur Fitch ermittelte. Im Jahre 2002 waren es erst 8%.

Auf den Konkurs spekuliert
Diese Swap-Risikopapiere lassen sich beliebig vermehren, sodass im Endeffekt die Auszahlungssumme im Falle des Konkurses einer Firma massiv höher liegen kann, als der Konkurs selbst an Miesen mit sich bringt.

Im normalen Versicherungsgeschäft ist das als „Überversicherung“ verboten. Beim Swapsen gelten andere Gesetze, bzw. gar keine.

Als der US Auto-Zulieferer Delphi in Konkurs ging, da betrugen, wie die ZEIT berichtete, die Konkursausfallkredite rund 5 Milliarden Dollar, die versicherte Gesamtkreditsumme aber 25 Milliarden Dollar – Casinobetrieb pur.

Das Swaps Gebäude – Ein Tollhaus
So genannte Hedge Fonds, oftmals Käufer dieser Credit Default Swaps, haben nicht selten ein brennendes Interesse daran, arbeiten gelegentlich auch darauf hin, dass der „Versicherungsfall“ eintritt, also eine Firma z.B. bankrott geht, um dann die Versicherungssumme zu kassieren. Im normalen bürgerlichen Leben zieht das „Herbeiführen des Versicherungsfalls“ die Leistungsfreiheit des Versicherers z.B. gemäss Paragraph 81 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) nach sich, aber, wie gesagt, beim Swapsen gelten andere Gesetze.

Nun kommen mehrere Faktoren zusammen, welche diese Geisterfahrt des Finanz-Horrors noch beschleunigen, nämlich der Abschwung in der Weltkonjunktur, verschärft durch die Subprime Krise und der ständig steigende Ölpreis. Mit einer erheblichen Zunahme der Pleiten muss also gerechnet werden.

Und schon gibt es die ersten Meldungen über massive Swap-Verluste. So musste die Schweizer Versicherung „SwissRe“ allein im zweiten Quartal diesen Jahres mal eben 350 Millionen Fränkli aus Credit Default Swaps abschreiben, die Gesamtverluste aus diesen Tollhausgeschäften belaufen sich bereits auf 2,3 Milliarden Schweizer Fränkli. Aber das dürfte nicht das Ende, sein, sondern erst der Anfang, nicht nur für die Swiss Re.

Soros hat recht, die Gefahr für eine Weltfinanzkrise wächst

linkNeues aus der Swap-und Meinl-Welt
linkNeues von den Finanzskandalen, BayernLB, Hypo Alpe, Meinl
linkRepublik Oesterreich – Finanzskandale ohne Ende
linkDer Fall Amis – ein gigantischer europäischer Betrugsskandal
Der Fall Hypo-Alpe-Adria- Bank (Skandalpe) – Ein österreichisch-deutsches Schmierenstück.</
link
Es war einmal eine Arbeiterbank in Wien
linkFreispruch im General-Partners-Prozess – Wiener „Kaffeehausjustiz“ überfordert?
linkBayernLB, Hypo Group Alpe Adria und kein Mangel an Skandalen
linkInvestmentbank Luxembourg (IBL) und der Air-Holland-Skandal

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„Lasse redn“: Zensierte bayrisches Lokal-Radio einen kritischen Ärzte-Song?

World Content News – Neues aus der wunderbaren Axel-Springer-Welt: Ein bayrisches Radio, an dem der Springer-Verlag eine Minderheitsbeteiligung hält, hat kürzlich bei einem ausgestrahlten Song der Kultband „Die Ärzte“ einen frechen Refrain über die „Bild“-Zeitung mitten im Lied einfach „verschluckt“.

In dem neuen Ärzte-Lied „Lasse redn“ kommt Deutschlands Meinungsverblöder Nr. 1 wieder einmal – wer hätte das gedacht – gar nicht so gut weg. Das muss auch den Machern von „Antenne Bayern“ aufgefallen sein, die ihren Brötchengeber doch unmöglich so beschmutzen konnten und, vermutlich in vorauseilendem Gehorsam, folgende Passage aus dem knapp 3-minütigen Song einfach herausoperierten:


Lass die Leute reden und lächle einfach mild
Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der Bild
Und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht
Aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht.


Zum ganzen Liedtext

Blöd nur, dass das, so weit hat man beim Dudel-Sender wiederum nicht gedacht, auch einigen Ärzte-Fans aufgefallen ist. Jetzt verbreitet sich der Manipulationsversuch in Windeseile durch das Internet. Der Schaden für die Zensöre dürfte nicht nur im Spott bestehen, schon gibt es erste Aufrufe den ansonsten recht erfolgreichen Sender zu boykottieren.

Den „Ärzten“ kann es dagegen nur recht sein, den Bekanntheitsgrad ihres wundervollen neuen Songs nochmal zu steigern. Lasse doch zensieren … das verhilft nur zu einer neuen Inspiration: Geben Sie mir ein Äh!

Wer bei der gegenwärtigen Mode von Überwachung und Manipulation durch die Regierung bzw. bild- und tonangebende Konzerne solche rotzfrechen Kulturblüten zu schätzen weiß, dem sei noch mal der Stasi-Song über die Telekom sowie die volksnahe Schäuble-Inszenierung „Im Frühtau zu Berge“ wärmstens zum Mitsingen in die revolutionären Stimmbänder gelegt.

Das WEINEN hat ein ENDE!

