Israel

Donald Trump: Besuch eines Kriegstreibers, Einprügeln auf die Presse und Zurschaustellung einer hochabnormen Persönlichkeit

Dr. Alexander von Paleske —- 18.2. 2017 ——– Der Höhepunkt der nun ablaufenden Woche war zweifellos Donald Trumps Pressekonferenz am Donnerstag: Es hätte auch eine Patientenvorstellung im Fach Psychiatrie mit den Unterthemata narzisstische Persönlichkeitsstörung und ADHS sein können.


Donald Trump am 16.2. 2017 ………Narzissmus und ADHS

Toxiche Mischung
Eine toxische Mischung, insbesondere wenn es sich um den Präsidenten einer Atommacht handelt. Eine Mischung, die gerade auch Unberechenbarkeit zur Folge hat.

Eigentlich….aber
Eigentlich sollte es ja nur eine kurze Vorstellung des neuen Arbeitsministers Alexander Acosta sein . Zweite Wahl dieser Herr, nachdem Trumps erste Wahl das Handtuch geworfen hatte. Der hatte offenbar mehrfach seine Ehefrau verprügelt was diese dann brühwarm in Oprah Winfrey‘s Talkshow berichtete. Es wurde jedoch zu einer Tiraden-Show gegen die Presse: Produzenten von“ Fake News“, (Medienlügen) gesteigert als „very fake News“

Fett abbekommen
CNN, BBC, New York Times und andere, kurz: alle, die gewagt hatten. Kritik an ihm zu äussern. bekamen ihr Trump-Fett ab.

Mehr noch: Er stempelte sie zu Feinden des amerikanischen Volkes.

Wobei er selbst nicht nur selbst fake news produzierte mit der Zahl der Wahlmänner, die ihn gewählt hatten, im Vergleich zu seinen Vorgängern, sondern konstruierte auch noch einen alternativen Fakt : die falsche Wahrheit im Zusammenhang mit seinem zurückgetretenen Sicherheitsberater Flynn.
Einerseits gestand er nämlich zu, dass die Presse die Gespräche Flynns mit dem russischen Botschafter über die Sanktionen vor Trumps Amtseinführung geführt hatte, zutreffend berichtet hatten, andererseits waren diese News wiederum fake.

Hochabnorme Persönlichkeit
Es schälte sich im Laufe seiner Pressekonferenz immer deutlicher das Bild einer hochabnormen Persönlichkeit heraus, während er auf die Presse eindrosch und sich selbst (und seine Regierung) über alle Massen lobte.

Ein Kriegstreiber zu Besuch
Zuvor der Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Netanyahu. Der kam, um ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen Israel und den USA aufzuschlagen.

Kein Obama mehr, der den Krieg Israels gegen den Iran unterband, und stattdessen auf Verhandlungen setzte, der die Siedlungspolitik Israels verurteilte, und einen Stopp neuer Siedlungen in der Westbank forderte.

Nun also Donald Trump. Der hatte im Vorfeld seiner Wahl zum Präsidenten bereits erklärt, dass er das Atom-Abkommen mit dem Iran nicht anerkenne, die Westbank zu Israel gehöre, und er die US Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen wolle.

Wir wissen nicht, was die beiden ausbaldowerten. In der Pressekonferenz danach redete der neue Präsident von einem Friedensdeal, den er hinbekommen werde, und bat um einen Siedlungsstopp, aber keineswegs die Rücknahme der beschlossenen jedoch noch nicht umgesetzten neuen Siedlungspläne.

Schwacher Artikel
Die SPIEGEL Redakteurin Nicola Abe meldete sogleich aus Washington l:

Schwach getroffen“

Damit sollte ein angebliches Abwimmeln der Forderungen des israelischen Premiers Netanyahu gemeint sein.
Der habe angeblich nichts wirklich erreicht bei seinem Besuch in Washington.

Gegenteil der Fall
Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Die USA geben die Zwei-Staaten Forderung auf. Ein Plan, der in Israel überhaupt keine Rolle spielt, und das schon seit Jahren.

Lediglich gegenüber dem Ausland wurde dieser Plan wie eine gezinkte Karte hochgehalten.

Bleibt also die Einstaatenlösung. Die würde, konsequent verfolgt, bedeuten, dass die Palästinenser volle und damit stimmberechtigte Bürger Israels würden. Sie würden damit die Hälfte – möglicherweise die Mehrheit – im Parlament und damit die Regierung stellen…

Nicht akzeptabel
Das ist natürlich das Allerletzte was Israels Regierung vorschwebt.
Israel will sich die gesamte, seit 1967 besetzte, Westbank und Ost Jerusalem – völkerrechtswidrig – einverleiben. Die Palästinenser sollen in kleine und kleinste Homelands abgedrängt werden. Apartheid-Südafrika lässt grüssen.

