SATIRE

Post von Karl-Heinz Grasser, Ex Finanzminister Österreichs

Dr. Alexander von Paleske — 14.10. 2011 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Karl Heinz Grasser
Ex austrischer Finanzminister
Im Sumpfblütenweg 1
Wien
Österreich

Hallo Deutschland,

ich habe das dringende Bedürfnis, mich wieder in unserem Nachbarland Deutschland zu Wort zu melden, mit Berichten aus unserer schönen (korrupten) Alpenrepublik.

Zur Erinnerung: Ich war der beste Finanzminister den unsere (skandalgeschüttelte) Alpenrepublik je hatte, und ich werde deswegen von der austrischen Klassenjustiz und der linken Kampfpresse hartnäckig verfolgt.

Heute möchte ich mich deshalb substantiell zum Thema „Treibjagd“ verbreitern:
Bei uns in Österreich gibt es zwei Formen von Treibjagden: gesellschaftliche und politische.

Die gesellschaftlichen Treibjagden finden im Herbst statt, man könnte auch sagen: Herbstzeit ist Treibjagdzeit.

Die politischen Treibjagden finden in Österreich neuerdings leider das ganze Jahr über statt.

Gesellschaftliche Treibjagden
Die gesellschaftlichen Treibjagden sind wichtige Ereignisse, die keineswegs nur zum Abknallen von Wild veranstaltet werden, sondern gerade auch dem Zusammenhalt der Oberschicht, dem hochintelligenten Meinungsaustausch, und dem Anbahnen bzw. Zuschanzen von Geschäften dienen sollen.

Zur den gesellschaftlichen Treibjagden des Jahres lädt regelmässig Julius Meinl, der Kaffee-Fünfte, auf sein wunderschönes Jagdschloss Lehenshofen ein.


Jagdschloss Lehenshofen – Rückzugsort für Hoch- und Geldadel

In bösartiger Weise versucht die austrische „Kleine Zeitung“ die Promi-Treibjagden mit einem Tontaubenschiessen zu vergleichen, geradezu lächerlich.

Wahrheit ist vielmehr, dass immer eine schöne Anzahl von Wild waidgerecht dort abgeknallt, äh, ich meine abgeschossen wird.

Die Wichtigkeit und Bedeutung dieser gesellschaftlichen Ereignisse, wo europäischer Hochadel, Geldadel und ausgesuchte Politiker sich ein Stelldichein geben, hat auch die Gemeinde Pöllau in deren Bezirk das Jagdschloss Lehenshofen liegt, erkannt. Sie hat deshalb ihr Kanalbauproramm gestoppt um die Treibjagden nicht durch Baulärm zu stören, und die Weiterführung der Verrohrung auf das nächste Frühjahr verlegt. Zu Recht betonte der Pöllauer Bürgermeister Johann Schirnhofer:

Wir wollen das gute Einvernehmen mit Herrn Meinl nicht gefährden“.

Es ist beruhigend zu wissen, dass es in Österreich noch solchen Respekt, solche Devotheit , und solche Rücksichtnahmen gibt.

Nach der Treibjagd, nach dem Halali, findet das sogenannte „Schüsseltreiben“ statt. Es wird getafelt, es wird getrunken, dabei wird über Politik und Geschäft philosophiert. Ein schönes Erlebnis. Nur Proleten würden so etwas als Fress- und Saufgelage bezeichnen.

Politische Treibjagden
Die erbärmlichen politischen Treibjagden finden das ganze Jahr über in den Medien statt, die ihre Revolverblätter mit angeblichen Skandalgeschichten glauben besser verkaufen können.

Ich kann mich mit Fug und Recht als ein Opfer dieser Treibjagden bezeichnen. Es vergeht kaum ein Tag, den der Herr geschaffen hat, an dem nicht irgendein absurder Skandalvorwurf gegen mich erhoben wird, obgleich ich eine blütenweisse Weste habe – meistens jedenfalls.

Ganz besonders perfide ist das politische Schüsseltreiben. Es handelt sich um die Treibjagd gegen den austrischen Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.


Opfer des Schüsseltreibens: Ex-austrischer Bundeskanzler Wolfgang Schüssel

Zu Recht betonte mein damaliger Chef Schüssel, dass er ein fabelhaftes Team gehabt habe, und hob besonders meine Verdienste hervor.

Demgegenüber haben Kreaturen wie der Verfassungsrechtler Heinz Mayer, anstatt in Gesetzbücher und Kommentare seine Nase zu stecken und über Gesetzesauslegungen zu forschen, folgendes ungefragt von sich gegeben:

Eine Gruppe von Halunken hat sich äusserst brutal auf den Weg an die Futtertröge gemacht, in Österreich gibt es ein sehr warmes Nest für Korruption“.

Nicht nur beleidigend, sondern geradezu lächerlich..

Der Grüne Peter Pilz setzte noch einen drauf auf diesen Blödsinn und spricht von einer unverschämten Korruption in der Ära Schüssel.

Meine liebe Frau
Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen meine, dem Jet-Set zugehörende, und aus dem edlen Kristall-Schmuck-Haus Swarovski stammende Frau Fiona Pacifico Griffini Grasser vorstellen.

Wie dieses Bild zeigt, sind wir grenzenlos glücklich miteinander, und das hat auch damit zu tun, dass meine Frau lebenspraktische Ratschläge für Minderbemittelte in Österreich als Wege aus der Armut parat hat, z.B.:

Sollen die Leute halt ihren Salat und ihre Tomaten auf ihren Terrassen selber züchten.Ich backe auch mein Brot selber, züchte mein Gemüse und trinke gerne Wasser statt Champagner.“

Das erst einmal für heute

Servus

Karl Heinz Grasser.

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