Quellen:
Die Ärzte im Axel-Springer-Remix
(bildblog.de, 13.06.2008)
Lasse reden! Aber nicht im Radio!
(Notizen aus der Provinz, 14.06.2008)
Die Ärzte – zensuriert auf Antenne „Bild“
(blog.bassena.org, 14.06.2008)
Hörfunkbeteiligungen der Axel Springer AG
Seite der Kultband Die Ärzte auf www.bademeister.com

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

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Europäische Gemeinschaft für Erneuerbare Energien

Felix Werdermann – Der Strombedarf in der Europäischen Union kann durch erneuerbare Energien komplett gedeckt werden. Das ist das Ergebnis einer Studie, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. Die ehemalige EU-Kommissarin, Michaele Schreyer und Lutz Mez, Privatdozent an der Freien Universität Berlin, schlagen eine Europäische Gemeinschaft für Erneuerbare Energien (ERENE) vor, um die Inanspruchnahme der bislang ungenutzten Potentiale zu fördern.


Bei der Vorstellung der Studie: Reinhard Bütikofer, Ralf Fücks, Michaele Schreyer und Lutz Mez.

Das Ziel ist hoch gesteckt: Die vollständige Deckung des europäischen Strombedarfs durch erneuerbare Energien. Im Jahr 2005 lag der Anteil bei knapp 14 Prozent. Um das ehrgeizige Ziel zu erreichen soll eine Europäische Gemeinschaft für Erneuerbare Energien (ERENE) eingerichtet werden – ähnlich der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) oder der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM). Das ist keine Entscheidung, die mal nebenbei getroffen wird. Solche Maßnahmen seien aber sinnvoll, schließlich ginge es um nichts Geringeres als die „Erneuerung unserer industriellen Basis“, so Ralf Fücks, Vorstand der grünennahen Heinrich-Böll-Stiftung, die die Studie in Auftrag gegeben hat.

Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit
Bei der Pressevorstellung im Gebäude der Stiftung war auch Reinhard Bütikofer zugegen, Bundesvorsitzender der Grünen. Seine Meinung: ERENE könne ein „Schlüsselrolle beim Klimaschutz spielen und die Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der EU erhöhen – indem sie den Ausstieg aus der Abhängigkeit von Kohle, Öl, Gas und Uran einleitet.“

Das sind die Argumente, die in der Studie immer wieder auftauchen: Erneuerbare nützen nicht nur dem Klima, sondern sind auch gut für die Wirtschaft. Europa müsse von den Importen unabhängiger werden, im Wettbewerb müsse die EU vor anderen Ländern stehen, Arbeitsplätze sollten in der EU geschaffen werden.

EU-Emissions-Reduktion: 20, 30, mehr?
Ohne Zweifel nützt der Ausbau der erneuerbaren Energien auch dem Klimaschutz. Die EU hat sich die „20-20-20“-Regelung zum Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien auf 20 Prozent steigen, die CO2-Emissionen um 20 Prozent gesenkt werden. Wenn andere Staaten sich ebenfalls zu Reduktionszielen bekennen, sollen die Emissionen sogar um 30 Prozent fallen. Dass dies möglich ist, hatte bereits vor zwei Jahren eine Studie des Deutschen Öko-Instituts gezeigt, auf die in der ERENE-Studie verwiesen wird: 31 Prozent minus bis 2020 – und das bei einem Ausstieg aus der Atomkraft. Im Stromsektor wird dabei sogar von einer Minderung um 36 Prozent ausgegangen.

Potentiale nicht ausgeschöpft
Die erneuerbaren Energien spielen dabei eine große Rolle. Die Studie über ERENE widmet daher ein ganzes Kapitel den Potentialen für erneuerbare Energien in Europa. Das Fazit: Weniger als ein Zehntel des Potentials grünen Stroms wird derzeit genutzt, allerdings variiert die Ausschöpfung von Land zu Land: Positiv hervorgehoben werden Österreich, die Schweiz und Norwegen, in denen über 40% des Potentials genutzt würden. In Norwegen wird gar der komplette Strombedarf aus regenerativen Quellen gewonnen. Dennoch mahnt die Studie: „Europa steht erst am Beginn der Erschließung seiner eigenen erneuerbaren Energiequellen.“


Die Statistik der Europäischen Kommission zeigt, welchen Anteil die Erneuerbaren an der Bruttostromerzeugung 2005 hatten.

Was muss getan werden? Die Autoren der Studie sehen vor allem zwei Hindernisse auf dem Weg zu 100% Erneuerbaren: Wettbewerbsverzerrungen und technische Probleme. Die fossilen Energieträger würden subventioniert, externe Kosten, zum Beispiel Umweltschäden, würden in die Preise des Kohle- und Atomstroms nicht eingerechnet, außerdem gebe es eine Marktkonzentration „bis hin zur Ausschaltung von Wettbewerb“. Zu den Hemmnissen technischer Art werden komplizierte administrative Verfahren gezählt, beispielsweise, wenn es um die Genehmigung geht. Aber auch das europäische Stromnetz benachteilige erneuerbare Energien, da die Versorgung mit Erneuerbaren dezentral sei. Bei dem Stromnetz hakt es aber auch an anderer Stelle: Die nationalen Stromnetze müssten zu einem europäischen Netz integriert werden, fordern Schreyer und Mez in ihrer Studie. Denn es gebe europäische Länder, die sich nicht selbst mit hundert Prozent erneuerbarem Stom versorgen könnten.

Bündelung von Kompetenzen
Der Ausbau von Netzverbindungspunkten soll daher eine Aufgabe von ERENE sein, aber bei weitem nicht die einzige: Zahlreiche Kompetenzen sollen bei ihr gebündelt werden, wenn es nach Schreyer und Mez geht. Ein ganzer Katalog wird vorgelegt: Errichtung und Betrieb gemeinsamer Forschungsinstitute, Errichtung von Demonstrationsanlagen für die Erzeugung und Verteilung erneuerbarer Energien, Unterstützung von Austauschprogrammen in der Ausbildung, Förderung von Lehrstühlen, Beteiligung am Bau und Betrieb von grenzüberschreitenden Verbindungspunkten des Stromnetzes, Gründung gemeinsamer Unternehmen, Einrichtung eines einheitlichen Fördersystems für grünen Strom, Förderung der Kooperation mit anderen Staaten.

