Israel

Israels Premier nach den Morden in Paris und Kopenhagen: „Kommet in das Gelobte Land, wir werden Platz schaffen“

Dr. Alexander von Paleske —– 17.2. 2015 —–
Am 28.9. 1973, zur Regierungszeit des österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky, wurde der Chopin- Express von Moskau nach Wien überfallen und 4 Geiseln genommen, drei davon jüdische Auswanderer.

Damals hatte, bedingt durch Ausreiseerleichterungen, eine grosse Zahl von jüdischen Bürgern die damalige Sowjetunion verlassen, um nach Israel auszuwandern. Auf dem Wege nach Israel kamen sie nach Österreich in ein Durchgangslager in Bad Schönau.
Die Geiselnehmer verlangten von der österreichischen Regierung das Durchgangslager Schönau zu schliessen.

Den palästinensischen Geiselnehmern ging es darum, weitere Massen-Einwanderungen nach Israel zu verhindern, weil dadurch gleichzeitig die Möglichkeit der palästinensischen Flüchtlinge, in die Heimat zurückzukehren, zunichte gemacht würde.

Kreisky erfüllt Forderungen – Israel schäumt
Bundeskanzler Kreisky kam den Forderungen nach, sehr zum Ärger der Regierung in Jerusalem unter Golda Meir. Ein Aufschrei der Empörung kam aus Israel.

Kreisky war selbst Jude, sozialdemokratischer Jude und Österreicher , dem es nicht im Traume eingefallen wäre, nach Israel auszuwandern oder Israel als seine eigentliche Heimat anzusehen.

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Zeitenwechsel
Nach den Morden in Paris lud sich der israelische Premier Netanyahu zu den Trauerfeierlichkeiten selbst ein, er stand nicht auf der Einladungsliste der französischen Regierung. Aus guten Gründen: Netanyahu nutzte, wie befürchtet, die Gelegenheit um erneut Israel als die einzig sichere Heimat für Juden in aller Welt anzupreisen.

Nach den Morden in Kopenhagen am vergangenen Wochenende erneuerte er dies mit den Worten:

To the Jews in Europe and to the Jews of the World, I say, that Israel is waiting for you with open arms

Und weiter:

Israel is your home and we are preparing and calling for the absorption of mass immigration from Europe.


Netanyahu und seine BotschaftScreenshot: Dr. v. Paleske

Keine leeren Worte
Das sind keineswegs leere Worte: Netanyahu ist eifrig dabei, die Voraussetzungen für die Aufnahme zu schaffen: Durch immer neue jüdische Siedlungen mittels Landwegnahme im besetzten Westjordanland und in Ost-Jerusalem.

Dass diese Massenimmigration von den Palästinensern nicht begrüsst wird, sondern auf Empörung stösst, dass diese Einwanderer sich dort nicht auf herrenlosem Land niederlassen, dass dort mit Gaza eine Art latenter Kriegszustand herrscht, all das findet sich natürlich in Netanyahus Rede nicht.

Wie sich die radikalen Siedler im Westjordanland die „Endlösung des Palästinenserproblems“ vorstellen, das findet sich als Graffiti : „Tod den Arabern“, die als „Sand-Nigger“ bezeichnet werden, „In die Gaskammer mit ihnen“

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Besetzte Westbank – An Häuserwände gesprühte Siedlerparolen. Screenshots: Dr. v. Paleske


Platz schaffen durch Vertreibung

Wenn Netanyahu das natürlich nicht in dieser Deutlichkeit sagt, so ist die Politik, die er betreibt, völlig klar:
Palästinensern, die seit Jahrhunderten dort leben – Israelis neuerdings erst seit weniger als Hundert Jahren – wird das Heimatrecht streitig gemacht. Platz soll geschaffen werden für Juden aus aller Welt. Die Palästinenser sollen in enge Homelands gepfercht werden – Apartheid Südafrika lässt grüssen – und letztlich durch Abschnürung zur Auswanderung ermuntert werden. Israel und die besetzten Gebiete sollen langfristig „palästinenserfrei“ werden.

Die IS-Terroristen mit ihren Attacken auf jüdische Bürger und Einrichtungen in Europa spielen – anders noch als die Palästinenser im Jahre 1973 – Netanyahu die Bälle zu, indem sie die Auswanderung nach Israel fördern.

Netanyahu unterschlägt geflissentlich, dass sich der Hass der faschistischen IS-Banden und ihrer Gesinnungsgenossen in Europa nicht weniger auch gegen Christen richtet, nicht nur gegen Juden. Der brutale Mord an den Kopten in Libyen, und vorher an den Jesiden im Irak, spricht eine deutliche Sprache.

Welche Empfehlung hat Netanyahu denn für diese verfolgten Christen brereit? Vielleicht einen neuen Staat für verfolgte Christen irgendwo in Afrika unter Vertreibung der dortigen Bevölkerung?

2 Gedanken zu “Israels Premier nach den Morden in Paris und Kopenhagen: „Kommet in das Gelobte Land, wir werden Platz schaffen“

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