SATIRE

Karstadt-Filialen Einkäufer und Signa-Gründer René Benko: „Deutsche und Karstädter, Ihr dürft Euch auf mich freuen“

Dr. Alexander von Paleske — 25.11. 2013 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

René Benko
Grossinvestor
Kapitalgasse 1
Wien
Austrische Skandalrepublik

Guten Morgen Deutschland, guten Morgen liebe Karstädter,

mein Name ist René Benko, von Beruf Kaufmann, zwar nicht erlernt aber ständig ausgeübt. Genauer gesagt: Immobilien-Kaufmann und Grossinvestor. Nur Böswillige nennen mich einen Immobilien-Hai.

Ich bin die gelebte Saga „vom Tellerwäscher zum Milliardär“, oder, wie wir in Wien sagen würden: Vom Kaffeehaus-Ober zum Kaffeehaus-Mogul. In Wien bin ich bereits der grösste Immobilien- Investor in der Innenstadt.

Start in den 90ern
Der Held meiner Jugend war Dagobert Duck
Mit 18 Jahren fing ich ganz bescheiden an, einem Freund zu helfen, der in Tirol Dachböden ausbaute. Ich war sofort vom Geschäftemachen fasziniert, entschied mich für die Branche – und gegen einen Schulabschluss. Ich hatte sozusagen „Blut geleckt“.

Ich startete dann in den 90er Jahren, sozusagen aus dem Nichts, mit einer Zwei-Mann-Firma genannt Imofina, und und bin mittlerweile dank harter Arbeit steinreich.


Das bin ich: Jungdynamiker und Milliardär René Benko

Mein Geschäftsmodell besteht darin, reichen Herrschaften, die nicht wissen wo sie ihre Millionen und Milliarden abladen sollen, einen Ausweg aus dieser „Notlage“ anzubieten: Mich und meine Investitionen.

5,5 Milliarden Konzern
Seit 1999 habe ich einen Immobilienkonzern namens Signa geschaffen, der heute auf ein Portfolio von 5,5 Milliarden Euro verweisen kann.

Im Jahre 2000 traf ich Karl Kovarik, den Erben des Stroh-Tankstellenimperiums. Der hatte viel Geld auf der Kralle, aber wusste nicht wohin damit. Da konnte ich helfen. Mit dessen Kapitaleinsatz errichtete ich in der austrischen Skandalrepublik Ärzte-Zentren, absolut vorausschauend, denn ich ahnte, dass alsbald medizinische Versorgung in geballter Form gefragt sein würde: Dutzendfach, alles unter einem Dach.

Spürnase nach Berlin
Meine Spürnase führte mich auch nach Berlin, wo meine Immofina gleich mal 35 Zinshäuser einsackte, zu damals noch sehr günstigen Preisen.

Ich ahnte nun, dass mein Immobilienflug mich in noch grössere Höhen führen könnte, wenn ich weitere Gross-Milliardäre an Land ziehen könnte, dazu noch ein paar Netzwerker aus dem austrischen Polit-Filz, und der deutschen Wirtschaft – notfalls auch abgehalfterte.

Ein griechischer Milliardär namens Economou
Als Milliardär, der in seinem Land weder in Schafkäse noch in Olivenöle investieren wollte, und die Staatspleite voraussah, lief mir der griechische Reeder George Economou über den Weg. Ein ganz hervorragender Economist, wie sein Name schon sagt.


George Economou Screenshot: Dr. v. Paleske

Ex Mister Porsche
Als hochkompetenten Netzwerker aus der deutschen Wirtschaft angelte ich mir diesen Wendelin Wiedeking, der bei Porsche rausgeflogen war, weil er nicht mehr nach der Pfeife des VW-Audi-Piëch tanzen wollte, und sich beim Versuch, die Volkswagen AG zu übernehmen, etwas verhoben hatte.


Wendelin WiedekingScreenshot: Dr. v. Paleske

Nun ist die verfolgungsgeile Staatsanwaltschaft Stuttgart ihm auf den Fersen, aber das stört mich weiter nicht.