In guter Tradition?
Ein bisschen erinnert das an die Verträge über die EGKS und EURATOM, die 1952 und 1958 in Kraft traten. In deren Tradition sehen Schreyer und Mez ERENE. Ein bisschen jedenfalls. Sie weisen darauf hin, dass mit EGKS und EURATOM zwei von drei Gründungsverträgen energiepolitische Ziele verfolgten. Darum ginge es auch bei ERENE. Die Befürchtung, damit würde auf Dauer festgelegt, dass bestimmte Energieformen gefördert werden, deren negative Auswirkungen vielleicht noch gar nicht abzusehen sind, teilen die beiden allerdings nicht: „Im Unterschied zu den endlichen fossilen und nuklearen Energieträgern wird das Energiesystem der Zukunft auf erneuerbaren Energien basieren“, ist sich Mez sicher. Bei der Gründung von EURATOM vor etwa 50 Jahren, war für viele die Atomkraft die Energie der Zukunft. Atomkraft galt vielen als umweltfreundlich, mit dem Ausbau sollte die Importabhängigkeit verringert werden. Zwei Irrtümer, aus denen die EU lernen sollte – findet zumindest Mez: EURATOM sei inzwischen „nicht das Zukunftsprojekt der EU. Dagegen kann ERENE aus allen Fehlern lernen und es besser machen.“
Wie EURATOM soll aber auch ERENE zeitlich unbegrenzt gelten. Bei EURATOM hat das zu der absurden Situation geführt, dass noch heute mehr Geld von der EU in die Entwicklung und Forschung von Kernenergie inklusive Kernfusion fließt als in alle anderen Energien zusammen. Bis 2011 erhält EURATOM mehr als 2,7 Milliarden Euro, bis 2013 sollen es knapp 4 Milliarden werden. Im gleichen Zeitraum sind 2,35 Milliarden Euro für die nicht-nukleare Energie-Forschung vorgesehen. Damit trägt die EU erheblich zu der Ungleichbehandlung der unterschiedlichen Energieformen in den OECD-Staaten bei, was die Entwicklung und Forschung anbelangt. 34 Prozent der Gelder im Zeitraum von 1999 bis 2001 wurden für die Forschung und Entwicklung von Atomkraft verwendet, nur etwa acht Prozent gingen an die Erneuerbaren.

Ein Erneuerbare-Energien-Gesetz für die EU
Das soll sich aber nun mit ERENE ändern: Mez sagt, es gehe um die „Schaffung von Europäischen Rahmenbedingungen, damit alle erneuerbaren Energien entsprechend ihres technologischen Reifegrades und der Nutzung gefördert werden.“ In der Studie wird ein Fördersystem vorgeschlagen, ähnlich dem deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das jüngst eine Neuauflage erfahren hat. Schreyer und Mez schlagen eine „für alle beteiligten Staaten einheitliche, jedoch technologie-spezifische Prämie für das Angebot des Stroms“ vor. Welche Energieformen stärker gefördert werden sollen, damit befasst sich das knapp 100 Seiten dicke Gutachten nicht. Diese Frage könnte gut zu hitzigen Debatten führen, wird die Umweltverträglichkeit der unterschiedlichen Energieträger doch unterschiedlich bewertet.

Auch die konkrete Höhe der Subventionen und die Finanzierung von ERENE sind in der Studie nicht fix. Fest steht nur: ERENE soll über die Erlöse durch den europäischen Emissionshandel finanziert werden. Da sich diese „bald auf einen zweistelligen Milliardenbetrag“ beliefen, erklärt Mez, sei es „völlig ausreichend, wenn ein Prozentsatz dieser Einnahmen ERENE gewidmet werden.“

Roadmap für ERENE
Einen Plan, bis wann ERENE, die „Avantgarde für die Umstellung der Stromerzeugung von fossilen und nuklearen Energieträgern auf erneuerbare Quellen“, umgesetzt werden soll, liefert die Studie gleich mit: Auf der UN-Klimakonferenz im Dezember könnte ERENE schon Thema sein, zwei Jahre später soll dann alles in trockenen Tüchern sein: „Dann könnte im Jahr 2010 und damit 60 Jahre nach dem Schumann-Plan, die Entscheidung getroffen werden, eine „Europäische Gemeinschaft für Erneuerbare Energien“ – ERENE – zu gründen.“

Die Studie gibt es hier zum Download

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Video: Tarnkappenbomber-Crash auf Guam

World Content News – Im Videoportal „LiveLeak“ gibt es seit gestern den äußerst unproduktiven Start eines US-Tarnkappenbombers Stealth B-2 zu bestaunen. Am 23. Februar 2008 ist dieses nur schwer zu ortende Kriegsgerät auf dem US-Militärstützpunkt der Pazifikinsel Guam kurz nach dem Take-off abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Im Video sieht man auch, wie Sekundenbruchteile vor dem Bodenkontakt sich die beiden unverletzt gebliebenen Piloten sich mit dem Schleudersitz nach oben verabschieden. Jetzt wurden feuchte Sensoren als Absturzursache genannt.

http://www.liveleak.com/e/f6d_1212714828

Das 1,4 Milliarden Dollar teure Flugzeug stieg auf, schlingerte plötzlich, scherte nach links aus, und sackte dann wieder zum Boden. Grund für seine Bockigkeit war nicht etwa Sabotage oder oder eine Überdosis Viagra bei den Piloten, sondern eingedrungenes Wasser in drei von 24 Preflight-Ablesesensoren, die verfälschte Daten an die Bordelektronik weitergaben. Dadurch riss beim Aufsteigen die Luftströmung ab, so Experten.

Die B-2 ist ein Tarnkappenbomber, der sowohl konventionelle als auch atomare Waffen tragen kann. Um von Militärflughäfen in den USA jeden Punkt der Erde ohne Zwischenlandung angreifen zu können, kann die B-2 in der Luft betankt werden. Die ist der erste bekannt gewordene Crash einer B-2 seit fast zwanzig Jahren.

