SATIRE

Finanzminister Wolfgang Schäuble: Der Rauswurf Griechenlands aus dem Euro ist längst beschlossene Sache

Dr. Alexander von Paleske — 14.2. 2012 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Wolfgang Schäuble
Bundesfinanzminister
Im Regierungsviertel 5
Berlin

Guten Morgen Deutschland,

ich will an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, endlich der deutschen Volksgemeinschaft reinen Wein über unsere längst beschlossene zukünftige Strategie gegenüber der Schafskäserepublik Griechenland einzuschenken.

Eckpunkte aus meiner Sicht
Zunächst die Darstellung der wirtschaftlichen Eckpunkte aus meiner Sicht:

– Griechenland ist, wirtschaftlich gesehen, ein Land der Dritten Welt, gehörte deswegen noch nie in den Euro-Club

-es hat keinerlei nennenswerte Industrie

-der Tourismus, eine der Haupteinnahmequellen, liegt dank des ständigen Randalierens der unverschämt unzufriedenen Griechen mittlerweile am Boden

– Mit dem Schafskäseexport lässt sich kein Staat machen, genau so wenig wie mit den Fähren.


Mehr als bankrott

Mit anderen Worten: Griechenland ist mehr als bankrott, und kann nur mit den ständigen Geldspritzen über Wasser gehalten werden, deren Hauptzahler Deutschland ist.

Damit ist jetzt endgültig Schluss.


Wolfgang Schäuble …….Daumenschrauben fester, und dann raus mit diesem „Fass ohne Boden“ aus dem Euro. Screenshot: Dr. v. Paleske

Statt diesem Solidaritäts-Bla Bla werden wir Griechenland weiter ordentlich die Daumenschrauben anziehen, weitere Senkungen des Mindestlohns und drastische Mehrwertsteuererhöhungen verlangen, und so das Volk weiter gegen ihre „Ausverkaufspolitiker“ aufbringen, bis es schliesslich zu einer Art allgemeinen Volkszorns kommt, und Griechenland von selbst aus der Gemeinschaftswährung aussteigt, und das Euro-Handtuch wirft.

Allerdings bleiben von unseren drastischen Sparforderungen ausgeschlossen die seitens der Griechen mit unseren deutschen Waffenherstellern geschlossenen Verträge (Panzer, U-Boote) . Hier gilt vielmehr „pacta sunt servanda“ – Verträge müssen eingehalten werden, „Kanonen statt Butter“, komme was da wolle..

Damit sind wir das Problem Griechenland erst einmal los. Die sozialen Implikationen unseres Vorgehens interessieren uns Politiker dabei herzlich wenig, wir sind schliesslich keine Sozialarbeiter.
Das Wohlergehen unserer Banken ist für uns weit wichtiger.

Die weiteren Hilfen für Griechenland werden nur noch von meinem Kollegen Dirk Niebel vom Aussenhandels-Entwicklungshilfeministerium – nach gründlicher Wohlwollensüberprüfung – bereitgestellt.

Swap-Krise lösbar
Natürlich kommt es dann zur Swap-Krise, weil die Kreditausfallversicherungen für Griechenland-Bonds fällig gestellt werden, ähnlich seinerzeit bei der Pleite der Lehman-Bank, aber die werden wir in einer koordinierten Aktion auffangen, wobei die Gelddruckmaschinen der Europäischen Zentralbank eine ausserordentlich wichtige Rolle spielen werden.

Mein hervorragender und sehr kluger Kollege Rösler hat vollkommen Recht: „der Tag X verliert seinen Schrecken“

Gleichzeitig werden wir Erfahrungen sammeln, wie es wirtschaftlich und politisch läuft, wenn man finanziell fusskranke Länder aus dem Euro wirft.

Der nächste Kandidat, bei dem wir diese Erfahrungen zur Anwendung bringen können, wäre dann Portugal.

Natürlich geht jetzt das Geschrei in einigen Kreisen los, die Griechen hätten seinerzeit 1952 dem Internationalen Schuldenabkommen zugestimmt, das Deutschland damals half, nach dem 2. Weltkrieg wieder auf die Beine zu kommen (Stundung und Schuldenerlass).

Aber das ist 60 Jahre her und braucht uns deshalb überhaupt nicht mehr zu interessieren.

Im übrigen gehören deart moralisierende Erwägungen ohnehin nicht zum Rüstzeug eines gestandenen Christlichen Demokraten wie mir.

Forderungen verjährt
Auch das griechische Geschrei, Hitler-Deutschland habe seinerzeit Griechenland überfallen, viel Unheil angerichtet, Zwangsarbeiter nach Deutschland geschafft, von denen viele starben, ein Massaker in Distomo angerichtet, und sei deshalb zum Schadensausgleich in Multimilliarden-Euro-Höhe verpflichtet, ist total unbeachtlich, weil derartige Schadensersatzforderungen verjährt sind (Verjährungsfrist: 30 Jahre).
Im übrigen haben wir denen in den 60er Jahren schon einmal 105 Millionen DM (52 Millionen Euro) als Ausgleich gegeben, und uns eine Verzichtserklärung auf weitere Ansprüche unterschreiben lassen.

Es bleibt dabei, Griechenland fliegt raus aus dem Euro-Klub und kann Mitglied im Club der Dritten Welt werden.

Lassen Sie mich schliessen mit den Worten: Hoch lebe die Deutsch-Griechische Freundschaft!

Wolfgang Schäuble
Treusorgender Bundesfinanzminister

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