SATIRE

Österreichs Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser meldet sich wieder zu Wort

Dr. Alexander von Paleske — 21.4. 2012 —Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Karl Heinz Grasser
Ex- austrischer Finanzminister
Im Sumpfblütenweg 1
Wien
Österreich

Hallo Deutschland,

nachdem heute in der Springer-Zeitung „Die Welt“ ein extrem negativer Artikel über mich erschien:


„Teflon Grasser führt das Parlament an der Nase herum“

sehe ich es als meine Aufgabe an, nicht nur diesen hinterhältigen Lügen entgegenzutreten, sondern gleichzeitig einen Überblick zu geben, wie es um unsere geliebte Alpen –(Skandal-)Republik zur Zeit bestellt ist.


Das bin ich, der fesche Karl-Heinz: Opfer von Staatsanwaltschaft und austrischer Kampfpresse

Negativ und Positiv
Einerseits ausserordentlich negativ, denn was diese sogenannten Ermittler gerade gegen mich sich da zusammenphantasiert haben, das grenzt schon an Paranoia.

Wenn man denen glauben würde, dann wäre ich die meiste Zeit meiner überaus erfolgreichen Arbeit als Finanzminister nur damit beschäftigt gewesen, Schmiergelder klarzumachen, sie einzutreiben, und auf diversen Konten zu deponieren.

Geradezu lächerlich.

Negativ aber auch hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, denn die Justiz hat in ihrem Verfolgungswahn so viele Ermittlungsverfahren, eingeleitet, dass dadurch der normale Straf-Prozessbetrieb weitgehend lahmgelegt ist.

Mit anderen Worten: die eigentliche Aufgabe der Justiz nicht erfüllt wird: die kleinen Fische zu verfolgen, zu fangen, und hart zu bestrafen, die Grossen aber laufen zu lassen.

Kriminelles Gesindel nicht mehr verfolgt
So kann das kleinkriminelle Gesindel weiterhin seinen rechtswidrigen Geschäften nachgehen, während wir verantwortungsvolle Politiker unseren Terminkalender mit Vorladungen vor parlamentarischen Untersuchungssausschüsse und Staatsanwaltschaften füllen müssen.

Termine, bei denen wir uns mit all den Lügen auseinandersetzen müssen, die gerade auch von ehemaligen nutzlosen Mitarbeitern wie diesem Michael Ramprecht und der linken austrischen Kampfpresse in die Welt gesetzt wurden.

Negativ ausserdem noch insoweit, als diese lächerlichen, an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfe, dem Image unserer geliebten Alpen- (Skandal-)Republik schwer geschadet haben..

Gerechtigkeit durch fehlende Ressourcen
Andererseits sieht es aber auch ausserordentlich positiv aus, nicht nur für mich, sondern auch viele meiner persönlichen und politischen Freunde, denn in einer kurz zurückliegenden Besprechung der Strafverfolgungsbehörden wurde klar, dass die vorhandenen personellen und materiellen Ressourcen nicht ausreichen, um die – völlig aus der Luft gegriffenen – Korruptions- und Untreuevorwürfe bis zur Anklage voranzutreiben.

Hinzu kommt, dass noch etliche Verfahren aus den letzen 10 Jahren der Aufarbeitung harren (Auer von Welsbach; Libro; Constantia- Immofinanz, Hypo-Alpe Bank usw. usw.)

Ausschuss tagt
Seit Wochen tagt der sogenannte (Schein-)Korruptions-Untersuchungsausschuss des österreichischen Parlaments, um den völlig unbegründeten Vorwürfen nachzugehen, die hochanständigen Politiker seien käuflich gewesen.

Tatsächlich ging es aber (nach aussen jedenfalls) völlig ordnungsgemäss zu. In keinem Fall sind weder Bestechungsgelder an mich geflossen, noch liegen Fälle von Untreue vor.

