SATIRE

Google: Wir treiben den Fortschritt voran – gegen alle Widerstände

Dr. Alexander von Paleske — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox

Google Hauptquartier
Mountain View
Ca.
USA

Statement der Führungmannschaft von Google (Chef: unser Eric (Schmidt), Abteilung: Bekämpfung von Fortschrittswiderständen in der Alten Welt, insbesondere in Deutschland..

Aus gegebenem Anlass wenden wir uns an die breite Öffentlichkeit, um unsere vorwärtstreibende Fortschrittsposition zu erläutern, und den negativen Pressemeldungen sowie den fortschrittsfeindlichen (überwindbaren) Widerständen entgegenzuwirken, die uns zur Zeit das Expandieren (etwas) schwer machen.

Es geht dabei vornehmlich um folgende Projekte:

Street View und

Vorfahrt für Google im Internet, insbesondere im drahtlosen Internet.

Erklärende Vorbemerkungen
Zunächst seien einige erklärende Vorbemerkungen abgegeben:
.
Unsere Firma ist kein Wohltätigkeitsverein, sondern ein auf Profitmaximierung ausgerichteter Konzern, der seine Aktionäre zufriedenstellen, und unseren Angestellten ein Supergehalt plus freiem Essen spendieren will und muss.

Wenn gleichwohl immer noch einige Illusionisten glauben, dass wir eine Art Rotary Club sind, dann geht das in Ordnung, solange sie nicht anfangen, daraus Forderungen an uns Googler zu stellen, wie ich sie heute in der Huffington Post las, unter der abstossenden und unwahren Überschrift „Google goes evil“.

Aus unserer Position ergeben sich einige zwingende Kosequenzen:
.
— Wir müssen weiter äusserst aggressiv expandieren, um unsere Quasi-Monopolstellung in weiteren Info-Bereichen abzusichern, und jeglicher Konkurrenz zuvorzukommen.

— Aus diesem Grunde haben wir das Programm „Moon-Landing“ gestartet, in welchem wir alle Bücher dieser Welt einscannen, wobei uns Urheberrechte eher weniger interessieren, weil sie nur vermeidbare Kosten verursachen.

Wie jeder Fabrikant müssen wir darauf achten, die Rohstoffe, in diesem Fall die Buchinfo, so billig wie möglich, am besten kostenlos, zu bekommen.

— Aus diesem Grunde haben wir auch Street View gestartet, weil dies ein weiterer Info-Rohstoff ist.
Das Geschrei einiger Datenschützer, insbesondere in Deutschland, aber auch Australien, halten wir für pure Narretei. Schließlich handelt es sich um öffentliche Straßen, also keine Privatsphäre. Wir dringen ja nicht in die Häuser ein, so etwas widerspricht unserem Ehrenkodex

— Dass auch einige Berufsverbrecher Street View benutzen werden, um auszubaldowern, wo man am besten kriminelle Aktivitäten entfalten kann, wo die teuersten Autos stehen, in welches Haus man am besten einbrechen kann, wo die besten Fluchtwege sind, mit anderen Worten wo es am risikolosesten was zu holen gibt, ohne sich durch vorherige Präsenz dort verdächtig zu machen, ist ein unvermeidbarer Kollateralschaden.
Dem stehen die enormen Möglichkeiten gegenüber, die Street-View bietet, wie sie der Schreiber Gerd Blank im Stern in so wunderbar hochpositiver (unkritischer) Weise ausgebreitet hat, wofür wir ausserordentlich dankbar sind.

Nach diesem Geschrei der Datenschützer haben wir jetzt „paranoiden“ Hausbesitzern die Möglichkeit eröffnet, sich bei uns zu melden, sodass wir deren Häuser in unserem Programm als schwarzen Fleck erscheinen lassen werden.

Wir müssen aber jetzt schon darauf hinweisen, dass dies erst recht die Neugier anstacheln wird, etwa dergestalt: Was hat der oder die zu verbergen, werden dort Wertgegenstände gebunkert , handelt es sich um den Wohnbereich einer Terroristenzelle, oder wohnt dort ein Politiker?
Dieser Schuss könnte also voll nach hinten losgehen.

— Obwohl wir das freiwillig gemacht haben, um diesen Leuten den Wind aus den Segeln zu nehmen, geht jetzt das Gejammere weiter, und wollen die völlig unberechtigten Beschwerden einfach kein Ende nehmen.

Einige faseln von einer Hotline, die wir einrichten sollen, aber wir denken gar nicht daran, in diesen Unfug noch einen Cent mehr zu stecken. Außerdem gibt es Klagen, dass wir die Einspruchsfrist in den Sommer gelegt haben.

Das schlägt wirklich dem Fass die Krone ins Gesicht, denn wir haben diese Aktion in den Sommer und nicht in den Winter gelegt, damit gerade auch Menschen, die sich bei kaltem Wetter, insbesondere bei Schnee, nicht aus dem Haus trauen, also Glatteisgefährdete, den Weg zu uns finden.

Projekt: Freie Vor- Fahrt für Google
Auch hier gibt es zu Zeit großes Geschrei, und einige Verschwörungstheoretiker behaupten, wir hätten mit Verizon, einer im übrigen hochinnovativen Firma, ein Abkommen ausbaldowert, wonach wir (gegen Geld) Vorrang bei der Datenverbreitung haben.

Glücklicherweise blicken die meisten Leute und Tintenkulis überhaupt noch nicht durch, um was es da eigentlich geht. Sie bellen mit anderen Worten den falschen Baum an, wie wir im Englischen sagen. Sehr erfreulich.

Im Festnetzbereich bleibt natürlich alles beim alten. Dieser Bereich ist ohnehin kein Zukunftsbereich mehr, weil bereits 45% mittlerweile drahtlos sich einklinken. Eine Entwicklung, die vor ein paar Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte, die aber insbesondere durch den Steve ( Apple-) Jobs mit seinem I-Phone und dem anderen Klimbim, den er herstellt, einen ungeahnten Aufschwung genommen hat. Eine Entwicklung, welche durch 4G oder Next Generation of Mobile Networks weiter vorangetrieben wird, und eines nicht allzu fernen Tages das Festnetz völlig in den Hintergrund drängen wird..

Gleichzeitig hat aber das drahtlose Internet, anders als die Glasfasernetze des Festnetzes, keine so schöne unbegrenzte Kapazität. Wir erwarten also dort eine Art Flaschenhals für die Info, und da kann es doch nicht angehen, dass Leute, die Info-mäßig völlig irrelevant sind, die gleichen Rechte haben, wie Firmen unseres Schlages.

So etwas hat es ja noch nie gegeben, da könnte ja jeder kommen, wo kämen wir denn dahin. Nein, da haben ganz einfach die Gesetze des Stärkeren, des Wichtigeren zu gelten, und das sind z.B. nun mal wir.

Auch im Straßenverkehr, wo einstmals der ADAC den Spruch erfand „Freie Fahrt für freie Bürger“ bedeutete das ja wohl kaum, dass man einfach so von einer Nebenstraße auf eine Hauptstraße einbiegen kann, sondern erst einmal warten muss und schauen.
Genau so wird es im drahtlosen Internet zukünftig laufen: wer weniger wichtig ist, muss warten.

Google, dein guter Freund auf allen Internetwegen

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