Krieg

Iran: Explosion auf Militärbasis war offensichtlich ein Mossad-Anschlag

Dr. Alexander von Paleske— 16.11. 2011 — Eine Explosion zerstörte am vergangen Samstag die Raketenbasis Sajad, westlich von Teheran, wo sich auch Shahab 3 Raketen befinden und die Shahab 4-Rakete entwickelt wurde. Ebenfalls dort sollen sich Zelzal Boden-Boden Raketen befunden haben.

17 Personen wurden bei dieser Explosion getötet, 23 zum Teil schwer verletzt. Unter den Getöteten befand sich der Generalmajor Hassan Tehrani Moqaddam, Kommandeur der Basis und verantwortlich für Teherans Raketenprogramm.


Anschlagsopfer: Hassan Moqaddam
.
Während die israelische Website Ynet gleich die Möglichkeit erörterte, der Mossad könnte dahinter gesteckt haben, wurde Richard Silverstein, auch als „Wikileaks von Israel“ bezeichnet, der in den USA lebt, und beste Kontakte zu israelischen Sicherheitskreisen unterhält, bereits am Samstag, dem Tag des Anschlags, konkret, und deutete auf den Mossad .

Kein Unfall
Die Regierung in Teheran sprach zunächst von einem “Unfall“.
Die Anlage ist ein Hochsicherheitsbereich, es überrascht daher nicht, dass die Regierung in Teheran einen von aussen herbeigeführten Bombenanschlag nicht sofort offen zugegeben hat.

Allerdings hat ein ehemaliges hochgestelltes iranisches Regierungsmitglied, unter der Bedingung, nicht genannt zu werden, gegenüber der seriösen britischen Zeitung Guardian erklärt:

„Ich bin davon überzeugt, dass die Explosion am Samstag auf das Konto des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad geht. Bereits im Oktober 2010 habe es eine Explosion in einer Raketenabschussanlage in Khorramabad mit 18 Toten gegeben. Auch diese Explosion sei in Wirklichkeit das Werk des Mossad gewesen.“

In der Gedenkrede für die Toten sagte Prof. Muhammad Sahimi, dass Israel für den Anschlag verantwortlich sei, und der Bürgermeister Teherans, Mohammad Baqer Qalibaf, der selbst ein Kommandeur der Luftwaffe Irans war, benutzte in seiner Gedenkrede mehrfach die Bezeichnung „Märtyrer“ für den getöteten Moqaddam.

Wörtlich fügte er hinzu:

“We did not know you well, but those who knew killed you.”

Der Korrespondent der BBC im Iran interpretierte dies gestern als klaren Hinweis auf einen Anschlag Israels.


Trauerfeier für die Anschlagsopfer

Klammheimliche Freude
Auch wenn die Regierung Israels, wie gewöhnlich, keine Stellungnahme abgibt, so ist die klammheimliche Freude und der Stolz über dieses „Husarenstück“ nicht zu übersehen.

Israels Verteidigungsminister Ehud Barak darauf angesprochen, erklärte:

„Vielliecht gibt es noch eine Reihe weiterer“

Der bei der Explosion getötete General Moqaddam spielte offenbar auch eine wichtige Rolle bei der Weiterleitung von iranischem Kriegsmaterial an die Hamas, und arbeitete eng mit dem vom Mossad vergangenes Jahr in Dubai ermordeten Hamas-Waffenbeschaffer Mahmud al-Mabhuh zusammen.

Die jetzige, offensichtlich vom Mossad durchgeführte Operation – möglicherweise mit Unterstützung der Volksmojahedin (PMOI / MEK) – wird jedoch eher den Iran in seinen Anstrengungen bestärken, eine Nuklearwaffe – als Abschreckung – herzustellen, als das Gegenteil zu tun.

Der Iran könnte darüber hinaus in einer Weise Rache üben, die unbeteiligten jüdischen Zivilisten das Leben kostet, wie 1992 die Rache der Hisbollah mit einem Bombenanschlag in Buenos Aires, nach der Ermordung von Abbas al-Musawi durch den Mossad, warnt Richard Silverstein.

Nach den Anschlägen auf Atomforscher im Iran in den vergangenen Monaten, hinter denen offenbar ebenfalls der Mossad steckte, und dem jetzigen Anschlag auf die Militärbasis, ist aus dem kalten Krieg der Drohungen mittlerweile ein heisser Krieg geworden.

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