SATIRE

Giovanni di Lorenzo: Jetzt antworte ich auf die unsachliche Münchguttenberg-Interview-Kritik

Dr. Alexander von Paleske — 7.12. 2011 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox

Giovanni di Lorenzo
Qualitätsjournalist und Chefredakteur
DIE ZEIT
Liberales Pressezentrum
Josef Müller-Marein Gedächtnisallee 1
Hamburg

Guten Abend Deutschland,

nachdem der Trubel um mein Interview des Jahres mit dem Baron Münchguttenberg, alias Baron Guttiplag, abgeklungen ist, möchte ich meinen journalistischen Pflichten nachkommen, und sowohl die Leser der ZEIT, als auch die Deutsche Volksgemeinschaft, offen, ehrlich und objektiv über die Hintergründe meines Interviews mit dem adligen Plagiateur unterrichten.

Journalisten im Dauerkonflikt
Wir Journalisten, insbesondere die Chefredakteure, befinden uns ja in einem Dauerkonflikt: Wir sollen einerseits die Auflage steigern, und andererseits seriös bleiben, Distanz wahren und kritische Fragen an seriöse Interviewpartner stellen.

Dieser Konflikt wird angesichts der Krise, in der die Printmedien sich mittlerweile befinden, immer öfter – auch in seriösen Medien – in Richtung pure Auflagensteigerung entschieden. Leider.

Deswegen haben wir solche Vorfreisprechungs-Artikel zur Kachelmann-Affäre von dieser Sabine Rückert, den Steinbrück-Wahlhilfe-Artikel „Die Partie ist eröffnet„, Untertitel: „Er kann es“, den Fischfangtrip mit Bodo Hombach und die Lierhaus-Geschichte ins Blatt gehoben. Nicht nicht nur ins Blatt, sondern sogar ins Dossier, und jetzt eben das Guttiplag Interview.


Das Interview des Jahres……..natürlich betrügen Chaoten nicht, adlige schon gar nicht. Photo: Dr. v. Paleske

Artikel, die natürlich jemand wie die Gräfin Dönhoff seinerzeit nie und nimmer akzeptiert hätte. Aber neue Zeiten verlangen eben neue Antworten.

Wie ich vor einiger Zeit schon bemerkte, lassen sich mit Artikeln wie “Europa-Quo vadis“ einfach keine Hunde, geschweige denn Leser, hinter dem Ofen mehr hervorlocken.

Auf das Echo kommt es an
Ganz ähnlich wie die BILD-Zeitung brauchen wir als sogenanntes seriöses Blatt gelegentlich mal einen richtigen Knaller, der unsere Auflage ordentlich nach oben zieht, zumal wenn er noch geteilte und heftige Reaktionen auslöst, die unsere potentiellen und Gelegenheitsleser auch noch in den darauffolgenden Wochen zu unserer Zeitschrift greifen lassen.

Wie ich schon in meinem ZEIT-Online Artikel zur historischen Entwicklung dieses einmaligen Gutti-Interviews und Buchs „Vorerst nicht gescheiter“ äh, ich meine „Vorerst gescheitert“ schrieb, hat keine Geschichte in der ZEIT ein solches Echo ausgelöst, und nur darauf kam es mir letztlich an.


Jetzt – rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft – erhältlich, da heisst es : Zugreifen

Im gesamten Blätterwald – und nicht nur dort – rauschte es gewaltig.

Lehren von einer Schein-Sexualaufklärerin
Gerade die hohen Auflagen der Literatur-Prachtstücke dieser Schein-Sexualaufklärungs-Tante Charlotte Roche, die ich seinerzeit als eine Art „schamlose Skandalnudel“ in meiner 3 nach 9 Talkshow hatte, haben doch gezeigt, wie man mit Kontroversen, um nicht zu sagen skandalträchtigen Ergüssen, die Auflage so puschen kann, dass die Leser dann zum Medium greifen, wie der Süchtige zum Stoff.

Natürlich ist völlig klar, dass dieser Münchguttenberg nicht nur ein erbärmlicher Täuscher, sondern noch dazu ein Chaot ist, der nicht einmal seinen Zitaten-Zettelkasten von seinen eigenen (mageren) Einfällen trennen kann, und dann alles noch (völlig unbeabsichtigt) durcheinander bringt wie beim Mischen eines Kartenspiels – das behauptet er jedenfalls.

Vermisster Draufgänger
Aber wir dürfen nicht vergessen, viele Mitglieder der deutschen Volksgemeinschaft vermissen diesen jugendlichen Draufgänger in der Politik als Alternative zum Trauergesicht dieser Merkel. Und viele sind noch nicht ZEIT-Leser, die wir aber zum Kauf animieren wollen, und ich bin sicher, das wird uns gelingen.

Natürlich habe ich mich gehütet, dem Gutti tiefschürfende Fragen zu stellen, weil die Leser dann sehr schnell gemerkt hätten, was für ein Bla Bla der von sich gibt, das hätte dann das ganze Interview entwertet.

Redakteure kuschten
Einige Redakteure der ZEIT , die offenbar noch nicht begriffen hatten, dass erst das Geschäft kommt, und dann die journalistische Ethik, wollten mich auf einer Redaktionskonferenz zur Rede stellen. Aber denen brauchte ich noch nicht einmal einen Marsch blasen, die haben nämlich auf meine durchsichtigen Argumente hin sofort „konstruktiv“ gekuscht, weil sie nur allzu genau wissen, wie verzweifelt die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Journalisten mittlerweile ist.

Deutsche, dank meiner ZEIT-Dampferfahrt in seichte bzw. hochkontroverse Gewässer, und dank meiner unschlagbaren Professionalität ist es hervorragend gelungen, die Auflage der ZEIT in nie gekannte Höhen zu treiben.

Sehr erfreulich.

Aber es wird in Zukunft durch mich alles noch viel besser.

Gute Nacht Deutschland!

Giovanni di Lorenzo
Qualitätsjournalist und Chefredakteur

Zu Lorenzos Guttenberg Artikel – keine Satire
DIE ZEIT: Liberale Meinungsführerschaft ade? – ein Einwurf

Satire:
Danke Giovanni di Lorenzo von der ZEIT für die Guttenberg-Raushole

Zum Bilderberger Steinbrück
Bravo Helmut Schmidt: Ein Bilderberger namens Peer muss Deutscher Kanzler werden

Zu Charlotte Roche, Literatur-Grossmeisterin
Stefan Raab schreibt an Charlotte Roche: Sauber gemacht
Charlotte Roche: Ohne Geld habe ich Angst, Geld ist richtig sexy

Zu BILD-Wagner und Guttenberg
BILD-Kai (Diekmann): Kampagnenstart „Junge komm bald wieder“

Zu Bodo Hombach von der WAZ
linkFAZ: Ein Artikel verschwindet oder: Telefonierte Bodo Hombach mit der FAZ?

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