SATIRE

Hamburger Bordellbesitzer schreibt an Constantin Film: „Stelle mein Bordell als Drehort für Verfilmung von Schossgebete zur Verfügung“

Dr. Alexander von Paleske — 31.10. 2012 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox

Otto Anschaffer
Grosse Freiheit 6 / Ecke Reeperbahn
St. Pauli
Hamburg

An
Constantin Film
Feilitzschstraße 6
D-80802 München

Betr: Verfilmung des Feuchtgebiete-Romans Schossgebete

Sehr geehrte Damen und Herren,

darf ich mich zunächst vorstellen: Mein Name ist Otto Anschaffer und ich besitze mehrere Etablissements in Hamburgs Rotlichtbezirk.

Mit grosser Freude las ich heute, dass die von Charlotte Roche fabrizierte literarische Kostbarkeit Stossgebiete, äh, ich meine Schossgebete verfilmt werden soll.

Ganz aus dem Häuschen
Ich bin ganz aus dem (Freuden-)Häuschen vor Begeisterung, zumal die Verfilmung des hochanspruchsvollen teilautobiographischen Romans der Heroldin des neuen (Cosmopolitan-like Schein-)Feminismus, Charlotte Roche, mit einer Starbesetzung aufwarten kann.


Charlotte Roche ….Heroldin des neuen (Schein-)Feminismus: „Frauen sind total masochistisch

Starbesetzung
Oliver Berben, Sohnemax von Iris Berben, soll wohl den Regisseur machen. Er wurde durch eine hochpositive Reportage in der ZEIT gerade einem grossen Publikum so richtig nahegebracht.

Und in den weiteren Hauptrollen dann die Spitzen-Stars und Grosschauspieler Lavinia Wilson, Jürgen Vogel und Juliane Köhler. Sie werden dafür sorgen, dass der Roman möglichst detail- und geräuschgetreu auf die Leinwand kommt.

Eigentlich hatte ich ja Charlotte Roche und ihren Ehemann, Martin Kess, in den Hauptrollen erwartet, aber so ist es zweifellos besser. Die Stimme von Frau Roche scheint mir einfach nicht ideal dafür zu sein.

Mein Anliegen
Nun zu meinem Anliegen: Ich würde Ihnen sehr gerne eines meiner Bordelle als Drehort zur Verfügung stellen. Ein nicht unerheblicher Teil des literarischen Jahrhundertwerks spielt sich ja im Bett und auch im Bordell ab. Was kann da besser sein, als ein Original?

Meine Damen würden sich kostenfrei als Komparsen anbieten.

Wir gehen nämlich davon aus, dass nach der Uraufführung des Films, also ab Oktober 2013, es zu einem wahren Ansturm auf die Bordelle kommen wird, insbesondere von Paaren mit Beziehungsschwierigkeiten, wie diese in dem Gesamtkunstwerk dargestellten, aber nicht nur.

Bitte teilen Sie mir alsbald mit, ob Sie mein grosszügiges Angebot annehmen können.

Auch wir möchten gerne an vorderster Front mitmachen, wenn es darum geht, einen neuen (Schein-)Feminismus zu etablieren, der uns neue Kundschaft zuspült.

Herzliche Grüsse von (Freuden-)Haus zu Haus.

Ganz ergebenst

Otto Anschaffer

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