Verdient haben allein meine lieben Freunde Peter Hochegger (dumm und gierig), Walter Meischberger und Ernst Karl Plech, für harte, aufopferungsvolle Lobbyarbeit. Das schliesst natürlich Geschenke im Rahmen einer solchen engen Freundschaft keineswegs aus.

Unberechtigte Vorwürfe
Auch Geldwäsche gab es für mich als treuen Staatsdiener nicht. Ich hatte und habe eine blütenweisse Weste an (meistens jedenfalls), und mir nichts zuschulden kommen lassen.

Das gilt gerade und insbesondere für die sog. „Schwiegermutter Affäre“, in die meine Schwiegermutter, Marina Giori-Lhota, aus dem Kristall- und Schmuckhaus Swarovski , hineingezogen wurde, die sich allerdings jetzt – vielleicht altersbedingt – offenbar nicht mehr so genau an die Einzelheiten erinnern kann.

Es handelte es sich in dieser Affäre keineswegs um mein eigenes Geld, sondern glasklar um das meiner Schwiegermutter, welches ich per Auto in der Schweiz von der Firma Ferint AG abholte, über die Grenze in die Heimat schaffte, und bei der Julius Meinl-Bank des Kaffee-Fünften einzahlte.

Was mich aber jetzt besonders empört: Diese Bank des Kaffee-Fünften ist mir in den Rücken gefallen, indem sie Anzeige. wegen Verdachts auf Geldwäsche im Zusammenhang mit der Bareinzahlung von 500.000 Euro durch mich, erstattete. Es war beileibe nicht die einzige fette Einzahlung.

Das Geld war jedoch längst gewaschen, ein erneuter Waschgang war deshalb weder erforderlich noch zweckmässig (weitere Details siehe hier).

Das gilt für den Terminal Tower in Linz, wo ich völlig uneigennützig dafür gesorgt habe, dass die Finanzbeamten einen schönen (teuren) Ausblick auf die Linzer Bahngleise haben, und bei Langeweile sich am Anblick der vorbeifahrenden Züge laben können.

Meine Freunde Meischberger und Hochegger erhielten von der Baufirma seinerzeit ein schönes Honorar in Höhe von 200.000 Euro, da sie mir erfolgreich den Umzug meiner Beamten in dieses wunderbare, aber ziemlich teure Gebäude, schmackhaft gemacht hatten.

Das gilt für die Buwog, wo ich für den Staat den höchstmöglichen Kaufpreis (minus 200 Millionen) durchgesetzt, und ausserdem die besten Berater mit der Lehman (Pleitebank) herangezogen hatte, die zwar erheblich teurer als die Mitbewerber der CA Immo waren, aber mindestens 100 mal mehr Erfahrung mitbrachten.

Mein Freund Karl-Heinz Muhr hatte mich mit diesen Spitzenleuten zusammengebracht, und für seine Überzeugungsarbeit 433.820 Euro rechtens verdient, auch wenn er nur mündliche Beratung machte und nichts Schriftliches vorlegte.

So wurde die Mär in die Welt gesetzt, ich hätte bei der Vergabe der Bundeswohnungen (Buwog), über die ich bereits früher an dieser Stelle berichtete, mitverdient, indem ich Hintergrundwissen an einen der Bieter, die Immofinanz, die später den Zuschlag bekam, gegen Bares in Millionenhöhe weitergegeben. (Details siehe hier).

Der Vorwurf ist schon deshalb lächerlich, weil ich mich nur im Voraus für harte Arbeit bezahlen lasse, aber nicht im Nachhinein.

Die angeblichen Bestechungsgelder sind erstens nicht geflossen, und zweitens nicht an mich, denn sie wurden ja erst nach dem Zuschlag entrichtet.

Was dieser ehemalige Mitarbeiter namens Ramprecht da vor dem Ausschuss erzählte, dass es sich um ein von mir inszeniertes abgekartetes Spiel gehandelt habe, ist nichts als eine Lüge, was sich schon daran zeigte, dass Ramprecht nach der Befragung durch die Parlamentarier kürzere Beine hatte und somit den Spruch bestätigte: Lügen haben kurze Beine.

