SATIRE

Österreichs Ex- Finanzminister Karl-Heinz Grasser: Deutschland, jetzt rede ich

Dr. Alexander von Paleske Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

11.5. 2011
Karl-Heinz Grasser
Sumpfblütenweg 1
Wien
Österreich

Guten Tag Deutschland,

bereits vor einiger Zeit habe ich mich an das deutsche Volk gewandt, um auf den Skandal aufmerksam zu machen, wie ich, der erfolgreichste Finanzminister Österreichs aller Zeiten, mit Hilfe einer Medienkampagne fertiggemacht werden soll.

Aber diese Medien werden mich noch kennenlernen, ebenso diese austrische Justiz mit ihrer Verfolgung Unschuldiger. Diese Justiz und diese Kampfpresse muss auch international an den Pranger gestellt werden, da ich nämlich eine blütenweiße Weste anhabe…meistens jedenfalls.

Guter Tag mit saniertem Budget
Mein seinerzeitiges Minister-Motto (ich war austrischer Finanzminister von 2000-2007) lautete:

„ein guter Tag beginnt mit einem sanierten Budget“.

Weil ich das austrische Budget so gut saniert habe, hatte ich viele gute Tage. Und ich habe nicht etwa halbherzig saniert, sondern anständig, anders als diese Spaghetti- Schafskäse- und Paella-produzierenden Südländer, die jetzt den Euro in den Abgrund reißen.

Diese Länder sollen sich mal ein Beispiel daran nehmen, wie ich durch Verscherbelung, äh, ich meine natürlich: glänzenden Verkauf unseres austrischen Staats-Tafelsilbers, richtig Geld hereingebracht habe.

Die BUWOG-Affäre
Zum Beispiel im Jahre 2004 die 65.000 bundeseigenen Wohnungen der Bundeswohnungsgesellschaft, kurz BUWOG genannt, die wir an die Firma Immofinanz losschlugen.

Dass ich dabei den Rat und den Einsatz meiner engen Freunde und tüchtigen Geschäftsleute Peter Hochegger und Wolfgang Meischberger kräftig förderte, versteht sich ja von selbst.

Dass mein Freund Karlheinz Muhr bei den Lehman-Pleitebankern war und diese mit der Verkaufsplanung beauftragt wurden, obgleich die Lehmänner 4 Millionen Euro teurer waren, als der nächste Anbieter, ist doch klar. Dadurch sparten wir uns auch eine Bewertung der Wohnungen.

Motto: Bewertung ist gut, Vertrauen ist besser.

Meischberger und Hochegger haben für ihre harte und aufopferungsvolle Arbeit einen anständigen Lohn von der Immofinanz bekommen, der bei 9.6 Millionen Euro lag.
Sofort jaulte die austrische linke Kampfpresse auf, der Lohn sei in Wirklichkeit für Insiderinformationen bezahlt worden. Meine persönlichen Freunde hätten nämlich über mich erfahren, was die anderen Mitbieter offeriert hätten, sodass die Immofinanz leicht darüber bieten konnte und so den Zuschlag bekam.
Diese Unterstellung ist eine unglaubliche Frechheit.

Jetzt versuchen sie mir auch noch nachzuweisen, ich hatte von dem hart erarbeiteten BUWOG- Geld etwas abbekommen, ein sogenannter Bestechungslohn. Das ist eine erbärmliche Lüge, insbesondere wenn man berücksichtigt, welch bescheidenen Lebenswandel ich führe, und welche Reichtümer meine liebe Frau über die Familie Swarovski besitzt.

Lege alles offen
Ich will aber hier die Gelegenheit nutzen, um meine Vermögensverhältnisse offenzulegen, sodass jedermann sehen kann, was für ein schäbiges Spiel diese linken und liberalen Tintenkulis in unserer geliebten Alpenrepublik spielen, bloß weil sie neidisch auf meine politischen und wirtschaftlichen Erfolge sind.

Nach meinem Abschied als Finanzminister offerierte mir Kaffee-Meinl der Fünfte, einer der erfolgreichsten Unternehmer Österreichs – der deshalb der Verfolgung Unschuldiger der austrischen Justiz zum Opfer fiel – bei der Meinl International Power (MIP), die der Kaffee Fünfte gerade mit viel Tam Tam an die Börse bringen wollte, als Ratgeber, Management-Consultant, Aktienpusher, Aktieninhaber und Aktienverkaufserleichterer einzusteigen.