In der Verfolgung dieses Ziels ist Israel bereits Riesenschritte – schon lange vor dem Besuch Netanyahus bei Trump – vorangekommen.

Unmittelbar nach dem Sechstagekrieg 1967 lebten keine Israelis in der Westbank, israelische Siedlungen gab es dort nicht. Dort lebten 650.000 Palästinenser.

Heute leben dort schon knapp 600.000 israelische Siedler, und es sollen noch viel mehr werden. Weiter, wie ein Krebsgeschwür, fressen sich die israelischen Siedlungen in das Palästinenserland hinein.

Unerträglichkeit als Vertreibungsmittel
Die Palästinenser werden auf immer kleinerem Raum zusammengedrängt, ihrer Einkunftsmöglichkeiten, soweit sie Farmer sind, beraubt, ihre Olivenbäume abgehackt. Illegale israelische Siedlungen werden zukünftig legalisiert, die betroffenen Palästinenser werden lediglich finanziell entschädigt, haben aber keinen Rückgabeanspruch.

Das Reisen innerhalb der Westbank und nach Jerusalem führt für Palästinenser durch etliche Kontrollposten, der Zugang kann jederzeit verwehrt werden. Neue palästinensische Siedlungen sind verboten. Der Bau neuer Häuser muss von Israel genehmigt werden.

Letztlich will Israel die Lebensbedingungen der Palästinenser Zug um Zug unerträglicher machen, sodass nicht wenige es vorziehen, auszuwandern.

Die als Staat nicht lebensfähigen Restflecken auf der Karte der Westbank sollen dann dem Nachbarstaat Jordanien zugeschlagen werden, unter jordanische Verwaltung kommen.

Was sagen die arabischen Nachbarn?
Die Frage ist, was die arabischen Länder dazu sagen: werden sie als Antwort den Ölhahn zudrehen wie 1973?
Weit gefehlt. Israel ist der neue Verbündete der nicht-palästinensischen Araber, frei nach dem Motto „Meines Feindes Feind ist mein Freund“.

Feind der sunnitischen Araber ist der schiitische Iran, insbesondere nachdem, dank iranischer Hilfe, die sunnitischen Syrer ihr Ziel, Assad in kurzer Zeit zu vertreiben, nicht erreichen konnten, und der Iran die schiitischen Huthi-Rebellen im Yemen unterstützt.

Der Iran ist Israels Todfeind geworden, nachdem er die schiitische Hisbollah im Libanon unterstützte, sich zum Hauptunterstützer der Palästinenser aufschwang, Israels Existenzrecht angeblich verneinte, und dabei war, Atommacht zu werden.

Neue Freunde
So konnte Israels Premier in Washington erklären: noch nie in seinem Leben habe Israel ein so gutes Verhältnis mit seinen arabischen Nachbarländern gehabt. Er benutzte das Wort „Freunde“.

Klar, dass diese Freundschaft spätestens dann aufhört, wenn die Atomanlagen des Iran ausgeschaltet sein sollten. Aber erst einmal ist Zeit gewonnen, um ungestört den Palästinensern Land zu rauben und ihre Lebensbedingungen unerträglicher zu machen.

Israels Plan, Saudi Arabiens Unterstützung
Israels Plan, der von Obama durchkreuzt wurde, war, die Atomanlagen des Iran durch Luftschläge zu zerstören.
Das liegt voll auf der Linie der sunnitischen Nachbarstaaten, allen voran Saudi Arabiens, das Israel Überflugrechte für diesen Fall eingeräumt hat.

Mit dem Amtsantritt Donald Trumps ist der Plan wieder auf der Tagesordnung.

Ein Plan mit unabsehbaren Folgen, denn dass China und Russland einem derartigen Angriff tatenlos zuschauen werden, das glaubt wohl nicht einmal der rechtsradikale Chefberater Trumps, Steve Bannon.
Berits zuvor hatte der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad Sabotageakte auf Einrichtungen des Iran verübt, und einige der leitenden Ingenieure umgebracht.

Unter diesen Umständen davon zu reden „Schwach getroffen“ fällt auf die Autorin als Urteil über ihren Artikel zurück, denn das Thema Iran taucht in dem SPIEGEL-Artikel erst gar nicht auf.

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