syrien

Flüchtlingslawine und westliche Chaospolitiker

Dr. Alexander von Paleske —— 19.9.2015 ——
„Wir schaffen das“ – Worte von Kanzlerin Angela Merkel, die noch lange nachhallen werden.

Fehlen jeglicher Planung
Mittlerweile stellt sich mit aller Deutlichkeit heraus, dass es an jeglicher Planung fehlte und fehlt, die Flüchtlinge durch die Balkanländer zu schleusen, die ja nur Transitländer sind.


Flüchtlinge auf dem Weg nach Deutschland – vorerst gestrandet

Fast alle wollen ja nach Deutschland. Dabei war angesichts der in Griechenland angekommenen Flüchtlinge und Migranten völlig klar, mit welchen Zahlen gerechnet werden musste. Dazu brauchte es nicht einmal besonderer Kenntnisse und Fertigkeiten, wohl aber Absprachen mit der griechischen Regierung.

Nunmehr werden die Flüchtlinge, das „Strandgut“ des vom Westen tüchtig angeheizten Krieges in Syrien, zwischen den Balkanländern und Ungarn hin- und hergeschoben.
Gleichzeitig verschärfen sich die Spannungen zwischen Ungarn, Kroatien, Slowenien und Serbien. Alte Konflikte und Animositäten aus den Balkankriegen in den 90er Jahren kehren zurück.

Hoffnungen von Chaos-Politikern
Offenbar hoffen Chaos-Politiker in Berlin: solange die Migranten und Flüchtlinge hin- und hergeschoben werden, sie noch nicht in Massen in Deutschland eintreffen – statt in Zusammenarbeit mit den Balkanländern und Ungarn für einen reibungslosen Transport nach Deutschland zu sorgen. Denn kommen werden sie letzten Endes ja doch.

Wer immer von den diversen Nachrichtenagenturen angesprochen wird, gibt als Zielland Deutschland an. Die Phantastereien von der „Verteilung auf andere Länder Europas“, die sogenannte Quotenregelung , da braucht man kein Prophet zu sein, wird nicht funktionieren. Endstation ist und bleibt weitgehend Deutschland.

Elend ignoriert
Das ist nun keine Überraschung, nachdem Angela Merkel ihre „herzliche Einladung“ ausgesprochen hat.
Mittlerweile sind mehr als die Hälfte der Flüchtlinge, soweit sie aus Syrien kommen, in der Tat Migranten, also bereits in der Türkei, Jordanien, oder dem Libanon zuvor in Flüchtlingslagern untergekommen.

Das Elend dieser Flüchtlinge wurde jedoch von Europas Regierungen weitgehend ignoriert, stattdessen noch mehr Öl ins Feuer des Syrienkrieges gegossen – nicht aber das getan, was sich erst jetzt unter dem Druck der drohenden Übernahme Syriens durch die Religionsfaschisten des IS und al-Nusra anbahnt: Eine Absprache mit Russland, das seine militärische Präsenz in Syrien nun massiv ausbaut und wohl auch Bodentruppen dorthin schicken will.

Geordnete Migration verschlafen
Eine geordnete Migration hat die Bundesregierung verschlafen. Sie hätte so aussehen können, dass einerseits die Flüchtlinge aus Syrien mit westlicher Hilfe in der Türkei besser untergebracht würden, andererseits dort an Ort und Stelle Migrationsbüros hätten eröffnet werden können, die eine sichere Migration – wenn gerechtfertigt – nach Deutschland sicherstellen können.
Alles Schnee von gestern.

Aber bei dem Ansturm der Flüchtlinge auf der Balkanroute hätte die Bundesregierung wenigstens gut daran getan, für eine rasche Weiterfahrt in Absprache mit den Transitländern zu sorgen.

Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Erst wurde Ungarn angegriffen, weil es seine Grenzen dichtmachte. Mittlerweile haben Slowenien und Kroatien ebenfalls zu diesem Mittel gegriffen.

Die Bundesregierung wurde bereits im Frühjahr vor der anrollenden Flüchtlings- und Migrantenlawine gewarnt – und unternahm nichts.

Probleme beginnen erst
Wenn die Flüchtlinge in Deutschland schliesslich ankommen, gehen die Probleme erst richtig los, die Probleme der menschenwürdigen Unterbringung, und dann der Integration.

Das Verteilen von Teddybären, Getränken und Windeln an den Bahnhöfen ist ermutigend, die Konflikte und die falschen Erwartungen der Flüchtlinge und Migranten werden in den folgenden Monaten und Jahren jedoch mit voller Schärfe ausbrechen, wenn die Chaospolitik nicht ein alsbaldiges Ende findet.

Die Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten (Alawiten) werden durch den Umzug nach Deutschland nicht aufgehoben, und die falschen Vorstellungen der Flüchtlinge und Migranten werden sich, angesichts der Realitäten in Deutschland, alsbald in Luft auflösen, und der Frustration mit möglichen Gewaltausbrüchen Platz machen. Ganz besonders noch – wenn in der Türkei bereits in Sicherheit – das Leben riskiert wurde, um das vielversprechende Europa zu erreichen, nur um festzustellen, dass auch Deutschland für viele Migranten zwar Sicherheit, aber keineswegs die erträumte Zukunft bieten kann.

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