Ich habe sofort zugesagt, diese Herausforderung anzunehmen, und durch die Kombination des exzellenten Kaffee-Rufs und meines feschen Aussehens, meines Bekanntheitsgrades – selbst unter Obdachlosen mehr als 80% – meines wirtschaftlichen Sachverstandes und meiner Freunderlwirtschaft, äh, ich meine Wirtschaftsfreude den Aktienverkauf einer breiten ahnungslosen Öffentlichkeit schmackhaft zu machen. Das gelang hervorragend.


Das bin ich, der fesche Karl-Heinz

Für diesen 150%igen Einsatz meinerseits hat mich die Meinl Bank über ihre Filiale in Antigua (Antillen) anständig bezahlt.
Ich habe diesen Lohn (4 Millionen Euro) aber nicht sofort nach Österreich überwiesen, sondern zunächst eine für mich allein wohltuende Stiftung in Liechtenstein gegründet, die sog. Grasser Stiftung, die wiederum zwei Firmen etwas weiter weg in der Karibik gegründet hat, die wegen ihrer Grösse in einen Briefkasten passten:

– Waterland und

-Silverwater (in Tortuga /Virgin Islands) angesiedelt)

Animiert hat mich zur letzteren Namensgebung der Karl May Roman: Der Schatz im Silbersee, ein See, der ja mit Silberwasser gefüllt ist.

Die Gesellschaften dienten dem Zweck, das ständige Nachschnüffeln dieser austrischen Tintenkulis, „was hat der Grasser wann und für wen gekauft“, etwas schwieriger zu gestalten, also sog. Zweckgesellschaften.

Außerdem habe ich
– als Ableger meiner Silverland-Stiftung in Liechtenstein (nicht zu verwechseln mit Silverwater) die Levesque Holding Limited auf Zypern ins Leben gerufen,

– die wiederum eine Tochter namens Germain Limited kreierte

– diese wiederum als Treugeberin für die Firma SMW OG fungiert, an der ich wiederum beteiligt bin.

Ist doch eigentlich ganz einfach zu verstehen und hat mit dem Versuch der Verschleierung und Steuerhinterziehung überhaupt nichts zu tun.

Außerdem besitze ich die Firma Valuecreation, in Wien angesiedelt, (Nomen est omen), eine Zweckgesellschaft, die für mich Wohlstand kreieren soll.

Diese hervorragende, daher mir gehörende Firma zur Wohlstandsvermehrung, erhielt von meiner Firma Silberwasser, äh, ich meine Silverwater im Jahre 2007 1 Million Euro. Im Jahre 2008 flossen 1,5 Millionen in Richtung Valuecreation und im Jahre 2009 nochmals 1,5 Millionen Euro. Das Geld war das bereits erwähnte Beratungshonorar für die Meinl-Firma Meinl International Power.

Das ist noch ein vergleichsweise geringer Betrag, wenn man meine außerordentlichen Erfahrungen und meinen ausgezeichneten Namen berücksichtigt.

Da meine Firma Valuecreation nun flüssig war, nahm ich einen Kredit über 4 Millionen zu einem günstigen Zinssatz bei ihr auf .

Nur böswillige Schreiberlinge, übereifrige Finanzbeamte und verfolgungsgeile Staatsanwälte können daraus konstruieren, der Kredit sei in Wirklichkeit keiner, sondern eine steuerpflichtige Zuwendung. So ein Quatsch.

Kredit ist Kredit, Firma ist Firma, und ich bin ich.

Diese Herrschaften können offenbar auch nicht akzeptieren, dass jemand mit meiner Erfahrung, und meiner Ausstrahlungskraft, mindestens hundert Mal so viel verdient , wie diese professionellen Schnüffler.

Mit diesem Kredit konnte ich dann eine standesgemäße Penthouse-Wohnung in der Kaffeehausstadt Wien kaufen und renovieren, die ich jetzt an mich selbst, äh, an meine Firma abbezahle.

Meine Schwiegermutter und die Hypo-Alpe Skandalbank
Im Jahre 2007 lud mich der hochanständige Investmentbanker Tilo Berlin ein, bei dem Verkauf der Hypo- Alpe (Skandalpe) an die Schlafmützen der BayernLB etwas Geld mitzuverdienen. Ich habe das aber abgelehnt, stattdessen die Chance für meine Schwiegermutter Marina Giori-Lhota gesehen.

Es handelte sich um einen Einsatz von 500.000 Euro.

Das dazu erforderliche Geld hatte ich zwei Jahre zuvor bar bei einer schweizer Bank abgehoben und in drei Transportfahrten über die Grenze in einem Aktenkoffer nach Österreich geschafft.

Während der Fahrten ist mir klargeworden, dass auch illegale Transporte von Drogendealern, Waffenhändlern und Terroristen auf diese Weise möglich sind, daher habe ich mich in Europa für das Verbot derartiger undeklarierter Geld-Transporte stark gemacht – nach Abschluss meiner Aktenkoffer-Transportfahrten selbstverständlich.

