SATIRE

Ex Klepto-Oligarch Michail Chodorkowski schreibt an Bild-Spitzenjournalist Franz Josef Post von Wagner

Dr. Alexander von Paleske — 23.12. 2013 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox

Michail Chodorkowski
z.Zt. Hotel Adlon
Unter den Linden 1
Berlin

An
Herrn
Spitzen- und Qualitätsjournalist Franz Josef Post von Wagner
c/o BILD-Zeitung
Axel Spinger Haus
Axel Springer Gedächtnisplatz 1
Hamburg 36

Hochverehrter Gospodin Franz Josef Post von Wagner,

ganz, ganz herzlichen Dank für Ihre hervorragende und tiefschürfende Kolumne in der BILD gestern.
Völlig zutreffend haben Sie herausgestellt, dass ich 10 Jahre hinter Gittern sitzen musste, weil Putin Angst vor mir hatte. Erst nach 10 Jahren hatte sich dessen Angstgefühl gelegt, so dass er mich aus dem Knast entlassen konnte.


Spitzen- Qualitätsjournalist Franz Josef Post von Wagner

Grund für Putins Angstzustände
Er hatte ja seinerzeit auch allen Grund zur Angst, denn, wie ich seinerzeit sagte, konnte ich mit meinem Geld mir jederzeit parlamentarische Mehrheiten beschaffen, und diesen Putin wollte ich so bald wie möglich loswerden.

Wie man Mehrheiten beschafft, dass hatte ich zusammen mit meinen Towarischtsch-Klepto-Oligarch-Freunden

Roman Abramowitsch,

Boris Beresovski,

Alexander Lebedew & Co

in den anfangs schier aussichtslosen Wahlkämpfen für unseren geliebten Freund Boris (Jelzin) unter Einsatz unseres Geldes immer wieder gezeigt.


Oligarch trifft Staatstrunkenbold – Beresovski (l) bei Jelzin (r). Screenshot: Dr. v. Paleske.

Diese Mehrheitsbeschaffung für Boris geschah natürlich auch aus dem Gefühl der Dankbarkeit heraus, weil wir ja unsere ungehinderten Milliarden-„Raubzüge“ mit Plünderung der Reichtümer Russlands, unserem Boris (Jelzin) verdankten.

Wodkamässig gut abgefüllt
Der war ja wodkamässig häufig gut abgefüllt, und wenn der so richtig voll war, dann legten wir ihm die Plünderungsverträge zur Unterschrift vor.

Nicht mit Putin
Mit Putin wollte das einfach nicht mehr so richtig laufen, der war sperrig, und forderte sogar einige der nunmehr uns gehörenden Reichtümer in unverschämter Weise zurück.

Da ist mir schliesslich der Kragen geplatzt und ich habe ihm den Fehdehandschuh hingeworfen, so wie auch der mittlerweile verstorbene Beresovski.

Das ist uns – und unserem Milliardenvermögen – leider ziemlich schlecht bekommen, obgleich ich ja mehrere Parteien einschliesslich der Kommunisten mit Millionenbeträgen alimentiert hatte, vorausgesetzt: Auch sie wollten Wladimir loswerden.

Nicht kleinzukriegen
Aber Wladimir war einfach nicht kleinzukriegen, stattdessen musste ich zehn Jahre im Knast schmoren, bis schliesslich dieser Ex Aussenminister Genscher den Putin überzeugen konnte, dass ich mittlerweile völlig harmlos bin.

Nun habe ich auf einer Pressekonferenz den Putin geschont. Nicht weil sich meine Einstellung gegenüber diesem Politiker geändert hätte, sondern weil ich wenigstens einen Teil meiner Klepto-oligarchisch erworbenen Reichtümer zurück haben will.

Zwar habe ich einige Millionen vor meiner Verhaftung ins Ausland schaffen können, aber das ist gar nichts verglichen mit den Milliarden des Abramovitsch.

Gerne würde ich mir auch einen Fussballclub kaufen, wie es Abramowitsch mit dem FC Chelsea gemacht hat, oder eine britische Tageszeitung wie dieser Lebedew. Und natürlich auch gerne wieder in einem mir gehörenden Privatjet in der Welt herumreisen, um in Vorträgen über Demokratie mich zu verbreitern, und meine klepto-oligarchische Vergangenheit vergessen zu machen.

Insbesondere wie ich damals mithalf, die Weltbank-Milliarden – für die agrarische Entwicklung Russlands bereitgestellt und überwiesen – wie die Donau versickern zu lassen, bis sie in der Schweiz und Zypern auf Privatkonten des Jelzin-Clans wieder auftauchten.

Insofern ist Ihr Vergleich, Gospodin Franz Josef Post von Wagner, mit dem Grafen von Monte Christo gutgemeint, aber ziemlich schief.

Eher bin ich die russische Variante des Räubers Hotzenplotz.

Ich rufe Ihnen ein ganz herzliches „Na sdarowje“ zu.

Empfehlungen bitte auch an Ihren Chef, Kai Diekmann, und an die Eigentümerin Elfriede Schalom.

Bis zum nächsten Mal sage ich: „do swidanja“.

Michail Chodorkowski
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