Doch die mörderische Konkurrenz schläft nicht: China hat seit wenigen Wochen den noch moderneren Flugrochen H-8 vorzuweisen, falls die Bilder im folgenden Video nicht trügen:

http://www.liveleak.com/e/3d3_1209841068
Chinas moderner H-8-Rochen: Sogar fürs Auge verschwommen

Was da neulich, für Radars unsichtbar und von niemandem vermisst, nach einer lauten Explosion über der vietnamesischen Insel Phu Quoc aus 8.000 Metern Höhe niederregnete, wir zur Zeit noch untersucht. Bis dato sind 19 Metalltrümmer gefunden worden. Nur Hinterwäldler glauben noch an unzeitgemäße UFOs, Kenner fragen sich höchstens: In welcher Sprache fluchten die Piloten ?

Aber wer es dann doch lieber etwas klassischer und feuriger liebt, hier der letzte Abwehr-Schrei aus Hawaii:

http://eplayer.clipsyndicate.com/cs_api/get_swf
Scud-Nachfolger Aegis: Raketenabwehr fürs Kurze

Das System eigne sich besonders für den Nahen Osten, „wo so viele ungeschützte Städte der Bedrohung durch ballistische Kurzstrecken-Raketen ausgesetzt sind“, sagte der Sprecher eines Interessenverbandes von Rüstungsherstellern. Wohl wahr, wohl wahr, die ballistische WM wird Ihnen präsentiert von …

Nur gestorben wird immer noch so konventionell wie früher. Und wenn es denn kümmt? Halten Sie sich keine Aktentasche über den Kopf, das wäre altmodisch – nehmen Sie einen Flachbildschirm…

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

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Atommüllzug blockiert

Michael Schulze von Glaßer – Atommülltransport von der Urananreicherungsanlage in Gronau nach Russland wurde – wie schon im Januar – von einer Atomkraftgegnerin blockiert. Demonstration gegen den Atommüllexport in Münster.

Nachdem der Transport schon zwei Mal verschoben wurde rollte am vergangenen Mittwoch erneut ein Zug mit giftigem Uranmüll durch das Münsterland. Anti-Atom-Initiativen riefen zu Protesten gegen den hochgefährlichen Atomtransport auf.


Am Mittwoch fand in Münster eine Anti-Atom-Demonstration statt.

Im nordrhein-westfälischen Münster beteiligten sich rund 70 Leute an einer bunten Demonstration. Die Aktivisten warteten jedoch vergeblich auf die Durchfahrt des Zuges durch den Münsteraner Hauptbahnhof. Die französische Atomkraftgegnerin Cécile Lecomte hing – wie schon im Januar – zwischen Bäumen über den Gleisen und hinderte den Uranmülltransport an der Weiterfahrt. Trotz des Einsatzes mehrerer Hundertschaften und eines Hubschraubers gelang es der Französin sich bei Steinfurt-Borghorst zwischen die Bäume zu hängen. Mit rund 75 Minuten Verspätung setzte sich der Zug am Abend wieder in Bewegung. Die Aktivistin wurde anscheinend wieder von der gleichen Polizeieinheit – die, die Bahn in einem Brief als GSG 9 bezeichnete – von der Strecke geholt.

Die GSG 9 sind eine Spezialeinheit der Bundespolizei und werden normalerweise zur Terrorismusbekämpfung eingesetzt. Die Polizeieinheit aus Sankt Augustin wurde wegen der großen Proteste der vergangenen Monate laut Lokalpresse vorsorglich nach Münster verlegt. Im Januar blockierte Cécile Lecomte den Zug über sieben Stunden – damals musste die Spezialeinheit erst den weiten Weg angeflogen werden. Passanten und Atomkraftgegnern sollen Platzverweise erteilt worden sein, so dass sie nicht zur Aktivistin vordringen konnten. Nach unbestätigten Meldungen soll auch ein Krankenwagen auf dem Weg zur abgeschirmten Atomkraftgegnerin gewesen sein. Nachdem die gut gelaunte 26-jährige Französin abgeseilt wurde, stellten die Ordnungshüter ihre Personalien fest.


Zeitgleich zur Demonstration wurde der Atommüllzug von einer Aktivistin blockiert. Außerdem wurde zum Zeitpunkt der Versammlung ein schwerer Unfall in einem slowenischen AKW bekannt.

Diesmal wurde sie nicht wie bei ihrer erste Aktion im Januar nach Münster gebracht, sondern sofort freigelassen. „So lange Atommüllanlagen in Betrieb sind, werde ich meinem Widerstand kreativ Ausdruck verleihen“, so die in Lüneburg wohnende Aktivistin. „Urenco hat angekündigt, die Urantransporte nach Russland ab 2009 einzustellen.

Die heiße Fracht soll aber dafür in Zukunft nach Pierrelatte in Frankreich gebracht werden“, erklärte sie. Urenco, die Betreiberfirma der Urananreicherungsanlage, bestätigt den Transportstopp nach Russland. Ab 2009 soll der Müll in einem eigenen Zwischenlager neben der Gronauer Anlage gelagert werden. Dazu muss das Abfallprodukt Uranhexafluorid aber zunächst in Uranoxid umgewandelt werden. Die Anlage dafür steht in Südfrankreich. Es wird also weiterhin einen regen Verkehr von Atommülltransporten geben.

Der Atommüllzug vom vergangenen Mittwoch setzt seine Reise nach Russland zur Zeit fort. In Rotterdam wird der deutsche Giftmüll auf ein Schiff verladen und nach Russland gebracht. Die letzten tausend Kilometer legt der Atommüll wieder per Güterzug zurück. In etwa zwei Wochen soll die Endstation, voraussichtlich Novouralsk in Sibirien, erreicht werden. Dort wird der radioaktive Müll unter freiem Himmel gelagert und kontaminiert die Umwelt.

