SATIRE

Russlands Präsident Wladimir Putin im Interview zum US-Wahlkampf und der zunehmenden Kriegsgefahr

Dr. Alexander von Paleske — 15.10. 2016 — Folgendes Interview landete heute in meiner Mailbox:


Interviewer

Dobroje utro Gospodin President

Präsident Putin
Sdravstvuitje

Interviewer
Herr Präsident, in der deutschen Presse war vorgestern folgendes zu lesen:

„Der russische Präsident will sein Land wieder gross machen durch die einseitige gewaltsame Verschiebung von Grenzen. Damit steht die gesamte Weltordnung seit 1945 auf dem Spiel. Alle anderen Aktivitäten (Kündigung des Plutoniumvertrages, Verlegung von Atomraketen in die Nähe von Kaliningrad (Königsberg)) die sind nur die hässliche Folge seines neuen Weltbildes.

Präsident Putin
Das ist erbärmlicher Versuch, mich zu diskreditieren, und von den wahren Problemen in der Welt abzulenken, insbesondere von den desaströsen Folgen der Aussenpolitik westlicher Länder im Nahen und Mittleren Osten mit Hunderttausenden von Toten, einer nicht enden wollenden Flüchtlingstragödie, und der Ausbreitung des Terror-Islamismus.

Und was ist mit dem Vorwurf des Versuchs der Grenzverschiebung?

Es ist umgekehrt der Westen, der versucht, seine Einflusssgebiete auszudehnen, sei es im Osten mit der NATO, wie beispielweise mit dauerhaften Truppenstationierungen in den baltischen Ländern und Polen, der geplanten Eingliederung der Ukraine, Moldawiens und Georgiens in die NATO, aber auch der vollständigen Einbeziehung in die EU. Insbesondere aber die Ausdehnung des Einflussgbietes im ölreichen Nahen und Mittleren Osten, also Irak, Syrien, Libyen und dem Jemen. Die Folge dieses Eingreifens sind Bürgerkriege, mit denen wir es jetzt zu tun haben, die nicht nur rund eine Million Menschenleben gekostet, sondern den Islamismus-Terroristen in Libyen, im Irak und in Syrien das blutige Terror-Bett bereitet haben.
In Libyen halfen sie mit, Gaddafi, einen der entschiedensten Gegner der Radikalislamísten, davonzujagen. Das Resultat ist ein andauernder Bürgerkrieg, und eine Ausbreitung der IS Terrorislamisten in das machtpolitische Vakuum dort..
In Irak lief zuvor schon die gleiche Chose: Saddam Hussein, auch er ein entschiedener Gegner der Radikalislamisten, die im Irak, solange er an der Macht war, kein Bein an den Boden bekamen, haben die USA, in ihrer Gier, den Zugriff auf das irakische Öl zu erlangen, mit dem Einmarsch in den Irak entmachtet. Saddam Hussein war deren einstweiliger Verbündeter, solange er jedenfalls gegen die US-Todfeinde, die schiitischen Mullahs mit ihrem Anführer Ayatollah Khomeini im Iran kämpfte. Später erklären sie ihn dann zu ihrem Feind mit der Lüge, er besitze Massenvernichtungswaffen.
Syrien sollte ebenfalls dran glauben.

Warum unterstützen denn die USA die Radikalislamisten in Syrien?

Die USA bildeten sich ein, es gäbe gute und schlechte Radikalislamisten. In ihrem unstillbarem Drang, und dem Druck der Israelis, den Syrer Bashar al Assad loszuwerden, setzten die USA auf angeblich gemässigte Radikalislamisten, die mit der Demokratie natürlich ebenfalls nichts am Hut haben, und päppelten sie mit Geld, vor allem aber mit Waffen. Waffen, die zum grossen Teil schliesslich bei den Terror-Islamisten der al Nusra Front und beim IS landeten. Mit dabei als Waffenlieferanten und Geldgeber: Saudi-Arabien und die Golfstaaten, vor allem Katar.
Wir Russsen konnten diesem Ausbund an gefährlichem aussenpolitischen Unfug nicht länger tatenlos zusehen, sondern haben unserem Freund Bashar al Assad mit militärischer Hilfe unter die Arme gegriffen,. und damit verhindert, dass Damaskus in die Hände von al Nusra fiel, und zur Hauptstadt eines radikal-islamistischen Terrorkalifats erklärt wurde.
Gerne hätten wir diese Terror-Islamisten, Todfeinde der Zivilisation, zusammen mit den USA bekämpft, aber die glaubten ein paar Gutmenschen unter den Islamisten zu erkennen, und haben in ihrer Blindheit nicht erkennen wollen, welch einen Stabilitätsfaktor Syrien unter Assad im Nahen Osten darstellte.

Was ist ihre zukünftige Politik in diesen Konfliktzonen?

Wir versuchen, ein Mindestmass an Stabilität herzustellen.

Haben Sie dabei Erfolge erzielt?

