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Nelson Mandela und seine Erben: Totenumbettung, Prozesse und Interviews einer Ex-Frau

Dr. Alexander von Paleske —- 3.7.2013 —– Südafrikas ehemaliger Präsident, Nelson Mandela, liegt im Krankenhaus in Pretoria und ringt mit dem Tode. Nach neuesten Berichten soll es ihm aber wieder etwas besser gehen. Genaue Details, ob er noch an der Beatmungsmaschine hängt, sind nicht bekannt.

Andere Prioritäten
Seine Nachkommen haben im Augenblick ganz andere Prioritäten: Kasse zu machen und sich gegenseitig zu bekämpfen.
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Das wohl makaberste Beispiel ist Mandelas ältester Enkel Mandla, der mittlerweile zum traditionellen Chief (Stammeshäuptling) in Mandelas Geburtsort Mvezo in der Transkei aufgestiegen ist.


Mandla Mandela … Chief mit grossen Plänen Screenshot: Dr. v. Paleske

Nelson Mandela hatte verfügt, dass er dort begraben werden will, wo auch seine verstorbenen Kinder Thembekile Makaziwe und Makgatho begraben sind – besser gesagt waren: in Qunu. Dort, wo Mandela aufwuchs, und wo er auch seinen Altersruhesitz errichten liess: Ein Haus, das exakt dem Grundriss des Hauses entspricht, wo er während der letzten Jahre seiner Inhaftierung im Victor Verster Gefängnis untergebracht war.

Seine verstorbenen Kinder waren in Qunu begraben worden – sie sind es jedoch nicht mehr. Sein ältester Enkel Mandla hatte sie vor zwei Jahren umgebettet – nach Mvezo, Mandelas Geburtsort.


Gräber der Kinder Mandelas – nach der Umbettung. Screenshot: Dr. v. Paleske

Der Hintergrund
Mandla hat grosse Pläne: er will den Tourismus, der nach dem Tod Nelson Mandelas dorthin erwartet werden kann, nach Mvezo lenken. Dort hat er bereits ein pompöses Mandela-Erinnerungsgebäude errichtet, ein Hotel ist in der Planung, das Geld soll richtig fliessen – in die Kasse Mandlas.


Bauvorhaben Mandlas in Mvezo —Touristenstrom umleiten
Screenshot: Dr. v. Paleske

Dazu muss aber auch Nelson Mandela eines Tages selbst in Mvezo bestattet werden. Also schaffte er kurzerhand die Gebeine und Grabsteine der bereits Verstorbenen nach Mvezo, und, so sein Kalkül, Nelson Mandela würde dann automatisch dort nach seinem Tode begraben werden.

Das stiess jedoch auf den Widerstand anderer Familienmitglieder.

Ein Gericht in Mthata, angerufen von Mandelas Tochter Makaziwe aus erster Ehe, ordnete nun die Rückumbettung der Gebeine an.


Tochter Makaziwe vor dem Gerichtsgebäude in Mthata
Screenshot: Dr. v. Paleske

Nicht besser
Aber in Sachen Erbschaft stehen die Nachkommen, insbesondere die bereits genannte Tochter Makaziwe und Zenani Madikizela-Mandela, Tochter aus der Ehe mit Winnie Mandela, dem Chief Mandla keineswegs nach.

Die beiden haben ein gieriges Auge auf das Vermögen der Nelson Mandela-Stiftung geworfen, die unter anderem von dem hochangesehenen Menschenrechtsanwalt George Bizos verwaltet wird. Bizos hatte Nelson Mandala schon im Hochverratsprozess von 1964 verteidigt, und wurde einer seiner engsten Freunde.

Bizos muss aus der Stiftung nach Auffassung der Töchter abberufen werden, weil er sich weigert, das Geld mit vollen Händen an die Mandela-Nachkommen zu verteilen. Also wird geklagt.

Winnies Versuch eines Comebacks
Die von ihm geschiedene Ex-Frau Nelson Mandelas, Winnie, die auch gerne an die materiellen und politischen Futtertröge zurück will, taucht derweil jeden Tag im Krankenhaus in Pretoria auf, wo ihr Ex-Mann mit dem Tode ringt, und gibt den reichlich vorhandenen internationalen Medienvertretern Interviews. Ganz so, als ob sie noch seine angetraute Frau sei.

Mandela, solange er es noch konnte, hatte seine Familie finanziell am kurzen Zügel geführt. Nepotismus (Vetterleswirtschaft) gab es für ihn ohnehin nicht.

Von seiner damaligen Ehefrau Winnie hatte er sich schweren Herzens getrennt, obgleich sie seine emotionale Stütze während der langen Gefängniszeit war.

Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis kamen die Morde im Zusammenhang mit dem Mandela- Football Club heraus, und seine Frau hatte eine Anklage wegen Beihilfe zur Tötung am Hals.

Dass sie sich emotional längst von ihm getrennt hatte, und ihre freien Stunden mit einem weit jüngeren Rechtsanwalt verbrachte, überzeugte Nelson Mandela schliesslich, einen Schlusstrich zu ziehen.

Nun glauben einige seiner Nachkommen und seine Ex-Frau, endlich freie Bahn zu haben. Dass sie damit auch das Bild der Familie des Jahrhundert-Staatsmannes beschädigen, scheint ihnen völlig gleichgültig zu sein.

Aber sie liegen damit voll im Trend der schamlosen Bereicherung führender südafrikanischer ANC-Funktionäre, über die wir bereits berichtet haben.

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