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k-notes

Lukas Vogelsang – „Fussbalabala…“ Mir gefällt dieses Wort. Auch wenn ich nicht gerade ein begeisterter Fussballnarr bin. Aber als die Zeitung „Bund“ vor einigen Wochen in das Espace Media Group Gebäude am Dammweg in Bern umgezog, ersteigerte ich – auch aus Solidaritätswehmut – von den Redaktions-Trouvaillen die Fussball-Trikots vom legendären „FC Bund“. Versprochen wurden orange Kult-Shirts mit Bundaufdruck, in einer coolen Tasche. Die Versteigerung wurde über RICARDO abgewickelt, die Einnahmen seien für einen guten Zweck, hiess es – das Spiel machte also für alle Sinn und Spass. Ich gewann.

Als ich allerdings die Trikots aus der Tasche befreite, stellte sich der Trübsaal ein: Von den versprochenen orangen Trikots waren genau noch zwei in der Tasche, dazu noch mit verwaschenen untragbaren Nummern im Aufdruck. Die Höschen (waren ja früher irre unsexy…), Socken, Stülpen und Torwarthandschuhe, hatten die Zeit nicht überlebt. Sie „zerbösmelten“ richtiggehend in den Fingern. Eine Serie Trikots waren allerdings fast vollständig, doch die hatten keinen Aufdruck und waren billige Ramschware. Ich war enttäuscht und schrieb dem „Bund“, dass meine Begeisterung sich in Grenzen hielt. Als Antwort erhielt ich folgendes:
Geschätzter Herr Vogelsang,

Tut mir leid, dass Sie erst jetzt ein Feedback kriegen wegen den Fussballleibchen. Simon Jäggi und ich, die wir uns beide um die „Bund“-Trouvaillen gekümmert haben, waren beide im Urlaub.

Ich verstehe Ihren leichten Ärger, dass Sie in der Sporttasche nur noch einige wenige orange Trikots vorgefunden haben. Das Set ist vor und während des Umzugs vom Bubenbergplatz an den Dammweg geschrumpft. Sprich: mehrere Arbeitskollegen haben sich noch husch husch ein Souvenir aus Western Germany unter den Nagel gerissen….Ja, ja, die „Habgier“ macht nirgendwo Halt.

Die Torwarthandschuhe hätten wir selber entsorgen können, das gebe ich gerne zu. Hingegen stehe ich voll und ganz hinter meinem Text, auch wenn er einiges ausblendet. Ich denke, Sie werden mir die nicht ganz detailtreue Beschreibung der Bund-Trikots samt Sporttasche verzeihen. Zudem hoffe ich, Sie haben das Velo in einigermassen fahrtauglichem Zustand ausgehändigt bekommen. Wenn nicht: Die Lieferung sollte in diesen Tagen erfolgen. Das hat mir unser Chauffeur Christoph Bussard versichert.

Es grüsst herzlich aus dem Multimedia-Haus am Dammweg.
Ruedi Kunz
Mir gefällt besonders die Zeile mit den „ausgeblendeten“ Details – das schreibt mir also eine Tageszeitung mit Betonung auf Qualitätsjournalismus – ganz selbstverständlich. Auf meine Frage, wie „für einen guten Zweck“ zu verstehen sei und ob man mir mitteilen könne, wozu die Einnahmen denn jetzt verwendet werden, habe ich bis heute noch keine Antwort erhalten. Das ersteigerte Fahrrad ist übrigens auch noch nicht angekommen…

Irgendwie mag da keine Freude am Fussball aufkommen.

ensuite – Das Berner kulturmagazin

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Frontex: Buh-Mann der Festung Europa oder humanitäre Service-Einheit?

Felix Werdermann – Im europäischen Haus in Berlin diskutierte Ilkka Laitinen, Exekutivdirektor der europäischen Grenzschutzagentur Frontex mit Matthias Seeger, Präsident des Bundespolizeipräsidiums und Clemens Binninger, für die CDU im Innenausschuss des Bundestags. „Wie effektiv schützt die EU ihre Außengrenzen?“ – das wollte Andrea Dernbach, Tagesspiegel-Redakteurin von den Podiumsgästen wissen. Im Mittelpunkt stand dabei die Grenzschutzagentur Frontex, die 2005 gegründet wurde, seitdem aber massiv an Bedeutung für die europäische Grenzabschottung gewinnt. Stand ihr im Gründungsjahr noch 6,2 Mio. Euro zur Verfügung, sind es im laufenden Jahr 72 Mio. Euro, für das Jahr 2009 sind 82 Mio. Euro vorgesehen.


Frontex Chef Ilkka Laitinen: „Die Tatsache ist, dass wir es nicht genau wissen.“

Schätzungen gehen davon aus, dass durch illegale Zuwanderung trotz rigider Abschottungsmaßnahmen jährlich 500.000 bis 800.000 Menschen in die EU gelangen. Der finnische Frontex-Chef Ilkka Laitinen betonte aber, dass solche Schätzungen immer mit Vorsicht zu genießen seien: „Die Tatsache ist, dass wir es nicht genau wissen.“ In Zukunft brauche man eine „systematische Sicherheitsanalyse“ und „zuverlässige Vorhersagen“. Wenn man wisse, wie viele Menschen an welchen Orten versuchen, nach Europa einzureisen, könne man die zur Verfügung stehenden Instrumente gezielter einsetzen.

