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Der SPIEGEL: Vom Aufdecker zum Abdecker?

Dr. Alexander von Paleske —- 26.8. 2013 —
Seit geraumer Zeit ist der SPIEGEL, einstmals von seinem Gründer und Herausgeber Rudolf Augstein als das „Sturmgeschütz der Demokratie“, bezeichnet, der jahrzehntelang aufdeckte, was andere gerne zudecken wollten, stark mit sich selbst beschäftigt.

Nachdem der Lifestyle unter dem seinerzeitigen Chefredakteur, dem „Kampfzwerg“ Stefan Aust, triumphierte, der investigative Journalismus verkümmerte, und seitdem eher bei der Süddeutschen Zeitung zu finden ist, liefert der SPIEGEL mit seinen Personalentscheidungen weiter Schlagzeilen – unerfreuliche versteht sich, selbstgedrehte Scoops sozusagen.

Erst waren es die Auseinandersetzungen um Stefan Aust, dann um das uneinige Gespann Blumencron / Mascolo, die in einer Art Nacht- und Nebelaktion wegen anhaltender Querelen schliesslich rausgeworfen wurden.

Wolfgang Büchners Wahl für den Vize
Nun hat deren Nachfolger, Wolfgang Büchner, mit der Wahl seines Stellvertreters – spöttisch so zu umschreiben – die BILD-Zeitung, Deutschlands führendes „Revolverblättchen“ beim SPIEGEL einquartiert: Mit der Ernennung des stellvertretenden BILD-Chefredakteurs Nikolaus Blome.


Wolfgang Büchner …….BILD einquartiert

Rudolf Augstein bemerkte einst über die BILD-Zeitung, als diese noch eine 5-Millionen-Auflage hatte:

„Eine Zeitung, die von 5 Millionen Deutschen gelesen wird, muss widerwärtig sein“.

Da das Gedruckte der BILD ja nicht vom Teufel höchstpersönlich angefertigt wird, sondern diese „Widerwärtigkeiten“ von leibhaftigen Journalisten zusammengeschrieben werden, oftmals nach der Devise:

Forget the facts, push the story,

gehört zu dieser „Pusherei“ natürlich auch, die journalistische Ethik – nicht nur gelegentlich – voll über Bord zu werfen.

Zweifel angesagt
Zweifel bestehen, ob derartige Widerwärtigkeiten abfassende „Qualitätsjournalisten“ dieses Hetz- Kampf– und Revolverblättchens die Stelle eines stellvertretenden Chefredakteurs beim SPIEGEL übernehmen sollten, um nicht nur Ruhe beim SPIEGEL einkehren zu lassen, sondern dieses Nachrichtenmagazin zu den alten investigativen Glanzzeiten auch nur ansatzweise zurückzulotsen.


Nikolaus Blome …….vom Revolverblättchen zum SPIEGEL.

Dass sich mit der Wahl Nikolaus Blomes unter diesen Umstanden bei den Mitarbeitern des SPIEGEL Unruhe breitmachte, ist nur allzu verständlich
.
Offenbar hegen die Befürworter Blomes, zu denen auch der Augstein-Sohn Jakob gehört – nicht aber dessen Schwester Franziska – die Hoffnung, er könne nicht nur BILD- Stories pushen, sondern auch die fallende Auflage des SPIEGEL, und zwar nach oben, egal wie, entsprechend dem Motto: Die Auflage ist alles, der Inhalt nichts.

Böses Omen
Schon der Umzug des SPIEGEL in sein neues Domizil in der Hamburger Hafen-City, wir nannten dieses Monstrum Palazzo Prozzi, liess nicht viel Gutes ahnen. Die jetzigen Personalquerelen bestätigen das nur.


„Palazzo Prozzi“, das neue SPIEGEL Domizil in der Hafencity

Zur Revitalisierung des Magazins gehört gewiss kein Verlagspalast, und schon gar nicht selbst fabrizierte hauseigene Scoops.

Die alle Printmedien erfassende Absatz- und Anzeigenkrise, geht auch am SPIEGEL nicht vorbei, sie verlangt innovative Lösungen.

Bereits für SPIEGEL-Gründer und jahrzehntelangen Herausgeber Rudolf Augstein stellte sich seinerzeit die Herausforderung, Anzeigenkunden zu ködern ohne deshalb den Anspruch des Magazins zu verraten. Ein Balanceakt.

Den Nachfolgern gelingt offenbar weder dies, noch die Attraktivität des Printmediums für die Käufer sicherzustellen.

Die Berufung des Nikolaus Blome liegt insoweit allerdings voll im Trend – im negativen Trend versteht sich.

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