Selbst angeblich ein wenig kriminell
Ich selbst bin ja auch – unschuldig – verurteilt worden, also vorbestraft, aber die Sache ist noch nicht rechtskräftig, weil ich Rechtsmittel eingelegt habe: Ich soll seinerzeit versucht haben, dem Ex-Premier Kroatiens, dem hochanständigen Ivo Sanader, dem Medien-Idioten auch noch einen Journalistenmord und habituelle Bestechlichkeit anhängen wollen, ein paar Euro über die Theke zu schieben, um meine Firma Signa – mit seiner Hilfe und seinen Kontakten – aus einer steuerlichen Klemme in Italien zu befreien. Natürlich alles erstunken und erlogen.

Aus dem austrischen Polit-Filz frisch an denTisch
Als Netzwerker aus dem politischen Filz der skandalgeschüttelten Alpenrepublik habe ich den Ex-SPD Kanzler Alfred Gusenbauer engagiert, den widerliche Lästermäuler auch Alfredo Gruselbauer nennen.


Alfred Gusenbauer

Der war ja einst bibelfester, äh, ich meine Marx-fester Kommunist, trug Mao-Anzüge, klopfte linksradikale Sprüche, und küsste auch den Boden nach seiner Ankunft im sogenannten „Vaterland der Werktätigen“, der UdSSR.

Aber der hat sich dann zu einem hochkompetenten Staatsmann und Rotweinliebhaber, Marke Barolo, gemausert, der sich auch nicht scheute, den faulen austrischen Parlamentariern die Leviten zu lesen.

Originalton Gusenbauer:

„Nur ein Drittel werde seinem Leistungsprinzip gerecht, ein Drittel sei zu vergessen und ein Drittel resozialisierbar.“

Wir bildeten ziusammen ein hochschlagkräftiges Investoren-Quartett, das vergangenes Jahr das Kaufhaus des Westens (KaDeWe ) in Berlin sich geschnappt hat, für lächerliche 500 Millionen Euro, und 16 weitere noch dazu.

Die gehörten zuvor einer Investorengruppe namens Highstreet, an der auch die Deutsche Bank-Tochter REEF beteiligt ist. Diese Highstreet wiederum hatte sie seinerzeit von Karstadt-Quelle (Arcandor) erworben, ein Deal, der jetzt zu einem Gerichtsprozess in Köln mit der Schickedanz-Erbin geführt hat.

Weiteren Milliardär geangelt
Mittlerweile haben wir es geschafft, einen weiteren Milliardär an Land zu ziehen: den Beny Steinmetz aus Israel. Geschätztes Vermögen: 1,7 Milliarden Euro.

Der machte bisher in Diamanten, und wusste nicht mehr wohin mit seinem vielen Geld, bis er auf uns stiess.

Mit Steinmetz im Boot übernehmen wir 75,1 Prozent des operativen Geschäfts der Karstadt Premium-Group, und 75,1 Prozent des Karstadt-Sports-Geschäfts .

Natürlich wollen wir keine Karstädter werden, wie dieser Nicolas Berggruen, der sich völlig an Karstadt verhoben hat. Diesen Warenverkauf sollen andere machen, denen wir Verkaufsflächen zum Kauf oder zur Pacht anbieten.

Wir filetieren
Wir filetieren sozusagen, teilen auf, schaffen durch Aufteilung neue (Schein-)Werte. So läuft für uns der Hase

Kein Grund für Sorgen
Jetzt behauptet die Presse, das Personal bei Karstadt mache sich Sorgen. Alles Unfug. Mit den Werten, die wir schaffen, werden ja auch gleichzeitig neue Arbeitsplätze geschaffen. Dass die möglicherweise nicht mehr karstadtmässig entlohnt werden ist ein Kollaterialschaden, der hinzunehmen ist.

Immer mehr reiche Mitbürger kommen zu uns, um uns ihr Geld anzudienen. Fabelhaft.

Deutschland, wir werden bald die Immobilien-Könige der Innenstädte sein.

Gute Nacht Deutschland

René Benko

Stellvertretend auch für das Immobilienquintett

Benko, Economou, Wiedeking, Gusenbauer, Steinmetz

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Zu Ivo Sanader
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