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Vor 40 Jahren: Der Schüleraufstand in Soweto/Johannesburg (Südafrika)

Dr. Alexander von Paleske —– 16.6-2016 ——— Am 16. Juni 1976 in Soweto, dem schwarzen South West Township in Johannesburg: Schüler von der Morris Isaacson High School marschierten in einem friedlichen Demonstrationszug. Ziel: die High School in Orlando West, und von dort in das Orlando Fussballstadion zu einer Kundgebung gegen das verhasste Apartheidregime sich zu versammeln, das verfügt hatte, die Sprache der Apartheid, Afrikaans, in jeder zweiten schwarzen Schule zum Pflichtfach zu machen.


16.6. 1976 in Soweto

Sofort scharf geschossen
Drei Wochen lang hatten sie andere schwarze High Schools besucht, und dort zur gemeinsamen Kundgebung mobilisiert.

Weit kam er Demonstrationszug nicht, dann wurde er von weisser Polizei aufgehalten. Nachdem die Demonstranten die Aufforderung der Polizei, sich zu zerstreuen, ignorierten, schoss die Polizei mit scharfer Munition in die Menge.

Das erste Todesopfer war Hector Pieterson, und das Bild , wie er von einem anderen Studenten davongetragen wurde, ging um die Welt.

Die Studenten rannten zunächst davon, aber dann sammelten sie sich wieder und zündeten alles an, was das verhasste Apartheidsystem repräsentierte.

Am Abend stand Soweto in Flammen: Verwaltungsgebäude des Apartheidregimes brannten nieder, ebenso Bierhallen. Geschäfte und Lieferwagen Weisser wurden mit Steinen beworfen

Funke springt über
Der Funke des Aufstands sprang sofort auf weitere 160 Townships über. Die Auseinandersetzungen dauerten 17 Monate, bis der Protest vom Apartheidregime schliesslich vollständig und grausam unterdrückt worden war.

Bilanz: Steve Biko, der Führer der Black Consciousness Bewegung zu Tode gefoltert, 176 Menschen bereits in der ersten Aufstandswoche getötet, 600 nach einem Jahr.

Trotzdem: Es war der Anfang vom Ende des rassistischen Apartheid-Regimes. Es sollte allerdings noch einmal 14 Jahre dauern, und viele Menschenleben kosten, bis das Regime letztlich beigab, Nelson Mandela aus dem Gefängnis entlassen, eine neue Verfassung in Angriff genommen wurde, und schliesslich die ersten freien Wahlen vor 22 Jahren stattfinden konnten.

Haben sich die Wünsche und Hoffnungen der Aufständischen erfüllt? Insoweit, als das Apartheidregime beseitigt wurde und freie, allgemeine und gleiche Wahlen abgehalten werden konnten allemal.
Soweit es die wie ein Krebsgeschwür sich ausbreitende Korruption und die krassen Unterschiede zwischen Arm und Reich angeht, ganz bestimmt nicht.

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