Das gilt für die Telekom Austria, mit deren finanzieller Hilfe ich die KMU-Roadshow veranstalten konnte, der Auftrag zur Ausrichtung ging natürlich an Hochegger, während meine Freunde Hochegger und Meischberger bei einer Kursverbesserung (Kurspflege) geholfen haben, die wiederum den Telekom-Managern einen saftigen Bonus einbrachte . Sehr anständig.

Dass von 2000 bis 2010 bei der Firma Valora Unternehmensberatung AG in Wien, die meinem Freund Hochegger gehörte, angeblich 7,5, Millionen Euro von der Telekom Austria versickert sind – ohne erkennbare Gegenleistung – halte ich für eine dreiste Lüge der linken austrischen Kampfpresse.

Im übrigen war ich an dieser Firma gar nicht beteiligt. Und dass diese Firma schöne Geldbeträge an die Firma Valora Solutions weiterleitete, an der auch ich beteiligt war, hängt einfach damit zusammen, dass sich das unter befreundeten Firmen so gehört.

Auch an der Privatisierung der Post habe ich natürlich nichts verdient, sondern lediglich meine Freunde Hochegger und Meischberger, zusammen 350.000 Euro. Sollten die im Rahmen unserer Freundschaft mich mal beschenkt haben, woran ich mich aber gar nicht erinnern kann, dann wäre das ja wohl kaum strafbar.

Und das gilt natürlich auch für die Porr-Geschichte, den in die Hose gegangenen Novomatic Deal, und die Dorotheum-Privatisierung

Vorwürfe lächerlich
Auch die von der Staatsanwaltschaft eingeleiteten Ermittlungsverfahren wegen angeblicher Untreue gegen mich sind lächerlich.
Ich habe dem austrischen Staat als bis dato bester Finanzminister treu gedient.

Weil die Staatsanwaltschaft nichts gegen mich auf der Kralle hatte, haben sie dann meine Wohnung durchsucht, was ich als Hausfriedensbruch ansehe, und ebenfalls die Büros meines Steuerberaters Peter Haunold.

Bei mir fanden sie natürlich nichts, und die Durchsuchung bei meinem Steuerberater war ein Gesetzesbruch.

Dann versuchten diese Staatsanwälte auch noch, meine wohltätigen Stiftungen im Finanzparadies Liechtenstein unter die Lupe zu nehme, wo ich rund 9,28 Millionen Euro gebunkert, äh, ich meine investiert habe.

Zum Glück hatte die Kanzlei Marxer in Liechenstein keineswegs belastende Unterlagen vom Gericht abgeholt, und an meinen Berater, Heinrich Schwägler, weitergeleitet, sodass wir sehen konnten worauf sich diese Staatsanwälte stürzen wollten. Schliesslich hat das fürstliche Obergericht in Liechtenstein entschieden, dass die Akten ohnehin nicht an die austrischen Verfolger herausgegeben werden dürfen. Sehr erfreulich.

Nach einigen Wochen wurden dann die Akten wieder herausgerückt, äh, ich meine herausgegeben, worauf die austrische Kampfpresse tobte, hier seien belastende Urkunden beseitigt worden. Alles Quatsch.

Weil der Name Ferint durch die Pressehetze einen so schlechten Klang bekam, hat sie sich kurzerhand in Sovento umbenannt, und die Adresse geändert.

Stand meinen Mann und sagte Bescheid
Deutsche Volksgemeinschaft, ich habe aber gestern in dem Korruptionsausschuss bei meiner Befragung nicht nur meinen Mann gestanden sondern auch diesen Abgeordneten ordentlich Bescheid gesagt.

Weitere sehr erfolgreiche Geschäfte,die ich hier nicht alle aufzählen kann, sind hier nachzulesen.

So viel für heute

Servus

Karl-Heinz Grasser

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