SATIRE

Glückwunsch: Ackermann geht, Uhrlau kommt – BND-Chef wechselt zur Deutschen Bank

Dr. Alexander von Paleske — 6.2. 2012 —
Das ist eine wirklich aufregende Meldung: Der BND-SPD-Mann Ernst Uhrlau (65) wechselt zur Deutschen Bank.

Nein, nicht um den „Feldherrn“ Josef Ackermann abzulösen. Er soll vielmehr die Deutsche Bank mit seinem Geheim(dienst)-Wissen bereichern.


Ernst Uhrlau…..alle BND-Skandale konnten ihm nichts anhaben, auch nicht der Skandal um die verschwundenen Blaupausen des neuen BND-Gebäudes, alles perlte teflonmässig an ihm ab..

Geheimdienste wissen (angeblich) mehr
Die Geheimdienste wissen ja angeblich einiges mehr, als die Allgemeinheit, obgleich der seinerzeitige Bundeskanzler Helmut Schmidt immer wieder betonte, das, was die Geheimdienste in den morgendlichen Lagebericht hineinpackten, er am Tag zuvor bereits in den Tageszeitungen gelesen habe.

Aber das war sicherlich hochgradig übertrieben, und rührte vermutlich daher, dass der BND, unter der seinerzeitigen Leitung des Reinhard Gehlen, aber auch unter seinem Nachfolger Gerhard Wessel mit jeder Menge von ehemaligen Nazi-Parteigängern einschliesslich SS-Schergen so durchsetzt war, dass einen die braune Luft schon am Eingang zur Zentrale in Pullach förmlich zu ersticken drohte.

Glücklicherweise sind die meisten dieser Gesellen mittlerweile tot, oder zumindest ausser Dienst, und die Personalakten dieser „braunen Kameraden“ mittlerweile im Reisswolf gelandet, so dass eine Historikerkommission, die sich dieser tiefbraunen Vergangenheit des Bundesnachrichtendienstes annehmen sollte, nun etwas Arbeitserleichterung erfuhr. Wie schön.

Katze im Sack?
Hat die deutsche Bank da nicht die Katze im Sack eingekauft?
Das Bedürfnis der Deutschen Bank kann man verstehen, heute zu erfahren was die Konkurrenten ohne solch einen potenten Geheimiskrämer erst über-übermorgen wissen. Man also quasi Voraus-Wissen hat, dementsprechend Aktien, Anleihen und Derivate kaufen oder verkaufen kann, und sich trotzdem innerhalb der Legalität weiss. Herrliche Extraprofite winken. Zumal die alten Kontakte in den BND doch sicherlich weiterbestehen werden. Sehr vernünftig.

Nein, das ist keine Katze im Sack, sondern ein sehr geschickter Schachzug seitens der Deutschen Bank, der dem hochprofitablen Investmentbanking den Ruf reinen Gamblings nehmen, und es so in ungeahnte Profithöhen heben könnte.

Schreibtisch nicht aufgeräumt
Was mich aber ärgert, dass Sie, Herr Uhrlaub, pardon, Herr Uhrlau, Ihren Schreibtisch nicht ordentlich aufgeräumt haben, bevor Sie beim BND als frischgebackener Pensionär das Weite suchten.

Insbesondere die unerquickliche Querverbindung des BND zum mittlerweile verstorbenen österreichischen Rechtsaussen Jörg Haider, und dessen angeblich vom BND gesponserte Ausflüge zum seinerzeitigen Irak-Diktator Saddam Hussein, harren noch der Aufklärung.

Ebenso, inwieweit der grösste deutsche Aussenminister aller Zeiten (GröDAAZ) namens Joseph Martin (alias Joschka) Fischer darin involviert war.

Ferner die erbärmliche Geschichte mit dem Banker Ernest Backes, der die angeblich unerquicklichen Geschäfte der Firma Cedel (jetzt Deutsche Börse Tochter Clearstream) zusammen mit dem Journalisten Denis Robert aufdeckte.

Der BND nahm Backes vorübergehend unter seine Fittiche, und reichte angeblich dessen Material über russische Blitz-Milliardäre, auch Oligarchen genannt, dann an den Kanzler Schröder weiter, der es wiederum dem lupenreinen russischen Demokraten und Duzfreund Wladimir Putin weitergereicht haben soll, wo es – ungewollt sicherlich – angeblich mithalf, einen gewissen Michail Chodorkowski für lange Zeit hinter Gitter zu bringen.

Bitte um Entschuldigung
Bitte entschuldigen Sie die Störung in ihrem wohlverdienten Ruhestand, Herr Uhrlau, der Ihnen mit einen wunderbaren Job bei der Deutschen Bank jetzt auch noch vergoldet wird.

Dass Sie mit all den in langjähriger harter Arbeit erworbenen profunden Kenntnissen und Verbindungen nicht einfach zu Hause im Lehnstuhl sitzen können, und nur noch die Bildzeitung lesen, das verstehe ich vollkommen. Dazu sind die Pensionszahlungen der Beamten im übrigen auch einfach zu mickrig, wie der ehemalige Ministerpräsident Hessens und spätere Bundesfinanzminister Hans Eichel, zu Recht beklagte.

Leider wurde seine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig abgewiesen, aber ich hoffe, dass er seinen Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bringen wird. Irgendwo in Europa muss es doch einen Ort geben, wo noch anständiges Recht gesprochen wird.

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