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Wird die BILD-Zeitung zur Journalistenschmiede? – Noch ein BILD-Mann zum SPIEGEL

Dr. Alexander von Paleske 5.9. 2014 —- Offenbar geht an der BILD als „Trainingsanstalt“ für Journalisten, die nach Höherem streben, mittlerweile kein Weg mehr vorbei. Das könnte man jedenfalls meinen, angesichts der neuesten Berufung eines BILD-Mannes in den Hamburger SPIEGEL– Stab.

Nach Blome nun Beeck
Am 1. Dezember soll der BILD– Redakteur Torsten Beeck zum SPIEGEL kommen. Nicht etwa als Praktikant oder gewöhnlicher Redakteur z.b.V, sondern gleich auf einen der leitenden Posten. Er soll dort das Resort „Soziale Medien“ übernehmen.

Seine Aufgabe soll es nach Medienberichten sein, dem Volk aufs Tweet zu schauen, und den SPIEGEL in den sozialen Netzwerken im Gespräch halten. Eine Aufgabe, die er in dem „Drecksblatt“ BILD (SZ-Journalist Hans Leyendecker über BILD) angeblich schon bisher hervorragend ausgeübt hat.


Torsten Beeck ………vom „Drecksblatt“ zum Spiegel

In Meedia heisst es dazu:

Der 36-Jährige ist überzeugt, dass in der Vernetzung von Print und Online die Zukunft des Journalismus liegt. Dabei würden, so Beeck, Themen nicht mehr allein von Redakteuren gesetzt, sondern entstünden gleichfalls im Netz. Social Media würden in diesem Zusammenhang auch zum Recherche-Tool. Nachrichten aus der Community würden von Redakteuren geprüft, angereichert, aufbereitet und weiterverbreitet. Dass die neuen Medien dem Qualitätsjournalismus schaden, glaubt Beeck nicht. Er sieht für Medienhäuser und professionelle Journalisten eher eine Chance, durch die Verbreitung ihrer Artikel in den Communities an Bekanntheit zu gewinnen

Beeck hatte seine Schreiber-Sporen sich bei der Computer-BILD erworben, eine Zeitschrift aus dem Hause Springer, die auflagenmässig auch schon bessere Tage gesehen hat .
Nach seinem Aufstieg in den Olymp der Massenblätter (Ex SPIEGEL Herausgeber Rudolf Augstein: Eine Zeitung wie BILD, die von 5 Millionen Deutschen gelesen wird muss widerwärtig sein) steuerte Beeck dort den Online-Auftritt von BILD und die Präsenz in den sozialen Medien.
Ebenso „schnüffelte“ er aus, was derzeit in den sozialen Medien an Themen angesagt ist, um es dann bei BILD aufzugreifen, und gross rauszubringen.

Beeck ist der zweite Mann, der von dieser „Fehlgeburt des Journalismus“ in die heiligen journalistischen SPIEGEL-Hallen des Palazzo Prozzi in der Hamburger Hafencity überwechselt, nach dem BILD-Mann Nikolaus Blome, dessen Ankunft beim SPIEGEL – auf Veranlassung des neuen Chefredakteurs Büchner – seinerzeit schon einen ziemlichen Proteststurm unter den Redakteuren ausgelöst hatte, der nur dadurch teilweise gemindert wurde, dass Blome in die Berliner Hauptstadtredaktion gelotst wurde – vorläufig jedenfalls.

Nicht lange gefackelt

Der nächste Aufstand der SPIEGEL-Redakteure richtete sich indirekt auch gegen Büchner, und liegt gerade einmal zwei Wochen zurück – er scheiterte.

Büchner fackelte nach seinem „Sieg“ nicht lange und rief nach Beeck. Damit könnte er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: zum einen sein Projekt „SPIEGEL 3.0“ mit Beeck umsetzen. Ein Projekt, das Online und Print enger verzahnen soll. Von einer Verbesserung des Online-Auftritts ist allerdings keine Rede. Dort hatte sich über das kommentarlose und offenbar willkürliche Zensurgehabe in den Diskussionsräumen schon allerlei Unmut breitgemacht.

Und zweitens könnte Büchner den Redakteuren mit ihrer „BILD-Journalisten-Allergie“ eins auswischen und demonstrieren, wer hier Herr im Hause ist. Denn dass die erneute Berufung eines BILD-Mannes Freude bei der Redaktion auslöst, davon kann wohl kaum ausgegangen werden.

Dieses SPIEGEL-Projekt 3.0 hat wohl vor allem die Auflagensteigerung im Visier, und dürfte kaum geeignet sein, an die investigativen Glanzzeiten des SPIEGEL anzuknüpfen.

Aus SPIEGEL 3.0 könnte alsbald der SPIEGEL 0:3 werden: drei Eigentore mit Blome, Büchner und nun Beeck.

Armer SPIEGEL

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