Europas „integrierte Grenzverwaltung“
Bei der Grenzabschottung oder der „integralen Grenzverwaltung“, wie es im EU-Deutsch heißt, seien die obersten Ziele die Interessen der Mitgliedsstaaten und die europäischen Werte – laut Laitinen Demokratie und Menschenrechte. Wichtig sei ihm bei den Grenzkontrollen auch, dass Menschen, die „in gutem Glauben“ nach Europa kämen, die Grenze ohne größere Umstände passieren können. Dass er nicht allen Menschen solch einen „guten Glauben“ zuschreibt, wurde klar, als er mit der illegalen Migration hart ins Gefecht ging: „Wir stehen auf der einen Seite der Grenze“, auf der anderen Seite seien diejenigen, „die andere Menschen ausnutzen“ und kriminell seien. Gemeint waren damit wohl vor allem Schleuser-Banden.


Es „entscheidet das schwächste Glied der Kette, wo die illegalen Flüchtlingsströme hingehen.“

Clemens Binninger brachte auf den Punkt, wie Frontex seine Doppelfunktion in Bezug auf die Migration sieht: „Das Massengeschäft erleichtern, den Missbrauch erschweren“. Der CDU-Politiker aus Baden-Württemberg sieht Frontex als „Service-Einheit“, welche die Mitgliedsstaaten der EU beim so genannten Migrations-Management unterstützt. Gäbe es keine harmonisierte Migrationspolitik der EU, so „entscheidet das schwächste Glied der Kette, wo die illegalen Flüchtlingsströme hingehen.“ Zu diesen „schwachen Gliedern“ gehört zweifellos Malta, der Inselstaat im Mittelmeer, der weniger als eine halbe Millionen Einwohner hat. Wie der anwesende Botschafter berichtete, stellt sich dort besonders dringend die Frage, wie denn mit den vielen Menschen umzugehen sei, die auf der Flucht sind und in der EU ein besseres Leben suchen. „Wir kennen die Komplexität des Problems, denn wir leiden darunter“, bemängelte er, ein Lasten-Ausgleich zwischen den europäischen Mitgliedsstaaten sei daher dringend erforderlich.

Europäisches Recht, nationale Verantwortlichkeiten
Frontex-Chef Laitinen erläuterte, es gebe zwar ein „supranationales, europäisches Recht, dass die Überwachung der Grenzen regelt“, jedoch seien die Mitgliedsstaaten in der Verantwortung, dies umzusetzen. Matthias Seeger, Chef der deutschen Bundespolizei, verkündete stolz, welchen Beitrag Deutschland zur europäischen Grenzabschottung leistet: 50 Beamte, vier Hubschrauber (davon zwei seetauglich), zehn Wärmebild-Geräte samt Bedienungs-Personal und je ein Schiff für die Nord- und Ostsee stelle Deutschland bereit. Vor knapp einem Jahr hatten die EU-Innenminister – nationale Exekutiven, die auf europäischer Ebene gesetzgeberische Gewalt besitzen – die gesetzliche Grundlage für „Auslandseinsätze“ nationaler Gendarmerie-Einheiten geschaffen.

Seitdem sind zum Beispiel exekutive Tätigkeiten deutscher Bundespolizisten in anderen EU-Staaten erlaubt. Mit der Verordnung zu den schnellen Eingreif-Truppen (Rapid Border Intervention Teams; RABITs) wurde damals das legalisiert, was zuvor ohnehin an europäischen Flughäfen geübt wurde. Weiterhin ist ungeklärt, wie die Mitglieder der Eingreif-Truppen über Rechtsvorschriften in sämtlichen EU-Staaten Bescheid wissen sollen.


Für einen Asylantrag muss die Identität offen gelegt werden, zudem gibt es die „40-Tage-Regel“, welche die maximale Zeit in Haft vorgibt.

„Rettungsaktionen“ und fehlende Menschenrechts-Standards
Solche Kritik will Frontex-Chef Laitinen in Zukunft möglichst vermeiden: Er brauche „mehr Zeit zum Erklären“, warum Frontex so arbeite. Um das Image in der Öffentlichkeit etwas aufzupolieren stellte er zudem heraus, welch humanitären Aufgaben Frontex nachkomme: „Mit Frontex-Maßnahmen konnten 20.000 Menschenleben gerettet werden.“

Damit sind vor allem jene Flüchtlinge gemeint, die oft hungernd und durstend auf ihrer Überfahrt nach Europa von Frontex auf dem Mittelmeer aufgegriffen und dann meist in afrikanische Länder zurückgeschoben wurden. Laitinen verdeutlichte dies an dem NAUTILUS-Einsatz in Libyen, ein Staat, der auf Grund mangelndem Schutz der Menschenrechte in der Kritik steht: Nachdem Frontex die Menschen aus den internationalen Gewässern „gerettet“ hatte, sei eigentlich Libyen dafür verantwortlich gewesen. Da Libyen sich aber nicht bereit erklärte, wurden die Migranten in den „nächsten sicheren Hafen“ gebracht.

Wie komplex und umstritten die Rechtslage auf internationalen Gewässern ist, darauf machte Nicola Wenzel vom Deutschen Institut für Menschenrechte aufmerksam. „Wenn Sie sagen, Asyl kann auf hoher See nicht beantragt werden, wird damit die Diskussion reduziert“, warf sie Laitinen vor. Sie kritisierte, dass es bisher nur „guidelines“ gebe und verbindliche Menschenrechts-Standards fehlten. Zudem warf sie die Frage auf, ob solche Standards nicht auch Frontex nützten um das Image des „Buh-Mann für die Festung Europa“ wegzubekommen.

Weniger als 100 Asylanträge
Christoph Marischka von der Informationsstelle Militarisierung äußerte noch schärfere Kritik an Frontex: Wenn der Exekutivdirektor Ilkka Laitinen von Menschenrechten spreche, so blende er zwei Menschenrechte aus: Das Recht auf Asyl und das Recht auf Ausreise. Marischka wollte daher vom Laitinen wissen, wie viele Asylgesuche Frontex aufgenommen habe. Weniger als hundert der über 30.000 potentiellen Asylbewerber haben Asyl beantragt, erklärte dieser.