Das seinerzeit transportierte Geld habe ich dann für meine Schwiegermutter über die Bank des Kaffee-Fünften investiert, und diese Papiere im Jahre 2007 wieder verkauft, um flüssig für sie zu sein, für das kleine Gewinnspiel mit der Hypo-Skandalpe.

Nach dem Verkauf an die BayernLB im Mai 2007 waren dann aus 500.000 wie durch Zauberhand 783.972 Euro geworden.
Meine Schwiegermutter Marina Giori-Lhota aus dem Hause Swarovski hat sich natürlich riesig gefreut über diesen Geldsegen und war richtig stolz auf mich, ihren tüchtigen Schwiegersohn.

Die linke Kampfpresse behauptet nun, meine Schwiegermutter habe lediglich als Strohmann gedient. Das ist geradezu lächerlich, weil sie eine Frau, und nicht ein Mann ist. Außerdem wäre sie als tüchtige Geschäftsfrau niemals mit der Rolle eines Strohmannes, pardon Strohfrau, einverstanden gewesen.

Von Mandarin(en) oder: die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere
Das Geld hat eine Firma Ferint, die für mich im Auftrag meiner Schwiegermutter tätig wurde, dann an die Mandarin(e)- Investmentfirma überwiesen, die von dem tüchtigen Investmentbanker Norbert Wicki weisungsgerecht geleitet wird.

Dort parkte und investierte auch mein Freund Meischberger sein hart erarbeitetes BUWOG-Geld, und ließ gelegentlich über Geldboten von den Mandarinen-Konten in Liechtenstein etwas Kleingeld abholen.

Die Firma selbst ist nicht in Liechtenstein, sondern in Belize beheimatet, einem Briefkasten-und Ferienparadies in Lateinamerika, weit genug von Steuerschnüfflern und der austrischen Kampfpresse entfernt.

Aber obwohl das eigentlich jetzt alles geklärt ist, versuchen austrische Tintenkulis und die Justiz mir weiterhin wegen angeblichen Bestechungsgeldern im Falle BUWOG nachzusetzen. So stürzten sie sich z.B. auf ein Konto „Natalie“ bei den Mandarinen, auf das mein Freund Meischberger etwas Geld (rund 3 Millionen Euro) eingezahlt hatte..
Daraus wird in rechtswidriger Weise konstruiert, ich stünde dahinter, bloß weil meine verflossene Verlobte Corrales-Diez mit Vornamen Natalia hieß. Ich bitte Euch Deutsche, wie viele Natalies, bzw. Natalias gibt es alleine in Österreich, von Deutschland gar nicht zu reden?

Auch dass von dem Natalie-Mandarinen- Konto Zahlungen auf mein Konto in Kitzbühel erfolgten, ist nicht einmal ein Indiz, vielmehr leicht damit zu erklären, dass ich viele Bewunderer habe, die ihre Bewunderung gelegentlich auch in Geldgeschenken ausdrücken.

Gleiches gilt für sogenannte mir nahestehende Bankverbindungen, auf die auch Geld vom Natalie-Konto geflossen ist..

Mein Kampf für den Eurofighter
Unser austrisches Militär braucht eine kampfstarke Luftwaffe, da wir ringsum von politischen Feinden umgeben sind, gegen die wir uns notfalls schlagkräftig verteidigen müssen.

Ich habe deshalb im Jahre 2003 darauf gedrängt, den besonders teuren aber hochmodernen Eurofighter von der EADS zu kaufen.

Obwohl ich das völlig uneigennützig aus übergeordnetem Staatsinteresse gemacht habe, warf die austrische Presse mit Dreck nach mir und schrieb:

•Bis heute nicht geklärt ist Grassers Rolle beim Kauf der 18Abfangjäger. Für Freund und Feind gleichermaßen überraschend setzt sich der Minister 2003 plötzlich sehr dafür ein, die Flugzeuge bei EADS/Eurofighter zu kaufen. Im Rahmen eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses kommt Jahre später ans Licht, dass EADS äußerst großzügige Aufträge an die Werbeagentur „100% Communications“ vergeben hat, die den Grasser-Parteifreunden Erika und Gernot Rumpold gehört. Am Ende wurden Honorare von fast sieben Millionen Euro bezahlt. Zu den größten Nutznießern der umfangreichen Gegengeschäfte mit EADS zählte wiederum Grassers ehemaliger Arbeitgeber Magna.“.

Alles Quatsch.

Wie gesagt, meine Weste ist blütenweiss —-meistens jedenfalls.

Servus

Karl-Heinz Grasser

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