Als erstes haben wir mit unseren dauernden Luftschlägen die Ölexporte des IS in die Türkei unterbunden, mit denen diese Terroristen ihren Krieg finanzierten . Ganze Tanklastwagenkolonnen vernichteten wir, bis schliesslich diese Ölexporte der Terroristen zum Erliegen kamen. Etwas, was die USA längst hätten tun können, aber nicht getan haben. Dann haben wir damit begonnen, die Al Nusra –Al Qaida Banden aus Aleppo zu vertreiben. Die wollten Aleppo zu einer vorübergehenden Terrorhauptstadt machen, und halten dort Hunderttausende von Zivilisten fest, um unsere Bombardierung von Wohngebieten als menschliche Schlachterei darzustellen. Die Opfer unter der Zivilbevölkerung sind schrecklich, aber unvermeidbar. Längst hätte die Zivilbevölkerung aus Aleppo evakuiert werden können, mehrfach wurden sichere Fluchtkorridore angeboten, aber daran haben diese Al Nusra Banden und ihre angeblich gemässigten Freunde kein Interesse. Sie instrumentalisieren vielmehr das menschliche Leid, um damit einen internationalen Aufschrei der Empörung zu erzeugen. So sind wir gezwungen, in den von diesen Terror-Islamisten kontrollierten Gebieten die gesamte Infrastruktur zu zerstören – wie seinerzeit im 2. Weltkrieg es die Alliierten auch gemacht haben – um sie schliesslich von dort zu vertreiben. Die unvermeidlichen Kollateralschäden unter der Bevölkerung bedauern wir sehr, aber wir haben leider keine andere Wahl.

Welchen Vorteil hat das denn für Russland?

Wenn Syrien fällt, dann gibt es auch in den uns benachbarten mehrheitlich islamischen Republiken kein Halten mehr, dann sind Turkmenistan, Kirgisistan, Usbekistan Kasachstan und Tadschikistan an der Reihe, zur Beute der Radikalislam-Terroristen zu werden. Das wäre eine Katastrophe – nicht nur für uns.

Sehen Sie in Zukunft eine Änderung westlicher Aussenpolitik?

Die USA haben den Hauptverantwortlichen für die Ausbreitung radikal-islamistischen Gedankenguts, ich meine Saudi-Arabien, als Verbündeten angesehen. Welch eine Narretei.
Und in Grossbritannien hat die neue PremierministerinTheresa May einen Herrn zum Aussenminister gemacht, der bei uns es bestenfalls bis zum Zirkusclown gebracht hätte: ich meine Boris Johnson. Alles finster, finster.

Ihnen wird der Vorwurf gemacht, Sie hätten in den US Wahlkampf auf der Seite von Donald Trump eingegriffen

Das ist zutreffend. Für uns werden im US Wahlkampf Weichen gestellt: Können wir mit einem Mindestmass aussenpolitischer Realpolitk rechnen, oder wird es so weitergehen wie bisher: statt konsequentem Bekämpfen von Islamterroristen gleich welcher Coleur die Auseinandersetzung mit uns und mit der Volksrepublik China zu suchen, und damit die Gefahr eines grossen Krieges mit Atomwaffen heraufzubeschwören.
Wir haben aus diesem Grunde in den US-Wahlkampf eingegriffen, weil unter der von persönlichem Ehrgeiz zerfressenen Hillary Clinton mit dem Schlimmsten gerechnet werden muss.
Sie wil der Welt zeigen, dass sie nicht nur die dutzendfach betrogene Ehefrau des Bill ist, die auch noch jede Menge von Skandalen aus der Vergangenheit mit sich herumschleppt, sondern jemand, der Amerikas Vorherrschaft in der Welt sichern und ausbreiten kann, ob im südchinesischen Meer oder der Ukraine.
Demgegenüber hat der Kandidat Trump ein Mindestmass an Realpolitik erkennen lassen. Für uns ist der das das kleinere Übel.
Natürlich ist dieser Herr ein Strolch, aber aussenpolitisch weit ungefährlicher, als diese Hillary.

Haben Sie den Auftrag zum Hacken gegeben?

Ich hatte meinen Regierungshackern den Auftrag gegeben, durch Einbruch in Hillary Clintons E-Mailverkehr belastendes Material zu finden, das belegen kann: Diese Dame redet mit gespaltener Zunge. Und unsere Internet-Hack-Experten sind auch fündig geworden: Diese Dame hat Millionen mit Vorträgen vor Wall Street Bankern verdient, und diesen Herrschaften natürlich etwas anderes erzählt als jetzt dem US-Volk, das nach der Bankenkrise 2008 einen verständlichen Hass auf diese Herrschaften, die so vortrefflich in den Filmen Wolf der Wallstreet und The big short dargestellt werden, entwickelt hat..
Madame Clinton hat sich zu Wahlkampzwecken jetzt ein soziales Mäntelchen übergeworfen , das sie nach den Wahlen alsbald wieder ablegen wird.
Allerdings hat unsere Unterstützung nicht ausgereicht, um über ihre pure Zungen-Blossstellung sie unwählbar zu machen. Denn der US-Wahlkampf wird jetzt zur Unterhosenbesichtigung: Wer hat die schmutzigere Wäsche an. Und bei diesem Trump tauchen dauernd neue schmutzige Wäschestücke auf. Da können wir mit unseren Hacker-Enthüllungs-Mails, die wir an Wikileaks weitergereicht haben, einfach nicht gegenhalten.
Ich habe deshalb meinen Aussenminister Lawrov angewiesen, noch einmal einen Verhandlungs-Versuch mit dem US–Aussenminister Kerry zu unternehmen der gelegentlich etwas Realpolitik zu erkennen gibt

Spassibo, vielen Dank für dieses Interview

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