Diese Antwort erschien selbst dem Frontex-Chef erklärungsbedürftig: Für einen Asylantrag müsse die Identität offen gelegt werden, zudem gebe es die „40-Tage-Regel“, welche die maximale Zeit in Haft vorgibt. Die Flüchtlinge, die während dieser Tage nichts sagen, können danach nicht mehr festgehalten werden, „dann kann man gehen“. Danach befinden sich die meisten wieder in einem der Transit-Länder Nordafrikas, um einen neuen Versuch der Überfahrt zu wagen.

Eine häufig geäußerte Kritik an Frontex versuchte Laitinen ebenfalls zu entkräften: Die Abschottungsmaßnahmen von Frontex führten zu weiteren, gefährlicheren Wegen der Flüchtlinge. „Diese Korrelation ist nicht so direkt“, so Laitinen, den Zusammenhang komplett leugnen wollte er allerdings auch nicht. Clemens Binninger war ebenfalls bemüht, sich kooperativ zu geben: Er sei „sehr dankbar für Kritik und Hinweise“ von Menschenrechts-Organisationen. Diese werden wohl auch in Zukunft nicht fehlen, solange Frontex die europäische Grenzabschottung weiter vorantreibt. Da hilft dann auch nicht die „Zeit zum Erklären“.

Festung Europa – „Leaving is not always living“
Deutschland den Deutschen?

vermischtes

Frühzeitige Erdbebenwarnung in China: Das Rätsel von Ma’erkang

World Content News – Mehrere Tage vor dem verheerenden Erdbeben in China gab es im späteren Epizentrum offenbar gezielte Warnungen vor der sich anbahnenden Katastrophe. Selbst auf der offiziellen Webseite der Provinzregierung von Sichuan war am 9. Mai, also drei Tage vorher, zu lesen: „Die Behörde des Kreises Aba hat die falschen Gerüchte über ein bevorstehendes Erdbeben erfolgreich zerstreut.“ Kuriose Zufälle oder gab es tatsächlich Anhaltspunkte oder wurde das Beben gar durch menschliche Einflußnahme ausgelöst?



Karte der Erdbebenherde: Mehr als 130 Nachbeben

Am 12. Mai 2008 um 14.28 Uhr Ortszeit war in der Region Sichuan der erste Erdstoß mit einer Stärke von 7.9 zu verzeichnen. Kleinere Vorausbeben, die die Katastrophe ankündigen hätten können, gab es nicht. Bis heute wurden über 130 Nachbeben gemessen, alle hatten bisher eine Stärke >4 auf der Richterskala. Noch am Tag des Unglücks berichtete das Internet-Magazin Epoch-Times, dass es bereits Tage vorher Hinweise auf einer Internet-Seite gab, die nach dem Beben vom Netz genommen wurde.

Inzwischen haben zahlreiche chinesische Internet-User auf diese ungewöhnliche Seite aufmerksam gemacht, wohl nicht ohne Konsequenzen. Seit dem Erdbeben wurden mindestens 17 Menschen festgenommen, verwarnt oder dazu gezwungen, Entschuldigungen zu schreiben, weil sie «falsche Informationen und reißerische Erklärungen verbreitet oder das öffentliche Vertrauen untergraben haben», berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Ein Blogger schrieb:

The former blog … was banned by G…F…W from last Sunday, probably because of the news I copied about moonquake …

Auf der Regierungswebseite stand:

„Am 3. Mai bekam die Behörde des Kreises Aba gegen 20 Uhr einen Anruf. Der Anrufer wollte wissen, ob es stimme, dass in einem Dorf der Kreisstadt Ma’erkang (Barkam) ein großes Erdbeben bevorstehe und die Kader den Bewohnern raten würden, sich in freies Gelände zu begeben. Nach diesem Anruf rief die Behörde von Abei sofort die zuständige Behörde der Kreisstadt Maerkang an und forderte sie auf, die Quelle dieses falschen Gerüchtes zu ermitteln, das Gerücht zu zerstreuen und die weitere Verbreitung zu unterbinden.“ (Quelle: Epoch Times; maschinelle Google-Übersetzung des Originaltextes hier)

Welchen Beobachtungen diesen Warnungen zugrunde lagen ist bisher unbekannt. Auch ein Erdbebenforscher der Provinz Sichuan will laut einem Leserbrief offenbar Anzeichen bemerkt haben, die Behörden hätten ihm eine Veröffentlichung nicht erlaubt.


Skurril: Kündigten leuchtende Wolken Erdbeben-Katastrophe an?
(mehr bei United Mutations)

Normalerweise sind Erdbeben nicht vorauszusehen. Manche Beobachter befürchten deshalb einen Unfall in geheimen militärischen Forschungseinrichtungen. In der Region befinden sich bei Mianyang und Guanghan mehrere Atomanlagen, ein Forschungsreaktor, zwei Brennstofffabriken und zwei Anlagen zum Bau von Atomwaffen, sie liegen zwischen 70 und 150 Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt. Die Regierung versicherte, es habe nur kleinere Schäden in einigen Gebäuden der Anlagen gegeben, doch es sei keine Radioaktivität entwichen.

Ein weiterer merkwürdiger Umstand ist, dass Stunden vor dem Erdbeben fluoreszierende Wolken am Himmel beobachtet wurden. Die Echtheit der Aufnahmen ist zwar derzeit nicht zu belegen, auch können banale natürliche Phänomene nicht ausgeschlossen werden. Kritiker glauben jedoch, dies könnte auf Folgen von Experimenten mit hochfrequenten elektromagnetischen Wellen hindeuten.

In Alaska gibt es z.B. Versuche mit gebündelten Kurzwellensendern, mit denen die USA neue Technologien für die Kriegführung erprobt. Das Projekt mit der Bezeichnung HAARP (High-frequency Active Auroral Research Project) heizt bei den Versuchen künstlich die oberen Luftschichten der Erde (Ionosphäre) auf, um Radiosignale zusätzlich zu verstärken. Laut einer SPIEGEL-Meldung aus dem Jahr 2005 ist es Forschern der US-Luftwaffe sogar gelungen, mit energiereichen Radiowellen künstliche Polarlichter zu erzeugen.


HAARP-Versuchsanlage in Gakona, Alaska

Es ist davon auszugehen, dass auch russische und chinesische Militärs entsprechende Versuchsreihen durchführen, wovon auch zivile Firmen davon profitieren sollen. Die Firma Chengdu Newstar Electronics etwa, mit Sitz im Erdbebengebiet, hat einen neuartigen Prototypen eines Digitalradios (DRM) gebaut, das den weltweiten Digitalrundfunk als UKW-Ersatz hoffähig machen könnte. Sie verspricht einen glasklaren Empfang über weite Strecken hinweg, was zumindest bei Laien den Verdacht einer Entwicklung unter besonderen Umständen nahelegt.

HAARP, dessen Einsatzmöglichkeiten und Auswirkungen auf die Umwelt (wird in Verschwörerkreisen unter anderem auch für Klimaänderungen und Erdbeben verantwortlich gemacht) noch gar nicht abzusehen sind, hat es mit viel viel Energie kürzlich immerhin geschafft, erstmals langwellige Radiopulse durch die Ionosphäre hindurch zum Mond zu senden, in Texas ließen sich die Radarechos dieser Signale beobachten. (Video: hier)

Ob das Erdbeben von Sichuan und die erwähnten Leuchterscheinungen nun auf rein natürliche Phänomene zurückzuführen sind oder nicht, die Öffentlichkeit sollte sich nicht mit verschwommenen Erklärungen der Behörden abspeisen lassen und Aufklärung über die Vorwarnungen und über die geheimen Experimente der Atommächte einfordern. So wie es das Europaparlament bereits im Jahr 1999 tat:

Das Europäische Parlament hält HAARP (High Frequency Active Auroral Research Project) wegen der weitreichenden
Umweltauswirkungen für eine globale Angelegenheit und fordert, die rechtlichen, ökologischen und ethischen Auswirkungen von einem unabhängigen internationalen Organ untersuchen zu lassen, bevor weitere Forschungsarbeiten und Versuche stattfinden; bedauert die wiederholte Weigerung der Regierung der Vereinigten Staaten, einen Vertreter zu der öffentlichen Anhörung oder den folgenden Sitzungen seines zuständigen Ausschusses über die Auswirkungen des Forschungsprogramms über hochfrequente Strahlen (High Frequency Active Auroral Research Project – HAARP), das gegenwärtig in Alaska durchgeführt wird, zu entsenden.
(Quelle)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

vermischtes

Kroatiens Rechts-Rocker Marko Perkovic – im Ausland unerwünscht

Dr. Alexander von Paleske – 17.5. 2008 — Der Kroat-Rocker Marko Perkovic stößt außerhalb seines Heimatlandes Kroatiens mittlerweile auf weitgehende Ablehnung. Perkovic, der in seiner Heimat und in der kroatischen Diaspora Kult-Status besitzt, hatte durch ausserordentlich rechtslastige Texte auf sich aufmerksam gemacht. Darunter auch das Absingen des faschistischen Songs der Ustascha „Jasenovac und Gradiska Stara, da sind die Schlächter von Maks zu Hause“.


Fans am Konzert von Rechtsrocker Marko Perkovic im Ustascha Look

Jasenovac war ein KZ zur Zeit der faschistischen Ustascha Herrschaft in Kroatien, in dem zwischen 1942-1945 mehr als 100.000 Serben, Juden, Roma und antifaschistische Widerstandskämpfer auf brutalste Weise ermordet wurden, wir berichteten darüber. „Maks“ Luburic war der Kommandant des KZ.

Auf den Konzerten des Rechtsrockers mit seiner Band Thompson, benannt nach einer Maschinenpistole, sind viele Besucher im Ustascha Outfit zu sehen und begrüßen ihn mit dem Ustascha Gruss, der dem Hitler Gruss ähnlich ist.

Konzert zur Fußball-Europameisterschaft
Am 7. Juni wollte er mit seiner Band einen Tag vor dem EM-Spiel zwischen Österreich und Kroatien in Österreich auftreten. Das Konzert wurde mittlerweile abgesagt. Das ließ nun den Kärnter Landeshauptmann, Rechtsaussen und Bewunderer Hitlerscher Arbeitsmarktpolitik, Jörg Haider, nicht ruhen. Dessen Bank, die Hypo-Alpe-Adria, mittlerweile an die Bayerische Landesbank verkauft, war seinerzeit einer der Hauptsponsoren von Perkovic. Haider lud nun den Rechtsrocker nach Klagenfurt zum EM-Spiel der kroatischen Nationalmannschaft ein. Auf die Ehrentribüne versteht sich.

Serienweise Ausladungen und Proteste

Aber sonst hagelt es jetzt serienweise Ausladungen und Proteste. In der Schweiz wurden für diesen Monat geplante Kozerte in Wallisellen und Dietikon „aus Sicherheitsgründen“ abgesagt. Nach Stuttgart war er von der katholischen kroatischen Gemeinde zum Fronleichnam am 21. Mai eingeladen worden. Auf der Festwiese des Stadions wollte Perkovic in üblicher Manier seine kroatischen Fans mit dem Blut und Boden Slogan „Für die Heimat“ begrüßen, der dann üblicherweise mit dem Ustascha Ruf „Spremmi“ was so viel wie „bereit“ bedeutet, beantwortet wird. Der katholische Stadtdekan lud ihn nun letzte Woche ganz offiziell wieder aus. Bereits bei seiner Tour nach Kanada und in die USA im November vergangenen Jahres hatte es scharfe Proteste seitens jüdischer Organisationen gegeben.

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